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Nr. 112 Zweiter Blatt

GießenerAnzeiger(General-Anzeiger für Oberhesfen)

vonnerztag, H. Mai 1936

Das große Autorennen in Tripolis.

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Erstes Bild von dem Rennen um den Großen Preis von Tripolis, in dem vier deutsche Wagen siegreich waren. An erster Stelle ging V a r z i auf Auto-Union durchs Ziel. Unser Bild zeigt die Gerade der Nellaha-Rundstrecke mit der Haupttribüne. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Bücher der Front.

Jürgen Hahn-Vutry:Die Mann- schaf t". Frontsoldaten erzählen vom Frontalltag. Verlag Wilhelm Limpert, Dresden AI. Mit.24 Bildtafeln. Preis in Ganzleinen 6 Mark. (73) Daß das große Erlebnis der Front nur aus dem Grauen der Schlacht, heldischem Vorstürmen, zähem Abwehren, gleichsam nur ausGroßkampftagen" bestand, ist ein weit verbreiteter Irrtum, der na­mentlich in unserer Jugend durch die Lektüre von begreiflicher Weise vorwiegend die Kampfhandlun­gen an sich schildernden Kriegsbüchern genährt wird. Aber an der viele tausend Kilometer langen Front der deutschen und verbündeten Heere gab es neben ausgesprochenen Großkampsabschnitten auch Frontteile, deren Ruhe nur höchst selten einmal durch einegewaltsame Erkundung" oder gesteigerte Artillerietätigkeit unterbrochen wurde und die da­her für die nach schweren Schlachttagen zur Er­holung aus den Großkampfabschnitten herausge­zogenen Truppen bevorzugt wurden. Aber selbst in Flandern und Artois, an der Somme und vor Verdun war nicht jeder Tag für den Soldaten mit Schlachtenlärm und Kampfgetöse erfüllt, die Span­nung würde bei der langen Dauer des Krieges auf allen Seiten unerträglich geworden sein. Rein, der Alltag des Frontsoldaten hatte in West und Ost, in Stellung oder in Ruhe ein sehr viel schlichteres Gesicht, und doch möchten wir alle, Offizier und Soldat, gerade ihn nicht missen in unserer Erinne­rung, denn an diesen Alltagen wurde die Front- kam'eradschaft geboren, die sich auf ermüdenden Marschtagen, bei schneidigem Patrouillengang, im Sturmangriff und in der'Hölle der Abwehrschlacht so herrlich bewähren sollte. Im Alltag der Front war aus den zufällig in einer Formation Zu­sammengewehten dieMannschaft" geworden, die aus dem Zusammenhalten in den kleinen Dingen des Alltags das Durchhalten im Kampf gelernt hatte. So eineMannschaft", wir wir Frontsoldaten sie als kostbarstes Erlebnis im Herzen tragen, hat sich nun in diesem Buch wieder zusammengefunden, um in uns die Erinnerung an den Alltag des Frontsoldaten wachzurufen und zur Jugend die Brücke der Kameradschaft zu schlagen. Hier stehen wieder nebeneinander General und Musketier, Kriegsfreiwilliger und Landser, Männer aller Waf­fengattungen und Frontabschnitte und erzählen aus dem Alltag ihres Fronterlebens, schlicht und humor­voll, wie es deutsche Soldatenart ist, aber da es alles Männer sind, die sich inzwischen als Schrift­steller und Dichter einen Namen gemacht haben, wird der Leser vor Plattem und Abgegriffenem bewahrt. Es ist schwer, aus diesem Gemeinschafts­werk einzelnes herauszugreifen. Sachlich wird auch den alten Frontsoldaten der Bericht besonders inter­essieren, den General von Cochenhausen vom Alltag eines Generalstabsoffiziers macht. Ein echt baiuvarifcher Humor kommt in der Geschichte vom Schusterbock" von Gustav Goes zu Wort. Joseph Magnus Wehner hat aus seinem Kriegstagebuch b^igesteuert. Der Herausgeber Jürgen Hahn- B u t r y erzählt eine zarte Liebesgeschichte aus Flandern, Bruno Brehm von österreichischem Soldatenleben im Tiroler Gebirgskrieg. Don stär­

kerem Kaliber ist der Humor Manfred von Kil- l i n g e r s in seiner prächtigen Torpedobootsge­schichte. Heinrich Zer.kau lens ErzählungDer liebe Gott in Masuren" zeigt jene seltsame melan­cholische Heiterkeit, die dem deutschen Soldaten be­sonders eigen ist. Unter den anderen Mitgestaltern dieses schönen Buches finden wir noch den Kärnt­ner I. F. P e r k o n i g und seinen Landsmann Kornel Abel, den Bayern Walter Buch, von der Wasserkante August Hinrichs und Paul Kohlmeyer, die Flieger Wolfgang von Gro­nau und H. Ehr. Kobe, Wolfgang Loeff, Wolf Durian, Karl B r ö g e r, Max Bar­thel, Erich Hoinkis, Josef Stollreiter, Heinz Steguw eit, Kurt Arnold Find eisen und Otto Pau st. Sie alle schufen ein Denkmal der Kameradschaft des Frontalltags.e.

Heinz Steguweit: Heilige Unrast. Roman. 295 Seiten, Leinen 4,80 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 1936. (127) Steguweit gibt mit seinem neuen Roman ein Werk, in dem sich die letzten dreißig Jahre deutschen Ge­schehens wiederspiegeln. Es ist das Schicksal der Frontgeneration, das er hier schildert. Aus den Kämpfen im Schützengraben, aus der Rot der Ge­fangenschaft formt sich ein neues Weltbild. Die Frontkämpfer werden zu deutschen Revolutionären gegen die Zeit. Im Kampf um ein neues Deutsch­land finden sie sich wieder. Mit sparsamen Mitteln weiß Steguweit seine Helden und ihr Tun zu ver­bildlichen. Vielfältig sind die Erlebnisse und Ereig­nisse, die Steguweit schildert, und in denen er diese unstete Zeit eingefangen hat. Am Ende steht der Anbruch einer neuen Welt, in der die Sehnsucht nach einem echten Leben ihre Erfüllung findet.

Hans Fuchs: Lody. Ein Weg um Ehre. 136 Seiten, kart. 1,80, Seinen 2,80 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 1936. (139) Das Leben und Schicksal Carl Hans Lodys, eines deutschen See-Offiziers, der 1914 im Tower zu Landon erschossen wurde, ist lange un­bekannt geblieben. Denn soll das Leben dieses tapferen Offiziers, das uns Beispiel und Vorbild ist, nicht vergessen werden. In jenen Augusttagen 1914, da die deutsche Jugend zu den Fahnen eilte, mußte Lody abseits stehen. Eine schwere Krankheit ließ ihn nicht mehr kriegsverwendungsfähig fein. Der Wille, feinem Vaterlande zu dienen, gab ihm den Gedanken ein, nach England zu gehen und die deutsche Heeresleitung mit Nachrichten über die Maßnahmen der Engländer zu versehen. Völlig auf sich allein gestellt, ohne Anhang oder Rückhalt, kämpft er im feindlichen Land für Deutschland. Schließlich wird er verhaftet und vor das englische Kriegsgericht gestellt. Offen bekennt er sich zu seinen Taten. Er war kein Spion er hat sich nicht ihrer Mittel bedient er ist Offizier geblieben. Und er findet gerechte Richter, die die bewußte Aufopferung eines sonst nicht mehr einsatzfähigen Lebens mit Achtung und Bewunderung erfüllt. Hans Fuchs hat das Drama dieser drei Monate aus dem Leben Lodys mit Wirklichkeitstreue und hoher Spannung aufgezeichnet.

Kunst und Wissenschaft.

Röntgen-Tagung in Stuttgart

In Stuttgart fand die Tagung der Landes­gruppe 9 der Deutschen R ö n t g e n g e s e l l - schäft statt. Professor Dr. Ho lfeld er (Frank­furt) machte grundlegende Ausführungen über Die Bedeutung der Strahlenheilkunde im Rahmen der ärztlichen Sonderfächer. Nur engste Zusammen­arbeit des Röntgenologen mit dem praktischen Arzt und dem Facharzt könne Spitzenleistungen erzielen Zur Wahrung der Volksgesundheit sei es Pflicht, dafür Tu sorgen, daß die Kranken nur mit Röntgen­strahlen untersucht und behandelt wurden von Merz­ten, die das nötige Rüstzeug mitbrachten und die nötige Erfahrung besäßen. Dann wurden auch die Strahlenschädigungen, die in Laienkreiien viel Un­ruhe verursacht hätten, sowie die großen Opfer, die die Aerzteschaft hätte bringen müssen, vermieden werden. Professor Dr. S ch m i e d e n (Frankfurt) wies nach, daß die Chirurgie sehr frühzeitig schon den bedeutenden Wert der Röntgenuntersuchung des Magens erkannt habe. Die neuen Untersuchungs­methoden seien für die Erkennung der Magenkrank­heiten von unerläßlichem Wert und geben wichtig Anhaltspunkte für den Gang der Operation. Pr - feffor Dr. Fifcher (Gießeen) sprach ausgezeich­net über die Leistungen der Dicfbarmrontgenologi . Nach vorübergehender Ueberschätzung der Rontgem diagnose der Darmerkrankungen sei heute auch d - ses Gebiet fest umrissen. Bei langer dauernden Darmstörungen müsse die Untersuchung des Darmes

nicht ans Ende, sondern an den Anfang der diagno­stischen Maßnahmen gestellt werden.

Festaufführung von Möllers liegt bei Waterloo".

Kennzeichnend für die diesjährige Reichsthea - terfe st woche in München ist vor allem der Durchbruchdesnationalsozialistischen Dramas. BethgesMarsch der Veteranen" hat im Theater des Volkes einen fast beispiellosen Erfolg errungen. Hanns IohstsThomas Paine" wird im Nationaltheater in Szene gehen. Die Kam­merspiele brachten die Aufführung des Satyrspiels Rothschild siegt bei Waterloo" von Wolfgang Eberhardt Moller, dem auf dem Par­teitag 1935 mit dem deutschen Dichterpreis ausge­zeichneten jungen Dichter. Die Inszenierung hatte Otto Falckenberg besorgt, die Bühnenbilder Eduard Sturm geschaffen. Die Titelrolle des Bankiers Rothschild spielte Friedrich Dornin. Mit Spannung und wachsender Anteilnahme folgte das Haus dem packenden Spiel. Der Dichter stellt dem Blutopfer der Zehntausende von Helden, die männ­lich ihr Leben für den durch sie verkörperten Staat hingeben, eine unheimliche Macht gegenüber, die, wie der Dichter im Vorwort sagt, aus Menschen Zahlen und aus Männern Börsenprojekte macht. Reicher Beifall dankte dem Dichter und den Dar­stellern.

Jnseklenforscher lagen in Frankfurt.

In Frankfurt begann eine Tagung der Deut­schen Gesellschaft für angewandte En­tomologie. Beim Empfang durch die Stabt be­grüßte Stabtrat Dr. Fischer-Defoy bie Gäste herzlich. Er wies barauf hin, daß bie Bestrebungen ber Gesellschaft in Frankfurt lebhafter Sympathie begegneten, unb daß die Stadtverwaltung durch die Errichtung des Jnsektariums im Zoo dies unter­strichen habe. Für die Entomologen sprach der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. E s ch e r i ch, der der Stadtverwaltung für die Gastfreundschaft dankte. Die Tagung ist nicht nur von deutschen, son­dern auch von ausländischen Wissenschaftlern be­sucht; eine Reihe interessanter Referate steht auf dem Programm. U. a. sprechen Jng. Bernfus (Wien) über Vorratsschädlinge, Professor Dr. E. Martini (Hamburg) über Stechmücken und A. W. McKenny Hughes (London) über Bett­wanzen.

Zwei Lehrerhochschulen

unter den Siegern im Reichsleistungskampf.

Das Hauptamt für Erzieher in Bayreuth teilt mit: 5000 Hochschulstudenten haben im Rahmen des Reichsberufswettkampfes der deutschen Hochschulen den Reichsleistungskampf der deut­schen Studenten durchgeführt. Unter den 15 Reichssiegermannschaften sind auch zwei Lehrer­hochschulen vertreten, und zwar die Hochschule für Lehrerbildung Hirschberg in der Sparte Schrifttum" und die Hochschule für Lehrerbildung Lauenburg in der SparteErziehung". Auf diese Erfolge kann der Erziehernachwuchs stolz sein, sie sind errungen von einer im Verhältnis zu den gro­ßen Hochschulen kleinen Mannschaft trotz der er- yeblichen Anforderungen eines in vier Semestern durchzuführenden Studiums, und sie zeugen von der Tatsache, daß die vorwiegend praktisch erziehungs­politische Ausrichtung der Lehrerhochschulen im na­tionalsozialistischen Sinne die politisch-wissenschaft­liche Leistung keineswegs beeinträchtigt.

Grundsteinlegung des NS.-Sludenlenbunds- hauses in Würzburg.

Die Universität Würzburg beging gleichzeitig mit ihrem 354. Stiftungsfest die Grund st ein- legung eines NS. - Studentenbunds- Haus e s. Als Ehrengäste wohnten der Feier u. a. Reichsstudentenbundsfuhrer Derichsweiler und Gauleiter Dr. Hellmuth bei. Gaustudentenbund­führer Wahl und Geschäftsführer des Studenten­werks Dr. D o n a t verwiesen auf die Bedeutung des Bauwerkes, das der Einheit der deutschen Studen­tenschaft und der Erziehung des akademischen Nach­wuchses gewidmet sei. Den ersten Hammerschlag führte Reichsstudentenbundsführer Derichswei- l e r, der über die symbolische Bedeutung dieser Grundsteinlegung sprach. Das hier erstehende Werk dokumentiere die Kraft des Willens der heutigen Studentenschaft. Aus diesem Hause werde eine kampferprobte Jugend hervorgehen, die als Ban­nerträger des Nationalsozialismus mitarbeite an den Zielen des Führers. Anschließend sprachen Gauleiter Dr. Hellmuth, der Rektor der Uni­versität, Prof. Dr. R e i n m o e 11 e r, Oberbürger­meister Memmel - Würzburg, Gaudozentenbunds­führer Prof. Dr. B r a n s ch e i d t und SA.-Ober­führer Schmuck. Nach der Feier begaben sich die Teilnehmer zum Huttensaal, wo die 354. Grün­dungsfeier der Universität stattfand. Prof. Dr. Schenk hielt den wissenschaftlichen Festvortrag.

Aus aller Welt.

OaS Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Im Berliner Baugrubenprozeß wurde die Frage erörtert, ob und inwieweit das durch die Baugrube führende Wasserrohr das Ausmaß der Einsturzkatastrophe beeinflußt hat. Mehrere leitende technische Angestellte ber Stäbtischen Wasserwerke erklärten übereinstimmend, baß das Rohr unter Normalbruck geftanben habe unb nicht gebrochen sei, sonbern baß Rohrstücke durch ben Einsturz aus ben Muffen gerissen worben seien. Es hanbele sich um ein von erstklassigen Facharbeitern hergestelltes unb sachgemäß gelegtes Stahlrohr. Außerbem kön­nen nach Auffassung ber Zeugen höchstens 60 bis 80 Kubikmeter Wasser in bie Einsturzstelle hinein­geflossen sein, ba hinterher sofort ber Zuleitungs­schieber geschlossen worben sei. Die Zeugen bestrit­ten bie Möglichkeit, baß vor bem Einsturz burch etwaige unbichte Stellen erhebliche Wassermengen in bas Erbreich gesickert sein konnten.

Ein Spaziergänger, ber zur Zeit bes Unglücks an ber Baustelle vorbeikam, will gesehen haben, baß ein Baum auf ber Tiergartenseite senkrecht in bie Grube absackte. Der Zeuge schilberte weiter, baß eine Straßenbahn gerabe bie Unglücksstelle passiert habe, als bas Krachen bes Einsturzes ertönte. Der Führer ber nächsten Bahn habe noch im letzten Augenblick bremsen unb burch feine Geistesgegen­wart feinen Wagen rechtzeitig zum Stehen bringen können.

Ausnahmezustand in Jerusalem.

Jerusalem, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) Ueber bie Altstabt von Jerusalem würbe am Mitt­woch im Zusammenhang mit der Erschießung von zwei Juden der Ausnahmezustand ver­hängt. Das Betreter der Altstadt zwischen 20 unb 6 Uhr ist untersagt. Zahlreiche Juden verlassen aus Furcht unter Polizeischutz die Stadt.

Wegen Giftmordes zum Tode verurteilt.

Das Eisenacher Schwurgericht verurteilte die 19- jährige Erna Schneider aus Herda im Kreise Eisenach wegen Giftmordes an ihrem Bräuti­gam, bem 27 Jahre alten Tischler Heinrich Linß aus Herba, unb Abtreibung zum Tobe unb zu zwei Jahren einer Woche Gefängnis. Die Schnei- ber hat am 29. Januar auf bem Heimweg von einem Vergnügen ben ihr verhaßten Linß, ben sie auf Drängen ihrer Eltern roiber ihren Willen hei­raten sollte, eine mit Strychnin vergiftete Waffel geschenkt, nach beren Genuß Linß starb.

Schachturnier in Bad-Rauheim.

Anschließenb an bas Vorbereitungsturnier für basSchach-Olympia" in München, bas gegen­wärtig in Bad Elfter burchgeführt wirb, beginnt in Bab-Nauheim ein noch stärker besetztes Turnier. Es spielen bie Auslänber Dr. A l j e ch i n, Dr. Vibmar, Stahlberg, Keres (Estland), der bei den Schachländerkämpfen in Warschau 1935 aufsehenerregende Erfolge hatte, van den Bosch (Holland), der kürzlich das Turnier in Amsterdam vor Sämisch und Spielmann gewann, ferner die Deutschen Bogoljubow, Ahues, Heinecke,

Re l l st a b unb Weißgerber. Dieses interna­tionale Turnier hat also eine Besetzung gefunben, wie sie seit langem in Deutschland) nicht war.

Lettland hat bereits feste Bestimmungen für seine Mannschaft beim MünchenerSchach-Olympia" ge­troffen. Ohne weitere Prüfung werden in die lett- ländische Mannschaft die Meister Petrow, Ap - scheniek, Feigin, Kruhminsch und Ha­senfuß zugelassen. Wer die fünf übrigen Lettlän­der in München sein werden, wird in Prüfungs­kämpfen festgestellt.

Blutiger Kampf mit ausgebrochenen Zuchthäuslern in Oklahoma.

In South Mc. Calester (Oklahoma, USA.) brach eine Gruppe von Zuchthäuslern aus. Zwölf Sträf­linge, die in der Ziegelei des Staatszuchthauses be­schäftigt waren, üb er fielen plötzlich die Werk­führer mit Messern und benutzten sie als Deckung. Sie bewältigten die Gefängniswärter unb nahmen ihnen bie Gewehre ab. Dann flohen sie im Kraft­wagen eines Wärters. Unterwegs bemächtigten sie sich eines ihnen entgegenfommenben Lastkraftwagens unb entkamen so. Bei bem Kampf zwischen ben Sträflingen unb ben Gefängniswärtern würben ein Werkführer unb ein Sträfling erschossen. Vier weitere Sträflinge würben verwunbet.

Furchtbares Vrandunglück in einem Kabarett in San Franzisko.

Das bekannte KabarettDas Kleeblatt" in San Franzisko ist einem furchtbaren Unglück zum Opfer gefallen. Die Fackeltänzerin Viola L a - m o n t e stieß währenb ihres Tanzes zufällig mit ber Zehe eines Fußes allzuheftig gegen eine ber in beiben Händen gehaltenen Fackel. Die Fackel ent­glitt ihr und flog in hohem Bogen in die Bühnen- vorhänge, die sofort Feuer fingen. Wenige Minuten später stand das ganze Kabarett in Hellen Flammen. Unter den Zuschauern, die sich in wilder Flucht von ihren Plätzen erhoben, entstand eine furchtbare Panik. Vier Personen tarnen in den Flammen um oder wurden zu Tode getre­ten. Neun Zuschauer erlitten teilweise schwere Verletzungen.

Eine merkwürdige Zahl.

Ein griechischer Mathematikprofessor ist bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten auf eine kuriose Zahl gestoßen, die sich eigenartig verhält. Es ist die Zahl 14 2 8 5 7. Wenn wir diese Zahl mit 2 vervielfachen, erhalten wir die Zahl 285 714; das sind genau die­selben Ziffern, nur daß diesmal die beiden ersten Ziffern hintenangehängt werden. Aehnlich ist es, wenn wir die ursprüngliche Zahl mit 3 multiplizie­ren; diesmal steht die 4 an erster Stelle, das Er­gebnis ist 428 571; mit 4 multipliziert ist das Er­gebnis 571428, mit 5 multipliziert erhalten wir 714 285. Wenn wir mit 6 vervielfachen erhalten wir 857 142. Wenn wir aber mit 7 multiplizieren, kommt die große Ueberrafchung: die sechs Ziffern unserer Zahl verschwinden aus der Rechnung und herauskommt die Zahl 999999!

Zwei Todesopfer eines Autounglücks.

Unweit von Frauenburg (Ostpreußen) verun­glückte ein Kraftwagen, in bem sich brei Fran­ziskanerpatres aus Marienburg befanden, bie auf bem Wege zu einer Konferenz beim Bischof von Ermlanb waren. Der Marienburger Kraftwagen stieß mit einem anberen Kraftwagen zusammen, als bieser einen Lastkraftwagen überholte. Der Marienburger Wagen würbe nahezu zertrümmert. Pater Bonaventura würbe am Kopf schwer verletzt, ebenso Pater Kunibert, ber außerbem einen Oberschenkelbruch erlitt. Der Pater-Visitator Heribert Holzapfel aus München brach beibe Hanb- knöchel unb erlitt einen Oberschenkel- unb Becken­bruch. Er würbe nach Frauenburg in bie Ortho- päbische Klinik gebracht, währenb bie beiben anbe­ren Schwerverletzten in bas Krankenhaus nach Elbina eingeliefert würben. Hier find sie beide den furchtbaren Kopfverletzungen erlegen. Der Kraft­wagenführer erlitt weniger schwere Verletzungen, auch die Insassen des anderen Kraftwagens kamen verhältnismäßig glimpflich davon.

Die größte Kerzenfabrik Hollands eingeäschert.

In einer der letzten Nächte wurde die Kerzen­fabrik in Gouda von einem Großfeuer einge­äschert. Anscheinend durch Selbstentzündung brach in den Oellagern ein Brand aus, der sehr rasch so großen Umfang annahm, daß die Feuerwehren aus Rotterdam, Haag, Schiedam und anderen be­nachbarten Städten zu Hilfe eilen mußten. Zu­nächst standen die Wehren dem Feuer völlig macht­los gegenüber, weil es an Wasser fehlte und weil die fortwährenden Explosionen der eingelager­ten Oelfässer die Annäherung sehr erschwerten. Erst in den Morgenstunden gelang es, des Feuers Herr zu werden. Der größte Teil des etwa 4V2 Hektar großen Fabrikgeländes ist vernichtet. Allein das Benzinlager konnte gerettet werden, so daß ein noch größeres Unheil verhütet werden konnte. Der Scha­den wird auf etwa 300 000 Gulden geschätzt.. Die Folgen des Brandes sind deshalb besonders schwer, weil die Fabrik ihre Erzeugung einstellen mußte, wodurch etwa 500 Arbeiter brotlos werden. Bei der Hohe der Arbeitslosigkeit in Gouda ist das ein neuer schwerer Schlag für die Stadt. Die Fabrik gehörte zu den größten Betrieben der Gegend und ihrer Art in Holland.

Wetterbericht

des Reichswetkerdiensles. Ausgabeork Frankfurt.

Im Bereiche einer gleichförmigen Luftdruckver­teilung bei gleichzeitiger Zufuhr feuchter Luftmas­sen kam es auch am Mittwoch in unserem Bezirk wieder zu teilweise gewittrigen Regenfällen. Im Bereiche eines sich von Westen her auf das Fest­land entwickelnden Hochdruckgebietes setzte in der Nacht zum Donnerstag, vornehmlich in West- und Süddeutschland, Aufklaren und damit starke Ab­kühlung, vielerorts Nebelbildung ein. Zunächst kann im Bereiche hohen Luftdruckes mit vielfach aufhei­terndem Wetter gerechnet werden, doch wirb bie bamit oerbunbene Wärmezunahme später roieber Gewitterneigung bringen.

Aussichten für Freitag: Morgens viel- fach bunstig ober nebelig, sonst häufig aufheiternb, zunehmenbe Tageserwarmung, schwache Luftbe­wegung.

Aussichten für Samstag: Zunächst noch vielfach heiter, tagüber warm, roieber auffommenbe Gewitterneigung.

Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 17,6 Grad Celsius, abends 11,8 Grad; am 14. Mai: morgens 7,7 Grad. Maximum 18 Grad, Minimum heute nacht 5,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mai: abends 16,6 Grad; am 14. Mai: morgens 12,8 Grad. Sonnenscheindauer 2,3 Stunden. Niederschläge 0,7 mm.