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Die Olympischen Spieliurniere
Die Kämpfe des Olympischen Boxturniers
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9:3-Halbzell - Führung.
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Die in Klammern gesetzten Zahlen
Mittwochoorrnittag vor vollbesetzten Tribünen auf, dem Malfeld mit dem Einzelreiten zur Großen 2lnzayt
Dressurprüfung, an der Vertreter von 11 Nationen I
Nachdruck verboten!
3. Fortsetzung.
ihm — seinem Gesicht nach Hand ging. Rudolf Terbrüc
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Olympisches Boxturnier.
Kaiser (Deutschland) siegt entscheidend.
Am Regattastrand von G r ü n a u läuft ein junges Mädchen, so schien es mir zuerst, den Arm schwesterlich um ein niedliches kleines Geschöpf von 10—12 Jahren geschlungen, an mir vorbei. In schwarzen Hosen mit weißem Hemd, das leuchtende rot-weiß-schwarze Abzeichen, Adler und Hakenkreuz, das Wahrzeichen der Olympiamannschaflen an der Brust. „Wo sind Sie denn her. Haben Sie schon Ferien?" Sie gesteht, ein wenig errötend, daß sie bereits verheiratet und glückliche Mutter sei. Mit 12 Mädchen ist sie von Ostpreußen, von Osterode über Pillau zum erstenmal zu diesem großen Treffen der jungen Paddler und Paddlerinnen zu den Olympischen Spielen aufgebrochen. Nun zelten sie in eigenen Zelten in der Nähe vom Ausfluß des Müggelsees. 1500 junge Kanufahrer und Kanufahrerinnen zu beiden Seiten der Waldstraße nach Friedrichshagen.
„Wir Kanufahrer find ganz anders als die Fachämter Turnen, Schwimmen und Leichtathletik für derartige Sternfahrten eingerichtet", verriet mir schon vorher einer der Organisatoren vom Fachamt Kanusport. „Unsere Jungens und Mädels besitzen nicht nur eigene Zelte, sondern wenn sie einmal
„Er hat gesagt, Rudolf, er sei kein Schurke. Er ist wahrscheinlich nur ein schurkischer Geschäftemacher. Das scheint in der Familie zu liegen."
Hier wurden sie unterbrochen. Der Wirt kam und meldete das Frühstück. Er war merklich beruhigt und höflicher. Diese Männer bekamen von einem Briten Besuch, dann war da wohl alles in Ordnung.
Rudolf Terbrügge und John Schnakenbeck gingen hinunter an den Frühstückstisch. Er war reich gedeckt, alles was recht war. Aber sie schlugen trotzdem merkliche Breschen in die aufgetischten Dinge.
Dann gingen sie wieder hinauf und rührten sich nicht aus ihrem Zimmer weg. — „Hast du nicht einen Brief zu schreiben, Rudolf? Ich will meiner lieben Frau gerade ein paar Zeilen schicken." John Schnakenbeck setzte sich, ohne eine Antwort abzuwar-
errafdjenb. drecke, auf bc n die Führul, auf den letzt!: Engländern do: Zeit von 6:00'
Griechenland
Aegypten
Argentinien
Australien
Belgien China .
Dänemark
Estland
Finnland Frankreich Großbritannien...
Holland.........
Indien
Island ........
Italien ........
Japan
Kanada
Lettland
Mexiko
Neuseeland
Norwegen
Oesterreich
Philippinen
Polen
Rumänien
Schweden .......
Schweiz
Süd-Afrika
Tschechoslowakei..
Türkei
Ungarn
Uruguay
Bereinigte Staate«
Deutschland
der in Kunstwettbewerben errungenen Medaillen.
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3000 Kanu- und Merpimpse erleben Olympia „ffiir haben unsere Zelte selbst mitgebracht.- — Iugendkameradschast zwischen den Nationen.
ten, an den Tisch und begann mit der Arbeit, die ihm — seinem Gesicht nach — nicht leicht von der Hand ging. Rudolf Terbrügge sah ihm zu. Er saß dem Freund gegenüber. Das Blatt Papier bedeckte sich mit schwarzen Schriftzügen. Er versank in Sinnen. Diesen Brief würde die dicke Blondine an den Vorseßen in Hamburg lesen. Würde er sie erfreuen? Er sah das kleine Gemach, in dem John Schnakenbeck gehaust hatte, er sah sich eintreten — und vorher — die Bilder tauchten auf, ohne daß er sie rief. In Wietze war er ein bißchen sehr rasch weggekommen. Heute tat es ihm leid. Der Vater war alt. Es kann keiner aus seiner Haut. Vielleicht
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Unbekannte Fracht
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Durham schien sich eine Weile an der ratlosen Verblüffung der beiden zu weiden. Dann trat er ioon der Tür weg weiter ins Zimmer. „Ich bin Heftern abend erst spät von der „Queen Elizabeth" weggegangen. Man wußte zu der Stunde schon von iiurem Verschwinden. Der Kapitän hat nicht schlecht gewettet. Noch in der Nacht hat er mit ein paar Matrosen die Schenken unten am Grantonhafen durchsucht. Muß ihm ein schönes Stück Geld ge- taftet haben, in jeder Kneipe einen Whisky. Aber : uch schlaue Füchse hat er ja doch nicht gefunden. §s war ganz geschickt, in ein Privatquartier zu Hehen." Er lachte, zog sich einen Stuhl heran und setzte sich an den Tisch. . , *
„Sind Sie nicht mehr auf der „Queen Elizabeth , Durham? Abgemustert?"
„Ja, ich hatte nur bis Edinburgh Vertrag, da mußte der Alte mich auch noch ziehen lassen. Wie ar hier ohne Heizer wegkommen wird, weiß lch -.licht. Vielleicht findet er wieder ein paar arme Schlucker."
Rudolf Terbrügge trat heran und setzte sich glelch- »lls an den Tisch. Er empfand, hier war Offen- iieit angebrachter als Versteckspiel. „Wir hielten es nicht mehr aus", sagte er, „lieber auf Löhnung ver- Achten, aber weg von diesem Schiff. Die Keilet imb in einem Zustand, daß es jeden Heizer
..Wern wollen Sie das erzählen, terbrügge? Durham lachte. „Glauben Sie, ich lveiß das nicht -elber? Mir hat man nichts vorgemacht. Ich kannte Vas Schiff gut, wissen Sie, viel zu gut! Noch be- veutend besser als Sie!" Er zwinkerte bedeutungsvoll mit den Augen. „Deshalb ließ mich der Alte ouch anstandslos gehen, wie ich es vertraglich hatte. 5r hätte mich gern behalten, ihm fehlen fünf Leute, 3&er ich wollte weg." - .0„
„Liegt die »Queen Elizabeth' noch am Kar.
„Gestern abend lag sie noch da. Er hat ja keine Heizer!"
Rudolf Terbrügge sah dem Oberheizer voll ms Besicht. „Dann werden Sie also hingehen und uns ::n den Kapitän verraten."
Mitglieder sind, auch eigene Boote. Deswegen bereitet uns das Zusammenströmen von 1500 Jungen und Mädels keine besonderen Schwierigkeiten." In Reih und Glied stehen in der märkischen Heide ver- ankert links und rechts von der Landstraße die Zeltreihen. Etwa 300 Mädchen und 1500 Jungens. Ein munterer Betrieb draußen. Wenn mir sie treffen wollen, müssen wir mittags antreten. Das, was sie am besten zusammenhält, ist die große Abfütterung zu Mittag. In Massenküchen vollzieht sie sich schnell. „Wenn nur das Wetter ein bißchen besser wäre", seufzt ein Pimpf neben mir und verdrückt den zweiten Teller. Das ist in der Tat das einzige, was sie bedrückt.
„Was macht ihr denn den ganzen Tag?" Oh, der vierzehnjährige blonde Junge aus Hannover zieht aus feiner Tasche, ein roemg zerknautscht, oft von Wasser durchtränkt, aber dennoch leidlich lesbar, das gedruckte Programm für die kurzen Tage dieses Lagerlebens. Eine reiche Fülle von Veranstaltungen erwartete die junge Schare Sie durfte bei der Eröffnung im Stadion mit dabei fein. Sie sahen eine ganze Menge von Berlin, paddelten durch die Seenkette der Oberspree, beschauten sich
sah er ihn nicht wieder ...
Und Antje Oelkens wußte überhaupt nicht, wo er geblieben war. Antje, die schließlich ein Recht hatte, zu erfahren, was aus ihm geworden war. Aber es ist ja noch nichts aus mir geworden! Meldest du dich deshalb nicht, du eingebildeter Narr? Einen Menschen, der dich liebt, läßt du einfach im Stitfi, weil — warum eigentlich habe ich nicht von ihr Abschied genommen? Weil es ein wirklicher Abschied geworden wäre, weil ich sie hätte freigeben müssen? Wollte ich, daß alles in der Schwebe bleibt? Aber gerade im Gegenteil, sie soll nicht mehr an mich denken. Oder denken vielleicht, aber nicht auf mich warten. Das wagte ich ihr nicht zu sagen. So war es, jawohl. Und dann ging auch alles so rasch, so überstürzt. Ich mußte mich selbe« überrumpeln...
»Lohn, kannst du mir Papier für zwei Brief« geben?"
„Nimm nur, da ist ja noch genug.* (Fortsetzung folgt!)
„Wir sind ganz begeistert über die enorme Ausdehnung des Kanusports in Deutschland", versichern uns ein paar junge Engländer. „Wir werden alles tun, um auch bei uns in den Seendistrikten diesen Sport weiter auszubreiten". „Bei uns in Frankreich gibt es nicht sehr viele Flüsse, auf denen wir paddeln können", klagt ein junger Franzose. Der Italiener neben ihm denkt voller Trauer an die ausgetrockneten Flußbette Italiens im Sommer. Nur an den Seen in Norditalien und an den Meeresküsten, dort allerdings in vielen Monaten wunderbar und einzigartig, kann gepaddelt werden.
Die Verständigung mit den Skandinaviern gestaltet sich immer am schwersten, sofern keiner von ihnen Deutsch kann. Bei ihnen zu Hause hat sich längst der Kanusport machtvoll neben dem Rudersport durchgesetzt. Was für wundervolle Wildwasserstrecken können die Schweden und Finnen im Kajak durchrasen! Ihre Augen leuchten, wenn sie davon sprechen. Und wie haben die Schweden über den Sieg und die Goldene Medaille ihrer Zweiermannschaft Johannsson und Bladström am Freitagnachmittag in Grünau gejubelt.
Der Gedanke derartiger internationaler Treffen der Kanusportler hat durch dieses Lager Schule gemacht. Tausend Freundschaften sind geschlossen worden. Jeder unserer deutschen kleinen Paddler und vielleicht noch mehr die Paddlerinnen bringt wohlverwahrt im Lederbeutel oder in der wasserdichten Tasche ein kleines Büchlein voll Autogrammen und Adressen mit nach Hause. Die Kanufahrer verständigen sich leicht untereinander. Eine selbstverständliche Kameradschaft der kleinen Boote auf dem Wasser. Sie brauchen keine große Organisation, geborene Gemeinschaftsfahrer, die sie sind.
lieber Köpenick zurück fahren mir zur Regattabahn nach Grünau. 200 Meter weiter, spreeauf- märte, stehen 50 blütenmeiße Rundzelte am Strande inmitten einer Lichtung des Föhrenwaldes. Das Fachamt für Rudern baute sie für 500 Ruderer der Jugendgrupven aus ganz Deutschland für die olympischen Ruderwettbewerbe in Grünau auf. Ein prächtiges Ziel für die jungen Ruderer. Jahr um Jahr, oder alle zmei Jahre, pflegen sich ja Kanu- fahrer untereinander und Ruderer untereinander
Weitere deutsche Voxerfolge.
In der mieder vollbesetzten Deutschland-Halle murde das Olympia-Boxturnier am Mittmochabend mit Kämpfen der zmeiten Runde forgesetzt. Zur großen Freude der deutschen Zuschauer gelang es allen kämpfenden deutschen Boxern, sich durch Siege für die nächste Runde zu qualifizieren. Einen besonders guten Eindruck hinterließ wieder unser Federgewichtsmeister Miner- Breslau, der den Belgier Lecrauoaet boxte und einen hohen Punktsieg herausholte.
Etwas mehr Mühe hatte im Mittelgewicht der Hamburger Baumgarten, der dem Italiener Totti gegenüberftanb. Die Richter gaben dem Deutschen trotz einer schwachen dritten Runde den Punktsieg.
Einen stark bejubelten Blitzsieg feierte der deutsche Europameister im Schwergewicht Runge- Elberfeld gegen den Tschechoslowaken Kuß. Schon in der ersten Runde schickte Runge seinen Gegner auf die Bretter.
Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen auch die polnischen Amateure. USA. brachte alle Vertreter eine Runde weiter.
GroßeDressurprüfung auf dem Maifeld
Die olympischen Reiterkämpfe begannen am
Don Beginn an waren die Zuschauer vom Können der deutschen Mannschaft begeistert und Beifall nraufte auf, wenn die schnell und geschickt kombinierenden Stürmer zu Torerfolgen kamen. Die Eid- Denossen entpuppten sich in der ersten Spielhälfte -ls ernsthafte Gegner und gaben sich durchaus nicht io schnell geschlagen, wie das Ergebnis vermuten läßt.
In unvermindertem Tempo wurde auch die weite Hälfte durchgeführt. Das Zuspiel der Deut- chen klappte besser als beim Gegner. Die Deutschen „lieben immer ruhig und sicher. Ihre Zusammenarbeit begann bereits in der eigenen Spielhälfte, tauber und kaum zu halten tarnen unsere Stürmer immer wieder vor das Tor der Eidgenossen. Der Sieg der deutschen Mannschaft war, auch der Höhe nach, durchaus verdient.
Deutschland und Indien im Hockey-Endspiel.
Dor 25 000 Zuschauern — das Hockey-Stadion mar damit fast überfüllt — wurden am Mittwoch Wie beiden Spiele der Vorschlußrunde des Olympischen Hockey- Turniers entschieden. Indien und Deutschland qualifizierten sich für das Endspiel, das um Freitag stattfindet.
Indien — Frankreich 10:0.
Im ersten Dorschlußrundenspiel des Olympischen Hockey-Turniers standen sich Indien und Frankreich gegenüber. Die Inder zeigten sich ihren Gegnern llar überlegen und siegten mit 10:0 Toren, nachdem üe den Sieg bereits bei der Pause mit 4:0 sicher- gestellt hatten.
Deutschland — Holland 3:0.
Das zweite Dorschlußrundenspiel bestritten die Mannschaften von Deutschland und Holland — alte Hockey-Rivalen also, die sich genau kennen. Deutsch- nnb siegte nach einer blendenden zweiten Halbzeit icher mit 3:0, nachdem es in der ersten Halbzeit — Nwas schwächer spielend — mit 1:0 geführt hatte. Die 25 000 Zuschauer gingen begeistert mit dem Spiel mit, feuerten die Spieler beider Mannschaf- Zen mit Zurufen und taftmäfeigem Händeklatschen ;m und waren natürlich überglücklich, als Deutsch- wnds Mannschaft in der zweiten Halbzeit ein Spiel linlegte, das einfach großartig war.
Olympisches Basketball-Turnier.
Das Olympische Basketball-Turnier wurde am Mittwoch mit vier Spielen der End-Ausscheidungs- ■unbe fortgesetzt. Es kamen nur drei Kämpfe zur Durchführung, da Peru auch im Basketball seine Mannschaft zurückgezogen hatte und Polen daher kampflos in die Vorschlußrunde kam. Unter den „Letzten Vier" stehen neben Polen noch USA., das Die Philippinen überraschend klar mit 56:23 :28:20) besiegte, Mexiko, das über Italien mit «4:17 (20:7) erfolgreich war, und Kanada, das Uruguay ganz überlegen mit 41:21 (23:6) schlug.
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teilnehmen. Mehr als 20 000 Zuschauer hatten sich am Mittwoch zu dieser interessanten Vorführung eingefunden. Bereits am ersten Tage gab Major Gerhard (Deutschland) auf Absinth eine durch Sicherheit und Schwung bestechende Vorstellung. Sehr flüssigen, schwungvollen Trab und gute Ga- lopparbeit zeigte der dänische Rittmeister Peder Jensen auf His Ex. Diel Charme entwickelte Capitain Jousseaume (Frankreich) auf Favorite. Sehr korrekte Figuren mit ausgezeichneten Galopp- wechseln und flüssigen Uebergängen führte Rittmeister von Oppeln-Bronikowski (Deutschland) auf Gimpel vor, die wunderbar ftisch wirkten. Bewundernswert war bei allen Vorführungen die vollendete Harmonie zwischen Reiter und Pferd.
Für die Mannschaftsbewertung werden die Punkte der drei Reiter jeden Landes zusammenae^ählt, woraus sich die Reihenfolge der einzelnen Mann- schäften ergibt.
Olympische Medaillen.
das schone märkische Land von der Höhe des Bismarckturmes aus, und jetzt, jetzt kommt ihr großer Höhepunkt. In dichten Scharen hocken, liegen und stehen sie auf dem grünen Rasen der Regattabahn von Grünau. Sie dürfen Zeugen sozusagen der öffentlichen Rehabilitierung ihres Sports werden. Zum erstenmal werden goldene Medaillen für Siege im Kanu-, Kajak- und Faltboot-Rennen verteilt.
Welche Chance für die Zukunft! Ein Faltboot oder Kajak ist nicht so teuer, als daß es nicht er» spart werden könnte. Auf tausend Seen und Flüssen bietet sich in Deutschland den jungen Leuten Gelegenheit zum Training. Jetzt, da die Bahn für sie frei ist, da sie zugelassen sind neben den „altehrwürdigen" Ruderern, wird sicherlich auch manch einer, der sich vorher nicht so sehr dafür interessierte, zum Paddel greifen, in der Hoffnung, einmal olympische Ehren zu ernten.
Man wird sich lange umsehen müssen, um wie- der einmal eine so braungebrannte, muntere und gesunde Schar von Jungens und Mädels beieinander zu sehen. Arn Samstag löst sich das Lager auf. Einzelne Gruppen werden noch ein paar Tage da bleiben. Aber zu kurz ist der Urlaub für die vielen Lehrlinge und Erwerbstätigen unter den Jungens und Mädels. „Auf Wiedersehen morgen in Grünau zum letztenmal."
Nicht weit davon entfernt flattern die Flaggen über dem internationalen Kanusportlager. Rege Kameradschaft herrscht zwischen dem deutschen Kanusportlager und den Jungens aus aller Herren Länder, die 3000 Mann stark beim Müggelschlöß- chen hausen. Für sie ist ebenso großzügig und schön gesorgt worden wie für das internationale Jugendlager an der Heerstraße. Elektrisches Licht, Wasserleitungen, Telephone, Krankenzelte, massive Küche stehen ihnen zur Verfügung. Man trifft die Jungens, sie haben ein Durchschnittsalter von 14 bis 19 Jahren, noch weniger häufig in den Zelten als ihre deutschen Kameraden, von denen ein paar hundert mit ihnen zusammen im Lager leben. Ebenso wie wir deutsche Jungens aus Rastatt, aus Bayern, aus Hannover, aus Königsberg trafen, die mit der Bahn ober mit dem Boot, je nach Geldbeutel und Zeit, hierher gekommen waren, so strömten die Gruppen aus allen kanusporttreibenden Ländern am Müggelsee zusammen.
Deutschland und Oesterreich im Handball-Endspiel.
Nun sind auch die Handballspieler ins Olympische Stadion ekngezogen, nachdem die Abwicklung der Vorrunde des Olympischen Turniers auf den Ber- iner Dereinsplätzen erfolgte. Die wer letzten Be- negnungen der Schlußrunde, in denen die Placierung der vier noch im Rennen liegenden Nationen Deutschland Oesterreich, Schweiz und Ungarn ent» chieden wird, werden am Mittwoch und Freitag m Olympia-Stadion ausgetragen. Damit hat das Handball piel eine Anerkennung gefunden, die ein Meilenstein in der Geschickte des jungen Mann- chaftsspieles ist. Wohl noch nie ist em Handball- piel vor einer so riesigen Zuschauermenge ausge- -ragen worden, wie sie sich zum ersten der beiden Kämpfe des Mittwochnachmittags, der Begegnung De ft erreich —Ungarn eingefunden hatte. 80 000 Menschen mögen bei Beginn des ersten Kampfes versammelt gewesen sein. Der Kampf Oesterreich — Ungarn endete mit 11:7 Toren.
Deutschland — Schweiz 16:6 (9:3).
Groß war der Jubel der inzwischen auf 90 000 Menschen angewachsenen Zuschauerrnenae, als Deutschlands Auswahlelf in schmuckem Weiß erschien. Aber auch die Schweizer wurden herzlich be»
sie an und machte eine Pause. Dann fuhr er fort: „Man kann erwischt werden, drüben, von chinesischen Regierungsfahrzeugen oder beim Abladen von den Truppen der Zentralregierung. Dieses Risiko geht kein Seemann gern ein. Es ist daher gut möglich, daß mein Bruder ein paar Burschen, wie ihr es seid, gern übernimmt. Soll ich ihm schreiben? Würdet ihr als Heizer und Trimmer gehen, bis wir in die chinesischen Gewässer kommen? Dort würden sich Chinesen finden, die in der Hitze besser unter Deck arbeiten können. Ihr sollt dann als Matrosen arbeiten. Die Löhnung geht natürlich nicht nach dem Tarif. Sie ist besser. Wir machen eine Summe fest aus, die gezahlt wird zur Hälfte an der chinesischen Küste nach Abladung, zum Restteil bei der Rückkehr in Dundee."
„Ganz gut. Aber wir haben keine Papiere. Die sind auf der ,Queen Elizabeth' geblieben."
„Papiere oder nicht! Ihr wärt einverstanden?" Sie tauschten nur einen einzigen Blick, dann sagten sie fast gleichzeitig: „Ja."
Durham stand auf. „Ihr bleibt hier", befahl er. „Macht keinen Unsinn; lauft nicht weg aus Angst, ich könnte euch verraten. Ich bin kein Schurke , er grinste wieder auf diese unangenehme Art zähn^ bleckend wie ein Hund, der zuschnappen will —, „ich bin allenfalls ein Geschäftsmann. Mein Bruder wird mir Dank wissen." Er gina zur Tur. Dort schien ihm etwas einzufallen, er bheb noch einmal stehen. „Ich werde nach Dundee telephonieren", sagte er, „ihr könnt dann noch heute Bescheid haben. Wenn ihr inzwischen etwas von mir wollt,ich wohne nebenan im Hotel „Empreß of Jndia"." Er tat so etwas wie einen Gruß, mit Kopf und Hand zugleich, dann war er draußen. Sie hörten seine Schritte sich entfernen.
„Das wäre eine Lösung", sagte John schnakenbeck. Rudolf Terbrügge nickte. „Aber es ist wieder jo, daß wir auf ein Schift kommen, John, das nicht ganz gerade Wege zieht. Oder irre ich mich?"
„Du hast alles ganz richtig verstanden. Aber was bleibt uns sonst übrig? Schließlich geht uns Heizer die Ladung nichts an, die der Kapitän nimmt. Uns kann keiner verantwortlich machen. Wir haben einfach Arbeit genommen, wo sie sich bot. Vielleicht zahlt er ja ganz gut, der Mr. Durham in Dundee/
„Du vertraust demnach unferm Oberheizer? Du willst wirklich hier warten? Und wenn er jetzt zur ,Queen Elizabeth' geht?"
den Mittwoch nachmittag in der Deutschlandhalle vor wieder sehr gutem Besuch fortgesetzt. Die Zuschauer bekamen wieder ausgezeichneten Sport zu sehen und gingen begeistert mit. Mit einer groß» artigen Leistung wartete der deutsche Fliegengewichtler Kaiser (Gladbeck) auf, der als einziger Kämpfer am Nachmittag seine Begegnung entschci- dend gewann. In unerhörtem Tempo griff Kaiser seinen Gegner Lopez an. Die Überlegenheit wurde in der Schlußrunde so stark, daß der Ringrichter den Kampf abbrach und den Deutschen zum Sieger durch technischen k. o. erklärte.
Von den übrigen Kämpfen ist noch die Begegnung im Leichtgewicht zwischen dem Philippinen Padilla und Kajnar (Polen) besonders hervorzuheben. Pa- dilla zeigte sich von hervorragender Seite. Der Pole konnte die Punktniederlage nicht vermeiden. — Einen unerhörten Schlagwechsel gab es zwischen dem früheren Europameister im Halbschweraewicht Zehetmaier (Oesterreich) und Villarreal (Argenti. nien). Villarreal gewann.
Eine große Leistung sah man noch im Schwergewicht von Tandberg (Schweden) gegen den amerikanischen Neger Oliver.
Durham wich dem Blick nicht aus. „Ich denke nicht daran", entgegnete er ohne zu zögern. „Was gehen mich Ihre Privatangelegenheiten an? Ich hin nicht mehr der Oberheizer an Bord der ,Queen Elizabeth'. Ich treffe Sie hier in Leith in einem Gasthof. Wir kennen uns, das ist alles."
„Wahrhaftig, Durham?"
Der Brite legte die Hand auf den Tisch. „Mein Wort!" Es war einen Augenblick still. Dann meinte Rudolf Terbrügge: „Sie leben hier in Edinburgh ober Leith?"
„Nein", kam die Antwort, „ich bin in Dundee zu Hause. Aber in den Firth of Tay fuhr die ,Queen Elizabeth' ja leider nicht. Ich muß sehen, wie ich hinauf gelange." Sie schienen sich näherzukommen. „3n Dundee lebt mein Bruder", fuhr er redselig fort. „Er hat ein eigenes Boot, ober es ist ihm fast zu eigen, ein paar Leute haben Gelb dabei. Das soll ich als erster Maschinist übernehmen. Sie wundern sich, aber es ist so. Man hat seine Examen gemacht, ich brauche nicht als Oberheizer zü fahren!" Er lehnte sich zurück; sein Gesicht bekam einen selbstgefälligen Glanz und wurde harmlos für den, der darin zu lesen verstand.
„Können Sie uns da nicht mitnehmen und unterbringen?" fragte Rudolf Terbrügge trocken.
Durham riß die Augen auf. Der Einfall war ihm noch nicht gekommen, aber jetzt griff er ihn auf. „Das könnte ich", sagte er nachdenkend, „ihr seid ein paar Kerle, die Hoare auf den Zähnen haben. Man muß in den Häfen besser auf euch aufpassen. Das wäre freilich nötig. Aber sonst seid ihr tüchtig. Er zeigte wieder sein Pferdegebiß. *
„Dann nehmen Sie uns doch mit!'
,f)abt ihr in Deutschland etwas verbrochen, daß ihr um jeden Preis davonmußtet?"
„Wir haben nichts auf dem Gewissen, Durham, wahrhaftig nicht. Es gab lediglich keine örbeü für uns, und da nahmen wir, was sich bot. Unglücklicherweise war die ,Queen Elizabeth ein Schift, auf dem man es nicht aushalten konnte. Wir waren sonst gewiß nicht davongelaufen."
Durham beugte sich vor. Er flüsterte plötzlich. „Es geht nach China", sagte er gedämpft. „Die ,Mary D.' fährt offiziell mit Stückgut und Ballast; aber sie hat noch eine andere Ladung, die keiner kennt. In China ist Krieg, das wißt ihr. Einer gegen alle, alle gegen einen. Wer Krieg matten will, braucht Waffen. Wir fahren nach China. Er say


