Ausgabe 
11.5.1936
 
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Das Such ein Schwert des Geistes in der Hand des Volkes.

Reichsminister Dr. Goebbels auf der Kantaieverfammlung

menhänge, diese seelischen und geistigen Voraus­setzungen für Gründung und Werden einer Nation hatten die Politiker verkannt, die mit den Straf- maßnahmen des Genfer Völkerbundes dem bewuß­ten und gewollten Aufstieg eines Volkes zur Na­tion sich in den Weg zu stellen suchten. Heute er­lebt Rom wieder einen Triumph wie zu den Zei­ten, da ein Scipio Africanus, ein Pompejus und ein Julius Cäsar als Eroberer und Mehrer des Imperiums in die glanzvolle Hauptstadt einzogen. Darin liegt auch eine sehr nützliche Lehre für alle Staatsmänner und Politiker in und außerhalb Europas, die noch immer Zweifel hegen, ob die Kraft und die Gewalt einer nationalen Erneuerung sich zurückdämmen lüssen. Wenn eine Nation im Werden ist, so wird sie ihren Triumph erleben, so wird sie auch zur Freiheit und Größe aufsteigen.

Die sieben neutralen wollen abwarten.

Genf, 10. Mai. (DNB.) Die Vertreter der sie­ben neutralen Mächte, Dänemark, Nor­wegen, Schweden, Finnland, Holland, die Schweiz und Spanien, haben ihre Beratungen über die Richtlinien der künftigen Völkerbundspolitik abge­schlossen. In einer amtlichen Mitteilung wird er­klärt, daß die Neutralen auch in der gegenwärtigen Lage am Völkerbund fe st halten und zu­gleich auf dessen Reformbedürfnisse Hinwei­sen. lieber die Art dieser Reform sind verschiedene Meinungen hervorgetreten. Das Gleiche gilt von der Frage der S a n k t i o n e n. Die von Italien ver­kündete Annexion Abessiniens hat die Haltung der­jenigen versteift, die keine formalen Zugeständnisse an Italien machen möchten. Man hat beschlossen, ebenso wie die Kleine Entente und die Balkanentente sich abroartenb zu verhalten. In einem Bericht der dänischenPolitiken" wird gesagt, daß beson­ders Holland, Schweden und Norwegen daran festgehalten hätten, die Sanktionen geaen Italien fortzusetzen. Im übrigen sei man sich darüber einig gewesen, daß der Völkerbund eine Niederlage erlitten habe, die sich nur schwer werde wiedergutmachen lassen.

Versteifung in Genf.

Wachsende Stimmung für Fortsetzung der Sanktionen.

London, 11. Mai. (DNB. gunffprud).)Daily Telegraph" hat den Eindruck, daß die Besprechun­gen in Genf eine merkliche Versteifung zu­gunsten der Fortsetzung der Sanktionen gegen Italien gezeigt hätten. Bereits elf Staaten hätten sich zugunsten der Fortsetzung der Sank­tionen ausgesprochen. Dazu gehören die Staaten der Kleinen Entente und der Balkan- Entente, sowie die sog. neutralen Staa­ten. Man halte es für wahrscheinlich, daß Baron A l o i s i gegen die Anwesenheit eines abessinischen Vertreters am Ratstisch Einspruch erheben werde, weil Abessinien nicht länger als unabhängiges Land bestehe. Der Vertreter von Dänemark, Munch, werde darauf erklären, daß nach Ansicht der nor­dischen Staaten Abessinien als ein Mitglied des Völkerbundes betrachtet werde, das seine eigenen Rechte habe. Frankreich werde sich ebenfalls für d i e vorläufige Fortsetzung der Sanktionen aussprechen und Großbritannien in dieser Hinsicht jede Unterstützung gewähren. Die französische Regierung sei in höchstem Maße unzu­frieden über die Erklärung Mussolinis, daß Italien von Abessinien Besitz ergriffen habe.

Stummer presse-Gmpfang beim Aegus.

Jerusalem, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Negus, der einen kranken und stark mitge­nommenen Eindruck machte, gab am Sonntag den seit Freitag darauf wartenden Journalisten einen Tee-Empfang, auf dem aber offenbar nicht nur aus Gesundheitsrücksichten keinerlei Fra­gen gestellt werden durften. Der Sekretär des Negus verlas lediglich eine Begründung des Neaus über seine Flucht. Der Negus weilt nicht als Re- gierungsgaft in Jerusalem, sondern zahlt seinen Aufenthalt aus eigenem Vermögen, das in mehr als 100 mit Silbertalern und Goldbarren gefüllten Kisten mit ihm eintraf.

Zwischenfall in Wien.

Freiheitsbund und Heimatschutz.

Wien, 11. Mai. (DNB.) Wien ist am Sonntag knapp an einer starken Entladung der innerpoli­tischen Spannung vorbeigegangen. Man erfährt, daß die Anhänger des ehemaligen Vizekanzlers und Heimatschutz-Landesführers Wien Fey eine um­fangreiche Kundgebung gegen den heutigen Aufmarsch des Freiheitsbunbes ge­plant hatten, die sich gegen die Regierung selbst hätte richten sollen. Dadurch, daß Bundeskanzler Dr. Schuschnigg rechtzeitig von den Plänen der Anhänger Feys erfuhr, sich selb st an die Spitze des Zuges des Freiheit sbun- d e s st e l l t e, und gleichzeitig Fey durch die Polizei auffordern ließ, seinen Platz, den er in der Ringstraße eingenommen hatte, zu räumen, konnten die Kundgebungen im großen und ganzen ver­hindert werden. Als nämlich die Anhänger Feys Dr. Schuschniggs ansichtig wurden, wagten sie nicht, ihre Pläne durchzuführen. So kam es, daß die Kundgebungen nur an einzelnen Punkten der Ring­straße aufflammten und rasch vorübergingen.

Hingegen kam es zwischen abziehenden Gruppen des Freiheitsbundes und Heimwehrleuten in späterer Stunde in den äußeren Bezirken Wiens zu Schlä­gereien, die von Alarmabteilungen der Polizei unterdrückt wurden. Fey soll erklärt haben, es sei ein reiner Zufall gewesen, daß er sich zur Zeit des Freiheitsbund-Aufmarsches auf der Ringstraße be­funden habe. Eine Verlautbarung der Heimwehren teilt mit, daß Kundgebungsoersuche von einzelnen Heimwehrleuten gegen den Aufmarsch des Freiheits­bundes stattgefunden haben. Vizekanzler S t a r h e m- berg habe sich zur Polizeidirektion begeben und für 50 Verhaftete intervenierte -, da sich herausgestellt habe, daß es sich nur umRufdemonstranten^ han­delte, seien diese roieber auf freien 5 u§ gesetzt worden.

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Der frühere Vizekanzler und Wiener Heimat­schutzführer Fey war bei den Wiener Heimwehr- leuten sehr beliebt. Als Fey im vergangenen Herbst zum Ausscheiden aus dem Kabinett ge- zwangen würbe, war bie Meinung in ber Wiener Heimwehr allgemein, daß nun bie Selbstschutzsorma- tionen in ber ursprünglichen Form nicht mehr lange a u f r e ch t e r h a l t e n werben würben. Die baburch entstandene Beunruhigung in Heim-

Le i p z t g, 10. Mai. (DNB.) Auf der Kantate- Veranstaltung ber deutschen Buchhändler sprach Reichsminister Dr. Gpebbels. In seiner Rede etzte Dr. Goebbels u. a. auseinander, daß es der nationalsozialistische Umbruch angesichts der Totali­tät der ihm zugrunde liegenden Idee nicht bei einem Wechsel der Personen habe bewenden lassen kön­nen, sondern auf allen Gebieten im öffentlichen und privaten Leben die Dinge an sich von Grund auf umgestalten wußte. So sei auch bas Ar­beitsgebiet ber Buchhänbler voll und ganz von die­ser Umformung erfaßt worden. Lethargie und Stagnation seien einer neuen Blüte und neuem Aufschwung gewichen. Es sei gelungen,die Buchproduk- tion von 19341935 um 11,3 v. H. zu steigern den Umsatz um etwa 15 bis 20 v. H. zu erhöhen wobei allein bie schöne Literatur eine Zu­nahme von 17,2 v. H. erfahren habe und b e n Preis bes Buches von 4 bis 5,50 Mark im Durch­schnitt auf 3,80 Mark z u senken. Das Buch soll nicht mehr bas Vorrecht einer kleinen, dünnen Oberschicht bleiben, sondern in innigsten Verbin­dung zum Volk treten. Diesem Ziele dienen nicht zuletzt die alljährlichen Buchwochen und die laufenden Aktionen vor allem auf dem Gebiek der Werbung, für die Partei und Staat ansehnliche Mittel bereitstellen und großzügige Maßnahmen einleiten, so daß heute ein Werbeappell der Buch­händler und Verleger, der früher auf einen inter­nen Kreis beschränkt blieb, durch Rundfunk und Presse auch den letzten Mann im letzten Dorf erfaßt.

Der Minister verwies auf das besonders augen­fällige Anschwellen ber schönen Litera- t u r, in dem sich das Sehnen unseres Volkes nach dem Schönen deutlich wiederspiegele, der guten Unterhaltungsliteratur, die in dem schweren Daseinskampf dem berechtigten Anspruch auf Entspannung und Erholung, aufKraft durch Freude" entgegenkomme.

Ich muß mich aber", so erklärte er unter leb­haftem Beifall, ,dagegen verwahren, daß Freude gleichbedeutend wäre mit geistlosem Kitsch. Wir haben die Nation davor bewahrt, daß sie durch das üble Treiben von Konjunkturhyänen diskredi­tiert wurde. Gewiß braucht die Unterhaltung nicht immer getragen zu sein von ber Schwere der Ge­danken, aber sie muh frisch, rein und g e - könnt sein."

Dr. Goebbels wies weiter nach, daß es gelungen fei, dem deutschen Buchhandel und dem deutschen Buchschaffen auch auf wirtschaftlichem Gebiet neue Impulse zu geben. Nicht zuletzt sei das ermöglicht worden durch eine planmäßige Herabsetzung des Buchpreises und den dadurch erhöhten Absatz.

Indem wir Unterhaltung und Entspannung, Freude und Kultur mitten ins Volk trugen, haben wir diejenigen, die bis dahin von allen Kultur­gütern noch fast vollkommen ausgeschlossen waren, überhaupt erst an sie herangebrachf! Dr. Goebbels setzte diesen Vorgang an einer Reihe von Beispielen sehr anschaulich auseinander:Ist es etwa so, daß die früheren Besucher der Reichs- und Staatstheater in die inzwischen geschaffenen billigen Volkstheater gehen? Die Mehrzahl der Be­sucher dieser Volkstheater stellen die, die früher niemals ein Theater von innen gesehen haben. Die Schaffung des Volksempfängers hat nicht etwa diejenigen Rundfunkhörer, die bis dahin schon im Besitz von hochwertigen und erstklassigen Geräten war, dazu veranlaßt, sich nunmehr auf Volksempfänger umzustellen, der Volksempfänger ist vielmehr gekauft worden von denjenigen, die sich sonst überhaupt keinen Rundfunkapparat leisten konnten. Das gleiche gilt für die Schaffung des Volkswagens, der keineswegs dazu fiih-

wehrkreifen fand neue Nahrung durch die Ent­militarisierung der O st märkischen Sturmscharen, die Bundeskanzler Dr. Schusch­nigg vor kurzem angeordnet hatte. Diese Entmilita­risierung ber Ostmärkischen Sturmscharen würbe von ben Heimweyrleuten als Signal ber bal­digen Entwaffnung auch bes Heimat­schutzes aufgefaht. Auch bie Rebe, bie Vizekanz­ler Starhemberg kürzlich hielt, konnte die Be- benken mancher Heimwehrkreise nicht zerstreuen; ja, man fanb in ben Worten Starhembergs ge- rabezu eine Bestätigung ber Befürchtungen, da aus ihnen zu entnehmen war, baß ber Heimatschutz in bas neue Milizkorps übergeführt wer­den solle.

Zwischen dem Heimatschutz und dem Freiheits- bunb besteht schon seit Jahren ein starker Gegensatz. Der Freiheitsbund, der dem Staatsrat K u n s ch a k nahesteht, und zum kleineren Teil Wehrorganisation, zum größeren Teil Organisation ber christ - lich -sozialen Arbeiter ist, gilt ben Heimat­schützern als Vorkämpfer für bie Demokratie. Diese alte Gegnerschaft konnte von ben Anhängern leicht au Kunbgebungen benutzt werden, weil sich ber An­schein erwecken ließ, als ob hinter ihney auch noch in Staatsstellunaen befinblidje Heimatschützer stäu­ben. Es scheint Denn auch, baß zu ben Anhängern Feys sich auch anbere Heimatschutzleute gesellt haben, die die Gegnerschaft zum Freiheits- bunb unter bie Kunbgeber rief.

Kommunistische Wühlarbeit in Griechenland.

Athen, 10. Mai. (DNB.) Die in Norbgriechen- lanb unb vor allem in Saloniki vor einigen Wochen ausgebrochenen Streiks unb die damit zusammen­hängenden Unruhen, die etwa zwölf Tote for­derten, tragen einen rein politischen Charakter, ber auf Umsturz der bestehenden Regierungsform ein­gestellt ist. Die K o m m u n i st i s ch e Partei, die Geld unb Weisunaen aus Moskau erhält, hat die Hanb im Spiele. 4000 früher zur Liberalen Partei gehörige Flüchtlinge sinb in bas Lager ber Kom­munisten übergegangen. In Saloniki ist bie O r b - nung roieber berge ft eilt. Der Streik bauert aber noch an. Es fehlt an Brot, Wasser unb elektrischem Licht. Die Zeitungen sind nicht er­schienen. Falls bie Regierung, haben bie Streik­führer erklärt, ihre Forderungen nicht annehme, werbe für Mittwoch morgen ber General- k Otze r g a n a Griechenland ausge- rufen Die Regierung hat bereits bie entfprechenben Dorkehrungsmaßnahmen getroffen. Das Militär, bas für die Sicherheit in ber Stabt sorgt, wird allenthalben von ber Menge begeistert begrüßt. Auf der Reebe ankern vier Zerstörer.

ren soll, den Absatz von teuren und hochwertigen wagen zu verringern, wenn wir das Buch ver­billigten, so beeinträchtigten wir damit nicht den Absatz des teueren Buches, sondern wir erschließen nur dem Buch an sich kreise, die bis dahin da­von überhaupt ausgeschlossen waren. 2Han kann sogar allgemein sagen, daß dieses Ver­fahren einen erhöhten Absatz auch des besseren Erzeugnisse deshalb zur Folge hat, weil jeder Käufer in dem natürlichen Streben nach Vervollkommnung nach und nach zu den bes­seren und höherwerttgeren Erzeugnissen greifen wird."

Für ein inniges Verhältnis zwischen Buch unb Volk gerabeAu unerläßlich fei, baß ber Dichter aus bem Volksempfinben heraus schaffen müsse. Der Dichter sei geistig bas Pro­dukt des Volkstums und gebe als solcher seinem Volke nur wieder, was er an geistigen und seelischen Kräften von ihm empfangen habe.Buch und Volk müssen Zusammengehen! Findet

Hannover, 10. Mai. (DNB.) Die NS.-Kultur- genteinbe hatte alle Obmänner des Gaues Süd- Hannover zu einer Arbeitstagung einberufen, auf ber Alfred Rosenberg über das geistige Ringen un­serer Zeit und über die Aufgaben und Ziele der NS.-Kulturgemeinde sprach. Er schilderte das Wir­ken der Kräfte der Vergangenheit, bas zur Anarchie unb Zersplitterung auf allen Gebieten bes Lebens geführt habe. Erft der Nationalsozialismus habe diesem Marsch in den Abgrund durch eine neue Dolkstumsidee, durch das Erwecken des nationalen Ehrgefühls ein Ende bereitet. Die Zer­setzung habe sich durchaus nicht auf das Gebiet der politischen Demokratie beschränkt.Atonale Musik, Dadaismus und Kommunismus drücken mit ver­schiedenen Worten dasselbe aus." Genau wie unsere Politik einen Zweifrontenkamvf gegen Rotfront und Reaktion durchzuführen gehabt hätte, so müß­ten wir auch wissenschaftlich und künstlerisch die gleichen Säuberungsprozesse vornehmen, die im letzten Jahre mehrfach aufgetretenen Versuche, ben BegriffK u n st b o 1 s ch e w i s m u s" aus der Welt zu schaffen. Wenn man von Kunstbolschewismus nicht mehr sprechen solle, dann müßten die gleichen Menschen auch fordern, daß man auch das Wort vom politischen Bolschewismus nicht mehr in den Mund nehmen dürfe. Diese Konsequenz zeige, was hinter diesen Versuchen stehe. Die großtönenden Worte, die vielfach noch geblieben seien, vonkos­mischen Gefühlen" undmystischen Empfindungen" könnten nicht darüber Hinwegtäuschen, daß mit Worten Fußballspielen noch nicht Dichten bedeute.

Die große Probe, vor der wir ständen, sei, ob unser Zeitalter noch eine große Kun st zu schaffen die Kraft habe, oder ob Politik und Technik die alles beanspruchende Form unseres Lebens fei.Wird die Kunst über Unterhaltung hinaus tief inneres Leben fein?" Wenn auch der heutige gewaltige Kampf alle Kräfte der Selbst­erhaltung in feinen Bann ziehe, so zeigten bie Parteibauten bes Führers unb anbere Erscheinun­gen bereits ben neuen Willen, unb nach dem Zer­fall von früher sei die neue Sammlung bes Einzel­nen unb die Hinführung zu ben Schätzen der deut­schen Seele bie ebelste Ausgabe, bie wir uns stellen könnten. Diese Aufgaben seien auch bie eigentlichen Ausgaben derNationalsozialistischenKul- turgemeinbe.

Reichsleiter Rosenberg unterstrich ben Ausgangs­punkt ber NS.-Kulturgemeinbe: Genau wie die

Paris, 10. Mai. (DNB.) Dor dem Landes- r a t ber sozialistischen Partei erklärte Löon Blum, der von den Versammlungsteilnehmern mit ge­ballter Faust und dem Absingen der Internationale begrüßt wurde, die sozialistische Partei werde an einer Regierung der Volksfront teilnehmen. Man müsse bei ben Kommuni st en darauf bringen, sich mit ben Sozialisten in bie Regierungsverant­wortung zu teilen. Auch die marxistische Gewerk- schaftsorganisation müsse zur Durchführung des Programmes der Volksfront herangezogen werden. Nur die reaktionären Gegner würden aus einem Fehlschlag der Sozialisten Nutzen ziehen. Die Kom­munisten, Radikalsozialisten und alle wahren Repu­blikaner seien mit in diesen Kampf einbezogen. Das gemeinsame Schicksal verpflichte sie daher auch zu gemeinsamem Handeln. Die Ausgabe sei, Frankreich vor dem Faschismus und jeglicher Reaktion zu be­wahren. Der republikanische Geist müsse in allen Einrichtungen des Staates wieder erweckt werden. An der Spitze des ausgezeichneten Beamtenkörpers müßten endlich Persönlichkeiten stehen, die ihrer Aufgabe würdig seien (Beifall). Der Verwaltungs­körper bes Staates müsse für bie neuen Aufgaben geschult werben. Der Faschismus müsse aller seiner geheimen Hilfskräfte beraubt werben, sei es seiner Propagandamittel ober seiner Waffen.

Außenpolitisch werbe es bie Aufgabe ber neuen Regierung sein, bas Vertrauen in Europa roieber herzustellen. Der Völkerbund müsse wieder jene materielle und moralische Ge­meinschaft werben, bie befähigt sei, bie internatio­nale Solibarität auf ben unumstößlichen Grunb- sätzen bes gegenseitigen Beistanbes unb ber fort« jchreitenben Abrüstung aufzubauen. Angesichts der finanziellen unb monetären Schwierig­keiten werbe bie neue Regierung eine rigorose Stellung einnehmen. Die Finanzpolitik sei wohl schwerwiegenb, boch lange nicht so schwerwiegenb wie bie Probleme von Krieg unb Frieben, von Elenb unb Arbeitslosigkeit, bie bas Leben bes Vol­kes bireft angingen. Nur bie Spekulanten betrieben eine Abwertung bes Franken. Die Sozialistische Partei bleibe nach wie vor ihr entliehener Geg­ner. Das Programm ber Volksfrontregierung habe zum Ziel, im Lande selbst wieder bas Vertrauen zu wecken unb enblich unter bie büftere Vergangen­heit einen Strich zu ziehen.

Der Lanbesrat beschloß eine Tagesorbnung, in her es heißt: Der Sozialistischen Partei fällt die

der deutschen Buchhändler.

aber das Buch diesen Weg Aum Volk, so findet es damit auch seine stabilste Lebensgrundlage. Dor- übergehende Rückschläge und Krisen, die mit jedem großen Aufbauwerk und jedem großen Einsatz ver- bunden sind, dürfen unb werben auch ben Buch- hanbel nicht entmutigen. Ich versichere Sie", so schloß der Minister,daß das deutsche Volk Ihnen seinen Dank dafür abstatten wird; denn es ist er­füllt von der Sehnsucht nach einem Buch, in dem es den Fürsprecher der Zeit sieht. Ich möchte deshalb über bie biesjährige Kantate- tagung in erweitertem Sinne bas Wort schreiben, bas bas Motto ber letzten beutschen Buchwoche ge- wesen ist:Das Buch ein Schwert bes Geistes in ber Hand des Volkes!"

Nach ben mit begeistertem Beifall aufgenomme­nen Ausführungen bes Ministers sprach Vorsteher Baur für bie beutschen Buchhänbler bas Gelöbnis aus, in der Linie zu marschieren, deren Richtung der Minister gewiesen habe. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schloß der Vorsteher die Kundgebung.

NSDAP, durch eine politische Parole die Menschen als Freiwillige an sich herangezogen habe, so müsse auch eine klare kunstpolitische Gedankenhaltung die Einzelnen zur Mitarbeiten heranziehen, sie zu einer geschlossenen Gemeinde zusammenfassen. Dieses Er­lebnis könne bann jene Spannung mit erzeugen hellen, bie bie Voraussetzung ber Geburt je Der großen V o l k s k u n st barstelle.

Wenn in bem einstmals gestaltlosen Berlin allein die NS.-Kulturgemeinde im vergangenen Winter 12 0 große Konzerte veranstalten konnte mit ben besten Dirigenten unb mit ben schönsten Werken ber deutschen Musik, so sei das eine wirkliche Kunstpflege gewesen. Wenn im glei­chen Berlin fünf Dichterwochen mit unseren hervorragendsten Dichtern unter einer riesigen Be­teiligung möglich gewesen seien, so zeige auch das die wieder erwachende Verbundenheit zwi­schen Dichter und Volk. Die weiteren 500 Dichterabende in anderen Städten Deutschlands hätten das Gleiche gezeigt. Die NS.-Kulturgemeinde wolle niemandem etwas nehmen, sondern selbst­los alles fördern, was an schöpferi­schen Kräften in Deutschland vorhanden fei, und wenn bei ihren nahezu anderthalb Millionen Mitgliedern diese in einem Jahre je nach Möglich- feit zehn bis fünfzehn Veranstaltungen fest ab­nehmen, so ergebe sich schon darauf eine Riesenzahl von Besuchern, die, freiwillig zusammengetreten, heute schon eine« Unterbau für kommende Auf­gaben darstellten. Das Fördern sei immer das Schönste, was sich die NS.-Kulturgemeinde vorstel­len könne. Sie werde deshalb auch die Gefahren abzuroenden wissen, wenn inmitten des national» sozialistischen Ausleseprozesses auch Fehler unter­laufen.

Vor allem müßte sie aber im Sinne des Auf­bauwillens des Führers wissen, daß bei aller Ab­wehr der Zersetzungskräfte eine Kritik an künstle- rischen Versuchen und Künstlern selbst nicht Kräfte zu schwächen, sondern Kräftezustärken berufen sei. Kritik müsse nicht ermatten, sondern a n f e u e r n. Der große Kritiker sei nicht der, der bas Schlechte ausmale, sondern ber, ber ben guten Kräften weitere Wege weise.Unsere Härte gegenüber bem Faulen unb Verkrampften unb freubige Unterstützung alles ehrlich Strebenben sinb bie Grundlagen für bie Verwirklichung einer alten Sehnsucht und bie Herbeiführung einer echten beutschen Volkskultur."

Aufgabe zu, bie neue Regierung zu bilben. Die Partei besteht auf berRegierungsbilbung ohne Vorbehalte unb ist bereit, alle Verantwor­tung zu übernehmen. Die Partei wirb bie neue Regierung bilben unter ber gemeinschaftlichen Mitarbeit ber Parteien ber Volksfront, bie bereit sinb, ihr beizutreten. Im Falle ber Ablehnung wirb Die Sozialistische Partei entschlossen eine eigene homogene Regierung bilben

Heuer Schachzug der Kommunisten.

Paris, 10. Mai. (DNB.) Die Kommunistische Partei hat an ben Lanbesrat ber Sozialistischen Partei ein Schreiben gerichtet, in bem sie ben Vor­schlag zur Silbung einerEinheitspar­tei der arbeitenden Klasse" macht und sofortige Besprechungen zwischen beiden Parteien fordert, damit ohne Zeitverlust bie Unterglie­derungen der Sozialistischen Partei mit denen der Kommunistischen Partei in Verbindung treten könnten. So könnte ingemeinsamer, loyaler und brüderlicher Aussprache die größte Nationalkon­ferenz der Einheit" gebildet werden, die den Einheitskongreh" vorbereiten solle. Die Kommunistische Partei werde nicht an der neuen Regierung teilnehmen, sie aber unterstützen in der Sorge um bie Durchführung einer den Belangen bes Volkes gemäßen Politik.

L6on Blum erklärte vor bem Landesrat der Sozialistischen Partei zu dem Brief: In dem Brief der Kommunistischen Partei ist ein Widerspruch. Unsere kommunstischen Kameraden teilen uns mit, daß sie entschlossen bleiben, nicht mit uns in die Regierung einzutreten. Zugleich aber bringen sie auf eine möglichst große organische Einheit. Aber wird denn nicht bie organische Einheit besser verwirklicht in ber gemeinsamen Re» gierung. Kann denn etwa eine Meinungsverschieden­heit gegenüber dem Problem ber Machtausübung ber Verwirklichung einer organischen Einheit bienen?

Jeanne d'Arc-Feier in Paris.

Paris, 11. Mai. (DNB.) Der Scanne d'Arc» Feiertag würbe in Paris feierlich begangen. Der Präsident der Republik unb ber Ministerpräfibent legten vor bem Stanbbilb ber Jungfrau Kränze nieder. Es folgte dann ein Vorbeimarsch oerschie-

Das Regierungsprogramm der französischen Sozialisten.

Die Aufgabe der NS.-Kulturgemeinde.

Sine grundlegende Rede Reichsleiter Alfred Rosenbergs.