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Llniversitätssportfest.
Am morgigen Mittwochnachmittag findet auf dem Unioersitätssportplatz das Sportfest derUnioersität Gießen statt. Neben den leichtathletischen Wettbewerben werden Freiübungen der Grundausbildung, Kugelgymnastik, Tischspringen, eine Boxschule und ein Handballspiel gegen die Technische Hochschule Darmstadt geboten. Im Kugelstoßen unternimmt Luh einen Rekordversuch, um die Hochschulbestleistung von Stöck zu überbieten.
Handball im Männer-Turnverein.
7Nlv. I — Tv. Pohlgöns I 5:8 (abgebrochen)
Am Sonntag trafen sich auf dem Sportplatz des Männerturnoereins beide erste Mannschaften zum Freundschaftsspiel. Das Treffen, von dem man sich viel versprach, nahm leider infolge ungenügender Schiedsrichterleistung einen trüben Ausgang. Wurden doch drei Spieler innerhalb kurzer Zeit vom Platze verwiesen, was bei nur einigermaßen zu- frieüeystellender Leitung nicht nötig gewesen wäre. Dies und vor allem unkorrekte Entscheidungen gaben dem Spiel einen großen Abtrag, der denn auch zu einem entsprechenden Ausgang führte. In der ersten Halbzeit hatten die Männerturner zunächst etwas mehr vom Spiel und gingen mit 2:0
ÄfB.-Reichsbahn Gießen.
Die zweite Mannschaft verlor in Wetzlar gegen SB. 05 II mit 2:1 Toren. Dieses Resultat wird dem Spielgeschehen in keiner Weise gerecht. Während die Wetzlarer die erste Halbzeit tonangebend waren und zwei Tore erzielten, gingen die Gießener, trotzdem sie zweimal zwingende Torgelegenheiten hatten, leer aus. In der zweiten Halbzeit war es gerade umgekehrt. Durch eine Umstellung der Gießener Mannschaft, die sich bewährte, konnten sie sich immer wieder durchsetzen, aber nur ein Gegentor erzielen. Zu allem Ueberfluß verschossen sie drei Minuten vor Spielende einen Elfmeter.
25. Straßenrennen „Rund um Frankfurt".
Der Jubiläumsfahrt „Rund um Frankfurt", die in die Reihe der bedeutenden deutschen Straßenrennen gehört, war am Sonntag ein schöner Erfolg beschie- den. Bei den 36 Berufsfahrern, die über eine 240 km lange Strecke geschickt wurden, erreichten sieben Fahrer das Ziel in Frankfurt gemeinsam. Der kleine, aber spurtschnelle Magdeburger Wecker- ling warf sein Rad wenige Meter vor dem Ziel
nach vorn und gewann knapp vor Nickel (Berlin), Kijewski (Dortmund), Umbenhauer (Nürnberg), Arents (Köln), Risch (Berlin) und Thierbach (Dresden).
Hart und erbittert war der Kampf in der Klasse der Nationalmannschaft. Der Berliner Barto s k i e w i c z gewann in 3:10,05 Stunden mit 100 Meter Vorsprung vor dem Düsseldorfer Fischer, der 5 Sekunden später eintraf, und Schellhorn (Schweinfurt), weitere 5 Sekunden zurück.
Kurze Sportnotizen.
Ein deutscher Hockey-Ländersieg wurde in Hannover gegen Holland erfochten. Vor 4000 Zuschauern siegte die deutsche Nationalelf glatt mit 5:2 (3:2). Weiß (2), Hamel, Keller und Meßner schossen die fünf Tore für Deutschland, van den Berg und Schnitzer waren für die Holländer erfolgreich. Aus 13 Spielen gegen die Holländer hat Deutschland damit acht Siege geholt.
BeimRotweiß-Tennisturnier in Berlin siegte G. v. Cramm im Männer-Endspiel 6:2, 4:6, 6:4, 3:6, 6:2 gegen H. Henkel, das Fraueneinzel gewann Hilde Sperling ganz überlegen 6:2, 6:0 gegen die Belgierin Nelly Adamson. Im Männerdoppel fiel die Entscheidung mit einem glatten 6:1, 6:2, 6:2 an Malfroy-Stedmann gegen Cramm- Lund, das Gemischte Doppel holten sich Sperling- Malfroy 7:5, 4:6, 6:4 gegen Adamson-Henkel und schließlich gewannen Adamson-Couquerque überraschend das Frauendoppel 6:2, 7:5 gegen Sperling- Schneider-Peitz.
in Führung. Wenige Minuten später kam ein Pohl- gönse.r Stürmer gut durch und verkürzte, nachdem er beglich den Kreis betreten hatte, auf 2:1. Der Schiedsrichter entschied vom Mittelfeld aus Tor. Zwei klare Abseitstore folgten. Ein Deckungsfehler der Gießener Läuferreihe brachte den Pohlgönfern den vierten Treffer. Halbzeit 6:2. Nach dem Wechsel blieben sämtliche Anstrengungen des Gießener Sturmes vergebens; die schönsten Angriffe wurden abgepfiffen. Das Spiel machte keinen Spaß, es nahm an Härte zu. Inzwischen hatte Pohlgöns auf 8:2 erhöht. Die Männerturner, nur noch mit 10 Mann spielend (der Mittelstürmer erhielt Platzverweis) verkürzten auf 8:5. Sechs Minuten vor Schluß erhielt das Spiel seinen Tiefstand! Ein Gießener Stürmer wurde durch Beinstellen eines Pohlgönser Verteidigers im Strafraum unglücklich zu Fall gebracht. Ein Handgemenge entspann sich, und beide Spieler erhielten Platzverweis. Eventuell aus Angst vor weiteren Zwischenfällen erklärte der Schiedsrichter mit dem Stande 8:5, es waren noch fünf Minuten zu spielen, die Spielzeit für beendet und pfiff das Spiel ab.
2Nlo. 1. 3gd. — Tv. Pohlgöns 3gb. 9:5
Vor diesem Spiel standen sich die Jugendmann- schasten beider Vereine gegenüber. Die Männerturner waren ihren Gästen körperlich überlegen, und es schien auch zunächst, als würde das Spiel eine eindeutige Angelegenheit werden. Aber wider Erwarten fanden sich die Pohlgönser in der zweiten Halbzeit sehr gut zusammen und lieferten ihrem Gegner ein fast ebenbürtiges Spiel; vor allem verdient ihr großer Eifer Anerkennung. Halbzeit 6:2. Die zweite Spielhälfte brachte beiden Mannschaften je drei Tore. Mit 9:5 nahm das Spiel seinen Abschluß.
7Nlv. 2. 3gb. — 2Narine-hitler-3ugend 5:14.
Am Vormittag empfing die zweite Jugendmannschaft des Männerturnoereins die Handballelf der Marine-Hitler-Jugend. Daß hier keine Lorbeeren zu ernten waren, wußte jeder; es war lediglich als Trainingsspiel für beide Mannschaften gedacht und nahm auch, nach einem schönen und ruhigen Verlauf den entsprechenden Ausgang.
Gpielvereinigung 1900 Gießen.
60/94 Hanau — 1900 I 2:1 (1:0).
Die Blauweißen traten am Sonntag in Hanau an. Der Anfang sah für 1900 recht verheißungsvoll aus, denn verschiedene Angriffe kamen in bedrohliche Nähe des Tores der Turner und nur mit Glück überstanden sie diese Periode. Allmählich machten sie sich aber aus der Umklammerung frei. Die Hintermannschaft der Blauweißen bekam nun auch Beschäftigung, die sich mehr und mehr steigerte und verschiedenemal ihr ganzes Können erforderte. In diesen Zeitabschnitt fiel auch der Führungstreffer der Gastgeber. Aus einem Gedränge gelang es dem Rechtsaußen, einzuschießen.
Nach dem Wechsel hielt die Ueberlegenheit der Platzbesitzer an, und als es dem Halbrechten durch Kopfstoß gelang, den zweiten Treffer anzubringen, glaubte man ein starkes Abfallen der Blauweißen befürchten zu müssen. Dem war aber nicht so; im Gegenteil. Als Heilmann den Mittelläuferposten einnahm, trat ein merklicher Umschwung ein. Der Sturm kam wieder in Schwung, und nach verschiedenen Versuchen gelang es Langsdorf, Mitte der zweiten Halbzeit ein Tor aufzuholen. Das Spiel wurde nun recht lebhaft. Vor beiden Toren wurde
Turner und Sportler im Gau III.
Der Führer unseres Gaues XII, Hessen, SA-Brigadeführer Solbrig (Kassel), wendet sich mit folgendem inhaltvollen Aufruf an die hessischen Turner und Sportler:
Am 19. April hat der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen in der Deutschlandhalle in Berlin in einer gewaltigen Kundgebung zum ersten Male seine Flagge gehißt. In diesem feierlichen Augenblick ist die Einigung und Zusammenfassung aller deutschen Menschen, die Leibesübungen treiben, Tatsache geworden. Der seit der nationalsozialistischen Revolution neu erwachte Lebenswille unseres Volkes hot damit auch auf dem Gebiete der Leibesübungen seine revolutionäre Form bekommen. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen erfüllt das Streben und die Sehnsucht aller derjenigen Turner und Sportler, die den tieferen Sinn der Leibesübungen erkannten und über die rein fachlichen Dinge stellten. Nunmehr ist die Form geschaffen, in der die bis heute in unzähligen Verbänden und Gruppen zerrissenen über vier Millionen deutsche Turner und Sportler geeint und freudigen Herzens auf ein Ziel losmarschieren.
Auf diesem Marsch streiten sie sich nicht mehr um Kleinigkeiten und Äußerlichkeiten. Sie wissen heute, daß sie nicht mehr für einen Verein oder einen Verband da sind, sondern nur noch für ihr deutsches Volk und daß dieses deutsche Volk von ihnen erwartet, daß sie in Kameradschaft, Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst und eiserner Härte arbeiten, nicht für ihren Ruhm, sondern für den ihrer deutschen Nation.
Als alter Marschierer für die nationalsozialistische Revolution ist es mir eine Freude, euch, Turner und Sportler vom Gau XII, auf eurem Weg in eine neue Zukunft führen zu dürfen. Ich tue dies mit der Einsatzbereitschaft und selbstverständlichen Kameradschaft, die mir meine Pflicht als nationalsozialistischer Führer vorschreibt.
Ueberzeugt von eurer treuen Mitarbeit grüße ich euch alle, meine Sportkameraden und Sportkameradinnen, und drücke euch die Hand.
Es lebe der Führer, es lebe das deutsche Volk! Der Führer des Gaues XII im DRL.
Solbrig, SA-Brigadeführer.
83.Feldberg-Turnfest.
Das Feldbergturnfest wird in diesem Jahre zum 83. Male durchgeführt. Als Zeitpunkt dieser großen volkstümlichen Veranstaltung des Rhein-Maingebiets wurde endgültig der 2 0. und 21. Juni festgelegt. Die Wettkämpfe sind — wie schon in den Vorjahren — reichsoffen für alle Vereine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen.
Eine Sitzung des Feldbergfeftausschufses unter Leitung von Hugo Pfaff (Frankfurt a. M.) befaßte sich mit den Fragen der Festgestaltung, die, wie immer, besondere Rücksicht darauf nehmen wird, daß diesem historischen Volksfest die volkstümliche Eigenart erhalten bleibt, die ihm einst die Väter des Feldbergfestes gegeben haben.
Die Berichte der Obleute des Feldbergturnfestes und des Oberturnwarts Eugen K r a m b (Bad Kreuznach) über das Feldbergturnfest 1935 wiesen auf die Einrichtungen hin, die sich bewährt haben, aber auch auf solche, denen noch Fehler anhafteten.
Obmann Friede (Frankfurt a. M.) gab einen Ueberblick über die Wettkämpfe des Vorjahres. Von 1522 Teilnehmern in den verschiedenen Wettkampfstufen erfüllten 911 die gestellten Anforderungen. Die Siege verteilen sich wie folgt auf die Gaue: Gau 13, Südwest: 716, Gau 12, Hessen: 166, Gau 16, Bayern: 11, Gau 11, Mittelrhein: 10, Gau 9, Westfalen: 4, Gau 10, Niederrhein: 4 Siege.
Der Führer des Feldbergfest-Ausschusses Hugo Pfaff (Frankfurt a. M.) zeigte das 82. Feldbergfest 1935 in einer Gesamtschau, wobei die Richtlinien für die Festgestaltung 1936 klar herausgestellt wurden.
Der Oberturnwart des Feldbergfest-Ausschusses, Gauoberturnwart Eugen Kramb (Bad Kreuznach), entwickelte sodann in übersichtlicher Dar
stellung den Wettkampfplan für das diesjährige Turnfest auf jenem Taunusberge. Als
Wettkampfübungen wurden festgesetzt:
Mehrkämpfe:
Männer, Klasse 1 (19 bis 32 Jahre): 100 Meter, Kugelstoß, Kasten (Riesengrätsche), zweistündiger Gepäckmarsch.
Jugendliche (17 bis 18 Jahre): 100 Meter, Hochsprung, Kugelstoß, zweistündiger Gepäckmarsch.
Männer, Klasse 2 (33 bis 39 Jahre): 75 Meter, Weitsprung Steinstoß.
Männer, Klasse 3 (40 bis 44 Jahre): 75 Meter, Weitsprung Steinstoß.
Männer, Klasse 4 (45 Jahre und älter): 75 Meter, Weitsprung Steinstoß.
Frauen (17 Jahre und älter): 75 Meter, Hochsprung, Kugelstoß.
Mannschaflskämpfe:
Kampf um das Völsungenhorn: zweistündiger Gepäckmarsch, Kugelstoß, Riesenhocke über den Kasten, Keulenwurf, Hindernislauf über eine Strecke von etwa 300 Meter.
Iahnschild : 5 mal 100-Meter-Pendelstaffel.
Emanuel-Schmuck-Schild: 5 mal 100- Meter-Pendelstaffel (als Wanderpreis des ehemaligen Mittelrheinkreises der DT. nur offen für Mannschaften des Fachamtes I: Turnen).
Brunhildenfchild: 4 mal 75-Meter-Pendel- staffel für Frauen.
Mannschafts - Hindernislauf, Tauziehen, Mannschaftskampf im Degenfechten.
Ehrung verdienter Fußball-Vorkämpfer.
es mitunter recht gefährlich. Während die Hanauer Verteidigung sich die Arbeit durch Abseitsstellen erleichterte, baute sich vor dem Tor der Blauweißen eine starke Verteidigungsmauer auf. Zum Schluß hatte Enders eine große Chance, das Unentschieden herauszuholen. Sein Schuh war jedoch zu ungenau, er ging dem Tormann direkt in die Arme.
Hanau stellte eine äußerst ausgeglichene Mannschaft ins Feld. Meist waren es junge Spieler, die neben einigem technischen Können großen Eifer entfalteten. Bei den Blauweißen konnte, wie immer, nur die Hintermannschaft befriedigen.
1900 2. 3ugenb — DfV.R. Gießen 1:4.
Das Ergebnis der zweiten Jugend entspricht nicht dem Spielverlauf. Die beiden Mannschaften lieferten sich ein schönes spannendes Spiel. Wenn die Blau-Weißen sich die zweite Halbzeit trotzdem vier Tore gefallen lassen mußten, so ist dies allein die Schuld des Tormannes, der alle Tore hätte verhindern können.
1900 1. Schüler — BfB. Friedberg 1:1.
Die ersten Schüler zeigten ihr gewohntes schönes Spiel und ließen den Gegner zu keinem Sieg kommen. Beide Mannschaften befleißigten sich eines fchönen technischen Spieles.
1900 2. Schüler — Leihgestern 1. Schüler 2:2.
Die zweite Schülermannschaft hatte sich in Leihgestern einen Gegner verpflichtet, der, obwohl erst kurze Zeit spielend, ein ansprechendes Spiel zeigte und die 1900er zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwang.
1900 3. Schüler — Turnv. 1846 1. Schüler 6:2.
Die erstmals spielende dritte Schülermannschaft benann vielversprechend, indem sie des Turnvereins erste Schülermannschaft hoch schlug. Die Kleinsten hatten das Spiel jederzeit in der Hand und wußten durch ihre sichere Ballbehandlung zu gefallen.
Vom Fachamt Fußball wurde den Mitgliedern der Vereine, soweit sie sich um die Fußball-Bewegung besonders verdient gemacht haben, eine Ehrenurkunde ausgestellt. Innerhalb unseres Sportkreises konnten 15 Mitglieder mit diesem Ehrenbrief ausgezeichnet werden. Voraussetzung für die Verleihung des Ehrenbriefes ist, daß die zu Ehrenden entweder auf eine 30jährige Tätigkeit innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes zurückblicken, oder 20 Jahre in den Vereinen an führenden Stellen tätig fein mußten, oder sich in hohem Maße um die Fullballbewegung verdient gemacht haben.
Im Rahmen einer würdigen Feier wurde diese Ehrung vorgenommen. Der Kreisfachamtsleiter für Fußball, Hugo Henkel (Gießen), überreichte nach einer kurzen Ansprache, in der er auf die allgemeinen Verdienste der Geehrten hinwies, die Ehrenbriefe. Anschließend sprach der engste Mitarbeiter des Fachamtsleiters, Gruppenleiter Michel (Gießen). In kurzen Worten schilderte er den Werdegang und die sportliche Leistung des Fachamtsleiters Henkel. Am Schlüsse seiner Rede überreichte er dem Fachamtsleiter Henkel die Ehrenurkunde und verlas gleichzeitig das Schreiben des Gaufachamtsleiters Riemann (Kassel), in dem dieser zum Ausdruck brachte, daß es im Interesse der Sportbewegung nur wünschenswert sei, daß Henkel seine langjährige Erfahrung und sein Können noch viele Jahre in den Dienst der Bewegung stelle. Als letzter sprach der neuernannte Kreisführer des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen Staffelführer Dr. Schäfer (Gießen). Er führte etwa folgendes aus: Wenn er seine erste Amtshandlung damit beginne, den zu Ehrenden seinen Dank für die von ihnen gezeigte Treue und Hingabe abzustatten, so wolle er nicht versäumen, diese Männer gleichzeitig aufzufordern, weiter ihre ganze Kraft der großen Sportbewegung zur Verfügung zu stellen. Während der Nachkriegszeit, bis zur Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus, hätten alle Männer,
die sich ihrem Volk gegenüber verantwortlich gefühlt hätten, mit den größten Befürchtungen die Entwicklung des Sportes verfolgt. Aber in letzter Minute sei Die Jugend durch die Neugestaltung des Sports in die Bahnen zurückgeführt worden, die allein ihre richtige Erziehung im sportlichen Geiste gewährleisten könnten. Wenn er jetzt das Amt des Kreisführers im DRfL. übernommen habe, so sei es für ihn eine Selbstverständlichkeit, seine ganze Energie diesem Amt zur Verfügung zu stellen. Sein Appell gelte allen Sportlern, die schon immer der Sportbewegung gedient hätten, und er hoffe, daß ihre Zusammenarbeit das Ziel verwirklichen werde, das der DRfL. sich gestellt habe. In diesem Sinne brachte er auf unser deutsches Vaterland und auf unsere Sportbewegung ein dreifaches Sieg-Heil aus. Das gemeinsame Lied „O Deutschland hoch in Ehren" beschloß den offiziellen Teil der Feier.
Der Ehrenbrief des Deutschen Fußball-Bundes wurde verliehen an: Adolf Münker, Karl Müller, Wilhelm Kraushaar, Karl Keiner, Karl Enders, Franz Lösch, sämtlich Spielvereinigung 1900 Gießen; Friedrich Kreiling, Alois Hofmann. Wilhelm Möller, Wilhelm Simon, Rudolf G e m m e r , sämtlich Verein für Be- wegungsspiele-Reichsbahn Gießen; Bruno Grote, Sportverein 1920 Lollar; Georg Klier, Turn- und Sportgemeinde 03 Niedergirmes; Gustav Fischer und Ernst Schindler, beide Sportverein 05 Wetzlar; Kreisfachamtsleiter für Fußball Hugo Henkel, Gießen.
Die Ehrenurkunde hat folgenden Wortlaut: „In Anerkennung feiner langjährigen und erfolgreichen Mitarbeit, feines opferfreudigen und unermüdlichen Eintretens für die Ziele des Fußballsports wird Herrn......dieser Ehrenbrief verliehen.
Berlin, den 15. April 1936.
Deutscher Fußball-Bund e. V. Linnemann, Bundesführer.
Gautag der Schwimmer in Gießen
Nach dem Zusammenschluß aller den Schwimmsport pflegenden Vereine in das Fachamt Schwimmen des DRfL. versammelten sich am Sonntag erstmalig alle Amtsträger des Gaues XII in Gießen, um die Richtlinien für die künftige gemeinschaftliche Arbeit festzulegen und die grundlegenden theoretischen und praktischen Anweisungen hierzu zu erhalten.
Bezirksführer Karl Lang (Gießen) begrüßte die aus allen Teilen des Gaues erschienenen Kameraden und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Tagung allen Teilnehmern viel Wissenswertes erschließen, neue Anregungen bringen und dem Geist der Gemeinschaftsarbeit für den volkswichtigen und schönen Schwimmsport neu beleben möge.
Hierauf gab Gaufachamtsleiter Georg Schorn- bürg (Kassel) die neue Gliederung des Gaues und dessen verwaltunastechnische Einrichtung bekannt. Er wies auf die bedeutungsvollen Aufgaben für Volk und Vaterland hin, die auch die Schwimmer in selbstloser, einsatzbereiter Weise gerne und freudig erfüllten. Haben sie doch das Bewußtsein, an anerkannt wichtiger Stelle mitarbeiten zu können an dem großen Aufbauwerk des Führers.
Gau-Schwimmwart Löwe (Kassel) behandelte sodann die Ausgaben der Kreis-Schwimmwarte. Er betonte, daß der Kreis-Schwimmwart als kameradschaftlicher Betreuer aller Schwimmer seines Kreises sein besonderes Augenmerk darauf zu richten habe, daß das Schwimmen in immer weitere Kreise des Volkes getragen werde. Durch volkstümliche Wettkämpfe und Vorführungen sollen dem Schwimmsport neue Anhänger zugefichrt, daneben auch die Leistungssteigerung der Sportschwimmer in jeder Weise gefördert werden. Er gab hierzu Anweisungen, wie in allen Teilen der Kreise Lehrgänge im Schwimmen, Springen und Wasserballspiel planmäßig durchzuführen sind und wie Schwimmveranstaltungen, wenn sie werbekräftig sein sollen, gestaltet werden müssen.
Gau-Wasserballwart Pascoe (Gießen) berichtete über den Stand des Wasserballspieles, der leider im Gau nur in einigen Vereinen die erwünschte Höhe einnehme. Er stellte in Aussicht, durch planmäßige Lehrgangsarbeit dieses schönste Gebiet aller Mannschaftskämpfe, das zur Härte des Mannes und höchster fchwimmerifcher Gewandtheit erzieht, zu neuem Aufschwung zu bringen.
Der stellvertretende Gau-Schwimmwart Säuer (Gießen) sprach über das Gebiet des volkstümlichen Schwimmens und zeigte an Hand der neuen „Volkstümlichen Schwimmordnung" Wege, wie hierdurch, insbesondere auf dem flachen Lande, erfolgreich gearbeitet werden könnte.
Der praktische Lehrgang am Nachmittag in dem Städtischen Hallenbad stand unter der Leitung des Diplom-Sportlehrers Piesel (Kassel), der mit der praktischen Schulungsarbeit im Gau beauftragt ist. ♦ Vom modernen Anfänger-Schwimmunterricht bis zu den letzten Feinheiten der Technik des Sportschwimmens wurden alle Gebiete der Schwimmkunst in eindrucksvoller Weise von dem berufenen Fachmann den Amtsträgern vermittelt.
Nach schnell verflossenen Stunden kameradschaftlichen Zusammenseins schloß der Gaufachamtsleiter die lehrreiche Tagung im dankbaren Gedenken an den Führer, der auch Wegbereiter für einen neuen sportlichen Aufstieg ist.
Büchertisch.
— Franke - Ruta: „Das Haus ander scharfen Kurv e", Roman. Verlag Ullstein, Berlin. Leinen 4,— RM. — (28) — In diesem ebenso besinnlichen wie humorvollen Buch wird geschildert, wie ein Mann mit Frau und Sohn eines Tages Schluß macht und mit seiner bisherigen städtischen Existenz als Geschäftsmann und aufs Land zieht: in das „Haus an der scharfen Kurve". Er sagt ehrlich: ich kann kein Bauer werden, aber ich will wieder näher heran an die wichtigen Dinge des Lebens. Wie es ihm gelingt, wird an vielen köstlichen Episoden gezeigt. Da sind die tieffinnigen Gespräche mit dem Sohne Peter, das schöne, wirklich erschütternde Kapitel; Peter wird schwerkrank, ein Arzt ist nicht in der Nähe, die ganze Gefahr dieser Stadtflucht der kleinen Familie steht einem plötzlich vor Augen. Aber die Natur, der sie sich ja anvertraut haben, hilft, und der alte Totengräber des Dorfes, der mit einem mittelalterlichen Schröpfwerkzeug dem Kind das Leben rettet.
— Otto Pentzel: Heimat Ostafrika. Leipzig 1936. K. F. Koehler, Verlag. 209 Seiten. Ganzleinen 4,20 Mark. — (75) — Das Buch berichtet vom Segen eines Lebenswerkes, das seine Aufgabe nicht in rücksichtsloser Ausbeutung, sondern in planvoller Auswertung neugewonnenen Arbeitsraumes sieht. Es zeigt den Typ des Kolonialdeutschen, der gerecht und ohne Hochmut unter den Eingeborenen lebt, ein Glied im kleinen Kreise seiner Landsleute, die alle erst ihre romantischen Wunschträume vergessen müssen, um sich in diese Welt mit ihren eigenen Gesetzen einzufühlen. Als dann der Weltkrieg friedlicher Entwicklung ein jä- hes Ziel setzte, hatten deutsche Männer das Land ihrer Arbeit, ihre Heimat zu verteidigen. Wer sich wie Otto Pentzel mit so viel Liebe in die Seele fremder Menschen hineinzuversetzen versteht, erweist, daß er wie so viele Deutsche roürbig war, Kolonialarbeit zu leisten.
— Ludwig von Wohl: Die Türme des Schweigens. Roman. 298 Seiten. Schützen- Verlag G. m. b. H., Berlin SW 19. — (2.) — Ludwig von Wohl, der sich bereits mit seinen früheren Romanen als unterhaltsamer und phantasievoller Schilderer erwiesen hat, bewahrt die Gabe leichter und fesselnder Erzählung auch in diesem Buche, das von den merkwürdigen Erlebnissen eines abenteuerlustigen jungen Journalisten in Indien berichtet und auch kulturgeschichtlich nicht ohne Inter- esse ist.
— Konrad Beste: „Gesine und die B o st e l m ä n n e r". Ein Roman. 295 Seiten, Seinen 4,80 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 1936. — (77) — Bestes neuer Roman versetzt uns wieder in die südliche Lüneburger Heide. Mit ihr ist der Dichter verwachsen, und so gelingt ihm die Darstellung der Eigenart dieser herben und strengen Landschaft. Da leben die beiden Bosteimänner; der Vater, der den schönsten Hof weit und breit besitzt und sein Sohn Karsten, zwei Gestalten, die der Erde verbunden sind, dennoch ist in ihnen jene Unruhe, die sie den Anfech- tungen des Lebens aussetzt, den Lockungen der schönen Frau Rose, der Besitzerin des Gasthauses in der nahen Stadt. In der Gestalt der Gesine Lampe, die in der Stunde der Gefahr alle Not wendet und die beiden Bostelmänner ihrem eigentlichen Leben wiedergibt, ist dem Dichter eine zarte und naturnahe Mädchengestalt gelungen. Die dramatisch bewegte Darstellung, die klare Gestaltung von Mensch und Landschaft machen das Buch zu einer wertvollen Bereicherung unseres Schrifttums.


