Ausgabe 
10.6.1936
 
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Kapstadt wird Festung.

Die Regierung der Südafrikanischen Union will in Zusammenarbeit mit der Londoner Regierung Kapstadt in eine Festung erster Ordnung um­wanden. Künftig soll Kapstadt größeren Flotten Unterschlupf gewähren können, es soll mit einer weitreichenden Artillerie ausgerüstet und es soll auch starke Fliegereinheiten erhallen, die sich wahr­scheinlich in der Hauptsache aus Seefliegern zu­sammensetzen dürften. Man versteht die Absicht, Kapstadt zu befestigen und zu einem starken Flotten­stützpunkt auszubauen, erst, wenn man sich die Karte der Weltmeere und der großen Schiffahrts­wege zur Hand nimmt. Für England ist d e r Weg nach Ostasien von ungeheurer Bedeutung. Dieser Weg führt durch die befestigte Straße von Gibraltar an der Festung Malta, dann an dem schwer befestigten Flottenstützpunkt Alexan­drien vorbei durch die von englischen Einheiten geschützte Straße von Suez bis Singapore, auf das sich im Ernstfall alle in Ostasien kämpfen­den britischen Geschwader zurückzieyen können und von wo aus britische Flotten jedem Gegner den Weg nach Indien verlegen können. Diese mit be­festigten Punkten förmlich gepflasterte Straße hat durch den Abessinienkonflikt wesentlich an Wert eingebüßt. Heute weiß alle Welt, daß die künstliche Wasserstraße von Suez durch einen energisch vorstoßenden und vom Glück begünstigten Geaner zerstört und damit die Verbindung Eng­landOstasien unterbunden werden kann. Englands Interessen verlangen aber, daß rechtzeitig derartige Möglichkeiten aus dem Wege geräumt oder um ihre Wirkung gebracht werden. Darum wird nun daran aegangen, die alte Wasser st raße um das Kap herum nach Ostasien wiederge­brauchsfähig" zu machen, d. h. zwischen Gibraltar und Singapore soll der Stützpunkt K a p st a d t eingefügt werden, von dem aus schnellaufende Kriegsschiffe sowohl die Gewässer vor der afrika­nischen Westküste wie die nach dem Pazifik und dem Indischen Ozean hin bewachen und kontrollieren können. Der Weg ist zwar weiter als der durch das Mittelmeer, aber er ist auch unter Umständen sicherer und kann vor allem nicht mit Aussicht auf Erfolg versperrt werden. Kapstadt wird also so etwas wie ein zweites Singapore, was jedoch nicht ausschließt, daß man den Suezkanal noch stärker als bisher sichert.

Englands Aufgabe in Palästina.

London, 10. Juni. (DRV. Funkspruch.)Mor- ning Post" beschäftigt sich mit den Unruhen in Palästtna, die jetzt schon die Ausmaße einer regel­rechten Revolte angenommen hätten. Die erste Pflicht einer Mandatsmacht sei, die Ordnung wieder herzu stellen. Solange Gesetzesver­letzungen an der Tagesordnung seien, könne nicht die Rede davon sein, daß Untersuchungen über Be­schwerden usw. angestellt würden. Den arabischen Führern sei angeboten worden, ihre Angelegenheit in London oorzutragen. Sie hätten sich aber ge­weigert, wenn nicht ihre Hauptforderungen von vornherein angenommen worden wären. Einer solchen Bedingung könne keine Regierung zusttrn- men. Auch der Vorschlag der Einsetzung einer könig­lichen Untersuchungskommission sei auf Widerstand gestoßen, weil die Araber eine Unter­suchung nicht für notwendig hielten. Vielleicht wäre durch die Untersuchung festgestellt worden, daß die jüdische Einwanderung zu groß gewesen sei, und dadurch den Arabern Schaden entstanden wäre. Das sei aber kein Grund, die Untersuchung abzu­lehnen. Man könne nicht daran vorübergehen, daß sowohl für Juden wie für Araber Raum genug in Palästina sei. Es sei Aufgabe der Mandatsmacht, daß zwischen beiden Parteien das Gleichgewicht geschaffen werde.

Der republikanische Parteitag in USA.

Scharfe Angriffe gegen Roosevelt.

El e o e l a n d , 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Un­ter großer Begeisterung der in der überfüllten Kon­ventionshalle versammelten Delegierten des repu- plikanischen Parteitages hielt Senator Steiwer aus Oregon, der Vorsitzende des Parteitages, die Eröffnungsrede, in der er in großen Zügen das Parteiprogramm und die Strategie des Kampfes gegen Roosevelt umriß. lieber zwei Stunden lang geißelte er dann den neuen Kurs des Präsidenten Roosevelt. Die riesige von Roosevelt aufgebaute Propagandamaschine werde nicht in der Lage sein, dem Volk dauernd Sand in die Augen zu streuen. Die republikanische Partei wolle das wirt­schaftliche Gleichgewicht wieder Herstellen. Die Einnahmen der Landwirtschaft mußten denen der Industrie gleichkommen. Er trat weiter für die Wiederher st ellung des freien Wett­bewerbs in der Industrie ein. Der New­deal habe zum erstenmal in der Geschichte der Ver­einigten Staaten die Klassen gegeneinander gehetzt. Unter Roosevelt habe lediglich die öffentliche Schuld geblüht, sie habe sich nämlich um über 14 Milliar­den Dollar vermehrt. Auf die ungeheuren Summen für Arbeitslosenunterstützung und Notstandsarbeiten hinweisend, führte Steiwer dann weiter aus, der Beamtenapparat stehe in gar keinem Verhältnis mehr zu seiner Leistung. Die Regierung sei heute dergewissenloseste" Arbeitgeber im Lande, die Pro­fessoren und Theoretiker ersetzten die praktische Er­fahrung. Die Kosten der Wiederbelebung der Wirt­schaft seien unmäßig hoch, trotzdem gebe es n o ch immer 12'/r Millionen Arbeitslose. Wenn auch die Regierung behaupte, sie besteuere die Reichen, so seien es doch die Armen, die die Hauptlast durch indirekte Steuern zu tragen hätten. Die Löhne seien nur 8 Prozent höher, aber die Lebenskosten seien um 20 Prozent gestiegen. Stei­wer wiederholte im übrigen oie bekannten Pro­grammpunkte der Republikaner, die Freihaltung von fremden Verwicklungen in der Außenpolitik, gesunde Währungspolitik, einen ausgeglichenen Staatshaushalt, Zollschutz für Farmer und In­dustrielle und Aufhebung rpRinrofer Handelsver­träge.

Umbildung des italienischen Kabinetts.

Gras Ciano wird Außenminister.

Rom, 9. Juni. (DNB.) Die teilweise Umbil­dung der italienischen Regierung, von der bereits seit einigen Wochen gesprochen wurde, ist am Dienstagnachmittag durch königliche Dekrete voll­zogen worden. Danach werden das Außenministe­rium, das Korporationsministerium und das Kolo- «ialministerium, die seit Januar 1935 neben den Wehrmachtsministerien und dem Innenministerium in Händen des italienischen Regierungschefs lagen, von Mussolini abgetreten. Der bisherige

Erste Vedenken gegen die wirtschastlichen Auswirkungen des Streikergedniffes in Frankreich.

Furcht vor Mehrbelastung des Staatshaushalts und allgemeine Preiserhöhung. Schwierigkeiten für die Ausfuhrindustrie.

Paris, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die rück­läufige Bewegung in dem Streik in Frankreich scheint sich allmählich stärker durchzusetzen. In der Nacht zum Mittwoch kam ein Abkommen zustande, durch das der Streik der Bergarbeiter in Nordfrankreich beigelegt werden konnte. Dieses Abkommen sieht eine allgemeine Lohnerhöhung von 12 v. H. vor. Arn Don­nerstag soll in sämtlichen Bergwerken die Arbeit wieder ausgenommen werden. In Paris erfolgte eine Einigung im Kleinhandel und im Versicherungsgewerbe, die dem Streik in diesen Wirtschaftszweigen ein Ende fetzt. Hingegen sind in Toulouse jetzt auch die Arbeiter des Baugewerbes und verwandter Gewerbe i n d en Streik getreten.

Während die der Regierung nahestehenden Blät­ter mit Befriedigung die bisher erreichtenSiege der Arbeiterschaft" heroorheben, heben die Blätter der Rechten mit einer gewissen Beunruhigung her­vor, daß am Dienstag zum ersten Male strei­kende Arbeiter über d i e Boulevards gezogen seien und die Passanten mit erhobener Faust begrüßt hätten. Auch hätten in manchen Fabriken, in denen die Arbeit wieder ausgenom­men werden sollte, junge Kommuni st en die Arbeiter entgegen den Abmachungen zur Fort­führung des Streiks zu bewegen versucht. Tatsächlich hat die Regierung in einer Verlaut­barung vor Provokateuren warnen müssen

Allmählich beginnt man sich ernsthafter mil den wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Abkommen zu befassen. Aus der Rech­ten wird einmütig die Auffassung vertreten, daß eine allgemeine Preiserhöhung und Lebensverteuerung unvermeid­lich sei, während die Linke sich dagegen ver­wahrt, daß durch unberechtigte Preissteigerun­gen die Arbeiter um die Früchte des Kampfes gebracht werden sollen.

Die Arbeitgeber scheinen jedoch nicht gewillt zu sein, die Kosten der unmittelbaren oder mittel­baren Lohnerhöhungen selbst zu tragen. So sehen sich die Kraftfahrer, die zunächst erfreut waren, am Montag wieder Betriebsstoff zu be­kommen, vor der unangenehmen Ueberraschung, daß die Preise für Benzin seit der vorigen Woche um etwa 6 bis 8 v. H. erhöht worden sind. Die Textilindustrie ist bereits mit der Forderung an den Staat herangetreten, einen Ausgleich zu erhalten, um ausfuhrfähig zu bleiben.

Soiyrnee Industrielle" schreibt: Unter Einrech­nung der Verkürzung der Arbeits­zeit von 48 auf 40 Stunden bei gleichem Wochenlohn und unter Berücksichtigung des bezahlten Urlaubs werde die Lohner­

höhung im Durchschnitt nicht 12 v. h. betragen, wie in den grundsätzlichen Abkommen vorge­sehen sei, sondern etwa 3 5 v. h. Das Blatt halt es für unmöglich, daß die Erzeugung in ihrer Gesamtheit in der Lage sei, diese Reu­belastung zu tragen. Wenn aber die Erzeugung diese Erhöhung nicht auf ihre Kunden i b w ä l z e n könnte, mühten sie die Pforten ihrer Betriebe schließen und die Arbeits­losigkeit werde zunehmen. Würden die 35 v. H. aber den Preisen zugeschlagen werden, so trügen die Verbraucher die Kosten der Operation.

Wie Jouhaux in Genf selbst zugegeben habe, würden die Erzeugnisse dann immer teurer wer­den. Frankreich müsse daher seinen Zollschutz verstärken, was zu einer weiteren Preis­erhöhung im Innern führen würde. Der einzig mögliche Ausgleich, so meint das Blatt, liege in einer Senkun gder übrigen General- unfoften, wie z. B. der Steuern und des Zinssatzes. In den Ankündigungen Leon Blums seien zweifellos Andeutungen in dieser Richtung zu finden. Es sei jedoch schwierig, daran zu glauben, da jeder Tag neue Pläne für weitere Ausgaben brächte, die den Staatshaushalt in eine Sackgasse führen müßten.

Auch auf dem rechten Flügel der Volksfront, bei den Radikalsozialisten, werden Bedenken gegen die Auswirkungen laut, die die einseitige Einführung der 40-Stunden-Woche in Frankreich nach sich ziehen würde. Mit einer Offenheit, als ob ein Blatt der Opposition schriebe, erklärt die Herriot nahestehendeEre Nouvelle":Achtung vor der 40-Stunden-Woche".

Ihre Durchführung werde für die Aus­gaben der Armee eine Mehrbe­lastung von 8 5 0 Millionen Francs bedeuten, bei der Kriegsmarine noch mehr. 3m ganzen würde sie unter Einrechnung der son­stigen öffentlichen Betriebe, wie öffentliche Ar­beiten und poslverwallung eine M e h r b e- la st u n g von 2,5 Milliarden Francs ergeben. Bei den Eisenbahnen würde die Durchführung der 40-Stundenwoche eine Per­sonalvermehrung erfordern, deren Ko­sten 1,5 Milliarden jährlich betragen würden, das wären für den Anfang also schon 4 Milliarden Francs. Könne die Arbeitslosigkeit, die im übrigen der Gesamtheit nur 1 Milliarde koste durch diese Maßnahme beseitigt werden, oder werde sie nicht vielleicht sogar noch an­steigen?

Die französische Ausfuhrindustrie werde nämlich durch eine Erhöhung der Gestehungspreise

gegenüber ihren Wettbewerbern auf dem Welt- Markt in eine sehr ungünstige Lage ge­raten. Die dadurch entstehende Arbeitslosigkeit werde die Arbeitsoermehrung in anderen Industrien wie­der ausgleichen. So würde also die Einführung der 40-Stundenwoche die Arbeitslosigkeit nicht beseiti­gen, schwer auf den öffentlichen Finanzen lasten und eine Verteuerung der Lebenshaltung herdei- führen. Welchen Gewinn aber habe d i e Arbeiterklasse davon? Die 40-Stunden- woche bedeute daher ein gefährliches Aben­teuer, solange sie nicht von allen großen Er­zeugerländern durchgeführt werde. Das Blatt er­klärt, es sei nicht gegen den Grundsatz der 40- Stundenwoche, aber sie dürfe nur interna­tional durchgeführt werden, wenn sie nicht ver­heerende Wirkungen ausüben solle.

Slums sozialpolitische Gesetze.

Die Vorlagen in der Kammer eingebracht.

Paris, 9. Juni. (DNB.) In der Kammer brachte Ministerpräsident Leon Blum nach einer kurzen Erklärung über den Verlauf der Verhand­lungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern die angekündigten Gesetzesvorlagen ein und beantragte die Einsetzung eines besonderen Aus­schusses von 33 Abgeordneten zu ihrer Prüfung. Er stellte in Aussicht, daß sich bereits am Donners­tag die Kammer mit den Gesetzen befassen werde. Die Mehrheit der Kammer beschloß, den Vorschlag des Ministerpräsidenten anzunehmen.

Die Gesetzentwürfe enthalten im einzelnen fol­gendes: Der Entwurf über die Einführung der 40°Stunden-Woche sieht vor, daß diese Neuerung ohne Herabsetzung der Wo­che n l ö h n e erfolgt. Der Entwurf über den be­zahlten Urlaub sieht in Industrie und Han­del einen Jahresurlaub von zwölf Arbeitstagen vor, und berücksichtigt die Ausdehnung dieser Maß­nahme auf die freien Berufe, auf die Haushalts­angestellten und die landwirtschaftlichen Arbeiter. Der Gesetzentwurf über den Einheitsrah­mentarif legt nicht nur die beiderseitige Bin­dung der Parteien, sondern auch die Vermittlerrolle und die Schiedsrichterstellung der Staatsgewalt fest. Ein vierter Gesetzentwurf sieht vor, daß die ehema­ligen Frontkämpfer für ihre Ruhebezüge steuerfrei sein sollen, bis die von den Front­kämpfern seit langem gewünschte Versorgungs­kasse eingerichtet sein wird, was noch vor Ende des Jahres geschehen soll. Der fünfte Gesetzent­wurf macht für die kleinen staatlichen Gehaltsemp­fänger die Kürzung der Lavalschen Notverordnung rückgängig. Die Regierung erwartet von die­sen ersten Maßnahmen eine Stärkung der Kaufkraft der Massen, eine Belebung der Wirtschaft und ein Ansteigen der Steuereingänge.

Propagandaminister Graf Gallazzo Ciano wird Außenmini st er. Der bisherige Staats­sekretär im Korporationsministerium Santini wird Korporationsmini st er und der Staatssekretär des Kolonialministeriums L e f s o n a wird zum Kolonialmini st er befördert. Der bisherige Staatssekretär im Propagandaministerium Alfieri wird Propagandamini st er.

Gleichzeitig ist das Rücktrittsgesuch des bisherigen Staatssekretärs im Außenministerium Suvich vom König genehmigt worden. An seine Stelle tritt der derzeitige italienische Bot­schafter in Warschau, Bastianini. Mussolini hat an Suvich für seine vierjährige Mitarbeit ein Hand­schreiben gerichtet und ihm einen hohen Ver­trauensauftrag Vorbehalten

Die italienischen Sommermanöver.

Rom, 8. Juni. (DNB.) Die Nachricht, daß die diesjährigen italienischen Sommermanöveraußer im Falle von höherer Gewalt" in Süditalien zwischen Neapel und Bari, stattfinden würden, wird von der italienischen Presse an hervorragender Stelle veröffentlicht. Ebenso stark beachtet wird das Dementi gegen die im Auslande umgehenden völlig phantastischen" Nachrichten, wonach die Ma­növer anderwärts, etwa wieder in Süd­tirol, vor sich gehen sollten

Das halbamtlicheGiornale d'Jtalia" schreibt, selbstverständlich hätten die normalen italienischen Sommermanöver einer italienfeindlichen Auslegung im Ausland nicht entzogen werden können. Man stehe hier wieder vor einem Vorgehen von agents provocateurs. Die großen Sommermanöver sollten auch in diesem Jahr die gleiche klare Verwirk­lichung strategischer und taktischer Aufgaben zeigen, die bereits die letzten italienischen Manöver ausge­zeichnet hätten Von Jahr zu Jahr werde der große italienische Kriegsapparat stärker und tech­nisch vollständiger. Das Ergebnis der vormilitäri­schen Ausbildung hätte dazu geführt daß das ita­lienische Volk in seiner Wehrmacht einen der Haupt- faftoren seiner Stärke sehe. Daher komme den Ma- nöüem auch nrm ^nhr tu Jahr aröstere Bedeu­tung 311

Die litauischen Parlamentswahlen.

Aeußerst geringe Wahlbeteiligung.

Kowno, 9. Juni. (DNB.) Am Dienstag be­gannen in Litauen und im Memelgebiet die auf zwei Tage anberaumten Wahlen der 49 Ab­geordneten für das nach lOjähriger Pause neu einberufene litauische Parlament. Unter den zur Wahl zugelassenen 144 Kandidaten befinden sich sechs Memelländer und zwei Juden: drei weitere memelländische Kandidaten sind kurz vor der Wahl von den Litauern aus der Liste gestri­chen worden, einer der sechs verbliebenen Kandi­daten befindet sich in Hast. Die Kandidaten sind ausschließlich von den Selbstverwaltungen ausge­stellt und setzen sich zu über 90 o. H. aus Anh ä n- r r Regierungspartei zusammen Die Wahlen gingen am ersten Wahltage ohne ® * ?.r Dor .sfch Nach privaten Schätzungen ist die Wahlbeteiligung zunächst ziemlich gering. 3n Kowno und in einigen anderen litauischen

Generaloberst von Geeckt in London.

Zur Tagung des deutsch-britisch-französischen Ausschusses des britischen Kriegsgräber-Fürsorge-Verbandes war als deutscher Vertreter Generaloberst von S e e ck t nach London gekommen. Generaloberst von S e e ck t legte als Führer der deutschen Abordnung am Ehrenmal einen Kranz nieder. (Scherl-M.)

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Städten sollen durchschnittlich am ersten Wahltag nur 25 bis 30 o. H. der Wähler abge­stimmt haben. Auf dem flachen Lande schätzt man die Wahlbeteiligung noch geringer ein. Im M e - m e I g e b i e t, war am ersten Wahltage eine b e - sonders starke Zurückhaltung zu ver­zeichnen Bis in die Nachmittagsstunden hatten einzelne Memeler Wahllokale nur eine Beteiligung von 2 bis 8 v. H. zu verzeichnen. In zahlreichen ländlichen Wahllokalen wurden nur einige wenige Stimmen abgegeben.

O ympiade des Geistes.

Seit der Wiedererweckung der Olympischen Spiele durch Baron Pierre de Coubertin hat das Bestreben bestanden, die Wettbewerbe nicht auf die Leibesübungen zu beschränken, sondern auf die geistigen Leistungen der Kulturvölker auszudeh- nen. Das geschieht einmal durch künstlerische Dar­bietungen, die mit dem Verlaus der olympischen Spiele verknüpft sind. Dazu gehört das F e st s p i e l. Dazu gehört auch die musikalische Umrahmung der Eröffnungs- und Schlutzzeremonie, bei der 300 Mu­siker, 1500 Sänger, gemischter Chor, 150 Fanfaren­

bläser mitwirken, und das olympische Kon­zert, auf dem unter Leitung von Generalmusik­direktor Prof. Dr. Peter Raabe die preisgekrön­ten Werke des olympischen Musikwettbewerbes auf­geführt werden.

Eine weitere Gruppe sind jene Darbietungen, die dem Besucher einen Einblick in das geistige Leben und künstlerische Schaffen Deutschlands vermitteln sollen. Da ist dasFrankenburger Würfel­spiel" des Staatspreisträgers Wolfgann Eber­hardt Möller, das am 2. August auf der Dietrich. Eckart-Bühne uraufgeführt wird. Mit der Insze­nierung wurde Matthias Wiemann betraut, dem beste schauspielerische Kräfte zur Verfügung stehen.

Ebenfalls auf der Dietrich-Eckart-Bühne wird Händels OratoriumHerakles" unter Lei­tung von Dr. Hans Niedecken-Gebhardt und mit der Musik von Prof. Fritz Stein unter Mitwirkung von mehr als 1000 Sängern, 250 Mu- fitem und hervorragenden Solisten aufgeführt. Die Museen veranstalten eine SchauGroße Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit", die in etwa 450 Bildern eine Geschichte der deutschen Kultur darstellt. Das Kupferstichkabinett in Berlin bereitet eine Ausstel- lung vor. 2m Deutschen Museum wird anhand von