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Kr.86 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)_____________Samstag, N. April 1936

Junge deutsche Nation.

Der alte Kamerad.

Der alte Kamerad steht mir vor allen, Uns hat die Not geprüft, die uns verband. Er sprach kein leichtes Wort, um zu gefallen. Er war nur neben mir und blieb und stand

In seinen Augen las ich seine Treue, In seinem Handschlag sprach er karg sich aus. Der alte Kamerad wird stets aufs neue Sein Herz mir öffnen wie fein armes Haus.

Herybert Menzel.

Die körperliche Schulung im Deutschen Jungvolk.

Von Ernst Schlünder, Amisleiier in der Reichsjugendsührung.

Die erste April-Ausgabe des Führerorgans der nationalsozialistischen Jugend,Wille und Macht", bringt grundlegende Ausführungen über die Grundsätze und Methoden der kör­perlichen Schulung im deutschen Jungvolk, die im Hinblick auf die Werbearbeit zum Jahr des Deutschen Jungvolks" besonderes Interesse beanspruchen dürfen.

Der Nationalsozialismus hat die Leibes­übungen da hingestellt, wo sie hingehören: in die politische Erziehung der deutschen Jugend. Form und Inhalt unserer Erziehung werden von zwei großen Faktoren bestimmt. Einmal sind es bas Leben, die Nation, die Gemeinschaft, die ihre Forderungen an jeden jungen Deutschen stellen zum anderen ist es der Junge selbst, der sein Leben leben will, das man nicht in konstruierte Formen oder Gesetze zwängen kann, sondern das in seiner Welt und in seinen Begriffen verlaufen muß.

Beide vereinen sich in der Forderung nach der kraftvollen Persönlichkeit. Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung der Kraft. Träger dieser Weltanschauung können nur kraftvolle Per­sönlichkeiten sein. Der Junge aber will Persönlichkeit werden, alles in ihm drängt zur Er­probung seiner Stärke und zur Entwicklung seiner Kräfte. Es ist dieser ungestüme, wunderbare Trieb zum Toben und Tollen, zum Spielen und Raufen, der in jedem echten, jungen Menschen lebt. Wir ver­fallen nicht in den Fehler einer früheren Erzieher gcneration, die diesem oft ungestümen Ausdruck» jugendlichen Levens und jugendlicher Kraft ver­ständnislos gegenüberstand und in ihm nur Ver­stöße gegen die Disziplin und die Autorität sah. Wir werten diese Zeichen als Ausdruck gesun­den und echten Lebens; wir freuen uns dieser Kräfte, ffrib sie uns doch Beweis der Lebens­kraft unseres Volkes.

ImJahr des Deutschen Jungvolks" sollen alle Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren im Jungvolk erfaßt werden. Damit wird in Zu­kunft jeder Junge durch eine Grundschule der Leibesübungen gehen. Das Jahr 1936 wird uns zum erstenmal jahrgangsmäßig zusammengestellte Einheiten unserer jüngsten Kameraden bringen.

In stetiger Steigerung und Erweiterung der Auf­gaben wird jeder Junnge an der allgemeinen Grund schulung teilnehmen. Diese Grund­schulung ist vielseitig aufgebaut und umfaßt die grundlegenden Hebungen der Leichtathletik, des Schwimmens und Turnens; im Boxen und Frei­ringen den Kampf Mann gegen Mann, die Anfänge der Geländeaus^ildung und besonders alle Arten von Tummel- und Rauf-, Ball- und Kampfspielen. Gerade der Spielgedanke wird in der Ge­samtausbildung im Vordergrund stehen.

Jede einseitige Spezialisierung in dieser ober jener Sportart, sei es Fußball, Hockey oder Rudern usw., lehnen wir für die im jungvolkpflichtigen Alter stehenden Jungen ab. Unsere Forderung ist die allgemeine Grundschulung aller Jungen. Jede Spezialisierung im frühesten Alter würde sich nur schädlich auswirken. Genau so ver­ständnislos stehen wir heute der Richtung der Leibes­übungen gegenüber, die ihre ganze Arbeit auf eine rhythmische Gymnastik aufbauen will, die nach unserer Ansicht zur Weichheit führt.

In den drei Jahren, da nun die große Masse der deutschen Jugend in unseren Reihen steht, hat sich der von uns eingeschlagene Weg als richtig er­wiesen. Welche Erweiterung er erfahren wird, wer­den mir aus dem folgenden Aufbau der kör­perlichen Schulung im Deutschen Jungvolk ersehen:

1. Pimpfenprobe: Jeder Junge, der in Zukunft in bas Jungvolk eintritt, hat im Laufe einer 2- bis 6monatigen Probezeit seine Pimpfen­probe abzulegen. In dieser Prcbe werden von ihm neben der Teilnahme an einer Fahrt, verbunden mit weltanschaulicher Ausrichtung, grundlegende Hebungen der Leichtathletik in ihren einfachsten Formen, 60-Meter-Lauf, Schlagballweitwurf und Weitsprung gefordert.

2. Der 10jährige: Neben der Schulung zur Pimpfenprobe beginnt der Junge mit den Anfangs­übungen im Schwimmen, Bodenturnen, Ball- "und Tummelspielen. Durch diese kleine Auswahl einiger grundlegender Hebungen wird die Voraussetzung für eine weitere Steigerung und Erweiterung des Hebungsprogrammes geschaffen

3. Der 11- und 12jährige: In diesem Alter beginnt für den Jungvolkjungen die Schulung für das Leistungsabzeichen des Jungvolks. Eine vielseitige Schulung in den leichtathletischen Hebun­gen, Schwimmen, Fahrt und Lager und Luft­gewehrschießen ist damit verbunden Mit der Ver­leihung des Abzeichens ist die Ablegung einer ein­fachen weltanschaulichen Prüfung verbunden. Das Stoffgebiet der körperlichen Schulung wird in dieser Altersstufe erweitert durch Freiringen, Hindernis­turnen, Rauf- und Kampfspiele und durch Luft- gewehrfchießen. Ebenso beginnen wir mit kleinen Geländespielen und einfachsten Ordnungsübungen.

4. Der 13 - und 14jährige: In diesen Jahren wird in erster Linie die Abnahme des Leistungsabzeichens erfolgen. Die in den Jahren vorher begonnene Schulung wird hier or­ganisch fortgesetzt und gesteigert. In dieser Alters­stufe erfährt bte körperliche Schulung noch wesent­liche Erweiterungen. Im Gelände sport werden Kartenkunde, Zurechtsinden im Gelände, Tarnen,

Meldewesen, Geländeausnutzung in das Programm ausgenommen. Die Dienstanweisung für das Jung­volk wird so lauten, daß diese Grundlagen aller ge­ländesportlichen Arbeit trotzdem nicht in einer Einzelausbildung erfolgen, sondern in der aufgelockerten Form des Hebungsspieles Es ist dies das Geländespiel, bei dem mit einer einfachen Auf­gabenstellung eine Schulung auf diesem oder jenem Gebiet verbunden ist. In den Leibesübungen er­fährt das bisherige Programm des Jungvolks eine grundsätzliche Erweiterung durch das Boxen. Der 13- und 14jährige wird in die Anfänge der Box­schule eingeführt und wird nach gründlicher Vor­bereitung bereits kleine, kurze Kämpfe durchführen können.

5. Die Jungvolk-Waffe: Noch langen Versuchen werden wir in diesem Jahr eine einheit­liche Jungvolkwaffe einführen, den Bambus­speer. Es ist ein Wurfspeer, der mit einer aus­reichenden Kopfpolsterunq versehen ist. Die Ver­suche, die in den verschiedensten Gebieten des Reiches durchgeführt wurden, haben überall eine

ungeheure Begeisterung ausgelöst. Die bisherigen Geländespiele litten zum größten Teil an einem Mangel: eine Entscheidung fand in einem Spiel selten statt. Alle gut gemeinten Versuche, wieStab- kamvf",Lebensfäden" usw. mußten kümmerliche Versuche bleiben. Es war selbstverständlich, daß das Interesse der Jungen an den Spielen, die ohne Ent­scheidung ja eigentlich gar keine Spiele waren, nach­ließ. Durch den Speer wird in Zukunft jeder Junge in der Lage fein, aktiv in das Geschehen des Spieles entscheidend einzugreifen.

Die Schulung darf nicht zur Form erstarren, der Führer darf kein Ausbilder werden, der nur ein Programm durchführt. Mit der Leistung aber soll der Stolz wachsen, mit dem Stolz bas Selb st vertrauen. Dann erfüllen wir die Forderung des Führers, der allen, die in der Er­ziehungsarbeit der deutschen Jugend stehen, dieses wunderbare Wort gab:Mit diesem Selbstvertrauen, in Bewußtsein seiner körperlichen Kraft und seiner Gewandtheit, soll jeder Junge den Glauben an die Unbefiegbarfeit seines ganzen Volkes gewinnen."

Pimpfe beim Aeiterkampf im Wasser.

M

Während der Wintermonate sind die Pimpfe nicht müßig gewesen, sondern haben sich auf die Erfül­lung der verschiedenen Bedingungen des Leistungsabzeichens für das Jungvolk vor­bereitet. Eine wichtige Bedingung ist das Schwimmen einer Strecke von 100 Meter. Nach dem Training werden in der Badeanstalt noch fröhliche Spiele gemacht. (Reichsbildstelle der HI.)

Einer sah den Führer.

Tagelang hatte es schon in allen Zeitungen ge­standen, leuchtete es in Riesentransparenten von allen Mauern, lief es wie ein Feuer von Mund zu Mund: Der Führer kommt' Unb auf dem letzten Heimabend war auch von nichts anderem die Rede gewesen, als von der großen Kundgebung, den Fahnen an den Häusern, den Straßen voll und übervoll von Menschen. Sie waren eigentlich alle ein wenig wütend, die Pimpfe Nein, von ihnen sollte keiner in die Riesenhalle kommen nur Er­wachsenen, nur Wahlberechtigten war der Zutritt erlaubt. Hatte ja seinen Grund, gewiß. Ist ja so­wieso nicht genug Platz in der Halle. Aber schließ­lich so selten, wie der Führer einmal kommt!

Drei Tage noch Hans hatte keinen anderen Ge­danken mehr: Den Führer sehen, den Führer sehen! Wenn man doch mal richtig in seine Nähe kom­men könnte So ein Pech, daß man nicht einen halben Meter größer ist. Man steht auf der Straße, eingekeilt zwischen soviel Leuten und alle sind sie größer. Die Wagenkolonne kommt, alles jubelt, alles hebt die Arme. Man kann sich nicht rühren, sieht nichts, gar nichts, hört nur das Rufen schwä­cher werden:'Der Führer ist vorbei.

Ja, es waren ziemlich trübselige Gedanken, denen Hans nachhingIch will ihn doch sehen!" sagte er ganz laut zu sich selber.Ich will. Ich willI"

*

Schon Stunden vor der Ankunft des Führers hatte die SA. ihre Absperrketten auf beiden Seiten der Durchfahrtsstraßen gezogen, schon Stunden vor der Ankunft stand hinter diesen Ketten eine dichte Menschenmauer.

Hans war erst spät von Haus weggekommen, sah gleich: Aussichtslos, sich hier hineinzudrängeln.

Da war aber eine Fabrikmauer, vielleicht drei Meter hoch. Ein paar Mann faßen schon do oben. Hans wischte schnell durch bas offene Tor Heber einen Bretterhaujen und La>Dach. eines,Schuppens

gelangte er auf die Mauer: Schon besser, aber ziem­lich weit von der Straßenmitte.

Nein, Hans war durchaus nicht zufrieden. Ein Baum stand gerade vor ihm: Wenn man da drüben fäfee auf einem Ast ganz nahe über den vorbei­fahrenden Autos!

Hans schätzte: Ganzes Ende bis an den nächsten Zweig. Dick ist der auch nicht. Wenn man vorbei­springt oder er kracht ab ? Dankeschön! Ach, ist gleich. Unb wenn ich hundertmal vorbeispring' ich komm' rüber!

Hans sprang, erwischte mit einer Hand den Ast, schwang einen Augenblick frei in der Luft, hoch über den Köpfen der Leute.

Leichtsinn, sowas!" meinte eine Dame.

Doch sie wurde überstimmt.Fixer Bengel!", brummte ein alter Arbeiter.Sind doch schließlich Jungs!"

Die Dame schwieg.

Inzwischen hatte sich Hans ganz auf den Ast heraufgezogen, kletterte weiter, bis er einen Aus­sichtsplatz hatte nach feinem Geschmack

Durch die Straßen ging es wie eine Welle: Der Führer! Der Führer! Unb Hänbe und Herzen flogen ihm entgegen, wie es immer ist, wo er auch fährt.

Er stand aufrecht in seinem Wagen und sein Ge­sicht war ernst. Hans sah, wie die Autokolonne näher und näher kam, doch er rührte sich nicht auf seinem hohen Sitz, starrte nur unablässig in das Gesicht dieses Mannes, der eine solche Gewalt hat über das deutsche Volk.

Wohl fünf Meter war der schwarze Mercedes noch vom Baum entfernt--? Da hob der Führer

den Kopf und sah ihn Hans gerade an, sekun­denlang. Der Ernst wich aus seinem Gesicht, er lachte, lachte zu Hans herauf.

^ans war es, als habe es Stunden gewährt, dies Ansehen. Als die vielen Menschen schon wegström­ten, saß er immer noch da und sah vor sich bet Führers Gesicht.

Cla us Dorp ex.

Die Trommel klingt.

Die Trommel klingt und singt mit uns bas immer gleiche Lied.

Das Lied, dem keiner mehr von uns zu keiner Zeit entflieht.

Der harte Takt der Trommel schlägt mahnend in den Sang, bezwingt den feigen Zweifel, der schon in manchen drang.

Die Trommel klingt und singt mit uns das immer gleiche Lied.

Das Lied, dem keiner mehr von uns zu keiner Zeit entflieht, das vor der Feldherrnhalle fein Salvenschuß gedämpft, das alle jene hörten, die todbereit gekämpft.

Die Trommel klingt und singt mit uns das immer gleiche Lied.

Das Lied, dem keiner mehr von uns zu keiner Zeit entflieht.

Es ist das Lied, das mahnend den Takt zum Marsch uns schlägt, das unsres Führers Worte in alle Ohren trägt.

Gerhard Dabei.

Jungvolk im Lager.

Schon im Winter, auf den Heimabenden und Führerbesprechungen werden die Pläne für künftige Lager geschmiedet. Mit Beginn des Frühlings neh­men diese Pläne dann festere Formen an und die kleinsten Einzelheiten werden genau festgelegt; jedes Lager muß in technischer Hinsicht wie auch in der Auswahl der Lagerteilnehmer gut durchdacht und vorbereitet sein, wenn es nicht ein Jndianerlager mit Wildwestromantik werden soll, sondern als Prüfstein unb zur Festigung der Kamerad­schaft der Jungen dienen soll.

Noch umfassender und verantwortungsvoller als die Vorbereitung einer Fahrt ist für den Führer die Lagervorbereitung. Kostenanschläge müssen gemacht werden, um die Aufbringung der nötigen Gelder sicherzustellen, und etwaige Bedenken der Eltern sind zu zerstreuen. Dann geht es zuerst auf der Karte, dann auf Fahrt an die Lagerplatz­suche; da ist zu prüfen, ob der Platz überhaupt be­nutzt werden darf, und nötigenfalls ist eine Lager­genehmigung einzuholen, die jedoch meist ohne große Schwierigkeiten erteilt wird. Die zuständigen Be­hörden sind jetzt darin äußerst entgegenkommend, während man früher meist erst nach langem Hin- und Herverhandeln mit der Genehmigung dann von einem Landjäger gewissermaßen einen Quadratmeter für den Zeltbau zugewiesen bekam. Natürlich sind auch heute noch, um daswilde Zelten" zu verhindern, Zeltscheine erforderlich, die jedoch der HI. das Zelten in Staatsforsten unentgeltlich gestatten.

Um alle Gesundheitsschädigungen der Jungen auszuschließen, prüft der Jung­volkarzt den Platz des geplanten Lagers vorher auf feinen hygienisch-einwandfreien Zustand, d. h. ob der Boden trocken ist, bas Lager vor feuchtem West­wind geschützt liegt und ob bas Trinkwasser genieß­bar ist. Der Lagerleiter stellt außerdem fest, ob alle für ein, Lagerleben erforderlichen Umstände ge­geben sind, ob Trink- und Waschwasser sowie Brennholz zum Abkochen und für das Lagerfeuer zur Genüge vorhanden sind und ob hinreichend Freigelände für Spiele und Leibesübungen zur Ver­fügung steht.

Bei größeren Lagern, zu denen nicht alle Lebens­rnittel von Hause mitgebracht werden können, muß der Lagerplatz wegen der Nahrungsmittelzufuhr in der Nähe eines Ortes liegen, mit dessen Kaufleuten wegen der Lebensmittelbeschaffung unb, da diese in großen Mengen bezogen werden, auch wegen er­mäßigter Preise verhandelt wird. Weiter muß aus der nächsten Ortschaft Heu oder Stroh als Unter­lage für das Zelt herangeschafft werden können.

Neben die Lagervorbereitung durch den Führer tritt die Vorbereitungsarbeit durch den einzelnen Jungen: Zeltbahnen, Zelt- und Lagergeräte müssen in Ordnung sein, damit nicht erst bei der Ankunft am Lagerplatz> Flickerei und Bastelei losgeht. Dazu muß jeder Junge für genügende und zweckmäßige Kleidung sorgen, einen Teil der Lebensrnittel mitbringen und an all dis vielen im Lager unentbehrlichen Dinge denken

Beim Lageraufbau ist als zweckmäßig zu beach­ten, die Zelte kreisförmig um einen Platz, der für den Fahnenmast und das Lagerfeuer bestimmt ist, anzuordnen, so daß bas gesamte Lager von einer Stelle aus übersehen werden kann. Die Feuerstellen zum Abkochen sind, um Rauchbelästigung und Brandgefahr zu vermeiden, abseits vom ' Lager, möglichst in der Nähe der Trinkwasserstelle, zu er­richten. Sie müssen nach polizeilicher Vorschrift von einem Graben umgeben sein und mindestens 30 Meter vom Walde entfernt liegen.

Zu einem ordnungsmäßig geführten Lager ge­hören weiter die vielen Kenntnisse, die erst in lan­ger Praxis erworben werden können, wie der Bau der verschiedenen Zelttypen, die Kochstellen, und Feuerungsarten, dazu alle möglichen Kniffe und Handfertigkeiten zur Herstellung der Dinge, die im Lager ebensowenig wie imgütbürgerlichen Haus­halt" entbehrlich sind: Schuhabstreifer, Fußmatten, Kochlöffel, Quirle, Tellerständer, Leuchter usw., alles Gegenstände die sich mit Hilfe des Fahrtenmessers aus Holz, Bindfaden und dem Blech alter Kon­servenbüchsen Herstellen lassen

Zum Aufgabenbereich des Lagerleiters gehört vor allem die Aufstellung eines Lagerplanes, der den täglichen Dienst genau regelt: der Führer vom Dienst, der für die Ordnung im Lager ver­antwortlich ist, die Wachen, die'Zeltältesten, der Küchenleiter usw. sind zu bestellen. So unentbehrlich aber alle diese praktischen Dinge auch sind, die das Lagerleben angenehm gestalten helfen, und so viel Freude sie dem einzelnen auch machen, so wenig sind sie doch, wie das Lager überhaupt, Selbstzweck. Seinen wahren Sinn wird es erst erfüllen, wenn es die Jungen in fester Kameradschaft zusammen­schmiedet und sie unter der schwarzen Laaerfahne mit der Siegrune zu dem Gemeinschafts. Erlebnis führt, das auch die Kraft unteres volk- lichen Lebens überhaupt darstellt. H. Sch.