Ausgabe 
12.8.1936
 
Einzelbild herunterladen

Erste Kämpfe der Ruderer.

lieber (Brunau wehen wieder die Rudererflaggen. Nach dem glanzvollen Auftakt der Kanufahrer vor wenigen Tagen find nun die Ruderer in voller Stärke dort eingezogen. Die Wimpel sämtlicher deutschen Rudervereme wehen von dem Masten- wald am Ufer der Rennstrecke und auf der Ehren- tribüne leuchten die Flaggen der 52 Nationen, die zu den Berliner Spielen gemeldet haben, ein Herr- liches buntes Bild. Seit den frühen Morgenftun; den ist (Brunau das Ziel dieser Gäste, die nun eine Ruderer-Olympiade miterleben wollen, wie sie bis­her auf der ganzen Welt noch nicht da war. Ueber- all die Zeichen dieses großen Tages, der allerdings sportlich nur die D o r k ä m p f e im Vierer mit Steuermann, Zweier ohne Steuer­mann und im Einer bringt. Aber doch sind diese Dorrennen schon so wichtig, daß alle, die in Berlin zur Zeit Interesse an den Kämpfen der Ruderer haben, vollzählig hier draußen versammelt sind.

Ergebnisse.

Vierer mit Steuermann.

1. Dorrennen: 1. Holland 6:59; 2. Brasilien 7:01,3; 3. Japan 7:03,2.

2. Dorrennen: 1. Deutschland 6:41,1;

2. Frankreich 6:45,0; 3. Jugoslawien 6:50,2.

3. Dorrennen: 1. Schweiz 6:41,9; 2. Italien 6:50,2; 3. Ungarn 6:58,8.

Zweier ohne Steuermann.

1. Vorrennen: 1. Polen (Borzuchowski-Kopy- linski 7:29,9; 2. Schweiz 7:33,7; 3. Belgien 7:38,1.

2. Dorrennen: 1. Ungarn 7:19,0; 2. Däne­mark 7:19,1; 3. Uruguay 7:21,2.

3. 23 o r r e n n en: 1. Deutschland (Eichhorst- Strauß) 7:12,6; 2. Argentinien 7:20,0; 3. Groß­britannien 7:32,5.

Vorläufe im (Einer.

1. Dorlauf: 1. Polen (Derey) 7:31 Min.; 2. Brasilien (de Palma) 7:37,7; 3. Estland (Korko) 7.40.

2. Dorlauf: 1. Deutschland (Gust. Schäfer) 7:17,1; 2. Oesterreich (Hasenohr!) 7:24,0; 3. Kanada (Campbell) 7:25,7.

3. Vor lauf: 1. Schweiz (Rufli) 7:19; 2. Frank­reich (Banos) 7:39,9; 3. Norwegen (Christiansen) 7:42,9.

4. Dorlauf: 1. England (Warren) 7:27; 2. Italien (Steinleitner) 7:30,6; 3. Argentinien (Gior- gie) 7:33.

Französischer Sieg im lüOW-Siraßensahren

Die in Klammern gesetzten Zahlen bedeuten die Anzahl der in Kunstwettbewerben errungenen Medaillen.

der am Montagabend siegreich geblieben war, konnte sich nicht mehr durchsetzen und schied gleich Leichtgewichtsmeister Schmedes aus dem Wettbe­werb. Der Philippine O. D. Larrazabal besiegte Stasch nach Punkten. Unser Federgewichtler Mi­ner hatte es in seinem ersten Kampfe mit dem Aegypter Khalil zu tun und gewann knapp, aber verdient nach Punkten.

Oesterreich im Fußball-Endspiel.

Wen im zweiten vorschluhrundenspiel mit 3:1 (1:0) geschlagen.

Zum zweiten Vorschlußrundenspiel des Olympi­schen Futzball-Turnieres, das Oesterreich und Polen bestritten, hatten sich am Dienstag wieder über 80 000 Zuschauer im Reichssportfeld eingefunden. Bei fchönftem Sonnenschein gab es einen spannen­den Kampf, den die Österreicher nicht unverdient mit 3:1 (1:0) gewinnen konnten. Oesterreich quali­fizierte sich damit für das Endspiel gegen Italien, das am Samstag im Reichssportfeld ausgetragen wird. Polen dagegen wird sich mit Norwegen am Donnerstag, ebenfalls im Reichssportfeld, um den dritten und vierten Platz streiten.

Olympia-Hockey-Turmen

Am Dienstag wurden im von 16 000 Zuschauern ausgezeichnet besuchten Hockey-Stadion zwei Trost­rundenspiele des olympischen Hockey-Turniers durch- aeführt Im ersten Spiel schlug die Schweiz Dänemark 5:1 (4:0). Das zweite Spiel A f g h a- nist an Belgien endete mit 4:1 (2:1) Toren.

Olympisches Basketball-Turnier.

Entfcheidungsrunde begann.

Im Olympischen Basketball-Turnier begann zwi­schen den noch im Rennen befindlichen 14 Mann­schaften die Entfcheidungsrunde, die nach dem Pokalsystem ausgetragen wird. Die Mannschaften, die in dieser Runde geschlagen werden, scheiden also aus. Mit Ausnahme von Peru und USA., die Freilos gezogen hatten, traten alle übrigen Mann­schaften an. Die Spiele, die auf den Tennisplätzen im Reichsportfeld ausgetragen wurden, brachten folgende Ergebnisse:

PhilippinenEstland 39:21 (21:4).

MexikoJapan 28:22 (12:8).

ItalienChile 27:19 (16:11).

UruguayTschechoslowakei 28:19 (14:8).

PolenBrasilien 33:25 (17:10).

KanadaSchweiz 27:9 (13:1).

Olympische Medaillen.

Pünktlich zur festgesetzten Zeit wurde bei strah- lendem Sonnenschein das olympische Straßenren­nen über 100 Kilometer gestartet. Alle Meldungen wurden erfüllt. Geschlossen passierte das Feld die Einfahrt in die Nordschleife der Avus.

Mit den Slrahenfahrern unterwegs.

Auf der Havelchaussee erleidet der Deutsche Schöpflin bedauerlicherweise einen Reifenschaden, der ihn um 600 Meter zurückwirft. Dauernde Vor­stöße, die aber keine entscheidende Bedeutung haben, ziehen das Feld weiter auseinander. Als um 9.26 Uhr bei Kartzow etwa 60 Kilometer ge­fahren sind, liegt Charpentter vor dem Holländer Dethaak an der Spitze. Meller-Dänemark weift 50 Meter Vorsprung vor der folgenden Gruppe auf. Nack; 70 Kilometer scheidet der Finne Lindgren aus. Noch hat keiner der Teilnehmer einen entscheiden­den Bodengewinn zu verzeichnen. Vier Kilometer vor dem Ziel erleidet der Deutsche Ruland Reifen­schaden und fällt deshalb für den Endspurt aus. Auch Meurer wurde durch einen Sturz von der Spitzengruppe abgesprengt.

Beim Kaiser-Wilhelm-Turm, nach 80 Kilometer, als es die letzte Steigung hinaufgeht, lichtet sich das Feld. In der Spitzengruppe ist weiterhin der Franzose Charpentier der überragende Mann, neben ihm zeichnet sich der Italiener Baoutti aus. Die Einfahrt auf die Avus vollzieht sich ohne jeden Zwischenfall. Der Belgier Lowagie versucht einen Vorstoß, doch läßt ihn das wachsame Feld nicht ziehen. Auf den letzten Kilometern hat dann wie­der Charpentter das Kommando. Vier Kilometer vor dem Ziel befindet sich von den vier gestarteten Deutschen nur noch der deutsche Meister Scheller im Dorderfeld.

Kampf bis ins Ziel.

Etwa 400 Meter vor dem Bande geht Scheller, von den Franzosen getrieben und vielleicht doch etwas zu früh, mit mächtigen Tritten an die Spitze, so daß die schnellen Italiener überraschend Zurückbleiben müssen. 200 Meter sind noch zu fah­ren, da lösen sich die Franzosen Charpentier und Lapebie vom Felde und gehen links an Scheller vorbei, der etwas ermüdet auch noch den dritten Platz an den Schweizer Nievergelt verliert. Unter dem tosenden Beifall der dicht gedrängten Zuschauermenqe überfuhr Robert Charpentier in 2:33,05 Stunden als Olympischer Sieger das Zielband und gewann damit seine zweite Gold­medaille. Charpentter gewann das 100 Kilometer lange Recktten vor seinem Landsmann Lapebie, dem Schweizer Nievergelt und dem dichtauf fol­genden Deutschen Scheller, der seinerseits den Eng­länder Holland, Favalli-Jtalien hinter sich ließ. Meurer, der kurz vor dem Ziel gestürzt war, kam noch mächtig auf und belegte den nächsten Platz vor dem Schweizer Buchwalder.

Das Olympische Boxtumier.

Drei deutsche Siege. Schmedes ausgeschieden.

Die Deutschlandhalle bot am Dienstagnachmittag das gleiche Bild wie am Vortage. Diele tausend Zuschauer wohnten in der lichtdurchfluteten festlich geschmückten Arena den Kämpfen in den beiden Ringen bei. Deutschland war diesmal stärker ver­treten. In vier Gewichtsklassen erschienen unsere Vertreter im Ring, und kamen mit Ausnahme des Leichtgewichtlers Schmedes glatt über die Vor­runde. Schmedes traf auf den starken Philippinen Padilla, der wie alle seine Landsleute ausge^ich- netes Können verriet. In den beiden ersten Run­den holte er sich einen genügenden Vorsprung, den Schmedes in der Schlußrunde nicht mehr ganz wett­machen konnte, obwohl der Westfale einen pracht­vollen Endspurt zeigte.

Im Weltergewicht gewann unser Vertre­ter Murach, der wie üblich in Rechtsauslage boxte, gegen den Engländer Pack.

Einen ganz überlegenen Sieg feierte Baum­garten-Deutschland im Mittelgewicht über Klury-Schweiz.

Den dritten deutschen Erfolg errang Baumgartens Landsmann Vogt im Halbschwergewicht nach Punkten über Bolzan-Jtalien.

Stasch auch ausgeschieden.

In der von 10 000 Zuschauern besuchten Deutsch­landhalle standen am Dienstagabend 26 Kämpfe der Amateurboxer auf dem Programm. Wie schon am Montag und am Dienstagnachmittag waren auch am Abend ko.-Erfolge sehr selten, die meisten der ausgetragenen Kämpfe gingen über die volle Distanz.

Unser Kasseler Bantamgewichtler Willi stasch.

Nationen

Gold

Silber

Bronze

Griechenland ............

Aegypten................

1

2

2

Argentinien..............

2

1

2

Australien...............

1

Belgien .................

-d)

China...................

Dänemark ...............

1

Estland .................

2

1

2

Finnland................

7(1)

6

5

Frankreich...............

4

4

4

Großbritannien...........

3

4

3

Holland.................

3

3

6

Indien..................

Island..................

Italien..................

5(1)

1(4)

5

Japan...................

4

2

4(2)

Kanada.................

1

2

5

Lettland.................

1

1

Mexiko..................

1

Neuseeland ..............

1

Slorwegen................

1

1

Oesterreich...............

3(1)

5

2(1)

Philippinen .............

1

Polen...................

2(1)

2(2)

Rumänien...............

Schweden................

6

5

7(1)

Schweiz .................

1(D

6

2

Süd-Afrika..............

Dschechoslowakei ..........

3

3

-d)

Türkei ..................

1

1

Ungarn .................

6

1

2

Uruguay ................

Bereinigte Staaten........

16

15(2)

4(1)

Dentschland..............

18(5)

18(5)

24(2)

Aus her proviuzialhaupistadi.

Vorsicht bei Obstverkäufen!

NSG. Bis zu Beginn der diesjährigen Winter­obsternte dürfte in den meisten Kreisen von Hessen und Hessen-Nassau die Obstbewirtschaft organisiert fein und in Kraft treten. Nach den für die Obst- bewirtschaftung geltenden gesetzlichen Bestimmungen ist es dann nicht mehr zulässig, daß die Händler unmittelbar beim Erzeuger aufkaufen, sondern sie müssen sich an die zuständige Bezirksabgabestelle wenden; für die Erzeuger besteht die Verpflichtung, das Obst den Ortssammelstellen zuzuführen.

Nach dieser Rechtslage ist es nicht mehr zulässig, daß Händler Obstbäume steigern, um die Ernte selbst in ihrem Handelsbetrieb weiter au verkau­fen; der Verkauf ungeernteter Erzeugnisse ist durch die Anordnung Nr. 6 des Garten- und Weinbau­wirtschaftsoerbandes Hessen-Nassau vom 6. 5.1936 ausdrücklich verboten. Die Steigerer von Obstbäu­men stehen mit den Erzeugern aus einer Stufe und unterliegen deshalb auch den für die Erzeuger gel­tenden Bestimmungen hinsichtlich der Ablieferungs­pflicht. Auf diese Rechtslage ist bei den jetzt begin­nenden Obstbaumoersteigerungen zu achten. Wenn ein Selbstverbraucher einen Baum steigert und nicht die ganze Ernte behalten will, muß er den lieber- schuß an die Ortssammelstelle abliefern.

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Gloria-Palast, Seltersweg:Die Botschaft der Propheten". Bekenntnisgemeinde Gießen: 20.15 Uhr Vortrag von Pfarrer Schümer (Frankfurt a. M.) überDie Botschaft der Propheten".

X Die deutsche Arbeitsfront 'V? n.9.=bemcinf(haftKraft durch freute"

Rheinsahrk am 16. August.

Unsere diesjährige große Rheinfahrt, die am Sonntag, 16. August, von Gießen über Braubach nach Rüdesheim und zurück führt, wird bestimmt durchgeführt. Anmeldungen können daher noch täg­lich aus der Kreisdienststelle während der Geschäfts­stunden (8 bis 13 Uhr, 15 bis 19 Uhr, Mittwochs und Samstags nur vormittags) abgegeben werden. Die Fahrkarten werden am Freitag, 14. August, ausgegeben. Die genauen Fahrzeiten werden noch bekanntgegeben, spätestens bei Ausgabe der Fahr­karten.

Vor 6. September keine gewerbliche Kelterung von Aepfeln.

Fwd. Im Derkündungsblatt des Reichsnährstan­des wird eine Anordnung der HV. der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft veröffentlicht, nach der es verboten ist, Verträge über die Lieferung von Aepfeln zur gewerblichen Kelterung abzuschlie­ßen, in denen eine vor dem 6. 9. 1936 liegende Auslieferungsfrist vereinbart ist. Soweit Verträge bereits abgeschlossen sind, müssen die Lieferungs­bedingungen dahin abgeändert werden, daß eine Lieferung nicht vor dem 6. 9. erfolgen darf. Aus­genommen von dieser Vorschrift ist lediglich die Her­stellung von Apfelsüßmost im Lohnverfahren, jedoch

nur, soweit die Deckung des eigenen Hausbedarf» von Obstanbauern bient.

Militärdienstzeit ehemaliger Berufs­soldaten im Arbeitsbuch.

Auf Anregung des Reichstreubundes hat her Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung die Arbeitsämter an­gewiesen, die Militärdienstzeit der Berufssoldaten im Arbeitsbuch zu vermerken. Kameraden, die ein solches Arbeitsbuch besitzen, das diese Eintragung nicht enthält, können bei den Arbeitsämtern die Berichttgung des Arbeitsbuches beantragen.

Verkehrsopfer der letzten Woche.

DNB. Der Reichs- und Preußische Verkehrs- minifter gibt bekannt:

14 9 lote und 3792 Verletzte sind die Opfer des Straßenverkehrs im Deutschen Reiche während der vergangenen Woche."

Neue Lehrräume der Oeffentlichen Handelslehranstalt.

Nach dem Erwerb des Hausgrundstückes Wer­ner-Wall 11 durch die Industrie- und Handels­kammer wird dieses Haus jetzt für Schul- und Lehrzwecke der Oeffentlichen Handelslehranstalt umgebaut, die sich bisher in dem ßiebigbau (ehe­malige alte Klinik) befand. In dem Erd- und im ersten Obergeschoß des neuen Heims Werner- Wall 11 sollen Lehrsäle und Lehrerzimmer geschaf­fen werden, das Kellergeschoß soll die Toiletten­räume enthalten. Die Bauarbeiten will man be­schleunigt durchführen, da die neu zu schaffenden Räume bereits nach den Herbstferien bezogen wer- den sollen.

Erfolgreiche Gießener Schützen.

Wie wir seinerzeit berichteten, hatten die Mann­schaften des Gießener Schützenvereins e. D. nach (Erringung der Kreismeisterschaft des Deutschen Schützenbundes die Möglichkeit, auch die Bezirks­meisterschaft Zu gewinnen. Mit den bereits mit­geteilten Resultaten ist diese durch die gute Schieß­leistung auch errungen worden. Nunmehr sind die Mannschaften zur Gaumeisterschaft angetreten und haben folgende Resultate erzielt:

Großkaliber:

Stand (175 Meter): Heinr. Appel, 841 Ringe; Wehrmann, (175 Meter): Willi Georg, 807; Klein­kaliber (50 Meter): W. Scheid, 606; Pistole (50 Meter): Gg. Schilling, 989 Ringe.

Kleinkaliber (50 Bieter):

Heinrich Appel, 626 Ringe; Gg. Schilling, 622; W. Georg, 610; W. Scheid, 562; Konr. Dreyer, 552 Ringe.

Große Strafkammer Gießen.

Wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an seinem Pflegekind wurde der Heinrich Hofmeier aus Rainrod zu einer Gefängnis st rafe von neun Monaten und zu den Kosten des Ver­fahrens verurteilt. Die Sitzung fand unter Aus­schluß der Öffentlichkeit statt.

Das Studium an der Llniversität Gießen.

Die gegenwärtige Zeit der Universitätsferien wird von zahlreichen jungen Männern, die sich dem Studium zuwenden wollen, mit Erwägung dar­über ausgefüllt, an welcher Universität sie vom kommenden Semester ab studieren bzw. weiterstu­dieren werden. Es handelt sich dabei um einen Ent­schluß, der reiflich überlegt fein muß und der vor allem aufzubauen ist auf der genauen Kenntnis der Ausbildungsmöglichkeiten, die an der Univer­sität geboten werden. Um den jungen Kameraden vor diesem Entschluß beratend an die Hand zu gehen, hat die Führung der Gießener Studenten­schaft eine Anzahl Aufsätze der einzelnen Fach­schaften schreiben lassen und uns um den Abdruck dieser Abhandlungen gebeten. Die Schriftleitung.

Oie Forstwiffenschast.

Das Gießener Forstinstitut wurde im Jahre 1607 gegründet mit dem Gedanken, die Forstleute des Großherzogtums Heften intensiver heranzubilden, als es vorher möglich war. Es wurde dann verschiedene Male auf kurze Zeit geschlossen, jedoch setzte sich der Anfangsgedanke Heranbildung von Forstleuten immer stärker fest, so daß man schließlich nicht nur hessische Forstleute als Lehrer berief, sondern auch aus den anderen Kleinstaaten bekannte Männer heranholte.

So kann das Gießener Forstinstitut sich heute stolz als das älteste Forstinstitut der Welt bezeichnen und stolz sein, daß Männer wie von Hundeshagen, Carl Heyer, Heß bis Bergmann und heute Baader ufw., sich als Lehrer betätigt haben und noch betätigen. Gießens Forstinstitut hat fast aus der ganzen Welt Hörer in seinen Räumen gehabt und bestätigt heute noch seinen Ruf voll und ganz. Durch feine günstige Lage Aum Vogelsberg (Buche), Ryein-Mainebene (Kiefer), Spessart (Eiche) ist Gießen für den Studen­ten des Forstfachs als Ausgangspunkt für zahlreiche interessante Lehrwanderungen von großem Reiz. In Verbindung sowohl mit den Professoren des Instituts selbst als auch mit den einschlägigen Professoren der Unioerfüät hat sich ein sehr guter und in an­genehmer Abweichung zu einigen anderen Forsthoch­schulen ein speziell auf das Forstliche gerichteter Lehrplan entwickelt, dessen Wissen durch das geradezu vorbildliche kameradschaftliche Verhalten zwischen Professor und Student sehr gern und leicht aus­genommen wird. Sehr gute Lehrkräfte und die gün­stige Lage gestatten es dem Lernenden, der als Forstmann ja kein Bücherwurm sein darf, fast täglich sich die Praxis anzusehen.

Doch nicht zum Lernen allein ist Gießen wie ge­

schaffen, sondern auch zur Vermittlung anderer Ein­drücke. Beziehungen zu andersgerichteten Wissen­schaften, Theater, Kino, ein sehr schöner Sportplatz, Eisenbahnverbindungen nach allen Richtungen bieten die nötige Abwechslung.

So ist das Forstinstitut Gießen durch seine jahr­hundertealte Tradition, durch seine hervorragenden Lehrer und seine hervorragend günstige Lage ge­eignet, dem Studierenden Wissen, Abwechslung und Erholung zu bieten, so daß jeder, der am Forst- inftitut Gießen seinen Wiftenshunaer gestillt hat, gern an diese Zeit zurückdenken wird.

Das Studium der Landwirtschast.

Die deutsche Landwirtschaft muß national- sozialistisch werden!"

Diesen Ausspruch wollen wir unseren Betrach­tungen ooranftellen. Die deutsche Landwirtschaft und mit ihr die Landwirtschaftswissenschaft hat durch den nationalsozialistischen Gedanken erst ihren tiefen Sinn und Inhalt erfahren. Es ist nur zu gut verständlich, daß der Gedanke von Blut und Boden sich auf das Studium an den Universitäten sofort auswirkte und daß das landwirtschaftliche Studium das erste war, das im nationalsozialistischen Sinne umgestaltet und nach neuen Ausbildungsgesichts- punkten durchgeführt wurde. Nicht die Zahl der Srudenten ist maßgebend, sondern der Wille, der diese jungen Menschen beseelt, mitzuarbeiten an der größten und vornehmsten Aufgabe in Deutsch­land und unser Vaterland in bezug auf unsere Volksernährung unabhängig zu machen vom Aus­land.

Entschließt sich ein Junge, der die Schule verlassen hat, zum landwirtschaftlichen Studium, so soll er sich dessen bewußt fein, daß neben den sechs Se­mestern theoretischer Ausbildung eine zweijährige straffe praktische Tätigkeit mit emgeflochten werden muß. Es ist ratsam, die praktische Lehrzeit vor Be­ginn des Studiums, und zwar in einem vom Reichsnährstand anerkannten Betriebe mit der Lehrlingsprüfung abzufchließen. Durch die enge Zu­sammenarbeit von Theorie und Praxis wird Der Lehrling meist schon durch seinen Lehrherrn mit den landwirtschaftlichen Instituten bekannt. Es fällt auch keinem Neuankommenden in Gießen schwer, sich in den kameradschaftlichen Kreis der Landwirtschaftsstudenten einzuleben. Nicht allein die theoretischen Institute sind an unserer Univer­sität vorbildlich entwickelt und aufgebaut, auch die praktische Seite wird immer wieder betont, und die auf dem VersuchsgutUnterer Hardthof" und dem

Marmelade billiger. Ohne

Opekia nämlich kocht die Marmelade Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr