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Landwirtschaftliche Genoffenschastslagungen in Gießen.

erkennung für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. Gleichzeitig hat auch Reichs- bcinfpräfibent Dr. Schacht dem Jubilar in einem besonderen Schreiben seine und des Reichsbank- Direktoriums aufrichtige Glückwünsche für die der Reichsbank in Treue und Hingebung geleistete Ar­beit übermittelt. Beide Urkunden wurden Herrn Burger von dem Ersten Dorstandsbeamten, Reichsbankdirektor A n tz, in Anwesenheit der ge­samten Gefolgschaft überreicht. Herr ^Burger ist be­reits im Jahre 1908 bei der Reichsbank m (Ziehen eingetreten und somit von sämtlichen Beamten bei weitem am längsten bei der hiesigen Bankanstalt tätig. Auch der Reichssachbearbeiter der Fachschaft Oesfenttiche Banken" hat Herrn Burger im Namen der gesamten Reichsbankbeamtenschaft zu dem 40jährigen Dienstjubiläum eine Glückwunsch­adresse zukommen lassen.

** Geschäftsjubiläum. Am heutigen 15. April kann der Seilermeister und Wagendecken- fabrifant Wilh. Nebhuth, Rodheimer Straße 56, fein 25jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Am heutigen Tage ist Herr N e b h u t h auch seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

** Sie Bautätigkeit im Südviertel. Die Neubauten an der Ecke Aulweg und Wartweg sind im Rohbau nahezu fertiggestellt, während im Günthersgraben, zunächst der Wilhelmstraße, mit der Erbauung eines weiteren Einfamilienhauses begonnen wurde. In der Liebigstraße, zwischen Aul» weg und Ebelstraße, werden die beiderseitigen Bür­gersteige mit Betonunterlage und Basaltinplatten neu befestigt.

** Verkehrsunfall. Am gestrigen Diens­tagvormittag ereignete sich aus der Landstraße nach Lollar in der Nähe der Johannesburg ein 23er- kehrsunfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. An jener Stelle war ein von Gießen kommender Kraftwagen kurz in einen Feldweg eingebogen, um zu wenden und nach Gießen zurückzufahren. Im Augenblick des Wendens kam ein Motorrad­fahrer von Lollar her und streifte den Kraftwagen am Schutzblech des rechten Hinterrades. Dadurch stürzten der Motorradler und feine Begleiterin auf dem Soziussitz. Während der Motorradfahrer un­verletzt blieb, trug seine Begleiterin zum Glück nur geringe Verletzungen davon. An dem Motorrad entstand geringer Sachschaden.

**Der kranke Hund" auf der Inter­nationalen Kölner Hundeausstel» l u n g. Unter dem StichwortDer kranke Hund" beteiligt sich das Veterinär-Pathologische Institut der Universität Gießen an der 3. Reichssiegeraus­stellung für Hunde aller Rassen in Köln am 25. und 26. April in drei Unterabteilungen, und zwar erstensOrgankrankheiten des Hundes", zweitens .Infektionskrankheiten des Hundes" und drittens Parasitäre Erkrankungen des Hundes". Für jeden Hundebesitzer wird gerade diese Sonderausstellung von großem Interesse sein, zumal die einzelnen Krankheiten der Hunde jedem Besucher auf Wunsch erläutert werden.

Amsel, Drossel, $inf und Star...

Jetzt ist schon in der Morgenfrühe die Lust mit lautesten Schall erfüllt von süßem Vogelgesang, und er wird stärker mit jedem Tag. Aus dem unbeküm­merten Tirilieren hebt sich, wenn man näher hin­hört, bald ein Solosänger heraus, ein Vogel, den es bei uns überall gibt: die Amsel. In der Musik­begabung steht die Amsel zweifellos an der Spitze unserer Sänger. Schon Ende Februar erklingt leise und wie probend zuerst ihr Lied. Wenn das erste Frühlicht den Sorgenvollen zum schweren Tagewerk, oder den Kranken zu einem Leidenstage weckt, so tönt tröstend der Gesang der Amsel an fein Ohr. Am Tage geht ihr Gesang leicht in dem lauten Chorgesang der anderen unter, aber am Abend, wenn allmählich ein Vogel nach dem andern verstummt, schwebt über dem schlafenden Orchester das unvergleichlich schöne Duett der Wipfelsänger. Es gibt da auch Unterschiede der Begabungen, wahre Virtuosen, deren sanfte Flötentöne bis $u 12 fein unterschiedene modulierte Strophen wieder­holen, die sogar manchmal transponiert werden, also Note um Note in eine höhere oder tiefere Tonart gesetzt werden. Wenn ihr solche neue Ton­folge geglückt ist, so wird jedesmal eine kleine Pause eingelegt und dann wird die neue Erfin­dung wiederholt. Ihre Base, die Singdrossel, da­gegen läßt einen meist ungefügteren Gesang er­schallen, eine kurze Reihe jubelnder, voller und weithin schallender Töne, die sie herausjauchzt und sprudelt. Oft ist es fast wie Stottern, als ob sie sich nicht zu lassen wüßte vor der Uedersülle in ihrer Kehle.

Erst viel später vernimmt das Ohr mit Entzücken eine ganz neue Stimme, die kleine hinreißend ge­spielte Fiedel der Grasmücke, die vor lauter Früh- lingsseligkeit fast zu zerspringen droht. Was sie wohl denkt? Warum die Vögel wohl singen?

Das Rotkehlchen ist so zutraulich wie kein ande­rer Vogel. Es umhüpft und umknickst den im Garten Arbeiten so nah, daß man sich vorsehen muß, es nicht zu treten ober zu verletzen; munter gucken seine schwarzen Aeuglein ganz aus der Nähe unserem Tun zu. So lebhaft wie sein Wesen ist, so ist auch sein Lied. Es singt schon an frühen Wintertagen, es singt vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Man hat es die Koloratursängerin unter den Vögeln genannt. Die Strophen beginnen mit einigen leisen, außerordentlich hohen Tönen. Es folgt die rasch abfallende Tonkette sich oft fast über­schlagender Melodien, die bann wie eine rounber» schöne ruhige Frage ausklingt, ein ewig-junges, ewig-heiteres Lieb.

Unb bann bie anbern in bem vielstimmigen Chor! Wenn bie Schneefchmelze naht, mag es auch noch so winterlich sein, entschließt sich schon ber Fink au seiner schmetternben Melbung:Sss ist noch früüüh"! Unvergeßlich bas Lieb ber Lerche, wenn man in bie Ferien fuhr, ber Zug auf freiem gelbe hielt unb alles ganz still war. Da sprang ihr Lieb auf, höher unb höher stieg sie im Singen, schien von ber Gewalt bes Silberquells in ihrer Brust gen Himmel geschleubert. Die Stare scheinen mehr in sich hinein zu fingen, zu quirelieren, ihnen schmilzt ber Ton in Der Kehle vor lauter Frühlings- oergnügen.

Da, an einem schönen Abenb, Enbe April, plötzlich ber unverkennbar königliche Schlag ber Nachtigall. Ihre ooUenbete Vvrtragskunst gefällt ihr selbst; wenn sie in bunfler Nacht, laut unb unbekümmert um alle Gefahren, ihr Lieb erschallen läßt, so mochte man bie Hänbe breiten um Dies Wunder, bissen Fall von Febern mit seinen kunstreichen, überquel» lenben unb langgezogenen Tönen.

Wie soll man seiner Bewunberung, seiner Liede unb Dankbarkeit für all biefe Darbietungen Aus- bruck geben? Man kann es, inbem man für flache Dogelbrunnen zum Trinken unb Baben, für Brut­stätten, bie vor allem Zugriff gesichert finb, unb vor allem auch für richtige Winterfütterung in eigenen ober befreunbeten Garten sorgt. M. K.

Der dritte Dfterfeiertag würbe von ben länblichen Genossenschaften des nörblichen Oberhessens unb bes angrenzenden Kreises Wetzlar fleißig ausge- üllt.

Vormittags hielt unter Leitung des Aufsichts­ratsvorsitzenden Landwirt Wilhelm Schwalm (Lollar) die

Kierverwertungsgenoffenschast Gießen im .Frankfurter Hof" in Gießen ihre 2. ordentliche Generalversammlung ab. Der Geschäftsbericht wurde von bem Geschäftsführer Dittmar (Gie­ßen) vorgetragen. Dem Bericht ist folgenbes zu entnehmen: Der Mitglieberstanb hat sich im Laufe bes Geschäftsjahres nicht oeränbert. Der Umsatz an Eiern hat sich gegen bas Vorjahr um rund 810 300 Stück erhöht. Es wurden rund 2 075 200 Stück mit einem Verkaufserlös von 198 540,37 Mark umgesetzt. Der Reingewinn für das verflos­sene Jahr betrug 1064,16 Mark, btr zum größten Teil ber gesetzlichen Reserve zugeschrieben würbe.

Oberrevisor Hartmann wies in kurzen Dar­legungen auf ben gewaltigen Aufschwung tm länb­lichen Genossenschaftswesen hin. Ueberall seien be» beutenbe Umsätze zu verzeichnen. Es sei eine Freube, ba braußen auf bem ßanbe festzustellen, wie sich bie Umsätze in Kassen unb Warengenos­senschaften vermehrt haben. Auch bei ber Eier­verwertung Gießen fei im vergangenen Jahre fleißig gearbeitet worden, unb ein schöner Erfolg zu verzeichnen, obwohl bie Eier-Erfaffung burch bie Lockerung ber Bestimmungen gelitten habe.

Das ausscheibende 23orftanbsmitglieb Lanbwirt Paul Görlach (Eberstabt), sowie bie ausschei- benben Aufsichtsratsmitglieber Lanbwirt Schwalm (Lollar) unb Lanbwirt Schäfer (Annerob) wur­den einstimmig wiebergewählt.

Um bie Mittagszeit tagte, ebenfalls imFrank­furter Hof", bie

Bezirksviehverwertung Gießen

in ihrer zweiten Jahresversammlung. Don bem Verbanb länblicher Genossenschaften war Ober- revisor Hartmann (Gießen) erschienen.

Nach einem Grußwort bes Aufsichtsratsvorsitzen-

Das Geschäftsjahr 1935 wirb von allen Gelb­instituten als sehr günstig bezeichnet. Bei ber Dolks- bank Gießen ist allerbings ein Aufschwung festzu­stellen, der seinesgleichen sucht unb mit ben natio­nalsozialistischen Erfolgen ber Erzeugungsschlacht, ber Arbeitsschlacht, dem Aufbau ber Wehrmacht, sowie mit bem bamit verbundenen wachsenben Ver­trauen begrünbet wirb. Es finb 78 Genossen beige­treten, 15 freiwillig unb 8 burch Tob ausgeschieben. Enbe 1935 zählte bie Bank 565 Genossen mit 626 Geschäftsanteilen unb 375 600 Mark Gesamthaft­summe.

Der Umsatz hat sich in ben letzten Jahren außer- orbentlich erhöht; er betrug auf beiben Hauptbuch­seiten in 1933 = 19 Millionen Mark, in 1934 = 32 Millionen Mark unb in 1935 = 48 Millionen Mark. Die Steigerung betrug mithin in 1934 = 70 v. H. unb in 1935 = 50 v. H. Die Einlagen finb in 1935 um runb 300 000 Mark gestiegen unb betragen jetzt runb eine Million Mark. Sämtliche berech­tigten unb vertretbaren Wünsche ber Genossen auf Gewährung neuer Krebite konnten erfüllt werben. Es würben 118 neue Krebite im Gesamtbetrag von 195 000 Mark bewilligt. Außerbem würben ben Sparern bie zur Rückzahlung gefünbigten 121 000 Mark Einlagen pünktlich zur Verfügung gestellt. Enbe 1935 betrugen die Außenstänbe 716 541 Mark, bie sich auf 448 Krebitnehmer verteilen. 221 Genossen haben Krebite bis zu 1000 Mark, 210 von 1000 bis 5000 Mark unb 17 haben Kre­bite von 5000 bis 10 000 Mark in Anspruch ge­nommen. Es ist natürlich, baß bei ber Genossen­schaft bie Kleinkrebite bevorzugt werben. Die Kre- biete finb vorwiegenb gegen Hypothek, Grunbschulb

Am gestrigen Dienstag fanb imHinbendurg" zu Gießen bie Tagung ber Kreisfachgruppe Oberhessen in ber Reichsfachschaft Imker des Reichsverbanbes ber deutschen Klein­tierzüchter statt, zu ber alle Ortsfachgruppen aus bem Vereinsbezirk Vertreter entfanbt hatten.

Ortsfachgruppenvorsitzender Braun, Siodheim v. t>. Höhe,

begrüßte bie Erschienenen unb gebuchte ber ver­storbenen Ehrenmitglieber Maurer (Gießen), Balser (Albach) unb Weitz (Schotten), beren Anbeuten in üblicher Weise geehrt würbe.

Er erstattete bann ben Geschäftsbericht, aus bem u. a. folgenbes roiebergegeben fei: Das verflossene Bienenjahr gehörte zu den ungünstigsten feit vielen Jahrzehnten. In ben meisten Ortschaften würbe nur ein Stanbburchschnitt erreicht, der einer völligen Mißernte gleichkam. Wenn trotz biefer Unroirt- schaftlichkeit burchgehalten, ja bie Zahl der Bienen­völker noch vermehrt würbe, so beweist bas, wie sehr bie Imker von ber hohen volkswirtschaftlichen Bebeutung ber Bienenzucht burchbrungen finb.

Wir finb eingegtieberf in ben Reichsnährstand unb haben die Pflicht, alles können einzusehen, um bie Lrnährungsfreiheit unseres Volkes sicher stellen zu helfen.

Wenngleich im großen Zeitgeschehen gerabe bie Ar­beit ber kleinen Biene noch nicht voll geroürbigt wirb, so finb es boch Hunberte von Millionen Mark, bie sie allein burch bie Befruchtung ber Kul­turpflanzen erschaffen hilft.

Die Zahl ber Ortsfachgruppen hat sich um eine (Altenburg) oerminbert. Es soll nach bem Willen der Dachorganisation noch eine weitere Zusammen­legung ftattfinben, ba größere Arbeitsgemeinschaf­ten leistungsfähiger hinsichtlich ber Schulung, Bie- nenroeibeoerbefferung unb Leistungszucht finb. Zum Schluß gebuchte ber Dereinsobmann noch ber vor­jährigen großen Ausstellung in Leipzig unb ber Jubi­läumstagung in Gießen unb forberte bie Jmker- fameraben auf, sich rege an ber heurigen Reichs- nährstanbsfchau in Frankfurt a. M. unb ber Reichs- verdanbsfchau in Essen zu beteiligen, bamit burch Stellung von Pflichtsätzen ein voller Erfolg erzielt werbe.

ben Lanbwirt Kehr (Treis a. b. ßba.) erstattete Geschäftsführer Metz (Gießen) ben Jahresbericht. Es würben im vergangenen Jahre insgesamt 1407 Schweine, 1025 Kälber, 668 Stück Großvieh, zwei Pferbe unb 37- Schafe mit einem Betrage von 426195,78 Mark unb 312 Stück Zuchtvieh mit 118 560 Mark umgesetzt. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß sich bie genossenschaftliche Viey- verwertung Vermittlung zwischen Bauer zu Bauer überaus gut eingeführt hat. Vorhanbene Schwierigkeiten müßten noch beseitigt werden.

Für die Folge soll die Zuchtviehvermitttung besser ausgebaut, mit dem arischen Viehhandel sott Hand in Hand gearbeitet werden. Der Viehmarkt in Gießen soll regelmäßig beschickt werden.

Hierzu sei mit ber Viehzentrale Hannover unb mit norb- unb sübbeutschen Diehverwertungsgenossen- schaften ein entsvrechenbes Abkommen getroffen worben. Es fei damit zu rechnen, baß sich ber Viehmarkt in Gießen zu einer Zentrale für Viehvermittlung mehr unb mehr ent­wickeln werbe. Mithin fei es bem Bauer aus bem Bezirk Gießen leicht möglich, an nächster Stelle stets gutes Zuchtvieh zu erhalten.

Oberrevifvr Hartmann (Gießen) erläuterte den vorgelegten Geschäftsbericht, besprach bie Fi­nanzierung der Viehvermittlung unb gab beachtens­werte Winke für bie Weiterarbeit. Der Bericht über bie gesetzliche Revision würbe von Otto Heß (Leihgestern) erstattet.

Die vorgelegte Bilanz würbe genehmigt und Vcrstanb unb Amfichtsrat Entlastung erteilt. Der Reingewinn würbe ber Reserve unb bem Rückstel- lungsfonto überwiesen. Die Festsetzung ber Krebit- grenze für Bankkrebit unb Krebit an Mitglieber würbe im vvrgeschlagenen Sinne genehmigt. Das neue (Einheitsftatut würbe angenommen.

An Stelle bes zurückgetretenen seitherigen Direk­tors Schwalm wurde Lanbwirt Otto Heß II. (Leihgestern) gewählt. Für ben Aufsichtsrat wur­den Karl Höchst (Lonborf), Wilhelm K r i e p (Geilshausen), Lubwig Rinn IV. (Heuchelheim) unb Wilhelm Wagner (Wißmar) wieber- bzw. neugewählt.

ober Bürgschaft gesichert. Blankokrebite werben nicht bewilligt.

Am Kassesthalter betrug ber Umsatz 12,6 Millio­nen Mark. Bei ber Reichsbank wurben'8,1 Millio­nen Mark, auf bem Postscheckkonto 1,6 Millionen Mark umgesetzt. Bei ber Lanbesbauernkasse be« ftanb am Jahresschluß ein Guthaben von runb 240 000 Mark. Unter ben 1200 Genossenschaften im Gau Hessen-Nassau ftanb bie Volksbank Gießen damit an erster Stelle. Zur Diskontierung und zum Einzug wurden 1659 Wechsel hereingenommen, gegenüber 1846 in 1934. Der Wechselbestand be­trug 78 397 Mark, der Bestand an Wertpapieren (Pfandbriefe unb Reichsanleiheablösungsschulb) be­trug 82 452 Mark. Der Bestaub an Bargelb, Schecks, Reichsbank- unb Postscheckguthaben belief sich auf 30 502 Mark. Ohne Berücksichtigung bes Wechselbestanbes betragen bie binnen kürzester Frist verfügbaren Mittel 35 v. H. ber Gesamtverbinb- lichkeiten, so baß bie ßiquibität als sehr günstig be­zeichnet werben kann.

Die Bilanzsumme hat sich um 316 729 Mark auf 1 197 851 Mark, mithin um 37 v. H. erhöht. Auf ber Passivseite ber Bilanz stehen außer ben bereits ermähnten Einlagen bie Geschäftsguthaben ber Genossen mit 124 656 Mark, bie gesetzlichen Reser­ven mit 28 000 Mark unb ein Rückstellungskonto für etwaige Ausfälle mit 16 000 Mark. Der Rein- gewinn beträgt 6089 Mark, gegenüber 5891 Mark im Vorjahr. Daraus ersieht man, baß bie erheb­liche Steigerung bes Umsatzes unb ber Bilanz­summe bie Rentabilitätsberechnung kaum beein­flußt haben. Nach alten genossenschaftlichen unb neuen nationalsozialistischen Grunbsätzen wirb bas

Die Königinzucht hat unter bem neuen Ob­mann G. Bobenbenber (Gießen) eine gute Vorwärtsentwicklung genommen. In her Ortsfach­gruppe Butzbach würbe eine neue Königinbeleg­station in Bobenrob geschaffen. In Hungen unb in Schotten finb bie Vorbereitungen bazu bereits ge­troffen, so baß bort in Kürze mit ber Inbetrieb­nahme zu rechnen ist.

Auch in ber Seuchenbekämpfung finb gute Ergebnisse erzielt worben. Darmseuche unb Faulbrut finb noch in wenigen Fällen aufgetreten, so baß bei Fortführung ber Stanbrevisionen mit dem balbigen Nieberkämpfen biefer ansteckenben Krankheiten zu rechnen ist.

Bezüglich ber Wanberung konnte im Ge­schäftsjahr nur ein eifrige Propaganba burchgeführt werben. Bereits finb Vorkehrungen getroffen, um ^Säuberungen in ben Schwarzwalb zu ermöglichen. Ein geeigneter Platz für Aufstellung von mehreren taufenb Völkern würbe erworben. Die Bauern­kammer hat volle Unterstützung zugefagt, vor allem für Gebiete ohne Haupttracht.

Die Stellung zur ßanbesfadjgruppe hat sich aeänb"rt. ba die Kreisiachgruopen keine felb- ftänbige Kaffenführung mehr besitzen unb ganz von biefer abhängig finb. Der Vorsitzenbe stellte mit Stolz fest, baß in ber Lanbesfachgruppe gerabe Oberhessen wichtige Aemter besetzt, unb forberte zur rüstigen Mitarbeit im neuen Geschäftsjahr auf.

In ber Aussprache würbe u. a. Aufklärung ge­geben über bie burch ben Reichsausschuß für Die deutsche Zuckerwirtschaft vorgesehene Verbilligung hes Bienenzuckers, bie je Pfunb etwas über 5 Pfennig beträgt.

Der Kassenbericht

Rechner S t a u b a ch (Staben) trug ben Kassen­bericht vor. Danach ergab sich bei 1551 Mitgliebern unb 30 Ehrenmitgliebern eine Einnahme von 7248,02 Mark, ber eine Ausgabe von 7315,50 Mark gegenübersteht. Das Vereinsvermögen setzt sich in ber Hauptsache aus Mikroskopen, Filmen, Stock- waagen unb einer Fachbücherei zusammen. Für das Winterhilfswerk würben 6,5 Zentner Bienen­honig unb 115 Mark Bargelb gestiftet. Aus der Seuchenkasse werben solche Imker bebacht, beren Völker infolge Krankheitsbefall abgefchwefelt werben müssen.

Verbienen" klein unb basDienen" groß ge­schrieben. Der Zinsüberschuß betrug 26 279 Mark. Die persönlichen unb sachlichen Unkosten beliefen sich nach Abzug ber Ersatzposten auf 16 200 Mark. Dazu kommen noch 4594 Mark Steuern. Die Oe- famtunkosten betragen 1,7 v. H. ber Bilanzsumme unb liegen weit unter bem Reichsburchschnitt. Den Einlegern werben bie durch den zentralen Kredit- ausschuß festgesetzten Höchstzinsen für Kredit- genossenschaften vergütet. Den Schuldnern werden 5,5 v. H. Zinsen berechnet. Der Reingewinn soll, wie im Vorjahr, zur Ausschüttung einer 4vrozentigen Dividende und zur Stärkung ber Reserven Der- roenbet werden.

Am gestrigen Dfterbienstag hielt bie Volksbank im CafL ßeib ihre orbentliche Generalversammlung ab, bie von 275 Genossen besucht war. Der Vor­sitzenbe bes Aufsichtsrats, Rechtsanwalt Zimmer (Gießen), begrüßte bie Erschienenen mit herzlichen Worten. Besonberer Willkommengruß aalt Direktor (Hb mann von ber Lanbesbauernkasse in Frank­furt a. M. Er wies bann auf ben günstigen (Be- fchäftsganq ber Bank hin unter befonberem Hin­weis, baß entsprechen!) ber Zusammensetzung der Mitglieder und den Zielen ber Bank erhebliche Krebite gerabe an bie bäuerlichen unb Heineren Kreise gegeben worben seien. Im Anschluß baran sprach er ernste Worte über bie Pflichten der Kre­bitnehmer, bie heute befonbers zu beachten seien. Sein Dank galt ben Mitgliebern bes Vorstanbes unb ber Gefolgschaft ber Bank. Dann gebuchte ber Vorsitzenbe der Toten bes vergangenen Jahres unb roibmete bem so früh bahingeschiebenen seitherigen Vorsitzenben bes Aufsichtsrats, Kreisbauernführer Dörrschuck, einen warmen Nachruf.

, Direktor Hartmann erstattete einen ausführ­lichen Geschäftsbericht, aus bem folgenbe, für bas Genossenschaftswesen wichtigen Ausführungen inter­essieren. Der finanzielle unb wirtschaftliche Auf­schwung sei in erster Linie bem Führer Abolf Hitler zu Derbanfen, ber ben Weg gezeigt und bas Volk gesammelt habe. Wenn Führer unb Volk treu zusammenstehen, gehe es immer aufwärts. Dieses Treue- unb Vertrauensoerhältnis braucht auch jebes Einzelunternehmen unb jebe Genossen­schaft. Die Verwaltung hat wohl, äußerlich ge­sehen, bas Recht zum Regieren, aber innerlich die erste Pflicht, bie Geschäfte einroanbfrei zu führen unb bamit ben Mitgliebern zu bienen. Dieses Be- bürfnis nach Pflichterfüllung barf sich nicht auf Vorstand unb Aufsichtsrat beschränken, fonbern muß sich auch auf bie Mitglieber ausbehnen, bie ja Teilhaber an bem Unternehmen finb. Eine Ge­nossenschaft kann nur gebeihen, wenn bie Führung ehrlich, sauber unb korrekt ist, wenn bie Genos­sen Vertrauen zur Führung haben unb treu zur Fahne halten. In biesem Sinne sei seither erfolg­reich gearbeitet worben, unb so solle es auch weiterhin bleiben.

Die Bilanz würbe einstimmig genehmigt unb bem Vorschlag ber Verwaltung über bie Gewimmer- teilung zugestimmt. Nach bem Bericht über bie gesetzliche Prüfung wurde dem Vorstand und Auf­sichtsrar Entlastung erteilt. Die statutengemäß aus- scheidenden Aufsichtsratsmitglieder Fritz, Kock und Zimmer, sowie bas Vorstanbsmitglied Sommer würben wiebergewählt. Bezirksbauern- führer Metzger würbe neu in den Aufsichtsrat gewählt.

Die Volksbank war feit ihrer Gründung streng arisch eingestellt und hat sich stets für das Zu­sammenarbeiten von Stadt und Land eingesetzt. Im Sinne wahrer Volksgemeinschaft und genossenschast- licher Treue ist auch die diesjährige Generalver­sammlung verlaufen.

Direktor E i ö m a n n (Frankfurt a. M.) dankte in herzlichen Worten für den freundlichen Will- kommengruß und begrüßte die sehr gute Entwick- lung und den Aufbau der Volksbank. Stets habe sie sich als guter Stützpunkt ber Lanbesbauernkasse erwiesen. Dies sei in ber gegenwärtigen Zeit bes Aufbaues sehr wertvoll.

Zum Schluß bankte ber Vorsitzenbe bes Aufsichts­rats, Rechtsanwalt Zimmer, allen Mitgliebern für ihre Mitarbeit unb schloß mit einem Sieg- Heil auf ben Führer bie harmonisch verlaufene Generalversammlung.

Ortsfachgruppenvorsitzenber B e ch t o 1 b (Helben- bergen) beleuchtete als Rechnungsprüfer bie saubere unö einbmanbfreie Führung ber Rechnung, so baß ber Versammlungsleiter bem Rechner für bie um­sichtige unb gewissenhafte Arbeit ben Dank aus- sprach.

Ein Vortrag.

Den Höhepunkt der Tagung bildete ein Vortrag oon Dr. Hugo Schauberl von ber Pflanzen- physiologischen Versuchsstation ber Lehr- unb For- schungsanstalt für Wein-, Obst- unb Gartenbau in Geisenheim (Rhein) überbie Befruchtungsver- hältnisse bei unseren Obstgewächsen." Nachbem ber Vortragenbe einen geschichtlichen Rückblick über bas jüngste Wissenschaftsgebiet bes Obstbaues, bie Blütenbiologie, gegeben hatte, suchte er folgenbe Aragen klarzulegen unb zu beantworten: Welche Arbeit leistet bie Biene bei ber Bestäubung? Welche praktischen Schlußforberungen müssen Imker unb Obstbauer baraus ziehen?

Wir unterscheiben selbstfruchtbare unb selbstun­fruchtbare Obstgehölze. Sämtliche Kernobstsorten (Birnen, Aepfel) finb völlig ober praktisch selbst- unfruchtbar. Es muß also ber Blütenstaub von gu­ten Pollenspenbern burch bie Insekten auf bas Fruchtblatt übertragen werben. Zu 90 v. H. geschieht bies burch bie Honigbiene.

Beim Steinobst gibt es selbstfruchtbare unb selbst- unfruchtbare Sorten, unb zwischen diesen sämtliche Uebergänge. Quitten unb Sauerkirschen finb selbst- fruchtbar. Nach ben bisherigen Untersuchungen sind sämtUche Süßkirschensorten selbstunfruchtbar. Bei ben Pflaumenarten kommen auch beide Gruppen vor. Pfirsich und Aprikosen sind durchweg selbst- fruchtbar. Beim Schalenobst (Walnüsie, Haselnüsse) wird bie Uebertragung bes Pollenstaubes burch den Winb besorgt. Beerenobst ist in ber Hauptsache selbstfruchtbar. Nur eine einzige Birnsorte ist jungfernfrüchtig, b. h. sie bringt ohne jegliche Be- ftäubung Früchte hervor.

Reicher Beifall dankte dem Redner für seine lehr­reichen Ausführungen. In ber Aussprache wies Dr. Tempel oon ber Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen auf bie Zusammenarbeit seiner Dienst­stelle mit ben Bienenzüchtern unb Obstbauern hin unb betonte, baß nur durch Pflege der Obstbäume, ordnungsgemäße Bienenzucht unb Nützlingsschutz, vor allem Vogelschutz, ein lohnender Obstbau ge­trieben werben könne. Auf die Verwendung trorf

Jahresabschluß und Generalversammlung der Volksbank Gießen.

Tagung der Oberhessischen Imker in Gießen.