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Mit solchen Soldaten", das ist die Folgerung, die der Marschall aus dem abessinischen Krieg zieht, kann Italien alles wagen." Manche irrigen An­sichten der modernen Kriegstheoretiker werde dieser Feldzug korrigieren, vor allem ergebe sich als Grundsatz, daß sich niema^ vorzeitig feste Re- geln aufstellen lassen und daß man von einem Heer Ungewöhnliches verlangen und erwarten könne, wenn alle Kräfte zweckmäßig Zusammenarbeiten.

De Bono hat ein leidenschaftliches und politisches Buch geschrieben, Badoglio einen kristallklaren, trockenen Heeresbericht. Es fehlt jetzt noch der wackere Mann, der in das Archiv von Genf und seine Wandelgänge hineinleuchtet, es fehlt die Sa­tire über den Sanktionenkrieg. Was uns aber auch die politische Drehbühne noch bescheren mag, keine Enthüllung wird die überragende Gestalt des Man­nes verkleinern können, der, einer Welt zum Trotz, vom Schreibtisch aus einen Krieg lenkte, ein riesiges Reich binnen sieben Monate eroberte und ein neues römisches Imperium aufstellte.

Oie Jeldherren-Dücher in deutscher Llebersetzung.

Die Bücher der italienischen Marschälle über den abessinischen Feldzug, und zwar das Buch des Marschalls De Bono über dieVorberei­tung und die er st en Operationen zur Eroberung des Imperiums" (La Pre- parazione e le prime Operazioni) und das Buch des Marschalls Badoglio über denAbessi­nischen Krieg": La Guerra dEtiopia, werden demnächst in deutscher Uebersetzung in der C. H. Beckschen Verlagsbuchhand­lung, München, erscheinen. Die deutsche Aus­gabe des De Bonoschen Buches ist schon für De­zember angekündigt.

Aus aller Welt.

OieSteuerbefreiuugvon Eigenheimen.

Berlin, 11. Nov. (DNB.) Das Reichs- finanzministerium teilt mit: Für neu errich­tete Kleinwohnungen und Eigenheime besteht in großem Umfange Steuerbefreiung. Diese gilt für die bis zum 31. März 1937 bezugsfer­tigen Kleinwohnungen und für solche Eigenheime, die bis zum 31. März 1939 bezugsfertig werden. Mit der Steuerbefreiung wurde seinerzeit bezweckt, durch Belebung der Bau­tätigkeit zur Verminderung der Arbeitslosigkeit bei­zutragen. Dieser Grund ist jetzt weggefallen. Wäh­rend damals die Bautätigkeit und die Baustoffin­dustrie darniederlagen, besteht jetzt ein erheblicher Mangel an Baufacharbeitern. Auch die Bereitstellung von Baustoffen bereitet oft Schwierigkeiten, so daß die fristgemäße Errich­tung unbedingt notwendiger Bauwerke manch­mal in Frage gestellt ist. Die zukünftige Erstellung von Eigenheimen kann daher durch Steuerbefreiung nicht mehr besonders gefördert werden. Um Härten zu vermeiden, wird die Steuerbefreiung noch für Eigenheime gewährt werden, die bis zum 3 0. September 1 9 3 7 bezugsfertig werden. Die Bauherren müssen mit der Möglichkeit rechnen, daß Bauarbeiter oder Baustoffe entzogen werden, weil sie für reichsdeutsche Bauten benötigt werden.

Gauanttsleiieriagung auf Burg Vogelsang.

Nachdem im Frühjahr dieses Jahres die Kreis- leiter der NSDAP, auf Burg Erössinsee zu einer großen Tagung vereint waren, findet nun auf der Burg Vogelsang in der Eifel vom 11. bis 20.November eine große Tagung der Gau­amtsleiter der NSDAP, statt. Eine Reihe von führenden Persönlichkeiten der Partei werden während dieser Tagung auf Burg Vogelsang spre­chen. Die Tagung wird von Reichsorganisations­leiter Reichsleiter Dr. Ley geleitet.

Das Beileid des Führers zum Untergang derDfis.

Der Führer und Reichskanzler hat an die Hamburg-Amerika-Linie folgendes Telegramm ge­richtet:In tiefer Trauer habe ich von Ihrem Be­richt über den Verlust des Motorschiffes ,Jsis< und der Meldung Kenntnis genommen, daß mit Aus­nahme des geretteten Deckjungen die gesamte Be­satzung des Schiffes als verloren gelten muß. Ich spreche Ihnen zu diesem schweren Verlust meine herzlichste Anteilnahme aus und bitte Sie, den An­gehörigen der in tapferer Pflichterfüllung unter­gegangenen Seeleute den Ausdruck meines tief­empfundenen Beileids zu übermitteln.

Gez. Adolf H i t l e r."

Eommodore Ziegenbein tritt in den Ruhestand.

Der Commodore der Lloydflotte und weit über Deutschland hinaus bekannte Führer des Schnell­dampfersBremen", Leopold Ziegenbein, der am 16. November 1936 fein 62. Lebensjahr voll­endet, wird aus Gesundheitsrücksichten nach 47- jähriger Seefahrtszeit am 13. November 1936 aus dem aktiven Lloyddienst ausscheiden und i n d e n Ruhestand treten. Das Kommando des Schnell­dampfersBremen" wird nun endgültig Kapitän Adolf Ahrens (früher DampferColumbus"), übernehmen, der dieses Schiff bereits in den letz­ten Monaten während der Beurlaubung von Com­modore Ziegenbein geführt hat. Die Führung des Columbus" ist Kapitän WAhelm D a e h n e über­geben worden.

Leichenfund in einem Hamburger Keller.

Beim Ausgraben eines Kellers in der Straße Beim Strohhause" in Hamburg stießen zwei Me­chaniker auf eine männliche Leiche. Die Mord­kommission ermittelte folgendes: Im Dezember v. I. mietete ein Mann, der sich Albert Krooger nannte und seit längerer Zeit verschwunden ist, den Keller, um ein Seidenlager zu errichten. Da der Mann für zwei Monate die Miete schuldig blieb, besichtigte der Besitzer die Kellerräume. Hierbei ent­deckte er, daß der Zementfußboden aufgebrochen worden war. In der Annahme, daß beim Graben eine Wasserleitung beschädigt sein könnte, verstän­digte der Besitzer die Mechaniker. Diese stießen dann in einer Tiefe von 80 Zentimeter auf die Leiche. Bei dem Toten handelt es sich wahrscheinlich um einen seit längerer Zeit vermißten Mann aus Hamburg.

Neuer großer Bergsturz in West-Norwegen.

Am Loen-See in West-Norwegen hat sich ein neuer schwerer Bergsturz ereignet, der in sei­nem Umfang dem Bergsturz vom 13. September gleicht. Die Felder sind weithin verwüstet, jedoch sind Verluste an Menschenleben bisher nicht zu ver­zeichnen. Bei dem Unglück am 13. September hatte ein Felsstück, das in die See fiel, eine Flutwelle verursacht, durch die zwei kleine Dörfer fast völlig

vernichtet wurden. Damals kamen 74 Menschen, darunter 30 Kinder, ums Leben. Zu dem neuer­lichen Bergsturz wird mitgeteitt, daß jetzt der seit dem Bergsturzunglück in der Nacht zum 13. Sep­tember freihängende Hammer des Berges abgestürzt ist und im Fjord eine Flutwelle erzeugt hat, die noch höher war als die vom 13. September; an einigen Stellen betrug sie gegen 50 Meter. Die herabgestürzten Steinmassen werden auf 3 Millio­nen Tonnen geschätzt. Der Sachschaden ist wiederum erheblich. Ein großes Motorboot und mehrere klei­nere Boote wurden durch die Flutwelle gegen die Felsen geschleudert und zertrümmert. Die kürzlich erst wieder instand gesetzten Straßen wurden von neuem zerstört. Das ganze Tal ist mit Steingeröll angefüllL Die Bevölkerung hat sich in die Berge geflüchtet, das Vieh konnte gerettet werden. Der norwegische Staatsbiologe Lugges, der schon nach dem 13. September neue Bergstürze voraus­sagte, ist der Ansicht, daß auch nach dem neuen Unglück der Berg keine Ruhe geben wird, sondern daß mit immer neuen Bergstürzen zu rechnen sei.

Neun Todesopfer

beim Absturz eines italienischen Bombers.

Ein italienisches Bombenflugzeug, das infolge Vereisung manövrierunfähig geworden war, stürzte am Monte ßepini bei dem Dorfe Roccagorga (Pro­vinz Rom) ab. Durch den Absturz fanden zwei Fliegerleutnants und zwei Soldaten den Tod, während ein weiterer Soldat verletzt wurde. Der Flugzeugführer, der im letzten Augenblick mit dem Fallschirm abgesprungen war, blieb unverletzt. Während der Hilfmaßnahmen entzündete sich der Brennstoff des Flugzeugs, wodurch fünf Einwoh­ner von Roccagorga getötet und zahlreiche wei­tere verletzt wurden.

Folgenschwerer Flugzeugabsturz über Moskau.

Während der großen Parade auf dem Roten Platz in Moskau anläßlich des 19. Jahrestages der bolschewistischen Revolution ist ein Bomben- f I u d e u g verunglückt. Beim Flug sei ein Teil des Motors herausgebrochen. Er fei auf den Dimitroff-Platz mitten indie Menge gestürzt, die dort der Parade zufchaute. Drei Personen seien erschlagen und acht schwer verletzt worden.

Exemplarische Strafen für die Verbrecherbande Schüller-Jaroh.

Im Prozeß gegen die 26köpfige berüchtigte Ein­brecherbande Schüller-Jaroß verkündete der Vorsitzende der Großen Strafkammer des Land­gerichts Brieg das Urteil. Willi und Ernst I a r o ß, Birke sowie Fritz und Erich Schüller wurden zu je 15 Jahren Zuchthaus verurtellt. Der größte Teil der übrigen Angeklagten erhielt gleich­falls langjährige Zuchthausstrafen. Vier Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von fünf Jahren bis zu sechs Monaten verurteilt. Bei zehn Ange­klagten wurde Sicherungsverwahrung angeordnet. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende darauf hin, daß mildernde Umstände grundsätzlich versagt werden mußten, da die Angeklagten ge­fährliche Gewohnheitsverbrecher seien, vor denen Volk und Staat geschützt werden müßten.

Neun jüdische Verbrecher in Philippopel abgeurfeUf.

Das Kreisgericht in Philippopel verurteilte nach aufsehenerregendem Prozeßoerlauf neun jüdische Verbrecher, die der Brandstiftung und des schweren Versicherungsbetruges angeklagt waren. Die neun Juden, unter denen sich der Bank­direktor N i s i m o f f befindet, hatten ein mit vier

Millionen Lewa versichertes Labengeschäft, bas eigens zu diesem Zweck gemietet war, und nur für wenige tausend Lewa Waren enthielt, angezündet und versucht, die Versicherungssumme zu erhalten. Obwohl die Bande mit größter lverissenheit ihr Ver­brechen ausführte, war es doch der Polizei gelungen, dieses aufzudecken. Die drei Haupttäter, darunter auch der Bankier, wurden zu Zuchthausstrafen von bis 8 Jahren und die übrigen zu Gefängnis von

7 Monaten bis 2 Jahren bestraft. Sämtlichen Ver­urteilten wurden die Bürgerrechte für die Dauer von acht Jahren aberkannt.

Zwei Todesopfer eines Erdstoßes in Westfalen.

In Castrop-Rauxel (Wests.) wurde ein ziemlich heftiger Erdstoß wahrgenommen. Die Erschütte­rung hat leider zwei Todesopfer gefordert. Im FlözSonnenschein" auf der Schachtanlage Viktor III/IV" wurde durch den Erdstoß die Kohle verlagert, wobei zwei Hauer festgeklemmt wurden. Obwohl die Rettungsarbeiten sofort ausgenommen wurden, erlitten die Verunglückten, die beide schon 15 Jahre im Dienste der Klöcknerwerke standen, den Erstickungstod.

4. Reichskleinlierschau in Essen.

Vom 4. bis 8. Dezember findet in Essen die 4. Reichskleintierschau statt. Etwa 10000 Kleintiere wie Hühner, Enten, Gänse, Tauben, Ziegen, Kaninchen und Pelztiere sowie Bienen und Seidenraupen usw. werden zur Schau gestellt und geben einen Ueberblick über den Stand der deut­schen Zucht. Zahlreiche Lehrschauen lassen die viel« fälligen Mühen und Sorgen, aber auch die große Liebe und Freude des Kleintierzüchters an feinen Tieren erkennen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Heber den britischen Inseln hat sich ein neuer Sturmwirbel entwickelt, der bereits in der Nacht zum Donnerstag mit der Verfrachtung milder Meeresluft und mit verbreiteten Regenfällen feinen Einfluß auf die Witterung Deutschlands aufnahm. Er wandert rasch ostwärts und führt in stürmischen West- auf Nordwinden von seiner Rückseite her kältere Lust heran.

Aussichten für Freitag: Wechselnde Be­wölkung und einzelne, meist schauerartige Nieder- Wäge, bei kräftigen, teilweise stürmischen über West noch Nord drehenden Winden kälter.

Lufttemperaturen am 11. November: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 12. November: morgens 7,1 Grad. Maximum 8 Grad, Minimum heute nacht 5,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. November: abends 6,1 Grad; am 12. November: morgens 6 Grad. Niederschläge 3,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 0,8 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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