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Ur. 165 Drittes Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien)
Mittwoch, 15. Juli 1956
Oer Arzt bei den Olympischen Spielen.
Asoßzügige und kostenlose Gesundheitsüberwachung aller Teilnehmer gesichert.
1 er ärztliche und Gesundheitsdienst bei den dir npischen Spielen bezweckt, die Versorgung aller Knülle und Erkrankungen sicherzustellen, bte besten Dämlichkeiten für G e s u n d h e i t s ü b e r w a- hing d e r Aktiven einschließlich wissenschaft- iich-r Untersuchungen zu bieten und die allgemeine fryienische Ueberwachung durchzuführen. Er gliedert |td in den Gesundheitsdienst auf dem Reichssport- jet und den übrigen Kampf- und Uebungsvlätzen, imOlnmpischen Dorf und in der Stadt. Die Leitung k‘ ärztlichen Dienstes auf dem Reichssportfeld und irlln Kampf- und Uebungsstätten liegt in den Hän- ki von Staatsrat Dr. Conti, die praktische ärzt- iutz Versorgung untersteht Professor Dr. G e b - fr ar b t, Hohenlychen.
Öie im Olympischen Dorf bte Unterbringung von ki Wehrmacht geooten wirb, so wirb auch ber irzlliche unb Gesundheitsdienst in biesem unb ben ilbigen Unterkünften in Döberitz-Elsgrunb von hi,geregelt. Die Gesamtburchführung bes ärztlichen ini Gesunbheitsbienstes im Olympischen Dorf unb seiiL Ueberwachung liegt, wie bie Vorbereitung, in ki Händen des Generalarztes Dr. Z i a j a. Die miche Leitung wird Oberstabsarzt Baader ii benehmen. Reben ihm wird im regelmäßigen Drift eine Reihe ausgewählter Sanitätsoffiziere ki Wehrmacht tätig sein. Unter ihnen sind die not- vkidigen Fachärzte, auch ein Zahnarzt, ver- tre-n. Als Sportärzte der deutschen Mannschaft oe2en außerdem Dr. H e i ß, Dr. Hefter und Dr Schöndube dort tätig fein.
Mr den ärztlichen Dienst wurden außer einem kimberen Arzthause (Hanau) noch große ÄLme im Hindenburghause bereitgestellt und mit ki neuzeitlichen Apparaten für Diagnostik und Lhrapie sowie für sportphysiologische Untersuchun- ici ausgestattet. Es ist dafür Sorge getragen, daß inch ausländische Aerzte diese Einrichtun- zei zur Behandlung an ihren Mannschaften und
Untersuchungen an ihnen benutzen können. Für )ie in Anlehnung an das Olympische Dorf in Do- kife und Elsgrund bereitgestellten Unterkünfte für Lemehrner und Teilnehmerinnen sind gleichfalls gut Azerüstete Räume für ärztliche Versorgung stcher- lehellt und der ärztliche Dienst in ihnen geregelt. O Gehilfen der Aerzte werden ausgewahlte L nitätsunteroffiziere in voll ausrei- hkider Anzahl bereitstehen. In den Unterkünften ki weiblichen Teilnehmer in Elsgrund treten S Western vom Roten Kreuz an die BtLle ber männlichen Hilfskräfte. Auf bem Reichs- pntfelb befinbet sich bas Aerztehaus neben bem vcvimrnhallengebäude.
!,as Arzthaus ist mit allen Einrichtungen für srindliche Untersuchungen unb Behanblung ausge- tariet. Es verfügt über hoppelte mobernfte Rin tgenanlagen, Diathermie, reichhaltige AcUahlungseinrichtungen, Elektro-Kardiographie, aiil ographische Einrichtung unb Laboratorium; jener über Einrichtungen zur zahnärztlichen, M.en-, Hals-, Rasen- unb Ohrenbehandlung. Für Mirgische Behanblung sinb zwei Opera- tiinsräume, von denen einer streng aseptisch ist vorhanden. In geringem Umfange besteht die Mylichkeit, Erkrankte und Verletzte dort stationär |i ehandeln. Hiervon soll jedoch nur in Ausnahme- fcil n Gebrauch gemacht werden, vielmehr wird in frer Regel Unterbringung im Kranken- kau 5 erfolgen. Durch die Aerzte, Aerztinnen und edioeftern des Arzthauses werden auch die im Kameradschaftshaus auf dem Reichssportfeld unter- nl achten Wettkämpferinnen versorgt werden. Auf »er Reichssportfeld befinden sich, auf die wichtig- ter Stellen verteilt, sieben Rettungsstel- e Für bie Wettkämpfer am bebeutenbften ist bie Re ungsstelle am Marathontor. Hier ist auch eine Rö tgestburchleuchtungs- unb Aufnahmemöglichkeit Mixjanben. Alle Rettungsstellen finb unteremanber
unb mit bem Rettungsamt ber Stabt Berlin durch ein unmittelbares Fernsprechnetz verbunden. Auch alle übrigen Kampfplätze sind mit ärztlich besetzten Rettungsstellen ausgerüstet, so die Deutschlandhalle, die Regattabahn Grünau und alle Uebungsplätze.
Das Arzthaus, das bei den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen der Mittelpunkt der Versorgung war, wird bei den Uebungs- plätzen in Eichkamp Aufstellung finden. Seine Ausrüstung enthält alles, was für Untersuchung und Behandlung benötigt wird. Insbesondere ist es auch für sportärztliche Untersuchungen eingerichtet. Seine Aufstellung ist der Initiative des Reichsärztesührers Dr. Wagner, seines Stellvertreters Dr. Bartels und des Sportärzteführers Dr. Ketterer zu verdanken. Entsprechend seinen besonderen sportärztlichen Aufgaben wird die ärztliche Besetzung durch den Sportärztebund geregelt.
In Grünau befinden sich außer drei Landstationen eine Wasserstation auf einem Rettungsschiff. Röntgenuntersuchungsmöglichkeit und Diathermie-Behandlung ist gegeben. Die Unterkunftsräume der Ruderer im Schloß Köpenick, Polizeiunterkunft Köpenick und Dorotheenschule Köpenick sind ebenfalls mit Untersuchungs- und Behandlungsstellen versehen, von denen die in der Polizeiunterkunft Köpenick besonders gut ausgestattet ist. Die Sanitätsmannschaften in Grünau stellt die Ret- tungsgesellschast der Wassersportvereine. Mit der Leitung des Sanitätsdienstes in Grünau ist der Arzt der Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine, Dr. Reinhardt, betraut.
Die ärztliche Dienstleistung wird von 6 0 aus- gewählten für die gesamte Zeit verpflichteten Aerzten versehen. Die hervor-
Mahlzeit auf der Gartenmauer.
Still liegt die Straße mit ihren grünen Vorgärten in der Mittagssonne. Fernab klingt das Lachen der Kinder herüber, einsam ist es ringsum, nur ein älterer Mann geht vor mir, eine schmale kleine Gestalt mit grauem Haar und bescheidenem schwarzen Lüsterjakett. Ich beachte ihn kaum, und doch soll er mir in der nächsten Minute ein überraschendes kleines Erlebnis bringen.
Denn plötzlich bleibt der Herr mit dem grauen Haar an einem Vorgartengitter stehen. Er blickt eine Weile in die schattigen Büsche und läßt dann einen leisen, lockenden Ruf vernehmen. Run verhalte auch ich den Schritt und bin gespannt, wen wohl der kleine Herr erwarten mag.
Und da schleicht eine graue Katze unter dem Jasminbusch hervor, äugt scheu nach links und rechts und springt dann mit einem geschmeidigen Satz auf die Backsteinmauer des Gartengitters. Zwischen den Stäben windet sie sich durch und sitzt nun, den Schwanz anmutig um die Vorderpfoten geringelt, unmittelbar vor dem, der sie rief. Sie miaut leise und ein bißchen kläglich, ich komme langsam näher und sehe nun, daß es eine magere, dünne Katze ist, ungepflegt und gewiß sehr hungrig.
Der kleine Herr streicht der Katze zärtlich über die eingefallenen Flanken, dann holt er aus der Seitentasche der Lüsterjacke eine Tüte hervor und schüttet sie aus dem Steinsims aus. Fleisch rollt heraus, rohes, sorgsam in Würfelchen geschnittenes Fleisch!
Im Handumdrehen hat das Tier die roten Stückchen verschluckt. Schon sitzt es wieder wie ein schüchtern bettelndes Kind und blickt aus grünen, klaren Augen den Spender an. Der ist auch wirklich mit feiner Güte noch nicht am Ende. Er kramt
ragenbften Fachärzte der Reichshauptstadt stehen in besonderen Fällen zur Verfügung. Die Sanitätsmannschaften und Schwestern stellt das Rote Kreuz, hinzu kommen Heilgehilfen des Arbeitsdienstes unter dem Arbeitsgauarzt Dr. Lambrecht.
Erforderlich werdende Transporte ernster Verletzter oder Erkrankter werden durch das Rettungsamt der Stadt Berlin durchgeführt. Für die Aktiven ist im Städtischen Krankenhaus Westend eine chirurgische und eine innere Station freigemacht und auch die Möglichkeit zur Unterbringung von Infektionskranken vorhanden. So können alle Aktiven in einem Krankenhaus behandelt werden. Dies wird zweifellos zur Aufrechterhaltung enger Verbindung zwischen den Mannschaftsführern und den Wettkämpfern erwünscht sein. Die Unterbringung erfolgt in 1- bis 3-Bett-Zimmern. Auf Wunsch ist die Möglichkeit zur Unterbringung in konfessionellen Krankenhäusern aller Konfessionen vorgesehen.
In der Stadt wird vom Hauptgesundheitsdienst der Stadt Berlin zusammen mit dem Roten Kreuz ein ständiger. Bahnhofsdienst und ein Straßendienst, besonders an den Tagen des Marathonlaufs, der Radfernfahrt und des Gehens eingerichtet. Verstärkung des Dienstes in den städtischen Rettungsstellen ist vorbereitet. Hilfsrettungsstellen in besonders gefährdeten Brennpunkten sind eingerichtet. Die Versorgung der großen Massen- quartiere ist durch besondere Vereinbarungen mit der Berliner Aerzteschaft geregelt.
Die Inanspruchnahme der ärztlichen Einrichtungen im Olympischen Dorf, des Arzthauses auf dem Reichssportfeld, der Rettungsstellen und notwendige Krankentransporte für Wettkämpfer sind kosten - los. In Kiel ist durch Dr. Schirren für die Sicherung der aktiven Segler, ihre Betreuung in ihren Unterkunftsheimen gesorgt. Für die Zuschauer befinden sich auf dem Begleitdampfer ein Arzt und Sanitätsmänner des Roten Kreuzes, das auch den Straßenunfalldienst durchführt.
weiter in seinen Taschen und zieht drei Päckchen heraus, in Zeitungspapier gewickelt. Sehr neugierig geworden, trete ich näher heran, der kleine Herr läßt sich dadurch nicht stören. Er wickelt die Päckchen aus, während die Katze und ich gespannt auf die kommenden Dinge warten. Und es enthüllen sich: Erstens ein Näpfchen, zweitens ein Flasche Milch, drittens einige Brötchen. Die Milch wird in den Napf gegossen, und dis Brötchen werden hineingebrockt. So, und nun „Wohl bekomms!"
Und wie es bekommt! Das hungrige Tierchen schleckt und schleckt. Währenddessen habe ich Zeit, den freundlichen Geber über seine Wohltat zu befragen. „Ja, sehen Sie", sagt er und sieht mich aufmerksam durch die goldgefaßte Brille an, „was soll denn aus dem Tier werden? Es ist herrenlos und hat sich in diesem Garten ein Notquartier errichtet. Seit zwei Tagen habe ich es beobachtet, bis ich bestimmt wußte, daß sich niemand seiner annimmt. Nun, so sorge ich eben bis auf weiteres für das arme Wesen ..."
Ganz schlicht sagt er das und krault dabei behutsam das schleckende Katzenköpfcken. „Haben Sie noch mehr solcher Schützlinge?" will ich wissen. „Das soll wohl sein", antwortete er, immer so, als sei das alles die selbstverständlichste Sache von der Welt, „es gibt ja immer noch Menschen, die ihre Katzen aussetzen und sich um das Schicksal der verlassenen Geschöpfe weiter keine Sorgen machen. Da hilft man, wo man kann, und mein Weg führt mich an manchen Gärten vorbei."
Und nun wendet er sich wieder der schlappenden Katze zu, gießt noch ein bißchen Milch nach, damit die Semmel besser schmeckt, und als die Katze satt ist und sich zufrieden an seinen Aermel drückt, packt er Schälchen, Flasche und Brötchenreste wieder ein. „Wie lange machen Sie das schon? frage ich noch
schnell. „Ach, schon immer..." gibt er zur Antwort Und dann wendet er sich zum Gehen, mich nachdenklich mit der grauen Katze zurücklassend, die nun wieder scheu und lautlos unter den schattigen Büschen verschwindet. v. M.
Dornoiizen.
Tageskalender für Mittwoch.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Peter Ibbetson". — Bekenntnisgemeinde, 20.15 Uhr, Vortrag von Pfarrer Steck, Dozent beim Prediger-Semmar in Frankfurt a. M., über „Falsche Propheten in der Bibel" im Johannessaal.
Vortrag der Vekenntnisgemeinde Gießen.
Die Dekenntnisgerneinde Gießen veranstaltet am Mittwoch im Johannessaal einen Vortrag. Pfarrer Steck (Frankfurt a. M.) spricht über das Thema „Falsche Propheten in der Bibel". Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen.
Haus Markt 22 neu hergerichtet.
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(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Zu Ende der vergangenen Woche konnte die Erneuerung der Front eines schönen alten Fachwerkhauses unserer Stadt beendet werden. Das Haus 22 am Markt bietet in feiner reichen Gliederung und in der feinen und verständnisvollen Verwendung der Farbe einen prächtigen Anblick und gereicht unserer Stadt sehr zur Zierde. Das dunkle Braun der Balken erführt eine feine Belebung durch Rot und Grün. Mit der verständnisvollen Wiederherstellung dieses Hauses ist das Stadtbild wieder um einiges gehoben worden. Es ist er»
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Aus der Provinzialhauptstadl.
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Von Martin Weise.
Der seltsame Reisegefährte.
M-rt einem Hellen Sommertag trug mich kcimellzug durch das gesegnete Hegauland. Lm Tuttlingen war ein Herr in moderner fieser Kleidung in das Abteil zugestiegen. Er saß pi gegenüber. Je näher wir den eigenartigen fceigfegeln des Hohenkrähen und Hohenstoffeln liren, desto nervöser wurde der neue Fahrgast. |r stand auf, beugte sich weit aus dem Fenster, in nte aus dem Abteil auf den Gang, um sich liOerum auf der anderen Seite des Wagens weit ci dem Fenster zu lehnen. Dann war er ebenso Ihisell' wieder am Abteilfenster, seltsame Laute von
ff) gebend. ,
1115 der Hohentwiel, jener schon zur Legende ge- voidene Berg mit seinen zertrümmerten Burg- flMlagen sichtbar wurde, ging eine merkwürdige Diünderung mit dem Abteilgefährten vor. Er riß fei Jakett auf, breitete seine Arme, als wolle er eiaas umschlingen, und schrie laut in die sommer- fiirtte Landschaft. Dabei bemerkte ich, daß ihm firmen über die gebräunten Wangen rollten. r,ü)o, ho, ho — hei, hei — Heimat!! Heimat!! Sirmer wieder und immer lauter rief er Diele Si te, diese Worte. Dabei fiel er plötzlich matt, |( nach einem Fieber, das ihn geschüttelt, aus fern Platz zurück. Wenige Minuten starrte er mit B?i»n Augen vor sich hin, dann kehrte das Leben Bioer in ihn zurück. Dann sah er mich an, mit finden Augen — und erschrak. Ich glaube, er bm.erkte in diesem Augenblick überhaupt erst, daß e nicht allein im Abteil war. Ein müdes Lächeln im spielte seinen Mund, dann sprach er hastig, st«) zi imir wendend: „Verzeihen Sie, verzeihen eie, rem Herr! Verzeihen Sie mein Benehmen. Es :r plötzlich über mich. Schauen eie, nach zehn •irren harter, schwerer Arbeit in 2Imerita kehre i!) heute in meine Heimat zurück. In mein liebes ■feiaulanb. Eltern haben goldene Hochzett. Sind rr.e Bauersleute. Kein Mensch weiß, daß ich träne. O, und mein Heimatdorf steht noch, steht ’bqi so, wie ich auszog. Die schlanke Kirch . D icßen Linden. Ich hab es gesehen vorhin. Ja, ich 1I2 es gesehen — und wieder von ihm Besitz er- tvfen. O, wie unendlich schön ist doch mein Hegau- iiöi, mein Dörfchen mit den Linden, unter denen ■it Brunnen rauscht. Verzeihen Sie, mem Herr, frrouftte nicht wohin mit meinem Gluck, daß meine foijen diesen geliebten Erdenfleck Wiedersehen . V^er 3ua bremste. Weiße Bahnhofsschilder glitten Düber. Rufe. Schreien. Signale. Singen am
Hohentwiel. Hastig nahm der Herr in dem moder-1 nen englischen Anzug Mantel und Köfferchen. Mit | kurzem Gruß war er an der Tür, und noch bevor der Zug hielt, sprang er aus dem Wagen und rannte wie ein Schulbub, der in die Ferien fahren darf, nach der Sperre. Dann war dieser seltsame Reisegefährte meinen Blicken entschwunden.
Lange habe ich noch über diesen wunderlichen Fahrgast nachgedacht. Ich konnte sein Gebaren, seine Freude, der Heimat wiedergeschenkt zu sein, durchaus verstehen. Und ich glaube, nur der deutsche Mensch kann so von seiner Heimat Besitz ergreifen, wie dieser Mann, der nach zehn Jahren aus fremdem Land zurückkehrte.
Zur freundlichen Erinnerung.
An der Uferpromenade in Meersburg am Bodensee saß auf einer Bank ein. junger Mensch. Die untergehende Sonne tauchte den See in eine wahre Sinfonie von Farben. Der junge Mensch aber artete nicht des wundervollen Schauspiels.
Ich setzte mich zu ihm. Da bemerkte ich, daß er mit Eifer auf die Rückseite von Ansichtskarten mit großen ungelenken Buchstaben schrieb: „Zur freundlichen Erinnerung an meine erste Reise an den Bodensee". Darunter setzte er seinen Namen, den er mit einem ungefälligen Schnörkel zierte.
Postkarte für Postkarte nahm er vor. Nichts beeinflußte ihn bei seiner eintönigen Arbeit, weder die Schönheit des abendlichen Sees, noch die vorbeiflutenden, festlich geputzten Menschen, noch die Ouvertüre von Mozarts „Zauberflöte", die eine Kapelle in einem nahen Hotelgarten spielte.
Als er einen Augenblick mit seiner geschäftigen Tätigkeit aussetzte, nicht aber, wie ich erwartete, über den in allen Farben leuchtenden See blickte, sondern auf den harten Kies der Promenade, sprach ich ihn an. '
„Sie sind sehr fleißig mit Ihren Widmungen. Sie wollen wohl bei Ihrer Rückkehr Ihren Freunden und Bekannten eine Ueberraschung und Freude bereiten?"
Ganz treuherzig antwortete er mir: „Nee, do foff ich mir derheeme e Album und papp die Karten rein!"
„Nun, wenn Sie die Karten in ein Album kleben wollen, da brauchen Sie sich doch an diesem herrlichen Abend nicht die Mühe zu machen und Ihre Erinnerungszeilen auf den Karten anbringen.'
Etwas verdutzt sah er mich an, dann sagte er langsam und schwerfällig: „Da Hamm Se eigentlich recht!" Dann nahm er mit der größten Ruhe und Selbstverständlichkeit die nächste Postkarte und schrieb wieder mit seinen großen ungelenken Buch- staben „Zur freundlichen Erinnerung..." Da bin ich aufgeftanben und gegangen. Dem Mann war ! nicht zu helfen.
Karriere.
Von 3o Hanns Rösler.
Auf Detektiv muß man gelernt haben. Das geht nicht so hudriwudri wie das Brezelbacken. Zum Detektiv gehört mehr. Sonst möchten ja alle Leute Detektiv werden, das Monokel im Auge, die kurze Pfeife im Mund, den Vollbart in der Tasche und den Revolver in der Hand. Das wäre ein Leben! Nein, ein Detektiv ist ein ernster Kopfarbeiter, er kalkuliert, er organisiert, er kombiniert, er rechnet und berechnet, er denkt und bedenkt, er schaut hin und er schaut her, nichts überläßt er dem Zufall, denn nur so, nur so allein, macht er seine große Karriere.
*
James Holmes war der größte Detekttv seiner Zeit. Er machte sich seinen Namen in jungen Jahren durch den Fall der Fürstin Franzmann- hansmann. Der Fürstin waren im Roxyhotel in Paris kostbare Perlen gestohlen worden, aber ehe die Uhr sich noch einmal um sich selbst gedreht hatte, klopfte es an die Tür und James Holmes trat ein.
„James Holmes, Detekttv", sagte er.
Die Fürstin empfing ihn mit offenen Armen.
„Helfen Sie mir!"
„Ich habe Ihnen schon geholfen."
„Wie? Was? Wann? Wo?"
James Holmes verneigte sich höflich.
„Ich bringe die Perlen zurück", sagte er, „es gelang mir, den Dieb zu fassen — eine Bedingung muß jedoch erfüllt werden: der Name des Täters bleibt unbekannt."
Die Fürstin erfüllte den Wunsch des Detektivs gern, und James Holmes Ruhm verbreitete sich blitzartig über alle Erdteile. Der Fall erregte um jo größeres Aufsehen, als man nie erfuhr, auf welche Weise und von wem die Perlen gestohlen worden waren. Man sprach von einem Mitglied der besten Gesellschaft, später von einer berühmten Schauspielerin, der Detektiv aber schwieg auf alle Fragen beharrlich, und gerade dieses geheimnisvolle Schweigen wurde beredt für seinen Ruhm. So wurde James Holmes bald der Held aller großen Sensationsfälle, die Knaben träumten von seinen Taten, und die Mädchen hätten selbst eines Einbrechers harte Hand nicht gefürchtet, wußten sie sich doch auch unbewacht unter seinem Schutz.
Als James Holmes nach vielen Jahren längst feinen falschen Bart an den Nagel gehängt hatte und eine Auskunftei für schnelle und diskrete Fälle eröffnete, wo er nicht mehr so weit laufen mußte.
sondern alle Verdachtsmomente, Beweise und Gegenbeweise schon sauber in einer Kartothek bequem zur Hand hatte, kam eines Tages ein Reporter zu ihm, der die berühmtesten Kriminalfälle des letzten Jahrhunderts sammelte.
„Wie entdeckten Sie eigentlich Ihre Begabung, James Holmes?" fragte er.
• „Ein Zufall, junger Freund."
„Arbeiteten Sie schon lange in Ihrem Berus, als sich der berühmte Fall der Fürstin Franzmann- hansmann ereignete?"
James Holmes lächelte: „Nein. Dieser Fall war mein erster Fall. Ich war damals weder Detektiv, noch dachte ich daran, einer zu werden. Offen gestanden, ich glaubte, Detektive gebe es nur im Film wie Hexen im Märchen. Ich war damals Vertreter einem Grammophonfabrik und, da diese neue Erfindung gerade von Amerika herüberkam, beauftragte mich meine Firma, in das größte und vornehmste Hotel zu gehen und dort meinen Apparat vorzuführen. Als ich mit dem unhandlichen, umfangreichen Trichterapparat die Halle betrat, war gerade der Diebstahl des kostbaren Kolliers bekanntgeworden, und kein Mensch hatte Augen für mein Kommen und meine Erfindung. Ich lief daher durch den Gang, der in die Zimmer führte, und stellte meine Maschine auf einen Tisch. Ich war so ungeschickt, dabei eine Vase umzustoßen. Die Vase zerbrach. Auf dem Boden lag die Perlenkette, die der Dieb darin verborgen hatte, bis er Gelegenheit fand, sie unbemerkt aus dem Hotel zu bringen. Ich steckte die Kette ein und —"
„Und brachten Sie der Fürstin?" fragte der Besucher.
„O nein — ich ließ das Grammophon stehen, wo es stand, ging in die Halle zurück und meldete mich als neuen Gast an. Als Beruf schrieb ich: Detektiv. Als ich dann zwölf Stunden später der Fürstin die Perlen zurückbrachte, und man mich nach dem Dieb fragte, verweigerte ich, eine Zusage oortäuschend, die Aussage."
Der Reporter traute feinen Ohren nicht.
„Sie verdanken also Ihren großen Erfolg nur einem Zufall?"
James Holmes nickte:
„Der erste große Erfolg, junger Freund, ist oft ein Zufall. Und dann: Der Erfolg ist ein guter Vater — er hat viele, viele Kinder."
Hochschulnachnchten.
Der Dozent für Vorgeschichte Dr. Ernst Sprockhofs wurde zum außerordentlichen Professor an der Universität Marburg ernannt. Sprockhofs ist seit 1933 Herausgeber der „Vorgeschichtlichen Forschungen".


