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llr.242 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Donnerstag, 15. Oktober 1936

Llnsere Soldaten

eins,

bene Gemeinschaft, die in Freud und

sammensteht zum Wohle des ganzen I Volkes.

hth.

v)egenroarii»|inri uei[ujuiuhciiv o 7

nicht mehr behagte, weil zuviel Pastorengeruch m> der Tübinger Luft war, ließ er sein Amt, das Stift lauf die Werde.

deutschen B.

Am heutigen Donnerstagmittag werden die i Soldaten der Garnison Gießen in feierlicher Pa- l radea>ufstellung vor ihrem Divisionskommandeur j stehen. Generalleutnant L> ß w a l d wird die Sol- " baten mit einer Ansprache begrüßen, ferner wer- i den die Vertreter der Partei und der heimischen < Behörden ihnen den Gruß der Bewegung und der Behörden von Kreis und Stadt Gießen darbringen : Im Anschluß daran nehmen aber auch die alten Gießener Soldaten, insbesondere die ehem 116er i öie Gelegenheit wahr, aus dem Munde eines alten i 116er Offiziers den Kameraden der aktiven Truppe . die Verbundenheit zwischen den einstigen Trägern ' ber Uniform und der jungen Wehrmacht zu bekun- ' den. Der Anlaß zu dieser Feier besteht in der Wiederkehr der alten Gießener Regimentsnummer 116 bei unserer Infanterie, zugleich soll aber auch mcht versäumt werden, unseren Gießener Artille­risten zu zeigen, daß auch sie ein von der ganzen Gießener Bevölkerung hochgeschätzter Teil unserer Garnison sind.

Naturgemäß werden an diesem denkwürdigen Tage die Erinnerungen der Gießener Bevölkerung an das frühere Gießener Infanterie-Regiment Kai er Wilhelm Nr. 116 lebendig. Diejenigen Volksgenossen, die bereits vor dem Kriege in Gießen wohnten, werden sich gerade heute wieder bewußt sein, wie herzlich und innig damals schon die Beziehungen zwischen der Garnison und der Bevölkerung waren. Und die anderen Einwohner, die erst nach dem Kriege ihren Wohnsitz in Gießen aufschlugen, den­ken an die mancherlei Mitteilungen von alten llöern über ihre schöne Dienstzeit in Gießen und über die vielfältigen Beweise der Verbundenheit, die das Regiment 116 auch im Verlaufe der Kriegs­jahre von den Volksgenossen in Gießen durch Liebesgabensendungen ins Feld, durch Briefe und Postkarten nach allen Fronten hin, durch sorgsamste uni) liebevolle Pflege daheim in den Lazaretten nach Verwundung und Krankheit, nicht zuletzt aber auch gelegentlich der unter seelisch niederschmettern­den Eindrücken erfolgten Heimkehr in die Garnison­stadt Gießen nach dem Kriege erfahren haben. Stets und in allen Lebenslagen waren eben das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 und die Gießener Bevölkerung eine unlöslich mitein­ander verbundene Gemeinschaft, die Zivilbevöl­kerung ist auf das Regiment stets in höchstem Maße stolz gewesen und ist mit aufrichtiger Anteilnahme den Weg ihres Regiments von der Geschichte her bis zum jüngsten Tage der Gegenwart durch Freud und Leid im Geist miterlebt und mitmarschiert.

Der furchtbare Schlag, der bas alte, ruhmbedeckte Regiment nach bem unglücklichen Kriegsausgang in der erzwungenen Auflösung traf, war zugleich einer der schwärzesten Tage unserer Gießener Bevölke­rung. Dennoch mußte man sich in bas unvermeid­liche Schicksal fügen. Die später in Gießen errichtete Garnison des I. Batls. Jnf.-Regts. Nr. 15 milderte zwar den Schmerz der Gießener Bevölkerung um ihre 116er, zumal zwischen den 15ern und der Be­völkerung ebenfalls wieder zu jeder Zeit herzliche Beziehungen herrschten und die Träger des feld­grauen Ehrenkleides in die Herzen aller Gießener hineinwachsen ließ. Dennoch blieb allezeit die Hoff­nung lebendig, insbesondere bei den ehem. 116ern und bei allen alten Soldaten, daß doch einmal der Tag wiederkehren möge, an bem unsere Gießener Infanteristen wieder mit der alten Regimentsnum­mer 116 auf den Achselklappen durch die Stadt zie­hen und verkünden möchten, daß bas alte Regiment Nr. 116 nicht nur in ber Tradition fortgeführt werbe, fonbern in ber Regimentsnummer 116 wiebergekehrt

beur steht. Dieser Tag wirb in ber Geschichte unserer Stabt, aber auch in -ber Geschichte ber Garnison für alle Zeit mit golbenen Lettern vermerkt werben. Unsere jungen 116er werben biefen Tag sicherlich mit ber gleichen Freube begehen, mit ber auch bie ehemaligen 116er, bie alten Solbaten aller übri­gen Waffengattungen unb bie gesamte Gießener Bevölkerung ihn empfinben.

Die Gemeinschaft ber Solbaten von einst unb heute kommt benn auch sichtbar dadurch zum Aus- druck, baß bei ber heutigen Feier bie ehem. 116er, alle übrigen alten Solbaten und die in den letzten Jahren nach Erfüllung ihrer Dienstzeit aus der Wehrmacht ausgeschiedenen Männer bei der Feier zugegen sein werden, ferner ein alter, im Frieden und Kriege hochverdienter Offizier, Generalmajor a. D. Rudolf Mohr, im Namen aller ehern. 116er und der gesamten alten Soldaten zu den jungen Kameraden der aktiven Wehrmacht sprechen wird.

NSG. Den dritten Tag des großen Jungvolk- Führerlagers in Friedberg leitete Lan- besbauernführer Dr. Wagner mit Ausführungen über bie Grünbe ein, bie zur Schaffung ber lebens- notroenbigen Marktordnung und des E r b - hofgefetzes geführt haben, Gesetze, die auf der nationalsozialistischen Weltanschauung süßen, einzig und allein den Schutz des Bauern als dem Ernäh­rer des deutschen Volkes und als dessen ewiger Blutsquell diene. Er zeigte an Beispielen, zu wel­chen Katastrophen liberalistische Wirtschaftspolitik einst in Deutschland führte und heute in anderen Ländern noch führt. Deutschland hat Schluß ge­macht mit dem verrückten Spiel von Preiserhöhung, Lohnerhöhung und darauf folgender unabwend­barer Abwertung der Zahlungsmittel, und hat an Stelle dieser Experimente die Stetigkeit von Lohn, Preis und Geldwert gesetzt und dadurch jede Teue­rung von vornherein ausgeschaltet. Die Marktord­nung legt einmal die Preise fest, zum zweiten sichert sie dem Bauern die Abnahme seiner Erzeugnisse, 3um dritten sorgt sie dafür, daß der Verbraucher diese Erzeugnisse in verwertbarem und genießbarem Zustand bekommt und bietet endlich die Gewähr, daß in Zeiten von Überproduktion trotzdem die Abnahme gesichert ist. Die Blutsfrage ist das Grundgesetz der nordischen Lebensauffassung, und das Bauerntum ist nach wie vor der Blutsquell des deutschen Volkes. Aus diesen Erkenntnissen nur kann man das Erbhofgesetz verstehen, das den tüch­tigen Bauern an seine Scholle bindet und die Ab­wanderung und den Verschleiß der wertvollsten Kräfte verhindert.Helft gerade ihr", so rief er den jungen Führern zu,die ihr nicht mit den Eierschalen einer vergangenen liberalistischen Epoche behangen seid, mit, das Verständnis für die Trag­weite und den ungeheueren Nutzen dieses Gesetzes im deutschen Volk zu vertiefen".

Eine halbe Stunde später weilte ein Meister deut­scher Dichtung Hans Friedrich Blunck unter der jungen Führerschaft. Es bedeutet dies eine unge­heuere Bereicherung der Schulung der Jungvolk­führerschaft. Sie erhielt einen Einblick in ein Werk, das gerade die deutsche Jugend so wunderbar an­spricht in der Natürlichkeit seiner Sprache und den Bildern, die er in seinen Märchen und Balladen symbolhaft wählt. Sein Werk ist der Jugend nicht fremd. Hans Friedrich Blunck begann mit der Lesung von Gedichten, die in ihrer Schönheit und

in der Wärme ihres Empfindens als Schicksalsge­dichte, noch unterstrichen durch den ausgezeichneten Vortrag und die betonte und doch nicht effekt­haschende Untermalung, ihre Wirkung auf die jun­gen Führer nicht verfehlten. Seine Zeitgedichte, die dem politischen Tagesgeschehen entsprungen sind, legen Zeugnis ab von der Fähigkeit des Dichters, unbeugsame Härte mit tiefem Empfinden zu paaren. Er las weiter Balladen, in denen ein hoher ethi­scher Wert steckt und Märchen, in denen eine tiefe

deutsche Volk zu beglücken.

Aber das deutsche Volk saß im Spinnennetz feiner Fürsten seine Gegenwart war an den Grenzpfahl gebunden und feine Zukunft an den Geheimrat: wo ein Stück grünes Land war, ging die Vergangenheit

Was in der neuen Welt ein Kinderspiel schien, war ein Herkuleswerk in der alten; jahrelang rin­gend, mußte der schwäbische Hans seinen Gold­klumpen tauschen, bis er am Ende von all seinen Täuschen den grauen Wetzstein behielt.

Da wußte er freilich, daß es zuerst die Schärfe der deutschen Sensen und Sinne aus ihrer Stumpf­heit zu wetzen galt; und er wetzte, daß aus den Funken der Brand in die faulen Strohdächer sprang.

Bis der Hans im Glück ein verdrossener Mann und seine Volkswirtschaftslehre ein durchlöcherter Regenschirm war, bis eine Kugel die letzte Enttäu­schung bezahlte, bis Friedrich List in Kufstein ver­scharrt wurde.

Aber sein Goldklumpen war unterdessen in rüstige Hände gefallen: was Friedrich List nicht vermochte, das münzten sie aus, ihren Beutel zu füllen; und als sich im Flickwerk der Fürsten Wohlstand und Frei­heit zu regen begannen, regte sich sein Vermächtnis.

Am 17. und 18. Oktober findet die erste Reidjs- siraßensammtung für das Winterhilsswerk statt. Die Deutsche Arbeitsfront wird unter Einsatz aller Kräfte getreu dem Befehl des Führers sich zur Verfügung stellen. Durch die Unterstützung aller muß der Er­folg dieser ersten Reichsstraßensammlung ein großer werden

Symbolik lag. Der köstliche Humor des Dichters kam so recht zur Geltung in der Fortsetzung seiner Fabel vom Hasen und Igel, was noch durch eine glänzende Mimik unterstrichen wurde. Hans Fried­rich Blunck schloß seine Lesung mit seinem Werk Die große Fahrt", das sich mit dem Hildesheimer Seefahrer Dietrich Pinmg befaßt, der 20 Jahre vor Kolumbus Amerika entdeckte, und beseelt vom alten Wikingergeist für den dänischen König als Statt­halter Islands Entdeckungsreisen unternahm. Von Herzen kommender Beifall dankte am Schluß Hans Friedrich Blunck für die Stunde, die er der jungen Führerschaft geschenkt hatte.

Arn späten Nachmittag traf Gebietsführer Brandt im Lager ein, um der Führerschaft in grundlegenden Ausführungen den Weg der Er­ziehungsarbeit aufzuzeigen, den sich die Führerschaft des Jungvolks zu erarbeiten hat, und ihr einmal klar zu machen, daß Heimabend, Dienst, Sport, Fahrt und Lager Mittel zur Erreichung eines weit größeren Zieles find, nämlich der Schaffung eines Typs des Pimpfen, der schon wer wollte es leugnen feste Gestalt angenommen hat und der nach achtjährigem harten Dienst den Typ des deut­schen Mannes formen soll. Der Führer aber ist mit

Ein fröhlicher Hammerschlag lockte ihn mehr als die Wehmut versunkener Dinge; und weil seinem Gegenwartssinn verschimmelte Weisheit zu lehren

und die Stadt, in Stuttgart den Stätten der Ar­beit näher zu fein.

Das aber war zu der Zeit, da Sand den Kotze­bue totstach, da die Karlsbader Beschlüsse den Mord an der Deutschen Burschenschaft rächten; sie fanden auch L i st, der die Regierung in Stuttgart mit zornigen Eingaben plagte, und fetzten den lästigen Mahner hinter das eisenbeschlagene Tor auf dem Asperg.

Sich aus der harten Haft zu befreien, versprach er, das schwäbische Land mit der neuen Welt zu vertauschen und über dem Meer dem frommen Geheimrat nicht mehr im Weg zu fein.

So kam der Reutlinger Schwabe zu feiner Welt- bürgerschaft, so kam der arme Professor zum Reich­tum; denn als er drüben das Glück in einem Koh­lenflöz fand, griff feine Schwabenhand zu: solch ein Hans im Glück hatten die Leute im Osten längst nicht mehr gesehen, wie es der Schwabe in Penn- sylvanien war.

Aber er wollte ein anderer Glücksritter werden als für den eigenen Beutel; er hatte die Quelle des Reichtums gefunden und wollte sie fließen machen für alle: Deutschland sollte nicht länger das Hunger­land seiner Fürsten und ihrer höfischen Bettelschaft fein.

Der Traum einer anderen Wirtschaft blühte ihm auf, als der Zünfte und kleinen Gewerke: der deut­sche Boden war schwer an Schätzen; Kohlen und Eisen konnten dem Vaterland Wohlstand und Frei­heit bedeuten; denn die Armut allein so glaubte sein glühender Traum machte die Menschen un­frei.

Bahnen, quer durch die Grenzen der Fürsten ge­baut, sollten den Städten die Nahrung der Bauern­schaft bringen; die Städte hingegen sollten die Werk­stätten sein für alles Gerät, das die Landwirtschaft brauchte.

Eines sollte dem andern die Waage des Wohl­standes halten, rascher Verkehr und planvoller Han­del sollten die Preise bestimmen, Zölle die heimi­schen Werkstätten schützen, Ausfuhr und Einfuhr die kluge Benützuna des Weltverkehrs fein.

Ehe fein alühender Eifer mit solchem Traum in die Wirklichkeit ging, schrieb er ihn auf in dem klugen und heftigen Buch seiner Volkswirtschafts­lehre: bann kam er zurück übers Meer wie der Hans im Glück, mit dem Goldklumpen seiner Plane, das

von ihm zusammen mit Ernst Jünger heraus­gegebenen KriegsbucheDas Antlitz des Welt­krieges". Das erste handelte vom Grauen des Schlachtfeldes und schilderte, ausgehend von einigen Zeilen aus GrabbesMarius und Sulla", Ein­drücke und visionäre Erlebnisse des jungen Solda­ten in Flandern nach der Erstürmung von Wyt- schaete durch pommersche Grenadiere im Novemver 1914 und während der nächtlichen Bestattung der beim Sturm Gefallenen durch dieMuttersöhnchen" der Kompanie. Es wurde geschildert, wie der Kampf mit den Dämonen des Schlachtfeldes in der eigenen Brust ausgetragen werden muß, und wie das große Grauen des Krieges den alten Soldaten noch nach Jahren überfällt.

Das zweite Kapitel,Nachtmarsch" überschrieben, ist 1914 von Ypern entstanden und schildert die wesentliche Erkenntnis des jungen Soldaten, daß das Schicksal vor die Bewährung in der Schlacht die Bewährung auf dem Marsch, auf dem Wege zum Ziel, gesetzt habe. Nicht die stärksten Beine mar­schierten am besten, sondern der stärkere Wille und das stärkere Herz seien entscheidend. Die Schilde­rung des Nachtmarsches mit ihren ungeheuren körperlichen und seelischen Anforderungen leitete sinngemäß über zu den gleichlautenden Strophen, die am Anfang von Bethges Drama stehen.

Zeitschriften.

Das Oktoberheft der ZeitschriftVolk unb Rasse" (I. F. Lehmann, München) liefert u. a. durch die Veröffentlichung der Ergebnisse einer Rundfrage einen wertvollen Beitrag zur Psychologie des Geburtenrückganges und -anstieges. Gleichzeitig wird gezeigt, wie die falsche Einstellung zum Gebur­tenproblem bekämpft und vermieden werden kann. Dr. Johs. Scho tt ky zeigt, wie die medizinische Wissenschaft von der Rassenkunde beeinflußt wird und durch deren Erkenntnisse zur Lösung schwieri­ger Fragen auf dem Gebiet der Heilkunde kommt. Dr. W. M. E s s e r berichtet über Kultur im Spiegel der Sprache. Dr. Schmidt-Klevenow erörtert in seinem AufsatzBlutprobe kein zuverlässiges Beweismittel?" kritisch ein unlängst ergangenes Ge­richtsurteil.

Aus der prvvmzialhaupistadt.

Der letzte Strauß.

Mitten auf dem Tisch steht er in einer bunten Vase. Die Mutter hat ihn vom Wochenmarkt mit­gebracht, und als sie ihn ordnete und prüfend überschaute, sagte sie wie von ungefähr:Es wirb der letzte Strauß in diesem Jahre sein." Dabei lag ein Ton des Bedauerns in ihrer Stimme und ihre Hände glitten mit einer liebkosenden Bewegung über die farbenfrohen Blumen.

Der letzte Strauß. Er ruft in seiner bunter Schönheit noch einmal die Erinnerung an der Sommer wach, wo die Sonne wie ein Helles Feue über der Stadt stand und wo aus Gärten ur. Anlagen der Duft der Blüten herüberwehte. Strauß auf dem Tisch leuchtet nur, aber er buftel nicht, denn es sind Astern, die in der Vase stehen. Reizende Astern allerdings, eine noch schöner als die andere. Und wenn die Sonne einmal scheint, entfalten sie einen Faebenzauber, wie er schier un­beschreiblich ist.

Nur daß die Sonne kaum einmal scheint. In starrer Gleichmäßigkeit zeigt sich der graue Him­mel von einem Tag zum andern. Am Morgen blitzt gelegentlich ein Sonnenstrahl und manchmal auch mittags, aber kaum hat er frohe Hoffnungen erweckt, so ist er auch schon wieder verschwunden. Und dann hat die graue Eintönigkeit das Feld. Mit ihr die Kühle, die allerlei unliebsame Vorstel­lungen erweckt. Ist das in der Ordnung? Nein, das kann man wirklich nicht sagen. In unserer Vorstellung lebt der Herbst wesentlich anders. Wir schätzen ihn als lachenden Früchtespender, als golde­nen Herbst, mit Weinlaub im Haar. Als eine frohe Erscheinung jedenfalls und nicht als einen ungemüt­lichen alten Herrn, der nur Kälte und Unbehagen verbreitet.

In diesem Jahre sind wir leider mehr enttäuscht als beglückt worden. Der Sommer hat uns schon mit einiger Bosheit allerlei Schattenseiten gezeigt, und als wir unsere Hoffnung auf einen schönen Nachsommer zu setzen begannen, kam wieder die Bosheit und behauptete sich. Womit wir das ver­dient haben, mögen die Götter wissen, die sicher auch zu enträtseln vermögen, warum uns gegen­wärtig statt Sonnenglanz und Farbenspiel die kühle Nüchternheit zum täglichen Erlebnis wird..

Man kann dagegen protestieren, es läßt sich in­dessen nichts dagegen tun. Und darum bleibt nichts anderes als eine bescheidene Hoffnung und die Freude an den Dingen, die noch vorhanden sind. Zu diesen Dingen aber gehört außer dem gelegent­lichen Sonnenschein auch dieser letzte bunte Strauß, und wo er in all seiner Farbenfreudigkeit auf dem , Tische steht, da ist zu guter Letzt doch noch ein : bißchen herbstliche Schönheit eingekehrt. H.W.Sch.

Bornoiizen.

Tageskatender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Verräter". Licht- spielhaus, Bahnhofstraße:Der Bettelstudent".

Brotsammlung des Jungvolks im Gebiet Heffen-Tlasiau.

NSG. Wie im vergangenen Jahr, sv wird auch : das Winterhilfswerk 1936/37 durch eine große > Brotfarnmlungsaktion des Jungvolkes im Gau i Hessen-Nassau eingeleitet werden. Arn Samstag, 24. Oktober, trommeln die Pimpfe Hessen-Nassaus : in allen Städten und Dörfern des Gaues, um Brot t und Mehl für notleidende Volksgenossen zu sam-

Friedrich List, ein deutsches Schicksal.

Von Wilhelm Schäfer.

Als die Deutschen den Schillertag feierten, war es im dreizehnten Jahr, daß ein anderer Schwabe, verdüstert und müde der deutschen Ermattung, in Kufstein fein rastloses Leben mit einer Kugel be­schloß.

Er war kein Dichter, und als er am Tübinger Stift Staatswissenschaft lehrte, hieß ihm Hölderlin wenig; unnütze Träume galten dem praktischen Schwaben Griechenlands Götter, und bläßliche Feiertagsfreude galt ihm ein Frühlingsgedicht.

Die Zuhörer, unter denen viel junge Mannschaft, Hitler-Jugend, Arbeitsdienst und BDM. vertreten war, dankten mit starkem Beifall. hth.

Hochschulnachnchien.

Ernannt wurden: Professor Dr. Gerhards A l brecht, Ordinarius für Wirtschafts- und Sozial- wisfenschaften an der Universität Jena, zum or­dentlichen Professor an der Universität Mar- bürg ; Professor Dr. Franz Büchner, Extra- Ordinarius für pathologische Anatomie an der Uni­versität Berlin, zum ordentlichen Professor an der Universität Freiburg.

Entpflichtet wurden: Die ordentlichen Professoren Dr Max Rosenfeld (Psychiattie und Neurologie) an der Universität R 0 st ° ck i Br. Kurt von Sa n d e n (Mathematik und mathematische Technik) an der Technischen Hochschule Karlsruhe.

sie sind eine unlöslich miteinander verbun- Leid zu­

heißem Herzen bei unserem Werk und überzeugt sich Jahr für Jahr von unserer Weiterentwicklung, von unserem Aufstieg, von unserer hartnäckigen Behaup­tung und unserem zähen Durchkämpfen, und er weiß, daß er sich auf diese seine Jugend verlassen kann.

Den Tag beschloß ein Lichtbildervortrag des Ge­bietsjungvolkführers Paul Wagner über die Süd- Ost-Europafront der Bann- und Jungbannführer des Gebietes Heffen-Naffau.

sei

Lange Jahre blieb diese Hoffnung ein unerfüllter Wunsch. Erst die große Tat des Führers und Reichs­kanzlers Adolf Hitler, der Aufbau einer neuen, starken deutschen Wehrmacht, brachte dem sehnsüch­tigen Wunsche der Gießener Erfüllung. Und nun erleben wir heute den freudigen Tag, an dem Die Gießener Infanterie-Garnison wieder mit der Re­gimentsnummer 116 vor ihrem Dwisionskomman-

von einst und jetzt in der Gefolgschaft unseres Füh­rers Adolf Hitler, die Freude am Waffendienst und der stets tatbereite Einsatzwille zum Schutze von Volk und Vaterland zur Verteidigung unserer kost­baren Güter zum Ausdruck. Und diese breite Front soldatisch gesinnter und tatbereiter Menschen weiß sich gestärkt und gestützt durch die Gesamtheit aller deutschen Menschen.

In dieser Gewißheit und zugleich im Geiste des alten, ruhmvollen preußisch-deutschen Soldatentums, beseelt von vorbehaltloser Treue zu unserem Füh­rer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem Obersten Befehlshaber der Deutschen Wehrmacht, dem Führer aller Deutschen, erfüllt von der alten Frontkameradschaft und dem Willen zum Dienst für die ganze deutsche Nation grüßen alle alten Soldaten und mit ihnen die ganze Bevölkerung herzlich unsere Gießener 116er, in gleicher Weise auch unsere Gießener Artilleristen. Möge es alle­zeit in Zukunft s o sein, wie es bisher in Gießen war: Soldaten und Bevölkerung sind

Gießener Stadttheater.

Vorlesung von Friedrich Bcthge.

Die gestrige Ausführung des an dieser Stelle be= reits ausführlich gewürdigten Kriegsstuckes von Friedrich Bethge im Stadttheater fand als Festvorstellung in Anwesenheit des Autors und aablreidiei geladenen Gaste statt. grtcör.d) fcetbae Mitglied des Kultursenates, Landesstel- ienleite? der Reichsfchristtumskammer und [teteer- r° nd-r G°n°raüntendant der Städtischen Buhnen sch-n Dramas zu entwickeln. Eine der Kardm l tugenden des nationauX allen" Umständen d^ Wahrheit sagen zu müssen. Vom f°a^^eeingtatTot ntQi5 Kritik eines Remarque, wm 11 ba5 heroische der nat,onalfoz>al,stische D-cht insbe,on=

Trotzdem 9"^" !tegsbrama betresst, d°r° das nationasozaMI-h ti P^rioten kaum Jo sei es für ben (ogenatint 8 3rauen im tragbar, dargestellt zu I d f ^trügen. Der Kriege ihre Manner an °e Aiileren Wahrheiten Nationalsozialismus sthe ^>ch @ ba5 gleiche

mit einem eisernen Trotzdem bu Artillerie

gelte etwa sur den Tatbist (|^bftrri)|,nb keine

in die eigenen Reihen sch I Kriege bedeu-

Belastung der deutschen ArtiU-ri Ein Erlebnis ten solle). B ° t h g e er ert^ Ariegs- während des in diesen T g H e st in einer

dichter-Tressens m Ber[ln' S°(bert habe; dergleichen Verdun-Hymne dasselbe g Hy gbeo(ogie bes guten vermöge, im ©egenjafe 3 gu xrschüt-

Patrioten, den Naüonast des Patrioten

lern. Eingehend auf da Nationalsozialisten zum alten Stils und des -"°Bethge auf den Problem des Mutes,, Kleist und ein Wort Prinzen von Homburg sprechen und er-

Nietzsches im "3ar.*L[ofen53 bekannte Aeußerung innerte ferner an Hund"; ein erhebendes

über deninneren Sch feien auch die

Erlebnis beim ^M ^des Führers zu dieser beherzigenswerten W te ^ndsätzlich verschie-

Frage gewestm A s BetN»« ba5 z^maWi­dener Betrachtsweist Brb« herangezogen.

ich das Eiserne Kr z . ^apite[ aus dem

Anschließend las Bel Y 9 0

In dieser kameradschaftlichen Gemeinschaft des Auf­marsches zu der Feierstunde kommen eindrucksvoll und überzeugend die Geschlossenheit der Soldaten! Volkes.

Das Lungvvlkführerlager des Gebietes Hessen-Nassau. Landesbauernführer Dr. Wagner, Hans Friedrich Blunck und Gebietsführer Brandt vor der jungen Führerschaft.