Ausgabe 
11.11.1936
 
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DieVeljudung in derSowjeiunion

Jüdische Zeugnisse.

Warschau, 10. Nov. (DNB.) Das Warschauer JudenblattNasz Przeglond" liefert wertvolle Bei- träge zu dem Thema der Verjudung der Sowjet­union. Nur 1,8 o. H. der gesamten Bevölkerung der Sowjetunion, so schreibt das Blatt, seien Juden. Aber von den Hörern der Hochschulen, die ja nur studieren dürfen, wenn sie im Sinne des Kommunismus zuverlässig sind, st e l l t e n die Juden 26 v. H. Natürlich drängten die Juden in der Sowjetunion nach den einflußreichsten Po­sten. Unter den Anwärtern für die wissen­schaftlichen Institute, aus denen Hochschul­lehrer und die hohen Beamten des Staates hervor­gehen, sind sie mit 17,8 o. H. vertreten. Aufschlußreich für diesen jüdischen Drang nach den aut bezahlten Staats- und Parteipfründen sind Zif­fern, die den Zuständen in der Sowjetukraine ent­nommen sind. In den Volksschulen des soge­nannten niedrigen Typus beträgt der jüdische Hundersatz nur in den Volksschulen höheren Typus beträgt hingegen 17,3. Besonders gut bezahlt wird in der Sowjet­union bekanntlich der fachgerecht ausgebildete Tech­niker. Darum wandten sich im Jahre 1935 90 v. H. aller Juden dieser Berufsausbildung zu. Dieser Bericht aus der Sowjetunion leuchtet nur in einen kleinen Abschnitt des jüdischen Einflusses in der Sowjetunion hinein. Er hat aber besonderen Wert, weil er von Juden selbst stammt.

Englands Aufrüstung.

Für eine starke und schlagkräftige Luftmacht.

London, 10. Nov. (DNB.) Im Unterhaus fand eine große wehrpolitische Aussprache statt. Der Ver­teidigungsminister Sir Thomas I n s k i p betonte, daß die Rüstungsmaßnahmen ausschließlich Vertei­digungszwecken dienten. Für das Bestehen Englands sei die Flotte von grundlegendem Wert. Ein großer Teil der Vorteile der Jnsellage Englands sei auch heute noch gültig. Wenn die Luftflotte ihren defensiven Aufgaben gerecht werden solle, dann müsse sie genau so mächtig sein, wie es die Marine in der Vergangenheit gewesen sei. Es sei beabsich­tigt, als Abschreckungsmittel eine mög­lich st starke und schlagkräftige Lu-ft- macht zu schaffen. Die Negierung glaube, daß die neuen britischen Flugzeugtypen den Flugzeugen in keinem anderen Lande unterlegen seien. Vom Jahre 1937 ab bis zu den Jahren 1939 und 1940 werde d i e Flugzeugfabrikation stetig zu­nehmen.

Die reguläre Armee stelle in ihrem jetzigen Zu­stand ein absolutes Minimum dar. Mangelnde Bereitschaft des Staates erweise sich als kostspielig und manchmal als verhängnisvoll. Sowohl bei der regulären Armee als auch bei der Territorialarmee seien hinsichtlich des Mannschaftsbestandes und der Ausrüstung Mängel vorhanden. Die Rekru­tierungsziffer für die Flotte [ei gut und die Ziffern für die Luftstreitkräfte zufriedenstellend. Während ein Teil der bisherigen Waffen - und Muni­tionsbeschaffung bereits als ausreichend an­gesehen werden könne, sei mit der Erzeugung ande­rer Teile noch nicht begonnen worden.

Oie japanische Staatsreform

Das Erneuerungsprogramm der Armee.

Tokio, 9. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Ein Sonderausschuß des japanischen Kabinetts beschäf­tigte sich mit dem von Heer und Marine vorge­schlagenen Plan einer Staatsreform. Zunächst ist an die Wiedereinführung des staatspoliti- schen Beirates in erweiterter Form als Prüfungs- und Kontrollorgan für alle wichtigen Staatsangelegenheiten gedacht. Weiter soll eine besondere Personalabteilung für alle Zweige der Regierung, jedoch unter Aus­schluß der Wehrmacht, unter Leitung des Ministerpräsidenten, geschaffen werden. Ferner ist die Vereinfachung der Staatsverwal­tung durch Zusammenlegung bestimmter Ministe­rien, wie des Auswärtigen Amtes und des Ko­lonialministeriums geplant. Schließlich sieht der Plan eine Reform des Wahlrechtes und des Aufgabenkreises des Parlaments unter genauer Beachtung der Verfassung vor.

In poetischen Kreisen wird besonders hervorge­hoben, daß alle Behauptungen, die von ultimativen Forderungen der Armee wissen wollen, ebenso wie Diktatur^erüchte vollkommen abwegig seien. Auch von der Wehrmacht wird betont, daß sich alle Re- formoorschläge imRahmen der Verfassung und der bei der Regierungsbildung getroffenen Vereinbarungen halten. Die Wehrmacht verfolge lediglich das Ziel, Staat und Volk für die Krise zu wappnen. Angesichts der gespannten internatio­nalen Lage und der inneren Schwierigkeiten seien Reformen notwendig. Die Stärkung der Landes­verteidigung erfordere eine unter einheitlichen Ge­sichtspunkten geleitete Wirtschaftspolitik.

Kommunistische Slreikhehe im wallonischen Bergbaugebiet.

Brüssel, 11. Nov. (DNB.) Im wallonischen Bergbaugebiet macht sich lebhafte Streikstimmung bemerkbar, die durch starke Propaganda der Kom­munisten und anderer linksradikaler Gruppen ge­schürt wird. In den Orten Boussu und Elouges haben Streikende zwei Gruben gewalt­sam besetzt. Sie weigerten sich, bei Schicht­wechsel aus den Schächten herauszusteigen. Ein Steiger, der von der Grubenleitung in die Grube geschickt worden war, um auf die Gefahren eines solchen Beginnens aufmerksam zu machen, wurde von -den Streikenden gefangen genommen und erst nach mehreren Stunden wieder freigelassen. Nach­mittags sind 60 Streikende wieder emporgestiegen. Die Arbeit ist jedoch nicht wieder ausgenommen worden.

Unfallverhütung im Bergbau.

Gelsenkirchen, 10. Nov. (DNB.) Im Bei­sein von über 2000 Gefolgschaftsmitgliedern der Schachtanlage Westerholt in Gelsenkirchen-Buer hielt die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau in der DAF. zur Eröffnung der Unfall­verhütungswoche einen Neichsbetriebsappell sämt­licher deutschen Bergmänner ab. Werkscharmänner eröffneten mit dem LiedWir sind des Werkoolks Soldaten" den Appell. Der Gefolgschaftsführer Ge­neraldirektor Tengelmann erklärte unter an­derem: Wir Bergleute sind Beauftragte des deut­schen Volkes als Verwalter eines unserer kostbarsten Güter der Erde, der Kohle. Reichsstatthalter Gau­leiter Dr. Meyer behandelte die soziale Frage des

Neuaufbau des deutschen Studententums

Ser Reichsstudentenführer vor der Führerschaft des deutschen Studententums.

Stuttgart, 11. Nov. (DNB.) Don der Füh­rerschaft der deutschen Studenten formulierte Reichs­studentenführer Dr. Scheel auf einer Tagung in der Gebietsführerschule Solitude bei Stuttgart die Grundsätze des kommenden Aufbaues des deutschen Studententums.

Die Arbeit der neuen Reichsstudentenführung geht davon aus, daß der NSD.-Studenten- bunS der nationalsozialistische Kerntrupp und die Führerorganisation der Gesamtstudenten­schaft ist. Er ist insbesondere Träger der ge­samten politisch - weltanschaulichen Erziehung der Gesamtstudentenschaft nach den Richtlinien der NSDAP, und hat besondere fach­liche Aufgaben nach den Richtlinien der Partei durchzuführen. Die Deutsche Studenten­schaft dagegen hat als Zusammenschluß aller Stu­denten deutscher Abstammung und Muttersprache an den deutschen Hoch- und Fachschulen die Auf­gabe der Vertretung der gesamten Stu­dentenschaft im Rahmen der Hochschule. Sie ist zuständig für die Gesamterfassung und einheit­liche Ausrichtung aller Studenten und für die Durchführung fachlicher Ausgaben für die gesamte Studentenschaft. Der Sitz der neuen Reichsstuden­tenführung, der Reichsführung des NSD.-Studen­tenbundes und der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft ist M ü n ch e n. In Berlin wirb eine Verbindungsstelle eingerichtet.

Die Reichsschaft der Studierenden an den deut­schen Hoch- und Fachschulen als solche wird aufge­hoben werden und die Fachschulschaft als Haupt­abteilung für Fachschulen der Deutschen Studenten­schaft angegliedert werden. Die Einrichtung einer

Hauptstelle für Fachschulen im NSD.-Studenten­bund gewährleistet die gleichmäßige Behandlung aller Fachschulfragen seitens der Partei.

Sämtliche Studierenden vom ersten bis zum drit­ten Semester werden in Zukunft von der politisch- weltanschaulichen Erziehung des NSD.-Studenten- bundes erfaßt. Zur Durchführung dieser Arbeit wird der Reichserziehungsminister eine Anordnung erlassen, nach der alle Hochschulstudenten wäh­rend ihrer er st en drei Seme st er an der­selben Hochschule verbleiben. Der Reichs­studentenführer hat den Auftrag erhalten, den Ent­wurf einer neuen studentischen Verfas­sung oorzulegen.

Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel hat einen Aufruf erlassen, in dem er die deutschen Studen­ten auffordert, mit ihm zusammen als geistige Ar­beiter für Führer und Volk am Bau des national­sozialistischen deutschen Studententums mitzuschaf­fen. Die Gemeinschaft, in der sich nationalsozalisti- sche Studenten zusammenschlössen, sei die Kame­radschaft. In ihr finde jeder deutsche Student Kameraden, die mit ihm eines Sinnes seien und nach dem gleichen Ziel strebten. Die weltan­schauliche Facharbeit und die anderen studentischen Arbeitsgebiete führten Studenten wie Dozenten und Praktiker zusammen und hülfen dem einzelnen, einzudringen in die Fragen, die die nationalsozia­listische Weltanschauung an die Wissenschaft stelle. In einer Zeit, die vom deutschen Volke höchste An­spannung aller Kräfte verlange, habe auch der deutsche Student Höchstleistungen von sich selbst zu fordern.

Nationale Erfolge beim Kampsum Madrid

Gender Teneriffa meldet:

Nationale Truppen in südliche Stadtteile Madrids vorgestoßen.

Salamanca, 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Sender Teneriffa berichtet, daß die nationalen Truppen den Angriff auf Madrid mit Erfolg vorwärts getragen haben. Nach diesen Mel­dungen ist der Madrider We st park ein­genommen. Der nördliche Brückenkopf der Toledo-Brücke wurde erobert und die natio­nalen Truppen drangen auf der Toledo-Straße bis zum Toledo-Tor vor, wo wichtige Stellungen der Roten eingenommen wurden. Eine andere Kolonne überschritt den Manzanares auf der Princesa-Brücke und stieß auf der Paseo de la Delicial bis zum Atocplatz vor. Dort wurden Feldgeschütze in Stellung gebracht. Die Angriffs­handlungen der nationalen Truppen wurden wirk­sam durch Flugzeuge unter st ützt. Auf das befestigte Stadtviertel Latina legten die nationalen Flieger Bomben und es gelang ihnen, die dortige G a s a n ft a l t in Brand zu setzen. Auch die roten Batterien und das Innenministe­rium sind erneut mit Bomben belegt worden.

Durch den Madrider Sender forderte der rote Oberbefehlshaber von Madrid erneut die Bevölke­rung auf, äußer st en Wider st and zu leisten. Stündlich müsse Unterstützung eintreffen. Für Ver­stärkung der Barrikaden sollen Matratzen her­gestellt werden. Sämtliche Schneiderinnen von Ma­drid sind dafür zusammengeholt wordem Ein Luftangriff der Roten auf den Flug­platz Getafe konnte durch Flakfeuer abgewehrt werden. Beim Dorf Legane wurde ein roter Bomber heruntergeholt. Der Pilot sprang mit dem Fall­

schirm ab und wurde gefangengenommert. Die übrige Besatzung ist tot. Zwei andere rote Bomber wurden schwer getroffen, konnten jedoch die eigene Linie wieder erreichen.

DasVerteidigungskomitee" flieht aus Madrid.

Salamanca, 10. Nov. (Vom Sonderbericht­erstatter des DNB.) Nachrichten aus Madrad be­sagen, daß das nach der Flucht der rotenRegie­rung" nach Valencia in Madrid eingerichtete V e r t e i d i g u n g s k o m i t e e" es für ratsam ge­funden hat, die Haupt st adt zu verlassen und sich nach dem 165 Kilometer südöstlich von Madrid gelegenen Cuenca in Sicherheit zu brin­gen. Von den roten Behörden befindet sich jetzt nur noch der sog. Flüchtlingsausschuß in der Hauptstadt, dessen Geschäftsräume Tag und Nacht von der Einwohnerschaft belagert sind, die hier auf ihre Flüchtlingsausweise wartet, die sie für den Auszug aus Madrid benötigt. Auch Madrids un­rühmlich bekannter roter Bürgermeister Rico ist bei Nacht und Nebel aus der Stadt geflohen.

Meldungen, daß die Roten Vorbereitungen ge­troffen haben, das Post- und Telegraphenamt, die Bank von Spanien, die Ministerien und das Kö­nigsschloß im Augenblick des Einzuges der natio­nalen Truppen in die Stadtmitte in d i e Luft zu sprengen, verdichten sich immer mehr.

deutschen Bergmannes, die nach dem Willen des Führers ebenfalls zum Besten gelöst werden solle. Es müsse alles geschehen, was zur Sicherung von Gesundheit und Leben des deutschen Bergmannes dienlich sei. Oberberghauptmann S ch l a 11 m a n n erklärte: Der Bergmann wisse selbst, daß seine Ar­beit schwer sei, er solle aber auch wissen, daß alles geschehe, ihn gegen die Gefahren seines Berufes zu schützen. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bad» b e r g erklärte ebenfalls: Die toten Arbeitskamera­den mahnten daran, daß alles getan werden müsse, um die Unfälle im Bergbau auf ein geringstmög­liches Maß herabzudrücken. Bei der Durchführung des Dierjahresplans müsse auch auf die Erhaltung der Dolkskraft durch Verhütung von Unfällen be­sonders geachtet werden.

Beförderungen in der Motorgruppe Hessen.

NSG. In der Motorgruppe Hessen des NSKK. wurden zum 9. November 1936 innerhalb des Gau­gebietes Hessen-Nassau befördert: zum Oberstaffel­führer: Staffelführer Kurt Seck er, Stabsführer der Matvrgruppe Hessen, Staffelführer Karl Schä­fer, der Führer der Staffel II/M 148 (Limburg); zum Sturmhauptführer: Obersturmführer Peter R i p p e r, der Führer der Staffel III/M 50 (Oden­wald).

Landjugend-Winterlager der HI

Im Laufe dieses Winters werden von der HI. gemeinsam mit dem Reichsnährstand Winter­lager für die Landjugend durchgeführt Die Lager finden in den Gebieten Nvrdmark, Nordsee, Niedersachsen, Westfalen sowie im Rheinland, in Württemberg, Bayern und in der Kurmark statt. Sie stehen alle unter Leitung eines HI.-Führers. Zweck der Lager ist: körperliche Ertüchtigung, agrarpolitische Schulung und Bearbeitung von Fragen der Gemeinschaftsgestaltung. In den La­gern, die sowohl für Jungen wie für Mädel einge­richtet werden, sollen in diesem Jahr zunächst 10 000 junge Menschen zusammengezogen werden. An den Lagern, deren Bedeutung durch die lieber» nähme des Protektorats durch den Reichsbauern­führer R. Walther Darr£ gekennzeichnet wird, sol­len sowohl Jungbauern als auch Kleinbauern- und Landarbeiter-Jugend teilnehmen.

Führertagung der Hitlerjugend.

NSG. Der Führer des Gebietes 13 der Hitler­jugend, Oberbannführer Brandt, hat das ge­samte Führerkorps der hessen-nassauischen Hitler- Jugend zu einer Arbeitstagung am 15. No- pember 1936 nach Wiesbaden einberufen, um ihm dort den Winterarbeitsplan und die Richtlinien zu feiner Durchführung bekannt zu ge­ben. Die Tagung findet im Paulinenschlößchen statt und bildet den Auftakt zu einer intensiven Winterarbeit, die außerdem eine Reihe von Son­deraktionen vorsieht.

Innerhalb des Gebietes 13 Hessen-Nassau wurden

durch den Neichsjugendführer am 9. November 1936 folgende Führer befördert: Zum Unter­bannführer der Führer des Bannes 115 Darmstadt, Gefolgschaftsführer Hüther, zum Fähnleinführer der Führer des Jungbannes 87, Westerwald, Jung­zugführer Görnert, zum Stammführer der Führer des Jungbannes 98, Hanau, Fähnleinfüh­rer Kropparth, der Führer des Jungbannes 118, Worms, Fähnleinführer Kne11, der Führer des Jungbannes 288, Niederwald, Fähnleinführer Bund, der Führer des Jungbannes 304, Vogels­berg, Fähnleinführer Seiler.

Deutschland ein Borbild auf dem Gebiet derZuqendertüchtigung

London, 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wäh­rend der Aussprache im Oberhaus über die kör­perliche Ertüchtigung der englischen Jugend erklärte der konservative Lord Mer­sey, er habe kürzlich Deutschland besucht und könne nur sestestllen, daß England auf dem GebietderJugendertüchtigungviel vvnDeutsch- l a n b lernen könne. Die Deutschen sähen gesund aus; alle seien höflich und freundlich. Die Dörfer seien peinlich sauber. Elendsquartiere seien so gut wie überhaupt nicht zu sehen. Das bessere Aussehen der Deutschen sei auf ihre körperliche Ausbildung zurückzuführen, die er in Deutschland habe fest­stellen können.

Eunst und Mttfenschatt.

Verleger Alfred Sfaarfmann Ehrendoktor von Innsbruck.

An der Universität Innsbruck fand die feierliche Promotion des Leipziger Verlegers Alfr. Staack- mann statt. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Schmitt, würdigte die hervorragenden'Verdienste Staackmanns als Verleger des österreichischen Schrifttums. Die völkerverbindende Seite seiner Derlegertätigkeit, die die beiden Länder und ihr geistiges Schaffen einander näherbringe, habe die Universität bewogen, Staackmann die höchste Aus­zeichnung zu verleihen.

Dr. Alfred Staackmann dankte für die Ehrung und bezeichnete als Ziel seines verlegerischen Schaf­fens, eine Brücke, auf der sich das geistige Schaffen Deutschlands und Oesterreichs finde, zu bauen. Er wolle durch seine Tätigkeit den Austausch geistiger Güter bewerkstelligen und der Dichtung Oesterreichs im gesamtdeutschen Schrifttum den ihr gebührenden Platz einräumen.

Schwäbischer Dichterpreis 1936.

jm württernbergischen Staatstheater gab der württernbergische Ministerpräsident Mergentha- ler die Preisträger des schwäbischen Dich­terpreises 1936 bekannt. Es sind Anna Schieber, die warmherzige Künderin deutscher Mütterlichkeit, Ludwig F i n ck h, der mutige Kämp­fer für deutsche Art und Heimat, und August L ä m m l e, der bodenverbundene Künder des schwäbischen Menschen und Erhatter schwäbischen Brauchtums.

Vor einem neuen Abschnitt der Schulreform.

Don Siaaiöminister a. O. Dr. Hartnacke.

Die zwölfjährige Gesamtschulzelt ist vor kurzem verkündet worden. Sie war unver­meidlich, weil die zweijährige Dienstzeit eine wei­tere Hinausschiebung der Gesamtoorbereitungszeit vor Berus und Ehe brachte, die eine Verschlechte­rung der oolksbiologischen Lage bedeutet hätte, wenn nicht im übrigen an der Vorbereitungszeit gekürzt worden wäre. Die 12jährige Schulzeit stellt für alle, die heute in der höheren Schule finbt eine Verkürzung der Zeit in der höheren Schule auf acht Jahre dar, denn die vier Jahre Grundschule sind ja schon abgeleistet. Offen ist die Frage, was für die Zukunft gelten soll. Denn offen ist durchaus die Möglichkeit, daß die Grund­schule auf drei Jahre verkürzt wird wie von volks- biologisch gerichteten Kreisen ja schon lange gefor­dert worden ist. Es würde dann für die höhere Schule die Zeit von neun Jahren bleiben, und es würde damit wieder hergestellt werden, was vor der vierjährigen Grundschule in Deutschland weit­hin Brauch war. Entscheidend wird sein: w a s ist zweckmäßiger: das vierte Schulpflichtjahr in der Volksschule oder in der Sexta?

Deutschland ist heute vor Aufgaben gestellt wie in dieser Art niemals vorher in seiner Geschichte. Es handelt sich um die Weltgeltung seiner Kultur, seiner Wissenschaft, seiner wirtschaftlich-technischen Leistung. Es geht in die Zukunft mit einem zahlen­mäßig begrenzten Nachwuchs. Und dieser Nachwuchs enthält, rein biologisch gesehen, einen geringer wer­denden Anteil von Trägern ausgelesenen Erbgutes, weil schon seit Jahren die Berufsgruppen, die kein überdurchschnittliches Erbgut darstellen, weil sie durchAufstieg" Begabungen verloren und nicht durch Zuzug neue gewonnen haben, mehr Kinder haben, als die Berufsgruppen, die Begabungszuzug haben, aber zu geringen Nachwuchs. In den Jah­ren vor dem Kriege verhielten sich die Kinderzahlen in 100 Landarbeiterehen zu denen in 100 Angestell­tenehen wie 100:55; das war schon bedrohlich ge­nug. Nach den Ergebnissen der Volkszählung ist nun das Verhältnis auf 100:45 verschlechtert. Der Anteil der Geistesarbeiter ist offensichtlich geringer geworden. Die Hochschulen klagen über mangelnden Nachwuchs, und die Klagen sind verständlich aus dem soeben bargelegten Sachverhalt.

Und die Folgerungen: Was an Nachwuchs für gehobene geistige und wissenschaftlich-technische Be­rufe ausgebildet wird, muß so gründlich und so schnell gefördert werden wie möglich. Gründlich, weil die Aufgaben des Volkes es fordern, und schnell, weil alles geschehen muß, dem Nachwuchs frühere Berufs- und Ehefertigkeit und schnelle Siche­rung seiner wirtschaftlichen Lage zu schaffen. Die sächsischen Jungakademiker, d. h. die berufsfertigen Studierten bis zum 35. Lebensjahr, haben in ihrem nichtbeamteten Teil (5363 Köpfe) ganze 1057 Kinder, d. h. 19,7 Kinder je 100 Köpfe; in ihrem beamteten Teil (1367 Köpfe) haben sie 839 Kinder, d. h. 61,3 Kinder je 100 Köpfe. Das ist eine gar zu schwache Abschlagszahlung auf die Gesamtschuld an Nach­wuchs. Nach Burgdörfer muß jede Ehe 3,4 Kinder haben, wenn der Anteil am Volksganzen unge­schwächt bleiben soll. Das wären, da alle doch heiraten müßten, 22 882 Kinder, die die Gesamt­gruppe der 6730 Jungakademiker bis zum Abschluß ihrer Ehefruchtbarkeit stellen müßte. Geleistet sind bisher:

1057

4- 839

1 896 Kinder.

Glaubt man, daß von dieser Gruppe zur Erfüllung der fast 23 000 noch rund 21 000 Kinder dem Volke gestellt werden, nachdem von den 6730 nicht weniger als rund 80 v. H. unverheiratet oder kinderlos sind?

Wenn ein Volksteil so im Rückstände bleibt, ist er damit praktisch dem Aussterben in wenigen Jahrzehnten ausgesetzt. Wenn man sich die gesamte Auslesegruppe der Studierten, also alle Studenten auf deutschen Hochschulen einmal wegdächte: diese Auslese wäre nicht in gleicher Zahl und Begabungs­stärke aus dem Gesamtoolke noch einmal heraus­zuholen. Das ist zahlenmäßig beweisbar. Das müssen entscheidende Ueberlegungen dafür sein, die Auslesegruppe unter die Bedingung der schnellsten und dabei gründlichsten und nach Möglichkeit un­gestörten geistigen Durchbildung zu bringen.

Die Ausbildung ist gründlicher und fördernder in einer Klasse, die etwa aus dem besten Drittel des Gesamt-Jahrgangs ausgelesen ist. Es fehlt das hemmende Schwergewicht der Langsamen und Schwächeren. In der Sexta als viertem Schuljahr kann man nach Breite und Tiefe ganz andere Unterrichtsarbeit leisten, als in dem vierten Schul­jahr der allgemeinen Grundschule. Ich weiß, daß man das 4. Grundschuljahr zur Gemeinschafts­erziehung gefordert hat. Dafür sind aber Arbeits­und Heeresdienst im Jünglingsalter besser geeignet, als ein Grundschuljahr mehr im Kindesalter.

lieber allem steht das Volk in seinem Erbgut und seiner Leistungshöhe. Und die Rücksicht daraus muß über alles andere gehen. Des Volkes Wohl und Gedeihen fordert, daß jeder Zeitgewinn zu Gunsten der besten Förderung der der Förderungs­fähigen und Förderungswilligen und des in ihnen steckenden Erbgutes wahrgenommen und jeder Zeitverluftt vermieden wird.

Max-Eyth-preis des BDI.

In dem Schrifttum aus den Gebieten der Tech­nik treten bisher erzählende Darstellungen, wie sie der Dichter Max Eyth dem deutschen Volke ge­schenkt hat, völlig zurück gegenüber Fachabhand­lungen, die für den Laien oft wenig interessant und schwer verständlich sind. Um die Entstehung eines wertvollen, erzählenden Schrifttums der Tech­nik zu fördern, haben anläßlich der 100. Wieder­kehr des Geburtstages von Max Eyth der Verein deutscher Ingenieure (VDJ.) und die Max-Eyth- Gesellschaft zur Förderung der Landtechnik im Verein Deutscher Ingenieure für die besten Leistun­gen auf technisch-schriftstellerischem Gebiet einen Max-Eyth-Preis ! n Höhe von 1000 Mark gestiftet. Nicht nur deutsche Ingenieure, sondern alle schriftstellerisch tätigen Volksgenossen arischer Abstammung können sich um den Preis bewerben. Alljährlich am 6. Mai, dem Geburtstage Max Eyths, wird der Preis für den besten noch nicht veröffentlichten Aufsatz verliehen, der einen Stoff aus dem Gebiet der Technik in allgemein- verständlicher, fesselnder Form in Prosa behandelt. Besonders erwünscht sind dabei Aufsätze, die sich mit dem Wirken der Technik in der Landwirt­schaft befassen. Zum ersten Male wird der Max« Eyth-Preis am 6. Mai 1937 verliehen werden.

Dem Preisgericht gehören an: Fachschaftsberater Metzner als Vertreter der Reichsschrifttumskam­mer, Prof. Dr. Ing. e. h. Dr.phil.h. c, C. Matschoß