Ausgabe 
13.7.1936
 
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flüchtet. Während die Frau nunmehr ihren schweren [ Verletzungen erlegen ist, konnte der Täter in | Koblenz gefaßt und hinter Schloß und Riegel ge-1 schafft werden.

Schwerer Eisenbahnunfall bei Lharleroi.

9n der Nähe von Charleroi ereignete sich ein schwerer Eisenbahnunfall. Zwei Eisenbahn­wagen rasten infolge Bruches der Kuppelung auf einer abschüssigen Strecke in eine Gruppe von Streckenarbeitern hinein. Drei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet. Sechs erlitten schwere Ver­letzungen.

Heber 700 Todesopfer der amerikanischen Hitzewelle.

Die Zahl der Todesopfer in den von der ungewöhnlichen Hitzewelle betroffenen amerika­nischen Staaten wurde am Samstagabend mit über 700 angegeben. Allein die Stadt Neuyork meldet 60 Tote. Die kanadische Provinz Ontario hat 140 Fälle von tödlichem hitzschlag zu verzeichnen.

In Anwesenheit des Reichsstatthalters und Gau­leiters Robert Wagner sowie zahlreicher Vertre­ter des Staates und der Partei, der Wehrmacht und der deutschen Kunst wurden die diesjährigen Reichsfestspiele Heidelberg am Sonntag im Schloßhof feierlich eröffnet. Der Präsident des Reichsbundes der deutschen Freilicht- und Volks­schauspiele, Reichskulturwalter Franz M o r a l l e r, betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß sich in kurzer Zeit die Reichsfestspiele eine Tradition ge­schaffen hätten. Sie seien im In- und Auslande ein Begriff geworden, eine kulturelle Tat, für die wir Reichsminister Dr. Goebbels aus aufrich­tigem Herzen danken.

Oer Präsident der Heichstheater- kammer, Ministerialrat Or. Schlöffer, führte u. a. aus: Wenn wir uns zum dritten Mal auf den geschichtlich geweihten Boden derschick­salskundigen" Burg zusammenfinden, um die Fest- fpiele zu eröffnen, so scheint es Zeit, Rechenschaft abzulegen über Sinn und Wesen dieser kul­turpolitischen Tat des nationalsozialistischen Deutsch­land, die der unvergeßliche erste Präsident der Reichstheaterkammer, Otto Laubinger, im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels ver­wirklichte. Wer empfände in diesem Augenblick an dieser Stätte nicht, was jeden Deutschen mit unwi­derstehlicher Gewalt nach Heidelberg zieht? Wie den

13 Hinrichtungen in den vereinigten Staaken.

An einem der letzten Täge wurden in neun Staa­ten Amerikas insgesamt 13 Todesurteile voll­streckt. Es fanden dabei vier verschiedene Hinrich­tungsarten Anwendung, und zwar der Elektrische Stuhl, Giftgas, Erhängen und Erschießen.

R'unfl und Wissenschaft

Karl Maria Zwißler wird Generalmusikdirektor in Mainz.

Der bisherige erste Kapellmeister der Stadt Frank­furt a. M., Karl Maria Z w i ß l e r , ist auf die Dauer von drei Jahren als Generalmusikdirektor der Stadt Mainz verpflichtet worden. Zwißler, der Schüler von Hans P f i tz n e r und Knapperts- b u s ch ist, hatte bisher Verpflichtungen in Mün­chen, Brünn, Düsseldorf und Darmstadt, dann wirkte er drei Jahre in Frankfurt. Die Berufung des 35jährigen Künstlers wird in Mainz lebhaft be­grüßt. '

Romantikern künden auch uns diese Steine von der Unerschöpflichkeit und dem Reichtum der deut­schen Seele. Wo immer wir heute also spielen, ob in Heidelberg, ob vor der Marienburg, stets feiern wir damit die Romantiker, die vor mehr denn hun­dert Jahren auszogen, das ewige Deutsch­land zu finden.

In diesem Sinne gründet sich das große künst­lerische Unterfangen der Reichsfestspiele auf die Ueberlieferungen der Romantik. Ganz gewiß ist unsere Denkweise auch Romantik. Unser durch nichts zu erschütternde Glaube geht darauf hinaus, das ewige Deutschland zu finden, von dem die Roman­tik nur einen Teil gefunden hat. Bis einer eben in der Stadt der Romantik, der Schirmherr dieser Spiele, in seinem dichterischen TagebuchM i - ch a e l" die Frage aufwarf: Wie kann man Wissen sammeln, wenn ein Reich in Trümmern liegt? Das war die Todesstunde jeder rückblickenden Romantik und die Geburtsstunde unserer auch auf Zeit und Ewigkeit gerichteten stählernen Romantik.

Der Romantik danken wir vieles, der stählernen Romantik alles. Die Romantiker nannten sich eine Freischar. Darin liegt Unverbindlichkeit und Unver­bundenheit. Die stählerne Romantik ordnete jeden ein und half so, die braunen Bataillone der Zucht formieren. Die Romantik träumte einen Traum vom Reich, die stählerne Romantik schuf es uns. Wir benutzen die Heidelberger Spieltage viel we­

niger um Tradition zu pflegen, als um eine Ueber- lieferung, unsere Ueberlieferung zu schaffen.

hier soll Deutschland und der Welt bewiesen wer­den, zu welchen Leistungen der neue Gei st des Dritten Reiches das Freilichtspiel zu steigern vermag, hier stellen wir die jungen Kräfte heraus, und die zur Aufführung gelangenden Werke wäh­len wir nicht etwa nach ihrer Altertümlichkeit, son­dern danach aus, ob sie auf uns und unsere Ju­gend schöpferisch auszustrahlen vermögen. Die für unser Wesen aufschlußreichsten Werke müssen die Werke der Heidelberger Reichsfestspiele sein. Alle diese Kennzeichen einer Bewegung, die wir stählerne Romantik nennen, werden die Heidelberger Reichs­festspiele sich vor unserer und späterer Zeit bewäh­ren lassen. Dies ist der Glaube, der sie am Leben hielt. Dieser unerschöpfliche Glaube aber, der alles im neuen Deutschland durchpulst, ist das Werk eines Einzigen. So erschöpfen wir Sinn und Sendung der Reichsfestspiele allein schon dadurch, daß wir, überwältigt von der Größe des uns widerfahrenen Schicksals, seiner gedenken. Denn auch für alle Mitwirkenden und Zuschauer der Reichsfestspiele gilt das Wort:Wo immer wir stehen, gilt heute gleich, immer sind wir des Füh­rers, immer sein Reich!"

Die Klänge der Gluckschen Ouvertüre zuIphi­genie in Aulis" und die nationalen Weihelieder gaben der Eröffnungsfeier einen erhebenden und würdigen Abschluß.

Die Eröffnungsvorstellung aus dem Schloßhof gestaltete sich zu einem glanzvollen (Ereignis in Gegenwart des Schirmherrn der Festspiele, Reichs­minister Dr. Goebbels, herrliches Wetter be­günstigte die Aufführung, die mit Fanfarenstößen eingeleitet wurde. Friedrich HebbelsAgnes Dernauer" gestaltete sich in dem idealen Rah­men des Schloßhoses zu einem vollen Erfolg.

Türkei: Ereignis von überragender politischer Bedeutung.

I st a n b u l, 13. Juli. (DRB. Funkspruch.) Trotz der umfangreichen Behandlung der Meerengen- tonferenz in der türkischen Presse ist die Bekannt­gabe der Erklärung der Reichsregierung über die Neuregelung der Beziehungen zwischen dem Reich und Oesterreich als Ereignis von überra­gender politischer Bedeutung in den Blättern ausgenommen worden. Einige Zeitungen vermuten, daß der deutsch-österreichische Ausgleich von Italien gefördert wurde, und sie sagen eine lebhaftere deutsch - italienische Zu­sammenarbeit voraus. Die außenpolitische Be­wertung dieses Ereignisses möchte die türkische Presse

vorläufig London und Paris überlassen. Der Der» söhnungsschritt Berlins und Wiens und seine gün­stige Aufnahme in Rom hat nach türkischer Auf­fassung auch Bedeutung für die weitere Entwicklung im Mittelmeerbecken.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 590: Bekanntmachung KP 163 der Ueberwachungsftelle für unedle Metalle betr. Kurs­preise. 591: Umsatzsteuerumrechnungsätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungs­mittel für die Umsätze im Monat Juni 1936. 592: Neuregelung der griechischen Einsuhrbestim- mungen, Verschärfung des Kontingentierungs- systems.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Großwetterlage ist unverändert. Vom Atlan­tik stoßen fortgesetzt Störungsgebiete nach Europa vor, die an ihrer Vorderseite subtropische Warmluft, an ihrer Rückseite frischere Meeresluft nach Deutsch- lad verfrachten. Während am Sonntag kühlere Meeresluft die Temperaturen beträchtlich unter den jahreszeitlichen Durchschnitt herunterdrückte und in­folge ihrer großen Instabilität zu einzelnen hef­tigen Schauern Platz gab, bringt heute aufgleitende Warmluft zunächst Landregen. Auch für die Folge bleibt der unbeständige Witterungscharakter er­halten.

Aussichten für Dienstag: Luftzufuhr aus Westen, Fortdauer der unbeständigen zu Nie­derschlägen geneigten Witterung, Temperaturen wenig verändert.

Lufttemperaturen am 12. Juli: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 13. Juli: morgens 13,5 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum heute nacht 8,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juli: abends 17,7 Grad; am 13. Juli: morgens 15,5 Grad. Niederschläge 3,2 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Ver« antwortlich für Politik und für die Bilder i. V.t Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt bet! Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400» Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen^ Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf< Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. meht» Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Eröffnung her Heidelberger Reichsfestspiele.

Am Samstagabend % 12 Uhr entschlief plötzlich

Herr Leonhard Dechert

im Alter von 75 Jahren

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

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Mathilde Becker, geb. Dechert

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Gießen, den 13. Juli 1936

Schon das kleine Fritzchen

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Nachdruck verboten

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Gießen, Am Oswaldsgarten

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11. Juli 1936

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In tiefer Trauer:

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Gießen, den 13. Juli 1936

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Die Beerdigung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt

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ist am 1. Juli 1936 gestorben. - Er war ein treuer Kamerad, dem wir ein ehren­des Andenken bewahren werden.

Die Beerdigung findet statt am Diens­tag, dem 14. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Der Vorstand.

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Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Juli, 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt

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Ich danke herzlichst für die Aufmerksamkeiten anläßlich meines 75. Geburtstages

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Abteilungen I und II