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Der Sowjetunion über die Schaffung einer neutra- Nltschi Nitschl" meldet: len Grenzzone und den Abschluß eines Nichtan-

Ribbentrop zum Vosschaster in London ernannt

hat

Tanger nnd die spanischen Wirren

Der Haifisch im Fischerboot.

gessen.

der Mensch seine Wege

Nun mißt der Mensch sich selber in Zeit und Raum. Sind Sie, geneigter Leser, ein 10,6-Mensch.

Wie heute nach zweieinhalbtausend Jahren wir über diese Geschichte begeistert sind, so werden es alle Manner in aller Zukunft sein. Denn sicher ist es das Spiel, das die Menschen aus der Barbarei m d,e Kultur geführt hat. Als das erstemal in der dunklen Vorzeit des menschlichen Geschlechts, als es

Der spanische Bürgerkrieg hat auch wieder die Frage nach der Zweckmäßigkeit des internatio­nalen Tanger-Statuts aufgeworfen, das diese Stadt auf der afrikanischen Seite der Straße von Gibraltar von allen kriegerischen Konflikten frei halten soll. Zu Beginn der spanischen Wirren hatten die Kriegsschiffe der Madrider Linksregierung den Hafen von Tanger dazu benutzt, um von dieser gesicherten Position aus die Transportschiffe Gene­ral Francos zu beschießen. Diese Handlungsweise stand augenscheinlich im Wiederspruch zu den Be- stimmungen des Statuts, und so beschloß auf italienische Initiative der Internationale Kon­trollausschuß den Madrider Kriegsschiffen den Auf­enthalt in der Tanger-Zone zu verbieten. Die Links- regierung fügte sich dem Beschluß, wohl auch aus dem Grunde, weil die Nationalisten damit drohten, andernfalls mit Gewalt für die Durchführung des Aufenthaltsverbotes zu sorgen. Ob es zutrifft, daß anderseits den Beamten und Offizieren des Gene­rals Franco der Eintritt in die internationale Zone gestattet wurde, ist in Anbetracht der tendenziösen Berichterstattung über den spanischen Konflikt zwei-

Vor einigen Wochen verwaiste die deutsche Bot- chaft in London. Herr von Hoesch fiel einer tücki- chen Krankheit zum Opfer. Jetzt ist in der Person des Botschafters von Ribbentrop sein Nachfolger gefunden worden. Eine bessere Wahl hätte wohl kaum getroffen werden können, lag doch das Schwergewicht der diplomatischen Tätigkeit Rib­bentrops von Anbeginn in London. Es war für ihn ganz gewiß keine leichte Arbeit, die Fäden nach England zu knüpfen und sich durch den Berg des Mißtrauens hindurchzuarbeiten, das man in Eng­land dem nationalsozialistischen Deutschland ent­gegenbrachte. Wir wissen, wie dieses Mißtrauen entstanden ist und welche Kräfte dafür sorgten, daß sich der Engländer ein möglichst schiefes Bild vom neuen Deutschland machte. Die gradlinige Friedens-

nicht ausreichen sollten, um die Bedürfnisse der Wehrmacht und die Kosten anderer Reformpläne zu decken, müßten letztere zurückgestellt und auf das nächste Haushaltsjahr verschoben werden.

Das Tokioter Blatt!hu|uh vuijuyi mcwu. Außenminister Arita habe in einer Sitzung des Kabinetts die Notwendigkeit einer Verstärkung der japanischen Armee in r* "

kuo unterstrichen. Erst nach Angleichung der japa­nischen Armee an die Stärke der in Sibirien stehenden sowjetrussischen Armee würden sich die Aussichten von Verhandlungen mit

Moskaus Aufrüstung.

Das Rekrutenkontingent der Roten Armee um die Hälfte erhöht.

Außenpolitik und Wehrmacht in Japan.

Krieqsminister Terautschi besteht auf voller Durchführung des Rüstungsprogramms.

Tokio, 12. Aug. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Zu der von den politischen Parteien erhobenen Forderung nach Anpassung der Aufgaben für die Wehrmacht an die neu f e st- zu leg ende Außenpolitik erklärt Kriegs- mmister Terautschi, daß die Außenpolitik Ja­pans unveränderlich und läng st fest- gelegt sei, und besteht aus der Anerkennung des Vorrangs der materiellen Forderungen der Armee gegenüber anderen staatspolitifchen Auf­gaben. Weiter fordert er die Verstaatlichung Ae schen Krafterzeugung unter

Verucksichtigung der Interessen der Landesverteidi- gung. Falls die finanziellen Mittel des Staates

Berlin, 11. Aug. (DNB.) Der Führer V- den außerordentlichen und bevollmächtigten Bot- chafter in besonderer Mission Joachim von Rib­bentrop zum außerordentlichen und bevollmäch- ten Botschafter des Deutschen Reiches in London ernannt.

Das Echo in London.

London, 11. Aug. (DNB.) Die Londoner Abendblätter begrüßen die Ernennung Ribbentrops zum Deutschen Botschafter in London. Im Reuter- Bericht heißt es u. a.: Herr von Ribbentrop sei ein fähiger Diplomat, der in England, das er häufig in amtlicher Eigenschaft aufgesucht habe, bereits gut bekannt sei. Er habe viele einflußreiche Freunde in England, unter ihnen Lord Lvndcmderry, dessen persönlicher Gast er erst kürzlich gewesen sei. Er fei seit langem als Aspirant für den Londoner Posten betrachtet worden. Seine diplomatischen Fähigkeiten seien beim Abschluß des deutsch-englischen Flotten­abkommens zu erkennen gewesen einem über­ragenden Triumph des Dritten Reiches bei inter­nationalen Verhandlungen. Preß Association hebt den Besuch von Ribbentrops bei König Eduard im Buckingham-Palast im März d. I. hervor. Der neue Botschafter sei durch seine Höflichkeit und seine Gewandtheit bekannt.Eoening News" weist auf den hervorragenden Anteil hin, den Ribbentrop an öen letzten Gelegenheiten des diplomatischen Mei­nungsaustausches gehabt habe. Da er Hitlers hauptsächlichster Ratgeber in allen deutsch-englischen diplomatischen Unterhaltungen gewesen sei, so durfte seine Ernennung zum Botschafter den zu­künftigen Meinungsaustausch erleichtern. Er ge­nieße den Ruf, über großen Scharfsinn und außer­ordentliche Arbeitskraft zu verfügen.

.Zn merkwürdiges Abenteuer erlebten amerika- msche Fischer, die ihren Beruf an der Küste von nflör \rV\6v AIV, j r .d Ende, ein alter Fischer stand am Heck seines kleinen Schiffes und zog eine etwa zehn Pfund wiegende Gvld- makrele heran, als plötzlich ein 2,5 Meter langer faft fünf Zentner wiegender Haifisch in einem wil­den Ansturm hinter dem Fisch herjagte und so weit aus dem Wasser herausschoß, daß er hinten in dem etwa sieben Meter langen Boot landete. Der Fischer konnte sich nur mit Mühe aus der Nähe des Hai­fisches retten, der wild um sich schlug und verschie­dene Gegenstände zertrümmerte. Der zweite Fischer wollte Hilfe bringen, aber sie waren völlig macht- los und mußten lange warten und zusehen, bis der Haifisch bei dem wütenden Umherschlagen sich selbst c? verletzt hatte, daß er kraftlos zusammensank. Inzwischen waren auch andere Fischer, die die Not der beiden bemerkt hatten, herbeigeeilt und boten u)re Hilfe an, die aber nun nicht mehr nötig war.

achten ihre riesige Beute in dem kleinen Boot selbst an Land.Es sah aus, als ob ein Torpedo

® c r li n, 11. Aug. (DNB.) Nach Eintreffen der beiden TorpedobooteMöve" undKondor" in den spanischen Küstengewässern befinden sich dort zwei Panzerschiffe, ein Kreuzer und sechs Torpedoboote. Obgleich die Zahl der in Spanien befindlichen Deutschen erheblich höher ist als die aller anderen Nationen, sind von diesen in die spanischen Ge­wässer entsandt worden: Von England zwei Schlachtschiffe, ein schwerer Kreuzer mit 20,3-cm- Geschutzen, zwei leichte Kreuzer mit 15-em-Ge- schützen, vier Flotillenführerboote, 16 Zerstörer. Von Frankreich ein Flugzeugträger, zwei Awere Kreuzer, drei Flotillenführer, fünf Zerstörer. Von Italien ein schwerer Kreuzer, zwei leichte Kreuzer, vier Zerstörer. Die langen spanischen öen Zahlreichen Häfen im Atlantik, wie

lnlJUtittelmeer, in denen überall möglichst gleich- zeltig der Schutz von Leben und Gut der dort an­sässigen Landsleute ausgeübt werden muß, haben die Staaten die dazu irgend in der Lage waren, zur Entsendung möglichst zahlreicher Kriegs, schlfe veranlaßt. Nur so ist es möglich, aller, sicherzustellen.6 $ 1 e und Unterstützung

' - "Die Kunst für Alle", Monatshefte für

i%rAn USb 51- Jahrgang, August i 1936. (Verlag F. Bruckmann AG., München.) Einen besonderen Wert gewinnt das Augustheft durch die

1 VeröffentlichungOlympia Ber-

Im 1936 mit zahlreichen Aufnahmen der Anlagen

Reichssportfeldes und des Olyrn-

plschen Dorfes. Daneben enthält die Augustausgabe noch folgende bilderreiche Aufsätze:19. Nationale Kunstausstellung der Schweiz in Bern",Leo Sam- berger zum 75. Geburtstag",Zur Großen Münch» n£f Kunstausstellung 1936" von Ulrich Christoffel, Vom Werden der Kunstsammlungen",Münchens Kunstsituatwn von Dr. Wilhelm Rüdiger und Umbau und Neuordnung der Nationalgalerie".

In der Augustfolge von W e st e r m a n n s Monatsheften erzählt Architekt Walter March, der goldenen Medaille ausgezeichnete Schöpfer des Olympischen Dorfes in einem debil- öerfen Beitrag von dem Bau und der Ausgestal- tung dieser Anlage. Wenn aus diesem Aufsatz her- nm-aeH. was geschaffen wurde, um den Sportlern aller Lander den Aufenthalt während der Olympi- ichen Spiele so angenehm wie möglich zu machen, L.^fahrt man durch Walter Wellenstein in dem er<m^a^cn Rieger" von der Arbeit deutscher Maler und Bildhauer zur Aus- chmuckung von Fliegerschulen und Kasinos. Zum 150 Todestag Friedrichs des Großen gedenkt Ed­mund Glaeser der Friedensarbeit des großen- a'gs in Schlesien. Oberstfeldmeister Alfred Hahn erzählt in dem AufsatzNeuland am Meer" von öer Neulandgewinnung an der Westküste Schles-

Holsteins. In die wenig bekannten, aber land- Mstlich überaus reizvollen Gebiete des Reiches fuhrt uns Professor Dr. Walther Schoenichen in oem prächtig bebilderten BeitragDas unbekannte Lieutschland . Die körperliche und geistige Schulung m Jungvolk und Hitlerjugend wird von Wilhelm utermann geschildert. Zur Unterhaltung tragen bei, fln£ Ermhlung von Heinz SteguweitDas Schiff *5 oer Flasche", eine friderizianische AnekdoteDie Rechnung des Königs" von Hans Henning Freiherr von Grote, ein Tatsachenbericht von Hans Rabl über die Kriegstaten des Hauptmanns Rabe von Pappenheim, betiteltDer Tod in der Steppe" und die Novelle von Wevner JansenCanossa".

Ach, ich fürchte, Sie sind es nicht. Wenn Sie ein 13,2-Mensch sind, dann können Sie schon sehr stolz sem, und der Chronist hinkt als ein 14,5-Mensch noch eine ganze Ecke hinter Ihnen her.

Zu irgendwelchen anderen Zeiten würde vielleicht niemand verstehen, was ein 10,6-Mensch sei. Aber in dieser Woche ist es jedermann klar, daß das einer ist, der 100 Meter in 10,6 Sekunden läuft.

2ßir haben die glänzenden Mittel unserer natur­wissenschaftlichen Methodik auf die Frage angesetzt, warum hier die Grenze liegt. Ein Mensch' kann hundert Meter in zehn ober elf Sekunden laufen, und er kann zwei Meter hochspringen. Aber er wird die hundert Meter niemals in acht Sekunden laufen, und er wird niemals drei Meter hochsprin­gen Aber die glänzenden Mittel unserer natur­wissenschaftlichen Methodik geben uns keine Erklä- rung für diese Grenze. Sie ist aufregend und ge­heimnisvoll. Und notwendigerweise muß ein Mann, öer öiefe aufregende und geheimnisvolle Grenze er­reicht, unsere höchste Aufmerksamkeit erregen.

^Nichts vielleicht unterscheidet die Olympischen Spiele der Antike mehr von denen öer Neuzeit als das Maß, mit öem sie gemessen roeröen. Der Athlet non damals kämpfte gegen einen Mann. Der Athlet von heute kämpft um eine Zahl.

3n einer Woche werden wir die neuen Grenzen kennen, die der Leistung des Menschen in Raum und Zeit gesetzt sind. Es wird eine Tabelle sein. Aber die Zahlen darin sind ebenso interessant, wie die lorbeergekrönten Athleten, die sie erkämpft haben. Und vielleicht wäre auch das eine goldene Medaille und einen Kranz wert, wenn es gelänge, herauszufinden, was diese Grenzen setzt.

.. Das Maß. nach dem gemessen wird, hat sich ge­ändert Aber das Spiel ist das alte. Seit Jahr­tausenden haben die Männer nichts so ernst genom­men wie das Spiel und nichts so heilig wie die Negeln, nach denen gespielt wird.

. Das Olympiaprogramm des Eröffnungstages ziert die berühmte Stelle aus Herodot, wo Xerres narf) der Schlacht bei Thermopylä arkadische Ueber- p fer fragte, was die Griechen jetzt täten. Sie tonnkn ihm nichts anderes berichten, als daß die i Kted)ren das Fest der Olympier feierten und den i Mampfen um öen Preis öes Kranzes vom Oelbaum I zusahen.

Großbritannien verfolgte diese Entwick­lung mit großer Besorgnis und erwog im vorigen Herbst ernstlich, das Abkommen zu kündigen. Von dieser Absicht aing England nur ab, weil es die durch den abessinischen Krieg geschaffenen Span­nungen im Mittelmeerraum nicht noch mehr ver­schärfen und komplizieren wollte. So läuft das Tanger-Statut automatisch zwölf Jahre weiter, d.h. bis zum 14. Mai 1948. lieber die praktische Auswirkung des Neutralitäts-Statuts ist man in ßonöon aber nach wie vor sehr ungehalten, und da die Revisionstendenz auch in Rom und Madrid vorhanden ist, werden sich diese drei Mächte die Gelegenheit des spanischen Bürgerkrieges nicht ent­gehen lassen, um ihre Stellung in den internatio­nalen Ausschüssen und Verwaltungsinstanzen öer Tangerzone zu verbessern. Sollte in Spanien schließlich eine Regierungsgewalt sich durchsetzen, die auf die Linie MoskauParis festgelegt ist und von dort ihre Befehle empfängt, so würde aller- dings der internationale Charakter der Tanger- zone noch mehr als bisher in Frage gestellt. Mos. kau am Ausgang des östlichen und des westlichen Mittelmeeres, das wäre eine ungeheure Gefahr für England und Italien nicht nur, sondern für ganz Europa.

DerSchutz derAuslandintereffen.

Die in die spanischen Gewässer entsandten Kriegsschiffe.

Darum soll man die Jugend der Welt das Spie- len lehren. Denn wer ehrlich zu spielen gelernt hat, wird ehrlich zu kampsen wissen. Ein guter Verlierer zu fein, ist ebenso schwer zu lernen, wie ÄS ShMff r""

Moskau, 11. Aug. (DNB.) Die sowjetamtliche Telegraphenagentur gibt eine Verordnung der Sowjetregierung bekannt, wonach dasEinberu- f u n g s a 11 e r der Militärpflichtigen sowjetrussi­scher Staatsbürger, das nach dem Wehrgesetz von 1930 auf 21 Jahre festgesetzt war, künftig auf 19 2 ahre herabgesetzt wird.

Der Uebergang zum Einberufungsalter von 19 Jahren soll dergestalt erfolgen, daß i n den näch­ste n vier Jahren je anderthalb Jahr­gänge eingezogen werden, d. h. 1936 der Jahr­gang 1914 und die Hälfte des Jahrganges 1915; 1937 die zweite Hälfte des Jahrganges 1915 und der volle Jahrgang 1916; 1938 der Jahrgang 1917 und die Halste des Jahrganges 1918; 1939 die Zweite Hälfte des Jahrganges 1918 unb der volle Jahrgang 1919. Ab 1940 soll dann wieder je ein voller Jahrgang eingezogen werden.

Die angekündigte Maßnahme erhöht die Aktivbestände des roten Heeres für die nächsten vier Jahre um 50 v.H. Den Rekruten- a us fall öer Weltkriegsjahrgänge auf öiefe Weife einzuholen, kann nicht öer Sinn der Verordnung sein, da dieser bei öen Bevölkerungsverhältnissen der Sowjetunion viel weniger spürbar ist als in anöeren Ländern. Auch erwähnt die neue Verordnung diese Frage mit keinem Wort. Außer- dem wird durch die Herabsetzung des Einberufungs­alters die Länge der Gesamtzeit nicht berührt, bie nach wie vor bis zum 40. Lebensjahre recht und sich in Zukunft folgendermaßen stellen wurde: Vom 19. bis 24. Jahre wird der Rotarmist Zur L i n l e n t r u p p e gehören, vom 25. bis 34. Anhre zur Reserve I. Ordnung und vom 35. bis 40. Jahre zur Reserve II. Ordnung.

Ein großer Mathematiker hat sich einmal dahin- gepenö geäußert, daß die ganzen Zahlen vom lieben (sott stammten, das übrige von Menschen. Wir nennen das übrige die gebrochenen Zahlen. Wenn öle Zahlen lebende Wesen wären, dann hätten wir ganze Wesen und gebrochene Wesen. Aber die Zah- len sind keine lebenden Wesen, obgleich sie in allen Lebendigen drinstecken.

. Der menschliche Geist hat seit Jahrtausenden ver- wcht, seine Grenzen auszuloten. Wir haben den Kops bis m die Wolken gehoben und uns manch ge- waltigen Schnupfen dabei geholt. Wir sind in die 5)oue bmabgeftiegen und haben uns die Fußsohlen verbrannt, und der Schwefel des höllischen Feuers yat unsere Augen zu Tränen gerührt. Wir haben die Grenzen öes Menschen nicht ausloten können.

Wir verehren einen griechischen Philosophen, öer öen Satz prägte, öaß der Mensch öas Maß aller sei. Nun, jedenfalls gibt er allen Dingen jbre Maße, eben mbem er sie mißt. Wir sinö in öie Zukunft oorgeörungen mit öer scharfen Waffe öer mjJ^ung unö können bie Sonnenfinsternisse unserer r Aahrtausenöe voraussagen. Wir

stnö m bie Vergangenheit eingebrungen, um zu ben Quellen unserer Entstehung zu gelangen. Aber we- öer bunt) öen Glauben noch öurch bas Wissen haben wir vermocht, bie Grenzen öes Menschen zu be­stimmen. Unb wie viele sind schwindlig geworden aus den schwindligen Pfaden, die die Kühnheit des menschlichen Geistes zu betreten wagte. Mehr als ein Ikarus ist herabgestürzt und zerschmettert und Nam und Grab sind vergessen.

Aber wohin auch immer der Mensch seine Wege lenkte, die Zahl war sein treuer Begleiter, seine Waffe, sein Schild unb Schutz, fein Stab, drei und elne halbe Elle lang, in der abgrundtiefen Unend­lichkeit der Welt.

stlhaft. Jedenfalls wird man sich aber auf allen Seiten bemühen, die neutrale Tangerzone nicht in öen Struöel öer spanischen Machtkämpfe hinein- Ziehen zu lassen. Aber wenn auch öas Uebergreifen öer militärischen Auseinanöersetzung auf Tan- ger üerbmöert roirö, so muß öoch öie spanische Ent­scheidung, ganz gleich, ob sie die Nationalisten ober Marxisten als Sieger sieht, bie künftige Behanblunq ber Tangerfrage burch bie Großmächte beeinflussen.

Die Tangerfrage besteht seit über breißig Jahren. Sie würbe ausgelöst durch den englisch-fran­zösischen Vertrag von 1904, in dem Eng­land um sich die Gefolgschaft Frankreichs zu sichern, den Franzosen die Herrschaft über Marokko ein- räumte unter der einzigen Bedingung, daß das Gebiet von Tanger internationali­siert würde. Großbritannien wollte damit für aüe Zeiten verhindern, daß sich gegenüber Gibral­tar eine andere Großmacht festsetzte, welche den Wert ber englischen Festung an diesem wichtigsten !uregischen Punkt der europäischen Meere hätte illusorisch machen können. Der Vertrag von 1904 wurde nach langen Verhandlungen 1924 zu dem

Das ewige (Spiel

Von Peter Banirn.

Die Glocke hat geschlagen. Die Jugend der Welt ist gekommen. Die Spiele haben begonnen.

Die Zahlen, öie guten alten Zahlen, mit öenen mir groß geworben finb, angefangen von ben fünf Ringern öer Hanö, öie wir als kleine Knaben zu zahlen lernten, bis au öem feierlichen Schauer, ben ein Integral, mit Dem man eine krumme Sache berechnen konnte, uns einflößte bie guten alten Zahlen haben einen neuen Sinn bekommen.

nuten benötigt, während die bisher kürzeste Fahrtbauer 45 Stunden 31 Minuten war. LZ. Hindenburg" ist also fast drei Stunden schneller geflogen. Besonders schnell wurde diesmal die Fahrt von Kontinent zu Kon­tinent zurückgelegt, nämlich von Belle Jsle bis Fastnet Rock. Diese 1690 Meilen lange Seestrecke wurde in der neuen Rekordzeit von nur 16 Stun­den 53 Minuten zurückgelegt. An Bord des Luftschiffes befanden sich 54 Passagiere und sehr viel Fracht und Post.

*

Aus den verschiedenen Fahrten, die bas Luftschi Hindenburg" seit Mai b. I. nach Norbamenka un Subamenka unb zurück nach Deutschlanb machte, hat sich bes öfteren ergeben, baß es nicht foviele Paffagierplätze zur Verfügung hatte, wie manchmal notig gewesen wären, um ber Nachfrage nach der schnellen und sicheren Luftpassage über ben Ozean Zu genügen. Diesem Mangel wirb jetzt baburch ab­geholfen, baß Platz für weitere 16 Passa° giere geschaffen wirb. Das geschieht, inbem zu den 25 Passaglerkabinen mit 50 Betten ad)t neue Kabi­nen mit zusammen 16 Betten hinzugefügt werben. Demnach wirb LZ.Hinbenburg" in Kürze über 33 Kabinen unb 66 Passagierplätze verfügen. Der Einbau der neuen Kabinen erfolgt im September.

Politik bes Führers, unterstützt burch die Tätigkeit Ribbentrops, führte enblich zu einer erfreulichen Klärung bes beutfch-englifchen Verhältnisses. Es ist das Verbienst des neuen Botschafters, baß in der so geschaffenen Atmosphäre bas beutsch-englische Flottenabkommen zustande kommen konnte, ein Abkommen, bas ben Geist der Rüstungsbeschrän­kung atmet unb dessen allgemeine Anwendung ganz wesentlich dazu beigetragen hätte, dem Aufrüstungs- irrfinn Europas zu steuern. Wir haben Ribbentrop wiederholt bei anderen nicht unwichtigen außenpoli­tischen Anlässen als Verteidiger der deutschen Sache und Verfechter der europäischen Friedensidee ge­sehen. Ist auch jetzt sein Amt anders geartet als Zuvor, so bleibt er doch nach wie vor der beste Mittler zwischen dem nationalsozialistischen Deutsch­land und dem Britischen Weltreich.

letzt geltenden Statut erweitert, das England Frankreich unb Spanien zu gleichberechtigt ten Wächtern über bie Neutralität von Tanger ein« setzte. Diese neue Vereinbarung zwischen ben Groß, möchten würbe notroenbig, weil bis bahin bie in« ternationale Zone theoretisch zu dem Besitz bes Sul. tans von Marokko gehörte, einer neutralen Macht angeblich, bie aber praktisch ganz unb gar von beit Franzosen abhängig geworben war. Dieser Zustand war für bie Englänber untragbar. Frankreich wie. öerum suchte seinen Einfluß in Norbafrika, vor allem aber im Gebiet bes Sultanats immer weiter auszubehnen, und als dritte Macht betrachtete Spa- nien bie Tangerzone als ein Stück feines rechtmä­ßigen marokkanischen Besitzes. So trat das Statut als Ergebnis politischer Eifersüchte am 14. Mai 1924 in Kraft.

Die Vertragsteilnehmer aber waren von dieser Lösung trotzdem nicht befriedigt. Es begann ein neues Ringen um den Einfluß in ber Tanger-Ver­waltung. Die Unzufriebenheit 9t o ms , bas um bie Freizügigkeit seiner Hanbels- unb Kriegsschiffe be­sorgt war, würbe im Jahre 1928 burch den Beitritt Italiens zu dem Statut zwar beseitigt, aber bie Jn- teressenkämpse zwischen den Großmächten bauerten trotzbem fort. Der Einfluß Frankreichs wuchs immer mehr. Es führte ben Vorsitz in ber gesetz­gebenden Versammlung, es errichtete Schulen, welche die kulturelle Durchdringung Tangers im französischen Sinne ermöglichen sollten, es machte auch seinen wirtschaftlichen Einfluß geltend, indem es das von dem afrikanischen Hinterland abgeschnit­tene Tanger unter feine finanzielle Abhängigkeit brachte.

nichts gab als ben fürchterlichen, unerbittlichen unb mitleibslofen Kampf um bas nackte Leben, zwei Manner ihre Kräfte im Spiel maßen, da war ein größerer Schritt auf dem Wege ber Kultur getan als beute m Jahrhunberten. Vielleicht ist es eine uralte Erinnerung bes menschlichen Geschlechts an Den heiligen Schauer, ber biefe Milben ergriffen haben muß vor bem ersten Licht, bas in ihre dunk­lest Seelen fiel, ber uns noch heute bas Spiel unb feine Regeln so heilig erscheinen läßt.

Denn tatsächlich, Spielregeln finb älter als alle Gesetze ber Welt. Alexanber ber Große durfte Äriege entfesseln, Völker unterjochen ober vernichten E Welt erobern, nichts konnte ihn baran Hinbern.' r , d die Gesetze, bie er befolgen wollte, gab er sich selbst- Aber beim Würfeln burfte er so wenig be­trugen wie Sie, lieber Leser, ober ich. Unb wenn es o?5 Spiel unb feine Regeln gilt, finb Könige unb (Soldaten gleich.

sauste' unb er schlug wie ein Wal- f 4 fohlte ber alte Fischer, ber sich lange oon seinem Schrecken nicht erholen konnte.

Seiffdjriften.

griffspaftes bessern. Arita habe bie Auffassung ver- er|iarrungi treten, baß die japanische Außenpolitik durch eine Mund schu- j verstärkte Wehrmacht gedeckt werden müßte.