Ausgabe 
15.5.1936
 
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Nr.113 Erster Blatt

186. Jahrgang

Hreitag, js. Mai 1956

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Italien wird sein neues Imperium mit allen Kräfien verteidigen.

Eine Ltnierredung mit Mussolini. Abessinien bleibt unwiderruflich italienisch.

P a r i s, 15. Mai. (DNB. Funkspruch.) Mussolini gewährte einem Sonderberichterstatter desMalin" eine Unterredung, in der mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck kommt, daß die Entscheidung über Abessinien unwiderruflich sei.

Niemand in der Welt, so erklärte Wussolini. könne daran zweifeln, daß das arbeitsame italie­nische Volk sich leidenschaftlich dem Frieden, den es zur Vollendung seines Werkes benötige, zu­wende. Er Wusioloni. wolle den Frieden und wolle für den Frieden arbei­ten. Wenn man aber versuche, Italien die Früchte eines mit so viel Opfern bezahlten Sie­ges entreißen, werde man Italien zum W i d e r st a n d bereit finden. Die Kritik, die man an den in Abessinien angewandten Ver­fahren für die notwendige Ausdehnung des ita­lienischen Volkes biete, halte er für abscheulich. Was hätten denn die anderen im Laufe der Jahrhunderte getan. Niemals habe man in der Welt rückständigen Völkern seinen Willen an­ders aufzwingen können, als mit Gewalt. Nur auf diese Weife sei das Imperium in der Welt erobert worden. Wan wende ein, damals habe es noch keinen Völkerbund gegeben. Lr frage zurück, ob es denn nicht trotzdem ein Recht gegeben habe. Sei das Recht nicht älter als der Völkerbund und dieser menschlichen Einrichtung übergeordnet?

An Italien habe man seine Erfahrung mit Sanktionen machen wollen. Man habe es für schwach gehalten, für arm an Gold und Rohstoffen. Gleichzeitig mit Italien habe man den Faschis­mus erwürgen wollen. Frohen Herzens habe man einen schnellen Zusammenbruch oorausgesagt. Es sei aber nur gelungen, das italienische Volk er­findungsreich zu machen, aus seinem Boden uner­wartete Reichtümer herauszuholen. Mit Absicht habe man alle Möglichkeiten zur Wiederherstellung des Friedens scheitern lassen. Er wolle sich jedoch dar­über heute nicht beklagen, denn das habe einen totalen Sieg und ein Reich eingebracht. Zu Beginn seien seine Ansprüche nicht übertrieben gewesen. Heute rechtfertige der Sieg der Truppen deren Opfer, tmd die vom italienischen Volk ertra­gene Unbill verlange größere Ansprüche. Im April habe er in Genf unmittelbar Verhand­lungen vorgeschlagen. Diese habe man abge- lehnt. Heute sei ganz Abessinien unwiderruflich, völlig und endlich allein italienisch.

Die Akademie huldigt dem König

Rom, 14. Mai. (DNB.) Die Königlich-Italie­nische Akademie hielt unter Vorsitz ihres Präsi­denten M a r c o n i eine außerordentliche Sitzung ab. In einer Entschließung wird dem König als siegreichem Herrscher in drei Kriegen der Dank aus­gesprochen, Mussolini als der mächtige Schöpfer des neuen Imperiums begrüßt und den Kämpfern und Arbeitern in Ostafrika mit dem Ausdruck der Be­wunderung gedankt.

Eine Abordnung der Akademie begab sich zum König. Präsident Marconi las ihm eine Ergeben­heilsadresse vor, in der es heißt:Euer Majestät haben in einer schicksalsschweren Stunde für Europa und die Welt der unkriegerischen Ruhe das riesige, aber rühm- und erfolgreiche Wagnis vorgezogen, und die feierliche Intervention Ita­

liens in dem größten Krieg der Welt­geschichte beschlossen. In der Revolution der Schwarzhemden und ihrer gottbegna­deten Führung erkannten Euer Majestät sofort mit königlicher Weisheit die schicksalhafte A u f e r - stehung des Römertums Italiens. Mit der Versöhnung mit dem Vatikan gaben Euer Majestät der italienischen Nation die Einheit des patriotischen und religiösen Gewissens des zwei­ten Römertums Italiens. Heute endlich halten Euer Majestät über die Meere hinaus, vom Mittelmeer bis zum freien Ozean das italienische Zep­ter des neuen Imperiums, das der Weit­blick und die Kühnheit des politischen Genius, die römische Tapferkeit von Führer und Soldaten ynb der unbesiegte und unbesiegbare Geist der ganzen Nation im Namen Euer Majestät ganz und für immer erobert haben."

Die Spannung mit England.

Ein seltsamer Kaufvertrag.

Zweifelhaftes Propagandamaterial.

London, 15. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Daily Herald" berichtet von einem Kaufver­trag über drei Millionen Dumdum- Geschosse für Abessinien, der offenbar un­ter Ausnutzung der Unkenntnis des abessinischen Gesandten in London abgeschlossen wurde, um der italienischen Regierung ein Dokument in die Hand zu spielen, das als Material zur Propaganda gegen Großbritannien benutzt werden könnte. Ein gewisser Oberst Gustav Mezler, so schreibt derDaily Herald", soll den abessinischen Gesandten überredet haben, einen Auftrag zum Ankauf von drei Millionen Stück Patronen in Bir­mingham zu unterzeichnen. Die Patronen wurden tatsächlich niemals geliefert, dagegen sind Photographien des unterzeichneten Kaufvertrages von der italienischen Regierung dem Völkerbundals B e w e i s m a t e r i a l" zu­gegangen. Der abessinische Gesandte soll offen zu­gegeben haben, daß er das Dokument unterzeichnet habe, da er nicht geahnt habe, daß es sich in Wirk­lichkeit dabei um Dumdumgeschosse han­delte. Er habe nichts mehr in der Angelegenheit gehört, und der mysteriöse Oberst Mezler sei danach verschwunden. Die Firma war tatsächlich keine

Munitionsfabrik, sondern ein offenes G e - schäft für Jagdmunition in Birmingham Nicht nur der Kaufvertrag, sondern auch die Korre­spondenz, sowie Bilder der angebotenen Dumdum- Geschosse sind auf photographischem Wege reprodu­ziert worden.

Der Tanasee als Luftstützpunkt.

London, 15. Mai. <DNB. Funkspruch.)Daily Telegraph" berichtet, die Italiener beabsichtigen den Tanasee zum Stützpunkt für eine gewal­tige Flotte von Flugzeugen mit großer Reichweite zu machen. Die Italiener seien ferner geneigt, zukünftige Gespräche über die Wasser­zufuhr aus dem Tanasee nach Aegypten lieber mit Kairo als mit London zu führen. Der Berichterstatter derMorning Post" in Rom warnt England, falls es direkt oder durch den Völkerbund eine Politik weiter verfolge, die die gegenwärtige Lage in Abessinien zu verändern trachte, könne es dies nur durch einen Krieg mit Italien erreichen. Die militärischen Machtmittel Italiens ständen bereit, um die Eroberungen gegen England zu verteidigen. England müsse sich über seine Lage klar werden. Weiterhin die Tatsachen nicht anzuerkennen, bedeute die fortgesetzte Gefahr eines Zusammenstoßes.

Daran erinnert, daß er in einer Unterredung im September erklärt habe,militärische Sanktionen würden die Gefahr einer Umge­stalt n n g der europäischen Land­karte bedeuten", erwiderte Wussolini:Was ich Ihnen damals über die militärifchen Sank­tionen gesagt habe, wiederhole ich heute für den Fall einer Verschärfung der wirt­schaftlichen Sanktionen. Unwider­ruflich! Geben Sie das wieder. Es ist nötig, daß Europa dieses Wort hört, diesen Schrei eines Volkes, das fein Imperium gewollt und das es durch ein gewaltiges Opfer erreicht hat. Wenn es nötig fein sollte, wird es diesem Im­perium mit feinem ganzen Wut, mit allen feinen Kräften zu verteidigen wissen."

Die Kammer billigt die Abessimeugesetze.

Mussolini Gründer des Kaiserreichs."

Rom, 14. Mai. (DNB.) Die italienische Kammer ist um 16 Uhr zu einer feierlichen Sitzung zusam­mengetreten, in der die beiden Dekrete über Abessinien angenommen wurden. Mussolini ver­liest das Dekret über die Annahme des Titels eines Kaisers von Abessinien und leitet das Dekret mit folgenden Worten ein:

Der Wille des in seiner afrikanischen Unterneh­mung siegreichen Roms ist in den unwider­ruflichen Beteuerungen ausgedrückt, die in der Nacht vom 9. Mai des Jahres 14 der Faschiftische Grohrat angenommen und alle Italiener durch ihren Schwur be­siegelt haben. Weihen wir daher jetzt diesen feierlichen Entschluß des Faschistischen Großrates zu Staatsgesetzen."

Mussolini legte dann den zweiten Gesetzesentwurf über die Einsetzung des Marschalls Badoglio als Vizekönig von Abessinien vor. Nachdem sich ein parlamentarischer Unterausschuß mit der Prüfung der Dekrete beschäftigt hatte, wurden die beiden Gesetzesvorlagen von der Kammer einstimmig angenommen. Zum Schluß der Kammersitzung feierte der Präsident, Graf C i a n o , die Ver­dienste Mussolinis, dem das ganze italienische Volk sich zu Dank verpflichtet fühle Die Kammer beschloß als Zeichen unvergänglicher Dankbarkeit, in der Kammer eine große Gedenkplatte mit der Inschrift anbringen zu lassen:Am 9. Mai des Jahres 14 der faschistischen Zeitrechnung hat Mussolini das Kaiserreich gegründet."

Der Völkerbund und das Sicherheitssystem.

Eine Rede Baldwins.

London, 14. Mai. (DNB.) Vor der Frauen- aruppe der Konservativen Partei in der Londoner Albert-Hall hielt Ministerpräsident Baldwin eine Rede. Baldwin zitierte die einleitenden Sätze der Völkerbundssatzung, in denen sich die vertrags­schließenden Parteien bereiterklären, die inter­nationale Zusammenarbeit zu fördern und den internationalen Frieden und die Sicherheit herbeizuführen durch die Annahme der Verpflich­tung, nicht zu den Waffen zu greifen, durch ge­rechte und ehrenhafte Beziehungen zwischen den Nattonen, durch die Schaffung einer festen und internationalen Rechtsordnung, durch die Aufrecht­erhaltung der Gerechtigkeit und durch gewissenhafte Achtung aller Dertragsverpflichtungen. Diese Auf­gaben seien immer noch das Ziel der englischen Außenpolitik. Wenn Europa erhalten werden solle, bann müsse dies das Ziel der Außenpolitik aller Nationen fein.

Zum Bedauern Englands seien die Vereinig­ten Staaten nicht em Mitgliedstaat des Völker­bundes und in den letzten Jahren seien zwei Groß­mächte, nämlich Deutschland und Japan, ausgetreten. Selbst wenn man nur die wirt­schaftlichen Sühnemaßnahmen erwäge wie könnten sie schnell wirksam werden, wenn drei Länder abseits ständen? Wahrscheinlich auf- der Herbsttagung des Völkerbundes müßten die Mitgliedsstaaten' etwaige Aender ungen im Völkerbund erwägen. Jede Aenderung, die geeignet fein könne, die außerhalb des Völker­bundes stehenden Nationen zum Eintritt zu bewe­gen, müsse aufrichtig erwogen werden in dem Wunsch, dem Völkerbund endlich zu dem zu ma­chen, was er wie man gehofft habe von An­beginn an hätte sein sollen, nämlich ein univer­saler Völkerbund.

Der Sanktionsartikel sei ein Experiment in der internationalen Politik. Niemals könne ein Fehl­schlag dieses neuen Experiments das Ende des Völ­kerbundssystems bedeuten. Aus dem Fehlschlag eines ersten Versuches dürfe nicht gefolgert werden, daß die gesamte Maschinerie eingeschrottet werden müsse. Es bedeute lediglich, daß sich alle, die sich des Instru­mentes bedient hätten, zusammensetzen müßten, u m das Instrument zu ändern, zu ft ä r » fen, zu erweitern.

England habe lediglich aus dem Bestreben heraus gehandelt, seine Verpflichtungen unter den Dölker- bundssatzungen zu erfüllen. Diese Bemühungen hätten den Krieg nicht verhindern können. Könne er dafür verantwortlich gemacht werden, wenn er sich

als das erste Ziel die Sicherheit des eige­nen Landes gesteckt habe. (Beifall.) Hiernach komme der Friede Europas Aber die Erfah­rungen hätten klar gezeigt, daß England hinsichtlich dieser Ziele völlig unfähig sein würde, solange es nicht Schritte getan habe, die Sicherheit seines Lan­des zu gewährleisten. Deshalb habe die Regierung beschlossen, die Mängel in der Verteidi­gung abzustellen.

Die Sühnemaßnahmen würden wahrscheinlich nicht zum Erfolge führen, solange nicht die in Frage kommenden Länder gewillt seien, das Ri­siko eines Krieges einzugehen. Tatsächlich seien militärische Sühnemaßnahmen ein wesent­licher Bestandteil der kollektiven Sicherheit und könnten nicht vermieden werden. Geprüft werden müsse die Durchführbarkeit automati­scher Sanktionen. Das bedeute Vorkehrungen in den Völkerbundssatzungen, wonach für den Fall einer Feststellung des Völkerbundes, daß eine An­griffshandlung vorliege, alle übrigen Mitglieder des Völkerbundes automatisch zur Anwendung der Sanktionen aufgerufen würden. Die Tatsache, daß die verschiedenen Staaten durch eine besondere Aktion in sehr verschiedenem Grade betroffen wür­den, zeige, wie schwierig es fei, eine Einigung hier­über herbeizuführen Man könne an der kollektiven Sicherheit weder begrenzter noch stiller Teilhaber sein, noch fei die kollektive Sicherheit so zu ver­stehen, daß die gesamte Arbeit von der britischen Flotte getan werden müsse. Sollte in naher Zu­kunft eine sozialistische Regierung ans Ruder ge­langen, so würde er entsetzt fein über die leicht­fertige Art, in der einige Führer der Sozialisten vom Kriege sprächey. England wolle, so schloß Baldwin, die kollektive Sicherheit erproben, und zwar so weit, wie ein gemeinsames Vorgehen mög­lich fei.

Der erwartete Besuch

Der englische Botschafter beim Führer.

Berlin, 14. Wai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heule vormittag in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, den britischen Botschafter, Sir Eric pHipps, zu dem in der vergangenen Woche zwecks lleberrelchung der englischen Anfragen in Aussicht ge­nommenen Besuch.

SasMgenumdieMngolei

Von Oberstleutnant a O. Bleyhoeffer.

Russen und Japaner stehen sich wieder einmal im Fernen Osten, diesmal an den Grenzen der Mon­golei, kampfbereit gegenüber. Ein böses Wetter zieht am politischen Himmel auf: Blitze zucken, der Don­ner grollt; die Atmosphäre ist mit Elektrizität ge­laden.

Der japanisch-russische Gegensatz wurde um die Jahrhundertwende geboren, als sich die Russen an den Gestaden des Pazifik festzusetzen begannen. Im Kriege 1904/05 wurden sie zum Rückzug gezwungen, aus dem sie sich seit der Zeit dauernd befinden; seit dieser Zeit ist der Japaner dem Russen an der Klinge geblieben, durch bi*. Mandschurei hindurch bis an die Grenzen der Mongolei, wo jetzt in Ge­stalt vonZwischenfällen" heftige Vorstöße der ja­panischen Vorhuten gegen die russischen Nachhuten stattfinden. Diese Zusammenstöße haben in letzter Zeit einen ernsteren Charakter angenommen, und man kann daraus schließen, daß die Russen hier heftigen Widerstand zu leisten entschlossen sind, da es sich um ein für sie wertvolles Gebiet handelt. Die Mongolei ist für beide Staaten wirtschaftlich, politisch und militärisch von Bedeutung, also wird man eventuell um sie kämpfen, falls die allgemeine Lage nicht zu einer kürzeren ober längeren Atem­pause zwingt. ,

DieAeußere Mongolei" ist alsVolks­republik" ganz unter russischer Herrschaft, dieI n - nere Mongolei" ist bereits jetzt in japanischem Besitze. Völkerrechtlich ist die ganze Mongolei auch heute noch chinesisches Territorium. Das stört aber große Geister nicht; man benimmt sich in die­sem Gebiete wie zu Hause; der rechtliche (Eigen­tümer ist militärisch zu schwach, als daß er sich gegen diese Eigenmächtigkeiten wehren könnte. In derInneren Mongolei" hat Japan nach dem Muster von Mandschukuo einen neuen Staat Mengukuo (mengu = Mongolei; kuo = Staat) unter dem mongolischen Prinzen Te (Tewang; mang = Prinz, Fürst) geschaffen. Die Mongolei ist in jeder Beziehung besser als ihr Ruf; sie ist z. B. für die Japaner nicht ohne Wert als Siedlungsland und wird als solches von den Chinesen gern be­nutzt. Sie wird zum großen Teil von der W ü st e Gobi eingenommen. DieseWüste" ist aber gar keine Wüste im Sinne der Sahara, sondern bildet auf leicht verbefserungsfähigern Boden eine Grassteppe, welche den mongolischen Pferde­herden als Weideland dient. Nach der Regenzeit gleicht die Steppe einemBlumenteppich".

Die Zuspitzung des russisch-japanischen Verhält­nisses in Ostasien zeigt sich, wie stets in der hohen Politik, in den Abschlüssen von Militärbünd­nissen: am 12. März ist in Ulan Bator (Stadt des Roten Reiters; früher Urga) zwischen Rußland und der Aeußeren Mongolei ein militärischer Bei­standspakt abgeschlossen worden, dessen beide ersten Artikel verkürzt lauten: 1. Im Falle eines drohenden Angriffs seitens eines Dritten verpflichten sich beide Vartner ... alle Maßnahmen zum Schutze der Sicherheit ihrer Gebiete zu treffen. 2. Beide Part­ner verpflichten sich für den Fall eines Angriffs auf einen von ihnen, jegliche, auch militärische Hilfe zu leisten.

Prompt folgte der japanische Gegenzug: am 29. April wurde zwischen demPolitischen Rate von Hope (Dschili) und Tschahar" (praktisch Innere Mon­golei) ein Militärvertrag abgeschlossen, der den Ja­panern das Recht gibt, an der West- und Südgrenze der beiden Provinzen starke Streitkräfte (20 000 Mann) zu unterhalten; die Eisenbahnen in genann­tem Gebiete werdenunter japanischen militärischen Schutz aestellt." Der Vertrag bedeutet eine Siche­rungsmaßregel gegen Rußlands Also: Hier Rußland Aeußere Mongolei, hier Japan Innere Mon­golei!"

Die politische Lage hat sich im Fernen Osten für Japan durch den französisch-russischen Pakt verschlechtert, da dieser Rußland an feiner europäischen Westgrenze entlastet, was eine Be­lastung für Japan bedeutet. Japan hat daher gegen den Pakt protestiert. Auf der andern Seite hat die russische Gefahr die beiden ostasiatischen Großmächte China und Japan einander nähergebracht: so uneinig sie sich auch sollst sein mögen, in der Be­kämpfung des russischen Bolschewismus sind sie sich einig; wenn man sich in Europa über diesen Punkt

Kautag Hessen-Nassau der NSDAP, in diesem Jahr in Frankfurt a. M !

Am 11. und 12. Full 1936 marschiert die NSDAP, mit allen Gliederungen und an­geschlossenen Verbänden in der Gauhaupt­stadt Frankfurt a.W. zum diesjährigen Gautag auf. Die Vorbereitungen lassen schon jetzt erkennen, daß der Gautag 1936 alle vorangegangenen Gau­tage an Umfang und Teilnehmerzahl bedeutend übertreffen wird. Für alle Vereine und Verbände usw. ist es zweckmäßig, schon jetzt darauf be­dacht zu fein, zwischen dem 20. Juni und dem 20. Juli d. j. mit keinerlei Un­ternehmungen vor die Oeffentlichkelt zu treten.