flüchtet. Während die Frau nunmehr ihren schweren [ Verletzungen erlegen ist, konnte der Täter in | Koblenz gefaßt und hinter Schloß und Riegel ge-1 schafft werden.
Schwerer Eisenbahnunfall bei Lharleroi.
9n der Nähe von Charleroi ereignete sich ein schwerer Eisenbahnunfall. Zwei Eisenbahnwagen rasten infolge Bruches der Kuppelung auf einer abschüssigen Strecke in eine Gruppe von Streckenarbeitern hinein. Drei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet. Sechs erlitten schwere Verletzungen.
Heber 700 Todesopfer der amerikanischen Hitzewelle.
Die Zahl der Todesopfer in den von der ungewöhnlichen Hitzewelle betroffenen amerikanischen Staaten wurde am Samstagabend mit über 700 angegeben. Allein die Stadt Neuyork meldet 60 Tote. Die kanadische Provinz Ontario hat 140 Fälle von tödlichem hitzschlag zu verzeichnen.
In Anwesenheit des Reichsstatthalters und Gauleiters Robert Wagner sowie zahlreicher Vertreter des Staates und der Partei, der Wehrmacht und der deutschen Kunst wurden die diesjährigen Reichsfestspiele Heidelberg am Sonntag im Schloßhof feierlich eröffnet. Der Präsident des Reichsbundes der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele, Reichskulturwalter Franz M o r a l l e r, betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß sich in kurzer Zeit die Reichsfestspiele eine Tradition geschaffen hätten. Sie seien im In- und Auslande ein Begriff geworden, eine kulturelle Tat, für die wir Reichsminister Dr. Goebbels aus aufrichtigem Herzen danken.
Oer Präsident der Heichstheater- kammer, Ministerialrat Or. Schlöffer, führte u. a. aus: Wenn wir uns zum dritten Mal auf den geschichtlich geweihten Boden der „schicksalskundigen" Burg zusammenfinden, um die Fest- fpiele zu eröffnen, so scheint es Zeit, Rechenschaft abzulegen über Sinn und Wesen dieser kulturpolitischen Tat des nationalsozialistischen Deutschland, die der unvergeßliche erste Präsident der Reichstheaterkammer, Otto Laubinger, im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels verwirklichte. Wer empfände in diesem Augenblick an dieser Stätte nicht, was jeden Deutschen mit unwiderstehlicher Gewalt nach Heidelberg zieht? Wie den
13 Hinrichtungen in den vereinigten Staaken.
An einem der letzten Täge wurden in neun Staaten Amerikas insgesamt 13 Todesurteile vollstreckt. Es fanden dabei vier verschiedene Hinrichtungsarten Anwendung, und zwar der Elektrische Stuhl, Giftgas, Erhängen und Erschießen.
R'unfl und Wissenschaft
Karl Maria Zwißler wird Generalmusikdirektor in Mainz.
Der bisherige erste Kapellmeister der Stadt Frankfurt a. M., Karl Maria Z w i ß l e r , ist auf die Dauer von drei Jahren als Generalmusikdirektor der Stadt Mainz verpflichtet worden. Zwißler, der Schüler von Hans P f i tz n e r und Knapperts- b u s ch ist, hatte bisher Verpflichtungen in München, Brünn, Düsseldorf und Darmstadt, dann wirkte er drei Jahre in Frankfurt. Die Berufung des 35jährigen Künstlers wird in Mainz lebhaft begrüßt. '
Romantikern künden auch uns diese Steine von der Unerschöpflichkeit und dem Reichtum der deutschen Seele. Wo immer wir heute also spielen, ob in Heidelberg, ob vor der Marienburg, stets feiern wir damit die Romantiker, die vor mehr denn hundert Jahren auszogen, das ewige Deutschland zu finden.
In diesem Sinne gründet sich das große künstlerische Unterfangen der Reichsfestspiele auf die Ueberlieferungen der Romantik. Ganz gewiß ist unsere Denkweise auch Romantik. Unser durch nichts zu erschütternde Glaube geht darauf hinaus, das ewige Deutschland zu finden, von dem die Romantik nur einen Teil gefunden hat. Bis einer eben in der Stadt der Romantik, der Schirmherr dieser Spiele, in seinem dichterischen Tagebuch „M i - ch a e l" die Frage aufwarf: Wie kann man Wissen sammeln, wenn ein Reich in Trümmern liegt? Das war die Todesstunde jeder rückblickenden Romantik und die Geburtsstunde unserer auch auf Zeit und Ewigkeit gerichteten stählernen Romantik.
Der Romantik danken wir vieles, der stählernen Romantik alles. Die Romantiker nannten sich eine Freischar. Darin liegt Unverbindlichkeit und Unverbundenheit. Die stählerne Romantik ordnete jeden ein und half so, die braunen Bataillone der Zucht formieren. Die Romantik träumte einen Traum vom Reich, die stählerne Romantik schuf es uns. Wir benutzen die Heidelberger Spieltage viel we
niger um Tradition zu pflegen, als um eine Ueber- lieferung, unsere Ueberlieferung zu schaffen.
hier soll Deutschland und der Welt bewiesen werden, zu welchen Leistungen der neue Gei st des Dritten Reiches das Freilichtspiel zu steigern vermag, hier stellen wir die jungen Kräfte heraus, und die zur Aufführung gelangenden Werke wählen wir nicht etwa nach ihrer Altertümlichkeit, sondern danach aus, ob sie auf uns und unsere Jugend schöpferisch auszustrahlen vermögen. Die für unser Wesen aufschlußreichsten Werke müssen die Werke der Heidelberger Reichsfestspiele sein. Alle diese Kennzeichen einer Bewegung, die wir stählerne Romantik nennen, werden die Heidelberger Reichsfestspiele sich vor unserer und späterer Zeit bewähren lassen. Dies ist der Glaube, der sie am Leben hielt. Dieser unerschöpfliche Glaube aber, der alles im neuen Deutschland durchpulst, ist das Werk eines Einzigen. So erschöpfen wir Sinn und Sendung der Reichsfestspiele allein schon dadurch, daß wir, überwältigt von der Größe des uns widerfahrenen Schicksals, seiner gedenken. Denn auch für alle Mitwirkenden und Zuschauer der Reichsfestspiele gilt das Wort: „Wo immer wir stehen, gilt heute gleich, immer sind wir des Führers, immer — sein Reich!"
Die Klänge der Gluckschen Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis" und die nationalen Weihelieder gaben der Eröffnungsfeier einen erhebenden und würdigen Abschluß.
Die Eröffnungsvorstellung aus dem Schloßhof gestaltete sich zu einem glanzvollen (Ereignis in Gegenwart des Schirmherrn der Festspiele, Reichsminister Dr. Goebbels, herrliches Wetter begünstigte die Aufführung, die mit Fanfarenstößen eingeleitet wurde. Friedrich Hebbels „Agnes Dernauer" gestaltete sich in dem idealen Rahmen des Schloßhoses zu einem vollen Erfolg.
Türkei: Ereignis von überragender politischer Bedeutung.
I st a n b u l, 13. Juli. (DRB. Funkspruch.) Trotz der umfangreichen Behandlung der Meerengen- tonferenz in der türkischen Presse ist die Bekanntgabe der Erklärung der Reichsregierung über die Neuregelung der Beziehungen zwischen dem Reich und Oesterreich als Ereignis von überragender politischer Bedeutung in den Blättern ausgenommen worden. Einige Zeitungen vermuten, daß der deutsch-österreichische Ausgleich von Italien gefördert wurde, und sie sagen eine lebhaftere deutsch - italienische Zusammenarbeit voraus. Die außenpolitische Bewertung dieses Ereignisses möchte die türkische Presse
vorläufig London und Paris überlassen. Der Der» söhnungsschritt Berlins und Wiens und seine günstige Aufnahme in Rom hat nach türkischer Auffassung auch Bedeutung für die weitere Entwicklung im Mittelmeerbecken.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 590: Bekanntmachung KP 163 der Ueberwachungsftelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 591: Umsatzsteuerumrechnungsätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel für die Umsätze im Monat Juni 1936. — 592: Neuregelung der griechischen Einsuhrbestim- mungen, Verschärfung des Kontingentierungs- systems.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Großwetterlage ist unverändert. Vom Atlantik stoßen fortgesetzt Störungsgebiete nach Europa vor, die an ihrer Vorderseite subtropische Warmluft, an ihrer Rückseite frischere Meeresluft nach Deutsch- lad verfrachten. Während am Sonntag kühlere Meeresluft die Temperaturen beträchtlich unter den jahreszeitlichen Durchschnitt herunterdrückte und infolge ihrer großen Instabilität zu einzelnen heftigen Schauern Platz gab, bringt heute aufgleitende Warmluft zunächst Landregen. Auch für die Folge bleibt der unbeständige Witterungscharakter erhalten.
Aussichten für Dienstag: Luftzufuhr aus Westen, Fortdauer der unbeständigen zu Niederschlägen geneigten Witterung, Temperaturen wenig verändert.
Lufttemperaturen am 12. Juli: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 13. Juli: morgens 13,5 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum heute nacht 8,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juli: abends 17,7 Grad; am 13. Juli: morgens 15,5 Grad. — Niederschläge 3,2 mm.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Ver« antwortlich für Politik und für die Bilder i. V.t Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt bet! Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400» Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen^ Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf< Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. meht» Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Eröffnung her Heidelberger Reichsfestspiele.
Am Samstagabend % 12 Uhr entschlief plötzlich
Herr Leonhard Dechert
im Alter von 75 Jahren
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Mathilde Becker, geb. Dechert
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Gießen, den 13. Juli 1936
Schon das kleine Fritzchen
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Gewinnauszug
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
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Frau Anna Georg, geb. Schopbach
■ Gießen, Am Oswaldsgarten
2. Ziehungstag
11. Juli 1936
im 80. Lebensjahre
In tiefer Trauer:
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Gießen, den 13. Juli 1936
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Herr Carlo Brühl, Bäckermeister i. R.
im Alter von 65 Jahren
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Die Geschichte einerunsterblichen Liebe
findet vom 8. August bis 11. September 1936 statt.
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Am Samstagmorgen entschlief sanft nach qualvollem Leiden mein lieber Mann, mein guter Bruder, unser lieber Schwager und Onkel
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ist am 1’. Juli 1936 gestorben. - Er war ein treuer Kamerad, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden.
Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 14. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Der Vorstand.
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Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Juli, 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt
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Ich danke herzlichst für die Aufmerksamkeiten anläßlich meines 75. Geburtstages
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