Nr.38 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Zreitag, U. Zebruar (936
Schöne Schaufenster aus dem Reichsberufswettkampf.
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e nach Bedarf eine oder mehrere Erzeugerlisten beigefügt werden, wofür den Antragstellern gleichzeitig Vordrucke zugehen Die auf diesen gegebene unterschriftliche Versicherung der Erzeuger wird an Hand der vorliegenden Anerkennungsbescheinigunfen in jedem Einzelfalle nachgeprüft, so daß sich owohl Erzeuger rote Händler bei Abgabe falscher Versicherungen unweigerlich empfindlichen Ordnungsstrafen aussetzen
Anträge, die dem „Ausschuß" zur Zeit bereits vorliegen, werden in der bisherigen Weise bearbeitet und, soweit möglich, dafür Zulassungsbescheinigungen erteilt Für diese brauchen also k e i n e Neuanträge unter Benutzung der erwähnten Vordrucke gestellt zu werden! Dagegen werden ab 15. Februar nur noch Anträge bearbeitet, welche aus den vorgeschriebenen Formularen gestellt worden sind. Es muß aus jeden Fall vermieden werden, daß durch säumiges Verhalten einzelner Antragsteller die Allgemeinheit leidet, da sich mit fortschreitender Jahreszeit die Anzahl der einlaufenden Anträge stark steigern wird.
Es wird noch betont, daß die Vordrucke sowohl für Handelssaatgut früher und mittelfrüher, als auch mittelspäter und später Sorten benutzt werden müssen.
Kulturarbeiten auf den Wiesen
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3 u unseren Bildern:
Links oben: Eine originelle Werbung für deutsche Leinwand. — Rechtsoben: Schätze der Parfümerie im rechten Licht. — Links unten: Eine wirkungsvolle Werbung für das Briefpapier. — Mitte unten: Ein klar gestaltetes Schaufenster der Textilbranche. — Rechts unten : Ein zeitgemäßes Schaufenster wirbt für das Eintopfgericht.
(Aufnahmen |5]: Photo-Pfaff, Gießen.)
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Aus Oer Provinzialhauptstadt.
Kleines Lied.
In den Mittagsstunden geschieht es jetzt fast täglich. So ganz, als ob es sich von selbst verstünde. Aus einem Garten, der dicht an eine verkehrsreiche Straße stößt, pfeift es. Wahrhaftig, es pfeift. Nicht gerade besonders laut, aber immerhin so, daß man es vernehmen kann.
Es klingt beinahe rührend, so zart ist das Stimm- chen und so einfach die Strophe. Immer wieder dasselbe Lied, immer wieder der gleiche Klang. Dididih, dididih. Weiter nichts als dididih.
Es ist sonderbar, plötzlich hat sich der Winter auf feine kalten Pflichten besonnen, und ungeachtet dessen singt bereits die Kohlmeise ihr erstes bescheidenes Liedchen. Als ob sie zeigen wollte, daß bange machen nicht gilt, und daß das winterliche Regiment trotz allem doch zu Ende geht.
Wir können nicht sagen, daß die Herrschaft des Winters im allgemeinen sehr strenge gewesen wäre. Aber Hand aufs Herz: ist das Liedchen der Kohlmeise nicht ein frohes Ereignis? Ein kleines, aber sehr willkommenes Anzeichen?
Und wenn wir Umschau halten, entdecken wir plötzlich auch andere solcher Anzeichen. Gewiß, aber noch haben wir erst wieder unseren dicken Hantel hervorgeholt und uns mit Puls- und Seelenwär- mern versehen, aber in den Schaufenstern der großen Geschäfte paradieren die neuesten Frühjahrsmodelle.
Dafür sieht es in den Anlagen noch recht winterlich aus. Was sich in den letzten Wochen schon tastend zeigte, irt sehr rasch zur Vorsicht zurückgekehrt. Aber schaut an, auch hier tönt das kleine, liebliche Lied: Dididih, dididih
Aus unbedeutenden Anfängen wachsen häufig große Dinge, und aus diesen kleinen Anzeichen wird mit Sicherheit demnächst eine wunderbare Sache erblühen. Die niedliche Stimme der Kohlmeise ist gewissermaßen wie ein kleines Stimmpfeifchen für die jubelnden Klänge, die in den kommenden Wochen in voller Orchesterstärke ertönen.
Vorläufig sitzen wir allerdings noch am warmen Ofen und freuen uns der künstlichen Wärme. Aber gerade deshalb hat das bescheidene Lied der Meise seinen köstlichen Reiz. Denn aus ihm wie aus anderen kleinen Anzeichen erwächst uns ja erst die beglückende Vorfreude auf das kommende große Wunder. H W. Sch.
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
NSG. „Kraft durch Freude": Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum-, 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr Schwimmen im Volksbad: 20 bis 21 Uhr Reiten, 21 bis 22 Uhr Ski- Trocken, Reitschule Schornbs. — Stadttheater- 20 bis 22.15 Uhr „Hilde und 4 PS.". — Gloria-Palast. Seltersweg: „Kirschen in Nachbars Garten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fährmann Maria". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Steib, Berlin. — Heilsarmee: 20.15 Uhr im Saal der Stadtmission, Loberstraße, Dortrag von Oberst Stankuweit.
Sladlthealer Gießen.
Heute von 20 bis 22.15 Uhr Neuaufführung des Lustspiels „Hilde und 4 PS" von Kurt Sellnick. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Die Vorstellung ist zugleich die 18. Vorstellung im Freitag-Abonnement.
Konzertverein Gießen.
Man schreibt uns: Georg K u l e n k a m p f f, ein deutscher Geiger, welcher das siebente Konzert des Konzertvereins am Sonntag, 16. Febr., bestreiten wird, gehört heute unzweifelhaft zu den paar auserwählten Geigern, die man an den Fingern einer Hand abzählen und die man ohne Uebertrei- bung „groß" nennen kann. Sehr früh offenbarte sich fein musikalisches Talent, das zuerst in Bremen bei Professor Wendel, dann bei Professor Heß an der Berliner Hochschule für Musik weitergebildet wurde. Mit 19 Jahren war er bereits Konzertmeister bei der Bremer Philharmonie und widmete sich dann nach zweijähriger Tätigkeit dort fast ausschließlich der solistischen Ausübung seiner Kunst. Im Jahre 1923 wurde er Professor und Leiter einer Violinklasse in Berlin. Eine große Reihe in- und ausländischer Konzertreisen hat ihm internationalen Ruf verschafft. Sein wunderbares, kristallklares Diolinspiel, die Verbindung von glänzender Technik und tiefem Verstehen der von ihm interpretierten Werke machen ihn zum ersten Geiger Deutschlands
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Letzter Termin
Um jedem Volksgenossen noch die Gelegenheit zur Teilnahme an der Fahrt zur Automobilaus- stellung in Berlin zu geben, ist der Anmeldetag bis zum 20. Februar offen. Bis zu diesem Zeitpunkt nehmen sämtliche Kreis- und Ortsgruppendienststellen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Anmeldungen entgegen.
Der Fahrpreis beträgt einschließlich voller Verpflegung und Unterkunft sowie Besichtigung der Automobilausstellung 27,50 RM.
Volksgenossen, nehmt diese billige Gelegenheit wahr, um euch von dem Fortschritt der deutschen Automobilindustrie überzeugen zu können.
Sportamt „Krast durch Freude"
heute folgende Kurse:
Allgem Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26
Frohl. Gymnastik und Spiele. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lollar, Kantine der Firma Buderus.
Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, von 21.30 bis 22.15 Uhr für Frauen und Männer, Volksbad, Seltersweg.
Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Univerfitäts-Reit- institut, Brandplatz
Sorgt für Lehrstellen!
NSG. Noch ist der 3. Reichsberufswettkampf nicht zu Ende, und schon bereitet das Jugendamt der DAF. eine neue große Aktion vor, die in der Zeit vom 15. bis 27. Februar zur Durchführung gelangen wird. Es gilt für unsere Jugend, die Ostern 1936 irie Schule verläßt, Lehrstellen bereitzustellen.
Noch sind nicht genügend Lehrstellen gemeldet, um auch den letzten Jugendlichen, der einen Arbeitsplatz sucht, unterzubringen. Die Sicherung eines guten Facharbeiternachwuchses erfordert die restlose Eingliederung der schulentlassenen Jugend in das
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Arbeitsleben unserer Nation. Es ergeht darum bereits heute an die gesamte Wirtschaft der Mahnruf: „Stellt Lehrlinge ein!"
Unsere Heranwachsende Jugend hat schließlich nicht nur die Pflicht zur Arbeit, sondern auch das Recht darauf, daß sie einen Arbeitsplatz erhält und einen Beruf erlangen kann.
Paten für Drillinge gesucht
Das Amt für Volkswohlfahrt, Gau Heffen- Naffau, hat sich entschlossen, eine neue Art von Patenschaften einzuführen. Es sucht für Drillinge, die im Gau Hessen-Nassau geboren werden, opferbereite Paten, die sich dafür einsetzen, daß die von ihnen Betreuten wertvolle Bestandteile des deutschen Volkes werden. Diese Einrichtung, die in besonderen Fällen durch besondere Maßnahmen dienen will, erhofft ihre Billigung dadurch, daß sie in ganz Deutschland Nachahmung findet. Paten können Einzelpersonen oder Gemeinden werden.
Achtung' pflanzkartoffel-Erzeuger und Vstanzkartoffel-Händler.
ZdR. Durch Anordnung vom 27.1.1936 wurde durch das Verwaltungsamt des Reichsbauernführers bekanntgegeben, daß für mittelspäte und späte Sorten nunmehr auch Anträge auf Zulassung als Handelssaatgut gestellt werden können.
Da sich bei der Zulassung früher und mittelfrüher Sorten herausgestellt hat, daß die Anträge oft unvollständig und unzweckmäßig eingereicht werden, wodurch eine Erschwerung in der Bearbeitung und für den Antragsteller unliebsame Verzögerung eintreten muß, hat der Ausschuß für Samen und Saaten Antragsformulare herausgegeben Die an der Zulassung'von Kartoffel-Handelssaatgut interessierten Kreise können derartige Vordrucke kostenfrei bei dem Ausschuß für Samen und Saaten, Berlin W 35, Lützowstraße 109—110, anfordern.
Die Vordrucke sind so eingerichtet, daß bis zu 10 Sorten zugleich beantragt werden können. Für die einzelnen Erzeugerposten muß den Anträgen
beim Philosophenwald.
Im Wiesengrund östlich der ehemaligen Scheune des Universitätsversuchsgutes ist man seit einigen Wochen mit Bodenverbesserungsarbeiten beschäftigt. Etwa zwanzig Normalmorgen Grasfläche sind voll- tändig versumpft, da der lettige Untergrund die Niederschläge nach unten entweichen läßt. Mit dem Fuhrwerk konnten diese Wiesen nicht befahren und omit weder gedüngt, gemäht, noch geerntet werden. Schilf und saure Gräser lohnten auch die Futterernte nicht. Schon im Vorjahre hat Gutspächter Hennecken etwa drei Normalmorgen entwässert und reichlich mit Kalk gedüngt, so daß bereits eine wesentliche Besserung der Grasnarbe eingetreten ist. Vor allem siedeln sich durch die Senkung des Grundwasserstandes schon süße Gräser an. Gegenwärtig ist eine Arbeitskolonne mit der Durchführung von weiteren Dränagearbeiten beschäftigt. Die Hauptstränge werden als Rohrleitungen angelegt, in die eine größere Anzahl Steindränagen oder Rasselkanäle münden und die verhältnismäßig nahe zueinander angelegt sind. Verschiedentlich stieß man bei den Erdarbeiten auf stärkere Baumstümpfe. Einstmals muß dieses Gelände mit Wald bestanden gewesen sein, heißt doch heute noch die Flur „Die faulen Buchen". In dem anschließenden Gewann „Im Waldbrunn" sind die Entwässerungsarbeiten mit besonderen Schwierigkeiten verbunden, da hier, wie schon der Name sagt, mehrere Quellen zutage treten und der Boden infolgedessen tief versumpft ist. Auch die Stadtverwaltung hat sich an den Kulturarbeiten beteiligt, indem sie einen stark wasserführenden Flutgraben ausräumen und mehrere Zubringerdränagen anlegen ließ. Die Unkosten werden sicherlich durch wertvolleres Futter mehr als ausgeglichen werden. Im kommenden Jahr wird auch der Rest des städtischen Wiesengeländes trockengelegt werden. In unmittelbarer Nähe hat Bauunternehmer W e h r u m vor zwei Jahren eine größere Obstbaumanlage geschaffen. Die etwa 100 Aepfel- und Zwetschenbäume haben sich zum Teile gut entwickelt.
Nationalsozialistische
Kriegsopferversorgung e. D.
Ortsgruppe Gießen.
Dienststunden.
1. Obmann: Täglich von 13 bis 14.30 Uhr, außer Samstags.
2. Sozialfürsorge: Täglich von 10 bis 12 Uhr.
3. Kassenstunden: Täglich von 10 bis 12 Uhr.
4. Arbeitsbeschaffung: Täglich von 10 bis 12 Uhr.
5. Kassenverwalter: Dienstag von 18.30 bis 19.30 Uhr.
6. Hinterbliebenenberatung: Don Mittwoch 15 bis 17 Uhr.
7. Rechtsberatung: Mittwoch von 15 bis 17 Uhr.
Ortsgruppen-Odmann: gez. Halbroth.
ELP. Evangelisch - kirchliche Dienst- nach richt en. Entlassen wurden: der Pfarrer Otto Weiß an der Marktkirche zu Wiesbaden, Dekanat Wiesbaden-Stadt, auf Grund freiwilligen Verzichts mit Wirkung vom 13. November 1935 ab aus dem Dienst der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen, er verliert mit dem gleichen Tage die Rechte des geistlichen Standes-, der Pfarrer Wilhelm Karell zu Neckarsteinach, Dekanat Erbach i. Odw., auf Grund Verzichts mit Wirkung vom 14. November 1935 ab aus dem Dienst der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen. Er verliert mit dem gleichen Tage die Rechte des geist
Gefechtsschießen bei Laubach.
Am gestrigen Donnerstag hielt das Ergänzungs- Bataillon 53 aus Gießen ein Schul-Gefechtsschießen in der Nähe von Laubach ab Die Uebungen des Bataillons werden am heutigen Freitag und am morgigen Samstag fortgesetzt. Die gestrige erste Uebung fand das starke Interesse der Bevölkerung der ganzen Laubacher Umgegend. Gegen Abend rückte das Bataillon nach L a u b a ch ins Quartier, wobei den Soldaten ein überaus herzlicher Empfang bereitet wurde. Die Bevölkerung hatte von sich aus in so reichem Ausmaße Quartiere be
reitgestellt, daß es leider
nicht möglich war, jedem einzelnen Quartiergeber den als Gast erhofften Soldaten zuzuteilen. Die Gliederungen der Partei holten geschlossen die Soldaten vom Stadteingang her in das Städtchen ein, wobei sich auch die ganze übrige Bevölkerung in
freudigster Weise beteiligte. Aus dem Marktplatz wurden in Ansprachen den Soldaten bekundet, wie gern man sie in Laubach als Quartiergäste ausgenommen hat.


