Einweihung des neuen Schulhauses der Oeffentlichen Handeisiehransialt Gießen.
Mit einer schlichten Feier übergab gestern vormittag die Oeffentliche Handelslehranstalt Gieszen ihr neues Schulgebäude am Wernerwall 11 seiner Bestimmung. Die Feier für dieses im Rahmen der Schule und darüber hinaus für unsere Stadt besondere Ereignis fand aus räumlichen Gründen in der dem Schulhaus gegenüberliegenden Turnhalle desTurnvereins 1846 statt. Zur Feier hatten sich zahlreiche Gäste und Freunde der Schule eingefunden. Vertreter der Partei, der Provinzial- und Kreis- behärde, der Stadtverwaltung, der Wehrmacht, der SA. - Standarte 116 und des Arbeitsdienstes nahmen daran teil und würdigten damit die Arbeit der Schule. Die Elternschaft, sowie Schäle-
Haus Wernerwall 11, das neue Heim der OeHL.
rinnen und Schüler des
gegenwärtigen Schuljahres, sowie auch früherer Jahrgänge, hatten sich ebenfalls zahlreich eingefunden. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Bühne der Halle war mit frischem Grän und einem großen Bild des Führers, die Halle selbst mit Fahnen des Dritten Reiches geschmückt. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter der Stabführung von Musikzugführer Herrmann leitete die Feier mit dem „Einzug der Sänger auf der Wartburg" aus der Oper „Tannhäuser" von Richard Wagner ein.
Sodann begrüßte der
Präsident der Industrie- und Handelskammer Or. E. Pauly
die zahlreien Gäste. Er bedauerte, daß zwei Gründer, die Herren Kommerzienrat Schirmer und Professor Dr. Feld, sowie zwei um den Aufbau der Schule sehr verdiente Lehrkräfte, die Herren Dr. Heun und Dehmer, an der Feier nicht teilnehmen konnten. Er sprach sodann herzlichen Dank allen denjenigen aus, die dazu beitrugen, daß der Schule ein neues Schulhaus gegeben werden konnte.
Er dankte besonders der Landesregierung, sowie der Stadtverwaltung und verschiedenen Stiftern für freundliches Entgegenkommen.Er dankte ferner dem Hochbauamt unserer Stadt und den Handwerkern für ihre saubere Arbeit. Sodann hielt der
Leiter der Schule Direktor Dr. Kruse
eine längere Ansprache, in der zunächst auch er allen den fördernden Stellen herzlichen Dank sagte, insbesondere aber der Industrie- und Handelskammer als der Trägerin der Schule. In seinen weiteren Ausführungen umriß der Redner die Bedeutung der Schule in zahlenmäßiger Hinsicht und nach ihrem Charakter als mittlere Schule. Er hob ihren erzieherischen Wert hervor und ihre Bedeutung als Aufbaufchule, die eine abgeschlossene gehobene Bildung vermittle. Er kam kurz auf die Zusammensetzung des Schülerkreises zu sprechen und betonte, daß die Schule besonders den kaufmännischen Nachwuchs aus dem nördlichen Oberhessen erfassen wolle und erfasse. Dr. Kruse gab in seinen weiteren Ausführungen noch einen Ueberblitf über den Lehrkörper, der trotz des großen Mangels an Fachlehrkräften mit neun Herren und drei Damen stark be
setzt sei und eine gründliche Ausbildung garantiere. Zum Abschluß gab der Redner noch einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung im Laufe der zwölf Jahre des Bestehens der Schule.
Nachdem die Schülerinnen und Schüler ein gemeinsames Lied gesungen hatten, ergriff
Helst im Kamps gegen Hunger und Käste?
Der Arbeiter der Stirn und der Faust ist sich heute bewußt, daß er den wesentlichsten Bestand-
Stadt- und Kreis-Schulrat Nebelirg das Wort, der im Auftrage der Landesregierung, des Stadt- und des Kreisschulamtes und für die Gäste sprach. Er entbot der Industrie- und Handelskammer und der Oeffentlichen Handelslehranstalt die herzlichsten Glückwünsche der von ihm vertretenen Stellen. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die neue Schule den Lehrern und allen Schülern eine liebe Arbeitsstätte werden möge. Möge das neue Haus und die darin geleistete Arbeit insbesondere dem Kaufmannsstande, aber auch der gesamten Wirtschaft sowie der Industrie und darüber hinaus dem ganzen deutschen Bolk zugute kommen. Ausschlaggebend für den Erfolg der Schule fei nicht das neue Haus, sondern der Geist, der die Schulgemeinschaft erfülle. Es sei richtig, daß nicht nur Tische und Bänke beim Umzug in das neue Haus mitgenommen wurden, sondern auch der Geist der Schule, der sie bisher charakterisiert habe. Der Geist, der die Schule beherrsche, müsse immer der einer nationalsozialistischen Pflichtauffassung und Pflichterfüllung fein, und in diesem Geiste die Arbeit der Schule fortzuführen und zu vertiefen, sei große Aufgabe. Betrachten Sie es als Lehrer, so wandte er sich an den Lehrkörper, als ihre höchste Pflicht, deutsche Menschen zu erziehen, die pflichtbewußt und in voller Hingabe ihren Beruf auszuüben bestrebt sind. Für die Schüler sprach er die Mahnung und Erwartung aus, daß sie mit Fleiß und Ausdauer bestrebt sein möchten, in steter Arbeitsfreude ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, um dereinst in ihrem Aufgabengebiet so tätig fein zu können, wie es für unsere Volksgemeinschaft notwendig sei. Jeder müsse seinen Posten ausfüllen, da ja weder die Schule noch die Wirtschaft ein eigenes Ziel haben können, sondern beide darauf aus- gerichtet sein müßten, dem Dolksganzen zu dienen und dem deutschen Volke die Existenz zu sichern. Wenn die Schule
teil des deutschen Volkes darstellt. Lr Ist organisiert in der großen Front aller Schaffenden. Diese Front der Arbeit wird am 17. und 18. Oktober sich für den Kampf gegen hunger und Kälte einsehen. Eine ehemals zerrissene und uneinige Arbeiterschaft wird im Glauben an die Zukunft dieses Volkes sich am 17. und 18. Oktober zur Verfügung stellen.
in diesem Geiste wirke, werde auch sie ihren Aufgaben im Dritten Reiche gerecht werden.
Zum Abschluß der Feier hielt Dr. Pauly noch eine kurze Ansprache, in der er auf die Arbeit des Schulleiters einging und dessen aufopfernde Tätigkeit schilderte. Seine Worte klangen aus in einer Würdigung des großen Aufbauwerkes des Führers Adolf Hitler. In das dreifache „Sieg-Heil!" auf den Führer stimmte jedermann kräftig ein. Das Deutschland- und das Horst-Wesiel-Lied beschlossen die Feier. Die zahlreichen Gäste besichtigten im Anschluß an die Feier die neuen und vorbildlichen Einrichtungen des neuen Schulgebäudes, über die wir bereits berichteten.
Präsident Pauly von der Industrie- und Handelskammer Gießen (links) und der Leiter der Schule, Dr. Kruse, im Gespräch.
(Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.)
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