tärischen Schauspiels bildet der Vorbeimarsch des Panzerregiments. Nochmals strecken sich die Arme und grüßen das Feldzeichen, das in dem Kampftagen des Kommandeurs der Abteilung voran flattert.
Triumphfahrt des Führers.
Heil-Rufe branden auf, als der Führer, begleitet von dem Reichskriegsminister und den drei Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile, seinen Wagen besteigt. Ein unbeschreiblicher Orkan der Begeisterung aller umbraust ihn, als er mit seinen engsten militärischen Mitarbeitern an der östlichen Setten- tribüne von der Fahrstraße abbiegt und nun das weite Feld längs der Tribünen in langsamer Fahrt umrundet. Im Wagen stehend muß der Führer immer und immere wieder mit seinen Mitarbeitern für den begeisterten Gruß der Hunderttausende danken, der ihm mit einer Herzlichkeit ohnegleichen entgegengetragen wird. Von Tribüne zu Tribüne scheint sich der Jubel zu steigern. Die Größe dieser Augenblicke läßt die Massen spontan das Deutschlandlied anstimmen und, während die Abendsonne das unvergeßliche Bild dieser triumphalen Fahrt des Führers mit ihren letzten Strahlen vergoldet, verabschiedet sich der Führer mit herzlichem Händedruck von seinen Mitarbeitern, um dann, erneut umbrandet von jubelnder Begeisterung, die Stätte dieses denkwürdigen militärischen Schauspiels zu verlassen.
DerZapfenstreich derWehrmacht vor dem Führer.
Den glanzvollen Abschluß des Ehrentages der Wehrmacht bildete nach Mitternacht der Große Zapfenstreich der Wehrmacht vor dem Führer a m „Deutschen H o f". Die dem Haus des Führers gegenüberliegende Straßenseite des Frauentorgrabens war von einer dicht gedrängten Menschenmenge besetzt, die auch den übrigen Weg der Zapfenstreich-Formationen auf beiden Straßenseiten dicht besetzt hielt. Gegen Mitternacht brausen langanhal- Lende Heilrufe über die Massen am Frauentorgraben
Die Parade der Wehrmacht vor dem Führer. Unser Bildtelegramm zeigt den Vorbeimarsch der Fahnen. — (Sch erl-Bilderdienst-M.)
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hinweg-. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ist soeben in Begleitung des Oberbefehlshabers der Wehrmacht Generalfeldmarschall v. Blomberg sowie der Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtteile auf dem Balkon des „Deutschen Hofes" hinausgetreten und wird von der Menge stürmisch begrüßt. Im selben Augenblick ist auch schon die Spitze des Zapfen st reiches herangekommen. In strammer Haltung marschieren die 14 Musikkorps vor dem Führer auf und nehmen Front zum „Deutschen Hof". Nach der Meldung an den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht leiten der Badenweiler Marsch, der Bayerische De
filiermarsch und „Preußens Gloria" den Großen Zapfenstreich ein. Dann erklingt das Vorspiel zum Großen Zapfenstreich, der darauf machtvoll einsetzt. Nach dem Kommando „Helm ab zum Gebet" klingt die wunderbare Weise „Ich bete an die Macht der Liebe" gen Himmel. Nach den Liedern der Nation brausen noch einmal die Heilrufe über die Stadt, während der Führer mit erhobener Rechten wieder zurückgrüßt. Dann verlieren sich die Tausende in allen Straßen Nürnbergs, um auf ein Jahr Abschied zu nehmen von der Stadt der Reichsparteitage, dem herrlichen Kleinod im Frankenlande.
Oie grandiosen Kundgebungen desRürnbergerparieiiages im Epiegel derWelipreffe
Tiefer Eindruck in Italien.
Rom, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Neber die großen Kundgebungen des Reich s - Parteitages vom Samstag und Sonntag wird in der gesamten italienischen Presse wieder an bevorzugter Stelle berichtet. Der antibolschewistische Kampfruf und der brennende Friedenswunsch des deutschen Volkes gebe den Berichten über die letzten Nürnberger Tage das Gepräge. Nach dem Aufmarsch der HI. und des Arbeitsdienstes, der SA. und der SS. und den damit verknüpften gewaltigen Kundgebungen konzentriert sich am Montag das italienische Interesse auf den Ehrentag der Wehrmacht. Bei der Beschreibung des überwältigenden Schauspiels des Schlußtages rühmt „Tribuna" besonders die vollkommen gelungenen und vortrefflich durchgeführten Hebungen der Wehrmacht, die im Rahmen von 100 000 Zuschauern und 60 000 Braunhemden unter Anwesenheit aller Ehrengäste, darunter auch der Militärattaches, vor sich ging. Als die Jagdfluggeschwader mit den Namen der deutschen Fliegerhelden aus der Kriegszeit und dem Namen des Blutzeugen der Bewegung „Horst Wessel" erschienen, habe sich der Zuschauermassen ein unbeschreiblicher Jubel bemächtigt, der durch den Donner der hochmodernen Flugzeugabwehrgeschütze kaum habe unterdrückt werben können. Diese großartige Kundgebung der militärischen Vorbereitung, die Deutschland in kurzer Zeit zu Lande und in der Luft erreicht habe, habe ihre Krönung gefunden, als Generalfeldmarschall von Blomberg 21 neue Fahnen der Wehrmacht weihte.
Mailand, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Abschluß desNürnbergerParteitages wird von der Mailänder Presse ebenso wie alle vorhergegangenen Veranstaltungen sehr ausführlich behandelt. In Schlagzeilen werden Hi t l e r s Worte über die kommunistischen Gewaltmethoden hervorgehoben. Stärksten Beifall finden die anerkennenden Worte des Führers für das faschistische Italien.
„Vorbildliche Geschlossenheit der SA. und SS."
Rom, 14. Sept. (DNB.) Der Ehrentag der SA. und SS. auf dem Reichsparteitag in Nürnberg wird in der römischen Presse ausführlich geschildert. Bei der Wiedergabe der Ansprache des Führers wird das großartige Schauspiel der SA. und SS. und die absolute Geschlossenheit und Festigkeit ihrer Organisationen besonders berücksichtigt und außerdem der Satz lebhaft unterstrichen, in dem der Führer darauf hinwies, daß in anderen Ländern die Massen zum Aufruhr gereizt und zu Straßenkundgebungen gegen den Faschismus und den Nationalsozialismus aufgerufen werden. In den Ueberschriften der Nürnberger Berichte wird vor allem der Friedenswille des nationalsozialistischen Deutschland und zugleich die energische Verwahrung gegen den Bolschewismus sehr stark betont. „Popolo di Roma" führt aus, daß es die Aufgabe des diesjährigen Reichsparteitages gewesen sei, der ganzen Welt offen und unwiderlegbar klar zu machen, wie diese schroffe Ablehnung des Bolschewis- rnus, die von interessierter ausländischer Seite vielleicht bisher noch als eine rein persönliche Richt- linie des Führers angesehen worben sei, vom Ge- famtwiüen bes deutschen Volkes gestützt und getragen werde.
«.Deutschlands Sicherheit ein Strahl der Hoffnung/'
W i e n, 14. Sept. Das „Wiener Montagsblatt", die Montagsfruhausgabe der christlich-sozialen „Reichspost schreibt einen Leitartikel zur gestrigen Rede des Führers und Reichskanzlers. Nachdem der Artikel einleitend auf die neue Streikwelle in Frankreich bmgewiefen hat, fährt er fort: „Man sollte nun meinen, dieser wahrhaft aufrüttelnbe Anschauungsunterricht darüber, wie die Dinge in Europa schon liegen, mußte auch dem mit völliger, politischer Ahnungslosigkeit Behafteten endlich klarmachen, daß es im vollsten Sinne des Wortes eine Existenz- frage des Abendlandes geworden ist, sich gegen denunverföhnlichenTobfeindder europäischen Kultur in einer Abwehrfront
zusammenzuschließen, die auch heute noch so stark werden müßte, daß der verzweifelte Ansturm der Moskowiter daran zuschanden werden müßte. Dies ist auch der tiefe Sinn der Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler auf dem Nürnberger Parteitag, in der er die Moskauer Drohung abermals mit größter Eindringlichkeit vor das Gewissen der maßgebenden Staatsmänner Europas stellte. Die aus Deutschlands wiedergewonnener Macht erwachsene Sicherheit, daß das Reich niemals werde bolschewistisch werden, begleitet einen Strahl der Hoffnung in der düsteren Atmosphäre unserer Tage.
London ist des Lobes voll
London, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die meisten Morgenblätter berichten eingehend über die großen Vorführungen der Wehrmacht am letzten Tage des Parteitages. „Daily Telegraph" schreibt, die Vorführungen seien eines der größten Schauspiele der bewaffneten Stärke Deutschlands, das man jemals gesehen habe, gewesen. Die „Times" hebt aus den Darbietungen der Wehrmacht besonders die Leistungen der 400 Flugzeuge hervor. „Daily Mail" sagt, die Geschicklichkeit der Flieger habe gezeigt, daß die menschliche Qualität der deutschen,Luftstreitkräfte erstklassig sei. Die Schnelligkeit, mit der die Flakbatterien abprotzten und ins Gefecht gingen, habe die Bewunderung der ausländischen militärischen und Luftattach^s hervorgerufen. — „Daily Expreß" bezeichnet die Vorführungen der Wehrmacht als die mächtigste Entfaltung moderner Rüstung, die Deutschland jemals gesehen habe.
Restlose Anerkennung in Paris.
Paris, 15. <5ept. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Paris Soir" schildert die militärische Parade und die Vorführungen auf der Zeppelinwiese. Die Begeisterung sei groß gewesen. Das Volk, mit solcher Schnelligkeit eine Armee wieder erstehen und sich entwickeln sehen, die 15 Jahre lang im Schatten gewesen sei, habe nicht an Begeisterung über die Vorführungen der Truppen gespart. Die Franzosen, die wegen ihres militärischen Wertes hoch geschätzt seien, müßten den Wert dieser deutschen Armee anerkennen.
Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Auch in diesem Jahre stand die Gau- und Kreisleiterta- g u n g des Reichsparteitages, an der auch die Reichsleiter und führenden Parteigenossen teilnahmen, im Zeichen einer großen Rede des Stellvertreters des Führers. Nach Begrühungsworten des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley nahm Rudolf Heß das Wort zu feinen Ausführungen, in denen er sich, wie NSK. meldet, von der Warte der Partei aus mit den politischen Problemen der Zeit ebenso auseinandersetzte wie mit den Forderungen und Aufgaben des Tages.
Er ging von einer Kennzeichnung der geschichtlichen Bedeutung des diesjährigen Reichsparteitages aus und unterstrich Gröhe und Ausmaß der vom Führer in seiner Proklamation neu gestellten Aufgaben: Wie in der Politik, so wird auch in der Wirtschaft unkompliziertes und gesundes Denken zum Erfolge führen. Die Bedeutung des diesjährigen Parteitages charakterisierte der Stellvertreter des Führers ferner dahin, daß in diesem Jahre in besonderem Umfange ausländische Gäste Zeugen des Geschehens sind.
3n den Docken Rudolf Heß' kam unter dem begeisterten Beifall der Führerschaft der Bewegung der Stolz über unser herrliches neues Reich und das Glück zum Ausdruck, das wir darüber empfinden, Weltgeschichte in konzentrierte st er Form zu erleben und Weltgeschichte mitgestalten zu dürfen! Die schicksalhafte Bedeutung des Führers und feiner Bewegung habe aber ebenso der jüdische Bolschewismus erkannt, der mit allen Bütteln
Paris, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auch der Sonderberichterstatter des „Jntransigeant" gibt einen ausführlichen Bericht über den Tag der Armee in Nürnberg und schildert das Schauspiel der 400 Flugzeuge, die die Zeppelinwiese mit einem Höllenlärm überflogen hätten, um dann in ein Gefecht mit den Luftabwehrgeschützen, die besonders aktiv und wachsam gewesen seien, verwickelt zu werden. Die Soldaten hätten einen ungeheuren Schneid und gute Ausbildung gezeigt. Die Vernichtung und Heberquerung der Stackel- drahtverhaue durch die Kampfwagen habe das Publikum begeistert.
„Der Vo fchewismus muß vernichtet werden"
Paris, 14. Sept. (DNB.) Der 21 u f maV f cf) der SA. und SS. in Nürnberg und die Rede des Führers werden von der Pariser Presse ebenso ausführlich wiedergegeben, wie alle vorhergehenden Kundgebungen. Die Blätter unterstreichen ganz besonders die Erklärung Adolf Hitlers, daß ein Wort genügen würbe, um Millionen und Aber- rnillionen Deutsche zu einer nationalen Kundgebung zusammenzuführen.
Der „I o u r" pflichtet den Ausführungen Hitlers und G o e b b e l s' über die f o m m u n i ft i = s ch e Gefahr rückhaltlos bei. Wenn Deutschland die Stimme erhebe und von einer Kriegsgefahr spreche, so nur deshalb, weil Moskau die Franzosen zu sowjetrussischen Soldaten gegen Deutschland machen wolle. An dem Tage, an dem der Bolschewismus in Frankreich nicht mehr bestehe und an dem man die Agenten Stalins, Dimitroffs und der Komintern gezwungen habe, den französischen Boden zu verlassen und ihr Gold, Gift und ihre Methoden mitzunehmen, werde die Kriegsgefahr um 80 v. H. sinken und Frankreich werde wiedergeboren. Deshalb seien die Reden Hitlers und Goebbels', der Widerstand Italiens und der des nationalen Spaniens gegen die bolsckewistische Diktatur ein gutes Zeichen. Der Bolschewismus müsse vernichtet werden, und es sei bedauerlich, daß Frankreich als letzter sich von dieser Notwendigkeit überzeuge.
An anderer Stelle befaßt sich der Nürnberger Sonderberichterstatter des Blattes mit den Er
den Kampf gegen den Rationalfozlallsmus zu organisieren versuche.
In einem Streiflicht auf das Verhältnis zwischen Partei und Wehrmacht erklärte Rudolf Heß unter starkem Beifall, daß dies Verhältnis ein erfreulich gutes fei. Eingehend befaßte sich der Stellvertreter des Führers mit den auch im Vierjahresplan des Führers in den Mittelpunkt sowohl des Interesses wie der Arbeit gerückten wirtschaftlichen Fragen. Er legte der Führerschaft der Partei die tragenden Gesichtspunkte der gegenwärtigen Lohn- und Preispolitik dar.
Rudolf Heß bekannte sich dabei zu einer optimistischen Beurteilung der weiteren Ent- Wicklung der wirtschaftspolitischen Lage.
Es sei nicht die Absicht des Rohskoffpla- n e s, mit den neugewonnenen Rohstoffen den Export zu steigern. Das Ausland könne darüber beruhigt sein. Die Reuproduktion solle vor allem für den eigenen Bedarf Verwendung finden, d. h. für das Volk wichtige Verbrauchsgüter in großen Mengen zur Verfügung stellen und auf diese Weise den Lebens- standard ebenso heben, wie dies bet Sinn des künftigen Wohnungsbauprogramms fei, mit dem der Kampf gegen das Wohnungselend aufgenommen wird.
Der Stellvertreter des Führers schloß mit einem eindrucksvollen Bekenntnis zu unserer Lebensaufgabe in der NSDAP.
Rudolf Heß vor der Führerschaft der NSDAP.
Körungen, die der Führer in einem engeren Kreis von ausländischen Journalisten abgegeben hat und die hier ebenfalls ausführlich wiebergege* ben werden. Im Verlaufe dieser Erklärungen habe Adolf Hitler versichert, daß die Deutschen, gerade weil sie den Bolschewismus bekämpften, die besten Europäer feien. Diese Erklärungen, so schreibt der Sonderberichterstatter des Blattes, machten jeden Kommentar überflüssig. Der sehr aufrichtige Ton, in dem der Führer gesprochen habe, habe auf alle anwesenden Journalisten einen tiefen Eindruck gemacht. Wenn man in dem Kreuzzug gegen den Bolschewismus nur ein diplomatisches Manöver sehen würde, das dazu be - stimmt fei, Sowjetrußland von den kommenden internationalen Konferenzen fernzuhalten, so verkenne man die seelische Verfassung des neuen Deutschland.
Paris, 14. Sept. (DNB.) Heber seine persönlichen Eindrücke in Nürnberg erklärt der Sonderberichterstatter des „Figaro" u. a., man müsse feststellen, daß Hitler der geborene Redner fei. Er finde stets die einfachen und richtigen Worte. Es stehe außer Zweifel, daß der Führer von feiner Mission überzeugt fei, das fühle man. Der physische Widerstand des Führers sei ungewöhnlich groß. Er stehe um 6 Hhr auf, halte eine Rede und kehre dann in die Stadt zurück, um von 10 Hhr bis 17 Hhr den ununterbrochenen Vorbeimarsch der verschiedenen Formationen abzunehmen. Immer wieder versuche die Menge, wenigstens einen Blick von ihm zu erhaschen. Sie scheine ihm zuzurufen: „Gib uns ein Zeichen!" und von Zeit zu Zeit winke der Führer ihr von der Tribüne herab mit einer symbolischen Handbewegung zu. Wer die Kundgebungen nicht persönlich erlebt habe, könne sie sich einfach nicht vorstellen. Man müsse nach Nürnberg kommen, um Deutschland und den Nationalsozialismus zu verstehen.
„Newyork Times": Nürnberger Tage unvergeßlich!
N e u y o r k, 14. Sept. Die Presse der Vereinigten Staaten widmet den Nürnberger Vorgängen weiterhin große Beachtung. „Newyork Times" erklärt, daß „gleich den Kundgebungen der nationalsozialistischen Stärke auf früheren Parteitagen auch das heutige Schauspiel dazu angetan ist, unvergeßlich zu bleiben. Das Blat betont, daß kein europäisches Land, vielleicht kein Land auf der ganzen Welt, die Nürnberger Tage nachahmen könnte, die dem Beobachter die fast grenzenlose Quelle der kampfkräftigen deutschen Jugend vor Augen führten. Diese Jugend sei bis zum Fanatismus dem Reich und dem Führer ergeben. Das Blatt schließt seinen mehrspaltigen Bericht mit der Feststellung, daß kein Staat einschließlich Sowjetrußland eine solche Masse von gleicher Intelligenz und gleicher körperlicher Stärke aufweifen könne, die auch bereit fei, ins Feld zu ziehen.
Blutige Bauernunruhen in Rumänien.
Zahlreiche Tote und Verwundete.
Bukarest, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Im Orte S a r a t bei Piatra Neamtz haben sich schwere Ausschreitungen religiösen Charak- t e r s zugetragen, die zu b l u t ig e n Zu s a m menst ö ß e n zwischen aufständischen Bauern und Gendarmerie führten. Es handelt sich um Anhänger des alten orthodoxen Kalenderstils, deren Zahl innerhalb der Bauernschaft immer noch groß ist, und die trotz aller behördlichen Verbote die kirchlichen Feste nach dem alten Kalender feiern wollen. Die Bauern, die einen ihrer Anführer befreien wollten, feuerten auf die Gendarmen. Zwanzig Gendarmen wurden verletzt, einer davon tödlich. Die Gendarmen eröffneten daraufhin Salvenfeuer auf die anstürmenden Bauern, wodurch vier Bauern getötet, und eine große Anzahl verletzt wurde. Der Rest flüchtete in die Dörfer zurück. Den Behörden gelang es, der Haupträdelsführer habhaft zu werden.
Reue Zwischenfälle bei Gibraltar Englische Dampfer angegriffen. — Kommunistische Wühlereien.
London, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie Reuter aus Gibraltar meldet, wurde der zwischen Gibraltar und Melilla verkehrende englische Han- delsdampfer „(Sibel Zerjon" am Montag zum Zweiten Male von einem Torpedo-Zerstörer der Madrider Regierung auf hoher See an- gehalten. Als der Dampfer noch etwa 7 Seemeilen von Melilla entfernt war, wurde er von dem spanischen Kriegsschiff aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und nach Gibraltar zurückzukehren. Der Kapitän des englischen Dampfers kam diesem Befehl zunächst nach, drahtete jedoch sofort um Hilfe, worauf die britischen Kriegsschiffe „Arrow'" und „Anthony" herbeieilten. Beim Eintreffen der Engländer zog sich der rote Zerstörer zurück, und die „(Bibel Zerjon" konnte ihre Reise nach Melilla fortsetzen.
Etwa 300 englische Flüchtlinge aus La Linea veranstalteten am Montag in Gibraltar eine Pro - testkundgebung gegen die Auflösung des Flüchtlingslagers durch die britischen Behörden.
Nach einer Reutermeldung herrscht in Gibraltar große A u f r e g u n g. Es seien Gerüchte in Umlauf, daß anläßlich der für Mittwoch erwarteten Ankunft des englischen Marineministers Sir Samuel Hoare, der zur Zeit eine Besichtigung der britischen Mittelmeerstreitkräfte durchführt, neue Kundgebungen statt- ftnben würden. Wie „Daily Telegraph" meldet, sind die Kundgebungen von k o m m u n i st i s ch e n Agitatoren angezettelt worden.
Verschärfung der Gtreiklage in Nordfrankreich.
Paris, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Streiklage im n o r d f r a n z ö s i s ch e n T e x- tilgebiet hat sich in den letzten 24 Stunden weiter o e r s ch ä r s t. Die Vertreter der Arbeitgeber haben in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten zum Ausdruck gebracht, daß sie sich weigern, ein Abkommen zu unterzeichnen, das den R u i n der Textilindustrie bedeuten würde. Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes teilt ferner mit, daß er niemals die Abdankung der Arbeitgeber unterzeichnen werde.
Die Arbeitnehmer haben sich dagegen bereiter« klart, einen Schiedsspruch der Regierung anzuerkennen, weil sie genau wissen, daß ihre hauptsächlichsten Forderungen berücksichtigt werden. Die Mitglieder der Regierung haben sich dahin geeinigt, die durch diese Entwicklung aufgeworfenen schwerwiegenden Fragen im Laufe einer am heutigen Dienstag stattfindenden neuen Zusammenkunft Zu besprechen.
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