Ausgabe 
14.4.1936
 
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erlitt, so daß er bewußtlos der Chirurgischen Klinik zugeführt werden muhte, ist dort in der Nacht zum Ostersonntag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt, zu haben, gestorben.

** Tödlicher Berkehrsunfall in der Rodheim er Straße. Am gestrigen Oster» montagnachmittag ereignete sich in der Rodheimer Straße in der Nähe desFeldschlößchens" ein 93er- kehrsunfall, dem leider das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. An jener Stelle wollte das noch nicht ganz zwei Jahre alte Töchterchen eines hiesi­gen Handwerksmeisters von der einen Straßenseite über den Fahrdamm nach der anderen Straßen­seite laufen, als im gleichen Augenblick der Per­sonenkraftwagen eines Gießener Einwohners heran­nahte. Da das Kindchen ganz unvermutet und plötz­lich auf den Fahrdamm sprang, lief es geradezu in den Kraftwagen hinein. Es wurde zu Boden ge­worfen und erlitt einen schweren Schädelbruch. Der Autofahrer verbrachte das bedauernswerte Kind sofort noch der Chirurgischen Klinik, wo es jedoch bald nach der Einlieferung verstarb.

** M i t dem Motorrad gegen ein Last- u u t o. Am Ostersamstagabend rannte ein Motor­radfahrer aus Garbenteich an der Ecke Neustadt-Os- waldsgarten mit seiner Maschine gegen ein Lastauto. Dabei erlitt der Motorradler einen Knöchelbruch und Hautabschürfungen, die seine Ueberführung durch die Sanitätskolonne nach der Chirurgischen Klinik er­forderlich machten.

In den letzten Wochen fanden gemeinsame K r e i s f a ch s ch a s t s t a g u n g e n der Ge­treide-und Futtermittelverteiler, der Verteiler von Mehl und Mühlenfabrikaten und der Kartoffelverteiler innerhalb der Lan­desbauernschaft Hessen-Nassau in Darmstadt, Heppenheim, Michelstadt, Frankfurt am Main, Wiesbaden, Wetzlar, Limburg, Als­feld und Schotten statt. Bei den jeweiligen Tagungen waren die Kreisbauernführer bzw. deren Beauftragte, sowie viele Bezirksbauernführer und Ortsbauernführer zugegen, ebenso die Kreiswirt­schaftsberater. Um alle strittigen Fragen seitens der Fachschaftsmitglieder sofort beantworten zu können, waren von der Landesbauernschaft die zuständigen Vertreter, sowie der Leiter der Futtermittelaußen­stelle, ferner die Geschäftsführer der Marktverbände anwesend. Die Versammlungen erfreuten sich eines außerordentlich starken Besuches durch Landhandel und Genossenschaften.

Nach Eröffnung nahm zuerst der Landesfach­schaftsleiter der Getreide- und Futtermittelverteiler, Wilhelm U l b r i ch (Darmstadt), das Wort, um eingehend den Aufbau der Fachschaften und die Aufgaben der Landes- und Kreisfachschaftsleiter darzulegen. Herr Ulbrich ermahnte die Verteiler­gruppen, Landhandel und Genossenschaften, den zeitweise überspitzten Konkurrenzkampf zwischen Handel und Genossenschaften zu beseitigen und in gutem Einvernehmen miteinander zu arbeiten.

Hierauf sprach der Landessachschaftsleiter der Verteiler von Mehl- und Mühlenfabrikaten Ott-

Beisetzung des ObervenvatterS Büchsenschüh.

= Li ch, 13. April. Unter sehr großer Beteili­gung von nah und fern fand am heutigen zweiten Osternachmittag die Beerdigung des am Karfreitag in früher Morgenstunde plötzlich durch einen Schlaganfall aus dem Leben geschiedenen Ober­verwalters des hiesigen Fürst zu Solms-Lichschen Hofguts, Wilhelm Büchsenschütz, statt. Dabei kam noch einmal die große Verehrung zum Aus­druck, die der Entschlafene wegen seiner hervor­ragenden Verdienste in weiten Kreisen genoß.

Der Leichenzug wurde von einer Abordnung der SS., der SängeroereinigungCäcilia", dem hessen- nassauischen Verband der Schäfer, der Kriegerkame­radschaft und der Gefolgschaft des Hofguts Lich an­geführt, hinter dem Leichenwagen schritten die An­gehörigen und die Familienmitglieder des Fürst­lichen Hauses, u. a. Für st Reinhard, Erb­prinz Dr. Hermann Otto zu Solms- Hohensolms, Lich, und Graf Wilhelm zu Solms-Laubach, Vertreter des Landesbauern­führers, der Landesunioersität Gießen, sowie viele Berufskameraden, Freunde und Bekannte aus un­serer Stadt, der näheren und weiteren Umgebung.

Die Trauerfeier am Friedhof wurde durch den Chor der Sängervereinigung CäciliaHeber den Sternen" eröffnet. Im Anschluß an ein Osterwort sprach dann der zuständige Ortsgeistliche, Stifts- dechant Kahn, und ließ das reich gesegnete Le­benswerk des Heimgegangenen in Familie, Beruf, Gemeinde und Volk vor der Trauergemeinde noch einmal lebendig werden.

Nach Einsegnung, Gebet und Segen ließen die Gefolgschaft des Hofguts Lich, die Fürstliche Familie, die landwirtschaftlichen Institute der Universität Gießen, die Landesbauernschaft und der Landes­bauernführer, der Verein für Schafzucht in Nassau- Hessen, deren verdienstvoller Vorsitzender der Ver­ewigte seit Jahrzehnten war, der Verband der nassau-hessischen Schäfer und die Kriegerkamerad­schaft Lich im Kyffhäuserbund durch ihre Sprecher unter ehrenvollen Nachrufen und entsprechender Würdigung der großen Verdienste um alle Zweige der Landwirtschaft und der hervorragenden Charak­tereigenschaften des treuen und echt deutschen Man­nes prachtvolle Kranzspenden am Grab niederlegen. Das Gedächtnis von Wilhelm Büchsenschütz wird im Segen weiterwirken.

3m Srubenteich ertrunken

* Grünberg, 13. April. In einem bei dem Dorfe Flensungen gelegenen Grubenteich der Gewerkschaft Luise zu Weickartshain fand man nach langem Suchen die Leiche des seit einigen Tagen vermißten 18 Jahre alten H. Michel aus L e h n h e i m. Ob Selbstmord, ein Unglücksfall ober ein Verbrechen vorliegt, ist noch nicht bekannt.

Landkreis Gießen

§ Steinbach, 14. April. Im Anschluß an den Ostergottesdienst am zweiten Osterfeiertag wurde auch hier eine S ch u la n f a n g s a n d g ch t abge- halten. Gegenüber 22 Konfirmanden wurden dieses Jahr nur 13 Kinder in die Schule aufgenommen.

--- Alb ach, 14. April. Am zweiten Osterfeier- tage fand hier die K o n f i r m a t i o n unserer dies­jährigen Konfirmanden statt. Es waren brei Jungen und drei Mädchen: Karl Schäfer, Ludwig Balser, Wilhelm Heinrich Will; Hildegard Becker, Paula Arnold, Else Schmitt. Bei der Feier sangen die Kinder unter Leitung ihres Lehrers Groh zwei

** Der GesangvereinHeiterkeit" unternahm, wie man uns berichtet, am Karfreitag bei herrlichem Frühlingswetter feinen traditionellen Frühjahrsausflug nach Grohen-Buseck. Die Ver­einsmitglieder nahmen in großer Zahl an der etwa zweistündigen Wanderung teil. In vortrefflicher Sängerkameradschaft verlebte man beim Gesang herrlicher Lieder und bei humorvollen Vorträgen einige schöne Stunden der Erholung, die allgemein Anklang fanden.

Gießener Dochenmarktpreife.

* Giehen , 14. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse 6 10, ungezeichnete 8, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., To­maten 45 bis 50 Pf., Zwiebeln 12 bis 14, Meer­rettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rha­barber 20 bis 30, Aepfel 20 bis 50, Zwetfchenhonig 40 bis 45, Blumenkohl, das Stück 45 bis 55, Salat 20 bis 25, Salatgurken 70 bis 80, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf.

mar Wetzel, Frankfurt a. M., um seinerseits die Verteiler zu ermahnen, die von dem G. W. 93. fest­gelegten Handelsspannen einzuhalten und nicht durch ungesetzliche Machenschaften Sabotage zu treiben. Er erinnerte die Berufskameraden daran, wie trau­rig es mit dem Mehlhandel gestanden hatte vor Inkrafttreten des gesetzlichen Reichsmehlschluß­scheines.

Alsdann erörterte der Landesfachschaftsleiter der Kartoffelverteiler, M o x t e r, Frankfurt a. M. ein­gehend den Aufbau der Kartoffelwirtschaft. Er brandmarkte das unsaubere Verhalten einzelner Verteiler bei der Ausstellung der Schlußscheine, beim Kauf vom Erzeuger und streifte die wichtigsten Anordnungen bezüglich der Abnahme und des Wei­terverkaufes bei Waggongeschäften.

Der Geschäftsführer des G. W. V. P e t f ch , sowie der Geschäftsführer des Kartoffelwirtschaftsverban­des Bolle, nahmen dann Veranlassung, vom Ge­sichtspunkt der Wirtschaftsverbände aus die wich­tigsten Fragen zu erörtern.

Eine allgemeine Aussprach schloß sich jeweils an, wovon reger Gebrauch gemacht wurde; die ge­stellten Fragen konnten durch die Vertreter der Landesbauemschaft bzw. der Verbände beantwortet werden.

Bei allen Tagungen trat erfreulicherweise nach Schluß der mehrstündigen Versammlung die Er­kenntnis zutage, daß es unbedingt möglich ist, Land­handel und Genossenschaften im Interesse von Er­zeuger und Verbraucher zu einer festen Einheit zu­sammenzuschmieden.

Lieder. Anschließend an die Konfirmation fand auch die Schulanfängerandacht statt; es sind dieses Jahr sieben Kinder, fünf Jungen und zwei Mädchen, die in die Schule ausgenommen wurden. Die Kinder waren mit Kränzchen und Blumen- sträußchen geschmückt.

* Rödgen, 14. April. Heute begeht unser Mitbürger Heinrich Balser VI., Gießener Straße, seinen 8 7. Geburtstag. Der Jubilar ist noch sehr rüstig.

* Daubringen, 13. April. Don einem schweren Unglücksfall wurde die 42 Jahre alte Ehefrau Elisabeth 9V al ter von hier betrof­fen. Die bedauernswerte Frau fiel so unglücklich von einer Leiter, daß sie mit schweren inne­ren Verletzungen von der Gießener Sani­tätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinik gebracht werden mußte.

* Harbach, 13. April. Am Ostersamstag zog sich der 48 Jahre alte Landwirt Georg Wenzel von hier bei der Arbeit schwere Verletzun­gen der rechten Hand zu. Der Verunglückte mußte die Hilfe der Chirurgischen Klinik in Gießen in Anspruch nehmen.

0 Lang-Göns, 13. April. Seit einigen Ta­gen treten die Masern hier sehr stark auf. Ein großer Teil aller Kinder liegt zu Bett. Im all­gemeinen handelt es sich um leichtere Fälle.

. Aus der mittleren We11erau, 13. April. Während im Vorjahre nur ganz verein­zelt Lein gesät wurde, ist man in diesen Tagen in allen Dörfern dabei, den Flachsbau aufzuneh­men. Gegenwärtig werden die meist kleinen Flächen bestellt. Durch die Landesbauernschaft wurde den Flachsanbauern die notwendige Ausklärung über Bodenbearbeitung, Düngung und Saatgutmenge zu­teil, so daß mit einem vollen Erfolg zu rechnen ist. Neben der jedem Dorfe aufgegebenen Pflichtanbau­fläche wird von allen Bauern und Landwirten noch aus jeden Hektar bewirtschafteter Fläche ein Quadrat­meter Flachs für die Adolf-Hitler-Flachs- spende angebaut, die dem Führer am Erntedank- tag 1936 durch den Reichsbauernführer überreicht werden soll. Winterraps und - r ü b f e n stehen in voller Blüte. In allen Feldmarken leuchten die gelben Streifen weit zahlreicher als in den letzten Jahren, ein Zeichen dafür, daß der Bauer gewillt ist, die Erzeugungsschlacht auch auf dem Gebiete der Fett- und Oeloersorgung zum siegreichen Ende zu sühren und uns vom Ausland unabhängig zu machen. Mit dem Legen der Frühkartof­feln wurde bereits begonnen.

Kreis Bübingen

r Mittleres Niddatal, 13. April. Infolge des günstigen Wetters hat sich die W i n t e r f r u ch t ausgezeichnet entwickelt, die Sommerfrucht ist vorzüglich aufgegangen und wächst zusehends. Der Klee ist gut überwintert und zeigt einen buschigen Stand; ebenso verhält es sich mit dem Wiesen-- gras. Die Kartoffeläcker sind gut vorbe­reitet, hier und da werden schon Frühkartoffeln ge­steckt. Die Ob st bäume aller Art zeigen große Mengen Knospen, die bei Frühäpfeln und Birn­bäumen bald aufplatzen werden oder gar schon Blüten zeigen. Wie Hier, so rechnet man auch bei den verschiedensten Steinobstsorten, die zum großen Teil jetzt vollauf blühen, auf einen erheb­lichen Ertrag. Mehr als sonst hat man die Win­te r s p r i tz u n g mit Karbolineum zur Vernichtung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen durch­geführt. Eben trifft man Vorbereitungen zur Aus­führung der Vorblütenspritzung. Leider

findet man immer noch Leute, die dem Spritzver- jahren unbegreiflicher Weise gleichgültig gegenüber» stehen. Erfreulich ist jedoch die Tatsache, daß in zahlreichen Gemeinden oft mehrere Spritzen in Privatbefitz neben der der Gemeinde gehörigen zur Schädlingsbekämpfung verwandt werden.

Kirche und Schule.

Wiederherstellung des ^echtssriedens in der Evang. Landeskirche Nassau-Hessen

EineErste Verordnung" mit diesem Ziel hat am 28. März der Landeskirchenausschuß der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen in lieber» einftimmung mit den vom Reichskirchenausschuß ge­gebenen Richtlinien beschlossen. Nach § 1 sind Theologische Prüfungen, die feit dem 1. Januar 1934 bis 20. Dezember 1935 abgeleistet ind, von dem Landeskirchenausschuß als gültige Prüfungen anzuerkennen, nachdem insbesondere durch Einsicht in die Prüfungsvorgänge nachaewie- sen ist, daß die abgehaltenen Prüfungen und das eingeschlagene Verfahren im allgemeinen den kir­chengesetzlichen Bestimmungen entsprochen haben. Im Zweifelsfalle kann der Landeskirchenausschuß die Anerkennung von einem Kollegium abhängig machen. Nach § 2 sind die seit dem 1. Januar 1934 bis 20. Dezember 1935 vorgenommenen Ordina­tionen in der Regel von dem Landeskirchenaus­schuß als gültige Droinationen anzuerkennen, wenn estgestellt ist, daß bei ihrer Erteilung die Voraus­setzungen für die Hebertragung eines geistlichen Am­tes in der Landeskirche vorgelegen haben und das Ordinationsgelübde in der durch die Ordnung der Kirche vorgeschriebenen Form abgelegt worden ist. Bei der Beurteilung sind die in § 1 anerkann­ten Prüfungen den ordnungsmäßig abgelegten Prü­fungen gleichzuachten. War eine Prüfung am 20. Dezember 1935 bereits begonnen, so ist nach § 3 dieser Teil der Prüfung nicht zu wiederholen. Die Prüfungsakten und Personalnachweise sind dem Landeskirchenausschuß zuzuftellen. Die Prüfungs­kandidaten sind gehalten, sich bei dem Landeskirchen­ausschuß unter Hinweis auf den bereits geleisteten Teil der Prüfung zu melden. Dabei findet § 1 dieser Verordnung Anwendung. Die Verordnung trat am 1. April in Kraft.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

(D Krofdorf, 13. April. Schon vor 150 und mehr Jahren rühmte man in Krofdorf Musikalität und Sangesfreudigkeit. Das hat bis auf den heuti­gen Tag feine Gültigkeit. Besonders in dem fast

Zu einem triumphalen Erfolg für die deutsche Automobilindustrie, zu einem einzigartigen Erfolg aber auch für Deutschlands besten Autorennfahrer, Rudolf Caracciola, gestaltete sich derGroße Preis von Monaco" am Ostermontag, jenes Ren­nen, das in seiner Art einmalig ist in der Welt und das in tollem Wirbel durch Die Straßen der am Mittelmeer gelegenen Stadt Monte Carlo führt. Aber Rudolf Caracciola steht mit seinem großen Sieg auf Mercedes-Benz nicht allein. Hinter ihm rasten der Italiener V a r z i (Auto-Union) und der deutsche Bergmeister Hans Stuck (Auto-Hnion) über die Ziellinie und sorgten somit dafür, daß der Triumph des deutschen Rennwagens überwältigend wurde. In diesem erstenGroßen Preis" der neuen Saison lagen auch die Alfas, Maseratis und Bugattis im Rennen und das Fahreraufgebot war auserwählt". Aber sie alle endeten weitab ge­schlagen, auch die neuen Alfa-Romeo-Wagen, von denen man sich Wunderdinge versprochen hatte, mußten sich den schnellen deutschen Wagen beugen. Tausende und aber Tausende von Motorsportbe­geisterten feierten Rudolf Caracciola nach seinem grandiosen Siege.

Glückwunsch des Führers.

Voll Stolz meldete der Führer des deutschen Kraftfahrfports, Korpsführer Hühnlein, dem Führer den Ausgang des Rennens und schon wenig später hielt Caracciola ein Telegramm in Händen: Zum ersten Sieg 1936 meinen herzlichen Glück­wunsch! Adolf Hitler."

Start in strömendem Regen

Strömender Regen ergoß sich über die 18 Renn­wagen, die sich am Hafen zum Start stellten. Der Italiener Aymini, der den mit Flugzeugmotor aus» gestatteten Trossi steuern sollte, und der Ungar Hartmann auf Maserati fehlten. Dann fiel die Startflagge. Der Italiener Nuvolari setzte sich sofort an die Spitze, aber nur kurz ist die Zeit seiner Führung;Carratsch" lost ihn ab. Die Straßen sind durch den Regen unheimlich glatt geworden, dazu kommt noch, daß Brivio (Alfa Romeo) Oel verliert. Eine breite Oellache befindet sich vor der Schikane. Chiron (Mercedes - Benz) gerät ins Schleudern und fährt auf die Schikane auf. Bremsen kreischen auf und schon stehen fünf Wagen in dichtem Knäuel zusammen.

Rosemeyer braust heran und streift das Hinter­rad von Brauchitschs, der daraufhin aufgibt. Auch Farina, Alfa Romeos großer Favorit, scheidet aus, wenig später Rosemeyer mit seinem Auto-Union. Dann folgt Brivio. Caracciola und Nuvolari liefern sich einen" heißen Kampf. Der neue Alfa wird von Nuvolari auf immer höhere Touren gebracht und schließlich setzt sich der Italiener in der 9. Runde an die Spitze. Bald liegen nur noch die beiden Auto-Union-Wagen in der gleichen Runde wie Nuvolari und Caracciola. Von sieben deutschen Wagen befinden sich noch drei im Rennen. Aber alle drei deutschen Wagen befinden sich auf den vorderen Plätzen, zusammen mit Nuvolari mit dem einzigen ausländischen Wagen. Auf 11 Teilnehmer ist das Feld zusammengeschmolzen. Caracciola jagt Nuvolari vor sich ber und in der 26. Runde setzt sich sein silbergrauer Mercedes an die Spitze. Er hatte diese Leistung nach einer im 83er-Tempo gefahre­nen Runde die schnellste, die bisher dahin voll­bracht wurde erzielt. Caracciola fährt schneidig und sichert sich allmählich einen Vorsprung von 36 Sekunden.

Immer neue Rundenbestzeiten.

Obwohl der Regen unvermindert anhalt, wird die Geschwindigkeit größer. Immer höhere Durch­schnitte werden erzielt und besonders Varzi tut sich dabei hervor. Die führenden Wagen schaffen jetzt immer neue Rundenbestzeiten. Ein herrlicher Kampf entjpinnt sich, durch den die übrigen immer weiter

100jährigen GesangvereinGermania- Krofdorf wird von jeher der Gesang gepflegt. Jeweils zur beginnenden Frühjahrszeit legt der Verein vor der Öffentlichkeit Zeugnis ab von jahrs­über geleisteter Arbeit. Das diesjährige Konzert fand am Osterfonntagabend statt. In der vollbe­setzten Turnhalle sah man neben den Einheimischen zahlreiche auswärtige Gäste. Der Dirigent des Ver­eins, Phil. Groß (Wieseck), wartete mit einem vokal und instrumental abwechslunasreichen Konzert auf. Das Orchester unter seiner Leitung eröffnete mit der Ouvertüre zu der OperTitus" von Mozart. Die beiden ersten Chore (Nur die Tat macht frei" undFür Deutschland") stellten eine Huldigung an Volk und Vaterland dar. Gut klang SchubertsDas Dörfchen" mit Klavierbegleitung. Je zwei Chöre von Heinrichs (Ich ging an einem Frühmorgen" undEs blies ein Jäger") und Silcher (Steh ich in finsterer Mitternacht" und Klosterfräulein") sowieEs hat ein Bauer ein schönes Weib" undErntereigen" fanden als Lieder im volkstümlichen Ton großen Anklang. Wenn hier und da die Tenore etwas fcbwach erschienen, fo möge dies ein Anlaß fein, daß aus der sanges­frohen Bevölkerung des großen Ortes noch mancher den Weg zu aktiver Sangesbeteiligung in den Ver­ein finden möge, um die bisherige Schar zu stützen und zu ergänzen. Diesen Gedanken brachte auch der Vorsitzende derGermania" Ernst Schleen- b e ck e r in einer kurzen Ansprache zum Ausdruck. Das Konzert, zu dessen abgerundetem Gelingen auch die mannifachen Darbietungen des Orchesters beitrugen, zeigte das ernste Streben des Vereins und seines rührigen Dirigenten.

<£ Rodheim a. d. Bieber, 14. April. Heute begeht der Anstreichermeister und NS.-Hago-Füh- rer Wilhelm Seipp von hier das fünfund­zwanzigjährige Geschäfts- und Ehe­jubiläum, wozu ihm von allen Seiten herz­liche Glückwünsche dargebracht wurden. Am Palmsonntag wurden im Kirchspiel Rodheim a d. Bieber (einschließlich Filial Fellingshausen) ins­gesamt 76 Kinder konfirmiert und zum heiligen Abendmahl zugelassen. Davon entfielen auf die Gemeinde Rodheim 14 Knaben und 20 Mäd­chen, auf Bieber 7 Knaben und 5 Mädchen, auf Fellingshausen 9 Knaben und 11 Mädchen und Vetzberg 7 Knaben und 3 Mädchen.

* R o d h e i m a. d. Bieber, 13. April. Bei einem Sturz vom Fahrrad am zweiten Feiertag erlitt der 48 Jahre alte Maurer Wilhelm L e u ch e l von hier einen Oberschenkelbruch. Der be­dauernswerte Mann mußte von der Gießener Sa­nitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden.

zurückfallen. Den Schluß des Feldes bildet 9Äl- liams mit acht Verlustrunden. Nuvolari kommt ge­gen die drei Deutschen nicht mehr an. Varzi ver­folgt feinen Markengefährten Stuck und gewinnt mehr und mehr an Boden, bis er den deutschen Bergmeister schließlich in der 82. Runde hinter sich läßt.

Oer Endkampf.

Stuck muß sich in der 84. Runde sogar eine Heberrundung durch Caracciola gefallen lassen, nachdem auch Nuvolari den Angriffen Caracciolas nicht mehr gewachsen war. Caracciola und Varzi befanden sich jetzt in einer Runde. 200 Meter trenn­ten die beiden und vergebens versucht Varzi aufzu­schließen. Caracciola erhält von seinem Renn- Iciter Zeichen und schon steigert er das Tempo. Im Nu vergrößert er den Abstand in meisterhafter Fahrt auf über 2 Kilometer. Die letzten Runden brechen an. Caracciola steht sie sicher durch und beendet das Rennen als Sieger. Eine riesige Zu­schauermenge jubelt ihm zu, als er aus feinem Wagen steigt. Unter den Klängen des Deutschland­liedes ertönt aus dem Lautsprecher die Stimme des Ansagers, der den deutschen Sieg verkündet.

Boxen: Rordheffen Westfalen 11:7.

Im Kasseler Stadtpark-Saal standen sich am Karfreitagabend zwei Auswahl - Boxstaffeln von Nordhefsen und Westfalen gegenüber. Die Gäste, die nur eine schwächere Vertretung geschickt hatten, verloren mit 7:11 Punkten. Im Rahmen der Ver­anstaltung wurde der Bantamler S t a s ch - BC. 26 Kassel für die Erringung der Deutschen Meister­schaft feiner Gewichtsklasse geehrt.

Kurze Sportnotizen.

Konrad Böcker-Frankfurt, der beim Olympia 1896 in Athen in der siegreichen deutschen Turnmannschaft stand, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Böcker hat sich auch um das Wasser­springen verdient gemacht.

Die Oster-Hockeyturniere begannen durchweg am Karfreitag. Dabei gab es überall un­erwartete Ergebnisse. In Wiesbaden wurde der Indian Gymkhana-Club vom Wiesbadener THC. doch mit 1:5 geschlagen, in Kreuznach verlor Me­doc Bordeaux mit dem gleichen Ergebnis gegen den Kreuznacher HC. Mit 3:5 unterlag in Heidel­berg die Universität London der Uni Heidelberg. Auch in Homburg, Gladbach usw. gab es auf der ganzen Linie bei gutem Wetter und zufriedenstel­lendem Besuch guten Sport.

*

Das Frauen-Hockeyturnier in Berlin» DaMem begann am Freitag unter Beteiligung von Ländermannschaften aus sechs Nationen. Deutsch­land besiegte Spanien einleitend ganz überlegen mit 11:2 (4:1) Toren, Holland gab Ungarn mit 6:0 (3:0) das Nachsehen und Dänemark zeigte sich Oesterreich mit 4:0 (2:0) überlegen. Rund 1000 Zuschauer wohnten den trotz der hohen Ergebnisse nicht einseitigen Kämpfen bei. Die deutschen Spie­lerinnen gewannen außerdem leicht mit 6:0 (2:0) über Dänemark.

Fußball-Ireundschastskämpfe im Reich.

Die Ergebnisse.

Kickers Offenbach VfL. Benrath 1.2; SV. Wald» Hof FC Schalke 04 1:1; Stuttgarter SC. gegen Hjpest Budapest 2:5; Wacker München 1. SV. Jena 1:2; Borussia Fulda VfR. Mannheim 1:0; VfB. Kurhessen Marburg Vikt. Aschaffenburg 3:2; Spvgg. Baden-Baden Freiburger FC. 3:5; FD. Mombach 03 VfB. Friedberg 1:1; Gutsmuts Dresden Bayern Hof 5:2; Eintr. Braunschweig gegen Eintracht Frankfurt 3:5; Dresdener SC. ge-

Landhandel und Genossenschaften in einer Front.

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