für England ergeben durch die Bedrohung der Verbindung mit dem Mutterland aus der Luft. Bei einem Abschneiden der Nachschubmöglichkeiten würde eine britische Jnteroentionsarmee einem gestrandeten Heer gleichen. Aus diesen Ueberlegungen kommt die „Times" zu dem Ergebnis, daß jeder Nation, die entweder unter dem alten Locarnooertraa,oder unter dessen Nachfolge auf britische Hilfe hofft, zu verstehen gegeben werden müsse, daß erstens ein verstärkter Bei st and in der Luft für sie mehr Wert haben muß, als eine Armee, und zweitens, daß die Entsendung einer Jnteroentionsarmee nicht gleichbedeutend sei mit der Tatsache, daß diese ohne Aufyören verstärkt werden könne.
Das ganze Problem wäre weniger kompliziert, wenn die britische Armee in der Nachkriegszeit nicht in einer Weise vernachlässigt worden wäre, die geradezu beispiellos ist. Die Ausbildung der ersten Division mußte abgebrochen werden, weil die dazu gehörigen Truppen nach Palästina gesandt werden mußten; die der vierten Division wurde durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche verkürzt; die dritte Division wurde in diesem Jahre überhaupt nicht zu gemeinsamen Hebungen zusammengezogen. Nur die zweite Division erhielt ihre volle Ausbildung. Für die Motorisierung ist wenig geschehen. Es ist allerdings jetzt angeordnet worden, daß jede Division zur Beförderung der Truppen eine Kompanie des Kgl. Automobil-Dienst-Korps zugeteilt erhält, die vier Bataillone gleichzeitig befördern kann. Die Motorisierung der Kavallerie wurde dadurch verzögert, daß entweder Motoren oder wenigstens brauchbare Motoren fehlten. Die Zahl der Tanks ist unbedeutend. England verfügt nach Angaben der „Times" über eine einzige Tankbrigade mit 200 Tanks. Es handelt sich dabei um Tanks des leichteren Typs; die mittelgroßen Tanks sind bereits 14 Jahre alt. Nun ist mit Sicherheit anzunehmen, daß diese Mängel der Ausbildung und Ausrüstung beseitigt werden. Das Hauptgewicht liegt ja aber weniger auf dem Gebiete der Technik als auf dem des militärpolitischen Einsatzes. Hier gehen die Meinungen auseinander, lieber sie wird noch zu berichten sein.
Eine „Truppe für alle Zwecke".
Fünf britische Divisionen für den Einsatz nutzer Landes.
London, 11. Nov. (DM.) 3m Unterhaus wollte der konservative Abgeordnete A m e r y wissen. welche Rolle die britische Wehrmacht in einem zukünftigen Krieg auf dem europäischen Festland spielen würde und ob eine Expeditionstruppe zu diesem Zweck bereltgehatten werde. Der Rlarineminifter Sir Samuel Hoare erwiderte, es sei vorzuziehen, von einer „Truppe für alle Zwecke" und nicht von einer Lxpedi- tionstruppe zu sprechen, da die letztere Bezeichnung von der Annahme ausgehen würde, daß sich die Ereignisse in derselben Weise wie 1914 abspielen würden. Lr lehne diese Annahme ab. (hört, hört!) Diese „Truppe für alle Zwecke", die aus fünf Divisionen bestehen würde, müsse bereit fein, überall hinzugehen. Die Lage sei beträchtlich von derjenigen im 3ahre 1914 verschieden. 1914 seien endgültigeVerpflich- Jungen und ein tatsächlich zwischen dem sranzö- sischen und dem britischen Generalstab vereinbarter Plan vorhanden gewesen. Gegenwärtig lägen keine solche Verpflichtungen vor. Seiner Ansicht nach wäre es unklug. Verpflichtungen zu übernehmen, wie und wo die „Truppe für alle Zwecke" einzusehen sei.
Oer Waffensiillsiandstag 'n London.
London, 11. Nov. (DNB.) In hergebrachter Weise wurde am 11. November in allen Teilen des Britischen Reiches die Wiederkehr des Waffen still st andes feierlich begangen. Am Kriegsehrenmal im Londoner Regierungsviertel legten König Eduard VIII. und die Mitglieder der Regierung, sowie zahlreiche Privatpersonen Kränze im Gedenken an die Gefallenen nieder. Auch 5 0 0 arbeitslose Bergarbeiter aus Südwales schritten am Kriegsehrenmal vorbei, um der Toten zu gedenken. Punkt 11 Uhr gedachten Millionen Engländer der Opfer des Krieges. Der gesamte Straßenverkehr stand still und selbst die bereits zum Flug nach Frankreich und Skandinavien gestarteten britischen Verkehrsflugzeuge flogen mit gedrosseltem Motor, um den Fluggästen Gelegenheit zur Beteiligung an dieser eindrucksvollen symbolischen Handlung zu geben.
Der König nahm abends an der Gedächtnisfeierder British Legion in der Albert Hall teil. Er selbst sprach einige Worte der Erinnerung, auf die die versammelten Tausende ehemaliger Frontsoldaten antworteten: „Wer gedenken ihrer". Im Anschluß daran rieselte wie ein roter Regen mehr als eine Million Mohnblumen von dem Dach der Niesenhalle. Für jeden gefallenen britischen Soldaten war eine dieser Mohnblumen gedacht.
Oie WaffensiiUstandsfeier m Frankreich.
Paris, 11. Nov. (DNB.) Die Waffenstillstandsfeiern in Frankreich sind ruhig verlaufen. Nur hier und da haben sich kleinere Zwischenfälle ereignet. Bei dem Aufmarsch der Frontkämpferverbände am Grabe des unbekannten Soldaten in Paris wurde von einem Teil der Menge der Zug der marristi- schen Frontkämpfer mit geballter Faust und Hochrufen auf die Volksfront begrüßt. Vereinzelt hörte man auch die Internationale, die von Andersdenkenden mit der Marseillaise beantwortet wurde. In Lille stimmten Kommunisten die Internationale an. Verschiedene Kundgeber brachten Hochrufe auf Innenminister Salengro aus, der Bürgermeister der Stadt Lille ist. Auch hier antworteten rechtsstehende Elemente mit der Marseillaise und Hochrufen auf Frankreich. In den umliegenden Häusern waren Grammophone an die offenen Fenster gestellt worden, die durch die Wiedergabe vaterländischer Lieder den Gesang der Internationale zu übertönen versuchten.
Außenminister D e l b o s ließ durch Rundfunk eine Erklärung verbreiten, in der er u. a. sagt: Man müsse gegen den Haß kämpfen, der die Völker entzweie, gegen die Verblendung und die Hinterlist Derjenigen, die den Krieg als unausbleiblich bezeichneten, gegen die Drohungen, die die Welt in dauernder Mobilisierung hielten. Die friedliebenden Völker müßten sich vereinen. Frankreich lade dazu alle Völker ohne Ausnahme ein; es sei stets zu Verhandlungen und zu allen Abkommen bereit unter der einen Bedingung, daß sie nie«
manden bedrohten. Frankreich wisse aber auch, daß die Stimme der Schwachen keinen Widerhall finde. Deshalb wolle es stark und geeint bleiben, um sich selbst zu verteidigen und um diese Macht und Einigkeit in den Dienst des Friedens zu stellen.
Note Anarchie in Madrid.
Salamanca, 12. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Oberste Befehlshaber in Salamanca berichtet: Don den nationalen Linien in Madrid aus kann man die in der Stadtmitte herrschende Anarchie beobachten. Viele große Brandherde beweisen das Wüten der roten Horden. Es handelt sich dabei gerade um jene Stadtviertel, die von der nationalen Artillerie und der Fliegerei peinlich geschont wurden, trotzdem die Rücksichtnahme der nationalen Truppen die militärischen Operationen bedeutend verlangsamte.
Im Madrider roten Sender erklärte ein Anarchistenführer, der gleichzeitig ein rotes Milizbataillon befehligt, zu der Flucht der sog. „Regierung" sowie des roten „Staatspräsidenten" Azana nach Valencia bzw. Barcelona, daß keiner von den „führenden" Männern, die aus Feigheit aus Madrid geflohen feien, je wieder kommen oder gar „maßgebende Stellungen im roten Spanierst!)" einnehmen könne. Auch ein anderer roter Milizführer bezeichnete deutlich die rote „Regierung" als Feiglinge.
Rote Banditen überfalten zwei Gesandtschaften in Mexiko.
Mexiko, 11. Nov. (DNB.) In Mexiko überfiel eine kommunistische Horde d i e Gesandschaft von Salvador, die sie in Brand zu stecken ver- uchte. Es wurde erheblicher Schaden angerichtet. Fünf Banditen, darunter vier Salvadvraner und ein Kubaner, konnten verhaftet werden. Der mexikanische Außenminister sprach dem Gesandten das Bedauern der Regierung über das Attentat
Trier, 11. Nov. (DNB.) Reichserziehungsmini- ter Rust eröffnete mit einer Rundfunkansprache von Trier aus die Hochschulen für Lehrerbildung in Schneidemühl, Oldenburg, Trier, Hamburg, Saarbrücken, Würzburg, Bayreuth und Karlsruhe. Rcichsminister Rust wies darauf hin, daß damit alle deutschen Länder, mit Ausnahme von zweien, in denen jedoch die Vorbereitungen im Jahre 1937 beendet fein werden, an die neue Form der deut- chen Lehrerbildung angefchloffen find, die zunächst in Preußen entwickelt wurde. Der Minister ging dann mit einem Rückblick auf die kulturpolitische Ge- amtlage vom 30. Januar 1933 in eine Reihe grundsätzlicher Fragen ein. Die völkische Weltanschauung trägt in sich selbst tiefe seelische Kräfte. Der nationalsozialistische Staat vermag darum aus eigenem Auftrag Aufgaben zu erfüllen, zu denen der weltanschauungslofe Staat nicht fähig mar. Das ist von entscheidender Wichtigkeit in einer Zeit, in der die Kirchen sichtbar in weiten Bezirken der Welt die Macht über die Geister verloren haben. (Lebhafte Zustimmung.) Für die deutschen Schulen ist damit eine bedeutende Erweiterung ihrer Ausgaben, ja eine völlig neue Verantwortlichkeit, ent- tanben. Beseitigt werden muh die Zersplitterung der Schulziele und der Schulformen. Was an besonderen heimatlichen und religiösen Kräften vorhanden ist, wird niemand zerstören wollen. Die Entwicklung der individuellen Fähigkeiten des Kindes ist nicht nur Dienst am deutschen Menschen, sondern Pflicht völkischer Selbsterhaltung. Aber die allgemeine völkische Weltschau und das deutsche Geschichtsbild müssen für die kommenden Geschlechter einheitlich sein. Die im
Nachdem die R e i ch s a r b e i t s g e m e i n- schast Schadenverhütung mit der Reichsbetriebsgemeinschaft „B a u" und der Reichsbetriebsgemeinschaft „E i f e n und Metall" besondere Unfallver- hütungsaktionen durchgeführt hat, wird nunmehr vom 10. bis 17. November auch im Bergbau eine Sonderaktivn durchgeführt Außer der Reichsbetriebsge- meinfchaft Bergbau sind hieran die zuständigen Fachgruppen der Industrie, die Bergbehörde und die Knappschafts-Berufsgenoffen- schaften beteiligt.
Der Grundgedanke der Schadenverhütung ist, über die bisher längst üblichen Methoden sachlicher und sachlicher Aufklärung hinaus eine Wandlung des Menschen in der inneren Einstellung der Gefahr gegenüber zu erzielen. Jeder Deutsche soll in seinem Privat- und Arbeitsleben erzogen werden zum Verantwortungsbewußtsein, zur Pflichterfüllung und zur Disziplin. Neben dieser ideellen Erziehungsarbeit behalten natürlich die Leistungen der berufenen Fachleute ihre Gültigkeit und Bedeutung. In dem folgenden Artikel gibt der höchste Beamte der deutschen Bergaufsichtsbehörde im Reichs- und Preußischen Wirtfchafts- minifterium. Herr Oberberghauptmann Schlattmann einen Ueberblick über die Gliederung der Bergbehörden, aus dem die Vielseitigkeit und die hohe Verantwortung dieser staatlichen Aufsichtsstelle zu ersehen ist.
Der Bergbau steht laut Gesetz unter der polizeilichen Aufsicht der Bergbehörden. Die Aufsicht erstreckt sich in erster Linie auf die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Bergleute. Es ist selbstverständlich, daß es in einem gewerblichen Betriebe eine vollständige Sicherheit nicht geben kann. Ebenso selbstverständlich ist es aber, daß Bergbau, einer der gefährlichsten Betriebe, nicht ohne Rücksicht auf Sicherheit getrieben werden kann. Dem Grundsatz nach steht jedenfalls fest, daß größte Wirtschaftlichkeit nur durch größte Sicherheit zu erreichen ist. Was würde es zum Beispiel einer Grube nutzen, an Ausgaben für die beste Bekämpfung der Schlagwetter- und Kohlen- stauhgefahr zu sparen, wenn sie dafür eine schwere Explosion über sich ergehen lassen müßte, die mit
aus. Gleichzeitig wurde ein ähnlicher Anschlag auf die Gesandtschaft von Guatemala versucht. Der Heberfall ist von Roten verübt worden, die erst kürzlich aus Barcelona nach Mexiko kamen. Die Täter hatten Ausweise der roten „Regierung" in Madrid bei sich. Die beiden mittel- amerikanischen Staaten, deren Gesandtschastsge- bäude das Ziel des Anschlags der roten Banditen waren, hatten die spanische Nationalregierung des Generals Franco anerkannt.
Kommunistische propaganda- zenttale in Budapest ausgedeckt. Zahlreiche jüdische Drahtzieher verhaftet.
Budapest, 11. Nov. (DNB.) Der politischen Polizei ist es gelungen, in Budapest ein weitverzweigtes kommunistisches Propagandanest aufzudecken. Unter den Verhafteten befindet sich der Anführer des Komplotts, der Jude Reingold, sowie eine 16jährige jüdische Schülerin, die der zionistischen Kampforganisation „Somer" angehört. Nach den polizeilichen Feststellungen wurde bei der kommunistischen Zersetzungsarbeit auf Anweisung Moskaus an Stelle der Flugzettelpropaganda die Bildung kommunistischer Zellen und die Propaganda von Mund zu Mund angewandt. An den Universitäten, Hochschulen und Mittelschulen waren kommunistische Zellen gebildet, die in einer streng getarnten Form arbeiteten. Die verhaftete jüdische Schülerin hatte einen kommunistischen Schulungskursus absolviert und entfaltete eine rege Propagandatätigkeit in den Mittelschulen. Die verhafteten 28 kommunistischen Agenten waren zum größten Teil jüdische Intellektuelle. Sie hatten die Aufgabe, die Leitungen der verschiedensten Organisationen und Verbände kommunistisch zu verseuchen. Der Jude Reingold hatte weitgehende finanzielle Mittel von der „Roten Hilfe" erhalten. Bei ihm wurde ein in allen Einzelheiten ausgearbeiteter Aktionsplan vorgefunden.
Lebenszentrum einheitlichen und nur in Richtung auf die Mannigfaltigkeit der Aufgaben verschiedenartige Neugestaltung der deutschen Schule erfordert auch die Neuschaffung des Schulbesuches, vor allem des Geschichtsbuches. Der Schaffung dieses Geschichtsbuches muß vorausgehen eine Aufgabeneinteilung an alle Sonderformen der deutschen Schule. In einer Zeit, in der ein neues Deutschland und eine neue Jugend entsteht, muß auch ein neuer Lehrer entstehen, der nicht nur aus Büchern schöpft, sondern aus der vol- k i s ch e n Wirklichkeit, der nicht nur das Vergangene neu lehrt, sondern inöer Gegenwart lebt, der nicht nur unterrichtet, sondern führt. Die Gestaltung der neuen Schule wird entschieden mit der Formung des neuen deutschen Lehrers!"
Was die deutschen Hochschulen für Lehrerbildung schon geworden sind und werden sollen, das ergibt sich aus zwei neuen wichtigen Aufgaben, die mit diesem Wintersemester ihnen übertragen worden sind: die zweisemestrige Ausbildung der zukünftigen Lehrer an höheren Schulen und die pädagogische Ausbildung der landwirtschaftlichen Lehrer. Der Minister richtete besonders an die jungen Studenten, die später zur Univer- sität weiter ziehen wollen, die ernste Mahnung, später in den besonderen Aufgaben der höheren Schule dem deutschen Volke zu dienen, nicht aber einer zivilisierten Bildungsschicht. „Ich weiß", so schloß der Minister, „daß in ihnen allen, Dozenten und Studenten, das Bewußtsein lebt, daß keine Aufgabe großer sein kann als die des deutschen Volkslehrers für das kommende deutsche Geschlecht."
einem Schlage, ganz abgesehen von den Menschenleben, Millionenwerte vernichten kann? Die Bergbehörden können ihre Aufgabe nur in enger Zusammenarbeit mit allen am Bergbau Beteiligten erfüllen. Wo sie fehlt, helfen Vorschriften wenig, denn eine Vorschrift kann nicht die persönliche Einwirkung ersetzen.
Die Bergbehörden find in Preußen, dem Land mit dem bedeutendsten Bergbau, die Bergrevierbeamten, die Oberbergämter und der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister. In den anderen bergbautreibenden Ländern des Reichs sind die Bergbehörden in ähnlicher Weise aufgebaut; oberste Bergbehörde ist nach dem Gesetz vom 28. Februar 1935 auch für sie der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister. Den folgenden Ausführungen sind der Einfachheit halber die preußischen Verhältnisse zugrunde gelegt.
Die Bergrevierbeamten sind die Ausführungsorgane der Bergpolizei. Sie üben die eigentliche bergpolizeiliche Aufsicht aus. Sie überwachen die ordnungsmäßige Durchführung der Vorschriften, sorgen für Beseitigung von Mängeln und beugen drohenden Gefahren im Benehmen mit der Betriebsverwaltung und dem Vertrauensrat vor. Ohne ihre vorherige Zustimmung darf kein Betrieb geführt werden. Jeder Auffichtsbeamte bedarf ihrer Anerkennung. Die Bergrevierbeamten greifen bei Hnglücksfällen ein und ordnen erforderlichenfalls die zur Rettung der verunglückten Personen oder zur Abwendung weiterer Gefahr erforderlichen Maßregeln an. Sie untersuchen den Hergang der UnfäUe und leiten nötigenfalls die Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen bergpolizeiliche Vorschriften ein. Hnfallverhütung ist ihre Hauptaufgabe.
Jedem Bergrevierbeamten, der die Amtsbezeichnung Erster Bergrat führt, sind mehrere Betriebsanlagen unterstellt. Ihm zur Seite als Mitarbeiter stehen ein oder mehrere höhere Beamte (Bergräte und Bergassessoren) und die Bergrevier-Jnspektoren, die aus dem Kreise Der Grubenbeamten hervorge- gangen sind. Hilfsorgane des Bergrevierbeamten sind gewissermaßen auch die auf jeder Anlage be» stehenden Dertrauensräte insoweit, als sie ihn bei der Hnfallverhütung zu unterstützen haben.
Die Oberbergämter, an Deren Spitze ein Berghauptmann steht, bilden die Aufsichts- und Rekursinstanz für die Revierbeamten. Als solche sorgen sie für die einheitliche Handhabung Der Bergpolizei. Sie erteilen die Genehmigung zur Er-
Die Neugestaltung -er deutschen Schule.
Reichsminister Rust eröffnet die Hochschulen für Lehrerbildung.
Die Bergbehörden und ihre Arbeit für die Grubensicherheit. Von Oberberghaupimann Gchlattmann.
richtung und zum Betriebe der Anlagen, die cnft weder von besonderer Bedeutung oder gefährlich sind, wie z. B. der Seilfahrt, der Lokomotivförderung und der Verwendung von elektrischem Starkstrom unter Tage, der Sprengstoffe und Zündmittel, Der Grubenbeleuchtung und dergleichen. Sie allein haben das Recht, Bergpolizeiverordnun- gen zu erlassen. In den Bergpolizeiverordnungen werden alle für die Sicherheit des Ledens und der Gesundheit der Bergleute erforderlichen Maß- nahmen geregelt. .
Daneben üben die Oberbergämter Die Aussicht über die Ausbildung der Bergleute und der Grubenbeamten aus. Diese erfolgt für die Bergleute in den bergmännischen Berufsschulen, den Lehrwerkstätten und in den Ausbildungslehrgängen für Hauer und andere Arbeitergruppen, für die Grubenbeamten in Den Bergvorfchulen und Den Bergfchulen.
Daneben gibt es bei den Oberbergämtern eine Reihe von beratenden Organen. Es find dies u. a.: Der Sicherheitsbeirat. Er besteht aus Führern und Vertrauensmännern von Betrieben des Oberbergamtsbezirks; den Vorsitz führt der Sachbearbeiter für Die Grubensicherheit beim Oberbergamt. Der Sicherheitsbeirat soll dem Oberbergamt die Möglichkeit geben, sich bei wichtigen allgemeinen Maßnahmen auf dem Gebiet der Grubensicherheit die Erfahrungen der im praktischen Betriebe stehenden Männer zunutze zu machen. Der De r - waltungsausschuß für die bergmännischen Berufsschulen setzt sich zusammen aus Dem Sachbearbeiter des Oberbergamts als Vorsitzenden, Vertretern des Trägers der bergmännischen Berufsschulen, der Betriebsleiter und der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau. Der Berg- schulvorstand besteht aus dem Sachbearbeiter des Oberbergamts als Vorsitzenden und Vertretern der Bergrevierbeamten, des Schulträgers, der Bergschullehrer, der Betriebsleiter und der Reichsbe- tiebsgemeinschaft Bergbau. Ihm obliegt die Verwaltung der Bergschulen mit Ausnahme der geldlichen Angelegenheiten. Außerdem berät er das Oberbergamt bei dessen Aufsichtstätigkeit.
Der Reichs- und Preußische Wirtschaf t s m i n i st er ist die Zentralinstanz der preußischen Bergbehörden und damit Aufsichtsund Rekursinstanz für die Oberbergämter. Er sorgt für die einheitliche Handhabung der Bergpolizei an den Oberbergämtern und beschäftigt sich mit Angelegenheiten, die allgemeine Bedeutung für Den gesamten Bergbau haben. Die bergbaulichen Angelegenheiten werden beim Wirtschaftsminister in her Bergabteilung bearbeitet. Sie untersteht einem Ministerialdirektor, der die fachmännische Amtsbezeichnung Oberberghauptmann führt. Der Bergabteilung ist das Grubensicherheitsamt eingegliedert. Es bearbeitet im Rahmen des Aufgabenkreises des Ministeriums die allgemeinen berg- polizeilichen Angelegenheiten, das Hnfallwesen und die Unfallverhütung sowie die Versuche zur Verbesserung der sicherheitlichen Einrichtungen.
Die Bergbehörden brauchen bei ihrer Arbeit für die Grubensicherheit die Hilfe der Männer der Praxis und der Wissenschaft. Eine Forschungsstelle, hie in ihrer Art einzig in der Welt dasteht, ist die V e r s u ch s g r u b e in Gel- s e n k i r ch e n, an der das Reich, Preußen und die Knappschafts-Berufsgenossenschaft beteiligt sind. Sie soll vor allem die Bedingungen erforschen, unter denen Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen entstehen und sich ausbreiten können, und Die Mittel suchen, mit Denen sie am b e- ft e n bekämpft werden können, sowie Unter- suchungen über die bestmögliche Sicherung der Seilfahrt anstellen. Die Versuche roerhen auf einer eigens hierzu ausgebauten und keinem/ anderen Zweck dienenden Grube und mit den besten Forschungsmitteln gemacht. Neben ihr bestehen Versuchs st recken in Westfalen, in Oberschlesien und in Sachsen, Die vom Bergbau selbst und der Knappschafts-Berufsgenossenscha'ft eingerichtet worden sind und ähnlichen Aufgaben wie die Versuchsgrube in Gelsenkirchen dienen. Ohne die Bescheinigung einer Versuchsstrecke über Die Sicherheit lassen die Bergbehörden Sprengstoffe und Zündmittel sowie gefährliche Einrichtungen für Den Gebrauch unter Tag nicht zu. Weiter sind zu nennen die Seilprüf st eilen, deren Tätigkeit über das, was ihr Name ausdrückt, längst hinausgewachsen ist. Die westfälische Seilprüfstelle in Bochum, die vom Bergbau allein getragen wird, prüft nicht allein alle bei der Seilfahrt in Hauptschlachten benutzten Seile, sondern unterstützt auch in hervorragendem Maße die Bergbehörden bei her Prüfung und dauernden Heberwachung aller Seilfahrteinrichtungen.
Die Dampfkesselüberwachungsver- eine haben unter Aufsicht her Bergbehörden die Heberwachung her Dampfkessel und elektrischen Anlagen auf den Gruben übernommen. Sie sind eine Einrichtung, hie lediglich von der Industrie getragen wird. Die Haupt st ellenfür Das Grubenrettungswesen, ebenfalls vom Bergbau allein getragen, sind hie Prüf-, Heberwachungs- und Forschungsstellen für das gesamte Rettungswesen unter und über Tage.
Die Arbeit für die Grubensicherheit ist, wie man aus dieser nicht einmal vollzähligen Ausstellung ersieht, mannigfaltig und umfaßt ein großes Gebiet. Um gute Unfallverhütung und Unfaübefämpfung zu betreiben, ist hie Mitwirkung unh enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, her Bergbehörden, her Bergwerksbesitzer und her Gefolgschaften erforderlich. Wenn alle am Bergbau interessierten Dienststellen jetzt gemeinsam zu eine? einmaligen Hnsallverhütungsaktion aufrufen, hie mit befonherer Einhringlichkeit alle Beteiligten auf hie Gefahren und ihre Verhütung hinweist, so ist es nützlich, die Oesfentlichkeit auch einmal über di- ständig laufende Arbeit auf diesem Gebiet zu unterrichten.
Meine politische Nachrichten.
Die Kanzlei desFührers derNSDAP. und die Privatkanzlei des Führers bleiben wegen Umzugs von Freitag, 13. November, bis Montag, 16. November einlchl., für den gesamten Parteiverkehr geschlossen. Zuschriften sind während dieser Zeit bis auf ganz dringende Fälle zu beschränken. Die neue Anschrift her Kanzlei hes Führers her NSDAP, lautet ab Montag, 16. November: Berlin W. 9, Hermann-Goring- Straße 15. Die neue Anschrift her Privatkanzlei hes Führers: Berlin W. 9, Paßstraße 19 (Eingang Her- mann-Göring-Straße 15).
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Der Führer pnd Reichskanzler stattete am Mittwoch hem von seiner Krankheit wieher her- gestellten Reichsminister K e r r l einen Besuch ab. Er beglückwünschte ihn zu seiner Gesunhung und besprach mit ihm die laufenden Fragen feines Ressorts,


