Ausgabe 
15.8.1936
 
Einzelbild herunterladen

Hr. |90 Erstes Blatt

M. Jahrgang

ramstag,l5. August 1936

Erscheint täglich, außer Sonntags nnb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonaU'vezugtpreis:

Mtt 4 Beilagen RM.1.SL Ohne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gieße«

Postscheckkonto:

Kranfturt am Main 11686

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- mh6 Steinöndtrei B. fangt tu Stetzru. Zchrtstltitung und SeschSflrKelle: Schnlftratze 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70mm Breite

50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/ mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf, Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Der Bürgerkrieg und die Mächte.

Ribbentrops Weg nach London.

Es mar in den letzten Tagen und Wochen, in der englischen Presse vielleicht mehr als in der Oeffentttchkeit selbst, einige Unruhe darüber ent- landen, daß der Platz des deutschen Bot- chafters am Hofe von St. James mer Monate ang unbesetzt geblieben mar. Im Unterhaus wur­den neugierige Fragen an die Regierung gerichtet, die von Dem Unterftaatssekretär im Foreign Office, Lord Craneborne, damit beantwortet wurden, daß die Verzögerung der Neubesetzung nach dem Tode von Herrn von Hoesch deshalb begreiflich sei, rneil Deutschland nach London sicherlich einen seiner besten Männer zu senden beabsichtige. Lord Grane- borne wies auch darauf hin, daß es in der eng­lischen Diplomatie einen gleichen Vorgang erst vor kurzem gegeben habe. Die Neubesetzung des wich- ttgsten diplomatischen Postens ist nun erfolgt. Der Führer und Reichskanzler hat Herrn von Rib­bentrop zum Botschafter in London ernannt und damit eine Wahl getroffen, die in England durchweg volle Zustimmung gefunden hat. Es will schon etwas heißen, wenn derDaily Telegraph", der sich sonst Deutschland gegenüber recht reserviert verhält, schreibt, daß der Führer England durch die Berufung von Herrn von Ribbentrop eine Ehre erwiesen habe. Es sei keine kleine Sache, daß Adolf Hitlers bisheriger Sonderbotschafter sich jetzt dauernd in England niederlassen werde. Die Wahl des Bot­schafters, der die Ansichten seines Führers so gut kenne wie nur noch zwei oder drei andere Männer, werde Edens Aufgabe als Mittler zwischen Frank- reich und Deutschland erleichtern. Es gibt ein eng» tisc^s Sprichwort vomright man on the right place, vom rechten Mann am rechten Ort. Aus Herrn von Ribbentrop trifft dieses Wort im voll­sten Umfange zu. Er bringt nicht nur großes diplo­matisches Geschick und politischen Takt für feine neue, gewiß nicht kleine Aufgabe mit; er verfügt nicht nur über sorgsam gepflegte, weitreichende ge­sellschaftliche Beziehungen. Er besitzt vor allem das vollste Vertrauen des Führers und Reichskanzlers. Er ist nicht nur der Repräsentant einer Behörde, sondern des nationalsozialistischen Deutschlands und seiner Außenpolitik schlechthin.

Weniger freundlich waren die Stimmen, die von Paris her zur Ernennung Ribbentrops herüber­schallten. Man unterschiebt dort dem neuen deut­schen Botschafter in London die Absicht, Frankreich von England trennen zu wollen. Hat man denn in Paris vollkommen vergessen, was Herr von Rib­bentrop nach Abschluß des deutsch-englischen Flot­tenvertrages dem Vertreter der Havas-Agentur erklärt hat, daß er es nämlich als feine Lebens­aufgabe ansehe, ein gutes Einvernehmen zwischen England, Deutschland und Frankreich herzu- stellen? Oder ist man in Paris angesichts des spa­nischen Bürgerkrieges bereits so unsicher geworden, daß man Gefahren sieht, die in keiner Weise be- ftepen? Erst bei den letzten Unterhausdebatten ist wieder vollkommen klar geworden, daß England um keinen Preis von seiner engen Verbindung mit Frankreich lassen wird. Welche Garantien wollen die Franzosen eigentlich noch haben? Don englischer Seite ist ihnen erklärt worden, daß Großbritannien jederzeit zur Garantie und zur Verteidigung der holländischen, belgischen und französischen Ostgren- zen bereit sei. Der Führer und Reichskanzler hat wiederholt bekundet, daß es zwischen uns und Frankreich keinerlei territoriale Streitigkeiten mehr gebe. Die Spannung zwischen Deutschland und Oesterreich ist durch das Abkommen vom II.Juu beseitigt worden. Mit Litauen wurde ein Wirt- schaftsvertrag abgeschlossen, der auch politisch seine Auswirkungen haben wird. Der deutsche Friedens- Sian vom 31. März enthält die Bereitschaft zum lbschluß von Nichtangriffspakten mit allen östlichen Nachbarn Deutschlands. Man werfe also von fran- zosischer Seite nicht ein, daß Deutschland einen neuen Westpakt nur deshalb abzuschließen bereit fei, um freie Hand nach Osten zu besitzen. Daß zwischen West und Ost gewisse Verbindungen be­stehen, wollen wir nicht bestreiten. Aber eine Lösung der Schwierigkeiten im Westen und Osten Europas wird nicht dadurch erreicht, daß man Ost- und Westfragen miteinander verkoppelt, sondern allein dadurch, daß man sie nach- und nebenein­ander zu beheben sucht.

Wir möchten m diesem Zusammenhang auf eine Unterredung Hinweisen, die der bekannte englische Politiker Lord Lothian einem deutschen 3ei5 tungsoertreter gewährt hat. Am Schluß dieser Un­terredung heißt es:Ich sehe in Hitlers Rede vom März die beste Basis, um den veränderten Ver­hältnissen Rechnung zu tragen. Hitler machte die Vorschläge und wir sollen jetzt endlich Darüber diskutieren. Mit dem Westpakt sollte der Anfang gemacht werden. Das ist die Frage, die uns und die Europa zunächst am meisten angeht. Es gibt zwei diplomatische Schulen: Die eine behauptet, daH der Friede unteilbar ist, während die andere der Meinung ist, daß der Osten uns nichts anginge. Nach meiner Ansicht ist die eine wie die andere Forderung praktisch nicht durchführbar. Die Un­teilbarkeit des Friedens hat sich als unmöglich er­wiesen. Man kann aber andererseits den Westen nicht völlig vom Osten loslösen, denn die Ereig­nisse des Osters werden automatisch zu Rückwir­kungen auf den Westen führen. Wenn auch Groß­britannien keinerlei direkte Interesse im nahen Osten Hut, so kann es doch nicht völlig die Augen davor verschließen, was dort geschieht. Wir begnügen uns wit den Zusicherungen, die Reichskanzler Hmer im März gemacht hat. Die von ihm vorgeschlagenen Nichtangriffspakte mit Deutschlands Nachbarn wur­den zunächst den Frieden im Osten sichern.

3n der gleichen Unterredung erklärte Lord Lothian, die Franzosen hätten anerkannt, daß die Periode von Versailles zu Ende sei. Um so un-

Italiens Vorbehalte.

Französische Zugeständnisse.

Paris, 15. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nachdem vor einigen Tagen Der Abschluß des Neutralitäts­abkommens als prakttsch gesichert bezeichnet wurde, beginnen sich jetzt in Paris Stimmen zu melden, die an einer Einigung zweifeln. So schreibt der Figaro", man habe den Eindruck, daß die überall auftauchenden Schwierigkeiten einen in gewisser Beziehung unentwirrbaren Zustand schuf­en. Trotzdem hoffe man, daß es gelingen werde, angesichts Der gefährlichen Möglichkeiten zu einer Überprüfung Der Schwierigkeiten zu gelangen.

Auf die italienischen Vorbehalte soll die franzö- ische Regierung auf die Gesetze des Landes )ingeroiefen haben, die es ihr unmöglich machten, ich der Uebermittlung von privaten Sammlungen und der Einschreibung von Freiwilligen zu widersetzen. Hingegen werde ie eine Rekrutierungsorganisation auf französischem Boben nicht dulden. Die französische Regierung sei auch bereit, Die Ausarbeitung eines wirksamen Kontrollsystems zu prüfen. Unter diesen Be­dingungen sollte es nicht schwer sein, binnen kurzem zwischen Paris und Rom zu einer Verständigung zu kommen, da im Grunde keine tiefen Auffassungs- gegensätze zwischen den beiden Hauptstädten be- tünben.

Portugals Neutralität.

Vorbehalt zum französischen Nichteinmischungsvorschlag.

Lissabon, 15. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der britischen Botschaft und der französischen Gesandt­schaft in Lissabon wurde d i e Antwort der portugiesischen Regierung auf die An­rage hinsichtlich eines Nichteinmischungspaktes in Bezug auf Spanien übermittelt.

Die portugiesische Regierung nimmt Die fron» zösifche» Dor schlösse grundsätzlich an, tnüpft jedoch an Die Zustimmung folgende Vor­behalte: Die Vorschläge gehen vor allem die Staaten an, die Waffen und Munition Herstellen oder große W a f f e n I a g e r besitzen. Weder für die Regierung noch für Die Privatwirt­schaft Portugals trifft dies zu. Für Portugal kann daher nur der Durchgangsverkehr in Frage kommen. Wenn aber die waffen- und munitions­erzeugenden Länder an keine der kämpfen­den Parteien Spaniens liefern, wird es auch keinen Durchgangsverkehr geben. Die portu­giesische Regierung weist ferner besonders auf Die geographische Lage Portugals als Nachbar­land Spaniens und Die damit verbundenen Gefahren, die sich aus dem spanischen Bürger­krieg ergeben könnten, hin. Sie behält sich daher Das Recht vor, so zu handeln, daß der innere Friede des Landes gewährleistet, das Leben, das Eiaen- tum und die Freiheit der Bürger geschützt und die nationale Unversehrtheit und Unab­hängigkeit gesichert wird. Die portugie­sische Regierung macht schließlich die interessierten Staaten auf D te Grausamkeit aufmerksam, mit der ter spanische Bürgerkrieg geführt wird und schlägt vor, daß bei Der Formulierung Des Paktes Methoden, die in Spanien angewandt werden, aus­drücklich verdammt werden.

Nationalistischer Appell an Frankreich.

Die Verantwortlichkeit der Linksregierung.

Paris, 14. Aug. (DNB.) Der Rundfunksender von Sevilla veröffentlicht eine Verlautbarung, in der es u. a. heißt:Infolge der Herstellung der Verbindung der nationalistischen Truppen im Norden und im Süden verengert s i ch das Netz um Madrid. Die Te­legraphen- und Telephonverbindunqen zwischen den einzelnen von den Nationalisten besetzten Provin­zen sind wiederhergestellt. Bei Gefangenen und Verwundeten der Marxisten hat man Anwei­sungen der republikanischen Linken

erfinblicher ist es, daß man in Paris der deutschen Polittk Absichten unterschiebt, die niemals bestan­den haben und niemals bestehen werden. Hier ist ein Widerspruch vorhanden, der nicht auf Dem Felde der Außenpolitik zu lösen ist, sondern der allein innerpolitisch bedingt ist. Der spa­nische Bürgerkrieg ift für Frankreich das Signal zu einer parteipolitischen Auseinander­setzung geworden, zu einer Machtprobe innerhalb der Dolksftont, zu einem zähen unterirdischen Rin­gen zwischen Kommunisten, Sozialisten und Radi­kalen, in dem Männer wie Selbes und Daladier bisher den Sieg Davongetragen haben. Wie lange aber werden sich Die Radikalen, hinter Denen ter größte Teil der französischen Wehrmacht steht, noch halten können? Das ist die entscheidende Frage die von den ftanzösischen Bemühungen um die Schaf­fung eines Neutralitäts- und Nichteinmiichur^s- paktes lediglich verdeckt wird. Für die französischen Kommunisten ist Der spanische Bürgerkrieg nichts weiter, als eine blutige Generalprobe. Sie werden, wenn es Moskau bestehlt, genau so losschlagen wie vor Drei Wochen die spanischen Kommunisten. Ob mit dem gleichen Erfolg, ist fteilich eine andere

gefunden, aus denen die Verantwortlichkeit ü r bie Schreckenstaten Der roten M i - l i z e n hervorgeht, die alles, was man sich den­ken kann, übertroffen haben. Die nationalistische Regierung will nicht glauben, daß bie fran­zösische Regierung berartige Grausamkei­ten billigen unb unter st ützen kann. Die Regierung Giral ist eine der hauptsächlichsten Ur« achen bes Zusammenbruchs in Spanien. In Ma- brib sind mehrere Generäle ter Reserve vor Gericht gestellt worben, weil sie sich geweigert haben, in ben Milizen ber Regierung Dienst zu tun. Die Lage ber Marxisten in Katalonien ift außerordentlich kritisch. Am Freitagvormittag hat erneut ein Flugzeug der Regierung 1940 Kilo­gramm Gold nach Paris gebracht."

Frage. Es fehlen in Frankreich heute noch die meisten jener Voraussetzungen, die in Spanien vor­handen waren. Frankreich ist kein Land des länd­lichen Proletariats wie Spanien. Frankreich kennt keine Uebermacht von Adel und Kirche. Frankreich hat feine große Revolution hinter sich. Deren Er­gebnisse es niemals aufs Spiel fetzen wird. Es wäre daher gefährlich, ständig Parallelen zwischen Frankreich und Spanien zu ziehen. Dolksstimmun- gen find gewiß unberechenbar, und das Pariser Volk hat heute eine gewifse naive Freude an dem Spiel mit wirtschaftlichen und sozialen Experimen­ten. Das Pariser Volk hat aber auch feinen Stolz. In dem Augenblick, in dem es ahnt, daß es nichts weiter ist, als das Werkzeug Moskaus, wird eine Reaktion eintreten, deren Auswirkungen zweifellos nicht dem korrupten Parlamentarismus zugute kommen werden, in den auch die ftanzöfifche Rechte verfilzt ist, sondern neuen Kräften und neuen Be­wegungen, die ihren Marsch erst angetreten haben. Wir Deutschen sehen Frankreich trotz aller politischen unb sozialen Zerrissenheit immer noch als Einheit. Wir verfallen nicht in ben Fehler, in ben vor ber Machtergreifung burch ben Nationalsozialismus

Französische Gewerkschaftsführer auf der Fahrt nach Madrid.

Paris, 14. Aug. (DNB.) Der Generalsekretär ber französischen marxistischen Arbeiterge- werkschaft L6on Jouhaux hat sich am Freitag in Begleitung Des Sekretärs ter Gewerkschaft im Sonderflugzeug nach Toulouse begeben, um von Dort aus Maorid zu erreichen. Jouhaux soll sich als Mitglied des von der europäischen Konferenz der marxistischen und sozialistischen Führer einge­setzten Ausschusses in die spanische Hauptstadt begeben. Er hat auf einer Sympathiekundgebung erneut gegen bie Neutralität Stellung ge­nommen, die seiner Ansicht nach ter Militärgruppe zum Vorteil gereichen könnte.

viele Franzosen verfallen waren, als sie von einem unteren", das heißt ihrer Meinung nach besseren Deutschland sprachen. Wir wünschen dieses Frank­reich stark, kräftig und aktionsfähig. Wir wünschen eine französische Regierung, die in der Lage ist, im Namen des gesamten französischen Volkes zu spre­chen, das den Frieden mit Deutschland ebenso will wie mir Den Frieden mit Frankreich.

Französische Reserveoffiziere reifen nach Sowjetrußland.

Paris, 14. Aug. (DNB.) Eine größere Gruppe französischer Reserveoffiziere hat sich unter ber Füh­rung des Vorsitzenden der Vereinigung der republi­kanischen Reserveoffiziere Frankreichs in Le Havre eingeschifft, um sich n a ch L e n i n g r a d zu begeben. Don dort aus werden die französischen Reserveoffi­ziere nach Moskau reifen, um die militärische Organisation Sowjetrußlands zu studieren. Auf der Rückreise werden die Franzosen in Warschau und in Prag mit bärtigen Reserveoffizieren Zu­sammentreffen.

38 englitoe Ingenieure von spanischen Kommunisten gefangen gehalten. Scharfer Protest der britischen Regierung.

ßonbon, 14. Aug. (DNB.) Die Abendblätter bringen die Nachricht von ter Gefangennahme von 38 britischen Staatsangehörigen in ben Rio-Tinto-Bergwerken dureh rote Arbei­ter. Der britische ZerstörerBrazen" teilte durch Funkspruch ter Gesellschaft mit, daß die Kommu­nisten sämtlichen Engländern die Ausreise von Rio Tinto nach Huelva verweigert hätten. Huelva befinte sich in Den Händen der Militärgruppe. Die Syndikalisten, bie Die Rio- Tinto-Bergwerke besetzt hätten, bereiteten sich bar» auf vor, diese gegen die Militärgruppe zu ver­teidigen. Die Syndikalisten schienen die Abreise außerdem verweigert zu haben, weil nach der Ab­reise der britischen Ingenieure Die Bergwerke hätten sti11geleat werden müssen. Man befürchtet, daß das Leben ter 38 Engländer in Gefahr gerate, wenn es zu einem Zusammenstoß zwischen Den beiden Parteien komme. Ursprünglich hatten die beiden Parteien Die feste Zusicherung gegeben, daß die Engländer unter sicherem Geleit Spanien verlassen könnten.

Die Gefangenhaltung der britischen Ingenieure und Beamten erregt in England beträchtliches Auf­sehen. Mit Genugtuung wird in der Frühpresse ber scharfe Protest verzeichnet, den bie bri­tische Regierung sowohl in Madrid als auch bei

Der Vormarsth der MMgriiM.

Die Einnahme von Vadajoz.

GchwereStratzenkamPfe mit der roten Miliz.

H e n d a y e , 14. Aug. (DNB.) Nach den letzten Nachrichten aus Burgos haben Die Truppen Des Generals Franco am Freitag die Stadt Ba­dajoz besetzt. Ein großer Teil der roten Milizen ist nach Portugal geflohen. Nach Mittei­lung des Generals Mola wird am Samstag Die normale Eisenbahnverbindung von Burgos über Estremadura nach Portugal sowie über SaragossaEanftanc nach Frankreich wieder ausgenommen. Auch die telegraphische und telepho­nische Verbindung von Burgos nach Sevilla ist wieder in Betrieb.

Havas meldet aus Elvas: Die Artillerie Der Nationalisten hatte am Freitagmorgen um 7 Uhr ein heftiges Feuer auf Badajoz eröffnet, mehrere Flugzeuge warfen über der Stadt zahl­reiche Bomben ab. Um 11 Uhr etwa wurde das Feuer eingestellt. Um 17 Uhr habe Dann d e r Angriff von neuem begonnen, nachdem die Nationalisten die Straße von Eircum Dallcium besetzt hatten. Etwa 3000 Mann roter Miliz und 500 Soldaten hätten die alten Mauern Der Stadt Stein um Stein verteidigt. Den ganzen Nachmittag über sei in Den Straßen unter glühenten Sonnenstrahlen gekämpft roorten. Durch Die Trinidad-Pforte seien Die er ft en Natio- naliften in Die Stadt eingedrungen. Die Regierungstruppen hätten sich in das alte

der spanischen Botschaft in London hiergegen er­hoben hat. In englischen Regierungskreisen wird der Fall, wie dieMorning Post" meldet, ernst beurteilt, es wird erklärt, daß deutliche Maß­nahmen notwendig sein würden, falls man nicht umgehend eine Abreise der Angestellten der Bergwerksgssellschaft ermögliche. Man ist sich je­doch in London Darüber klar, daß der Erfolg des Protestschrittes völlig von Dem Maß der Auto­rität abhängt, das zur Zeit noch von der Regierung in Madrid bei Den örtlichen Behörden im Innern Spaniens ausgeübt wird.

Als Grund für die gewaltsam verhinderte Ab­reise gehen zwei Lesarten um, während eine be­sagt, daß die Kommunisten im Bezirk von Rio- Tmto Wert auf eine Fortsetzung des Be­triebes Der Kupfergruben legen, während die andere Lesart, der größere Wahrscheinlichkeit beigemessen wird, davon spricht, daß die In­genieure und Beamten als Geiseln fe st ge­halt en werden, um eine Beschießung des Bezirkes von Rio-Tinto durch die Truppen Der Militärgruppe zu verhindern. Jrn Hafen von Huelva liegt zur Zeit ein britischer Zerstörer, Der ausdrücklich zum Zwecke des Abtransportes der 38 britischen Staatsangehörigen von Rio-Tinto dort­hin entsandt worden ist.

Schloßviertel zurückgezogen, Das einem hef­tigen Bombardement Der Nationalisten ausgesetzt worden fei. Die Regierungstruppen hätten ver­zweifelten Widerstand geleistet. Das Fort von San Ehr ist ob al fei von Den Nationa­listen bereits in Der Nacht zum Freitag genom­men worden.

Langsames Vordringen ans Malaga.

Paris, 14. Aug. (DNB.) Wie Havas aus Gibraltar berichtet, soll Der KreuzerJaime I ", Der nach früheren Meldungen nach einem Kampf mit nationalistischen Flugzeugen gesunken sein sollte, Freitag von Malaga nach Cartagena aus­gelaufen fein, wo seine schweren Beschädigungen ausgebessert werden sollen. Havas meldet weiter aus Gibraltar, daß die Truppen der Nationalisten von La Linea und San Roque aus am Freitag den Ort G u a b i a r o am gleichnamigen Fluß sowie drei kleinere Ortschaften besetzt hätten. 200 Kom­munisten seien im Lause der Kampfhandlungen ge­tötet worden, und eine große Menge Munition, zahlreiche Maschinengewehre und Kraftwagen seien in Die Hände der Nationalisten gefallen, die nur 20 Tote gehabt hätten. Ani Freitagabend sei mit der Belagerung von Estepona ^begonnen worden. Es habe den Anschein, daß diese Stadt, die auf halbem Wege von La Linea nach Malaga liegt, noch einige Tage Widerstand leisten werde. Erst