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Nachdruck verboten!
9. Fortsetzung.
schützt als bei Erhard von Hagen. Ihre Liebe zu Erhard war für sie ja mit so viel Angst und Unruhe verknüpft, daß sie nicht recht zum Frieden kam.
Und so war es, als ob ihr etwas genommen war durch Heßlings rätselhafte Abreise. Sie fragte die Tante deshalb. Die aber schnitt ihr jede Erörterung darüber brüsk ab. Merkwürdig, wie unfreundlich die Tante plötzlich von Heßling sprach, beinah feindselig! Warum, begriff Mariella nicht Hatte doch Tante Annina Heßling in den letzten Monaten sichtlich bevorzugt. Aber sie kam nicht mehr dazu, lange darüber nachzudenken.
Die Sorgen um Erhard nahmen ganz Besitz von ihr. So erschrak sie beinah, als die Tante ihr eines Tages beim Frühstück sagte: .
„Du wirst nun bald mündig, Mariella. Das ist ein bedeutungsvoller Tag im Leben eines jeden Menschen. Und so soll dein einundzwanzigster Geburtstag richtig gefeiert werden."
Mariella lächelte bitter. Dieser Ausspruch war wieder einmal recht Tante Annina. Nicht um ihr selbst eine Geburtstagfreude zu machen, dachte die Tante an eine festliche Feier. Sie dachte nur an das, was ihrem Ansehen nützen wurde. Wie wenig war ihr doch nach Feiern zumute. Aber als sie schüchtern zu widersprechen wagte, erklärte Annina zornig: , r .., . ,
„Es ist mein Wunsch, und du hast dich danach zu richten. Es ist wirklich schrecklich mit dir- Em anderes Mädchen würde dankbar sein, daß man sich mit ihrem Geburtstag soviel Umstände macht. Aber du sitzt wieder da, als hätte man dir wunder was Schlimmes angetan." ~ „
„Ich bin dir ja sehr dankbar, Tante Annina , brachte Mariella mit erstickter Stimme heraus.
„Nun, dann beweise es dadurch, daß du mich bei den Vorbereitungen recht unterstützt. Ich habe bereits eine Liste der Einzuladenden aufgestellt. Annina legte einen Zettel vor Mariella hin. „Also mit Erlaucht Wiesenstein sind wir dreiundvierzig Personen, rechnete Annina. Und in einem Anfall von Großmut fügte sie hinzu: „Hast du in deinem Freundeskreis irgend jemanden, den du noch dazu bitten möchtest? Uns fehlt noch eine Tischdame für den jungen Kammacher."
Mariellas Züge belebten sich. Für einen Augenblick hatte sie ihre traurige Lage vergessen. Leuch
Oie Tippgräfin.
Roman von Klothilde v (Stegmann
Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68.
Rüddingshausen.
Spo. Schweinsberg I — FC. Rüddingshausen I 5:2 (2:0).
Rüddingshausens I. Mannschaft trat am Sonn- tag gegen den Meister der I Kreisklasse, vom Bezirk Marburg, den Spv. Schweinsberg in Schweinsberg an. Beide Mannschaften lieferten ich einen schnellen spannenden Kampf, den Schweinsberg verdient mit 5:2 gewann. Schweinsberg ging bald nach Beginn durch einen unhaltbaren Schuß in Führung. Ein Lattenschuß verhinderte den Ausgleich. Bis zur Pause gelang Schweinsberg der 2. Treffer. Nach dem Wechsel war das Spiel vollkommen offen. Rüddingshausen verkürzte auf 2:1. Ein weiterer Lattenschuß verhinderte den Ausgleich. Dann erhöhte Schweinsberg in kurzer Zeit auf 5:1. Kurz vor Schluß gelang Rüddingshausen der 2. Treffer.
Die Jugend verlor gegen die körperlich stärkere Schweinsberger Jugend unverdient hoch mit 3:0 Toren.
Fußball im Turnverein Großen-Linden
Zum fälligen Aufstiegspiel weilte Großen-Lindens Jugend in Rodheim. Die Jugend von Großen-Linden gewann mit 1:3 Toren. Der Schiedsrichter befriedigte wenig.
Anschließend lieferten sich die zweiten Mannschaf- ten beider Vereine ein schönes und spannendes Spiel, das unter der umsichtigen Leitung des Torhüters der ersten Elf von Rodheim mit einem klaren Sieg (0:4) für die Gäste endete.
Die 2. Jugend trat auf eigenem Platze der 1. Jugend von Allendorf mit nur 10 Spielern gegenüber und unterlag mit 2:4 Toren.
HandballimKreisLahn-Oill(GauXU)
Bezirksklasse.
Das einzige Spiel der heimischen Staffel in der Bezirksklasse nahm den erwarteten Ausgang. Heuchelheim gelang es auf eigenem Platz, feinen Gegner aus Roth knapp 5:4 (3:2) aber vollkommen verdient niederzuringen. Der Sieg wiegt um so schwerer, als die Spielstärke der Gäste als gut angesprochen werden kann. Darüber hinaus hatte Heuchelheim zahlreichen Ersatz in seinen Reihen, der sich sehr gut in die Mannschaft einfügte und der an dem Erfolg vollen Anteil hat. Leider kommt die gute Form der Platzbesitzer etwas reichlich spät.
Freundschaftsspiele.
Eine ganze Reihe von Spielen mußte durch das Ausbleiben der Soldaten abgesagt werden. Immerhin stand noch ein sehr interessantes Programm auf dem Spielplan.
To. Krofdorf — Tv. Dorlar 10:12 (3:5): Die Krofdorfer, die lange Zeit ausgesetzt hatten, traten erstmalig wieder an. Ihrer Mannschaft fehlt es zwar noch an Uebung, sie hat aber gezeigt, daß man noch mit ihr rechnen muß. Denn gegen die eingespielte Elf von Dorlar ein so ehrenvolles Ergebnis herauszuholen, will schon etwas heißen.
Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Dutenhofen 4:4 (2:1): Eine sehr gute Partie lieferte Dutenhofen in Groß-Rechtenbach. Die Spielstärke der Platzbesitzer ist als eine der Spitzenmann- schäften der 1. Kreisklasse bekannt. Um so überraschender kommt das gute Abschneiden der Gäste.
Annina erhielt. Annina warf Mariella vor, daß sie ihr neben den hohen Pensionskosten auch noch die Ausgaben für das Hospital aufgebürdet und wieder einmal vergessen hatte, aus wessen Tasche das alles ginge.
Mariella war ganz gebrochen. Wenn sie auch von Tante Annina nicht allzu viel Liebe gewöhnt war — ein gütiges Wort, einen kleinen Ausdruck der Freude, daß sie dem Tode entronnen war, hatte sie doch erwartet. Lore Ankermann hatte da- bei sehr gut gesehen, daß der Brief aus der Hei- mat Mariella unsagbar weh tat. Behutsam hatte sie die Freundin nach dem Grunde ihres Kummers gefragt.
„Lies selbst", hatte Mariella bitter gesagt.
Lore las. Ein nachdenklicher Ausdruck erschien auf ihrem zarten Gesicht.
„Das begreife ich nicht, Mariella", erklärte sie. „Noch heute bei Tisch hat unsere liebe Pensionsmutter, Frau Aeschi, uns gesagt, daß deine Krankheit glücklicherweise deiner Tante keinen Pfennig koste. Wir Pensionärinnen seien alle gegen Unfall und dergleichen versichert, und die ,Sueoia' zahle einfach alles für dich."
„Vielleicht wußte Tante das nicht?" sagte Mariella mit etwas hoffnungsvoller Stimme.
„Doch! Das ist es ja gerade", bemerkte Lore empört. „Frau Aefchi hat ihr das in dem gleichen Schreiben mitgeteilt, das ihr deine Ueberführung in das Hospital meldete. Aber weißt du was, Mariella, gräm dich nicht weiter über die dumme Lieblosigkeit deiner Tante", tröstete die gutherzige Lore, die, ähnlich wie ihre Freundin, als elternlose Waise bei ihrem Großvater aufwuchs. Mit dem Unterschied freilich, daß der Oberforstrat Ankermann seine schöne, kleine Enkelin vergötterte.
„Wenn ich erst meine Hühnerfarm auf der Geyer- bürg habe", fuhr Lore fort, „so mußt du zu uns kommen und mir helfen, Mariella. Ich kann ohne dich einfach nicht existieren, und du sollst mal sehen, wie glücklich wir miteinander leben werden. Auch für dich wird es gut fein. Denn dann ist deine Tante dich los. Du bist selbständig, verdienst di» deinen Lebensunterhalt und bleibst so lange bei uns, bis der schrecklich reiche Mann kommt, der sich bestimmt in dich verliebt und dann heiratet!"
(Fortsetzung folgt!)
+ Grünberg, 10. März. Dieser Tage hielt der hiesige Männerchor im Hotel „Zum Hirsch" seine Hauptversammlung ab. Nach dem Gesang des Sängerspruches „Deutsch das Lied, deutsch der Wein, deutsch das Herz am freien Rhein" eröffnete der Vereinsführer, Uhrmachermeister Rich.Jöckel, die Versammlung und wies beim Gruß an den Führer auf dessen Tat vom 7. März hin. Die Ehrung des im vergangenen Jahre verstorbenen Ehrenvorsitzenden Georg Möller wurde in der üblichen Weise vorgenommen. Nach dem Jahresbericht zählt der Verein (gegr. 1834) zur Zeit 53 aktive Sänger, 14 Ehrenmitglieder und 70 passive Mitglieder. Der Verein wirkte bei vielen öffentlichen Veranstaltungen im Laufe des Jahres mit, außerdem nahm er am Wertungssingen des Ohm-Lumda-Kreises in Lehnheim teil. Das alljährlich übliche Konzert in der Turnhalle brachte diesmal als Neuerung ein offenes Singen. Der Besuch der Singstunden war durchschnittlich gut. Bei 46 abgehaltenen Singstunden zeigten Heinrich Werner II. und Hermann Gerhardt die volle Zahl, 45 Singstunden besuchten: Wilhelm Lehmann, Georg Schombert, Karl Frank, Rud. F u l d a t, Emil F u l d a t und Aug. Becker, 44 Stunden: Rud. Trinkaus, 43 Stunden: Rich. Jöckel, Karl Brune und Walter Repp. Für 30jährige aktive Sangestätigkeit erhielten folgende Mitglieder Diplome: Heinrich Werner II., Wilhelm Lehmann und Karl R e e h. Als Prefsewart wurde Aug. Becker bestimmt. Das Singen bei der Trauung eines Mitgliedes soll künftig nur noch erfolgen, wenn eine Mitgliedschaft von mindestens einem Jahre vorliegt. Der Kassenabschluß ergab einen kleinen Ueberschuß. Es folgte noch eine rege Aussprache über das Aufgabengebiet der Männerchöre in der heutigen Zeit. Chorleiter Fritz Leib (Gießen) und seine Musikschüler Walter Gerhardt verschönten den Abend durch musikalische Darbietungen. Mit dem Gesang des Sängerspruches „Einig im Lied, treu im Gemüt" wurde die Versammlung geschlossen.
00 Klein-Linden, 10. März. Am Sams- fnnnbenb hielt der G e i l ü g e l z u ch t v e r e, n Klein-Linden im Caf6 Lutz eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Bei der am kommenden
klärt sich aus der Tatsache, daß die Schweinezucht in Lang-Göns schon seit Jahren auf beachtlicher Höhe steht und in Fachkreisen bekannt ist.
Lich, 9. März. Nach einer Mitteiluna der Provinzialdirektion Oberhessen soll noch im Laufe dieses Monats mit den Vorarbeiten zur Herstellung einer Topekadecke in der Hungener Straße in Lich begonnen werden. Die Provinzialdirektion weist alle Anlieger der Hungener Straße vom Bahnübergang bis zum Pfarrwiesenweg, die in absehbarer Zeit Hausanschlüsse an das Wasserleitungs- oder an das Kanalisationsnetz der Stadt Lich Herstellen oder abändern lassen wollen, darauf hin, daß diese Arbeiten vor Beginn der Straßenbauarbeiten vorgenommen werden müssen. Die Anträge zur Herstellung der Anschlüsse bzw. der Aenderungen sind deshalb sofort an die Bürgermeisterei zu stellen. Später gestellten Anträgen wird die Genehmigung von der Provinzialdirektion versagt werden.
5 Lich, 10. März. Die letzte Eintopf- s a m m l u n g des Winterhalbjahres 1935/36 ergab in unserer Stadt das stattliche Ergebnis von 281,45 Mark gegenüber dem Ergebnis der letzten Eintopfsammlung im Vorjahr von 261,65 Mark. — Als einer der ersten Frühlingsboten traf gestern nachmittag Freund Adebar von feiner Süd- reise in unserer Stadt wieder ein und nahm wieder von seinem alten Stammsitz auf der Marienstifts- kirche Besitz. — Die Doppel kurve Braugas s e - U n t e r st a d t, in der sich in den letzten Monaten zahlreiche Verkehrsunfälle ereigneten, wird zur Zeit durch Einlegung einer die Straße teilenden, nach beiden Richtungen weisenden Lime (weiße Kopssteine) gekennzeichnet.
Große Girafkammer Gießen.
Wegen versuchten Verbrechens im Sinne des § 176, Abs. 3 RStGB. wurde der A. B. aus Effolderbach zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. _,
Gegen die Anna Dietrich aus Schwalheim wurde die Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Die Angeklagte, bei der es sich um eine geistig anormale Person handelt, war als landwirtschaftliche Arbeiterin tätig. Im Laufe des Vorjahres zündete sie in drei Fällen, und zwar in Schwalheim, sowie im Odenwald Scheunen an, die vollkommen niederbrannten. Als Motiv der Tat gab sie verwirrte Erklärungen ab. Da die Gefahr besteht, daß die Angeklagte ihr asoziales Treiben fortsetzt, mußte die Sicherungsverwahrung ausgesprochen werden.
Schulungskursus der Fußbatt-Zungführer in Gießen.
Am morgigen Donnerstag, 12. März, beginnt :n Gießen ein Fußball-Jungführerkursus, dessen Leitung in den Händen des Bundessportlehrers ßeinb erger, der aus feiner früheren Tätigkeit in Gießen kein Unbekannter mehr ist, liegt. Aus insgesamt 75 Vereinen des Sportkreises Gießen sind die Jungführer zusammengerufen. Der Arbeitsplan beschränkt sich nicht darauf, nur technische Fragen des Fußballs den Jungführern nahe zu bringen, sondern will darüber hinaus auch die Jungführer soweit bringen, daß sie geeignet sind, das ihnen an- vertraute Amt eines Jungführers innerhalb der Vereine in gedachtem Sinne auszufüllen. Es ist klar, daß bei der Fülle der dem Kursus gestellten Aufgaben die intensive Mitarbeit eines jeden Jungführers Voraussetzung für das Gelingen des Kursus ist. Für diese Anstrengung haben die Jungführer auf der anderen Seite die Genugtuung, alles Wissenswerte vom Fußball in seinem Aufbau gelernt zu haben. Der Kursus selbst wird durch den Kreis-Fachamtsleiter Huao Henkel-Gießen eröffnet. Im Rahmen des Kursus wird der Gruppenleiter Michel- Gießen einen Vortrag über das Thema „Quer durch die Fußballregeln" halten. Gerade durch diesen Vortrag soll den Jungführern ermöglicht werden, innerhalb der Vereine für das Schiedsrichterwesen zu werben und aufklärend zu wirken. Man hofft, daß auf diese Weise, in den Vereinen die Stellung des Schiedsrichters, die leider nur allzu oft verkannt wird, die richtige Würdigung erfährt. .
Als Abschluß des Kursus ist für Samstag, den
Hangern geboten. Die Ligareserve von VfB.-R. Gießen wartete mit schönen technischen Leistungen auf und konnte Mitte der ersten Halbzeit durch ein Kabinettstückchen des Halblinken in Führung gehen. Die Platzmannschaft ging nun stärker zum Angriff über, konnte aber bis zur Pause den längst ver- dienten Ausgleich nicht erzielen.
Kurz nach Wiederbeginn wurde das Spiel durch eine Schweigeminute anläßlich des Heldengedenk- tages unterbrochen. Eine Umstellung der Klein- Lindener (Verstärkung der Läuferreihe) wirkte sich ehr vorteilhaft aus. Der Sturm wurde mit schönen Vorlagen bedacht, die dann auch zum Erfolg führ- ten. Im Anschluß an eine schöne engmaschige Kombination des Jnnensturmes schoß der Mittelstürmer zum Ausgleichstreffer ein. Kaum eine Minute später konnte Balser im Gießener Tor einen flachen Schuß gerade noch abwehren. Immer wieder mußte Balser, der einen guten Tag hatte, die schwierigsten Situationen klären. Doch dann muß er sich geschlagen bekennen. Bei der Abwehr eines aus näch- ter Nähe getretenen Balles fiel ihm das Leder aus der Hand, der nachsetzende Halblinke drückte zum Siegestor ein. Bis zum Schluß drängte Klein- Linden, ohne aber das Resultat erhöhen zu können.
Die Jugendspiele gegen 1900 Gießen kamen leider nicht zum Austrag.
Und nun saßen am Abend die drei Bundesgenossen auf der steinernen Terrasse, die sich weit in den riesenhaften Park des Palazzo hineinzog. Feuriger italienischer Wein leuchtete in den weißen Kristallpokalen, in denen sich das Licht der Windlampe spiegelte. Der Herzog hob fein Glas:
„Auf unsere Reise, auf unseren Erfolg und darauf, daß wir Giovanni finden!"
„Wenn er wirklich noch lebt", warf Pepito ein.
„Mein Gefühl sagt mir, daß es so ist", meinte der Herzog.
Und mir die Hoffnung, die ich im Herzen trage, dachte Heßling bei sich.
Noch einmal hob der Herzog sein Glas:
„Auf deine Rettung, Freund Giovanni — auf das Glück deiner kleinen Mariella!"
„Amen!" schloß Walter Heßling leise. Drei Gläser klangen rein zusammen.
9. Kapitel.
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein!
Mariella war sehr betrübt, als sie von Doktor Heßlings rätselhafter Abreise hörte. Don allen Menschen, die ins Haus ihrer Tante kamen, war er ihr der sympathischste. Er hatte eine so gütige, ritterliche Art, mit ihr umzugehen. Sie hatte sich in seiner Nähe immer so selig geborgen gesuhlt. Ab und zu war es ihr gewesen, als ob seine ernfien Blicke noch von mehr sprachen als von freundschaftlicher Fürsorge. Als ob seine guten Augen mit einem Ausdruck der Frage und der Bitte auf ihr ruhten. Und vielleicht — wäre Erhard von Hagen nicht gekommen, so hätte sie darüber nachgedacht, was hinter Doktor Heßlings Wesen stände. Aber die fanatische Liebe zu Hagen hatte sie gefühllos für alles andere gemacht, was vielleicht ihr Herz berühren konnte. Doch dieses Gefühl der Geborgenheit in Heßlings Nähe war geblieben. Ja, sie fühlte sich eigentümlicherweise bei ihm mehr be
14. März auf dem Waldsportplatze des VsB- Reichsbahn ein Fußballspiel der 22 besten Jugendlichen vorgesehen. Dieses Spiel soll den Beweis über die geleistete Arbeit darstellen.
Die Jungführer werden während der Dauer des Kursus in der Jugendherberge an der Hardt untergebracht. Wenn die Zeitspanne auch kurz ist, so dürfte doch gerade durck die gemeinschaftliche Unterbringung auch der Gedanke der Gemeinschaft und Freundschaft eine starke Förderung erfahren.
Die praktische Arbeit untabie Vorträge finden auf dem Waldsportplatz statt, der durch die Schönheit seiner Lage ein ideales Uebungsgelande abgibt. ,
Ergebnisse der Bezirksklasse am Sonntag.
Sportverein 05 Wetzlar — Frohnhausen 3:0. Naunheim — Sinn 4:2.
Die Wetzlarer befanden sich in guter Verfassung und konnten bis zur Halbzeit einen 3:0-Sieg herausholen, in der zweiten Halbzeit konnten sie aber trotz starker Ueberlegenheit die oft sehr zahlreich verteidigenden Frohnhäuser nicht mehr schlagen.
Die Naunheimer ließen sich auch von Sinn, obwohl für sie nichts auf dem Spiele stand, nicht schlagen. Die Form der Naunheimer berechtigt zu der Hoffnung, daß sie auch in den Aufstiegspielen unfern Kreis würdig vertreten.
Spielabteilung 5fo.l889 Klein-Linden.
Klein-Linden I — VfB.-R. Liga-Res. 2:1 (0:1).
Ein schönes bis zum Schluß spannendes Spiel wurde in Klein-Linden den zahlreichen Sportan-
tenden Bildern gleich stiegen die sonnigen Jahre vor ihr auf, die sie im Kreise ihrer jungen Altersgenossinnen m dem Luzerner Erziehungsinstitut zugebracht hatte.
Sie sah sich neben der weizenblonden, blauäugigen Lore Ankermann durch den Park tollen, der sich bis an das grüne Ufer des Vierwaldstätter Sees erstreckte. Das Töchterpensionat, mit dem poetischen Namen „Maidlis Glück" besaß einen eigenen Badestrand, und die zwanzig Pensionärinnen kannten kein größeres Glück, als nach ben Schulstunden sich im Sommer den erquickenden Fluten des blauschimmernden Sees anzuvertrauen.
Wie ein köstlicher, schimmernder Edelstein lag das Wasser da, umrahmt von den schneeigen Berg- ne|en, die um diese Jahreszeit nur selten ihre ehrwürdigen Häupter mit einer Nebelkappe verhüllen.
Wie oft hatten Lore und Mariella andachtsvoll an ben Ufern des Dierwaldtstätter Sees gestanden, wenn Alpenglühen die Gipfel in feuriger Lohe auffunkeln ließ, und sie hatten sich, nach Art junger Mädchen, ewige Freundschaft gelobt.
Sie hatten dort einmal ihre „Blutsschwestern- schaft" sogar nach romantischer Art bekräftigt. Mit Loras winzigem Taschenmesserchen brachten sie sich beide einen Schnitt am Unterarm bei und tranken dann den Blutstropfen aus der Wunde. Damit war ihre „Blutsfreundschaft" besiegelt. Für Mariella hatte ihr heroisches Tun sogar noch sehr unange* nehme Folgen gehabt: Sie zog sich eine bösartige Infektion zu, Wundfieber trat ein, unb um em Haar wäre ihr rechter Arm ihrer kinblichen Spielerei zum Opfer gefallen. Sie mußte ins Krankenhaus, und zwei Tage lang fürchteten die Aerzte sogar für ihr Leben.
Mariella ahnte nicht, wie fieberhaft Annina von Gellern damals auf Nachricht von Mariella gewartet hatte. Im geheimen hatte Annina gehofft, daß Mariella nicht wieder genesen würde und sie selbst so ohne Schwierigkeiten in den ungeschmälerten Besitz der Erziehungsgelder gelangen würde. Als Mariella dann wieder selbst schreiben konnte und der Genesung entgegenging, war Annina geradezu enttäuscht.
Es war ein böses, von Vorwürfen strotzendes Schreiben, bas bie kaum genesene Mariella von
> Lang-Göns, 9. März. Mit bem beginnenden Frühjahr setzt auch hier die Arbeit der Kartoffelzüchter ein. Zur Zeit werden die Saatkartoffeln — 06 gibt in der hiesigen Gemeinde rund 25 anerkannte Saatbaustellen — verlesen, was teils mit der Hand, teils mit einer Sortiermaschine geschieht. Die kleinen und die ganz großen Knollen sind als Saatgut ungeeignet unb werben zurückgelegt. Da die Saatkartoffeln von Lang-Göns einen guten Namen haben, finb auch die Bestellungen so zahlreich eingegangen, baß wieder nahem alles verkauft ist. In der Hauptsache werden hier die bekannten Sorten „Industrie", „Erdgold", „Edeltraut" usw. aber auch verschiedene Sorten von Frühkartoffeln gezüchtet. Soeben wird mit dem Versand der bestellten Saatkartoffeln begonnen.
8 Lang-Göns, 9. März. Bei der S t r a ß e n- sammlung am 1. März, die für das WHW. von Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront durchgefuhrt wurde, kam hier ein Geldbetrag von über 141 RM. zusammen. — Die Schweinezwischenzäh- lung vom 3. März ergab hier im ganzen 1319 Tiere (1. Dez. 1935: 1433). Zuchteber 38, Zuchtsauen 145, Ferkel und jüngere Tiere 890, ältere Schweine 246. Die große Zahl von Zuchttieren er
ber Viehzucht, bie Behanblung bes Viehes unb die Jnstanbhaltung ber Ställe unb Dungstätten hin. Ferner sprach er über bie Vorzüge ber Rassevieh- Haltung. — Am Montagabend hielt bie hiesige Verbrauchergenossenschaft bei starker Beteiligung im Saale „Zum Hirsch" ihre biesjährige Generalversammlung ab. Herr Stork vom Vertrauensrat der Verbrauchergenossenschaft gab einen Ueberblick über die Arbeiten in den jetzigen Ver- brauchergenossenschaften unb forberte bie Mitglieder auf, weiterhin bie Treue zu halten. Mit einem gemeinschaftlichen kleinen Imbiß würbe ber erste Teil des Abends beschlossen. Im,zweiten Teil hielten Verlosung, Musikvorträge, Gedichtvorträge usw. die Genossenschaftsfreunde noch lange beisammen.
* Göbelnrod, 10. März. An Stelle des verstorbenen ersten Beigeordneten unserer Gemeinde Hermann Velten II. wurde der seitherige zweite Beigeordnete Wilhelm Bötz berufen. Der Bauer Wilhelm Becker wurde zum zweiten Beigeordneten ernannt. v
4- Grünberg, 9. Marz. Am Samstagabend hielt der hiesige Ob st - unb G a r t e n b a u v e r - ein im Gasthaus „Hessischer Hof" seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Berufsschullehrer ©engnagel, erstattete ben Jahresbericht. Dabei wies er auf den durchgeführten Wettbewerb im Fenster- und Balkonblumenschmuck hin, ebenso erwähnte er die Obstbaumbespritzung mit Karboli- neum durch Vereinsbaumwart Fuchs (Göbelnrod) und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bie Baum- pstege unb die Schädlingsbekämpfung bald auch hier allgemein zur Durchführung kommen. Von der für vorigen Herbst geplanten Blumenausstellung mußte man aus verschiedenen Gründen Abstand nehmen, sie soll aber dieses Jahr in Verbindung mit einer Obstausstellung ftattfinben. Die von dem Rechner, Rentier Schweißguth, vorgetragene Rechnung ergab einen kleinen Ueberschuß. Hieraus hielt der Leiter ber hiesigen bäuerlichen Werkschule, Dr. D i e n st, einen Vortrag „Der Kalk im Garten". Die interessanten unb in anschaulicher Weise vorgetragenen Ausführungen bes Redners, die burch paffende Lichtbilber unterstützt würben, fan- ben allgemeinen Beifall. Ebenso ungeteilte Aufmerksamkeit fanb der vom Vorsitzenden gezeigte Schmalfilm „Die Keimung ber Erbse". Weiterhin wurden in regem Meinungsaustausch noch manche Fragen über bie Düngung ber Gärten behandelt. Die Versammlung war gut besucht, besonders waren auch viele Frauen anwesend.
Sonntag in Gießen ftattfinbenben Kreisversammlung der Geflügelzüchter wird der Verein den Antrag stellen, die für den kommenden Winter geplante Kreisausstellung nach Klein-Linden zu legen. Ferner befaßte man sich mit ber Beschaffung ber A. R.-Ringe, ohne die Ausstellungstiere nicht mehr zur Schau zugelassen werden. An bem Photowettbewerb der Reichsfachgruppe Ausstellungsgeflügelzüchter wollen sich einige Mitglieder beteiligen. Eingehend wurde über bie vom Reichsoerband geplante Futterversorgung gesprochen. Die Mitglieder nahmen das Anerbieten an unb bestellten bie genehmigten Futtermittel. Der Antrag eines Vorstandsmitgliedes, unter den Mitgliedern des hiesigen Vereins eine Eiersammlung zugunsten bedürftiger hiesiger Volksgenossen vorzunehmen unb biese Eier der Ortsgruppenleitung der NSV. zur Verteilung zu übermitteln, fand die Zustimmung sämtlicher anwesenden Mitglieder. Mitglied Wilhelm S ch l o s- s e r erklärte sich bereit, diese Sammlung am kommenden Freitag vorzunehmen.
Y Watzenborn-Steinberg, 9. März. Im verflossenen Jahre erstanden in unserer Gemeinde außer verschiedenen An- und Umbauten sechs neue Wohnhäuser. In diesem Jahre liegt erfreulicherweise bereits bie Meldung von fünf Wohnhaus-Neubauten vor. Mit ben Vorarbeiten zum Bau von zwei Schulfälen und des damit verbundenen Turnraumes wurde bereits begonnen.


