Ausgabe 
11.5.1936
 
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Kunst und Wissenschaft

Aus aller Welt

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Als Auftakt für den am 16. und 17. Mai statt- ihönhöM hmX (Xm? A»«lqgw tDLiröC am

rziehung und Unterricht die ReichsausstellungJugend­herbergen und Heime" eröffnet. An Hand von zahl­

findendenReichswerbe- und Opferte Sonntag im Reichsinstitut für (

honen hinweg, über die Stämme hinweg einem einheitlichen deutschen werden, das in feinen Taten immer wieder davon kündet, daß es zueinandergehört.

neuen Jagdgeräte find ebenso vertreten wie die Köhlerei.

China ehrt einen deutschen Gelehrten.

Dem deutschen Sinologen Professor Dr. Otto Franke wurde in Anerkennung seiner hervor­ragenden Verdienste um die Erschließung der chine­sischen Kultur und Geschichte für die abendländische Wissenschaft von der chinesischen Zentralregierung ein hoher Orden verliehen. Professor Franke hat soeben den zweiten Band seiner umfassendenG e - schichte des chinesischen Reiches" heraus« gegeben, die es zum erstenmal in der abendländi­schen Wissenschaft unternimmt, den Gesamtverlauf der chinesischen Geschichte unter weitgehender Aus­wertung der chinesischen Quellen darzustellen.

Bei seiner Landung am Samstag wurde LZHin­denburg" von einer riesigen Menschenmenge mit Jubel empfangen. Das Luftschiff hatte eine triumphale Fahrt hinter sich: in 60 Stun­den über den Rordatlantik, während die beste Damp- erzeit von Bremen nach Reuyork 5 Tage und 17 Stunden beträgt. Seit der Abfahrt in Friedrichs­hafen wurden 3800 Seemeilen, mehr als 7000 Kilo­meter mit einem Stundendurchschnitt von 120 Kilo­meter zurückgelegt. Die Diesel-Rohölmotoren haben sich wieder hervorragend bewährt und ihr Pensum, ohne auch nur die kleinste Störung zu zeigen, tadellos abgeleistet.

Kapitän Lehmann und Dr. Eckener erklär­ten, daß diesmal die Wetterbedingungen besonders günstig waren. Ehe die offiziellen Vertreter die Schiffsführung begrüßen konnten, hatten Rund­funk und Presse schon das Leitwort aufgegriffen, unter dem diese Fahrt unseresHindenburg" steht. Der Förderung und Vertiefung der freundschaft- lichen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika zu dienen!

Sftigenbe Fremdenverkehrszahlen in Deutschland.

Dom 1. Oktober 1934 bis 1. Oktober 1935 wurden nach den Erhebungen des Statistischen Reichsamtes in Deutschland insgesamt 19,13 Millionen Frem­

denmeldungen und 73,92 Millionen Fremden­übernachtungen festgestellt. Das sind 13 v. H. mehr Meldungen und 17 v. H. mehr Uebernachtungen als im Jahre zuvor. Der in diesen Zahlen ent­haltene Fremdenverkehr aus dem Aus­land ist noch mehr gestiegen und zwar die Mel­dungen der Fremden aus dem Ausland um 19 v. H. auf 1,53 Millionen und die Uebernachtungen um 27 v. H. auf 4,6 Millionen. Gegenüber dem Jahre zuvor haben die Fremdenübernachtungen am stärk­sten in Norddeutschland, am schwächsten in Süd­deutschland zugenommen. Im Reichsdurchschnitt haben die Uebernachtungen um 27,4 v. H. zuge­nommen, die Uebernachtungen in Norddeutschland um 46, in Süddeutschland um 17,4, in Westdeutsch­land um 31,7, in Ostdeutschland um 28 und in Mitteldeutschland um 32,5 o. H. Rund ein Fünftel der Besucher aus dem Ausland entfielen wie im Vorjahr auf Holland; aber auch aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei ist die Besucherzahl gestiegen.

Schlangenbad schützt seine Schlangen.

In den Wäldern des Taunusbades Schlan­genbad ist seit Jahrhunderten eine schön gezeich­nete, harmlose G o l d n a t t e r heimisch, die einst­mals alsTempelschlange" mit dem Aeskulapdienst der Römer eingeführt wurde. Da das nützliche, in­sektenvertilgende Reptil, das als Wahrzeichen Schlangenbads angesehen wird, auszusterben drohte, hat man es unter Heirnatschutz gestellt.

ReichsaussiellungJugendherbergen und Heime".

Das tschechoslowakische Pressebüro ist ermächtigt, die Denkschrift desSlowakischen Rates" (Profes­sor Jehliczka) an den Völkerbund über das Auf­marschgebiet des Bolschewismus in der Slowakei a u f das bestimmteste zu dementieren. Es fei dies bereits wiederholt dementiert worden, zuletzt von Außenminister Eden im englischen Un­terhaus.

Jestaufsührung im MiinchenerNational- theater in Anwesenheit des Führers.

In München fand die festliche Eröffnungsvor­stellung der III. Reichstheaterfestwoche im Nationaltheater mit Richard WagnersRi- e n z i" statt. Die große kulturelle Bedeutung der Reichstheaterfestwoche [anb durch das Erschei - nen des Führers m der Eröffnungsvorstellung ihren Ausdruck. Mit dem Führer wohnten der Festoorstellung u. a. bei: Der Stellvertreter des Führers, die Reichsminister Dr. Goebbels, Freiherr von Neurath und Dr. Frank, die Reichsleiter Reichsstatthalter von Epp, Reichspressechef Dr. Dietrich und Oberbürgermeister Fiehler, der Staatssekretär Funk, der deutsche Gesandte in Wien von Papen, der Präsident der Reichstheaterkammer Ministerialrat Dr. Schlös­ser, die Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Staatsrat I o h st und der Reichsrundfunkkammer Ministerialrat Dreßler-Andreß, der Reichs- kulturwalter M o r a 11 e r, Prinz von Hessen, ferner zahlreiche Mitglieder des Reichskultursenats und über 160 deutsche Bühnenleiter und Intendanten.

Die Inszenierung der Neueinstudierung desRi- enzi" war Kurt Bache anvertraut, die Bühnen- biloer schuf Adolf Linnebach. Den Rienzi sang Kammersänger Julius P o e l z e r, die Irene Elisa­beth F e u g c, den Stephano Colonna Paul B e n » d e r. Ferner wirkten mit Karin B r a n z e l l, Joseph R u e h r, Georg Hann, Emil Graf, Odo R u e p p , Gertrud R i e d i g e r und Walther C a r n u t h. Der Beifall verstärkte sich am Schlüsse der Aufführung zu stürmischer Huldigung für die Bühnenkräfte. Viele Male mußte sich der Vorhang teilen, und der Dirigent Generalmusikdirektor Boehm mußte sich mit den Darstellern unter dem stürmischen Beifall der Zuschauer zeigen, an dem sich der Führer lebhaft beteiligte. Bei der Ab-

Pflicht erkannten, die Gott selbst in unser Blut hmeinpflanzte.

Der Redner ging nun über zu der Verbindung dieses pflichtgemäßen Handelns im Sinne des Wil­lens Gottes mit positiver Religion. In die- fern Sinne habe noch niemals ein Programm mit größerer Berechtigung die Worte ausgenommen: Die Partei als solche steht aufdemBodendes positiven Christentums. Auch niemals habe ein Staat berechtigter gehandelt als der na­tionalsozialistische Staat, der diese Maxime seines Handelns nicht nur in Worten feftgekgt, sondern sie in d i e Tat umgesetzt habe.Die Glau- benslatzungen der Kirche gehen uns als solche nichts an. Das sind Angelegenheiten der Kirche und ihrer Oraane."

Der Redner gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß ein solches positives Christentum alle Volksgenossen erfassen möge.Wir müssen über die Stände hinweg, über die Konfes-

nicht hier ist, das nicht dort ist, sondern das inwendig in uns s e l b e r ist. Der Führer erinnerte daran, daß nicht nur einer immer die Schuld auf den an­deren schieben solle, sondern daß wir alle Schuld haben, weil wir unsere Pflicht selber nicht erkann­ten. Der Führer wies auch hin auf den einzigen Weg zum Licht, den Weg über den Glauben, der Berge versetzt. Ein Wunder war notwendig, so lehrte uns der Führer. Aber das Wunder lag uns. Das Wunder bestand darin, daß wir uns'

reichen Modellen, Bildern, Plänen und Statistiken gibt diese Ausstellung zum ersten Male ein eindrucks­volles Bild vom deutschen Jugendherbergswesen und feiner führenden Stellung in der ganzen Welt. Der Leiter des Reichsoerbandes für deutsche Jugendher­bergen, Obergebietsführer R o d a tz, konnte namens der Reichsjugendführung Vertreter der Partei, des Reichserziehungsministeriums und der Stadt Berlin begrüben. Der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitz er schilderte aus eigenem Erleben heraus, wie sehr die Vorkriegsjugend das Fehlen solcher Ju­gendherbergen empfunden habe. In diesen Herbergen lebe heute die Jugend ohne Luxus unter einfachen und harten Bedingungen.

Reichsfachausslellung des Däckerhanbwerks.

In Mannheim wurde die alle drei Jahre ftatt= findende Reichsfachausstellung des Bäckerhandwerks durch den Reichsinnungsmeister Größer eröffnet. Die Ausstellung gibt einen Ueberblick über die Ge­bäckarten der deutschen Landschaften, über Schu- lungswesen der Lehrlinge, das Drganifations« und Versicherungswesen usw. Eine kulturhistorische

waken eine intensive Propaganda zur Aus­wanderung nach Sibirien, wo sie mit Waldarbeiten beschäftigt werden sollen. Die Denk­schrift fordert die Herstellung eines pol­nisch-ungarischen Blockes. Die Slowakei sei Mit Polen durch Sprache und Religion verwandt, während die geographischen und wirtschaftlichen Ver­bindungen mit Ungarn auf mehr als tausendjährig gern staatlichen Zusammenleben beruhten. Wenn also dieses Gebiet durch eine vernünftige Neuordnung wieder zu Ungarn käme, würde es ein na­türliches, ideales Band zwischen Ungarn und Polen darstellen: Damit wäre öer t s ch e ch i s ch . b o l > schewistische Korridor beseitigt, und die Pläne der Roten Armee zur Umwandlung der Slowakei zu einer russischen Militärbasis wurden hinfällig werden. Die Tschechen müßten in ihre Volkstumsgrenzen verwiesen werden.

Ehret die Mutter!

Morgenfeier des Frauenarbeitsdienftes.

Berlin, 10. Mat. (DNB.) Zu einem eindrucks­vollen Bekenntnis der Jugend zu der deutschen Frau und Mutter gestaltete sich am Sonntag eine Morgenfeier des Frauenarbeits­dienstes im Hause des Rundfunks, die unter dem Motto dieses TagesEhret die Mutter" als Reichssendung über alle deutschen Sender ging. Einleitend wies der Neichsminister Dr. Frick dar­aus hin, daß der im Systemstaat durch Redensarten und ein Veranstaltungsvielerlei nur äußerlich aus­gemachte Muttertag heute zu einem Feiertag der Nation geworden sei, die ihre Dankbarkeit für das Wesen und Wirken der deutschen Frau zum Ausdruck bringen wolle. Der besonderen Stellung der Frau werde durch die nationalsozialistische steuer- und bevölkerungspolitische Gesetzgebung und zahlreiche Neueinrichtungen auf sozialem Gebiet Rechnung getragen, wobei das bisher Getane nur ein Anfang fei. Neichsminister Frick schloß mit einem Gruß an die deutsche Frau.

Zum Abschluß der Feierstunde, die von musika­lischen Darbietungen und Sprechchören umrahmt wurde, sprach die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink. Sie gab ihrer starken Genug­tuung Ausdruck, heute allen Müttern etwas von der dankbaren Freude übermitteln zu können, die in der Jugend wieder wachse. Sie wandte sich auch an die kinderlosen Frauen, denen keine Nachkommenschaft beschert ist, und erklärte, wie sie durch Uebernahme von Patenschaften oder durch Adoption Gutes wirken könnten für sich und die Nation.Als seelische Kräfteträge- rinnen des Volkes", so schloß Frau Scholz-Klink, wollen wir weiter dem Daterlande dienen, dank­bar, in dieser stolzen und schönen Zeit deutsche Frauen zu sein!"

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Frau Gertrud Scholz-Klink ist anläßlich des Mut­tertages in den Ehrenführerring des Reichsbundes der Kinderreichen einge­treten. Dem Ehrenführerring des RdK. gehörten d i sh e r nur führende Männer aus Partei und Staat an, darunter sechs Neichsminister. Die Be­rufung der Reichsfrauenführerin, die selbst Mut­ter von vier Kindern ist. soll die Achtung und Verehrung zum Ausdruck bringen, die die Frau und Mutter im nationalsozialistischen Deutschland genießt. Gleichzeitig beweist sie die enge Verbun­denheit zwischen der deutschen Frauenarbeit und dem bevölkerungspolitischen Aufbau unseres Volkes.

Neichsminister Kerrl spricht in Halberstadt.

H a l b e r st a d t, 9. Mai. (DNB.) In Halberstadt wurde das D o m m u s e u m, in das auch der Dom­schatz ausgenommen wurde, feierlich eröffnet. Reichsminister Kerrl hatte es übernommen, das Museum zu eröffnen. Der Minister sprach von der deutschen Seele, die aus der deutschen Sprache, aus den deutschen Sagen und Legenden, aus einem Dornröschenmärchen wie aus der Sage von der Brünhilde spreche. Dem deutschen Wesen, dem deut­schen Blut, dem Handeln nach oen Geboten des eige­nen Gewissens entspreche es, daß der Deutsche eine Tat nie um des Mammons willen, sondern nur u m ihrer selbst willen tun könne. 5)abe der Deutsche einmal die tiefe Bedeutung des Handelns aus dem eigenen Gewissen heraus erkannt, dann werde er sich auch feiner Unzulänglichkeit bewußt und werde demütig. Er erhebe feine Hand zum Himmel und bitte um die Gnade, die von oben komme. Diese Gnade habe immer gewaltet über all dem Großen, was die Deutschen in der Geschichte geleistet haben. Sie hat gewaltet in den tausenden und abertaufenben deutschen Siegen im Weltkriege, und als dann das deutsche Volk der Verzweiflung nahe war, als es an Gott die Frage richtete, wie er es zulasten konnte, daß nach diesen herrlichen Sie­gen das Volk um die Früchte betrogen wurde, da waltete die Gnade wieder, und Gott schenkte uns den Führer. Und dieser Führer tat nur eins: Er wies uns immer wieder hin auf das Reich, das nicht von äußeren Ehren kommt, das

Waikäferplage vor den Toren Augsburgs.

Die Schaltjahre haben nach alter Erfahrung eine Besonderheit: die Maikäferplage. Auch das Jahr 1936 scheint keine Ausnahme davon zu machen. In ganz besonderem Maße haben die Maikäfer- schwärme in den letzten Tagen die bei Augsburg liegenden Gemeinden des östlichen Lechraines in Höhe des Flugplatzes Lechfeld heimgesucht. Es sind die Gemeinden Unterbergen, Schmiechen, Pritt- ricfying, Winkl und Scheuring. Besonders schlimm wurde die Ortschaft Winkl betroffen, wo eine dichte Wolke mit Hunderttaufenden von Maikäfern in einer Tiefe von 8 Kilometer und einer Breite von 500 Meter etwa 10 Meter über dem Boden fliegend den Lech überschritt und sich als schwarze Wolke auf den Bäumen der Ortschaft niederließ. Kahl- gefressenes Gezweig und das Gerippe der Aeste geben den befallenen Strichen das Gepräge einer hoffnungslosen Verwüstung. 20 Zentner Mai- fäfer wurden allein an einem Tage vernichtet. Trotzdem bot sich am Morgen des nächsten Tages wieder dasselbe Bild. In den Gärten lagen die Käfer bis 10 Zentimeter hoch am Boden, weil sie auf den Bäumen keinen Platz mehr hatten. Zur Bekämpfung der Plage wurde der Arbeitsdienst eingesetzt.

Verwüstungen durch einen Kugelblitz.

Bei einem schweren Gewitter, das dieser Tage über Betzdorf niederging, schlug unter starkem Krachen ein Kugelblitz in das Haus des Lokomotivfüh­rers Augst. Die seltene Erscheinung eines Kugel­blitzes richtete in allen Räumen bis zum Keller hinab Verwüstungen an. Das Gewitter war zudem von einem fast dreistündigen heftigen Regen begleitet.

Die Sowjetfahne auf dem Obersten Vundesgericht in Washington.

Den Einwohnern der amerikanischen Bundes­hauptstadt Washington bot sich am Donnerstag morgen ein ungewöhnlicher Anblick. Eine riesige große Kommuni st enflagge mit Ham­mer und Sichel flatterte über dem neuen Marmorgebäude des Obersten Bundesgerichts. Erst nach lV2ftünbiger angestrengter Arbeit gelang es der Polizei unb der Bundesgerichtswache, die Fahne von dem 25 Meter hohen Mast, an dem sie fest verknotet war, herunterzuholen. Am Fuß des Fah­nenmastes fand die Polizei eine Nummer des Lampoon", des Witzblattes der Harvard-Universi­tät, die einen Artikel mit der ÜberschriftNieder mit dem Kapitalismus" enthielt. Die Polizei nimmt an, daß es sich um einen schlechten Scherz eines Havard-Studenten handelt.

Todesurteil gegen einen Gattenmürber.

Das Görlitzer Schwurgericht verurteilte ben 41 Jahre alten Georg Bay aus Kobersborf (Kreis Görlitz) wegen Ermorbung feiner Ehe­frau Frieba zum Tobe unb wegen Vergehens gegen § 175 zu fünf Jahren Gefängnis. Auherbem würben bem Verurteilten bie bürgerlichen Ehren­rechte auf Lebenszeit aberkannt. Bay hatte feine zweite Ehefrau hoch versichert unb sie, um bie Ver­sicherungssumme von 24 000 Mark zu erhalten, im Babe burch einen wuchtigen Schlag betäubt unb bann im Babewasser ertränkt. Bemerkenswert ist, baß seine erste Frau unter eigenartigen Vergif­tungserscheinungen gestorben ist. Man vermutete, baß Bay auch in biefem Fall ben Tob feiner Frau gewaltsam herbeigeführt hat. Ein Beweis für bie Schulb bes Angeklagten hat sich jeboch nicht er­bringen lassen.

Schau schließt sich an. In der Jndustrieabteilung sind in Art einer Messe alle Hilfsmittel für Bäckerei- betriebe ausgestellt. Zusammen mit der Ausstellung findet eine Arbeitstagung des Bäcker­handwerks statt, in der wichtige Fragen der Organisation, aber auch allgemein wichtige Ernäh­rungsfragen behandelt werden. Am Dienstag wird eine Sitzung der Landeshandwerksmeifter unter der der Leitung des Reichshandwerksmeisters abgehal­ten.

Oie Zeugenaussage im Berliner Baugruben-prozeß.

3m Berliner Bauunglücksprozeß griff die Verteidigung noch einmal die Aeuherung des Vorarbeiters P a u e r s auf, daß die Baustelle von der Belegschaft alsS ch w i n d e l b a u" bezeich­net worden sei. Pauers begründete noch einmal, wie es auf Grund der von den Arbeitern feftge- stellten Mängel zu diesem vernichtenden Werturteil gekommen ist. Pauers habe den getöteten Schacht- meister D ü m t e gebeten, ihn besonders in ben letzten Tagen nicht mehr allein zu lassen, bamit er, fein Stellvertreter, im Falle eine Unglücks bie 23er- antroortung nicht allein zu tragen habe, unb Dümfe hat biefe Bitte erfüllt.

Auf eine Frage bes Angeklagten Weyher, der den Vorarbeiter Pauers tun nach feiner Einliefe­rung in bas Krankenhaus besucht hat, erklärt ber Zeuge, er habe gleich bei feinen ersten Gesprächen Darauf hingewiesen, baß bassaumäßige" U- (Eifenmaterial, bas in ber untersten Steifen- läge eingebaut würbe, viel Schulb an bem Einsturz- Unglück trage. Im weiteren Verlauf schränkte P a u e r s feine Angaben über bie frelstehenben Rammträger bahln ein, baß es sich um sechs bis acht Stück gehanbelt habe. Zum Schluß berichtete P. unaufgeforbert, baß Bauleiter Roth brei bis vier Wochen vor bem Unfall sehr verärgert auf bie Baustelle gekommen sei unb erklärt habe, baß alle von ihm eingereichten Anträge abgelehnt würben. (Gemeint finb offenbar feine Materialanforberungen. D. Reb.) Unter ben Arbeitern würbe allgemein ba- oon gesprochen, baß sich Noth bereits nach einer an­deren Stelle umsehe.

. Der Zimmerpolier Dawid hatte sich als Zeuge über die Frage der Aussteifung zu äußern. Seiner Erklärung nach haben an vier Trägern der östlichen Mittelwand in der vierten Steifenlage die U-(Eifen gefehlt, die nach den Bauvorschriften als Widerlager für die Steifen hätten angebracht werden müssen.

Wückenplage in der Pfalz.

Seit einigen Tagen wird in der Westpfalz eine seltsame zoologische Erscheinung beobachtet. Bisher fast unbekannte Mücken sind in so dichten Schwär- men über Städte und Dörfer hergefallen, daß sie einer richtigen Landplage werden. Es Han- delt sich um die sog. Haarmücke, von denen einige Arten zwar jedes Jahr auftreten, die aber noch niemals in so gewaltigen Schwärmen beobachtet worden sind. Glücklicherweise sind sie in den Forsten und Gärten unschädlich.

fahrt vom Nationaltheater wurden dem Führer be­geisterte Zustimmungen dargebracht.

Erstes deutsches Forstmuseum in Goslar.

Dieser Tage wurde die Forstabteilung des Goslarer Heimatmuseums der Deffent- lichkeit übergeben und damit eine Neuschöpfung der Allgemeinheit zugänglich gemacht, wie sie bisher in Deutschland einzig und ohne Vorbild ist. Wir haben in Deutschland bisher nur im Deutschen Mu­seum in München einen Versuch, im Rahmen ber für Meisterwerke ber Naturwissenschaft unb Technik bestimmten Museumsausstellung auch ben beutschen Walb zu erwähnen. In ber Forstabteilung bes Gos­larer Heimatmuseums, am wahlberechtigten Platz innerhalb beutschen Walbgebietes, ist eine forst­geschichtliche unb forstwirtschaftliche Zusammenstel­lung unb Uebersicht geschaffen worben, bie für ähn­liche Versuche Vorbilb sein kann. In Schaubilbern wirb eine Uebersicht über ben beutschen Walb ge­geben, wobei bie Verteilung ber Holzarten, bie 23e« fitzverhältnisfe, bie Nutzholzbilanz usw. berücksichtigt finb. Dann qet)t bie Darstellung auf bie Goslarer Forst über. Auch Forst- unb Jagbrecht werben ur­kundlich vor Augen geführt. Die alten unb bie

bener Truppenabteilungen und ein Aufmarsch bef nationalen Verbänbe. An ber Spitze von Zehn- tausenden seiner Anhänger schritt Oberst de la Roque, ber Führer ber F e u e r k r e u z l e r, von zahlreichen Zuschauern jubelnb und mit bem RufeEs lebe de la Roque!" begrüßt. Zum ersten Mal nahmen auch bie Jugenbgruppen ber Feuerkreuzbewegung an dem Vorbeimarsch teil. Eindrucksvoll wär auch der Zug der Anhänger der aufgelösten Action Fran?aise. Dann folgten bienationalen Freiwilligen", bie Nationale Volkspartei unter Führung bes Abgeorbneten Taittinger. Anschließenb marschierten in Reih unb Glieb bie Blauhemben ber S oIi b a r i te Franxaise, an ihrer Spitze ihr Präsibent Re­na u b, unb grüßten mit erhobenem rechten Arm bas Stanbvilb. Nach bem Vorbeimarsch lösten sich bie Züge sehr rasch auf. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen.

LZ.Hindenburg"inLakehurst

Start zur Rückfahrt heute abend.

L a fe t) u r ft, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das LuftschiffH i n b e n b u r g", bas am Samstag um 11.08 Uhr MEZ. in Lakehurst glatt gelanbet ist, war am Sonntag bas Ziel vieler Tausende von Besuchern. Die Behörden schätzten die Besucherzahl auf etwa 100 000. Der Autoverkehr war auf sämt­lichen Zufahrtsstraßen so stark, daß er aus einem Flugzeug durch Lautsprecher geregelt werden mußte. Tausende von Besuchern trugen Hakenkreuz­abzeichen im Knopfloch ober hatten ihre Auto- kühler mit Hakenkreuzfähnchen geschmückt. Unter ben Besuchern, bie bas Luftschiff unter Führung ber Offiziere besichtigten, befanden sich der Chef der Marineleitung Admiral Stanley. Sämtliche Be­sucher äußerten sich b e g e i ft e r t über die Einrich­tungen des Luftriesen.

Inzwischen wird alles für die Rückfahrt des Luftschiffes vorbereitet. Der Aufstieg ist vorläufig auf heute um 22 Uhr (amerikanische Zeit) festgesetzt. Die Schiffsleitung erklärte, sie hoffe, Frankfurt am Main in etwa 45 Stunden zu erreichen. Da­mit würde die von demGraf Zeppelin" bei dem Weltflug im Jahre 1929 gebrauchte Zeit von 55 Stunden um 10 Stunden verbessert. Man rechnet ür die ganze Rückfahrt mit Rückenwinden. Die Wettervoraussagen lauten sehr günstig. Die Wieder­auffüllung der Gastanks und die Aufnahme der Treibstoffe ist bereits vollendet.

Die Slowakei Aufmarsch­gebiet des Bolschewismus.

Eine slowakische Denkschrift für den Völkerbund.

Genf, 9. Mai. (DNB.) Der Slowakische R a t hat dem Völkerbund eine neue Denkschrift überreicht, in der neues Material dafür beigebracht wird, daß die Slowakai durch das tschechoslowakisch- sowjetrussische Militärabkommen zum Au f m a r s ch- gebiet des Bolschewismus In Mittel­europa geworden ist. S o w j e t r u s s i s ch e Offiziere beteiligten sich an den Arbeiten zum Bau und Umbau von Flugplätzen. In Böhmen wie in der Slowakei seien zahlreiche kürz­lich erbaute Baracken zu sehen, die von sowjetrus­sischen Militärpersonen bewohnt und bewacht wür­den. Es handele sich um sowjetrussische Flieger und Pioniertruvpen. Anderer­seits betrieben russische Kommissare mit Unter­stützung ber tschechischen Behörden unter den Slo-

eine gute Gewohnheit