Kapstadt wird Festung.
Die Regierung der Südafrikanischen Union will in Zusammenarbeit mit der Londoner Regierung Kapstadt in eine Festung erster Ordnung umwanden. Künftig soll Kapstadt größeren Flotten Unterschlupf gewähren können, es soll mit einer weitreichenden Artillerie ausgerüstet und es soll auch starke Fliegereinheiten erhallen, die sich wahrscheinlich in der Hauptsache aus Seefliegern zusammensetzen dürften. Man versteht die Absicht, Kapstadt zu befestigen und zu einem starken Flottenstützpunkt auszubauen, erst, wenn man sich die Karte der Weltmeere und der großen Schiffahrtswege zur Hand nimmt. Für England ist d e r Weg nach Ostasien von ungeheurer Bedeutung. Dieser Weg führt durch die befestigte Straße von Gibraltar an der Festung Malta, dann an dem schwer befestigten Flottenstützpunkt Alexandrien vorbei durch die von englischen Einheiten geschützte Straße von Suez bis Singapore, auf das sich im Ernstfall alle in Ostasien kämpfenden britischen Geschwader zurückzieyen können und von wo aus britische Flotten jedem Gegner den Weg nach Indien verlegen können. Diese mit befestigten Punkten förmlich gepflasterte Straße hat durch den Abessinienkonflikt wesentlich an Wert eingebüßt. Heute weiß alle Welt, daß die künstliche Wasserstraße von Suez durch einen energisch vorstoßenden und vom Glück begünstigten Geaner zerstört und damit die Verbindung England—Ostasien unterbunden werden kann. Englands Interessen verlangen aber, daß rechtzeitig derartige Möglichkeiten aus dem Wege geräumt oder um ihre Wirkung gebracht werden. Darum wird nun daran aegangen, die alte Wasser st raße um das Kap herum nach Ostasien wieder „gebrauchsfähig" zu machen, d. h. zwischen Gibraltar und Singapore soll der Stützpunkt K a p st a d t eingefügt werden, von dem aus schnellaufende Kriegsschiffe sowohl die Gewässer vor der afrikanischen Westküste wie die nach dem Pazifik und dem Indischen Ozean hin bewachen und kontrollieren können. Der Weg ist zwar weiter als der durch das Mittelmeer, aber er ist auch unter Umständen sicherer und kann vor allem nicht mit Aussicht auf Erfolg versperrt werden. Kapstadt wird also so etwas wie ein zweites Singapore, was jedoch nicht ausschließt, daß man den Suezkanal noch stärker als bisher sichert.
Englands Aufgabe in Palästina.
London, 10. Juni. (DRV. Funkspruch.) „Mor- ning Post" beschäftigt sich mit den Unruhen in Palästtna, die jetzt schon die Ausmaße einer regelrechten Revolte angenommen hätten. Die erste Pflicht einer Mandatsmacht sei, die Ordnung wieder herzu stellen. Solange Gesetzesverletzungen an der Tagesordnung seien, könne nicht die Rede davon sein, daß Untersuchungen über Beschwerden usw. angestellt würden. Den arabischen Führern sei angeboten worden, ihre Angelegenheit in London oorzutragen. Sie hätten sich aber geweigert, wenn nicht ihre Hauptforderungen von vornherein angenommen worden wären. Einer solchen Bedingung könne keine Regierung zusttrn- men. Auch der Vorschlag der Einsetzung einer königlichen Untersuchungskommission sei auf Widerstand gestoßen, weil die Araber eine Untersuchung nicht für notwendig hielten. Vielleicht wäre durch die Untersuchung festgestellt worden, daß die jüdische Einwanderung zu groß gewesen sei, und dadurch den Arabern Schaden entstanden wäre. Das sei aber kein Grund, die Untersuchung abzulehnen. Man könne nicht daran vorübergehen, daß sowohl für Juden wie für Araber Raum genug in Palästina sei. Es sei Aufgabe der Mandatsmacht, daß zwischen beiden Parteien das Gleichgewicht geschaffen werde.
Der republikanische Parteitag in USA.
Scharfe Angriffe gegen Roosevelt.
El e o e l a n d , 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Unter großer Begeisterung der in der überfüllten Konventionshalle versammelten Delegierten des repu- plikanischen Parteitages hielt Senator Steiwer aus Oregon, der Vorsitzende des Parteitages, die Eröffnungsrede, in der er in großen Zügen das Parteiprogramm und die Strategie des Kampfes gegen Roosevelt umriß. lieber zwei Stunden lang geißelte er dann den neuen Kurs des Präsidenten Roosevelt. Die riesige von Roosevelt aufgebaute Propagandamaschine werde nicht in der Lage sein, dem Volk dauernd Sand in die Augen zu streuen. Die republikanische Partei wolle das wirtschaftliche Gleichgewicht wieder Herstellen. Die Einnahmen der Landwirtschaft mußten denen der Industrie gleichkommen. Er trat weiter für die Wiederher st ellung des freien Wettbewerbs in der Industrie ein. Der Newdeal habe zum erstenmal in der Geschichte der Vereinigten Staaten die Klassen gegeneinander gehetzt. Unter Roosevelt habe lediglich die öffentliche Schuld geblüht, sie habe sich nämlich um über 14 Milliarden Dollar vermehrt. Auf die ungeheuren Summen für Arbeitslosenunterstützung und Notstandsarbeiten hinweisend, führte Steiwer dann weiter aus, der Beamtenapparat stehe in gar keinem Verhältnis mehr zu seiner Leistung. Die Regierung sei heute der „gewissenloseste" Arbeitgeber im Lande, die Professoren und Theoretiker ersetzten die praktische Erfahrung. Die Kosten der Wiederbelebung der Wirtschaft seien unmäßig hoch, trotzdem gebe es n o ch immer 12'/r Millionen Arbeitslose. Wenn auch die Regierung behaupte, sie besteuere die Reichen, so seien es doch die Armen, die die Hauptlast durch indirekte Steuern zu tragen hätten. Die Löhne seien nur 8 Prozent höher, aber die Lebenskosten seien um 20 Prozent gestiegen. Steiwer wiederholte im übrigen oie bekannten Programmpunkte der Republikaner, die Freihaltung von fremden Verwicklungen in der Außenpolitik, gesunde Währungspolitik, einen ausgeglichenen Staatshaushalt, Zollschutz für Farmer und Industrielle und Aufhebung rpRinrofer Handelsverträge.
Umbildung des italienischen Kabinetts.
Gras Ciano wird Außenminister.
Rom, 9. Juni. (DNB.) Die teilweise Umbildung der italienischen Regierung, von der bereits seit einigen Wochen gesprochen wurde, ist am Dienstagnachmittag durch königliche Dekrete vollzogen worden. Danach werden das Außenministerium, das Korporationsministerium und das Kolo- «ialministerium, die seit Januar 1935 neben den Wehrmachtsministerien und dem Innenministerium in Händen des italienischen Regierungschefs lagen, von Mussolini abgetreten. Der bisherige
Erste Vedenken gegen die wirtschastlichen Auswirkungen des Streikergedniffes in Frankreich.
Furcht vor Mehrbelastung des Staatshaushalts und allgemeine Preiserhöhung. Schwierigkeiten für die Ausfuhrindustrie.
Paris, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die rückläufige Bewegung in dem Streik in Frankreich scheint sich allmählich stärker durchzusetzen. In der Nacht zum Mittwoch kam ein Abkommen zustande, durch das der Streik der Bergarbeiter in Nordfrankreich beigelegt werden konnte. Dieses Abkommen sieht eine allgemeine Lohnerhöhung von 12 v. H. vor. Arn Donnerstag soll in sämtlichen Bergwerken die Arbeit wieder ausgenommen werden. In Paris erfolgte eine Einigung im Kleinhandel und im Versicherungsgewerbe, die dem Streik in diesen Wirtschaftszweigen ein Ende fetzt. Hingegen sind in Toulouse jetzt auch die Arbeiter des Baugewerbes und verwandter Gewerbe i n d en Streik getreten.
Während die der Regierung nahestehenden Blätter mit Befriedigung die bisher erreichten „Siege der Arbeiterschaft" heroorheben, heben die Blätter der Rechten mit einer gewissen Beunruhigung hervor, daß am Dienstag zum ersten Male streikende Arbeiter über d i e Boulevards gezogen seien und die Passanten mit erhobener Faust begrüßt hätten. Auch hätten in manchen Fabriken, in denen die Arbeit wieder ausgenommen werden sollte, junge Kommuni st en die Arbeiter entgegen den Abmachungen zur Fortführung des Streiks zu bewegen versucht. Tatsächlich hat die Regierung in einer Verlautbarung vor Provokateuren warnen müssen
Allmählich beginnt man sich ernsthafter mil den wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Abkommen zu befassen. Aus der Rechten wird einmütig die Auffassung vertreten, daß eine allgemeine Preiserhöhung und Lebensverteuerung unvermeidlich sei, während die Linke sich dagegen verwahrt, daß durch unberechtigte Preissteigerungen die Arbeiter um die Früchte des Kampfes gebracht werden sollen.
Die Arbeitgeber scheinen jedoch nicht gewillt zu sein, die Kosten der unmittelbaren oder mittelbaren Lohnerhöhungen selbst zu tragen. So sehen sich die Kraftfahrer, die zunächst erfreut waren, am Montag wieder Betriebsstoff zu bekommen, vor der unangenehmen Ueberraschung, daß die Preise für Benzin seit der vorigen Woche um etwa 6 bis 8 v. H. erhöht worden sind. Die Textilindustrie ist bereits mit der Forderung an den Staat herangetreten, einen Ausgleich zu erhalten, um ausfuhrfähig zu bleiben.
„Soiyrnee Industrielle" schreibt: Unter Einrechnung der Verkürzung der Arbeitszeit von 48 auf 40 Stunden bei gleichem Wochenlohn und unter Berücksichtigung des bezahlten Urlaubs werde die Lohner
höhung im Durchschnitt nicht 12 v. h. betragen, wie in den grundsätzlichen Abkommen vorgesehen sei, sondern etwa 3 5 v. h. Das Blatt halt es für unmöglich, daß die Erzeugung in ihrer Gesamtheit in der Lage sei, diese Reubelastung zu tragen. Wenn aber die Erzeugung diese Erhöhung nicht auf ihre Kunden i b w ä l z e n könnte, mühten sie die Pforten ihrer Betriebe schließen und die Arbeitslosigkeit werde zunehmen. Würden die 35 v. H. aber den Preisen zugeschlagen werden, so trügen die Verbraucher die Kosten der Operation.
Wie Jouhaux in Genf selbst zugegeben habe, würden die Erzeugnisse dann immer teurer werden. Frankreich müsse daher seinen Zollschutz verstärken, was zu einer weiteren Preiserhöhung im Innern führen würde. Der einzig mögliche Ausgleich, so meint das Blatt, liege in einer Senkun gder übrigen General- unfoften, wie z. B. der Steuern und des Zinssatzes. In den Ankündigungen Leon Blums seien zweifellos Andeutungen in dieser Richtung zu finden. Es sei jedoch schwierig, daran zu glauben, da jeder Tag neue Pläne für weitere Ausgaben brächte, die den Staatshaushalt in eine Sackgasse führen müßten.
Auch auf dem rechten Flügel der Volksfront, bei den Radikalsozialisten, werden Bedenken gegen die Auswirkungen laut, die die einseitige Einführung der 40-Stunden-Woche in Frankreich nach sich ziehen würde. Mit einer Offenheit, als ob ein Blatt der Opposition schriebe, erklärt die Herriot nahestehende „Ere Nouvelle": „Achtung vor der 40-Stunden-Woche".
Ihre Durchführung werde für die Ausgaben der Armee eine Mehrbelastung von 8 5 0 Millionen Francs bedeuten, bei der Kriegsmarine noch mehr. 3m ganzen würde sie unter Einrechnung der sonstigen öffentlichen Betriebe, wie öffentliche Arbeiten und poslverwallung eine M e h r b e- la st u n g von 2,5 Milliarden Francs ergeben. Bei den Eisenbahnen würde die Durchführung der 40-Stundenwoche eine Personalvermehrung erfordern, deren Kosten 1,5 Milliarden jährlich betragen würden, das wären für den Anfang also schon 4 Milliarden Francs. Könne die Arbeitslosigkeit, die im übrigen der Gesamtheit nur 1 Milliarde koste durch diese Maßnahme beseitigt werden, oder werde sie nicht vielleicht sogar noch ansteigen?
Die französische Ausfuhrindustrie werde nämlich durch eine Erhöhung der Gestehungspreise
gegenüber ihren Wettbewerbern auf dem Welt- Markt in eine sehr ungünstige Lage geraten. Die dadurch entstehende Arbeitslosigkeit werde die Arbeitsoermehrung in anderen Industrien wieder ausgleichen. So würde also die Einführung der 40-Stundenwoche die Arbeitslosigkeit nicht beseitigen, schwer auf den öffentlichen Finanzen lasten und eine Verteuerung der Lebenshaltung herdei- führen. Welchen Gewinn aber habe d i e Arbeiterklasse davon? Die 40-Stunden- woche bedeute daher ein gefährliches Abenteuer, solange sie nicht von allen großen Erzeugerländern durchgeführt werde. Das Blatt erklärt, es sei nicht gegen den Grundsatz der 40- Stundenwoche, aber sie dürfe nur international durchgeführt werden, wenn sie nicht verheerende Wirkungen ausüben solle.
Slums sozialpolitische Gesetze.
Die Vorlagen in der Kammer eingebracht.
Paris, 9. Juni. (DNB.) In der Kammer brachte Ministerpräsident Leon Blum nach einer kurzen Erklärung über den Verlauf der Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern die angekündigten Gesetzesvorlagen ein und beantragte die Einsetzung eines besonderen Ausschusses von 33 Abgeordneten zu ihrer Prüfung. Er stellte in Aussicht, daß sich bereits am Donnerstag die Kammer mit den Gesetzen befassen werde. Die Mehrheit der Kammer beschloß, den Vorschlag des Ministerpräsidenten anzunehmen.
Die Gesetzentwürfe enthalten im einzelnen folgendes: Der Entwurf über die Einführung der 40°Stunden-Woche sieht vor, daß diese Neuerung ohne Herabsetzung der Woche n l ö h n e erfolgt. Der Entwurf über den bezahlten Urlaub sieht in Industrie und Handel einen Jahresurlaub von zwölf Arbeitstagen vor, und berücksichtigt die Ausdehnung dieser Maßnahme auf die freien Berufe, auf die Haushaltsangestellten und die landwirtschaftlichen Arbeiter. Der Gesetzentwurf über den Einheitsrahmentarif legt nicht nur die beiderseitige Bindung der Parteien, sondern auch die Vermittlerrolle und die Schiedsrichterstellung der Staatsgewalt fest. Ein vierter Gesetzentwurf sieht vor, daß die ehemaligen Frontkämpfer für ihre Ruhebezüge steuerfrei sein sollen, bis die von den Frontkämpfern seit langem gewünschte Versorgungskasse eingerichtet sein wird, was noch vor Ende des Jahres geschehen soll. Der fünfte Gesetzentwurf macht für die kleinen staatlichen Gehaltsempfänger die Kürzung der Lavalschen Notverordnung rückgängig. Die Regierung erwartet von diesen ersten Maßnahmen eine Stärkung der Kaufkraft der Massen, eine Belebung der Wirtschaft und ein Ansteigen der Steuereingänge.
Propagandaminister Graf Gallazzo Ciano wird Außenmini st er. Der bisherige Staatssekretär im Korporationsministerium Santini wird Korporationsmini st er und der Staatssekretär des Kolonialministeriums L e f s o n a wird zum Kolonialmini st er befördert. Der bisherige Staatssekretär im Propagandaministerium Alfieri wird Propagandamini st er.
Gleichzeitig ist das Rücktrittsgesuch des bisherigen Staatssekretärs im Außenministerium Suvich vom König genehmigt worden. An seine Stelle tritt der derzeitige italienische Botschafter in Warschau, Bastianini. Mussolini hat an Suvich für seine vierjährige Mitarbeit ein Handschreiben gerichtet und ihm einen hohen Vertrauensauftrag Vorbehalten
Die italienischen Sommermanöver.
Rom, 8. Juni. (DNB.) Die Nachricht, daß die diesjährigen italienischen Sommermanöver „außer im Falle von höherer Gewalt" in Süditalien zwischen Neapel und Bari, stattfinden würden, wird von der italienischen Presse an hervorragender Stelle veröffentlicht. Ebenso stark beachtet wird das Dementi gegen die im Auslande umgehenden „völlig phantastischen" Nachrichten, wonach die Manöver anderwärts, etwa wieder in Südtirol, vor sich gehen sollten
Das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" schreibt, selbstverständlich hätten die normalen italienischen Sommermanöver einer italienfeindlichen Auslegung im Ausland nicht entzogen werden können. Man stehe hier wieder vor einem Vorgehen von agents provocateurs. Die großen Sommermanöver sollten auch in diesem Jahr die gleiche klare Verwirklichung strategischer und taktischer Aufgaben zeigen, die bereits die letzten italienischen Manöver ausgezeichnet hätten Von Jahr zu Jahr werde der große italienische Kriegsapparat stärker und technisch vollständiger. Das Ergebnis der vormilitärischen Ausbildung hätte dazu geführt daß das italienische Volk in seiner Wehrmacht einen der Haupt- faftoren seiner Stärke sehe. Daher komme den Ma- nöüem auch nrm ^nhr tu Jahr aröstere Bedeutung 311
Die litauischen Parlamentswahlen.
Aeußerst geringe Wahlbeteiligung.
Kowno, 9. Juni. (DNB.) Am Dienstag begannen in Litauen und im Memelgebiet die auf zwei Tage anberaumten Wahlen der 49 Abgeordneten für das nach lOjähriger Pause neu einberufene litauische Parlament. Unter den zur Wahl zugelassenen 144 Kandidaten befinden sich sechs Memelländer und zwei Juden: drei weitere memelländische Kandidaten sind kurz vor der Wahl von den Litauern aus der Liste gestrichen worden, einer der sechs verbliebenen Kandidaten befindet sich in Hast. Die Kandidaten sind ausschließlich von den Selbstverwaltungen ausgestellt und setzen sich zu über 90 o. H. aus Anh ä n- r ™ r Regierungspartei zusammen Die Wahlen gingen am ersten Wahltage ohne ® * ?.r Dor .sfch Nach privaten Schätzungen ist die Wahlbeteiligung zunächst ziemlich gering. 3n Kowno und in einigen anderen litauischen
Generaloberst von Geeckt in London.
Zur Tagung des deutsch-britisch-französischen Ausschusses des britischen Kriegsgräber-Fürsorge-Verbandes war als deutscher Vertreter Generaloberst von S e e ck t nach London gekommen. Generaloberst von S e e ck t legte als Führer der deutschen Abordnung am Ehrenmal einen Kranz nieder. — (Scherl-M.)
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Städten sollen durchschnittlich am ersten Wahltag nur 25 bis 30 o. H. der Wähler abgestimmt haben. Auf dem flachen Lande schätzt man die Wahlbeteiligung noch geringer ein. Im M e - m e I g e b i e t, war am ersten Wahltage eine b e - sonders starke Zurückhaltung zu verzeichnen Bis in die Nachmittagsstunden hatten einzelne Memeler Wahllokale nur eine Beteiligung von 2 bis 8 v. H. zu verzeichnen. In zahlreichen ländlichen Wahllokalen wurden nur einige wenige Stimmen abgegeben.
O ympiade des Geistes.
Seit der Wiedererweckung der Olympischen Spiele durch Baron Pierre de Coubertin hat das Bestreben bestanden, die Wettbewerbe nicht auf die Leibesübungen zu beschränken, sondern auf die geistigen Leistungen der Kulturvölker auszudeh- nen. Das geschieht einmal durch künstlerische Darbietungen, die mit dem Verlaus der olympischen Spiele verknüpft sind. Dazu gehört das F e st s p i e l. Dazu gehört auch die musikalische Umrahmung der Eröffnungs- und Schlutzzeremonie, bei der 300 Musiker, 1500 Sänger, gemischter Chor, 150 Fanfaren
bläser mitwirken, und das olympische Konzert, auf dem unter Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Dr. Peter Raabe die preisgekrönten Werke des olympischen Musikwettbewerbes aufgeführt werden.
Eine weitere Gruppe sind jene Darbietungen, die dem Besucher einen Einblick in das geistige Leben und künstlerische Schaffen Deutschlands vermitteln sollen. Da ist das „Frankenburger Würfelspiel" des Staatspreisträgers Wolfgann Eberhardt Möller, das am 2. August auf der Dietrich. Eckart-Bühne uraufgeführt wird. Mit der Inszenierung wurde Matthias Wiemann betraut, dem beste schauspielerische Kräfte zur Verfügung stehen.
Ebenfalls auf der Dietrich-Eckart-Bühne wird Händels Oratorium „Herakles" unter Leitung von Dr. Hans Niedecken-Gebhardt und mit der Musik von Prof. Fritz Stein unter Mitwirkung von mehr als 1000 Sängern, 250 Mu- fitem und hervorragenden Solisten aufgeführt. Die Museen veranstalten eine Schau „Große Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit", die in etwa 450 Bildern eine Geschichte der deutschen Kultur darstellt. Das Kupferstichkabinett in Berlin bereitet eine Ausstel- lung vor. 2m Deutschen Museum wird anhand von


