Ausgabe 
14.8.1936
 
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Platz" liegen? Und doch hat der kleine Pimpf end­lich sein Ziel erreicht, als ihn nämlich einer, den er fragte, mißverstand und ihn nach dem C 0 u - bertrn-Dlatz wies, wo er auch richtig seine Eltern fand. Der greise Baron de Coubertin, der Schöpfer der Olympischen Spiele der Welt, dem zu Ehren man dem Platz vor dem Südtor des Stadions seinen Namen gab, würde wohl herzlich auflachen, wenn er von diesem Mißgeschick des kleinen Berliner Pimpfen hören würde.

Wie sich am Reichssportfeld die Massen drängen und stoßen, so auch unter denLinden" und ganz besonders an der historischen Kranzler- E ck e. Diese Ecke, an der sich das alte Cafe Kranz- ler befindet, besitzt von jeher internationalen Ruhm. Hier trifft sich seit undenklicher Zeit die Welt und gibt sich bei einer Tasse Kaffee ein Stelldichein. Und beim olympischen Zeus! auch jetzt wie­der ist diese Ecke Mittel- und Treffpunkt der Welt gewesen. Don neuem hat sie ihren Ruf befestigen können? Denn an dieser Ecke trafen sich an einem Nachmittag der Olympischen Spiele zwei riesen­große Kraftwagen. Der eine kam die Friedrich­straße, der andere dieLindep" herauf. Plötzlich ein markerschütternder, doppelter Freudenschrei! Zwei Freunde, in zwei verschiedenen Staaten Nord­amerikas beheimatet, sahen sich seit vielen, vielen

Jahren, zum erstenmal wieder. Aber nicht tn ihrer amerikanischen Heimat, sondern eben an der Kranzler-Ecke in Berlin! Es bedurfte aller Kunst des den Verkehr regelnden Wachtmeisters, um die beiden, sich heißumarmenden Freunde zu veranlassen, ihre Wiedersehensfreude um etliche Mi­nuten hinaus» und die inzwischen herrenlos parken­den Kraftwagen vom Schnittpunkt Friedrichstraße- Unter den Linden wegzuschieben!

ImSegelflugzeug von Berlin nach Kiel

Berlin, 13. Aug. (DNB.) Der ungarische Se­gelflieger Rotter bat dieser Tage mit einem Se­gelflugzeug eigener Konstruktion, das er eigens für Streckenflüge konstruiert hat, einen Ueberland- flug vorn Sportflughafen Rangsdorf bei Berlin nach Kiel-Holtenau ausgeführt. Rotter ließ sich um 12.30 Uhr in Rangsdorf von einem Motorflugzeug 400 Meter hochschleppen, gewann infolge thermischer Aufwinde größere Höhe und ging in nördlicher Richtung auf Strecke. Er flog über Berlin, Schwe­rin, Lübeck, Kiel und landete um 17.40 Uhr in Hol­tenau bei Kiel, nachdem er vorher über der Kieler Bucht mehrere Loopings ausgeführt hatte. Graf Baillet-Latour, Dr. Lewald, Staatssekretär General der Flieger Milch und Reichsluftsportführer Oberst Mahnte beglückwünschten telegraphisch den erfolg­reichen Segelflieger.

Wie sieht es in der Wirtschaft aus?

Berlin erweckt in diesen Tagen mit seiner durch keine Polizeistunden gehemmten Unruhe den Eindruck einer Weltstadt. Fremde Sprachen klingen durch die Straßen, durch die Verkehrsmittel, durch die Geschäfte. Fremde Trachten, fremde Gesichter auf allen Straßen. Nicht nur Sportler find es, die in diesen Tagen die Stadt bevölkern, sondern eine ganze Äeihe Menschen aus aller Herren Länder, die das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und neben dem sportlichen das wirtschaftliche Leben Deutschlands studieren. Immer wie­der hört man die Versicherung von Ausländern, daß sie über die Vielgestalttgkeit und die starke Zusammenballung wirtschaftlicher Unternehmungen in der Reichshauptstadt höchst überrascht sind. Das kann nicht weiter wundernehmen, wenn man be­rücksichtigt, daß saft alle Wirtschaftszweige hier mit großen, angesehenen Unternehmungen vertreten sind. Berlin ist eines der großen Schaufenster des Reiches. Allein ein Drittel aller in der elektro­technischen Industrie Deutschlands Beschäf­tigten sind in der Reichshauptstadt tätig, lieber 50 000 Betriebe des Bekleidungsgewerbes haben hier ihren Sitz. Optische, feinmechanische Fa­briken, Maschinenbau, Apparate- und Fahrzeugbau, Eisenwaren-, Stahlwaren- und Metallwaren-Fabri- ken sind in dieser Weltstadt Mitteleuropas vertre­ten. Die bedeutsamsten Organisationen des Groß- und Einzelhandels sind hier zu Hause. Um den Olympia-Besuchern ein anschauliches Bild von den Leistungen der Wirtschaft der Reichshauptstadt zu geben, wurde kurz vor dem Beginn der Olympischen Spiele in dem alten Exportviertel Berlins eine Werbemu st erschau ins Leben gerufen, die als ständige Messe gedacht ist. In demExport­block Ritterstraße" haben mehr als 1200 Firmen der deutschen Wirtschaft eigene Musterlager. Diese Werbemusterschau hat nicht die Aufgabe, an Ort und Stelle Aufträge entgegenzunehmen, sondern sie -soll an Hand einer kleinen Auswahl dem Fach­vertreter, der in die Reichshauptstadt kommt, einen Ueberblick über die Firmen verschaffen, die auf die­ser Werbemusterschau durch ihre Erzeugnisse ver­treten sind. Gezeigt werden, um nur einige Gebiete herauszugreifen, Glas-, Porzellan- und Keramik­artikel, Lederwaren jeder Art, Spielzeug und Christbaumschmuck, Eisen-, Stahl- und Metallwaren, elektrotechnische Erzeugnisse, Beleuchtungsgegen­stände, kurz und gut, eine Fülle von Fertigwaren, die eine wichtige Rolle im deutschen Ausfuhrgeschäft spielen.

Der Ausländer, der sich in dieser Werbeschau umsieht, findet ebenso wie der Inländer einen ein­drucksvollen Ueberblick von dem deutschen Quali­tätsschaffen. Eine Frage die in diesen Tagen be­greiflicherweise oft gestellt wird lautet: Was kaufen di e Olympia-Besucher hauptsäch­lich? Bei dieser Frage ist vor allem an die vielen kleinen und größeren Dinge gedacht, die der Olym­pia-Besucher für sich selbst als Reiseerinnerung an Deutschland und als Reisemitbringsel für die Sei- nigen kauft. Wider Erwarten werden die als Olym­pia-Waren gekennzeichneten Artikel weniger gekauft als gerade die deutschen Qualitätserzeug­nisse, die seit jeher Weltruf haben und sich aller deutschlandfeindlicher Propaganda zum Trotz auch in den letzten Jahren im Ausland behauptet haben.

Größter Wert wird dabei bei allen diesen Artikeln auf die Kennzeichnung der Ware als deutsche Ware gelegt. Fast alle Olympia-Besucher kaufen Spiel­sachen und unter diesen wieder hauptsächlich solche, die beweglich sind und aufgedreht werden müssen wie beispielsweise Autos und Tanks in klei­neren und größeren Ausführungen. Zur größten Ueberraschung ist die Nachfrage nach Bernstein- schmuck ungewöhnlich rege. Vor allem Armbän­der in dem gelben Ambra sind beliebte Mitbring­sel. Kleine Schmuckstücke in Gold und Sil­ber, Zigarettenetuis und Puderdosen werden ebenfalls viel und gern gekauft. Starkes Interesse zeigt sich für Schirme, Schallplatten mit neuen Schlagern oder mit den deutschen Nationalliedern, sowie mit dem Olympischen MarschIm Olympi­schen Dorf". Unter den Musikinstrumenten werden vor allem Mundharmonikas verlangt. Die Jugend, namentlich die studierende, interessiert sich für bayerische Maßkrüge in allen erdenklichen Ausführungen. Und dann die Erzeugnisse der Optik! Brillen und Photoapparate wurden ge­kauft, daß manche Lager fast geräumt sind. Ein neuer Beweis für den Qualitätsruf dieser Waren. Schon im vergangenen Jahr zeigte übrigens die deutsche Photo-Apparateausfuhr eine beträchtliche Steigerung. Im ersten Halbjahr 1936 stieg sie auf 3410 Doppelzentner gegenüber 2834 Doppelzentner zur gleichen Zeit des Vorjahres. Auch wertmäßig ist die Ausfuhr gestiegen, die stärksten Abnehmer un­ter den überseeischen Käufern find die Vereinigten Staaten und Japan. Unter den europäischen Käu­fern spielt vor allem England eine gewichtige Rolle.

Die im Ausland ausgegebenen Fahrscheinhefte geben ebenso wie die Anmeldungen zur Leipzi­ger H e r b ft m e f f e (30. August bis 3. September) und der Königsberger Ostmesse (23. bis 26. August) einen zuverlässigen Anhaltspunkt dafür, daß zahlreiche Olympiabesucher an diesen großen Wirtschaftsveranstaltungen des Reiches teilnehmen werden. So können beide Messe-Veranstaltungen mit einem ansehnlichen Geschäft rechnen. Dieser starke Auslandzuspruch ist namentlich für K ö - n i g s b e r g Anlaß zu besonderer Zufriedenheit. Im Gegensatz zu manch anderer Nachkriegs-Messe- grünbung hat die Ostmesse, die erst 1925 ins Leben gerufen wurde, ihre Lebensfähigkeit in den letzten Iabren immer wieder aufs neue bewiesen. Die von Jahr zu Jahr steigende Zahl der Aussteller und Besucher zeigt, daß sie einen außerordentlich wich­tigen Faktor im Wirtschaftsleben des gesamten Ostens darstellt. Sie ist recht eigentlich Deutschlands Schaufenster für Osteuropa. Sowohl die Inländer wie die osteuropäischen Einkäufer haben die Be­deutung der Ostmesse erkannt und nehmen daher immer mehr die Gelegenheit zu diesem Messebesuch wahr. Der Abschluß des neuen deutsch-litaui­schen Wirtschaftsvertrages bietet eine wichtige Voraussetzung zur Neubelebung auch die­ser seit Jahren stockenden Wirtschaftsbeziehungen. Estland ist erstmalig mit einer Kollektivausstel­lung seiner Landeserzeugnisse beteiligt. Die Tür- fei und Lettland erweitern ihre Sammelaus­stellungen und auch Polen wird durch eine Kol­lektivausstellung vertreten sein. Britisch-Jn- dien, das in den letzten Jahren auf der deutschen Ostmesse ausstellte, hat sich auf Grund der vorjäh­rigen Verkaufserfolge ebenfalls wieder angemeldet.

Besuch bei der brasilianischen Zechimeisierin.

Hilde von puttkamers Eindrücke in Deutschland.

Mit welcher Begeisterung Deutschland seine Olympia-Gäste empfangen hat, dafür werden tag» täglich in Berlin Beweise genug geliefert. Eine besondere Freude ist es aber für die Gastgeber, wenn es sich um Gäste aus Ueberfee handelt, die deutscher Abstammung sind, die die Far­ben eines fernen Landes vertreten, das ihr recht­mäßiges Vaterland ist und die doch zugleich in Deutschland die alte und unverlierbare Heimat ihres Blutes grüßen. Diese Gäste, die durch Her­kunft und Schicksal den olympischen Gedanken des Dölkerfriedens doppelt lebendig in sich selber ver­körpern, sie find keine Fremden, sondern vielmehr erne, heimgekehrte Verwandte. So spüren sie es elber, und so spürt man es, wenn man mit ihnen pricht.

Ein solcher Gast auf deutschem Boden und beim olympischen Fest ist Hilde von Puttkamer, die brasilianische Fechtmeisterin. Sie ist die einzige Fechterin, die Südamerika herübergeschickt hat, aber der Abstammung nach ist sie rein deutsch. Ihr Großvater väterlicherseits, aus einer alten pom- merschen Familie, ist 1860 nach Brasilien ausge- wandert, ihre Mutter ist Deutsche. Das große schlanke blonde junge Mädchen spricht ihre Mutter­sprache so vollkommen, so ohne jeden Akzent, daß man ihr das Brasilianerturn zuerst kaum glaubt. Auf eine diesbezügliche Bemerkung lächelt sie:Ja, darauf halten wir sehr. Wir sprechen zu Hause immer deutsch."

Fräulein von Puttkamer hat es sportlich nicht leicht gehabt. Noch 14 Tage vor ihrer Abreise wußte sie nicht, ob sie fahren würde oder nicht. Endlich war es entschieden, und das Schiss trug sie zusam­men mit der brasilianischen und chilenischen Mann­schaft deutschlandwärts. Es war das erstemal, daß sie sich anschickte, sich mit der Meisterklasse der ganzen Welt zu messen, und dann gleich Olympia eine aufregende Sache! Sie ist, obgleich sie erst vor fünf Jahren angefangen hat, zu fechten, heute die unbestritten beste Fechterin Brasiliens, die ihre Meisterschaft in allen ihren letzten Turnieren sieg­reich unter Beweis gestellt hat. Aber so auf frem­dem Baden, gegen Gegnerinnen, von denen manche bedeutend längerdabei" sind, viele die internatio­nale Erfahrung haben, die ihr fehlt, das ist doch noch ganz etwas anderes. Dazu hatte sie das Pech, sich zu Beginn ihres hiesigen Trainings eine Knie- verletzung zuzuziehen, wegen der sie sich in ärztliche Behandlung begehen mußte, und bann stieß sie gleich in ihren ersten Runden auf die besten Fechte­

rinnen der Welt Pech muß der Mensch schon haben! Trotzdem schlug Fräulein von Puttkamer sich tapfer durch eine ganze Reihe von Ausschel- bungskämpfen hindurch. Als sie dann endlich doch ausscheiden mußte, erklärte sie mit freier Offenheit, die anderen seien wirklich stärker als sie. Vielleicht ist sie gar zu bescheiden, da sie kein Wenn und Aber in Betracht zieht, gar keine entschuldigenden Gründe für sich sucht, jedenfalls kann man nicht mit mehr Anstand verlieren, und durch nichts drückt der wahre olympische Geist sich ja besser aus.

Von Hause aus ist Hilde von Puttkamer eigent­lich Reiterin. Sie hat in ihrem Leben mehr Siege in Reitturnieren davongetragen als im Fechten, und wenn sie nach etwas Heimweh hat, so ist es ihr Pferd, das sie uns gleich im Bild vor- führt. Aber sie hat gar nicht viel Zeit und Ge­legenheit zu Heimweh. Dazu ist es viel, viel zu schon in Deutschland. Die Begeisterung ist unmittel­bar und überströmend. Schwer für sie zu sagen, was am schönsten ist: die spontane Herzlichkeit, mit der die Gäste hier empfangen worden sind, die Stadt im Festschmuck, das Stadion in feiner über­wältigend großartigen und sinnvollen Anlage, die beispiellos genau durchdachte und tadellos klap» penbe Organisation, die eindrucksvolle Eröffnungs­feier und das Festspiel...

Doch, etwas ist zweifellos das Schönste: zu spü­ren, daß das olympische Fest hier bei uns ein wirk- liches Volksfest ist, und in tieferem Sinn dadurch überhaupt erst ein Fest, daß das ganze Volk sich wahrhaft in der großen festlichen Idee verbunden fühlt, daß es feinen Kellner, keinen Taxichauffeur, keinen kleinen Schuljungen gibt, der nicht von der allgemeinen Teilnahme und Begeisterung ergriffen wäre.

Und gibt es nun auch etwas, was dem südlichen Gast nicht gefällt bei uns? Doch, das Wetter! Kalt, falt, falt ist es in Deutschland! Und das soll nun Hochsommer sein! In Brasilien gibt es so viel Sonne!

Nach der Olympiade will Fräulein von Putt- famer noch ein paar Wochen in Deutschland blei­ben, sie möchte Pommern, die alte Heimat ihrer Familie, besuchen, möchte München und die Berge sehen, Heidelbera und Nürnberg, Dresden und Weimar, furz alle die Stätten, wo deutscher Geist sich auf besondere Weise ausgesprochen hat, um, I wenn sie wieder in ihr Vaterland zurückgefehrt ist, deutsche Art und deutsches Wesen weiter zu tragen.

1 A. v. P.

Zur Erleichterung des Messebesuches werden aus vielen Staaten des Ostseeraumes Sonderfahrten zur Deutschen Ostmesse veranstaltet und wenn nicht alle Zeichen trügen, so wird hie diesjährige Ostmesse einen beachtlichen nacholympischen Rekord erzielen.

Inmitten des wirtschaftlichen Lebens wird eigent­lich bei uns in Deutschland noch viel zu wenig Auf- merffamfeit den großen Vorgängen in der Land­wirtschaft zugewandt. So wichtige Ziffern wie die Erntevorschätzungen, die doch einen ge­radezu beherrschenden Einfluß über weite Gebiete des wirtschaftlichen Lebens ausüben, gehen einfach im Getümmel des Tages unter. Die erste Ernte­vorschätzung zu Anfang Juli ist jetzt durch die zweite vom Anfang Auaust überholt worden. In der Zwischenzeit gingen so ungewöhnlich viele Ge­witter über Deutschland nieder, daß hie und da ernste Befürchtungen für die Eindringung der Ernte aufgetaucht waren. Darum freuen wir uns doppelt, daß der Rückgang der Augustschätzung gegenüber der über mittelguten Julischätzung in der Getreide­ernte sich nur auf 570 000 Tonnen beläuft. Damit würde der diesjährige Ernteertrag immer noch u m 1,2 Millionen Tonnen größer fein als der von 1935. Diese Menge unterteilt sich in 12,88 Millionen Tonnen Brotgetreide, 9,32 Millionen Tonnen Gerste und Hafer und eine Million Tonnen Meng-Getreide. Nach der zweiten Schätzung hat der Winterroggen am stärk­sten unter der Witterung gelitten. Jetzt aber steht schon fest, daß der Bedarf an Brotgetreide restlos in Roggen- und Weizenmehl aus der diesjährigen Ernte gedeckt werden kann. Ganz genaue Ziffern und Schätzungen werden erst dann oorlieoen, wenn wir aus allen Gegenden des Reiches die ersten Druschproben zur Verfügung haben. Möglich, daß sich dann die Zahlen nach oben oder nach unten abrunden werden. Wir dürfen auch ohne weiteres annehmen, daß, so ungünstig die feuchte Witterung sich für die Einbringung der Getreideernte ausge­wirkt haben mag, sie andererseits den Kartof .

fein, Rüben und Futtermitteln einen Auftrieb gegeben hat, der sich im Herbst recht er­freulich auswirken kann. Zahlen liegen uns dar­über nicht vor. Wir können jedoch nach den bis­herigen Ermittlungen mit einer guten Futtermittel­ernte rechnen. Das Institut für Konjunkturforschung hat inzwischen sehr bemerkenswerte Zahlen über die Zunahme der landwirtschaftlichen Verkaufs­erlöse herausgebracht. Sie sind im eben abge­laufenen Wirtschaftsjahr 1935/36 mit 8,8 Milliar­den Mark eine halbe Milliarde höher als im Vor­jahr. Insgesamt haben sie gegenüber dem Tiefpunkt 1932/33 um rund 3 Milliarden angenommen, wenn man den Wert des Selbstverbrauches in der Land­wirtschaft hinzurechnet. In diesen Ziffern sind auch recht bemerkenswerte Angaben über die Umstellun­gen innerhalb der Landwirtschaft in der Erzeu­gung von wirtschaftseigenem Futter enthalten. Der Verbrauch ausländischer Oelkuchen geht um eine Million Tonnen zurück. Eine Million Tonnen, das sind gleich 9 Millionen Tonnen Wiesen­heu in Futterwert. Da wir 22 Millionen Tonnen an Wiesenheu ernten, bedeutet dieser Verbrauchs­rückgang etwa 40 v. H. einer durchschnittlichen Heu­ernte. Andererseits ist jedoch weder die Zahl unserer Schweine noch unserer Milchproduktion gefallen. Ein Beweis für die erstaunlichen Fortschritte, die die Erzeugungsschlacht innerhalb der Landwirtschaft in den letzten drei Jahren gemacht hat.

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In Verfolg der Neuregelung der Beziehungen zwischen Deutschland und Oefterreijf) vom 11. Juli 1936 ist nun auch ein neues Wirt­schaftsabkommen getroffen worden, das für Oesterreich eine wesentliche Entlastung bedeutet. Oesterreichs Wirtschaftsnot war vor allem durch die Gebühr von tausend Mark verstärkt worden, die bei einer Ausreise nach Oesterreich in Deutschland gezahlt werden mußten. Darunter litt der Frem­denverkehr, nicht nur in Wien und im Sem­mering, sondern auch in den übrigen Bundeslän­dern, weil der Anteil der Deutschen am Fremden-

( Spleen-Ernte 33 !)

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«ALYÄ* enthält nicht nur die zulässige Höchft- meng'e an Tabak.fondem - nach dem ALVA-Prin xip-hochwertige macedonifche Provenienzen:

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RUNDE SORTE)