her. Der Täter muß diesen auch bemerkt haben, denn er ließ plötzlich sein Opfer los, sprang auf sein Fahrrad und fuhr in eiligem Tempo in Richtung Gießen davon. Der Unhold wird wie folgt beschrieben: etwa 18 bis 20 Jahre alt, 1,75 Meter groß, langes schmales Gesicht, gerade Nase, mittelblondes Haar, graue oder blaue Augen. Bekleidet mit schwarzen Kniehosen, schwarzer kurzer Samtjacke und dunkelblauer, mehr schwarzer Schirmmütze. Personen, die sachdienliche Angaben xur Täterermittlung machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizeistelle Nachricht zu geben.
500 Zentner Stroh verbrannt.
In der Nacht zum 13. September 1936 verbrannten dem Landwirt Heim. Bieber in Petterweil etwa 500 Zentner Stroh, das in der Nähe des Friedhofes im Felde zu einem Haufen aufgesetzt war. Auffallend ist, das dem gleichen Geschädigten im vergangenen Jahre ein Strohschober ebenfalls verbrannte. Nach den gegebenen Umständen dürfte vorsätzliche Brandstiftung in Frage kommen.
Warnung für betrunkene Verkehrsteilnehmer.
Statt Geldstrafen nur Freiheitsstrafen.-Auch für Fußgänger.
Der Pressedezernent des Amtsgerichts Gießen teilt uns mit:
Die laufend erschreckend hohe Zahl der Berkehrs- unfälle ist bekannt. Sie verursacht, trotz aller Warnungen, zur Zeit allwöchentlich innerhalb des Deutschen Reiches etwa 145 Todesfälle und etwa 4000 Verletzungen. In vielen Fällen liegt die Ursache derartiger Verkehrsunfälle in der Betrunkenheit oder Angetrunkenheit der Lenker von Kraftwagen und Fahrrädern. Fälle dieser Art mehren sich jetzt auch in unserem Bezirk.
Das Amtsgericht Gießen wird daher künftig gegen derartige gemeingefährliche und ganz besonders gewissenlose Verkehrsteilnehmer, also gegebenenfalls auch gegen Fußgänger, nicht
mehr, wie bisher, mit Geldstrafen, sondern nur mit Freiheitsstrafen vorgehen, und zwar auch in Fällen, in denen ein Verkehrsunfall dadurch noch nicht entstanden ist. Das Amtsgericht Gießen hat in Verfolgung dessen bereits in diesen Tagen in zwei Fällen Freiheitsstrafen von je 2 Wochen verhängt.
Mögen die, die es angeht, sich dies zur Warnung dienen lassen. Ein Leugnen tatsächlich erfolgten Alkohol-Genusses ist heute bekanntlich zwecklos, da die Menge des genossenen Alkohols in jedem Falle einwandfrei durch Blutprobe festgestellt werden kann und nach der Uebung der Polizeibehörden regelmäßig auch festgestellt wird.
Die Nürnberg-Fahrer der Gießener SA. auf dem Parteitag der Ehre.
Bei herrlichem Wetter fuhren die Männer der Gießener SA. am Freitag über Friedberg— Hanau—Aschaffenburg—Würzburg nach Nürnberg zum Parteitag der Ehre. Die Fahrt verlief in allen Teilen in bester Weise und offenbarte wiederum die vorbildliche Kameradschaft in der SA. Nach einem etwa drei Kilometer langen Marsche erreichte die große Kolonne von SA.-Männern, in der die Gießener Kameraden sich befanden, spät am Abend das Zeltlager Langwasser, das vielen SA.-Kameraden bereits aus den Vorjahren bekannt war. In der Abteilung „Gruppe Hessen", Fauststraße, Reihe XI, Zelt Nr. 14, bezog die Standarte 116 Unterkunft, in nächster Nachbarschaft der „Gruppe Hochland". Nachdem man sich yäuslich eingerichtet hatte, trat im Zelt bald Ruhe ein.
Samstag früh kurz nach 6 Uhr war es mit der Ruhe vorbei. Nach der Morgenwäsche tummelte man sich vor den Zelten, sah sich Langwasser an, kaufte Ansichtskarten, besuchte Kameraden der bereits eingetroffenen Gruppen usw.
Der Samstag war der Ankunftstag der SA.- Gruppen. Unaufhörlich marschierten Gruppen auf Gruppen in das Lager ein; wohin man hörte, überall Marschmusik ankommender Kameraden. Die Zeit verflog, trotz dem Nichtstun, schnell, denn alles war neu und mußte angesehen werden. Die Verpflegung ist reichlich und gut, der Appetit bei allen Kameraden vorzüglich. An Unterhaltung für den Samstag sollte es nicht fehlen; u. a. spielten Musikzüge zum Standkonzert auf. Natürlich wurden auch die Bierzelte in Augenschein genommen, denn man mußte doch überall Bescheid wissen.
Kurz vor dem Dunkelwerden fuhr Stabschef Lutze durch die einzelnen Straßen des Zeltlagers, stürmisch umjubelt von seinen SA.-Männern. Weiterhin wurde uns Hessen noch eine besondere Ehre zuteil: Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger kam mit Gruppenführer Beckerle zu Besuch und wurde auf den Schultern von Zelt zu Zelt getragen. Stunden höchster Volksverbundenheit und Kameradschaft! Nach Eintritt der Dunkelheit fand das herrliche Schauspiel des Feuerwerks statt, das etwa dreiviertel Stunden dauerte. Kaum war dies abgebrannt, konnte vom Lager aus auch das
Riesenfeuerwerk auf der Zeppelinwiese gesehen werden. lieber eine Stunde schoß Feuergarbe auf Feuergarbe zum Nachthimmel empor, ein imposantes Bild, das jedem von uns in starker Erinnerung bleiben wird.
22 Uhr Zapfenstreich. Vorher war bereits die „eiserne Portion" für den Aufmarsch am Sonntag empfangen worden. Es dauerte nicht lange, bis völlige Ruhe im Lager herrschte. Jeder wollte sich noch durch einen guten Schlaf Stärkung holen für die Anstrengungen des nächsten großen Tages.
*
Sonntag. 2 Uhr! Der Weckruf ertönte. Heraus aus dem Stroh und fertigaemacht zum Abmarsch war nur Augenblickssache. Kurz nach dem Kaffeetrinken wurde im Marschblock angetreten, und schon ging es los, aus Langwasser heraus auf die Marschstraße nach Nürnberg. Scheinwerfer huschten über die Straßen und wiesen den marschierenden Kolonnen den Weg. Bei Tagesgrauen erreichte die Gruppe Hessen die ersten Häuser von Nürnberg. Wer geglaubt hatte, daß er Nürnberg in tiefem Schlaf fände, hatte sich geirrt. Auch hier herrschte bereits reges Treiben. Die Bevölkerung pilgerte schon zu vielen Tausenden, zusammen mit den Parteitagsbesuchern aus allen Gauen Deutschlands, zur Luitpoldarena, in die wir um 5.30 Uhr ein» maschierten.
Weitauslaufend und tiefgestaffelt sind nach drei Seiten die Zuschuuerwälle aufgebaut, die sich rasch bis auf das letzte Plätzchen füllten. Mustergültig klappte die Organisation. Hunderte einheitlicher Hakenkreuzbanner an weißen Masten säumten die Tribünen und hoben sich leuchtend ab von dem Grün des Parkgürtels der Arena.
Die Marschsäulen der SA., der politischen Soldaten des Führers, füllten die weite Fläche. Stramm ausgerichtet, die Spielmanns- und Musikzüge an der Spitze, stand Gruppe an Gruppe. Farbenreich hoben sich die verschiedenen Mützenbänder voneinander ab: das Schwarz der Brandenburger, das Schwefelgelb der Franken, dort das Apfelgrün der Thüringer, drüben Dunkelrot, Dunkelbraun, Karmesinrot und das Marineblau der Hessen. Zum Braun der SA. gesellte sich das Schwarz der SS., hoben sich die blinkenden Lederhelme der Männer vom NSKK. von den mattschwarzen Stahlhelmen
Unbekannte Fracht.
Roman von Frank F.vraun.
41. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
„Ich weiß es", sagte Hans Lorenzen. „Aber warum sagst du die Deutschen? Wir haben eine neue Regierung, du hörst doch jetzt zu uns, Liebste. Es wird geheiratet ob mit oder ohne Papa Durhams Einwilligung. Wir haben lange genug gewartet, findest du nicht? Zwei Königskinder, sie konnten zusammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief!"
„Ich denke wie du, Hans, Komm heim!"
Die Verbindung setzte aus, keine Sekunde zu früh. Vielleicht hatte Mary angehängt? Er wartete nicht, ob noch etwas komme. Eilig warf er den Hörer in die Gabel und legte den andern vom Kopf ab. Er mußte heraus aus diesem Kasten; an die Luft; er zersprang beinahe vor Glück!
John Schnakenbeck sah ihn kommen. „Mensch, Hans", sagte er, „du bist rot wie ein gekochter stummer, du stehst haarscharf vor einem Hitzschlag, tomm in den Schatten!"
"Aber nein", wehrte Hans Lorenzen ab, laß doch, es ist ja gar nicht die Hitze, es ist —" er sah seine Freunde an und wußte nicht weiter. Plötzlich kollerten ihm zwei Tränen über die Backen. Er schämte sich selber. Ein Mann heult doch nicht! Seine Röte wuchs an, sie lief bis über die Schläfen.
"Du hast also gute Nachricht erhalten, Hans", meinte Rudolf Terbrügge.
„3a, Freunde. Ich habe mit meiner Braut gesprochen. Sie ist in Berlin; sie wollte uns Reisegeld schicken. Ich habe gedankt. Du sollst heimkommen Rudolf. Mary hat Antje Oelkens aufgesucht und deine Antje läßt dich herzlich grüßen. Du sollst deines Vaters Hof wiederbekommen." Er sah John Schnakenbeck an. Ging der arme Kerl wieder leer aus. „Deiner Frau in Hamburg geht es gut", log er. „Sie haben auch dort nachgeforscht, ob vielleicht eine Adresse von dir bekannt wäre."
„So", sagte John Schnakenbeck, „es geht Beate gut, das freut mich." Er lächelte dünn.
Rudolf Terbrügge meinte, und es klang beinahe ein bißchen erschrocken: „Antje läßt mich grüßen? Wirklich Hans?"
„Viele liebe Grüße, so hieß es, soll ich bestellen. Du möchtest rasch heimkehren. Sie warte auf dich." Er log abermals, aber er hätte heute jeden ohne Reue angelogen, wenn er damit eine Freude zu bereiten in der Lage gewesen märe. Rudolf Ter
brügge packte ihn beim Aermel. „Hans, denke nach. Jedes Wort ist wichtig. Hat Antje bestellen lassen, sie warte auf mich? Ueberlege es bitte genau!"
Aber Hans Lorenzen überlegte keineswegs. „Das hat sie wörtlich gesagt, Rudolf", schwindelte er. Was konnte ihm passieren! Ein Telephongespräch von Berlin nach Ostafien, lieber Himmel, da kann man sich doch wohl verhören!
Rudolf Terbrügge ging schweratmend mit den Freunden. Er war still. Den ganzen Abend blieb er still, gab nur Antwort auf Fragen und auch dann nur einsilbig.
Ehe sie im britischen Seemannsheim sich in den Schlafsaal zurückzogen, tranken sie an der Ecke noch einen Whisky. Sie leerten die Gläser stehend, sahen sich in die Augen und da war es, daß Rudolf Terbrügge den lapidaren Satz s agte: „Ich war ein großes Kamel, Freunde."
Näher erklärte er sich leider nicht. Der Whisky schien nur für diese knappe Erkenntnis gereicht zu haben.
15. Kapitel.
Mr. James G. Durham hatte leider keine Wahl. Er mußte abfahren. Verträge werden geschlossen um gehalten zu werden. Er wäre selbstverständlich gerne noch in Dundee geblieben; wenigstens so lange, bis man von der mißratenen Tochter Mary genaue Nachrichten hatte. Die Telegramme aus Berlin und ein ebensowenig aufschlußreicher Brief waren eingetroffen. Aber es war mit diesen Nachrichten nichts anzufangen Wenn Mary schon auf diesen Hans Lorenzen warten wollte, warum mußte sie deshalb nach Berlin fahren? Konnte sie nicht im Elternhaus die Zeit abwarten? Welch ein Irrsinn! Womöglich kam Hans Lorenzen über« Haupt nicht wieder!
Bei diesen Gedanken spürte James G. Durham zwar jedesmal einen leichten Schauder, eine gewisse Beklemmung, so, als habe er doch nicht das ganz reine Gewissen; aber das ging dann immer bald vorüber. Der Aerger über die entflohene Tochter schlug jede andere Regung einfach lot.
Er mußte also abfahren, so sehr auch seine Gattin klagte, geradezu jammerte, daß er sie in dieser „schmachvollen Unordnung" allein lasse.
Die „Mary D." — am liebsten hätte er seinen Dampfer umbenannt— war überholt worden. Er sollte am 3. in London fein. Werkzeuge, Nähmaschinen und Stückgut für Malta und Alexandria; auf der Heimfahrt ägyptische Baumwolle, in Port Said einzunehmen.
„Es ist diesmal nicht die ganz große Fahrt, Evelyne", tröstete er seine Frau. „Ich bleibe nicht lange weg; und vor allen Dingen: diesmal ist es eine sehr korrekte, gänzlich gefahrlose Reise."
der SS. z. b. V. ab. Es war eine wunderbare Symphonie von fjarbtönen inmitten der stahlharten Marschblocks.
Auf der Dorterrasse der Ehrentribüne standen die neuen Standarten und Fahnen, die der Führer heute weihen wird. Drüben im Ehrenhof, vor dem Helden-Gedenkmal, liegt der riesige Kranz des Führers mit dem leuchtenden Fahnentuch umschlungen. Don den Steinsäulen im Ehrenhof flammen die Pechflammen auf.
Unter brausenden Heil-Rufen betritt der Führer um 8 Uhr die vordere Plattform der Tribüne. Die Chefs der angetretenen Formationen erstatten Meldung über die Stärke der Verbände. Der Führer ist bei seiner SA. Des Führers Gruß „Heil meine Männer!" wird mit dem brausenden Ruf aus hunderttausend Kehlen „Heil mein Führer!" erwidert. Ich habe gesehen, daß in diesem Augenblick, in dem der Führer seine SA. begrüßte, vielen Kameraden die Augen vor Begeisterung feucht wurden.
Dann folgten die unvergeßlichen Feierstunden in Gegenwart des Führers und dessen wuchtige, die Herzen packende Ansprache an seine SA.-Män- ner. lieber diesen Teil des großen Tages ist von berufener Seite bereits berichtet worden.
Nachdem der Führer unter brausenden Heilrufen die Arena verlassen hatte, rüstete die SA. zum Vorbeimarsch. Um 13 Uhr wurde die Gruppe Hessen zum Abmarsch aufgerufen. Jetzt ging es demFührerentgegen. Wir marschierten aus
der Luitpoldarena Stunde um Stunde durch die Straßen Nürnbergs. Durch stramme Haltung, gute Richtung und ausgezeichnete Marschdifziplin fielen die „Hessen" auch in diesem Jahr wieder besonders auf. UeberaU wurden wir mit Händeklatschen und mit freudigen Zurufen begrüßt. Schließlich war die Fleischbrücke, die letzte Etappe vor dem Führer, er- reicht. Von der etwas hochgelegenen Fleischbrücke konnten wir schon den Führer in seinem Wagen stehen sehen. Kommandos erschallten, und mit freiem Blick und hochseworfenen Beinen ging es nun am Führer vorüber. Ein Herr« licher, unvergeßlicher Augenblick!
Nachdem die Gruppe Hessen in prachtvoller Weise an ihrem Obersten Führer vorbeimarschiert war, überbrachte uns Gruppenführer Beckerle auch schon das Lob des Führers über den glänzenden Vorbeimarsch. Stolz sind wir, wie noch nie, über das Lob des Führers!
Der Marsch ging weiter, Langwasser zu. Dort trafen wir gegen 18 Uhr wieder ein. Trotz aller Anstrengungen war von Müdigkeit wenig zu spüren. So vergingen uns Gießenern die ersten Tage in Nürnberg. Die nun folgenden zwei Tage werden etwas anders gestaltet werden, denn es verbleibt uns diesmal Zeit, die schöne, kunstreiche und historische Stadt Nürnberg anzusehen.
Jeder einzelne von uns, der diese erhebenden Tage in Nürnberg miterlebt hat, wird wieder innerlich gestärkt mit neuer Kraft an seine Arbeit für Volk, Führer und Vaterland Herangehen.
Wirtschaft.
Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse fest.
Frankfurt a. M., 14. Sept. Die Börse war weiter fest, das Geschäft hatte aber kein besonderes Ausmaß. Lediglich einige Spezialwerte verzeichneten z. T. sehr große Umsätze. Der Auftragseingang betraf zwar überwiegend die Kauffeite, doch hielt er sich noch in sehr engen Grenzen. Das Hauptgeschäft tätigte wieder die Kulisse.
Am Aktienmarkt hatten vor allem wieder Kunstseide Aku mit 70,50—70,75—70,50 (68,90) großen Umsatz, Bemberg mitgezogen und 0,65 v. H. höher. Sodann fanden Zellstoffwerte stärkeres Interesse, Waldhof 153,50—154 (152), Aschaffenburger 127 (125). Fester lagen ferner chemische Werte, IG. Farben 164 (162,75), Scheideanstalt 274 (273), Goldschmidt ca. 113,75 (112), Montanwerte hatten nur kleines Geschäft, die Kurse erhöhten sich um 0,50 bis 1 v. H. Von Elektrowerten stiegen Licht & Kraft auf 150,50 (146,25), Schlickert 0,75 v. H., AEG. 0,13 v. H., Siemens 0,25 v. H. höher, Gesfürel, Betula und RWE. lagen unverändert. Schiffahrtspapiere notierten 0,25—0,50 v. H. fester, ferner kamen Daimler, Muag und Westdeutsche Kaufhof bis 0,25 v. H. freundlicher zur Notiz. Gement Heidelberg, Deutsche Erdöl und Reichsbank bröckelten bis 0,50 v. H. ab. Nach den ersten Notierungen ging das Geschäft auch in den Spezialwerten merklich zurück, die Haltung blieb aber fester.
Der Rentenmarkt lag freundlich, wies aber nur kleines Geschäft auf. Altbesitz, späte Schuldbuchforderungen, Zinsoergütungsscheine und zertif. Dollar-Bonds blieben unverändert, Kommunal-Um- schuldung etwas höher mit 88,30 (88,20). Im Freiverkehr hatten kleine Steg-Prior, v. 1895 feste Haltung mit 6,05 (5,75). Don amtlich notierten Auslandsrenten lagen Rumänen etwas fester, Ungarn behauptet.
In der zweiten Börfenftunde flackerte das Geschäft wieder auf, ohne sich aber nennenswert auszubreiten. Lebhaft blieben am Aktienmarkt besonders Kunstseide Aku, die unter Schwankungen auf 71,50 nach 70,50 anzogen. IG. Farben gingen etwas zurück auf 163,50 nach 164,25, dann wieder 163,75. Im übrigen wichen die Kurse gegen den Anfang kaum ab. Don den später notierten Werten gewannen Holzmann 2,50 v. H. auf 130, Goldschmidt 2 v. H. auf 114 Ilse Genuß 2 v. H. auf 135,25 und Accumulatoren 2,50 v. H. auf 199,50, während Deutsche Linoleum auf 168,90 (170) nachgaben.
Am Rentenmarkt ermäßigten sich Kommu- nal-Umschuldung auf 88,25 nach 88,30, während 3proz. Steg auf 6,40 nach 6,05 anzogen und leb
haftes Geschäft hatten. Pfandbriefe waren kaum verändert, Stadtanleihen notierten überwiegend etwas höher. Auslandsrenten lagen ruhig.
Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 105,25, Ufa 62, Wayß & Freytaa 120, DDM. 134,50, Pokorny 112, Growag 83. Tagesgeld war noch ohne Erleichterung, der Satz verblieb bei 3,50 v. H.
Abendbörse behauptet.
Die Grundstimmung blieb auch an der Abendbörse fest, bas Geschäft hatte keinen besonderen Umfang. Die Kursveränderungen bewegten sich im allgemeinen etwa auf Basis der Berliner Schlußnotierungen. Einige Spezialwerte hatten größeres Geschäft. Besonders Aschaffenburger Zellstoff weiter fest mit 130,50 (128,50), ferner Metallgefellschaft mit 131,75 bis 132,25 (131), außerdem zogen Otavi Minen auf 33,90 (33,40) an. Etwas ruhiger bei verringerter Umsatztätigkeit waren Kunstseide AKU. mit 71,25 bis 71 (71,65). Am Einheitsmarkt waren van Kolonialwerten Neu-Guinea gesucht, Taxe 262 (Berlin 260, 1. K, i. Ffm. 250). Deutsche Renten lagen ruhig und behauptet. Dalutapapiere blieben fest, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 247 (244), 3V« v. H. da. 232 (231), Anatolier I und II 43,25 (42,50). Im Freiverkehr hatten österr.-ungar. Vorkriegswerte weitere Nachfrage und feste Kurse; 3 v. H. Steg von 1895 6,70 (6,50), L-Lombarden 5,75 bis 6 (5,25 bis 5,50). Steg-Prior von 1883 notierten amtlich mit 15,50 nach 15 heute mittag.
Frankfurter Schlacktviehrnarkt.
Frankfurt a. M., 14. Sept. Auftrieb: Rinder 303 (gegen 292 am letzten Montagmarkt), darunter 21 (13) Ochsen, 55 (48) Bullen, 186 (191) Kühe, 41 (40) Färsen. Zum Schlachthof direkt: 29 (26) Ochsen, 12 (11) Kühe, 42 (22) Färsen. Kälber 604 (409), Hümmel und Schafe 387 (265), Schweine 1515 (1528). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 41 (—); Bullen a) 40 bis 43 (41 bis 43); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 34 bis 39 (34 bis 39), c) 33 (33), d) 25 (25); Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44). Kälber, andere a) 89 bis 93 (94 bis 97), b) 80 bis 88 (83 bis 93), c) 69 bis 79 (76 bis 84), d) 60 bis 68 (65 bis 75). Lämmer und Hümmel a2) 67 (—), b2) 62 bis 65 (60 bis 62), c)58 bis 61 (58 bis 59); Schafe e) 55 bis 58 (57 bis 60), f) 52 bis 54 (53 bis 56), g) 42 bis 48 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft.
„Besser, als keine Tochter mehr zu haben, James."
Langsam, mit allen Lichtern besteckt, verließ die „Mary D." den Firth of Tay und nahm südlichen Kurs.
Sie machten im Atlantik gute Fahrt, warteten dann aber vor Gibraltar eine Nacht und einen halben Tag, da ein fürchterlicher Orkan durch die Straße fegte und sie nichts zu versäumen hatten. Das Warten brachte Durham sogar noch einen kleinen Vorteil, denn der Hafenkommandant, als er hörte, die „Mary D." werde Alexandria anlaufen, gab zwei Kisten Hausrat für seinen Schwiegersohn, der dort lebte, mit.
Als die Dünung des Sturmes sich gelegt hatte, machte die „Mary D." bann auch im Mittelmeer glatte, ruhige Fahrt bis Alexandria. Von dort ging sie unter Ballast nach Port Said, wo die Heimfracht eingenommen werden sollte. Sie kam nicht zu früh und nicht zu spät. Genau am gleichen Tage lief, von Ostafien kommend, die Normannia" in Port Said ein und machte nicht weit von der „Mary D." im Scherif-Becken fest.
Hans Lorenzen und Rudolf Terbrügge standen an der Reling. „Hast du die große Bronzestatue auf der Mole gesehen? Das war Lesseps, der den Durchstich hier leitete."
Rudolf Terbrügge antwortete nicht gleich. Das fiel Hans Lorenzen auf und er drehte sich halb zu ihm herum. Terbrügge sah nach der anderen Seite; aber Lorenzen erkannte kaum des andern Gesicht. Es schien ihm starr, ganz entgeistert, wie von einem großen Schreck gefroren. „Was hast du, Rudolf, ist dir nicht gut?"
Rudolf Terbrügge streckte die Hand aus und wies über das Wasser. „Ich kann die Schrift am Heck nicht lesen, Hans. Aber das ist doch unsere alte „Mary D.", die da liegt! Es ist unmöglich, daß ich mich derart täusche!"
Hans Lorenzen riß die Augen auf. Er brauchte den Dampfer da vor ihnen nicht lange zu prüfen. „Wahrhaftig, das ist die „Mary D.," gar kein Zweifel!"
Sie holten John Schnakenbeck herauf. Auch der mußte den fremden und so wohdekannten Dampfer ansehen. Dann waren sie sich einig.
„Unsre Heuer soll er wenigstens bezahlen, der Kapitän Durham!" forderte John Schnakenbeck. „Wir rücken ihm auf den Pelz. Ich will den Bootsmann fragen, ob wir das kleine Beiboot haben dürfen. Die „Normannia" bleibt hier noch eine Weile liegen, aber vielleicht macht sich die „Marn D." in bekannter Weise plötzlich aus dem Staub.
(Schluß folgt.)
Frau Evelyne schneuzte sich. „Und wenn Mary inzwischen zurückkommt, James, was soll ich machen? Ich muß dir gestehen, ich kann sie nicht verstoßen. Es ist mein Fleisch und Blut, unser Kind, James, vergiß das nicht!"
Durham öffnete den Mund und schloß ihn rasch wieder, ehe ihm der Ausruf entfahren konnte. Seine Frau kam ihm entgegen. Das war ja großartig, so brauchte er nicht in der unangenehmen Stellung des empörten Vaters zu verharren. „Sie ist sogar unser einziges Kind, Evelyne", sagte er einlenkend. „Ich habe schon manchmal gedacht, man solle vielleicht einen andern Maßstab mlcgen. Was meist du? Schau, uns ist es damals leicht gemacht worden. Die Konfitürenfabrik von Acton & Co. ging gut; mein Vater war nicht unvermögend, da konnte der junge James Durham leicht um die junge Evelyne Acton anhalten."
„Und doch weißt du noch, stieß sich meine Mutter an der Existenz deines Bruders Henry, der damals Maschinenbauer war und den sie nicht als standes- gemäß ansah."
„Ja. Der Hans Lorenzen, den sich unsere Mary da ausgesucht hat, ist im Grunde ein ganz ordentlicher Mann. Sehr gebildet, sehr belesen, ein Mann von Herz, wie ja die Deutschen überhaupt —", er brach ab; zu weit wollte er sich auch nicht vorwa- gen. Aber seine Frau nickte beifällig. „Es hat ihm damals feine Stellung als Arzt gekostet, als er dir verriet, daß deine Mutter sterben müsse, ganz gleich, ob die Professoren sie noch operierten ober nicht." Durham nickte. „Ich weiß es. Aber er hat es nicht mir, sondern Mary gesagt."
Frau Evelyne schien einer ganz bestimmten Frage nachzuhängen. Sie sprach es denn auch aus. „Wenn Mary nun eines Tages mit dem Hans Lorenzen kommt, James, soll ich sie dann beide vor die Türe setzen?"
es? Wärest du mir damals vor . fahren, wenn alles anders gelegen hätte, nicht vielleicht auch nach- oder entgegengefahren, Evelyne."
„Ich werfe sie also nicht hinaus!"
„Nein. Nimm sie lieber auf. Es ist unsere Einzige."
Am Abend ging Kapitän Durham mit der „Mary D." in See. Er hatte das Gefühl, feine Frau beruhigt und die Lage durchaus geklärt zu- rückzulaffen. Mary mußte ja einmal zurückkommen. Ob mit oder ohne Mann würde sich zeigen. Er schrieb ihr in der Stunde seiner Abfahrt in diesem Sinne einen Brief, den Frau Evelyne mit unter» zeichnete.
„Eigentlich kapitulieren wir ganz kläglich vor Marys Unverschämtheit, Evelyne."
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