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gehörigen vieler diplomatischer Missionen, besucht wird, muhte am letzten Sonntag der Gottes- dlenst bereits ausfallen. Bei den Verhafteten handelt es sich um einwandfreie Personen, die als Musiker, Vuchhalter, Mechaniker, Fabrikleiter usw. ihrem Beruf nachglngen. Alle diese Maßnahmen schaffen für die relchsdeutsche Kolonie und für die deutsche Botschaft eine Lage, über die sich jedes weitere Mort erübrigt. Die Botschaft hak wegen dieser Vorfälle beim Auhenkommis- sariat nachdrückliche Vorstellungen erhoben.
Moskau, 12. Rov. (DBB.) 3n der Nacht zum 5. November wurden in Moskau fünf Reichsdeutsche verhaftet, darunter auch der Reichsdeutsche Thlmig, der stellvertretende Direktor der deutschen Konzession „Labor Leo". Da gleichzeitig auch der erste Direktor der Konzession, der litauische Staatsangehörige Rah, verhaftet wurde, ist die Konzession praktisch ohne Leitung. Bei den weiter verhafteten Reichsdeutschen handelt es sich, soweit bekannt ist, um folgende Personen: Buchhalter Hermann Biedermeier, Geigenbauer Waldemar Oberberg, Automechaniker Alfred Erlinghäuser und Uhrmacher Alfr. Mocher. Ein weiterer Reichsdeutscher, der Friseur Heinrich Hönighausen, wurde einige Tage früher verhaftet. Gegen welche Personen sich der in der TASS.-Meldung erhobene Vorwurf „staatsfeindlicher Tätigkeit- richtet, ist zur Zelt unbekannt. In die gleiche Zeit, in der die erwähnten Reichsdeutschen verhaftet wurden, fielen auch Verhaftungen sowjetrussischer Staatsangehöriger, die zur Botschaft oder zu Votschaftsmitgliedern Beziehungen unterhielten bzw. zur relchsdeutschen Kolonie oder zur evangelischen Kirche gehörten. So wurden u. a. verhaltet: der letzte und einzige evangelilche Geistliche in Moskau, Vastor Friß Streck, eine Lehrkraft der reichsdeutschen Schule, der Recklsberater der deutschen Botschaft, der Hausarzt einiger Votschaftsmitglie- der. In der evangelischen Kirche, die nicht nur von Deutschen, sondern auch yon zahlreichen Evangelischen anderer Rationalität, vor allem An-
Wie verlautet, plant die j a p a n i s ch e Regierung, ihre Gesandtschaft in Warschau zur Botschaft zu erheben, da Polen in Anbetracht seiner Lage zwischen Deutschland und der Sowjetunion ein wichtiger Faktor in der japanischen Außenpolitik sei. Japan lege daher großen Wert auf enge Beziehungen zu Polen.
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Ohne Angabe näherer Gründe haben sich die bolschewistischen Gewalthaber erdreistet, reichsdeutsche Staatsangehörige, die in Moskau nichts anderes taten, als ihrem friedlichen Berufe nachzugehen, wegen angeblicher staatsfeindlicher Tätigkeit zu verhaften. Worin dieses bestanden haben soll, darüber bleibt die amtliche Telegraphenagentur der Sowjets jede Auskunft schuldig. Man hat nicht nur den Rechtsberater der deutschen Botschaft und ihren Hausarzt festgenommen, sondern auch den letzten evangelischen Geistlichen, den man bisher noch in Moskau geduldet hatte. Die deutsche Botschaft und die deutsche Kolonie sind durch diese brutalen Maßnahmen der Sowjets in eine höchst schwierige Lage geraten. Es ist selbstverständlich, daß das Deutsche Reich es nickst bei den sofort erhobenen nachdrücklichen Vorstellungen seines Botschafters belassen wird, sondern nicht davor zurückschrecken wird, zur Wahrung der Rechte deutscher Staatsangehöriger ganz energische Repressalien zu ergreifen.
Sparsame Wirtschaftsführung im Zeichen des Vierjahresplans. Eine Mahnung des Veichsfinanzministers. - Keine Veranlassung zu unangebrachter Großzügigkeit.
Oie deutsche Kolonie in Moskau bedroht
Sechs Reichsdeutsche verhaftet. —Oie Botschaft protestiert energisch gegen die Gewaltmaßnahme der Sowjets.
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Oer erste Botschafter Argentiniens.
Diplomatenempfänge beim Führer.
Berlin, 12. Roo. (DRB.) Nach der zwischen Deutschland und Argentinien vereinbarten beiderseitigen Erhebung der diplomatischen Vertretungen zu Botschaften ist der bisherige argentinische Gesandte in Berlin zum Botschafter ernannt und in dieser Eigenschaft beim Führer und Reichskanzler beglaubigt worden. Zur Entgegennahme dieses Beglaubigungsschreibens empfing heute der Führer und Reichskanzler Herrn Botschafter Dr. Eduardo Labougle in der hergebrachten feierlichen Form im „Hause des Reichspräsidenten". Botschafter Labougle überreichte das Schreiben dem Führer und Reichskanzler mit einer Rede in. deutscher Sprache, in der es u. a. hieß: Es konnte meinem Empfinden nichts Angenehmeres widerfuhren, als zu erreichen, in Deutschland das höchste diplomatische Amt bekleiden zu dürfen und mich Eurer Exzellenz als erster Botschafter meines Landes vorzustellen, nicht nur durch die zahlreichen Be» Ziehungen, welche es mit der Republik Argentinien verbindet, sondern auch deshalb, weil ich schon vor mehr als 20 Jahren andere Funktionen in Deutschland ausgeübt habe. Die gegenseitige Sympathie unserer Völker ist tief und unerschütterlich. Deutsch- land hat dieses bei mehr als einer Gelegenheit bewiesen, und Argentinien lieferte glaubhafte Beweise dafür zu Zeiten, die nicht leicht zu vergessen sind. Da sich die Interessen unserer Länder er- gänzen und beide guten Willens sind, werden wir daher unsere Anstrengungen nicht aufaeben, um die riesige handelszifser, die die Statistiken über den Warenaustausch charakterisierte, erneut zum Ansteigen zu bringen zugunsten unserer beider- seitigen Wirtschaft und hiermit zum Wohle für unsere Völker.
Der Reichskanzler erwiderte u. a.: „Herr Botschafter! Daß Sie, der Sie infolge Ihrer lana- jährigen amtlichen Tätigkeit in der Reichshauptstadt und Ihres Interesses für Deutschland mit den deutschen Verhältnissen besonders vertraut sind, zum ersten Botschafter Argentiniens in Deutschland berufen wurden, erfüllt mich wie die Reichsregierung mit besonderer Befriedigung und der Ueberzeugung, daß der von Ihrer Regierung und Ihnen selbst gewünschte Ausbau unserer wirtschaftlichen Verbindungen guten Händen anvertraut ist. Bei Ihren Bemühungen, die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern immer enger zu gestalten, können Sie, Herr Botschafter, auf meine und der Reichsregierung volle Unterstützung rechnen."
Nach dem Empfang des argentinischen Botschafters empfing der Führer in der üblichen Weise den neuen Gesandten Boliviens, General Julio S a n j i n 6 s, der dem Reichskanzler sein Beglaubigungsschreiben überreichte. Der Gesandte, der vor dem Kriege als Offizier in den Reihen der deutschen Armee Dienst getan hat, unterstrich in seiner ebenfalls auf Deutsch gehaltenen Ansprache die aufrichtig freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Bolivien. Im gleichen Sinne erwiderte der Führer.
Nach diesen Empfängen erschien der Führer und Reichskanzler unter den jubelnden Zurufen der Menge, die sich zahlreich in der Wilhelmstraße versammelt und die An- und Abfahrt der Diplomaten mit Interesse verfolgt hatte, im Ehrenhof des „Hauses des Reichspräsidenten" und schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches und der Nationalhymnen die Front der Ehrenkompanie ab.
Oie Führertagurig der HI.
NSG. Am 15. November wird das Führerkorps der Hitler-Jugend des Gebietes Hessen-Nassau in Wiesbaden aufmarschieren, um die Ausrichtung für die Winterarbeit zu erhalten. Im Paulinenschlößchen wird Gebietsführer Brandt Sinn und Zweck der Sonderaktionen umreißen, die den kämpferischen Einsatz der HI. in der Volksgemeinschaft zeigen werden. Der Nachmittag ist einer Gedenkfeier für die Helden von Langemarck vorbehalten. Gauleiter Sprenger wird der Jugend seines Gaues die Größe und Verantwortung ihrer Aufgabe und Weg und Ziel ihres Marsches aufzeigen. Eine Minute des Gedenkens ehrt dann die Opfer des Krieges. Zu gleicher Zeit wird am Kriegerdenkmal der 27er ein Kranz niedergelegt werden. Ein Appell beschließt die Führertagung.
Appell der weiblichen Hilfskräfte des Voten Kreuzes.
mit unseren Devisen und etatsmaßi- gen Einnahmen. Die Lage, die uns zu diesem Plan führte, hätten wir nicht selbst herbeigeführt. Angesichts der Abschnürung der Welt durch Handelshemmnisse und Valutaerschwerungen sei es uns auch nicht möglich, durch gewinnbringende Betätigung im Außenhandel und in der Schiffahrt die nach dem Krieg erlittenen Kapitaleinbußen auszugleichen. Die Vertu st eDeutschlands durch d i e Tribute hätten die uns geliehenen Kapitalien weit überstiegen, und
die Last der noch ausstehenden Ausland- k r e d i t e. die seinerzeit zum großen Teil wieder für Tribute abgezogen wurden, aber nun doch einmal zurückgezahlt werden müßten, sei das schwerste Hindernis für eine vernunftgemäße Wiedereingliederung Deutschlands in den Weltwirtschaftsmechanismus. Reue Kredite allein könnten Deutschlands außenwirtschaftliche Lage nicht verbessern, da wir ja schon mit den alten Krediten auf die bekannten Schwierigkeiten gestoßen seien. Wolle man zu stabilen weltwirtschaftlichen Verhältnissen kommen, so müsse Deutschland die Möglichkeit gegeben werden, feinen eigenen Kredit zur Gewinnung solcher Rohstoffe nutzbar zu machen, die ihm heute noch im Lande fehlten; ferner mühten die sonstigen Schranken a b g e b a u t werden, die es heute Deutschland verwehrten, die innere und äußere Kostenlage auszugleichen und zur dauerhaften Belebung des Welthandels beizutragen.
Unter diesen Verhältnissen erfordere die Selbstbehauptung des deutschen Kaufmannes und Reeders äußerste Kraftentfaltung. Unserer Wirtschaft tue immer ein hauch des Hanseatengeistes not. Der in die Ferne weisende, Meere überbrückende und Völker verbindende, neue Räume erschließende Kaufmann im besten Sinne des Wortes sei für Deutschland auch in der Zukunft I unentbehrlich.
Ungarn begangenen Ungerechtigkeiten ein, wobei es zu der Feststellung gelangt, daß ein Frieden ohne Gerechtigkeit eine dauernde Gefahr bedeute, aus der nur neue Unordnung tonfr men könne. Als letztes Ergebnis der Wiener Ko„- ferenz wird schließlich noch die Ausdehnung der antikommunistischen Front bezeich. net, die keine Kriegslösung, sondern eine neue Bürgschaft des Friedens bedeute.
Das Ergebnis der
Wien, 12. Nov. (DNB.) Ueber das Ergebnis der Wiener Konferenz wurde eine Verlautbarung ausgegeben, in der es u. a. heißt: Bei der Zusammenkunft ergab sich von neuem die volle Uebereinstimmung der drei Regierungen. Die Vertreter der drei Regierungen haben sorgfältig die wirtschaftlichen Beziehun- g e n zwischen den drei Staaten geprüft und ihre Absicht bekräftigt, in der bisher erfolgten einvernehmlichen Zusammenarbeit fortzufahren. Sie haben weiter ihren Entschluß bestätigt, die wirtschaftlichen Beziehungen mit den anderen Staaten i m Wege zweiseitiger Abkommen zu entwickeln.
Die Minister des Aeußeren Italiens und Ungarns haben mit Befriedigung die Mitteilungen der österreichischen Bundesregierung über die Entwicklung der Beziehungen zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich auf Grund des Abkommens vom 11. Juli zur Kenntnis genommen. Der Minister des Aeußeren Italiens hat die Vertreter Oesterreichs und Ungarns von seinem Gespräch mit dem Führer und Reichskanzler in Kenntnis gesetzt. Die Vertreter Oesterreichs und Ungarns haben ihre lebhafte Genugtuung über den seitens der italienischen und der deutschen Regierung gefaßten Entschluß ausgesprochen, die auf das Donaubecken bezüglichen Probleme im Geiste freundschaftlicher Zusammenarbeit zu behandeln, wobei für die drei Regierungen die Bestimmungen der Zusatzprotokolle von Rom vom Jahre 1936 maßgebend bleiben. Die Vertreter der drei Regierungen haben ihre volle Uebereinstimmung darin festgestellt, daß dem Standpunkt der österreichischen Regierung und der ungarischen Regierung hinsichtlich der Gleichheit der Rechte auf dem Gebiete b er Aufrüstung die Berechtigung zuzuerkennen ist und daß diese Gleichberechtigung einem Grundprinzip der Gerechtigkeit entspricht. Der österreichische Bundeskanzler und Der Minister des
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das künftig nur mehr auf seine eigene Kraft ver- ' traue, setze notwendigerweise eine Verstärkung der Landesverteidigung voraus. Unter dem bisherigen internationalen Statut Belgiens, namentlich unter der Wirkung des Locarno-Vertrages und des französisch-belgischen Militärabkommens, sei eine stark ausgebaute Landesverteidigung nicht so notwendig gewesen wie in Zukunft.
Die Kritik der Flamen beschränkt sich aber nicht auf die Frage der Dienstzeitverlängerung. Der nationalflämische Block unter der Führung Staf de Elerqs und Borginons lehnt die gesamte Militär- oorlage deshalb ab, weil diese Oppositionspartei nicht das geringste Vertrauen in das heutige Kabinett, und weil sie den Verdacht hat, daß die angekündigte Neutralitätspolitik, mit der selbstverständlich auch die nationalen Flamen durchaus einverstanden sind, nur eine Lockspeise ist, um den Flamen die Erhöhung der Militärlasten schmackhaft zu machen.
Aber auch die flämischen Katholiken, namentlich die Kreise, die sich um die Zeitung „Stanöaarö" scharen, haben verschiedenes an dem neuen Militär- plan auszusetzen. Zunächst vermissen sie Darin die Erfüllung ihrer grundsätzlichen Forderung, daß die Flamen im belgischen Heer eine eigene flämische Ausbildung, eigene nur aus Flamen bestehende Truppenteile und ein eigenes flämisches Offizierkorps erhalten, kurz, daß sie sich im Heer zuhause fühlen müssen. Darüber hinaus fordern sie — und diese Forderung wird der Regierung noch sehr zu schaffen machen —, daß der einseitige Charakter der belgischen Landesverteidigung, die heute noch vollkommen auf die Bündnisse des französisch-belgischen Militärvertrages vom Jahre 1920 zugeschnitten und infolgedessen ausschließlich gegen Deutschland gerichtet ist, aufgegeben werde, und daß auch in der Organisation der Landesverteidigung Den Gefahren Rechnung getragen wird, die sich für Belgien aus den bündnispolitischen Verstrickungen Frankreichs, namentlich aus dem sowjetrussisch-franzö- srschen Hilfeleistungsvertrage, leicht ergeben können.
Die Regierung hat offenbar die Absicht, die katholischen Flamen dadurch für die Militärreform zu gewinnen, daß man ihnen auf dem Gebiete ihrer sprachlichen Forderungen möglichst weit entgegen- kommen will. Es liegen aber noch keine Anzeichen Dafür vor, ob und wie man der anderen Forderung der Flamen, daß die Organisation Der belgischen Landesverteidigung mit der in Der Rede des Königs angekündigten neuen Außenpolitik Belgiens in Einklang gebracht werden muß, Rechnung tragen will.
Im Rahmen Der Jubiläumstagung des Reichsfrauenbundes im deutschen Roten Kreuz fand im Sportpalast ein Appell der weiblichen Hilfskräfte des deutschen Roten Kreuzes statt. Mehr als 3000 Kriegsschwestern und Kriegshelferinnen wohnten ihm als Ehrengäste bei. Die stellvertretende Vorsitzende des Reichsfrauen- bundes und Vorsitzende des Provinzialoereins Berlin, Frau von Dem Knefebeck, wies auf Die Notwendigkeit einer engen und reibungslosen Zusammenarbeit gerade auf dem Gebiet des Boreit- schaftsdienstes hin, um dann die Verpflichtung der Samariterinnen vorzunehmen. Die Ehrenführerin des Reichsfrauenbundes, Gräfin von der G r o e b e n würdigte unter Hinweis auf ihre eigene Tätigkeit als Vorsitzende Des Hauptvorstandes Des Vaterländischen Frauenvereins Die schwere und verantwortungsvolle Arbeit, Die von Den Hilfsschwestern und Helferinnen in Lazarettzügen und Kran- kenfülen, an der Front, im Bahnhofsdienst und an den Grenzen geleistet worden ist.
Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klinck versprach den neuverpflichteten Samariterinnen, ihnen stets eine Kameradin zu fein. Sie habe Frau Elsa Brand ström in Erinnerung an ihre Aebestäkigkeit für das deutsche Volk und im besonderen für die Gefangenen den tiefempfundenen Dank und Die Verehrung der deutschen Frauen zum Ausdruck gebracht. Es sprachen weiter Prof. Dr. Napp über Die freiwillige Krankenpflege in Krieg und Frieden, Frau Lotte Schmidt (Stolp) über ihre Kriegserlebnisse als Helferin, Oberin Port über die Verantwortung Der Mütterhäuser vom Roten Kreuz für Den Bereitschaftsdienst und Generalstabsarzt Dr. H o r ne mann über Richtlinien für die Winterarbelt.
Protest der Danziger Regierung.
Danzig, 12. Nov. (DNB.) Amtlich. Im Auftrage der Danziger Regierung erhob (Staatsrat Dr. Böttcher bei der diplomatischen Vertretung Der Republik Polen in Danzig V o r st e 11 u n g e n wegen gewisser Vorfälle, die sich in letzter Zeit in Polen und in Danzig zugetragen haben. Es wurde auf Die scharfen und unbegründeten Angriffe Der polnischen Presse anläßlich der Vorgänge in Schöneberg und Lupushorst hingewiesen, sowie auf die Ereignisse in Gdingen vom 8. d. M. -und die Beschädigung und Verunreinigung von Symbolen und Hoheitszeichen der die Regierung tragenden Partei am 10. d. M., die zweifellos mit der feindlichen und aggressiven Haltung Des größten Teiles Der polnischen Presse in Zusammenhang stehen. Die Diplomatische Vertretung Der Republik Polen wurde gebeten, ihren ganzen Einfluß dahin geltend zu machen, daß solche unliebsamen Vorfälle, die die Danzig-polnischen Verhältnisse schwer belasten müßten, in Zukunft unterblieben. Gleichzeitig wurde die Antwort des Senates auf den polnischen Protest in Der Frage Der Arbeitsvermittlung überreicht.
Die polnischen Zeitungen „I11 u st r o w a n n v Kurjer Codzienny" und „Gaze t a Po ! ska vom 11. November 1936 sind auf Anordnung Des Polizeipräsidenten beschlagnahmt worden, weil beide in wahrheitswidriger Weise über einen angeblichen Ueberfall auf einen Polen in Lupus- Horst unter Ueberschriften wie „Bestialisches Schlagen eines Polen Durch (Sturmleute in Danzig — Den Schweroerwundeten an einen unbekannten Ort gebracht" und „Neue Ueberfälle auf einen Polen in Danzig" berichtet hatten.
Polen und der Westpaki.
Warschau mit dem Ergebnis des Londoner Besuchs zufrieden.
Warschau, 13. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Gazeta Polska" schreibt zum Abschluß der Besprechungen des polnischen Außenministers B e ck in London: Mit Befriedigung sei die gemeinsame Einstellung Englands und Polens gegen die Bildung feindlicher Blocks in Europa zu begrüßen. England und Polen lehnten mit gleicher Entschiedenheit die Politik einander bekämpfender Blocks und Die Politik Der Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten ab. Ein besonders wichtiger Erfolg der Reise sei die Erklärung, die Polen vor Ueberraschungen in den Verhandlungen über die Sicherheit in Westeuropa faßte. Diese Erklärung bedeute eine Abkehr von Der alten Locarnokonzeption.
Die amtliche Telegraphen-Agentur Pat schreibt dazu: Man müsse sich erinnern, daß Polen mit zwei Der wahrscheinlichen Unterzeichner Des vorgesehenen Westpaktes zweiseitige Verträge habe, nämlich das Bündnis mit Frankreich und die Verständigung mit Deutschland. Die berechtigten Belange Polens verlangten daher, daß Diese zweiseitigen Verträge durch Das Nichtzustandekommen eines Westpaktes nicht im geringsten berührt, ober in ihrem Wert verminbert würben. Die Uebereinstimmung ber Ansichten der Außenminister Englands und Polens Darüber, daß Die internationale Zusammenarbeit am besten im Rahmen DesVölkerbundes aufrechterhalten werde und daß nichts für Europa verderblicher wäre, als die Teilung in gegensätzliche Blocks, sei eine Richtlinie, Die Die polnische Politik schon lange verfolge. Dafür fei Der beste Beweis, baß Polen gleichzeitig gute Nachbarbeziehungen zum Deutschen Reich unb zur Sowjetunion unterhalte.
lener Konferenz.
Aeußeren Ungarns haben dem Minister des Aeuße- rens Italiens, ber ihnen hierüber bie herzlichste Befriedigung ber italienischen Regierung aussprach, ben Entschluß ihrer Regierungen mitgeteilt, bas italienische Imperium Aethiopien formell anzuerkennen. Die italienische Regierung wird den Wünschen der österreichischen und der ungarischen Regierung nach Beteiligung ihrer Volkswirtschaft an der Ausbeutung Abessiniens gebührend Rechnung tragen.
„Giornale d'Jtalia" betont, baß man es bei dem „italienisch-öftsrreichisch-ungarischen Verein" keinesfalls mit einer Blockbildung zu tun habe, bie im Gegensatz zu anderen Gruppen stehe. Die römischen Protokolle seien vielmehr als erste Etappe auf Dem Wege zu einer Neuordnung des Donauproblems zu roertm, wobei ihre Ausdehnung auf andere Donau ft aaten jedoch nur langsam erfolgen könne. Man müsse Dabei vor allem ben Umstand berücksichtigen, baß bie Kleine Entente nicht als in sich geschlossene Einheit betrachtet werben könne. Dementsprechend könne jeder der Staaten ber Kleinen Entente auch nur im Rahmen von Einzeloerhanblun- g e n mit ben Mächten ber Römer Protokolle hinsichtlich einer etwaigen engeren Fühlungnahme in Verbindung treten. In Anbetracht der offensichtlichen Unterschiede in der politischen Zielsetzung der einzelnen Mitgliedsstaaten ber Kleinen Entente, wobei vor allem auch auf bie Einstellung z u Sowjetrußland verwiesen wird, müsse zunächst eine grundsätzliche Klärung ber Lage abgewartet werben. Im Gegensatz zu den Beziehungen zu ben Staaten ber Kleinen Entente feien die Be- Ziehungen zwischen ben Protokollstaaten unb Deutschland mit ihren offenkunblichen wirtschaftlichen unb kulturellen Interessen im Donau- raum vollkommen geklärt und bilden e i n ftabiles System gleichgerichteter Ziele. Das Blatt tritt warm für Die Wiedergutmachung ber an
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Bremen, 12. Nov. (DNB.) Der Reichsminister i Der Finanzen, Graf Schwerin v. Krosigk, < hielt am 12. November in Der Verwaltungsakademie ' in Bremen einen Vortrag über Die Reichsfinanzen. I Nach einem Ueberblick über die Finanzpolitik Der . letzten Jahre unb Der Gegenwart, die veranschau- i lichte, wie heute eine kraftbewußte Nation im Der- i trauen auf ihr Schicksal unb ihre Führung auch i ihre wehrpolitischen unb wirtschaftlichen Aufgaben \ Durch Einsatz aller finanziellen Kräfte unb Reser- i oen ganz anbers meistem könne als Deutschlanb vor ber Machtergreifung, führte er u. a. folgendes aus:
Die großen nalionalpolilischen Aufgaben erforderten selbstverständlich höchste Anspannung der Arbeits- und Sfeuerftaff der Bevölkerung, zumal da nicht nur die laufenden Einnahmen, sondern auch die künftigen in Form des Kredits herangezogen werden müßten. Geschenkt würde uns nichts und Kredite mühten zurückgezahlt werden. Deshalb bestünde keine Veranlassung, großzügig zu wirtschaften, etwa weit die großen öffentlichen Aufgaben zu er freunden, wachsenden Steuererträgen führten. 3Xa- mentlich müsse der einzelne so wirtschaften, dah er die Last des großen öffentlichen Bedarfes nicht auch selbst noch vermehre. Wenn auch der Staat produktive Ausgaben im Sinne der nationalsozialistischen Politik leisten könne, ohne daß sich jede Ausgabe alsbald wieder durch eigene Einnahme selbst finanziere, in der Wirtschaft sei jeder für sich selbst verantwortlich und müsse dafür sorgen, dah sein Unternehmen sich rentiere. Auf öffentliche Hilfe dürfe sich keiner verlassen.
Erhöhte Disziplin erfordere nun Der Vierfahre s p la n. Ebenso wie dieser Plan versinnbildliche, daß wir mit unseren heimatlichen Schätzen sparsam und pfleglich umgehen müßten, so erforderten die großen Ziele Deutschlands, hauszuhaltenl
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