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und ihr den Geist einer fast gänzlich verlorenen Tradition wiederzugeben. 1936 wurde ihm vom Kaiser von Japan der Orden der ausgehenden Sonne I. Klasse verliehen als Anerkennung für die Leitung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft.

Elektrifizierung

der österreichischen Bundesbahnen?

W i ß n , 12. Aug. (DNB.) DasLinzer Dolksblatt" und dasEcho" bringen Mitteilungen von unter­richteter Seite, wonach eine österreichische Gruppe unty Führung desPrinzenJosiasvonCo-

bürg, zu der der ehemalige Finanzminister und jetzige Gouverneur der Postsparkasse Dr. Buresch und Handelsminister S t o ck i n g e r als Vertreter des österreichischen Staates traten, mit der ameri­kanischen General Electric Co., einem der größten Elektrokonzerne der Welt, Verhandlungen über die Elektrifizierung des ganzen Strecken­netzes der österreichischen Bundesbahnen auf­genommen haben. Die Verhandlungen führten zu einem formellen Angebot der genannten Firma. Den Bundesbahnen soll ein Betrag von 300 Millionen Schilling, davon die Hälfte in West-Devisen, zur Verfügung gestellt werden.

Der Bolschewismus rüstet.

Oie Verstärkung der Roten Armee.

Mit einem Federstrich hat die Sowjetregierung in Moskau die Stärke des stehenden Heeres um die Hälfte erhöht. Sie hat das Einberufungs­alter von 21 Jahre auf 19 Jahre herabgesetzt. Be­reits im Herbst 1936 muß sich die Hälfte der neuen Rekruten stellen, die andere Hälfte im Jahre 1937. Diese Übergangszeit dauert bis 1940. Dann wird zum erstenmal wieder ein voller Jahrgang einge­zogen. Die jährliche Rekrutenquote in Sowjetruß- land wurde mit 1,2 Millionen Mann angegeben gegen nur etwa eine halbe Million in Friedenszei­ten. Rußland hat in den letzten Jahren seine Kriegsbereitschaft ständig erhöht. Nach Angaben des japanischen Kriegsministeriums, das über die sow­jetrussischen Verhältnisse natürlich gut unterrichtet ist, zählt die Armee Sowjetrußlands heute 1600 000 Mann, von denen 750 000 zum aktiven Heer, 600 000 zu den Reserven, 160 000 Mann zur GPU. und 90 000 Mann zu den Transportkolonnen ge­hören. Die Zahl der sowjetrussischen Infanterie- Divisionen betrug 1927 70, 1935 aber 85. Im glei­chen Zeitraum verdoppelte sich die Zahl der Kavallerie-Divisionen von 10 auf 20, die Kampfflugzeuge vermehrten sich von 1200 auf nominell 4 0 00, dagegen geben aber Sowjet­quellen und französische Nachrichten an, Sowjetruß­land besitze bereits über 6000 moderne Militärflugzeuge. Die Zahl der Tanks erhöhte sich von 180 im Jahre 1927 auf über 4000 im Jahre 1935. Während die Aus­

gaben für das sowjetrufsifche Heer im Jahre 1931 1,4 Milliarden Rubel betrugen, waren sie im Vor­jahre auf 6,5 Milliarden Rubel gestiegen und für 1936 ereicht die Summe die phantastische Ziffer von 14,8 Milliarden Rubel! Fast 50 v. H. der Einnahmen der Sowjetunion werden für Heeres- zwecke aufgewandt. Durch die gewaltige Steigerung des Heeresbestandes aber wird diese Ziffer noch mehr in die Höhe getrieben. Man kann rechnen, daß statt rund 15 Milliarden im nächsten Jahre 22,5 Milliarden Rubel für die Rote Armee verwendet werden müssen.

Während der Bolschewismus überall außerhalb seiner Grenzen mit Friedensphrasen hausieren geht und die westlichen Demokratien sowie die Tschechoslowakei und Rumänien darauf hereinge­fallen sind, macht Moskau die größten Anstren­gungen, um zu einer Militärmacht zu werden, die schon durch ihre Masse die Funktionen einer bol­schewistischen Dampfwalze übernehmen kann, die alles in Grund und Boden stampfend. Das ift eine Gefahr für den Weltfrieden um so mehr, als der Kommunismus die Grundlage der mosko- witischen Armeen ist und den Ausrottungskrieg ge- gegen alleKlassenfeinde" als Dogma für den russischen Militärpflichtigen verkündet. Die roten Zaren im Kreml haben sich aus den Kriegsdienst­verweigerern der russischen Revolution, aus den Pazifisten schnell und folgerichtig zu den größten

Militaristen der Gegenwart entwickelt. Und nur daran sind sie zu messen. Ihre Friedensphrafen sind nur die Tarnung, hinter der sie die gewaltigste Auf­rüstung vollziehen, um ihr Ideal der Gleichförmig­keit der asiatischen Barbarei in ganz Europa und darüber hinaus zu verwirklichen. Die Rote Armee ist ein Instrument der Weltrevolution. Wie der bol­schewistische Umsturz entfesselt wird, ist lediglich eine untergeordnete Frage taktischer Natur. Bis Ende 1932 hofften die Bolschewisten auf Berlin, jetzt haben sie alles auf die französische und die spanische Karte gesetzt.

Dieses gewaltige Instrument des Kommunismus dient nicht der Verteidigung, sondern ist als poli­tisches Instrument gedacht. Auf dem letzten kommu- nistischey Parteikongreß der Sowjetunion wurde am 21. Januar 1936 eine Entschließung angenom­men, in der es heißt, die Rote Armee dürfe nicht nur ein Derteidigungsinstrument sein, sondern sic müsse in den noch vorhandenen imperialistischen Staatendem Proletariat dieser Länder nötigen­falls in seinem Kampf gegen den Imperialismus eine entscheidende Unterstützung erweisen." Diese und ähnliche Aeußerungen aus der letzten Zeit taf­fen darauf schließen, daß sich Sowjetrußland ohne weiteres in die inneren Angelegenheiten eines Lan­des mischen wird, wenn es die Zeit dafür gekommen glaubt und sich stark genug fühlt. In Moskau wird der kommende Krieg ausgebrütet. Wer daran noch zweifelt, dürfte durch die neue Verstärkung der roten Heereswaffe wohl eines Besseren belehrt sein.

Ein Dementi

der rumänischen Gesandtschaft.

Berlin, 12. Aug. (DNB.) Die Königlich Rumä­nische Gesandtschaft Berlin teilt mit: Die in einigen ausländischen Zeitungen erschienene Nachricht, wo­nach Rumänien die Absicht hat, eine Reihe von Eisenbahnlinien zu bauen, um eine direkte Verbindung zwischen der Tschechoslo­wakei und Sowjetrußland durch Ru­mänien herzustellen, ist vollkommen un­zutreffend. In Wirklichkeit handelt es sich nur um den doppelgleisigen Ausbau der bereits vorhandenen Eisenbahnlinie, die das Innere Rumäniens mit der Tschechoslowakei verbin­det. Alle anderen diesbezüglichen Kombinationen sind vollkommen unbegründet.

Der Vormarsch der spanischen Nationalisten.

Lissabon, 13. Aug. (DNB. Funkspruch.) Ge­neral Queipo de Llano teilte über den Sender Se­villa mit, daß die vor Malaga operierenden Streit­kräfte der Militärgruppe am Mittwochfrüh von L a Ronda aus ihren Vormarsch ange» treten hätten. Die Truppen hätten sich um 5.30 Uhr abends bei Anteq uera befunden. Durch Rundfunk wurde ferner bekannt gegeben, daß die unter dem Befehl des Generals Franco stehenden nationalistischen Truppen bei M e - r i d a, etwa 100 Kilometer östlich von Badajoz mit der von General Mola befehligten Nord­gruppe der Nationalisten Verbindung ge­nommen haben. Badajoz sei völlig einge­kreist. Von der portugiesischen Grenze wird ge­meldet, daß am Mittwoch vier breimotorige Flugzeuge erneut Bomben über Badajoz abgeworfen haben. Die spanischen Grenzposten hätten sich den Nationalisten angeschlossen und ver­teidigten ihre Grenzposten gegen die Roten Sturm­scharen auf Badajoz. Aus portugiesischer Seite haben sich zahlreiche Schaulustige einge­funden, die den Kampf jenseits der Grenze mit großer Spannung verfolgen.

Aus Elvas wird berichtet, daß Badajoz schwer unter der Blutherrschaft der Roten leide. Die Kom­munisten, die das Herannahen des Heeres der Na­tionalisten beunruhige und die das Ende ihrer Herrschaft kommen sähen, mordeten und ver- nichteten in sinnloser Wut alles, was ie erreichen könnten. Der Vormarsch der nationalistischen Truppen auf Badajoz habe sich ver- zögert, da die von den Kommunisten zerstörten Brücken erst wieder hergestellt werden mühten.

Wie Havas aus Jrun meldet, ist am Mittwoch­abend die Stadt E i b a r von den Nationalisten cingen o.m men worden. In Eibar befinden sich zahlreiche Waffen- und Munitionsfabriken, die bis­her die Regierungstruppen in San Sebastian mit Waffen versorgten.

Das Geschützfeuer an der spanisch-französischen Grenze bei Jrun dauert weiter an. Mehrere Flie­ger der Nationalisten überflogen das von den Roten beherrschte Gebiet und warfen Bomben über San Sebastian ab. Die Truppen der Militar- gruppe standen Mittwochabend nur noch drei Kilo­meter vor Jrun. Die Nationalisten sollen bereits Villabona etwa zehn Kilometer nördlich von Tolosa besetzt haben. San Sebastian soll nach der Einnahme von Tolosa durch die Nationalisten ganz plötzlich sein äußeres Bild stark verändert haben. Ein Massenauszug der Bevölke­rung aus der Stadt habe eingesetzt. Die Rote Miliz sei zum größten Teil verschwunden. Die Stadtverwaltung habe bekannt gegeben, daß Die Wasserzufuhr unterbrochen sei und daß die Bevölkerung sich aus den Springbrunnen oder den Wasserquellen außerhalb der Stadt mit fri­schem Wasser versorgen müsse.

Die Nachrichtenagentur Fournier meldet aus Madrid, daß im Alcazar von Toledo noch immer 200 Militärpersonen und 900 Mann Zwil- garde eingeschlossen seien. Die drei Meter Di cf en Mauern Der Festung hätten bisher a l l e n A n - griffen der Marxisten st a n d g e h a l t e n. Die Lebensmittel sollen noch für eine Woche aus- reichen. Der Festungsbrunnen gebe jedoch nur sehr spärlich Wasser.

Zwei nationalistische Generäle in Barcelona erschossen.

Paris, 12. Aug. (DNB.) Nach einer Havas- melDung aus Barcelona sind Die spanischen natio­nalistischen Generäle Goded und B u r r i e I, Die in Barcelona gefangengenommen roaren, am Mittwoch um 6.20 Uhr in Den Graben Des Forts Montjuich bei Barcelona erschossen worden. Die Erschießung roirD Der Auftakt zu einem ruck- sichsloferen Vorgehen Der Militärgruppe sein. Vom nationalistischen Hauptguartier in Burgos war be­reits Dienstag abenD durch Rundfunk bekannt­gegeben worden, daß sämtliche Offiziere Der Regierungstruppen, die bereits ge­fangengenommen find ober künftig gefangen ge­nommen werden, erschossen werden, falls die Madrider Regierung das Todesurteil gegen Die beiden Generale nicht in eine mildere Strafe umwandle.

3n den Kerkern von Madrid.

Der konservativeMinisterMaura erschossen.

Lissabon, 13. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der frühere spanische Minister und Führer Der Linkskonstrvativen, Miguel Maura, soll, als er versuchte, in Die argentinische GesanDtschaft in MaDriD zu flüchten, erschossen worden sein. Jrn größten Gefängnis von Madrid befinden sich 18 00 Anhänger der Militärgruppe., darunter die Offiziere und Unteroffiziere Der Ma- DriDer Garnison, soweit Diese nicht bereits erschossen oDer im Kampf gefallen sinD. Im ersten Stockwerk sind 400 höhere Offiziere vom Major auswärts untergebracht, Darunter die Generäle Fanjul, Kapaz und Montesinos. Die gefangenen Offiziere roerDen w i e gewöhnliche Per­brecher behandelt. Im zweiten Stockwerk liegen 700 Offiziere und Unteroffiziere vom Haupt­

mann abwärts sowie zahlreiche Zivilisten. Im 3. Stockwerk sind 700 Mitglieder Der spanischen F as ch i st e n - P a r t e i untergebracht, darunter führenDe Persönlichkeiten Der Bewegung wie Ruiz De Alda und Sanchez Mazas, die bereits vor Ausbruch des Aufstandes verhaftet. worden waren. Seit einigen Tagen befinden sich in dieser Abteilung auch der Führer Der spanischen Liberal- Demokraten Melquedes A l v a r e z und Der Führer Der Agrarpartei Martinez De Velasco.

Diario de Notizias berichtet von einem fürchter­lichen BlutbaD, Das die Kommunisten in Der an Der Bahnstrecke SevillaMerida gelegenen Stadt C a - zalla d e la Sierra angerichtet haben. 4000 Kommunisten seien, nachdem sie durch nationali­stische Truppen eine Niederlage erlitten hatten, nach der genannten Stadt geflohen und hätten Dort aus Rache 107 nationalistisch gesinnte Einwohner e r - 'schossen.

Die bolschewistische Vluihenschast in Malaga.

Deutsche Flüchtlinge berichten über die Kommuniftengreuel.

Aus Dem DampferGeneral Osorio" hatte ein Vertreter Des DNB. Gelegenheit, mit Den Spanien- Deutschen zu sprechen. Fast alle stammen aus Ma­laga, wo Der kommunistisch- anarchistische Terror mit am schwersten wütet. Am 17. Juli, Dem gleichen Tage, an Dem die Truppen in Spanisch-Marokko ficb gegen Die MaDriDer Regierung erhoben, mar­schierte eine Kompanie Infanterie Der Garnison Ma- laga Durch Die StaDt zum Sitz Des Zivilgouver­neurs, um Den KriegszustanD zu verkünden. In Der Nähe Des ZivilgouvernementsgebäuDes ent­wickelte sich eine Schießerei mit Den Kom­munisten, Die sich balD zu einem Gefecht zwischen den Truppen und der Poli- z e i auswuchs. Auf Seiten Des Militärs ftanDen Die MitglieDer Der spanischenPhalan x", eines von der Regierung am meisten verfolgten rechts­gerichteten Verbandes. Die linksgerichteten Grup­pen stellten sich auf die Seite Der Polizei. In der Nacht zum 18. Juli lief außerdem ein großer Teil der Soldaten, von der sehr starken bolschewistischen Propaganda im Heer beeinflußt, zu Den Marxisten über. Die Uebermacht Der Roten war so stark, daß sich Die Nationalisten in Malaga nicht halten konnten.

Die Bolschewisten gingen nun gegen Die wohl­habenden Bürger Der StaDt vor. 2Han warf sie in Die Gefängnisse. Als Diese überfüllt waren, fing man an, sie kurzerhand zu erschießen. Sie würben zu Fuß ober in Etagen zum Fried- hos gebracht unD Dort ermorDet. Die Toten über­gab man Dem 2Uob, Der auf Den Leichen Freu-

l u t i o n ä r e r R a t", aus Zivilisten zusammen­gesetzt, den Kommandanten Der Kriegsschiffe beige­geben. Der KommanDierenDe General Der Provinz Malaga rourDe im Hafen von Marxisten erschossen.

Vom 17. Juli an war die Stadt völlig von aller Welt abgeschnitten. Telephon, Te­legraph und Eisenbahn waren völlig stillgelegt. Die Deutschen hörten zunächst lediglich Die Sender von Madrid und den nationalistischen Sender in Se­villa, bis eine Anweisung herauskam, wonach nur noch Der MaDrider SenDer abgehört roerDen Dürfe, Da nur DieserDie offiziellen und Die einzig wahren Mitteilungen" bringe. Außerdem wurde angeordnet, daß man Rundfunk nur noch bei geöffnetem Fenster und nachts bei beleuchtetem Haufe hören dürfe. Nur dank der Umsicht des deutschen Konsuls in Malaga war es möglich, sich einzeln und in kleinen Gruppen zu Den im Hafen eingetroffenen Deutschen DampfernHero" unDSaturn" zu begeben. Der Polizeikommissar von Malaga hatte Hotelautobusse zur Verfügung gestellt, Die Durch Polizeimannschaf­ten geDeckt rourDen. Nur so gelang es, Durch die kommunistischen Viertel hindurchzukommen und deutsche Volksgenossen aus ihren Wohnungen zu be­freien, die schon tagelang abgeschlossen von aller Welt hatten verweilen müssen.

Die Deutschen konnten nur das Allernotwendigste mitnehmen; die meisten sind ganz ohne Geld und ohne sonstige Mittel. Um so erfreuter waren sie über die überaus herzliche und freundliche Aufnahme, Die ihnen an BorD Der Deutschen Schiffe zuteil rourDe.

Denlänze aufführte. Dann wurden Käufer und Villen in Brand gesetzt. Die Hauptstraße von INalaga und die Wohnviertel der wohlhabenden kreise waren bald ein ein­ziges großes Flammenmeer. Gewal­tige Rauchschwaden verpesteten tagelang die Luft fast bis zum Ersticken. Schon in den ersten Tagen wurde das Grundbuchamt für Stadt- und Landbesitz inBrandgesteckt, damit später nicht etwa Ansprüche auf Schadenersatz erhoben werden könnten. Das Worden hörte nicht auf. Elan ging zur Verfolgung der Wilglieder der rechtsgerichteten Verbände über. Eine plan­mäßige Treibjagd begann. Aus ihren Wohnun­gen geholt, wurden die verfolgten auf der Straße sofort erschossen. Ebenso ver- fuhr man bei Haussuchungen, die von Roten Milizen bei rechtsgerichteten Personen vorgenommen wurden, hierbei verschwanden außerdem zahlreiche Wertgegenstände.

Aus aller Wett.

Schwere Unwetter an der französischen Atlantikküste.

Aus allen Provinzen Frankreichs mit Ausnahme Der Mittelmeerküste werden schwere Niederschläge gemeldet, Die überall großen Schaden angerichtet haben. Am meisten wurde die französische Atlantik­küste heimgesucht, wo sintflutartige Re­gen fälle niedergingen. In der Umgebung von Boulogne für Mer, Saint Omer und Saint Paul ist die gesamte Ernte vernichtet worden. Der Sachschaden wird auf über 12 Millionen Fran­ken geschätzt. Weite Flächen stehen unter'Wasser, die Landstraßen waren teilweise in reißende Sturz­

bäche verwandelt. Zahlreiches Vieh ist Dem Unwet­ter zum Opfer gefallen. Der Verkehr ift in oer- schiedenen ©egerfDen sogar auf Den großen Ver- binDungsstraßen unterbrochen. Auf Der kleinen, Der Küste Der Vendse vorgelagerten Insel Noir- m o uti er rourDe die Kirche vom Blitz getroffen. Der Turm, Der Den Schiffen als Anhaltspunkt Dient, ift ein Opfer Der Flammen geroorDen. In 5) e r b i e r s , unweit van Sabies D'Olanne, rourDen zwei ßanDarbeiter vom Blitz erschlagen. Auch in Der Umgebung van Belfort wütet seit 24 Stun- .. Den ein heftiges Unwetter, Das unermeßlichen - «Schaden «mchtete. Die LanWraßen, die völlig

Inzwischen hatte im Hafen von Malaga Die Aktion Der roten Matrosen eingesetzt. Die Q f f i 3 i e r e, Die auf Seiten Der Nationalisten stan­den, wurden von Der eigenen Mannschaft ver Has - tet. Fünf Kriegsschiffe tagen im Hafen von Ma­laga, Die nun von Gefreiten oder Decke»!.....

xmuMn» Sogjsich wurde ein.»-

überschwemmt sind, mußten für jeden Verkehr gesperrt werden.

Furchtbare Waldbrände in Sibirien.

Infolge Der ungeheuren Trockenheit unD Hitze sinD in Oftfibirien furchtbare WalDbrände aus­gebrochen. Am stärksten beDroht sinD von ihnen Die Städte Swerblowsk und Archangel, Die bereits von Dicken Rauchwolken erreicht sinD. Zahl­reiche Dörfer sinD von Den Flammen umzingelt unD vollständig zerstört. Auch eine Reihe von Personen, Denen jeDer Weg abgeschnitten war, fiel den Flam­men zum Opfer. Man bemüht sich, eine große leere Zone um die brennenden Wälder zu legen, indem man alles Gebüsch niederschlägt und Gräben aufwirft. Die Eisenbahnlinie, die die Stadt Perm mit Archangel verbindet, ist von Den Flammen be­reits erreicht. Ein Eilzug war gezwungen, mitten im WalDe zu halten, Da er von hohen Flammen unD Dichten schwarzen Rauchwolken umgeben war; nur Die schnellste Flucht konnte die Reisenden noch ret­ten, während der Zug völlig ausbrannte. Außer den Feuerwehren hat man Flugzeuge eingesetzt, die die Richtung der Brände feststellen sollten, aber sie wurden durch den dicken Rauch zur Rückskehr ge­zwungen, ohne etwas erkundet zu haben. Hunderte von Familien haben alle ihre Habe verloren und sind obdachlos geworden. Der Leichtsinn von Jä­gern und Beerensammlern wird für Das Aufflam­men Der Brände an Den verschiedensten Stellen ver­antwortlich gemacht, auch Funken von Lokomotiven haben sie längs der Bahnen verursacht, und an manchen Stellen hat Der Blitz eingeschlagen. Die ungeheure Ausdehnung aber war nur möglich durch die übermäßige Hitze und Trockenheit; Die Tempe­ratur im Schatten stieg über 40 Grad Celsius in Archangel. Die Trockenheit hat auch bewirkt, daß die Schiffahrt auf Den Flüssen aufhören mußte, Da Der Spiegel bis zu zwanzig Zentimeter unter Dem tiefsten Stand im Sommer 1921, der bisher einen Rekord in der Dürre Darstellte, ge­sunken war.

20 Tote bei einem Eisenbahnunglück in Korea.

In Korea ereignete sich ein schweres Eisenbahn­unglück infolge großer Unwetter, Die Die Eisen­bahngleise weithin unterspült hatten. Das Un­glück forderte 20 Tote. Die Hauptstadt Koreas, Söul, ist von Ueberschwemmungen Des Hankang- Flusses bedroht.

Unfall eines britischen Postflugzeuges.

Das planmäßige Postflugzeug der von der British Airways beflogenen Nachtpoststrecke Han­nover Köln London erlitt in der Nacht zum Mittwoch gegen 3 Uhr auf dem Flug von Hannover nach Köln einen Unfall. Aus bisher nicht geklärten Gründen mußte Das Flugzeug, das Luftpostsendungen aus Den nordischen Ländern an Bord hatte, in Der Nähe von Honnef eine Außen- lanDung vornehmen. Dabei rourDe Die Maschine 3 e r ft ö r t. Don Den zwei Mann Der Besatzung tarn einer ums Leben, einer wurde schwer verletzt.

Bei vorschriftswidrigem Flug tödlich abgestürzt.

Ein Flugschüler der Uebungsstelle Böblin­gen stürzte am 11. August bei Allersberg in Der Nähe von Nürnberg tödlich ab. Er hatte entgegen Den bestehenden strengen Befehlen einen Uebungs- flug dazu benutzt, über der Wohnung von Ver­wandten in vorschriftswidrig geringer H ö h e zu fliegen, wobei er an einem Baum hängen blieb.

Bon einer Rakete die Hand abgerissen.

In Trier fanden Schüler auf der linken Mosel­seite eine Rakete, die bei einem am Tage vorher ftattgefunbenen Feuerwerk anscheinend nicht ab­geschossen worden war. Einer der Jungen nahm die Rakete in die Hand, ein anderer steckte sie mit einem Streichholz an. Plötzlich gab es einen furchtbaren Knall und einen markerschütternden Schrei dem Jungen, der die Rakete gehalten ßatte, war d i e linke Hand bis zum Un­terarm abgerissen worden. Ein vorüber- gehender Arbeiter, der in der Nähe tätig war, sprang hinzu und band den Arm des Jungen ober­halb der Wunde ab, damit keine Verblutung ein­treten konnte. Der Junge hat außerdem erhebliche Verletzungen am Unterleib und an den Beinen davongetragen.

3rod Angeklagte des Baugrubenunglücks-Prozesses aus der haft entlassen.

Im Prozeß wegen des Einsturzunglücks in Der Hermann-Goring-Straße wurden auf Beschluß des Gerichtes die Angeklagten Reichsbahnoberrat Kurt Vellberg und der Bauwart bei der Reichsbahn Wilhelm Schmitt aus der Haft entlassen. Ein Gemäldediebstahl nach 15 Jahren vor Gericht.

Nach 15 Jahren hatte sich der 50 Jahre alte Heinrich Wentzel von Saarbrücken wegen eines G e- mäldediebstahls in der Mannheimer Schloßgalerie zu verantworten. Mit zwei anderen Diebesgefährten hatte er in den ersten Morgenstunden des 4. Juni 1921 mittels einer Lei­ter vom Jnnenhof zehn Gemälde im Werte von 7 0 0 0 0 Mark gestohlen. Die Einbrecher waren von dem Wächter beim Diebstahl betroffen worden. Der Wächter gab sich aber als solcher nicht zu erkennen, weil ihm ein Revolver vor die Stirn gehalten wurde und er jedes Vorgehen gegen die Diebe wohl mit dem Leben bezahlt hätte. Die Ge­mälde wurden in Frankfurt a. M. abgesetzt und von der Kriminalpolizei nach Mannheim zurückge­bracht. Zwei der Diebe wurden gefaßt und zu vier­einhalb bzw. vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Dritte Täter floh in Das ©aarlanD unD rourDe Dort wegen Diebstahls zu sechs Jahren Zwangs­arbeit in Cayenne verurteilt. Es gelang ihm jebotf) 1930 von Dort zu entfliehen unD in Süd- amerifa Stellung zu finDen. 1933 kehrte er, angeb­lich wegen Krankheit feines Vaters, nach Saar­brücken zurück. Der eine inzwischen aus Dem Zucht­haus entlassene Diebesgefährte entDecfte ihn hier und überantwortete ihn Dem Gericht, nachdem seine Erpressertätigkeit an dem Geflohenen nur geringen Erfolg hatte. Da der Angeklagte durch sein Schick­sal nach der Flucht schon an sich bestraft war, sah Das Gericht milDernDe Umstände für gegeben und sprach gegen ihn eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren aus.

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