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Reichsbürgschasten für Kleinwohnungen.

Inmitten des Trubels um die Olympischen Spiele droht fast eine Verordnung des Reichsfinanz- und Arbeitsminifters verloren zu gehen, die in den ersten Tagen des August veröffentlicht wurde. Der Höchstbetrag der Reichsbürgschaften in dem Klein- Wohnungsbau ist von 2 5 0 auf 400 Millio­nen Mark erhöht worden.

An gutem Willen und an energischen Vorarbei­ten zur Durchführung des vom Heimstätten- Amt der DAF. in Angriff genommenen Um- siedlungs- und Arbeitersiedlungsprogramms hat es wahrhaftig nicht gefehlt. Den besten Erfolg hatte wohl seinerzeit die vor einem Jahr gegründete Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Arbeiter-Wohnstättenbaus" auf­zuweisen. Sie vereinigte Gemeinden, Industrie- Unternehmungen, Siedlungsgesellschaften, Treuhand- stellen, Architekte und Handwerker zu gemeinsamer Arbeit. Bereits nach einem Jähr stellten Unterneh­mungen nicht weniger als 40 Millionen Mark von sich aus teilweise zinslos zur Restfinanzierung zur Verfügung. Die Schiffahrt baute Seefahrersiedlun­gen usw. Trotzdem blieb das Problem der Auf­bringung der zweiten und dritten Hypothek überaus schwierig. Dies hängt natur­gemäß sehr eng zusammen mit der Inanspruch­nahme des Kapitalmarktes durch das Reich. Im­merhin schätzten zuverlässige Statistiken die Summe, die in den letzten Jahren in die Finanzierung von Eigenheimen durch die Siedlungslustigen selbst ge­steckt worden ist, auf rund 800 Millionen Mark.

War die Finanzierung der Wohnungsbauten in der Nachkriegszeit ganz im Gegenteil zur Vorkriegs­zeit schon eine Sache der öffentlichen Hand gewor­den, so lag der Gedanke einer einheitlichen Konzen­tration um so näher. Dor allem mußte versucht werden, die Siedlungen billiger herzustellen. Für eine Arbeitersiedlung sollte der Preis von 20 Pfennig für den Quadratmeter nach Möglichkeit nicht überschritten werden, meint Dr. Wagner, der Vorsitzende des Reichsoerbandes deutscher Heim­stätten. Bei sehr vielen Siedlungen ist übersehen worden, welche Kosten später durch das Wachsen der Gemeinden für Schulen, Kirchen, Verwaltung usw. automatisch entstehen mußten. Bei den heute üblichen Kleinsiedlungen mit anderthalb Zimmer und Wohnküche im Erdgeschoß, ausbaufähigem Obergeschoß, Keller, Stall, Abort usw. liegen die Gesamtkosten zwischen 5000 und 6000 Mark. Der Siedler soll von dieser Summe mindestens 20 Prozent Eigenkapital aufbringen, das heißt also 1000 Mark. Die erste Hypothek muß mindestens bis zu 65 v. H. gehen, beträgt also etwa 3250 RM. Das Reich übernimmt für den Teil der Hypothek, der 40 v. H. der Gesamtkosten überschrei­tet. die Ausfallbürgschaft. Der Restbetrag von 750 RM. wird vom Reiche als Tilaungsdarlehen zu 4 v. H. mit 1 v. H. Tilgung zur Verfügung gestellt. In die Summe von 1000 Mark Eigenkapital dürfen noch hineingerechnet werden Darlehn der Betriebs­führer an den Kleinsiedler, Verwandtendarlehn, Selbsthilfearbeiten des Siedlers. Um die Arbeiter­siedlung wirtschaftlich zu erhalten, muß nachgewiesen werden, daß die Belastung des Siedlers nicht mehr als 25 v. H. fernes monatlichen Einkommens aus­machen darf. Man erwartet von ihm auch den Nach­weis einer entsprechend kleinen Summe zur An­schaffung des notwendigsten Siedlerbedarfs, Klein- vielis, Samen und Bäume usw.

Aus diesen Aufstellungen geht hervor, ein wie gewaltiger Schritt vorwärts die Erweiterung der Reichsbürgschaften von 250 auf 400 Millionen Mark bedeutet. Der größte Teil wird ja

von der Reichsanstalt zur Verfügung gestellt, die von sich aus in der letzten Zeit auf die einheitliche Zusammenfassung aller öffentlichen Bauten in einer Hand drängte.

Nach den Berechnungen der Arbeitsfront gibt die Erstellung einer einzelnen Siedlunasstelle zwei Ar­beitskräften für ein volles Jahr Arbeit. Die Er­richtung von 200 000 Siedlungsstellen im Jahre, eine kapitalmäßig durchaus tragbare Ziffer, würde also allein 400 000 Arbeitskräfte jährlich beschäf­tigen. Das ist ein um so wichtigeres Problem ge­rade für die sogenannten Zentren der Erwerbs­losigkeit infolge von Standortsverlegungen der In­dustrie. Hier liegt einer der Anhaltspunkte, von denen aus versucht wird, die Ziffer der Erwerbs­losigkeit auf der einen Seite und die Krisenfestigkeit der Arbeiter auf der andern Seite zu vermindern bzw. zu erhöhen.

Inmitten der Höhepunkte der olympischen Wett­kämpfe ist es nicht ohne Reiz, gerade diese Pro-

Bei herrlichstem Wetter fand das Kreis-Schieds­richtertreffen des Sportkreises Gießen im Fachamt Fußball statt. Der Leiter der Schiedsrichter-Kame­radschaft Wetzlar eröffnete die Arbeitstagung. Kreisfachamtsleiter Hugo Henkel und der Kreis- Schiedsyjchter-Mitarbeiter Grote sprachen über die Pflichten und Rechte des Schiedsrichters. Daraufhin spielte eine Mannschaft der Schieds­richter-Kameradschaft Gießen gegen die gleiche von Wetzlar. Die Gießener siegten hier durch bessere Stürmerleistungen mit 3:1 Toren. Am Nachmittag hatten dafür die Wetzlarer die Genugtuung, über die Gießener Mannschaft mit 4:1 Toren zu siegen. Beide Spiele waren sehr fair verlaufen und wurden auch von den Anwärtern durchschnittlich gut gelei­tet. Als dann die beiden Auswahlmannschaften der Gruppen Gießen und Wetzlar den Platz betraten, hotten sich ungefähr 400 Zuschauer eingefunden, die von den gezeigten Leistungen auch nicht enttäuscht waren.

Das Spiel der AuSwahlmannschasten.

Gießen wehlar.

Die größte Ueberraschung war der verdiente Sieg der Gießener. Diese hatten die geschlossenere Mann­schaft zur Stelle, die, abgesehen von schwachen zehn Minuten, in der zweiten Halbzeit bis zum Schlüsse das sehr schnelle Tempo des Spieles durchstand. Demgegenüber verfügte Wetzlar besonders im Sturm über die besseren Einzelspieler, die aber durch ihre Eigennützigkeit viel verdarben.

Die G i e ß e n e r standen: Happel^Steinberg); Ga­briel (Lollar), Lippert (1900 Gießen): Mund (VfB.), Knaus (VfB.), Klinke! (Lollar): Ehrhardt (1900), Enders (1900), Heß (VfB.), Fett (Steinberg), Szponick (VfB.)

Bei den Gießenern war die Hintermannschaft überragend. Die Verteidigung erwies sich als sehr schnell und schlagsicher. Die Gießener Läuferreihe war gut. Leider konnte der rechte Flügel nicht rest­los befriedigen. Heß in der Mitte führte den Sturm erfolgreich und konnte selbst zwei Tore er­zielen. Der linke Flügel war der gefährlichste Mann­schaftsteil und durch ihn wurden die Erfolge ein­geleitet. Fett schoß ebenfalls zwei Tore.

Die Wetzlarer Hintermannschaft hatte nicht die Qualitäten der Gießener. Insbesondere wirkte ihre

bleme einmal aufzugreifen. Sie sind der beste Be­weis dafür, daß selbst während so großer und um­fassender Vorbereitungen von den zuständigen Stel­len noch Zeit und Raum gefunden wurde, an so wichtige soizalpolitische Fragen heranzugehen. Es bedarf nur einer gewissen Gegenüberstellung dieser sozialen Aufbauarbeiten in Deutschland mit den Nachrichten, die aus jenen Ländern zu uns drin­gen, deren demokratische Einrichtungen uns als vorbildlich vor Augen gehalten wurden. Während gerade diese Staaten, wie z. B. Frankreich, sich im Mittelpunkt weittragender Auseinandersetzun­gen über bei uns längst erledigte soziale Probleme befinden, während Siedlungsprobleme, Landver­teilungen usw. den Anlaß zu Bürgerkriegen geben, wie in Spanien, vollzieht sich bei uns auf weitaus begrenzterem Boden inmitten einer viel größeren Enge ein ruhiger und stetiger Aufbau, der auf dem Internationalen Freizeit-Kongreß in Hamburg und den anschließenden Besichtigungsfahrten vieler in­ternationaler Fachleute durch Deutschland restlos gnerkannt worden ist.

Verteidigung oftmals sehr unsicher. Die Läuferreihe war der beste Mannschaftsteil der Wetzlarer. Der Wetzlarer Sturm befriedigte in seiner Gesamtheit nicht.

Die Wetzlarer begannen das Spiel mit schnellen Angriffen. Nachdem ihr Halblinker eine sichere Chance drübergeschossen hatte, waren die Gießener durchgebrochen: ihr Angriff aber wurde unfair ab­gestoppt. Den fälligen Freistoß schoß Knaus über das Tor. Als Knaus eine Weitvorlage zu Szponick gab, und dieser sofort zu dem vor dem Tore frei­stehenden Enders flankte, schien ein Tor sicher. Enders schoß jedoch vorbei. Zwei Ecken für Wetz­lar brachten nichts ein. Wieder ist der linke Flügel durchgebrochen. Szponick flankte, Heß nahm den Ball auf, eine kurze Täuschung und es stand 1:0 für Gießen! Zwei Minuten vor Halbzeit köpfte Wohlgemuth auf das Gießener Tor, bei der Ab­wehr prallte Happel mit seinem Verteidiger zu­sammen und beide kamen zu Fall. Wohlgemuth erfaßte die Situation und schoß den abspringenden Ball wuchtig ins Tor, Happel schnellte jedoch vom Boden hoch und hielt diesen Ball. Eine glänzende Leistung! Dann war Halbzeit.

Bald nach Wiederbeginn führten die Gießener 3:0. Jetzt warfen die Wetzlarer alles nach vorne. Es schien, als ob die Gießener dem schnellen Tempo nicht mehr gewachsen sind. Blech flankte zu Wohl­gemuth und dieser köpfte knapp an der Außenlatte vorbei. Aber schon im Gegenangriff war es Wohl­gemuth, der auf 3:1 verkürzt. Anschließend gingen zwei scharfe Schüsse von Blech neben das Tor. Der Wetzlarer Sturm wechselte jetzt das System, Wohl­gemuth bleibt zurück, und die Halbstürmer stürmen. Hierdurch bekommt er immer wieder freies Schuß­feld. Der Erfolg blieb nicht aus. Er erhielte das zweite und auch anschließend das dritte Tor. Jetzt griffen die Gießener wieder an und als Enders im Strafraum gelegt wurde, war durch den Elfmeter, den Fett unhaltbar verwandelte, der Sieg ficher- gestellt. Beim Schlußpfiff hatte die Gießener Mann­schaft einen großen Erfolg errungen.

Lehrgang im Frauenturnen in Wetzlar.

Am vergangenen Samstag und Sonntag fand unter Leitung des Kreisfrauenturnwartes Schnei­der (Wetzlar) ein Lehrgang im Frauenturnen

Appell der Schiedsrichter im Kreis Gießen.

statt. 50 Turnerinnen, öorfurnerinnen unb Seite« rinnen von Frauenabteilungen waren da und gaben sich mit größtem Eifer der Lehrgangsarbeit hin. Neben den Geräteübungen für das Kreisfrauen­turnen widmete man sich auch den volkstümlichen Uebungen; neben guten Leistungen, die von der Lehrgangsleitung anerkannt wurden, hatte diese aber auch Gelegenheit, mancherlei Fehler und irr- tümliche Auffassungen zu berichtigen, so daß man nunmehr beim Kreisfrauenturnen mit guten Er­folgen rechnen kann.

Auch die Uebungen des gymnastischen Vier- kampses Schwebekante, Medizinball, Seil und Keulen wurden restlos durchgenommen und ge­übt, so daß man nunmehr doch die Ueberzeugung haben kann, daß in allen Vereinen nicht nur plan­mäßig, sondern auch in richtigem Uebungsaufbau gearbeitet wird.

Volkstanz und Spiele (hier sei vor allem Korb­ball erwähnt, an das die Turnerinnen nach kurzer Erklärung durch Dr. Loh (Wetzlar) mit Feuer- eifer herangingen) vervollständigten die Lehrgangs- arbeit der zwei Tage und gaben einen großen Ausschnitt aus dem reichen Arbeitsgebiet und Be- tätigungsfelb, das den Frauen im Fachamt Tur­nen des Reichsbundes für Leibesübungen heute geboten ist. Möge die Arbeit der zwei Tage allen Vereinen des Kreises in der rechten Form zugute­kommen und allen Turnerinnen unseres Kreises Segen bringen an Leib und Seele.

Wetterbericht

des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Jranffurt

In den über dem westlichen Teil des Festlandes wieder aufkommenden östlichen Luftströmungen drangen am Mittwoch kühlere Luftmassen vom Meer her vor und führten dabei zu Landregen, die den ganzen Tag über anhielten. Besonders ergiebig waren die Niederschläge im Südwesten und Süden des Reiches, wo zwischen 60 und 90 Liter Wasser pro Quadratmeter niederfielen. Da jetzt die Wirbel­tätigkeit über dem Atlantik wieder stärker in Gang gekommen ist, wird sich auch in den nächsten Tagen das unbeständige und zeitweise regnerische Wetter noch fortsetzen.

Aussichten für Freitag: Uebermiegenb bewölkt, zunächst zeitweise auch aufgeheitert, später wieder zeitweise Niederschläge. Temperaturen um 20 Grad Celsius, südwestliche Winde.

Aussichten für Samstag: Fortdauer des unbeständigen und zeitweise regnerischen Wetters.

Lufttemperaturen am 12. August: mittags 18,1 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 13. August: morgens 15 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum heute nacht 13,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12; August:: abends 18,4 Grad: am 13. August: morgens 17 Grad. Niederschläge 10,7 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.VII.36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

zusehen.

Gießen, den 12. August 1936.

03662

nach kurzer, schwerer Krankheit in die Ewigkeit ab­berufen. Die Beisetzung findet in Mainz statt. Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir ab-

Am Dienstagabend wurde mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater

Im Namen aller Hinterbliebenen: Marie Flörke, geb. Herrl Dr. Wilhelm Flörke.

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* 17. 2 1867 In Rockenberg.

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Gießen und Stettin, 13. August 1936.

12. August 1936

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Wir bitten, ihm ein freundliches Andenken still zu bewahren, und danken für alle tröstliche Teilnahme an seinem und unserem Geschick. Beileidsbesuche wären nicht im Sinne des Dahin­geschiedenen, wie auch die Trauerfeier nach seinem Willen bei Erscheinen dieser Anzeige bereits stattgefunden hat.

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279748 321417 321490 322954 338102 338105

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147939 184623 185643 186143 193390 195599

200628 218567 219409 220021 225608 240234

266456 274393 274658 277970 279267 279369

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23325 28702 29071 29077 29390

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93023

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Im Gewinnrade verblieben: - Gewinne *u je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 6 zu je 30000, 14 zu je 20000, 90 zu je 10000, 168 zu je 6000, 312 zu le 8000, 854 zu je 2000, 2564 zu je 1000, 4266 zu je 500, 17052 zu je 300 RM.