erlitt, so daß er bewußtlos der Chirurgischen Klinik zugeführt werden muhte, ist dort in der Nacht zum Ostersonntag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt, zu haben, gestorben.
** Tödlicher Berkehrsunfall in der Rodheim er Straße. Am gestrigen Oster» montagnachmittag ereignete sich in der Rodheimer Straße in der Nähe des „Feldschlößchens" ein 93er- kehrsunfall, dem leider das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. An jener Stelle wollte das noch nicht ganz zwei Jahre alte Töchterchen eines hiesigen Handwerksmeisters von der einen Straßenseite über den Fahrdamm nach der anderen Straßenseite laufen, als im gleichen Augenblick der Personenkraftwagen eines Gießener Einwohners herannahte. Da das Kindchen ganz unvermutet und plötzlich auf den Fahrdamm sprang, lief es geradezu in den Kraftwagen hinein. Es wurde zu Boden geworfen und erlitt einen schweren Schädelbruch. Der Autofahrer verbrachte das bedauernswerte Kind sofort noch der Chirurgischen Klinik, wo es jedoch bald nach der Einlieferung verstarb.
** M i t dem Motorrad gegen ein Last- u u t o. Am Ostersamstagabend rannte ein Motorradfahrer aus Garbenteich an der Ecke Neustadt-Os- waldsgarten mit seiner Maschine gegen ein Lastauto. Dabei erlitt der Motorradler einen Knöchelbruch und Hautabschürfungen, die seine Ueberführung durch die Sanitätskolonne nach der Chirurgischen Klinik erforderlich machten.
In den letzten Wochen fanden gemeinsame K r e i s f a ch s ch a s t s t a g u n g e n der Getreide-und Futtermittelverteiler, der Verteiler von Mehl und Mühlenfabrikaten und der Kartoffelverteiler innerhalb der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in Darmstadt, Heppenheim, Michelstadt, Frankfurt am Main, Wiesbaden, Wetzlar, Limburg, Alsfeld und Schotten statt. Bei den jeweiligen Tagungen waren die Kreisbauernführer bzw. deren Beauftragte, sowie viele Bezirksbauernführer und Ortsbauernführer zugegen, ebenso die Kreiswirtschaftsberater. Um alle strittigen Fragen seitens der Fachschaftsmitglieder sofort beantworten zu können, waren von der Landesbauernschaft die zuständigen Vertreter, sowie der Leiter der Futtermittelaußenstelle, ferner die Geschäftsführer der Marktverbände anwesend. Die Versammlungen erfreuten sich eines außerordentlich starken Besuches durch Landhandel und Genossenschaften.
Nach Eröffnung nahm zuerst der Landesfachschaftsleiter der Getreide- und Futtermittelverteiler, Wilhelm U l b r i ch (Darmstadt), das Wort, um eingehend den Aufbau der Fachschaften und die Aufgaben der Landes- und Kreisfachschaftsleiter darzulegen. Herr Ulbrich ermahnte die Verteilergruppen, Landhandel und Genossenschaften, den zeitweise überspitzten Konkurrenzkampf zwischen Handel und Genossenschaften zu beseitigen und in gutem Einvernehmen miteinander zu arbeiten.
Hierauf sprach der Landessachschaftsleiter der Verteiler von Mehl- und Mühlenfabrikaten Ott-
Beisetzung des ObervenvatterS Büchsenschüh.
= Li ch, 13. April. Unter sehr großer Beteiligung von nah und fern fand am heutigen zweiten Osternachmittag die Beerdigung des am Karfreitag in früher Morgenstunde plötzlich durch einen Schlaganfall aus dem Leben geschiedenen Oberverwalters des hiesigen Fürst zu Solms-Lichschen Hofguts, Wilhelm Büchsenschütz, statt. Dabei kam noch einmal die große Verehrung zum Ausdruck, die der Entschlafene wegen seiner hervorragenden Verdienste in weiten Kreisen genoß.
Der Leichenzug wurde von einer Abordnung der SS., der Sängeroereinigung „Cäcilia", dem hessen- nassauischen Verband der Schäfer, der Kriegerkameradschaft und der Gefolgschaft des Hofguts Lich angeführt, hinter dem Leichenwagen schritten die Angehörigen und die Familienmitglieder des Fürstlichen Hauses, u. a. Für st Reinhard, Erbprinz Dr. Hermann Otto zu Solms- Hohensolms, Lich, und Graf Wilhelm zu Solms-Laubach, Vertreter des Landesbauernführers, der Landesunioersität Gießen, sowie viele Berufskameraden, Freunde und Bekannte aus unserer Stadt, der näheren und weiteren Umgebung.
Die Trauerfeier am Friedhof wurde durch den Chor der Sängervereinigung Cäcilia „Heber den Sternen" eröffnet. Im Anschluß an ein Osterwort sprach dann der zuständige Ortsgeistliche, Stifts- dechant Kahn, und ließ das reich gesegnete Lebenswerk des Heimgegangenen in Familie, Beruf, Gemeinde und Volk vor der Trauergemeinde noch einmal lebendig werden.
Nach Einsegnung, Gebet und Segen ließen die Gefolgschaft des Hofguts Lich, die Fürstliche Familie, die landwirtschaftlichen Institute der Universität Gießen, die Landesbauernschaft und der Landesbauernführer, der Verein für Schafzucht in Nassau- Hessen, deren verdienstvoller Vorsitzender der Verewigte seit Jahrzehnten war, der Verband der nassau-hessischen Schäfer und die Kriegerkameradschaft Lich im Kyffhäuserbund durch ihre Sprecher unter ehrenvollen Nachrufen und entsprechender Würdigung der großen Verdienste um alle Zweige der Landwirtschaft und der hervorragenden Charaktereigenschaften des treuen und echt deutschen Mannes prachtvolle Kranzspenden am Grab niederlegen. Das Gedächtnis von Wilhelm Büchsenschütz wird im Segen weiterwirken.
3m Srubenteich ertrunken
* Grünberg, 13. April. In einem bei dem Dorfe Flensungen gelegenen Grubenteich der Gewerkschaft Luise zu Weickartshain fand man nach langem Suchen die Leiche des seit einigen Tagen vermißten 18 Jahre alten H. Michel aus L e h n h e i m. Ob Selbstmord, ein Unglücksfall ober ein Verbrechen vorliegt, ist noch nicht bekannt.
Landkreis Gießen
§ Steinbach, 14. April. Im Anschluß an den Ostergottesdienst am zweiten Osterfeiertag wurde auch hier eine S ch u la n f a n g s a n d g ch t abge- halten. Gegenüber 22 Konfirmanden wurden dieses Jahr nur 13 Kinder in die Schule aufgenommen.
--- Alb ach, 14. April. Am zweiten Osterfeier- tage fand hier die K o n f i r m a t i o n unserer diesjährigen Konfirmanden statt. Es waren brei Jungen und drei Mädchen: Karl Schäfer, Ludwig Balser, Wilhelm Heinrich Will; Hildegard Becker, Paula Arnold, Else Schmitt. Bei der Feier sangen die Kinder unter Leitung ihres Lehrers Groh zwei
** Der Gesangverein „Heiterkeit" unternahm, wie man uns berichtet, am Karfreitag bei herrlichem Frühlingswetter feinen traditionellen Frühjahrsausflug nach Grohen-Buseck. Die Vereinsmitglieder nahmen in großer Zahl an der etwa zweistündigen Wanderung teil. In vortrefflicher Sängerkameradschaft verlebte man beim Gesang herrlicher Lieder und bei humorvollen Vorträgen einige schöne Stunden der Erholung, die allgemein Anklang fanden.
Gießener Dochenmarktpreife.
* Giehen , 14. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse 6 10, ungezeichnete 8, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 45 bis 50 Pf., Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 20 bis 30, Aepfel 20 bis 50, Zwetfchenhonig 40 bis 45, Blumenkohl, das Stück 45 bis 55, Salat 20 bis 25, Salatgurken 70 bis 80, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf.
mar Wetzel, Frankfurt a. M., um seinerseits die Verteiler zu ermahnen, die von dem G. W. 93. festgelegten Handelsspannen einzuhalten und nicht durch ungesetzliche Machenschaften Sabotage zu treiben. Er erinnerte die Berufskameraden daran, wie traurig es mit dem Mehlhandel gestanden hatte vor Inkrafttreten des gesetzlichen Reichsmehlschlußscheines.
Alsdann erörterte der Landesfachschaftsleiter der Kartoffelverteiler, M o x t e r, Frankfurt a. M. eingehend den Aufbau der Kartoffelwirtschaft. Er brandmarkte das unsaubere Verhalten einzelner Verteiler bei der Ausstellung der Schlußscheine, beim Kauf vom Erzeuger und streifte die wichtigsten Anordnungen bezüglich der Abnahme und des Weiterverkaufes bei Waggongeschäften.
Der Geschäftsführer des G. W. V. P e t f ch , sowie der Geschäftsführer des Kartoffelwirtschaftsverbandes Bolle, nahmen dann Veranlassung, vom Gesichtspunkt der Wirtschaftsverbände aus die wichtigsten Fragen zu erörtern.
Eine allgemeine Aussprach schloß sich jeweils an, wovon reger Gebrauch gemacht wurde; die gestellten Fragen konnten durch die Vertreter der Landesbauemschaft bzw. der Verbände beantwortet werden.
Bei allen Tagungen trat erfreulicherweise nach Schluß der mehrstündigen Versammlung die Erkenntnis zutage, daß es unbedingt möglich ist, Landhandel und Genossenschaften im Interesse von Erzeuger und Verbraucher zu einer festen Einheit zusammenzuschmieden.
Lieder. Anschließend an die Konfirmation fand auch die Schulanfängerandacht statt; es sind dieses Jahr sieben Kinder, fünf Jungen und zwei Mädchen, die in die Schule ausgenommen wurden. Die Kinder waren mit Kränzchen und Blumen- sträußchen geschmückt.
* Rödgen, 14. April. Heute begeht unser Mitbürger Heinrich Balser VI., Gießener Straße, seinen 8 7. Geburtstag. Der Jubilar ist noch sehr rüstig.
* Daubringen, 13. April. Don einem schweren Unglücksfall wurde die 42 Jahre alte Ehefrau Elisabeth 9V al ter von hier betroffen. Die bedauernswerte Frau fiel so unglücklich von einer Leiter, daß sie mit schweren inneren Verletzungen von der Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinik gebracht werden mußte.
* Harbach, 13. April. Am Ostersamstag zog sich der 48 Jahre alte Landwirt Georg Wenzel von hier bei der Arbeit schwere Verletzungen der rechten Hand zu. Der Verunglückte mußte die Hilfe der Chirurgischen Klinik in Gießen in Anspruch nehmen.
0 Lang-Göns, 13. April. Seit einigen Tagen treten die Masern hier sehr stark auf. Ein großer Teil aller Kinder liegt zu Bett. Im allgemeinen handelt es sich um leichtere Fälle.
—.— Aus der mittleren We11erau, 13. April. Während im Vorjahre nur ganz vereinzelt Lein gesät wurde, ist man in diesen Tagen in allen Dörfern dabei, den Flachsbau aufzunehmen. Gegenwärtig werden die meist kleinen Flächen bestellt. Durch die Landesbauernschaft wurde den Flachsanbauern die notwendige Ausklärung über Bodenbearbeitung, Düngung und Saatgutmenge zuteil, so daß mit einem vollen Erfolg zu rechnen ist. Neben der jedem Dorfe aufgegebenen Pflichtanbaufläche wird von allen Bauern und Landwirten noch aus jeden Hektar bewirtschafteter Fläche ein Quadratmeter Flachs für die Adolf-Hitler-Flachs- spende angebaut, die dem Führer am Erntedank- tag 1936 durch den Reichsbauernführer überreicht werden soll. Winterraps und - r ü b f e n stehen in voller Blüte. In allen Feldmarken leuchten die gelben Streifen weit zahlreicher als in den letzten Jahren, ein Zeichen dafür, daß der Bauer gewillt ist, die Erzeugungsschlacht auch auf dem Gebiete der Fett- und Oeloersorgung zum siegreichen Ende zu sühren und uns vom Ausland unabhängig zu machen. Mit dem Legen der Frühkartoffeln wurde bereits begonnen.
Kreis Bübingen
r Mittleres Niddatal, 13. April. Infolge des günstigen Wetters hat sich die W i n t e r f r u ch t ausgezeichnet entwickelt, die Sommerfrucht ist vorzüglich aufgegangen und wächst zusehends. Der Klee ist gut überwintert und zeigt einen buschigen Stand; ebenso verhält es sich mit dem Wiesen-- gras. Die Kartoffeläcker sind gut vorbereitet, hier und da werden schon Frühkartoffeln gesteckt. Die Ob st bäume aller Art zeigen große Mengen Knospen, die bei Frühäpfeln und Birnbäumen bald aufplatzen werden oder gar schon Blüten zeigen. Wie Hier, so rechnet man auch bei den verschiedensten Steinobstsorten, die zum großen Teil jetzt vollauf blühen, auf einen erheblichen Ertrag. Mehr als sonst hat man die Winte r s p r i tz u n g mit Karbolineum zur Vernichtung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen durchgeführt. Eben trifft man Vorbereitungen zur Ausführung der Vorblütenspritzung. Leider
findet man immer noch Leute, die dem Spritzver- jahren unbegreiflicher Weise gleichgültig gegenüber» stehen. Erfreulich ist jedoch die Tatsache, daß in zahlreichen Gemeinden oft mehrere Spritzen in Privatbefitz neben der der Gemeinde gehörigen zur Schädlingsbekämpfung verwandt werden.
Kirche und Schule.
Wiederherstellung des ^echtssriedens in der Evang. Landeskirche Nassau-Hessen
Eine „Erste Verordnung" mit diesem Ziel hat am 28. März der Landeskirchenausschuß der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen in lieber» einftimmung mit den vom Reichskirchenausschuß gegebenen Richtlinien beschlossen. Nach § 1 sind Theologische Prüfungen, die feit dem 1. Januar 1934 bis 20. Dezember 1935 abgeleistet ind, von dem Landeskirchenausschuß als gültige Prüfungen anzuerkennen, nachdem insbesondere durch Einsicht in die Prüfungsvorgänge nachaewie- sen ist, daß die abgehaltenen Prüfungen und das eingeschlagene Verfahren im allgemeinen den kirchengesetzlichen Bestimmungen entsprochen haben. Im Zweifelsfalle kann der Landeskirchenausschuß die Anerkennung von einem Kollegium abhängig machen. Nach § 2 sind die seit dem 1. Januar 1934 bis 20. Dezember 1935 vorgenommenen Ordinationen in der Regel von dem Landeskirchenausschuß als gültige Droinationen anzuerkennen, wenn estgestellt ist, daß bei ihrer Erteilung die Voraussetzungen für die Hebertragung eines geistlichen Amtes in der Landeskirche vorgelegen haben und das Ordinationsgelübde in der durch die Ordnung der Kirche vorgeschriebenen Form abgelegt worden ist. Bei der Beurteilung sind die in § 1 anerkannten Prüfungen den ordnungsmäßig abgelegten Prüfungen gleichzuachten. War eine Prüfung am 20. Dezember 1935 bereits begonnen, so ist nach § 3 dieser Teil der Prüfung nicht zu wiederholen. Die Prüfungsakten und Personalnachweise sind dem Landeskirchenausschuß zuzuftellen. Die Prüfungskandidaten sind gehalten, sich bei dem Landeskirchenausschuß unter Hinweis auf den bereits geleisteten Teil der Prüfung zu melden. Dabei findet § 1 dieser Verordnung Anwendung. Die Verordnung trat am 1. April in Kraft.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
(D Krofdorf, 13. April. Schon vor 150 und mehr Jahren rühmte man in Krofdorf Musikalität und Sangesfreudigkeit. Das hat bis auf den heutigen Tag feine Gültigkeit. Besonders in dem fast
Zu einem triumphalen Erfolg für die deutsche Automobilindustrie, zu einem einzigartigen Erfolg aber auch für Deutschlands besten Autorennfahrer, Rudolf Caracciola, gestaltete sich der „Große Preis von Monaco" am Ostermontag, jenes Rennen, das in seiner Art einmalig ist in der Welt und das in tollem Wirbel durch Die Straßen der am Mittelmeer gelegenen Stadt Monte Carlo führt. Aber Rudolf Caracciola steht mit seinem großen Sieg auf Mercedes-Benz nicht allein. Hinter ihm rasten der Italiener V a r z i (Auto-Union) und der deutsche Bergmeister Hans Stuck (Auto-Hnion) über die Ziellinie und sorgten somit dafür, daß der Triumph des deutschen Rennwagens überwältigend wurde. In diesem ersten „Großen Preis" der neuen Saison lagen auch die Alfas, Maseratis und Bugattis im Rennen und das Fahreraufgebot war „auserwählt". Aber sie alle endeten weitab geschlagen, auch die neuen Alfa-Romeo-Wagen, von denen man sich Wunderdinge versprochen hatte, mußten sich den schnellen deutschen Wagen beugen. Tausende und aber Tausende von Motorsportbegeisterten feierten Rudolf Caracciola nach seinem grandiosen Siege.
Glückwunsch des Führers.
Voll Stolz meldete der Führer des deutschen Kraftfahrfports, Korpsführer Hühnlein, dem Führer den Ausgang des Rennens und schon wenig später hielt Caracciola ein Telegramm in Händen: „Zum ersten Sieg 1936 meinen herzlichen Glückwunsch! Adolf Hitler."
Start in strömendem Regen
Strömender Regen ergoß sich über die 18 Rennwagen, die sich am Hafen zum Start stellten. Der Italiener Aymini, der den mit Flugzeugmotor aus» gestatteten Trossi steuern sollte, und der Ungar Hartmann auf Maserati fehlten. Dann fiel die Startflagge. Der Italiener Nuvolari setzte sich sofort an die Spitze, aber nur kurz ist die Zeit seiner Führung; „Carratsch" lost ihn ab. Die Straßen sind durch den Regen unheimlich glatt geworden, dazu kommt noch, daß Brivio (Alfa Romeo) Oel verliert. Eine breite Oellache befindet sich vor der Schikane. Chiron (Mercedes - Benz) gerät ins Schleudern und fährt auf die Schikane auf. Bremsen kreischen auf und schon stehen fünf Wagen in dichtem Knäuel zusammen.
Rosemeyer braust heran und streift das Hinterrad von Brauchitschs, der daraufhin aufgibt. Auch Farina, Alfa Romeos großer Favorit, scheidet aus, wenig später Rosemeyer mit seinem Auto-Union. Dann folgt Brivio. Caracciola und Nuvolari liefern sich einen" heißen Kampf. Der neue Alfa wird von Nuvolari auf immer höhere Touren gebracht und schließlich setzt sich der Italiener in der 9. Runde an die Spitze. Bald liegen nur noch die beiden Auto-Union-Wagen in der gleichen Runde wie Nuvolari und Caracciola. Von sieben deutschen Wagen befinden sich noch drei im Rennen. Aber alle drei deutschen Wagen befinden sich auf den vorderen Plätzen, zusammen mit Nuvolari mit dem einzigen ausländischen Wagen. Auf 11 Teilnehmer ist das Feld zusammengeschmolzen. Caracciola jagt Nuvolari vor sich ber und in der 26. Runde setzt sich sein silbergrauer Mercedes an die Spitze. Er hatte diese Leistung nach einer im 83er-Tempo gefahrenen Runde — die schnellste, die bisher dahin vollbracht wurde — erzielt. Caracciola fährt schneidig und sichert sich allmählich einen Vorsprung von 36 Sekunden.
Immer neue Rundenbestzeiten.
Obwohl der Regen unvermindert anhalt, wird die Geschwindigkeit größer. Immer höhere Durchschnitte werden erzielt und besonders Varzi tut sich dabei hervor. Die führenden Wagen schaffen jetzt immer neue Rundenbestzeiten. Ein herrlicher Kampf entjpinnt sich, durch den die übrigen immer weiter
100jährigen Gesangverein „Germania- Krofdorf wird von jeher der Gesang gepflegt. Jeweils zur beginnenden Frühjahrszeit legt der Verein vor der Öffentlichkeit Zeugnis ab von jahrsüber geleisteter Arbeit. Das diesjährige Konzert fand am Osterfonntagabend statt. In der vollbesetzten Turnhalle sah man neben den Einheimischen zahlreiche auswärtige Gäste. Der Dirigent des Vereins, Phil. Groß (Wieseck), wartete mit einem vokal und instrumental abwechslunasreichen Konzert auf. Das Orchester unter seiner Leitung eröffnete mit der Ouvertüre zu der Oper „Titus" von Mozart. Die beiden ersten Chore („Nur die Tat macht frei" und „Für Deutschland") stellten eine Huldigung an Volk und Vaterland dar. Gut klang Schuberts „Das Dörfchen" mit Klavierbegleitung. Je zwei Chöre von Heinrichs („Ich ging an einem Frühmorgen" und „Es blies ein Jäger") und Silcher („Steh ich in finsterer Mitternacht" und „Klosterfräulein") sowie „Es hat ein Bauer ein schönes Weib" und „Erntereigen" fanden als Lieder im volkstümlichen Ton großen Anklang. Wenn hier und da die Tenore etwas fcbwach erschienen, fo möge dies ein Anlaß fein, daß aus der sangesfrohen Bevölkerung des großen Ortes noch mancher den Weg zu aktiver Sangesbeteiligung in den Verein finden möge, um die bisherige Schar zu stützen und zu ergänzen. Diesen Gedanken brachte auch der Vorsitzende der „Germania" Ernst Schleen- b e ck e r in einer kurzen Ansprache zum Ausdruck. Das Konzert, zu dessen abgerundetem Gelingen auch die mannifachen Darbietungen des Orchesters beitrugen, zeigte das ernste Streben des Vereins und seines rührigen Dirigenten.
<£ Rodheim a. d. Bieber, 14. April. Heute begeht der Anstreichermeister und NS.-Hago-Füh- rer Wilhelm Seipp von hier das fünfundzwanzigjährige Geschäfts- und Ehejubiläum, wozu ihm von allen Seiten herzliche Glückwünsche dargebracht wurden. — Am Palmsonntag wurden im Kirchspiel Rodheim a d. Bieber (einschließlich Filial Fellingshausen) insgesamt 76 Kinder konfirmiert und zum heiligen Abendmahl zugelassen. Davon entfielen auf die Gemeinde Rodheim 14 Knaben und 20 Mädchen, auf Bieber 7 Knaben und 5 Mädchen, auf Fellingshausen 9 Knaben und 11 Mädchen und Vetzberg 7 Knaben und 3 Mädchen.
* R o d h e i m a. d. Bieber, 13. April. Bei einem Sturz vom Fahrrad am zweiten Feiertag erlitt der 48 Jahre alte Maurer Wilhelm L e u ch e l von hier einen Oberschenkelbruch. Der bedauernswerte Mann mußte von der Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden.
zurückfallen. Den Schluß des Feldes bildet 9Äl- liams mit acht Verlustrunden. Nuvolari kommt gegen die drei Deutschen nicht mehr an. Varzi verfolgt feinen Markengefährten Stuck und gewinnt mehr und mehr an Boden, bis er den deutschen Bergmeister schließlich in der 82. Runde hinter sich läßt.
Oer Endkampf.
Stuck muß sich in der 84. Runde sogar eine Heberrundung durch Caracciola gefallen lassen, nachdem auch Nuvolari den Angriffen Caracciolas nicht mehr gewachsen war. Caracciola und Varzi befanden sich jetzt in einer Runde. 200 Meter trennten die beiden und vergebens versucht Varzi aufzuschließen. Caracciola erhält von seinem Renn- Iciter Zeichen und schon steigert er das Tempo. Im Nu vergrößert er den Abstand in meisterhafter Fahrt auf über 2 Kilometer. Die letzten Runden brechen an. Caracciola steht sie sicher durch und beendet das Rennen als Sieger. Eine riesige Zuschauermenge jubelt ihm zu, als er aus feinem Wagen steigt. Unter den Klängen des Deutschlandliedes ertönt aus dem Lautsprecher die Stimme des Ansagers, der den deutschen Sieg verkündet.
Boxen: Rordheffen — Westfalen 11:7.
Im Kasseler Stadtpark-Saal standen sich am Karfreitagabend zwei Auswahl - Boxstaffeln von Nordhefsen und Westfalen gegenüber. Die Gäste, die nur eine schwächere Vertretung geschickt hatten, verloren mit 7:11 Punkten. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Bantamler S t a s ch - BC. 26 Kassel für die Erringung der Deutschen Meisterschaft feiner Gewichtsklasse geehrt.
Kurze Sportnotizen.
Konrad Böcker-Frankfurt, der beim Olympia 1896 in Athen in der siegreichen deutschen Turnmannschaft stand, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Böcker hat sich auch um das Wasserspringen verdient gemacht.
♦
Die Oster-Hockeyturniere begannen durchweg am Karfreitag. Dabei gab es überall unerwartete Ergebnisse. In Wiesbaden wurde der Indian Gymkhana-Club vom Wiesbadener THC. doch mit 1:5 geschlagen, in Kreuznach verlor Medoc Bordeaux mit dem gleichen Ergebnis gegen den Kreuznacher HC. — Mit 3:5 unterlag in Heidelberg die Universität London der Uni Heidelberg. Auch in Homburg, Gladbach usw. gab es auf der ganzen Linie bei gutem Wetter und zufriedenstellendem Besuch guten Sport.
*
Das Frauen-Hockeyturnier in Berlin» DaMem begann am Freitag unter Beteiligung von Ländermannschaften aus sechs Nationen. Deutschland besiegte Spanien einleitend ganz überlegen mit 11:2 (4:1) Toren, Holland gab Ungarn mit 6:0 (3:0) das Nachsehen und Dänemark zeigte sich Oesterreich mit 4:0 (2:0) überlegen. Rund 1000 Zuschauer wohnten den trotz der hohen Ergebnisse nicht einseitigen Kämpfen bei. Die deutschen Spielerinnen gewannen außerdem leicht mit 6:0 (2:0) über Dänemark.
Fußball-Ireundschastskämpfe im Reich.
Die Ergebnisse.
Kickers Offenbach — VfL. Benrath 1.2; SV. Wald» Hof — FC Schalke 04 1:1; Stuttgarter SC. gegen Hjpest Budapest 2:5; Wacker München — 1. SV. Jena 1:2; Borussia Fulda — VfR. Mannheim 1:0; VfB. Kurhessen Marburg — Vikt. Aschaffenburg 3:2; Spvgg. Baden-Baden — Freiburger FC. 3:5; FD. Mombach 03 — VfB. Friedberg 1:1; Gutsmuts Dresden — Bayern Hof 5:2; Eintr. Braunschweig gegen Eintracht Frankfurt 3:5; Dresdener SC. ge-
Landhandel und Genossenschaften in einer Front.
Obecheffen
Caracciola siegt im „Großen Preis von Monaco"
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