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Lebendgeburten

23er-

75 Jahre Turn- und Gesangverein Lollar

1933 .

1934 .

1935 .

221

24,3

28,6

Heil Hiller! Sprenger.

. 22,3

. 29,1

. 33,1

und Sterbefälle in Gießen.

Geburten: Gestorbene: (auf je 1000 Einwohner)

y-. Die deutsche Arbeitsfront

N.S.-vememftftaftKraft durch freuöc"

Aufruf des Gauleiters zum 2. Frontsoldaten- und Kriegsopfer« ehrentag in Mainz.

316®.Die Naiionalsozialiskische firiegsopferoer« sorgung des Gaues Hesfen-Aaffau hat für den 13. und 14. 3uni 1936 zum 2. Frontsoldaten- und Kriegsopferehrentag in die alle Garnisonfladl M^inz aufgerufen

Wenn gerade das neuerstandene Friedensboll^ werk Mainz der Tagungsort der 71SKOV. ist, fo deshalb, weil es im Westen des Reiches auch während den Jahren der Schande und Schmach treue Dacht gehalten hat. Zugleich soll durch den 2. Frontsoldaten- und Kriegsopferehrentag symbol­haft zum Ausdruck kommen, daß die gleichen Män­ner, die während des großen Völkerkrieges ihre Heimat mit ihrer Gesundheit und mit ihrem Vlul verteidigten, auch heute bereit sind, zu Volk, Va­terland und Führer zu stehen. Sie wollen in der Friedensgarnison Mainz zugleich an diesen Tagen ein Bekenntnis zum Frieden mit unseren Rachbar­völkern ablegen.

Der Gau Hessen-Rassau grüßt die Teilnehmer des 2. Frontsoldaten- und Kriegsopferehrentages, Gau heffen-Rafsau, im goldenen Mainz, der Garnison des Friedens.-

Wir weisen nochmals darauf hin, daß am Mon- tag, 15. Juni, um 18.30 Uhr im Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, im großen Saal eine Besprechung der BetriebswarteKraft durch Freude" stattfindet. Erscheinen dringend erforderlich. Bei Krankheitsfall oder Verhinderung ist ein tretet zu beauftragen.

Die Geburtenbewegung in Gießen

Line interessante Statistik.

VesiichGießenerTheologiestildentenimZlichthM

Aus einem Aufgabengebiet der Inneren Mission.

pflegte zunächst das Turnen. Anfangs hatte der junge Verein mit großen Schwierigkeiten zu kärnp- / oa die Einwohnerschaft der Turnsache durchaus nicht freundlich gegenüberstand. Doch fand man bei Dem Gemeinderat Verständnis, der dem jungen Verein einen Turnplatz auf derSchur" zur Ber­ingung stellte und ihm Reck und Barren stiftete. Bald entstand der Wunsch, neben dem Turnen auch das Singen zu pflegen, und der Verein erhielt jetzt seinen heutigen Namen. In der Folgezeit wurde durch dieses fast ganz verdrängt, und als im Vahre 1863 bei einem Feste ein tödlicher Unfall eines Turners erfolgte, stellte man das Turnen 9an(3 em Das 20. Stiftungsfest wurde mit großem Glanz geseitert. ebenso 1901 das lOjäfjrige Bestehen. 2ln Pfingsten 1911 beging man besonderer Um=

ÖQ5 50- Stiftungsfest in schlichter ^eife rm Beremslokal. In den nun folgenden Iah. rovQr «ie Vereinstätigkeit nicht sehr rege, bis ^.Ausbruch des Weltkrieges ihr gänzlich ein ^nde fetzte. Der größte Teil der Mitglieder mußte mrucken und eine Reihe fand den Heldentod. Ihrer fei an dieser Stelle ehrend gedacht. 9

h^m,Cr-n)ar.v die Jugend, die nach dem Krieae «ein^CtAl"n c?l-eber 3U "euem Leben erweckte. Em 'nuflein mar es zunächst, das sich wieder einfand. Bald aber kam der Verein wieder auf seine alte Stärke. Im Jahre 1926 konnte ter e»;«65' Stiftungsfest feiern. Er nahm nun wei« r eme 6Ute Entwicklung. 1932 wurde ihm der

_ ^.inSiebzigjahriger. Am Samstag, 13. Ium, feiert Oberpostschaffner i. R. Heinrich L i ft« mann, Wernerwall 24, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Er ist seit 40 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

** Obst- und ©artenbauoerein Gie - ß e n. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein Der- anftaltet am Sonntag für seine Mitglieder und für andere Gartenfreunde einen Gartenrundgang. Gar- tenbautechniker Wasewitz wird hierbei praktische Unterweisungen und Ratschläge erteilen. Bei den Gartenrundgängen soll den Kleingartenbesitzern und Gartenfreunden Gelegenheit gegeben werden, sich über alle Arbeiten im Kleingartenbau Rat unter fachmännischer Leitung zu holen. Für die hiesigen Kleingärtner sind zunächst zwei Rundgänge vorge« sehen. Für die Gärten jenseits der Lahn am Sonn« tag, 14. Juni, und für die am Nahrungsberg nm 21. Juni. Auf die heutige Anzeige fei besonders auf­merksam gemacht.

** Bachfchau an d e r W i e s e ck. In einer Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil wird bekanntgegeben, daß am Mitt« woch, 8. Juli, eine Bachschau an der Wieseck statt- findet. Interessenten seien besonders daraus hin« gewiesen.

** Heimatfahrt der Oft- und West - Preußen. Wie in jedem Jahr, so veranstaltet der Bund heimattreuer Ost« und Westpreußen auch jetzt wieder eine Sonderfahrt für seine Landsleute und andere Volksgenossen aus Hessen-Nassau, Baden und Saar-Pfalz nach Ostpreußen und Danzig. Sinn dieser jährlichen Fahrt ist, die Anhänglichkeit zur alten Heimat zu bewahren und auch gleichzeitig Verständnis bei den übrigen Volksgenossen des Reiches für dieses deutsche Bollwerk im Osten zu wecken

Wanderschask irgendwo in Stellung zu treten. Auch im Gaugebiet Hessen-Nassau besteht in allen Städten und Orten für die jungen Handwerkergesellen jeder­zeit die Möglichkeit, sich jetzt noch auf die Wander­schaft zu begeben, wenn die nötigen Voraussetzun­gen dazu gegeben sind. Meldungen hierzu sind bei der nächsten zuständigen Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront anzubringen.

E. C. Nach einer statistischen Berechnung wurden 1935 in Deutschland stündlich 110 Kinder geboren, während in der gleichen Zeit 85 Menschen die Augen für immer schlossen. Rein zahlenmäßig be­trachtet würde also das deutsche Volk stündlich um 25 Personen vermehrt.

Leider stimmt die vorstehende Berechnuna nicht ganz. Der Altersaufbau der deutschen Bevölkerung ist im letzten Dierteljahrhundert ein anderer gewor­den. Das Wachsen unseres Volkes war nur ein scheinbares. Der Zuwachs erfolgte nicht mehr durch Geburten, sondern durch eine Erhöhung der Le­bensdauer des einzelnen. Das deutsche Volk lief Gefahr zu vergreisen. Infolge der medizinischen und sonstigen wissenschaftlichen Fortschritte ist es ge­lungen, das Durchschnittsalter des Menschen von 35 Jahren um die Jahrhundertwende bis auf etwa 55 Jahre zu erhöhen. Dies wäre an und für sich nicht schlimm, wenn nicht der katastrophale Gebur­tenrückgang eingesetzt hätte. Im Jahre 1900 kamen auf tausend Einwohner 35 Geburten, während es 1932 nur noch 15 Geburten waren. Die Menschen wurden älter, aber der Nachwuchs fehlte.

Mit dem Durchbruch der nationalsozialistischen Weltanschauung ist jedoch in Deutschland ein Ge­sinnungswandel eingetreten. Langsam beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, daß die Erhaltung des Volkes erst da beginnt, wo in einer Familie das vierte Kind geboren wird. Im ersten Jahre der nationalsozialistischen Staatsführung konnte der Geburtenrückgang abgeftoppt werden. In den beiden folgenden Jahren konnte bereits eine Geburtenzu­nahme verzeichnet werden. So auch in unserer Stadt.

Kreis Bübingen.

b M ittleres Niddatal, 11. Juni. Der seit etlichen Tagen außergewöhnlich starke, mitunter wo!» nUchattige Regen richtet auf den Aeckern an Den Abhangen erheblichen Schaden an. Große Erd- mai|en werden abgeschwemmt, die Wurzeln der Gewächse dort bloßgelegt. Auf Straßen und Feld­wegen müssen die Erdmassen entfernt werden. In rnan^en Wiesen sammelt sich nun Das Wasser. Die DeDorftebenbe Heuernte, die einen sehr guten Ertrag verspricht, wird dadurch verzögert. Sämtliche Ge- treiDearten haben sich sehr gut entwickelt, leider ist jedoch auf den Kornäckern vielfach Lagerfrucht fest- zustellen. Reichliches Futter bringen alle Kleearten. Mancher Landwirt mußte den Klee zu dessen rest- loser Berwertung auf Holzböcke zum Trocknen setzen. Der gründlich durchfeuchtete Boden erleichtert bies*- mat bas Setzen unb Anwachsen ber Dickwurzpslan- 3en, wodurch die notwendige Zeit zur Beteiligung ®Ot\ ccb,r-Jtar^ auftretenden Unkräutern auf den Kartoffeläckern erübrigt wird.

Kreis Alsfeld.

# AusdemoberenOhmtal,10. Juni. Die chon begonnene Heuernte hat durch die letzten schweren Regengüsse eine Unterbrechung erfahren. <Jn den Talwiesen steht das Gras teilweise im Wasser Um so mehr kam das feuchte Wetter dem Setzen der Runkelrubenpflanzen zustatten, so daß diese Arbeit binnen wenigen Tagen beendet wurde. Leider hat ber &gS fklIenroei,e ben R°gg°n völlig zu

Kreis Lauterbach.

mA ßa u *e rbach, 10. Juni. Zum 65. Male wurde der heute weit über die Grenzen unteres Grelles hinaus bekannte LauterbacherPrämiieruna^ markt, verbunden mit dem traditionellen Volksfest,

bis dahin nur den Männergesang pflegte, ein Frauenchor angegliedert. Heute zählt der Verein 70 aktive (33 Männer und 37 Frauen) unb 50 pas­sive Mitglieder. Von den Gründern ist heute keiner mehr am Leben. Leider fehlen über die ersten fünfzig Jahre feines Bestehens jegliche Aufzeich­nungen. Sein heutiger Führer ist Gärtnereibesitzer Rudolf K r e h b i e h l, sein Dirigent Lehrer Julius Eberle. Frühere Vorsitzende waren die Herren O. Müller, M. Taubert, H. Frank, Ph. F o r b a ch und PH. H a r b u s ch; frühere Dirigen­ten Vomend, Jacobi, Kümmel, Schön und D ö h n. Von Anfang an hält der Verein seine Singstunden in der GastwirtschaftZum Schwanen" (H. Hettche). Bald nach seiner Gründung gehörte er demLahntalsängerbund" an, auch zählt er zu den Gründungsvereinen des Hessischen Sängerbundes und gehört dem Deutschen Sängerbund an. Sehr oft ist der Verein, besonders in den Jahren seit dem Krieg an die Öffentlichkeit getreten. In seinen Konzerten legte er Zeugnis ab von feinem Können. Ebenso nahm er an den Wertungssingen Des Hes- ischen Sängerbundes regelmäßig mit gutem Er­folge teil.

Oberhessen.

Interessante Grabfunde in Lauterbach.

+ Lauterbach, 11. Juni. Da wegen des Post- , neubaues der seitherige Friedhofsweg verbreitert werden muß, wurde die Abtragung eines Teiles des alter Lauterbacher St.-Wendel-Friedhofes nötig, der in früheren Jahrhunderten benutzt wurde. Bei der Verlegung der Grabstätte des ehemaligen Ried- eselfchen Rates und Amtmannes Kantzau, der 1775 hier beigesetzt wurde und der Stadt eine noch be­stehende Armenstiftung vermacht hat, stieß man auf eine gemauerte Gruft. Abgesehen davon, daß man in ihr noch guterhaltene Sarg- und Knochenteile and, ist interessant, daß sie aus alten, teils sehr schönen Grabsteinplatten zusammengesetzt war. Diese uiid andere, in der Nähe dieses Grabes gefundene Platten stammen aus dem 16., 17. und 18. Jahr- hundert; ihre Inschriften weisen darauf hin, daß ie teils von alten Lauterbacher Familien, teils von Gliedern des Geschlechts der Freiherren Riedesel herrühren. Die Funde wurden sichergestellt. Es wird angenommen, daß die alten Grabsteinplatten um Teil von dem früheren Friedhof bei der alten otischen Lauterbacher Kirche stammen, von wo man ie nach Abbruch dieser Kirche im 17. Jahchundert entfernte und zum Erbbegräbnisbau auf dem St.- Wendel-Friedhof benutzte.

Landkreis Gießen.

+ Staufenberg, 11. Juni. Bei der hier durchgefuhrten Viehzählung wurden festgestellt: 428 Schweine und 172 Schafe, Kälber wurden in Der Zeit von März bis Mai 45 Stück zur Welt ge- bracht. Nicht beschaupflichtige Hausschlachtungen würben 18 gezählt.

Kreis Friedberg.

LPD. Ober-Erlenbach, 10. Juni. Einen ungewöhnlichen N i st p l a tz hat sich ein Schwa l- benparchen ausgesucht, Das sich in Der Zimmer- lampe eines Hauses Der Seulbergerstraße einquar- ierte und sich durch Die Bewohner in keiner Weise toren läßt. Selbst ein Gelege ist schon vorhanden. Um die Tiere nicht zu verscheuchen, haben die Be- ^obaer wieder ihre alte Petroleumlampe in Betrieb genommen.

Im voraus sei eine Einschränkung zum Thema gemacht: Wir Theologiestudenten der hiesigen Lan- desuniversität sind weder als Vorbestrafte noch als Sträflinge, sondern studienhalber im Rahmen der trefflichen Exkursionen des praktisch theologischen Seminars unter Leitung von Professor D. Cor­dier in das Landeszuchthaus zu Rockenberg ge­fahren. Einst ein Zisterzienserinnenklofter, heute ein Zuchthaus!

Nicht als künftige Justizbeamte, als Hüter und Wahrer des Rechtes wollten wir dort Einblick neh­men, sondern als Theologen, die um die tiefe Not der Menschenfeele und um den Ausweg aus dieser Lage und die Verantwortung für Das weitere Schicksal der Gefangenen in der Anstalt und später außerhalb der Anstalt wissen. Ohne Humanitäts­duselei, ohne die falsch verstandene Nächstenliebe, die angeblich alles gütig verzeiht und über alles hinwegsieht, sondern mit gesunder, mitunter hart anpackender Hilfsstellung tut der dortige Anstalts­pfarrer seit Jahren seinen Dienst. Der Änstaltsdirek- tor heißt uns freundlich willkommen. Schlüssel rasseln, Gitterstäbe sperren ab, Beamte mit geladenem Kara­biner stehen vor uns. Am Eingang müssen wir Ab­schied nehmen von unserer einzigen Theologin; denn Damen ist die Besichtigung der Strafanstalt nicht gestattet.

Rockenberg ist eine Strafanstalt fürschwere Jungen", die über zehn Jahre Zuchthaus eryalten haben oder sich in Sicherungsverwahrung befinden. Schon stehen wir in dem der besseren Uebersicht halber kreuzförmigen Zellengebäude mit seinen 100 Zellen. Wir betreten Die einfache Zelle eines Ge­fangenen. Die besonders gesicherten Zellen für Spe­zialisten im Ausbrechen und Ausreißer» interessieren uns am meisten.

Im Schulsaal der Anstalt hält uns der Anstalts­pfarrer ein fesselndes Referat, in dem uns erschüt­ternde Lebens- und Strafberichte enthüllt werden. Der Dienst des Strafanstaltspfarrers erstreckt sich sowohl auf Seelsorge wie auch auf Fürsorge. Die allgemeine Meinung, daß die Gefangenschaft heute wirkliche Strafe und Vergeltung und früher Er­ziehung gewesen sei, ist irrig. Nein der Ton hat sich verschoben: Gewiß handelt es sich heute um Strafe, Vergeltung, Sühne, aber der Erzieherge­danke tritt darüber nicht zurück. Solange um ein Gleichnis zu gebrauchen am kranken Glied noch Hoffnung auf Heilung besteht, wird das Heilver­fahren nach allen Regeln Der Kunst Durchgeführt.

Die Innere Mission unterstützt Diesen Hei- lungsDorgang ungemein wirksam Durch ihren ver­traulichen M e l D e D i e n st vom Anstaltspfarrer zum Ortspfarrer, der über die Persönlichkeit, Vor­leben, Familienverhältnisfe, Stellung zur Kirche seitens des Strafgefangenen Bericht erstattet. Wie oft kommt bei diesen Erkundungen des Heimat­pfarrers erst das wahre, tiefe unb letzte Motiv einer Tat zum Vorschein, tritt der Punkt hervor, in Dem erzieherisch unD scelsorgerlich ber Hebel ein­gesetzt werden muß. Diese Erkundigungen kommen nicht zu den Akten des Strafgefangenen. Abgerissene Fäden zu den Eltern, Weib und Kindern, Der-

wandten und sonstigen Angehörigen werden aufs neue geknüpft. Mit besonderer Umsicht gilt es Aus­schau zu halten, wie der Straffällige nach der Ent­lassung wieder in Arbeit und Brot kommt. Mittel für Werkzeug zur Existenzgründung oder gar eine neue Stellung, Darlehen usw. werden durch Die In­nere Mission beschafft. Viele Entlassene kommen in Das Uebergangsheim Aumühle. Der Unter- stützungs- unb Reisedienst der Inneren Mission besucht Die Familien unD KinDer Des Ge­fangenen, sorgt für guten Lesestoff, Zeitschriften unD Bibeln. Der Aufklärungsdienst sucht durch Lichtbilderoorträge neue Kreise mit diesem wichtigen Zweig der Inneren Mission, ber auch mit Den Schutzoereinen unD DemSchwarzen Kreu z", Dessen VorsitzenDer Generalstaatsanwalt M u n t h a u ist unD Deren Bestrebungen die glei­chen oder ähnliche sind, bekannt zu machen und'zur Hilfe mit Rat unb Tat heranzuziehen.

Zum Schluß unseres Zuchthausbesuches schauen wir noch in bie Werkstätten, Die Gitterzellen, Die Küche unD Klosterkirche Des Zuchthauses. Dann: Schlüssel rasseln, Tore öffnen sich unD wir sind wie­der in Freiheit.

Jeder Vorurteilslose wird zugeben müssen, daß es hier Aufgaben zu lösen gibt, die man nicht im Rahmen der allgemeinen Volkswohlfahrt oder yiit Hilfe Der Justiz zu lösen vermag, fonDern bei Denen Fürsorglichkeit mit seelsorgerlichem Takt in einer Person verbunDen sein muß und Die Innere Mis» sion mit ihren zahlreichen Berbinbungen jenseits Der Zuchthausmauern wirken muß. Auf Diese Weise besteht Hoffnung, Die gefahrvolle Klippe Der Rück­kehr in Die Volksgemeinschaft, in ein bürgerliches Leben, zu dessen Schutz vor Rückfälligkeit unb weitere Verbrechen, georbnete Arbeit unb Auskommen er- forberlich ist, zu umschiffen unb jegliche Schäbigung Der Volksgemeinschaft zu unterbinDen. Eine Lei­stung positiven Christentums Der Tat.

*

Viel, unenDlich viel wäre noch von Der stillen, unerhörten Treue im großen unD kleinen zu berich­ten bie ehrenamtliche unb vollamtliche Mitarbeiter unb Helfer unb Diakonissen der Inneren Mis­sion Tag für Tag, Woche für Woche. Monat für Monat Jahr um Jahr vollbringen. UnD b u ? Du wirst an einem Tage Des Jahres gebeten, etwas zur kraftvollen Unterstützung ber Inneren Mission zu tun, wenn am jetzigen Sammeltage Der Inne­ren Mission Gießener TheologiestuDenten oDer anDere Volksgenossen an Dich mit Der Sammelbüchse Der Inneren Mission herantreten. Das wirkliche, ehrliche Opfer wirD Dir bestimmt ein leichtes fein, wenn Du nicht an eine abroeifenDe AusreDe Denkst oDer auf Deine früheren Opfer an anDeren Sam­meltagen hinweist, fonDern an Die große seelische unD körperliche Not vieler Volksgenossen Denkst, Denen auch Du Durch ein Scherflein, ja noch mehr Durch ein freuDiges Opfer helfen kannst. Sei Dankbar, Daß Dir Gott Gesunbheit Des Leibes, Der Seele unD Des Geistes geschenkt unD erhalten hat. Laß Deine Gabe für bie Innere Mission ein Dankopfer sein.

H. Dähn.

In ben vorstehenden Zahlen sünd alle Geburten, also auch Die Geburten ortsfremder Mutter mit ent­halten. Wir haben zu Vergleichszwecken abstchtua nur die Verhältnisziffer angeführt, weil sich au diese Weise erst ein wirklicher Vergleich Der Zu­nahme oDer Abnahme bei Den Geburten oDer Den Sterbefällen feststellen läßt. Nach Den vorstehenden Ergebnissen war 1935 in Der Stabt Gießen ein Geburten-Ueberschuß von 4,5 pro tausenb Einwoh­nern zu verzeichnen.Geburten-Ueberschuß staunt Der Statistiker ben jährlichen Unterschieb zwischen Der Zahl Der Geburten und der Sterbefälle. Es entsteht aber trotzdem die Frage:

hat Gießen einenUeberschuh" an Geburten?

Diese Frage muß vorläufig verneint werden. Ein Geburten-Ueberschuß tritt erst dann ein, wenn der Bestand der Einwohnerschaft durch einen genügen­den Nachwuchs gesichert ist. Es mußten dann in unserer Stadt in jeder Ehe mindestens drei Kin­der geboren werden. Wenn wir nun auch im Ver­lauf der letzten drei Jahre nationalsozialistischer Staatsführung in Deutschland und in unserer Stadt eine Zunahme der Geburten zu verzeichnen hatten, so ist das noch lange keinUeberschuß" an Ge­burten. Es müssen also noch viel mehr Kinder jährlich in unserer Stadt geboren werden.

Sehr.: heidelbergfahrt am 14. Juni 1936 mit dem kreise Alsfeld.

Wir geben hierdurch bekannt, daß der Sonderzug von Alsfeld am Sonntag, dem 14. Juni, wegen zu geringer Beteiligung auf Sonntag, 28. Juni 1936, verschoben wurde.

Ilrlaubsfahrl 23/36 Fehmarn Heiligenhafen, vom 15. bis 24. 3uni 1936.

Bei obiger Urlaubsfahrt sind noch einige Plätze frei, fo daß umgehende Anmeldungen noch auf der Kreisdienstftelle Gießen, Schanzenstraße 18, ent­gegengenommen werden können. Der Fahrpreis mit voller Verpflegung und Unterkunft beträgt 42,50 Reichsmark.

Omnibusfahrl nach dem Rürburgrlng. am 14. 3uni 1936.

Die Teilnehmerausweife für die Omnibusfahrt nach dem Nürburgring können während den Dienst« stunden auf der Kreisdienstftelle Gießen, Schanzen- ftraße, geaen Vorzeigen der Quittung abgeholt wer­den. Die Abfahrtszeit ist auf 3.45 Uhr ab Öswalds« garten festgelegt. Die Teilnehmer aus Heuchelheim steigen um 4.00 Uhr auf dem Adolf Hitler-Platz zu.

Appell derkraft-durch-Freude"-Betriebswarte

Gießen.

L o l l a r, 10. Juni. DerTurn- und Ge­sangverein Lollar" feiert am Samstag, 13., und Sonntag, 14. Juni, das Fest seines 75jährigen Bestehens. Das Fest wird am Samstag mit einem Kommers inNuhns Garten" eröffnet, an Dem bie hiesigen Vereine teilnehmen unb mitwirken werben durch musikalische unb turnerische Darbietungen Die Musik wirb burch bie Kapelle Linker aus- gesuhrt. Am Sonntagmorgen schlicht sich bann bas Lertungssingen ber Gruppe III bes Sängerkreises Gießen an, bas um 8 Uhr im SaalbauZur Linbe" beginnt. An biefem nehmen 22 Vereine teil Wer- tungsrichter ist Musikoberlehrer Samper aus Darmstadt. An bieses schließt sich eine Kunbgebung für bas beutsche LicD vor ber Schule an, bei der ber Kreisführer Müller sprechen wirb unb von allen Kreisvereinen zwei Massenchöre vorgetragen wer­ben. Am Nachmittag versammeln sich Vereinsführer und Dirigenten zur Kritik. Um 14 Uhr wirb sich ein Festzua burch ben Ort bewegen. Nach Ankunft auf bem Festplatz inNuhns Garten" wirb ein deftaft ftattfmben mit Chören unb Reden, Dann Singen ber Gastvereine usw.

Aus der Geschichte des Vereins.

unb Gesangverein" ist der älteste ber hiesigen Gesangvereine unb aus ihm sind letzten Enbes alle anberen Gesangvereine unseres Ortes lS°nnnS 5* .tourbe im Juni bes Jahres 1861 von begeisterten jungen Leuten begrünbet unb

Auch unsere Bauernjugend muß schwimmen lernen!

Der Mensch, Der zu etwas taugen unD Das Leben meistern will, muß als Persönlichkeit im tieferen Sinn unabhängig fein! Daher lernt man etwas, Damit man an irgenbeinem Posten, ber für ben einzelnen hinreichenbe Betätigung bietet, feinen Mann stehen unb bie anfommenben Aufgaben lösen kann. Das weiß ber Bauer so gut wie ber Städter, aber hier unb da hat ber Stäbter bie Schnelligkeit des klaren Blicks unb bes sicheren Entschlusses voraus, weil er etwas vielseitiger ist.

Mit der körperlichen Ertüchtigung steht es auch so, baß der junge Bauer ober bie junge Bäuerin meist nicht so gut geschult sind wie Die Alters­genossen in ber Stabt hoppelt bebauerlich, weil schließlich doch das Bauerntum die gesundheitliche Kraftquelle eines Volkes ist! Nun haben wir in Diesem Jahr bisher den Sommer nur auf dem Kalender; tagsüber warten wir vergebens auf heiße Sonne, und mancherlei mit dem Sommer verbundene Bedürfnisse und Wünsche kamen bisher nicht recht zum Vorschein. Wir müssen aber auch hier weiter denken, als unsere Nase reicht und müssen uns überlegen, daß zu einem lebenstaug« liehen Menschen auch das gehört, was man Sicher­heit vor täglichen Ueberraschungen nennen mag. 3ft es nicht ein Hohn auf Gesundheit, Begabung und Arbeitsleistung, wenn man überlegt, daß es überall Männer und Frauen gibt, die zum Beispiel einem qualvollen Tod ausgesetzt wären, wenn sie plötzlich ins Wasser stürzten! Es ist daher selbstverständlich, daß jeder normale Mensch schwim- men können muß, und wenn auch zugegeben wer- den soll, daß die Bedingungen zum Erlernen dieser lebenswichtigen Fertigkeit manchmal ungünstig sind, so muß doch überall der eine Vorsatz geweckt nnb durchaeführt werden: S ch w i m m g e 1 e g e n h e i - ten für alle, besonders für bie Jugend.

Die Eltern fühlen sich aus natürlichem Recht heraus für die Erziehung und Heranbildung ihrer Kinder verantwortlich, daher sollten sie auch dann an diese Rechte und Pflichten denken, wenn die Äugend in Erkenntnis Der harten LebenssorDerun- aen und im Bedürfnis nach allseitiger körperlicher Ausbildung den Wunsch hat, regelmäßig zu baden und zu schwimmen. Die Eltern tun sich selbst einen großen Gefallen, wenn sie ihre Kinder in diesem Streben unterstützen; denn sie haben bann bie Ge« wihheit, baß Sohn ober Tochter nicht nur etwas Drbenthd)cs können, sonbern auch bie feinblichen Zufälligkeiten bes Lebens meistern werben!