Ausgabe 
14.8.1936
 
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Großartige Erfolge der deutschen weiter.

Olympiasieger Berlin.

Berliner Brief.

Goldene und Silberne Medaille in der Oreffurprüfung.-Kathe Köhler erhält dieBronzene" im Turmspringen. Siege der holländischen Schwimmerinnen. Norwegen erringt die Bronzene Medaille im Kußballwettbewerb.

Es gab bisher noch keinen Wettkampftag der XI. Olympischen Spiele, an dem Deutschland nicht wenigstens eine Goldene Medaille errungen hat. Tag für Tag sorgte unsere Olympia-Mannschaft in den verschiedensten Disziplinen dafür, daß die Liste der errungenen Goldmedaillen erweitert wurde. An diesem Donnerstag nun, dem 12. Wettkampftag der Berliner Spiele, waren es die Reiter, die für Deutschland gleich zweiGoldene" und eine Silberne" herausholten. In der Großen Olym­piadressur belegte Oblt. von Pollay aufKro­nos" den ersten Platz, Mas. Gerhard sicherte sich aufAbsinth" den zweiten Rang, und durch diese beiden ersten Plätze war Deutschland auch der Sieg in der Mannschaftswertung nicht zu nehmen. Als'Oberlandstallmeister Rau im Reiterstadion auf dem Maifeld diesen einzigartigen deutschen Sieg verkündete, brauste begeisterter Jubel der Zehn­tausende auf den überfüllten Zuschauertribünen über das Feld. Stundenlang währten am Mittwoch und Donnerstag die Kämpfe der Reiter, und im­mer von neuem wurden die Zuschauer, Fachleute wie Laien, hingerissen von der hohen reiterlichen Kunst und dem prachtvollen Pferdematerial in der Reitbahn. Noch größer aber war ihre Begeisterung, als der erste Reiterwettbewerb dieser Olympischen Spiele mit einem so überragenden deutschen Sieg endete. Die Bronzene Medaille errang Major D o d h a j s k y für Oesterreich, während in der Mannschaftswertung Frankreich und Schwe­den die Plätze hinter Deutschland belegten.

Die Bronze-Medaille des Tages kam auf das Konto des deutschen Schwimmsportes, der mit Anni Köhler im Turmspringen der Frauen hinter zwei Amerikanerinnen den dritten Preis ge­wann. Damit ist die deutsche Medaillen-Gewinn- liste auf 21 Goldmedaillen, 19 Silber- und 26 Bronze-Medaillen angewachsen. Deutschlands schärf­ster Rivale auf sportlichem Gebiet, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, kann nach den Ergeb­nissen dieses Tages 20 Gold-, 15 Silber- und 8 Bronze-Medaillen aufweisen.

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Das Schwimm-Stadion war auck am Donnerstag wieder einer der Hauptanziehungs­punkte für die Olympia-Besucher. Am Vormittag schon wurde das Turmspringen der Frauen entschieden. Auch hier kam die amerikanische Sprin­ger-Schule zu einem glanzvollen Erfolge. Olympia- Siegerin 1936 wurde Dorothy Hill- Poynton, die schon 1932 in Los Angeles für die USA. die Gold­medaille errungen hatte. Hinter der blonden Do­rothy belegte ihre Landsmännin Velma Dünn mit knappem Punktrückstand den zweiten Platz vor der Deutschen Anni Köhler, die ebenfalls nur ganz knapp nach Punkten zurücklag. Die Japanerin O s a w a wurde Vierte, G i l l i s e n (USA.) Fünfte und Kono (Japan) Sechste. Die beiden Frankfur­terinnen Aenne E h s ch e i d t und Anni Kapp wurden Achte bzw. Elfte.

Am Vormittag wurden auch noch die Vorläufe zum 400-Meter-Freistilschwimmen der Frauen ausgetragen. An diesem Wettbewerb sind deutsche Frauen nicht beteiligt. Die vier Vor­läufe zum 1500-Meter-Freistilschwim- men der Männer wurden auf den Vormittag und Nachmittag verteilt. Am Vormittag qualifi­zierte sich Arendt hinter Jshiharada (Ja­pan) und L e i v e r s (England) im ersten Vorlauf für die Zwischenentscheidung. Am Nachmittag brachte Deutschland dann auch noch Freese, der Dritter hinter U t o (Japan) und F l a n a g a n (USA.) wurde, sowie Przywara, der ebenfalls Dritter hinter Christy (USA.) und Main- wright (England) wurde, für die Zwischenläufe durch.

Auch im 200-Meter-Bru st schwimmen der Männer kamen zur Freude aller deutschen Zuschauer aus den Dorläufen Sietas, Balke und Heina in die Zwischenläufe. Sietas schwamm als Zweiter hinter dem in neuer olympischer Re­kordzeit siegenden Japaner H a m u r o (2:42,5 Min.) ebenfalls eine Zeit, die noch unter dem 1932 von Tsuruta in Los Angeles aufgestellten Olympia- Rekord blieb. In den Zwischenläufen zum 10 0» Meter-Rückenschwimmen der Männer sind dagegen die drei Deutschen Simon, Schwarz (als 6. und 7. im ersten Zwischenlauf) und Schlauch (als Vierter im zweiten , Zwischen­lauf) ausgeschieden.

Die zweite Goldmedaille dieses Tages im Schwimmen wurde im 100-Meter-Rücken- fchwimmen der Frauen vergeben. Holland kam hier zu einem großen Sieg durch Dina Senfs und Rie M a st e n b r o e k, die auf den beiden ersten Plätzen vor den Amerikanerinnen Alice B r i d g e s und Edith M o r t r i d g e einkamen. Im Wasser­ball wurden zwei Spiele der Endrunde um den fünften bis achten Platz ausgetragen. Holland besiegte Oe st erreich knapp mit 5:4 (2:3) und Schweden blieb gegen England mit 4:2 (2:1) erfolgreich.

Im Fußball-Turnier kämpften im Reichs» sportfeld vor über 80 000 Zuschauern Norwegen und Polen um den dritten und vierten Platz. Die Norweger siegten nach einem spannenden Kampf etwas glücklich mit 3:2 (2:2) und gewannen dadurch die Bronzene Medaille. Das Endspiel um den Olympischen Sieg bestreiten Oesterreich und Italien am Samstag im Reichssportfeld.

Im Hockey- Turnier wurde die Trostrunde mit drei Spielen abgeschlossen. Japan besiegte Däne­mark mit 4:1 (1:0), Ungarn war über die spiel­starken Belgier mit 1:0 (1:0) erfolgreich, und Afghanistan schlug USA. sicher mit 3:0 (1:0). Eine Wertung des Hockey-Trost-Turnieres erfolgt bekanntlich nicht.

Im Basketball -Turnier qualifizierten sich die beiden favorisierten amerikanischen Mannschaften von USA. und Kanada für das Endspiel. USA. fertigte die Mexikaner sicher mit 25:10 (13:2) ab, und Kanada blieb über Polen ganz überlegen mit 42:15 (25:6) erfolgreich. Polen und Mexiko kämpfen am Freitag um die Bronze-Medaille. Uruguay und die Philippinen, die im letzten Ausscheidungstreffen Italien mit 32:14 (18:8) besiegten, um den fünften und sechsten Platz.

In Grünau waren bei der Olympischen Ruder- Regatta am Donnerstag zwei deutsche Boote im Kampf. Der Wiking-Achter qualifizierte sich durch seinen Sieg im Hoffnungslauf für die Ent­scheidung und der deutsche Meister im Einer Gu­

stav Schäfer gewann das erste Vorentscheidungs­rennen klar vor Barrow (USA.), Girogio (Argentinien) und V e r e y (Polen), der bei 1500 Meter aüfgab. Schäfer steht nun mit den Vertre­tern der Schweiz, von USA., Oesterreich, Argenti­nien und Kanada im Entscheidungsrennen des Einers.

Im Säbelfechten erreichte die deutsche Mannschaft zusammen mit Ungarn, Italien und Polen die Endrunde. Die deutschen Fechter allen voran Erwin C a s m i r schlugen sich glänzend und blieben in den entscheidenden Kämpfen der Vorendrunde immer Sieger.

Auch bei den Boxern gab es am Donnerstag wieder große deutsche Erfolge. Außer Schmedes und Stasch befinden sich noch alle deutschen Boxer im Rennen. Kaiser schlug im Fliegen­gewicht den Uruguayer T r i c a n i c o nach Punk­

Berlin, 13. Aug. (DNB.) Im Olympia-Sta­dion veranstaltete die deutsche Wehrmacht am Don­nerstagabend ein Konzert mit dem größten Auf­gebot an Musikern, das wohl jemals in Deutschland ein musikalisches Programm bestritten hat. In Anwesenheit des Führers und Reichs­kanzlers legten unter der Leitung des Heeres- musikinspizienten Prof. Schmidt und Ver­dien und des Luftwaffenmusikinspizienten Prof. Husadel etwa 1800 deutsche Heeresmusiker und Spielleute vor 100 000 Zuschauern aus aller Welt ein Zeugnis ihrer Musizierkunst ab. In der Ehren­loge wohnten neben dem Führer und Reichskanzler der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr v. Fritsch und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Raeder dem Konzert bei.

Auf der Rasenfläche hatte man ein mit der Reichskriegsflagge umkleidetes hohes Podium für die Dirigenten und einen kleineren Sockel für den Tambourmajor der Spielmannszüge errichtet. Als kurz nach Einbruch der Dunkelheit der erste Schein­werfer ausblitzte, leuchtete weithin eine riesige Kriegsflagge, die die ganze Anzeigentafel verdeckte. Punkt Uhr kündigte ein Kommando den Be­ginn des Einmarsches der Musiker an. Mit dem HeeresmarschPreußens Gloria" ziehen unter Vorantritt der Mufikinspizienten der Wehr­machtteile 45 Musikkorps und 320 Spielleute vom Marathon-Tor her in die Kampfbahn ein, während an den Siegermasten die Reichskriegsflagge, flan­kiert von den olympischen Farben, aufsteiat. Er­öffnet wird der lange Zug durch die Spielrnanns- züge, dann folgen die Musikkorps. Hell blitzen die Instrumente, sauber ausgerichtet wie in einer Spielzeugschachtel vollzieht sich der Aufmarsch. Gleichmäßig im Takt sieht man die Arme der Spiel­leute auffliegen, in deren Mitte in gleichen Ab­ständen die weißen Mützen der Kriegsmarine auf­leuchten. In breiter Front marschieren die Spiel­mannszüge mit der Front zur Ehrentribüne auf, die Musikzüge formieren sich mit der Front zum Dirigentenpult, im ersten Glied die Kesselpauker und die Fanfarenbläser der Kavallerie.

Heeresmusikinspizient Verdien dirigiert den ersten Teil. Die klassische Musik, das Vorspiel zur OperDer Freischütz^ und die Ouvertüre zur Oper Rienzi", meistern die Musikkorps mit gleicher Voll­kommenheit wie die Militärmärsche, unter denen der Marsch der Landsknechte von Schreck besonders starken Beifall erntet. Unter Leitung des Musik­inspizienten der Luftwaffe Professor Husadel folgen dann historische Märsche.

Nach Abschluß des ersten Teils verlöschen die Scheinwerfer. Kommandos hallen durch die Dunkel­heit, und zu Füßen des Olympischen Feuers durch das Marathontor beginnt der Einmarsch der Fackel­träger, die den Großen Zapfenstreich er­öffnen. Wie eine Perlschnur säumen die Fackelträ­ger das große Oval, in zwei Gliedern schließen sie sich um die Musikkorps. Unter Leitung von Ma­jor H o f m e i st e r marschiert dann der Zapfen­

ten, M u r a ch gelangte zu einem sicheren Punkt­sieg gegen den holländischen Weltergewichtler Beckers und Vogt sicherte sich gegen den Fin­nen K o i v o n e n ebenfalls den Punktentscheid.

Oie Peruaner bleiben in Deutschland

Berlin, 13. Aug. (DNB.) Dank der verständ­nisvollen Vermittlung des peruanischen Gesandten in Berlin hat die peruanische Olympiamannschaft beschlossen, nicht zu einem Freundschaftsspiel nach Frankreich zu reisen, sondern in Deutschland zu bleiben und hier ein deutsch-perua­nisches Freundschaftsspiel auszutragen. Der Beschluß ist darauf zurückzuführen, daß die peruanische Mannschaft vermeiden will, daß ihre Abreise irgendwie als ein Affront gegen Deutsch­land aufgefaßt werden könnte.

streich ein, zusammengestellt aus je einer Kompanie des Heeres, der Marine und der Luftwaffe. Fackel­träger begleiten den Offizier, dessen Rappe im Takte der Musik tänzelt. Wie ein Schlag kehrt das Echo des Marschtritts von den Mauern der olympi­schen Sportstätte zurück. Der Major meldet dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht zur Ehrentribüne hinauf:Großer Zapfenstreich mit 3200 Mann angetreten!"

Schon setzt das Locken der Spielmannszüge ein, der Zapfenstreich der Fußtruppen folgt, dann der Zapfenstreich der berittenen Truppe. Aus der Ferne schallen die Fanfaren der Kavallerie. Spielmanns­züge und Musikkorps brechen ab, die Soldaten ent­blößen auf das KommandoHelm ab zum Gebet!" das Haupt, hunderttausend Menschen erheben sich von den Plätzen, und weihevoll steigt es auf zum NachthimmelIch bete an die Macht der Liebe". Wieder locken dann die Spielleute. Das Lied der Deutschen und das Kampflied der Bewegung, mit- gefungen von den vielen Anwesenden, beschließen den Großen Zapfenstreich.

Noch einmal formieren sich die 3200 Mann, und in Zwölferreihen ziehen die Truppen, die Spiel- mannszüae und die Musikkorps vor dem Führer vorüber. Alles springt von den Plätzen. Das Reichs­sportfeld gleicht einem brodelnden Kessel, bis im Marathontor die letzte Fackel verschwunden ist.

Empfang beim Rüforer.

Berlin, 13. Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler gab gestern zu Ehren ausländischer Olympiagäste ein Abendessen, an dem teil­nahmen: Sir Robert Vansittart und Lady V a n s i t t a r t, der königl. britische Botschafter Sir Eric P h i p p s, Lord und Lady R e n n e l l, Lord und Lady Aberdare, Lord B a r n b y , Lord Clydesdale, Ward P r i c e, Gräfin C a l v i d i B e r g o l o, Prinzessin von Savoyen, Graf und Gräfin Baillet-Latour, Botschafter a. D. Dr. Schur mann, der polnische Staatssekretär Graf S z e m b e k und Gräfin Szembeck, der polnische Botschafter L i p s k i, der ungarische Finanzminister von Fabinyi und Frau, der ungarische General der Kavallerie von H o r t h y , der königlich ungarische Gesandte Sztojay, der jugoslawische Minister Dr. R o g i c und Frau, der königl. jugoslawische Ge­sandte Cincar-Markowic und Frau, der Staatssekretär der Südafrikanischen Union van Rendsburg, der Gesandte der Südafrikanischen Uniton Dr. G i e und Frau sowie Konrad Hen­lein- Prag. Ferner waren die Mitglieder der Reichsregierung und eine Reihe weiterer Ehrengäste mit ihren Damen anwesend. Nach dem Essen er­freuten Maria Müller, Constanze Nettes­heim, Rudolf Bockelmann, Josef von Ma­now a r da, Michael R a u ch e i s e n, Heinrich S ch l u s n u s und Walter Ludwig die Gäste durch Gaben ihrer Kunst.

Die Olympischen Spiele in Berlin nähern sich nach vierzehntägiger Dauer ihrem Ende. Noch immer aber herrschen der Jubel und die Begei­sterung des ersten glanzvollen Eröffnungstages. Wer geglaubt hatte, daß die Anteilnahme an den Wett­kämpfen auf dem Reichssportfeld nach dem ersten Rausch allmählich nachlassen würde, und etwa hieran die Hoffnung geknüpft hatte, vielleicht doch noch eine Karte für das Olympia-Stadion zu er­wischen, mußte sich eines besseren belehren lassen. Tag für Tag war das Olympia-Stadion ausver­kauft! Tag für Tag saßen in ihm hunderttausend Zuschauer, ja an einem Tage hat man es sogar durch geschickte Ausnutzung der oberenKante" des steinernen Ovals verstanden, 125 000 Zuschauer unterzubringen.

Völlig aussichtslos aber ist der in diesen Tagen immer wieder unternommene Versuch, etwa noch einer Karte zur S ch l u ß f e i e r der Olympischen Spiele am Sonntagnachmittag habhaft zu werden. Schon seit Wochen sind alle Karten vergriffen. Alles Bitten und Betteln,hintenherum" zu einer Ein­trittskarte zu kommen, ist vergebens. Selbst die lockendsten Angebote werden lachend ausgeschlagen. Jeder will seine mühsam errungene Karte selbst ausnutzen, um an dieser erhebenden Schlußfeier der XI. Olympischen Spiele teilnehmen zu können.

Wie die Begeisterung und der Jubel keine Min­derung erfahren hat, so auch nicht die Bewunderung einer ganzen Welt über die glänzende Organisation, die Deutschland bei diesen Spielen gezeigt hat. Be­denkt man, mit welchem Vorurteil und, mitunter auch, mit welchem Mißtrauen so mancher Auslän­der die Grenzen des Deutschen Reiches überschritten hat, so können wir Deutsche froh und stolz sein, daß der Erfolg der Berliner Spiele so vorbehaltlos und offen vom gesamten Auslande zugegeben wird. Das schönste Lob und die beste Anerkennung aber sprach wohl jener Gast aus den Vereinigten Staaten aus, der da meinte, daß der eigentliche Olympiasieger Berlin sei, denn Berlin habe bei der Herrichtung der Olympischen Spiele einen bisher noch nicht er­reichten Weltrekord erzielt!

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Die Schlußfeier im. Olympia-Stadion ist übrigens nicht die einzige Veranstaltung, die die Olympischen Spiele krönen wird. Einem gemein­samen Mittagessen der Generalsekre­täre aller Olympischen Komitees, das am Sams­tag auf den herrlich gelegenenTerrassen am Sta­dion" eingenommen werden wird, folgt am Abend das große S o m m e r f e st des Neichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Das Fest findet in den Räumen des Schlosses Babelsberg bei Potsdam statt. Noch einmal werden so die Vertreter von mehr als fünfzig Nationen Gäste der deutschen Reichsregierung sein. Und wenn jüngst gesagt wurde, daß die Olympischen Spiele eine weit größere Bedeutung als dieSpiele" des Genfer Völkerbundes hätten, so wird vielleicht auch dieser Völkerbundsabend" im Schloß Babelsberg auf das künftige Schicksal der Welt einen größeren Ein­fluß ausüoen als die zündende Rede, die je in Genf abgelesen wurde! Am Sonntagabend wer­den sich dann noch einmal sämtliche aktive Teil­nehmer zu einem Fe st in derDeutschland­halle" vereinigen, zu einem letzten Berliner Kameradschaftsabend der Jugend der Welt

Aber noch ist das Ende der Olympischen Spiele nicht gekommen, noch durchrasen stürmische Bei­fallswellen das weite Rund des Stadions, die, während diese Zeilen geschrieben werden, ein som­merwarmer Abendwind bis zu den geöffneten Fenstern der Wohnungen von Spandau-Pichelsdorf trägt; noch erklingen zur Siegerehrung die Natio­nalhymnen der Völker; noch erstrahlt der Himmel vom hellen Glanz der Scheinwerfer und Bogen­lampen; noch drängen sich begeisterte Zuschauer­massen in den Wandelgängen des Stadions. Wenn diese Wandelgänge sprechen könnten! Was haben sie nicht alles erlebt! Neben der atemlosen Span­nung, neben dem orkanartigen Brausen des Bei­falls auch viele lustige Auftritte und Begebenheiten. Denn hier traf sich eine Welt, die sich wohl mit dem Herzen, oft aber nicht mit der Sprache ver­stand.

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Hier war es auch, wo ein junger Berliner Pimpf, der sich mit seinen Eltern vor dem Stadion treffen wollte, von Gruppe zu Gruppe, von einem Auf­seher zum andern lief und, fast schon dem Weinen nahe, immer wieder vergebens nach demCousin- Platz" fragte. Niemand konnte Auskunft geben. Denn wo im weiten Berlin mag nur derCousin-

Das Olympische Jener in kiel erloschen.

Nach Beendigung der Segel-Olympiade fand an der Bellevue-Brücke in Kiel bei Fackelbeleuchtung die Schlußfeier der Segler° kämpfe statt. Der Führer des Deutschen Seglerverbandes, Oberslleutnant K e w i f ch, gab nach der Siegerehrung den Befehl zum Niederholen der Olympischen Flagge und zum Löschen des Olympischen Feuers auf der Hansekogge. Im Vordergrund auf dem Podium sieht man die siegreichen deutschen Segler» (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Führer beim Konzert her Wehrmacht im Olympia-Stadion.