Ausgabe 
9.11.1936
 
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Beförderungen in der SA, SS. und im ASM

Berlin, 9. Nov. (DNB.) Der Führer sprach in feiner Eigenschaft als Oberster SA.-Führer an­läßlich des 9. November 1936 folgende höhere Be­förderungen in der SA. aus: Es wurden befördert: 1. SA.-Führerkorps: au Obergruppenfüh­rern: die Gruppenführer Herzog, Stabsführer der Obersten SA.-Führung, Böckenhauer, Chef des Gerichts- und Rechtsamts und Chef des Per­sonalamts der Obersten SA.-Führung, Kasche, Führer der SA.-Grupve Niedersachsen, Schep- mann, Führer der SA.-Gruppe Sachsen, Reichs- minifter und Gauleiter R u st, Reichsminister Kerrl, Gauleiter Bürckel, Gauleiter Ter- boven; zu Gruppenführern: die Brigade­führer Generalinspektor D r. Todt, Ministerprä­sident Marschler; zu Brigadeführern: die Oberführer Owe, Zapf, Ziegler; zu Oberführern: die Standartenführer Brunk, Büchner, Clausen, Esders, Freund, Haucke, Klähn, Köglmai r, Megow, Merker, Riecke, Schaudinn, Schicke, Schmidt (Walther), Seifert, Zöberlein. 2. SA.-Sanitätsführerkorps: z u Sanitäts- Oberführern: die Sanitäts-Standartenführer Dr. Sy-a h n (Ed.), Dr. Seil. 3. SA.-Berwaltungs- führerkorps: zu Verwaltungs-Oberfüh­rern: die Verwaltungs-Standartenführer P r o - chaska, Belzner, Schulze (Arthur), Maetze, Kapp.

Es wurden befördert: In der SS.: zum SS. - Obergruppenführer: Hei ßmeyer, Chef des SS.-Hauptamtes und stellv. Inspekteur der Nat.-Pol. Erziehungsanstalten Preußens; Lo­renz, Führer des SS.-Oberabschnittes Nordwest. Zum SS.- Gruppenführer: Moder, Füh­rer des SS.-Abschnittes III; Graf von der Schulen bürg, Führer im Stab RFSS. Zum SS. - Briaadeführer: Weisthor, Führer im Stab RFSS.; Freyberg, Führer im SD.- Hauptamt; Frhr. von Kanne, Führer im Stab des Rasse- und Siedlungshauptamtes; Granzow, Führer im Stab des Rasse- und Siedlungshaupt­amtes. Zum SS. - Oberführer: Scherpin g, Oberstjägermeister, Führer beim Stab RFSS.; Tempel, zweiter Bürgermeister von München, Führer beim Stab RFSS.; Dr. Stepp, Führer im SD.-Hauptamt; Dr. B e st, Führer im SD.- Hauptamt; Leyser, stellv. Gauleiter Saarpfalz, Führer beim Stab des SS.-Oberabschnittes Süd- west.

Im NSKK.: Zum Gruppenführer: der Brigadeführer Wilhelm Müller. Zum Bri­aadeführer: der Oberführer Hans-Helmuth K r e n z l i n. Zum Oberführer: der Adjutant des Führers, Standartenführer Fritz Wiede­mann.

Die Durchführung des Vierjahresplanes.

Eine zweite Verordnung Görings.

Berlin, 7.3lot). (DNB.) Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Göring, veröffentlicht im Reichsgesehblatt folgende Zweite Verordnung zur Durchführung des Vierjahres­planes:

Auf Grund der Verordnung des Führers und Reichskanzlers zur Durchführung des Vlerjahres- planes vom 18. Oktober 1936 (Reichsgesehblatt I, Seite 887) wird verordnet was folgt:

I. Meine Anordnungen zur Durchführung des Vierjahresplanes, die zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden müssen, werden, soweit sie nicht im Reichsgesehblatt erscheinen, im Deutschen Reichs­anzeiger und preußischen Staatsanzeiger ver­öffentlicht.

II. (1.) Wer den in solchen Anordnungen enthal­tenen Geboten und Verboten zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis und Geldstrafe, letztere in unbegrenzter Höhe, oder mit einer dieser Strafen bestraft. (2.) Paragraph 4 des Gesetzes zur Durch­führung des Vierjahresplanes Bestellung eines Reichskommissars für die Preisbil­dung vom 29. Oktober 1936 (Reichsgesehblatt I, Seite 927) bleibt unberührt.

III. Wegen eines Schadens, der durch eine nach Ziffer I veröffentlichte Anordnung entsteht, wird eine Entschädigung nicht gewährt.

Beisetzung

der deutschen Dardanellenkämpfer.

Istanbul, 8. Nov. (DNB.) Auf dem Helden- friedhof des Botschaftsgartens in T h e r a p i a wur­den die Gebeine der 52 deutschen Dardanellen­kämpfer beigesetzt, die vorige Woche aus dem ehe­maligen Kampfgebiet geholt wurden. Auf den Sär­gen, die von Matrosen des Kreuzers Emde n" getragen wurden, lag die deutsche Na­tionalflagge. Eine Kompanie türkischer Infanterie gab das Ehrengeleit. Dem Trauerzug wurden d i e Fahnen der Istanbuler Formation der NSDAP, vorausgetragen. Im Trauergeleit sah man den deutschen Botschafter v. K e l l e r , den Kommandanten derEmden", Kapitän z. S. Loh­mann, und eine Abordnung türkischer Offiziere unter Führung des Korpsgenerals Ali Fuad, so­wie Generalkonsul Dr. T o e p k e. In den Gedenk­ansprachen wurde der türkisch-deutschen Wafsenkamer ad schäft gedacht, besonders auch von Korpsgeneral Ali Fuad. Am Grabe von Marschall von der Goltz, das neben den Grä­bern der Dardanellenkämpfer liegt, wurde von den türkischen Offizieren ein Kranz niedergelegt. Den Abschluß der Feier bildete ein Vorbeimarsch der türkischen Ehrenkompanie und der Lanüungsabtei- lung des KreuzersEmden" vor dem deutschen Bot­schafter, dem General Ali Fuad und dem Komman­danten derEmden".

Ein internationales Komitee der Frontsoldaten.

Rom, 7. Nov. (DNB.) Anläßlich der durch den König von Italien, Kaiser von Aethiopien, und den Regierungschef Benito Mussolini vollzogenen Em- weihung der Casa Madre bei Mutilati in Rom hat­ten der Präsident der italienischen Frontkämpfer und der Präsident der italienischen Kriegsopfer die Frontsoldatenverbände aller Natio- n e n eingeladen, sie konnten die Abordnungen fol- gender vierzehn Nationen begrüßen: Deutsch­land, England, Frankreich, USA., Italien, Bel­gien, Ungarn, Oesterreich, Bulgarien, Jugoslawien, Griechenland, Tschechoslowakei, Polen, Rumänien.

Auf italienische Anregung fand am 6. und 7. November eine Arbeitstagung der Abord­nungen statt, die der Präsident der italienischen Kriegsopfer Delcroix mit einem Appell an den guten Willen aller Frontsoldaten, alles zu tun, einen neuen Krieg zu vermeiden, be­grüßte. Die darufhin von dem Führer der deutschen Abordnung Herzog von Koburg mit einge­hender Begründung vorgetragene Anregung, ein internationales Komitee der Front­soldaten aller Nationen zu bilden, wurde mit großem Beifall ausgenommen und nach kurzer Stellungnahme der einzelnen Delegationsführer

zum Beschluß erhoben. In diesem Komitee wird jede Nation gemäß dem deutschen Vorschlag je eine Stimme haben und durch ordentliche und zwei stellvertretende Mitglieder, die innerhalb von 14 Tagen namhaft zu machen sind, vertreten sein. Bei einem anschließenden Empfang der Abordnungen beim Duce hielt dieser eine Ansprache, in der er die große Bedeutung dieses Tages betonte, seiner Freude über die Einigkeit Ausdruck gab und die Bildung des internationalen Komitees der Frontsoldaten aller Nationen als Wendepunkt der N a ch k r i e g s e p o ch e bezeichnete.

Zwölf Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung im Gau Hessen-Aassau.

RSG. Wenn am 9.' November morgens um 7 Uhr die Ehrenwachen an den Gräbern und Wordställen der gefallenen Ka­meraden aufziehen, die Feuer aus den Opfer­schalen zum Himmel lodern und all überall im weiten deutschen Vaterland in Stadt und Land das nationalsozialistische Banner des Sieges gehißt wird, dann gedenkt das deutsche Volk der Männer, die den Marsch des 9. November 1923 mit ihrem Blut geweiht haben und ohne deren Opfertod die deutsche Erhebung niemals möglich geworden wäre.

16 Tote und über 100 Verletzte for­derte allein dieser Tag von der Bewegung, und dennoch bedeutete er keinen Riederbruch, sondern er gebar neuen fanatischen Kampfesmut und volle Hingabe für das vom Führer erstrebte Ziel. Allen Gewalten zum Trotz wird die Schlagkraft der ver­botenen Bewegung erhöht und das Blut der 16 Münchener Kameraden schuf die Millionenbewe­gung, die sich Deutschland eroberte.

So reihten sich dann bald auch im Gau Hes­se n - R a s f a u mit dem fortschreitenden Sieges­zug der Bewegung ein Vlutopfer an das andere. Zwölf deutsche Männer fielen im Kampf für den Führer und seine Idee. Immer wieder muhten die nationalsozialistischen Tageszeitungen von einem neuen Mordanschlag berichten, den Ver­blendete und Verführte auf die Kämpfer für ein besseres Deutschland verübten.

Das nationalsozialistische Deutschland wird sei­

nen Helden stets Dank wissen und zum äußeren Zeichen am 9. November an den Stätten ihres Sterbens verharren. Die Toten-Standarte lebt! Sie marschiert im Geist in unseren Reihen mit.

Im Gau Hessen-Nassau fielen als Blut­zeugen der nationalsozialistischen Idee:

Wilhelm W i l h e l m i, Singhofen, am 6.3.1927 in Nastätten.

Karl Ludwig, Wiesbaden, am 16.4. 1927.

Heinrich K o t t m a n n, Darmstadt, am 13.5.1928 in Pfungstadt.

Katharina Grünewald, Lampertheim, am 2.8. 1929 in Nürnberg.

Erich I o st, Lorsch,

am 5.8. 1929 in Nürnberg.

Hans Hobelsberger, Biblis, am 17.11.1931 in Worms.

Hans Handwerk, Frankfurt a.M.»

am 5.7.1932.

Heinrich Grasmeher, Steeden, am 11.7.1932.

Christian Lroehmann, pfungsiadk, am 26.2.1933 in Lindenfels.

Josef Bleser, Frankfurt a. M.-Höchst, am 28.2.1933.

Andreas Weidt, höchst im Odenwald, am 3.3.1933.

Peter Fries, Darmstadt, am 17.3.1933.

Die Forschungsausgabe der deutschen Hochschulen.

Rerchsminister Rust spricht auf der Jubiläumsfeier der Universität Breslau.

Breslau, 7. Nov. (DNB.) In der schlesischen Friedrich-Wilhelm-Unioersität fand aus Anlaß des 125jährigen Bestehens der Universität ein Festakt statt, bei dem der Reichs- und Preußische Minister für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung Rust in einer Ansprache an die Dozenten und Studenten im ganzen Reich u. a. folgendes aus­führte:Die Wissenschaft", erklärte der Minister, lebt aus ihrer Problematik, die akademische Ju­gend aber ist ein Glied des Volkes, sie lebt und wirkt aus dem Auftrag der geschichtlichen Stunde!" Es gereicht dem deutschen Studenten zum Ruhm, daß er, kaum heimgekehrt aus einem vierjährigen Ringen in die Hörjäle und Studierstuben, wieder zum Appell antrat, als Adolf Hitler in letz­ter Stunde sich dem Verfall seines Volkes entgegen­stellte. H o r st Wessel bleibt das ewige Symbol des deutschen Werkstudenten, der unter Verzicht auf äußere Sicherheit und bürgerliches Fortkommen sich dem Vortrupp der jungen Bewegung einreihte. Der nationalsozialistische deutsche Student hat in den Jahren zwischen dem Zusammenbruch und dem Wiederaufbau des deutschen Volkes die Probe vor der Geschichte bestanden!

Mit Entschiedenheit wandte sich Minister R u st gegen die ParolenZurück zur Arbeit" undEnt­politisierung der Wissenschaft", Kampfrufe, die gleichbedeutend werden könnten mit einer Auf­lösung der politischen Einheit. Der Beauftragte des Führers für die Durchführung des Vierjahresplanes der deutschen Wirtschaft, Ministerpräsident G ö - ring, hat die deutsche Forschung aufgerufen zur Mitarbeit an dem Werk der wirtschaftlichen Selbst­ermächtigung des deutschen Volkes.

Weine deutschen Studenten", rief der Minister, ich habe Ihnen heute am Anfang eines uner­hörten geschichtlichen Beginnens die Parole für die kommenden Jahre zu geben. Sie werden verstehen, wenn ich zur Eröffnung des neuen Semesters die Parole »Wissen- schaff ausgebe. (Lebhafter Beifall.)

Wenn nun die Aufgabe gestellt wird, in den kommenden Jahren die Fähigkeit zu erwerben, führend in allen Berufen das vom Führer ge­stellte Ziel zu erreichen, dann sollen Sie, meine deutschen Studenten, nicht nur die große Tradition der deutschen Forschung fortsehen, sondern unmittelbar durch ihre wissenschaftliche Arbeit am Werk des Führers Mitarbeiten. So fordert die geschichtliche Stunde von Ihnen einen doppelten politischen Einsatz: durch die Witarbeit am Werk der Forschung sowohl wie durch die Selbstgestattung ihres studen­tischen Lebens dienen Sie dem Werk des Füh­rers. Ich darf wohl aussprechen, daß ich nicht fehl gehen in der Hoffnung, in der gestrigen Veröffentlichung über die Vereinheitlichung der studenkischen Führung Ihnen einen Stein aus

Ihrem Wege weggeräumt zu haben.

Mit Nachdruck betonte Minister Rust, daß nicht der deutsche Student allein die deutsche Zukunft zu lösen in der Lage sein werde. Die gestellte Aufgabe löst die deutsche Hochschule in ihrer Ge­samtheit: Ja ober Nein, die Frage steht jetzt vor Ihnen! Der deutsche Kaufmann hat uns jahre- i lang hereingeholt, was wir brauchten für unsere 1 Bekleidung, für unsere Webr, für unsere Ernäh­rung. Heute wissen wir, daß viele von den Auf­gaben, die der deutsche Kaufmann einst löste, jetzt der deutsche Forscher zu lösen hat. So we­nig ein unpolitisches Sichergeben und Hingeben an eine isolierte wissenschaftliche Forschung der Lage gerecht wird, so wenig auf der anderen Seite auch ein nur politisches Bekennen unter Außerachtlas­sung unserer Lage, die uns zwingt alles aus uns herauszuholen. Diese beiden Aufgaben sind nicht zu trennen.

Minister Rust schloß nach einem geschichtlichen Rückblick mit folgenden Worten:

Nachdrücklich wandte sich der Minister gegen die Behauptung, der Nationalsozialismus habe die wis­senschaftliche Forschung und Leistung bekämpft. Was er bekämpft Jabe, sei lediglich eine falsche Auffassung von der Wissenschaft gewesen. Jetzt setzen wir aber an die Stelle des liberalen Wisfenschaftsbegriffes unseren Wissenschafts­begriff. Die Wissenschaft ist kein freischwebendes, von Raum und Zeit unabhängiges Gebilde, son­dern eine spezifische Leistung des völ­kischen Geiste s. Darum ist auch für uns der wissenschaftliche Arbeiter ein Arbeiter der Nation wie jeder andere."

Ich will an dieser Stelle warnend meine Stimme erheben vor jenem Trugschluß, daß die letzten großen Forschungsaufgaben etwa nur in der Gemeinschaft gelöst werden könnten. Die große po­litische Front entsteht im Lager, die große Er­findung aber, glaube ich, im einsamen Forscherraum. Aber auch in der Studierstube und im Laboratorium bleibt der Forscher ein Glied seines Volkes. Eine wahrhaft große Forschung, auch wenn sie sich in den Formen einer äußeren Isolierung des einzelnen vollzieht, lebt aus der Bindung an die Notwendigkeiten des Volkes oder sie verliert sich in Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten. Nur aus der Verbundenheit mit dem großen Schicksal feines Volkes kann der For­scher wahrhaft große Aufgaben erfüllen."

Der Minister wandte sich in diesem Zusammen­hang auch gegen die Auffassung, daß die wissen­schaftliche Arbeit als besser gelten müsse, weil sie keine Handarbeit fei. Der Nationalsozialismus kenne nur einen Arbeitsbegriff. Es soll nichts von dem preisgegeben werden, wofür Horst Wessel lebte, kämpfte und starb. Was Horst Wessel tat, wird weiterhin von euch verlangt, weil es der Grund all unseres Tuns ist.

Ich habe Ihnen die alleremsiesten großen Wünsche des Führers zu dieser Stunde zu über­mitteln. Wenn auch dieser 125jährige Geburts­tag zahlenmäßig nicht zu einem großen Er­innern aufruft, soll er trotz- und alledem zu einer Stunde gemacht werden, von der aus wir noch einmal anlreten sollen mit neuem Glau­ben und neuen Entschlüssen. So wollen wir von Breslau aus in der Erinnerung dessen, was einmal hier gewesen, mH einem neuen Willen Herangehen an unsere Auf­gaben. Wenn dieser Wille so groß ist wie die Aufgabe und tvenn Sie alle, die an diesen Hochschulen wirken, so groß sind, wie der Wille und die Kraft des Wanncs, der uns die Auf­gaben gestellt hat, dann wird mit dem 7. Tlo- vember 1936 für die deutsche Forschung, für die deutsche Hochschule und die, die an ihr wirken, eine große Zeil beginnen."

Nachdem Reichsminister Rust gesprochen hatte, überbrachte Gauleiter und Oberpräsident Staatsrat Josef Wagner die Grüße des Gaues und der Provinz Schlesien. Es folgte dann die große Reihe der Glückwunschansprachen, die von dem Komman­dierenden General des VIII. Armeekorps, General der Kavallerie v. Kleist, eingeleitet wurde. Daran schloß die Bekanntgabe der Ehrenpromo­tionen und die Uebergabe der Urkunden durch die Dekane an die sämtlich anwesenden, von der Bres­lauer Universität geehrten Vorkämpfer des Deutschtums im Auslande. Der Beifall, der jedem Geehrten gespendet wurde, steigerte sich noch bei der Ehrung Konrad Henleins. Fer­ner wurden geehrt der Domkapitular Professor Dr. Steuer-Posen, der Kirchenfiibrer der deut­schen evangelischen Kirche in Jugoslawien Bischof

Dr. Popp-Agram, der Vorkämpfer für die Rechte der evangelischen Kirche in Lettland Baron Dr. Hans Rosen-Riga, der Betreuer der deutschen evangelischen Gemeinden Wolhyniens, Pfarrer K l e i n d i e n st - L u ck , die Prager Professoren Dr. Ernst Swoboda und Dr. med. Otto Großer; der Baltikumkämpfer Baron von Manteuffel-Kurland; Ritterschafts­hauptmann a. D. Freiherr Eduard von Dellingshausen, zur Zeit Potsdam; der Schulreformator und Förderer des deutschen Kul­turlebens in Siebenbürgen Direktor Otto 3JI e fchendörfer-Kronftadt.

General der Inf. a. D. von Strantz f.

Am 6. November starb in Dessau im 83. Le- bensjahr der General der Infanterie a. D. Dr. jur. h. c. Hermann von Strantz. General von Strantz führte bei Ausbruch des Weltkrieges das V. Armeekorps (Posen) an die Westfront. Unter seinem Kommando wurde Longwy genommen. Am 15. September 1914 wurde er zum Oberbefehls­haber einer Armee ernannt, die er bis zum Schluß des Weltkrieges führte und die den Abschnitt zwi­schen Verdun und Metz hielt. Bereits am Kriege 1870/71 hatte Hermann von Strantz teilgenommen. Er rückte als Fähnrich des Leibgrenadierregiments ins Feld und wurde vor dem Feind zum Offizier befördert. Nach dem Friedensschluß besuchte er die Kriegsschule, wo Feldmarschall von der Goltz fein Lehrer war. 1875 wurde er Bataillonsadjutant in Landsberg a. d. W. Von dort wurde er zur Kriegs­akademie kommandiert, 1883 kam er als Brigade- adjutayt nach Düsseldorf. Nach einem Kommando beim Großen Generalstab wurde er Bataillonskom­mandeur und später Kommandeur des 1. Garde­regiments zu Fuß. 1903 wurde er Kommandeur der 25. Infanteriedivision in Darmstadt. 1911 Kommandeur des V. Armeekorps. Nach dem Welt­kriege lebte General von Strantz Zunächst in Wies­baden. Von dort wurde er durch die französische Besatzung vertrieben und siedelte nach Dessau über.

Reichstagung

der Reichsbetriebsgemeinschast Druck.

Die Reichsbetriebsgemeinschaft Druck veranstaltet vom 27. bis 29. November in Leipzig eine Neichstagung. Den Veranstaltungen geht ein Empfangsabend im Rathaus und ein B e - triebsappell, der durch den Rundfunk über­tragen wird, voraus. Auf der Reichsarbeits­tagung werden am Freitagvormittag u. a. spre­chen Hauptamtsleiter Klaus ©eigner, ferner der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Druck E b e n- b ö ck, der Leiter der Wirtschaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung Dr. S e e l i g e r und die Reichs- innungsmeister für das Buchdruck- und Buchbinder­handwerk. Es schließen sich Tagungen der Fach­gruppen an, am Abend finden eine Gemein- schaftsfeierstundeUnser Glaube ist Ar­beit" und ein Kameradschaftsabend statt. Am Samstagvormittag wird die Ausstellung Schönheit der Arbeit in graphischen und papier- verarbeitenden Betrieben" eröffnet. Ferner findet der erste Berufserzieher-Kongreß des graphischen Gewerbes statt. Der Tag wird im übrigen ausgefüllt mit Sondertagungen und Be­sichtigungen. Abends ist eine Festaufführung desFreischütz" vorgesehen. Der Sonntag bringt eine Kundgebung der Reichsbetriebsgemein­schaft Druck in der Messehalle, auf der Reichsorga­nisationsleiter Dr. Ley u. a. sprechen wird. Äm Nachmittag fällt die Entscheidung der deutschen Zei­tungsfahrermeisterschaften, umrahmt durch einen Fußballkampf, ein Handballspiel und Betriebsstaf­felkämpfe.

Hakenkreuzwimpei inOesterreich erlaubt

Berlin, 7. Nov. (DNB.) In einem Korps­befehl weilt Korpsführer Hühnlein darauf hin, daß nach den Vereinbarungen zwischen dem Deut­schen Reich und dem Bundesstaat Oesterreich, durch die die früheren R e i s e b e sch r ä n k u n g e n zwi­schen beiden Ländern aufgehoben und die poli­tischen Verhältnisse geklärt wurden, s e l b st v e r - ständlich auch die Führung des Ho­heitszeichens der beiden Staaten an Kraftfahrzeugen wieder gestattet ist. Mit Stolz, so erklärt der Korpsführer, werde jeder deutsche Kraftfahrer auch außerhalb der Landes­grenzen den Hakenkreuzwimpel und, wenn er dem Korps angehört, auch den NSKK.- Wimpel an feinem Kraftfahrzeug führen.

Eine Richtigstellung.

Berlin, 7. Nov. (DNB.) In der französischen und belgischen Presse wird die Meldung verbreitet, der belgische Rexistensübrer Degrelle sei gelegentlich einer Reise nach Berlin auch von Reichsmini st er Dr. Goebbels empfan­gen worden. Bei der dabei stattgefundenen Unter­redung habe Reichsminister Dr. Goebbels Degrelle Ratschläge in bezug auf politische Führung, Propaganda und Taktik gegeben. Von zuständiger Stelle wird diese Meldung in aller Form und in vollem Umfange dementiert.

Kleine politische Nachrichten.

Im Auftrage des Führers und Reichs­kanzlers überreichte der Herzog von Coburg Seiner Exzellenz dem italienischen Regierungschef Mussolini das Großkreuz des Ehren­zeichens des Deutschen Roten Kreuzes.

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Der amerikanische Staatssekretär Hüll ist zur panamerikanischen Konferenz nach Buenos Aires abgefahren. Die Abfahrt des Dampfers, auf dem Hüll reift, hatte sich infolge des See­mannsstreiks um zehn Stunden verzögert.

Der italienische Außenminister Graf Ciano und seine Gattin sind am Sonntagabend in Wien eingetroffen. Zum Empfang hatten sich Bundes­kanzler Schuschnigg, der Vizekanzler und Ge­neralkommandant der Frontmiliz Feldmarschallleut­nant H ü l g e r t h und Staatssekretär S ch m i d t eingefunden. Eine Kompanie der Frontmiliz erwies die Ehrenbezeugung. Graf und Gräfin Ciano haben im Hotel Imperial Woh nung geno mm en.__

Rätselhafte Erkrankungen Del vielen Krankhel- ' 1 len wie Herzmuskel-

und Nierenentzündungen, Gelenkrheumatismus usw., läßt sich oft schwer die Ursache feststellen. Nur durch Zufall stellt sich bann häufig heraus, daß die Zähne der eigentlich- Krankheitsherd sind. Kranke Zähne vergiften nämlich den Körper, sobald durch sie Krankheitserreger in den Blut­kreislauf gelangen. Beweist dies nicht, wie gefährlich es ifo wenn man die Pflege der Zäbne vernachlässigt? Jeden Abend und Nkorgen Chlorodont das sollte deshalb für alle, ob jung oder alt, zur Selbstverständlichkeit werben!