Ausgabe 
9.7.1936
 
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Me Konferenz der Restlocarno-Mächte

politische

sich auf der rechten Seite gehalten. Als erster Zeuge wurde der Fuhrunternehmer Lobeck, der Arbeitgeber des Angeklagten, vernommen, der dem Angeklagten das denkbar beste Zeugnis ausstellte. Die Große Strafkammer begab sich dann mit dem Angeklagten und den Zeugen an die Stelle des Unglücks. Die möglichst getreue Wiederherstellung der Vorgänge nahm mehrere Stunden in Anspruch. An Ort und Stelle wurde eine Reihe von Zeugen vernommen, so vor allem ein Dr. M a e s s e aus Genthin, der an dem Unglückstag in seinem Wa­gen unmittelbar hinter dem Detmolder Lastzug ge­fahren war. Dr. Maesse erklärte, ebenso wie seine Frau, daß der Anhänger des Lastzuges so stark geschleudet habe, daß er selbst nicht gewagt habe,

Groh-

Pakt

Sowjelrußland habe demnach zweier- leiAuhenpolilik, nämlich die kurzfristige und opportunistische Politik des Kremls und die langfristige Politik der Komintern.

sei. Man dürfe nicht daran vorübergehen, daß die Bolschewisten auf ihrem ursprünglichen Ideal einer Weltsendung eine neue Technik des Imperialismus schmieden werden. Solange Moskau nicht seine Stellungnahme zur Weltrevolution vollkommen klar­

jeit im Hintergrund ae- alls sicher, daß sie fallen

Brüssel, 8. Juli. (DNB.) Am Mittwochabend lag noch keine Entscheidung über die in Genf in Aussicht genommene Einberufung einer Konfe­renz zur Neuregelung des Locarno- Problems nach Brüssel vor. DerP e u p l e" macht zu der geplanten Konferenz einige Angäben, die deshalb eine gewisse Beachtung verdienen, weil das Blatt als Hauptorgan der Sozialistischen Par­tei in engen Beziehungen zum belgischen Außen­minister S p a a t steht. Das Blatt glaubt zu wis­sen, daß die Konferenz wahrscheinlich am 2 2. und 2 3. Juli, in Brüssel stattfinden werde. Die Zu­sammenkunft werde nicht den Charakter einer eigentlichen Konferenz haben. Es handele sich viel­mehr um Besprechungen zwischen den W e st m ä ch t e n , um die neue Lage, die sich aus der Aufhebung der Sanktionen gegen Italien er­geben habe, zu besprechen und es Italien zu ermöglichen, wieder mit den Mitunterzeichnern des Locarno-Vertrages Fühlung zu nehmen. Das

vom 8. bis 12. Juli trägt jeder das Gaulagabzeichen!

nehmen, wenn sie der Ansicht seien, daß d i e Sowjetunion ethem Ianus - Mvpf gleiche.

werde man vielleicht feststellen, daß

die Sache der Weltrevolution mit der kurz­fristigen opportunistischen Politik verschmolzen worden

Starke Gegensähe in der Dardanellen-Frage

England und Rußland ringen um die Durchsetzung ihrer Interessen.

fahrt russischer Kriegsschiffe durch die Meerengen im Kriegsfall heranziehen müßte. Englands Delegation, so wird betont, stimme dem nicht zu.

Diese Meinungsverschiedenheit lasse neue Ver­wicklungen erwarten, da sowohl von der fran­zösischen, wie von der Sowjetabordnung ener­gisch behauptet werde, daß der französisch-sow- jetrussifche Pakt eine rechtsgültige Vereinbarung im Rahmen der Völkerbundssahung sei. Die Stellungnahme der englischen Delegation scheine

das erste Anzeichen dafür zu sein, daß britannien dem französisch - russischen feind sei.

Es sei klar, daß es sich hier um große

DerZanuskopf des Sowjetstaates.

Englische Erkenntnisse. Werden die entsprechenden Taten folgen ?

Zahl der Freischärler unterliegen. Pater V o r e l l a allein konnte sich retten und den italienischen Rlili- tärbehörden am 5. Juli Mitteilung von dem Ueber- fall machen.

Die italienischen Militärbehörden haben sofort eine größere Anzahl Flugzeuge zu Vergeltungsmaßnahmen in das Gebiet entsandt, in das sich die Freischärler geflüchtet hatten.

Die Presse widmet den Gefallenen ehrende Worte der Anerkennung, wobei dieTribuna" noch be­sonders betont, daß der bedauerliche Zwischenfall keinerlei Anlaß zu Spekulationen über die Lage in Abessinien geben könne. Ls handele sich um nichts anderes als um Räuberbanden, die ein trau­riges Aeberbleibsel aus der Zeit des Regus seien und die kein Ras jemals habe ausrotten können. Das von Marschall Graziani geleitete italieni­sche Abessinien werde aber bald und für immer von diesem Räuberunwesen befreit werden.

Rom, 8. Juli. (DRV.) Die mit drei Flugzeugen am 26. Juni bei Lekemti (Provinz Wollega) ge- landete, aus hohen Offizieren bestehende ita­lienische Militärmission, die damals von den örtlichen Behörden und der Bevölkerung gut ausgenommen worden war, ist nach einer Mel­dung der Slefani zwei Tage darauf von einer Gruppe abessinischer Krieger, die früher zum regulären abessinischen Heer gehört hatten, aber seither Plünderungszüge machten, ü b e r f a l l e n und bis auf einen begleitenden katholischen Missionar niedergemehelt wor­den. Die Mission bestand aus dem General Mag- l i o c c o, aus dem Oberst des Generalstabes Lal- d e r i n i, aus dem Major L o c a t e l l i, dem In­genieur P r a f s o und dem katholischen Missionar Pater V o rella.

Rach der Stefani-Meldung Hal sich die Mission, die überraschend angegriffen wurde, heldenmütig geschlagen, muhte aber angesichts der überlegenen

London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.)Ti- m e s" beschäftigt sich in einem Leitaufsatz mit der außenpolitischen Stellung der Sow­jetunion.

Alles deute darauf hin, daß Sowjetrußland bald eine vorherrschende Stellung in einem uneinigen Europa einnehmen werde.

Im Fernen Osten werde es auch den japanischen Einfluß überflügeln. Angesichts dieses Umstandes müsse man fragen, wie der Sowjetstaat die Ver­antwortlichkeiten seiner zunehmenden außenpoli­tischen Bedeutung auslegen werde. Bei ihrer Ge­burt sei die Sowjetunion der Sache der Welt- r e o o l u t i o n geweiht worden, und die Komin­tern betätige sich noch immer mit Erfolg für d i e s Z i e l. Die neugefundeneWürde" Rußlands werde dauernd durch den Eifer der Komintern ge­fährdet, deren unterirdische Zerstörungs-

Lntwilklung und Ausgaben des deutschen Films

Präsident Professor Lehnich und Reichskulturwalter Hinkel auf der Filmtheater-Tagung in Dresden.

Italienische Mitärnusswn in Abessinien ermordet Ueberfall durch eine Räuberbande.

Das Autobusunglück

-er Leibstandarten-Kapelle vor Gericht

Der angeklagte Krastwagenführer erhält ein Jahr Gefängnis.

Hauptziel der Brüsseler Zusammenkunft bestehe keineswegs darin, die gemeinsame Hal­tung der Restlocarno-Mächte gegenüber Deutschland zu bestimmen. Man denke schon jetzt an eine Einberufung einer zweiten Konfe­renz, auf der gewisse Punkte des deutschen Me­morandums vom 7. März einer eingehenden Prü­fung unterzogen werden sollen.

Einladung an Italien.

Rom, 8. Juli. (DNB.) Die Note der belgischen Regierung, mit der Italien zur Teilnahme an den Locarnobesprechungen in Brüssel ein­geladen wird, ist, wie von unterrichteter italieni­scher Seite verlautet, nunmehr in Rom eingetrof­fen. Die Note wird zur Zeit von der italienischen Regierung, die sich ihre Stellungnahme auch im Hinblick auf die ungeklärte Lage im Mittelmeer noch vorbehält, einer Prüfung unterzogen.

Die letztere werde zur Z> halten. Es sei jedoch keinesfo , , . _

gelassen werde. Augenblicklich scheine sie nicht ge­fährlich zu sein, wenn Rußland jedoch eines Tages das Gleichgewicht der Mächte in Europa und viel­leicht auch in Ostasien in den Händen halte, dann

ten Einsatz für den deutschen Kultur- 1 film, der zu einem unentbehrlichen Volksbildungs- ' mittel geworden sei.

Reichskulturwalter Hans Hinkel überbrachte die Grüße des Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels sowie die aller Kameraden der Reichskulturkammer. Vieles sei in den letzten drei Jahren erreicht worden; so sei es dem Nationalsozialismus gelungen, das gesamte deutsche Kulturleben von allen Zersetzungserschei­nungen zu befreien und es dem jüdisch-bolschewisti­schen Einfluß zu entziehen, ohne daß auch nur für kurze Zeit der Ablauf des kulturellen Lebens auf allen Gebieten irgendwie nennenswert gestört wor­den sei. Als das große, noch zu erreichende Ziel stellte Reichskulturwalter Hinkel die Säube­rung des Instinkts des deutschen Vol­kes dar. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die früheren, s o g. M i l i t ä r l u st s p i e l e, die eine niederträchtige Verhöhnung des deutschen Sol­daten darstellen. Demgegenüber gelte es, durch lebendige Schulung und Erziehung das deutsche Volk zu dem wertvollen, von nationalsozialistischer Zielsetzung getragenen Film hinzubringen.

Oentsche Siimnennungen für die Biennale.

Deutschland wird sich auch in diesem Jahre wie­der an der Internationalen F i l m k u n st - ausstellung in Venedig beteiligen. Fol­gende deutsche Filme wurden zur Teilnahme ange­meldet: Sechs Spielfilme, und zwar der Luis- Trenker-Film der Tobis-RotaDer Kaiser von K a l i f o r n i e n", der Willi-Forst-Film der Cine- Allianz im Verleih der Phöbus-EuropaA l l o - t r i a", der UfafilmS ch l u ß a k k o r d", der Carl- Frölich-Film des SyndikatsTrau mulus", der Cine-Allianz-Film der Tobis-RotaMazurka"; der sechste Film wird in allernächster Zeit noch be­nannt werden.

Zwei dokumentarische Filme, und zwar der Film der RPL. von den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-PartenkirchenJugend der W'e l t" und der Film der RPL. von der großen Deutsch­landfahrt des LZHindenburg":F ür Ehre, Freiheit und Frieden".

Ferner sechs kurze Kulturfilme:Ein Meer versinkt" (Bavaria);Fische unserer Hei- m a t" (Bavaria);Handwerk im Dorf" (Kul- tursilminstitut Dr. Hans Zürlis);M e t a l l des Himmels" (Ufa);Die Kamera f ä h r t m i t" (Tobis-Meso) undUnsere Säuglinge") ' (Ufa).

i Durch die Einbeziehung des Films in eine große . internationale Kunstausstellung (in Venedig finden : zur Zeit bedeutsame Kunstausstellungen statt) trägt : die Biennale in hervorrragendem Maße zur Förde- . rung des Films als Kunst- und Kulturgut bei.

Montreux, 9. Juli. (DNB.) Die Unterredung, die am Mittwochnachmittag zwischen Litwinow und Lord Stanley stattfand, ist in den Abend­stunden durch eine Aussprache in einem größeren Kreise, dem u. a. Paul-Boncour und der türkische Außenminister Rüschtü Aras ange­hörten, fortgesetzt worden. In dieser Aussprache wurde nicht nur über die Regelung der Durch­fahrt in Kriegszeiten gesprochen, sondern auch über das Verhältnis zwischen s o w j e t r u s s i- s ch e n und f r e m d em Streitkräften im Schwarzen Meer. Litwinow verlangt nach wie vor die Anerkennung der besonderen Lage der Sowjetunion als des größten Userstaates des Schwarzen Meeres, wobei der Wunsch im Hinter­grund steht,

unbedingt Vorsorge für ein glattes Funktio- Nieren des französifch-russifchen Paktes zu treffen.

Ob dieser Pakt durch die generelle Klausel des eng­lischen Entwurfes gedeckt ist, scheint nicht nur zwi­schen England und Sowjetrußland, son­dern auch zwischen England und Frankreich umstritten zu sein.

Das alleinige Derhandlungsziel ist nach englischer Auffassung, einen vernünftigen Ausgleich zwischen der Freiheit der Meerengen und der Sicherheit der Türkei zu finden. Der englische Entwurf unterscheidet sich jedoch von dem türkischen in der Grundauffassung dadurch, daß er die Freiheit der Durchfahrt in Krieg und Frieden und nicht die Souveränität der Türkei zum Ausgangspunkt nimmt. Lediglich in der neuen Fassung des am Mittwoch erörterten Artikels 16 des englischen Entwurfs wird auf die Souveränität der Türkei Gewicht gelegt, und zwar gerade in der Frage, in der die Türkei selbst nicht die allei­nige Verantwortung übernehmen möchte, nämlich bei der Entscheidung, ob die Dardanellen im Falle eines Krieges für die Kriegführenden geschlossen werden sollen. .

Auf türkischer Sette erklärt man hierzu, daß das Land sich durch diese Bestimmung zwischen zwischen zwei Feuer begeben wurde. Man will offenbar gerade in diesem Falle sich nicht nur auf die eigene Verantwortung, sondern auf b l n- dende internationale Verpflichtun­gen berufen können.

Ulan erinnert auch daran, daß die Konferenz einberufen worden fei, um der Türkei neue Sicherheitsgarantien zu geben, und nicht, um ihre Lage zu erschweren. Praktisch bedeutet das vor allem, daß die Türkei nicht in die Lage kommen will, auf eigene Verantwortung ein Ausfahrtverbot für die russische Schwarze-Meer-

Alotte aussprechen zu müssen.

Die Kontroverse ist hauptsächlich zwischen Eng- Strt iMKl SS

grantreW SWstellung für die Setchels.

London, 9. Juli. (DNB. Funkspr.)T i me s" befaßt sich mit der von Sowjetrußland au^ gestell­ten und von Frankreich unterstützten Forderung, die den Franco-Sowjet Pakt zur Rechtfertigung der freien Durch-

den Lastzug zu überholen. Der Fahrer des SS.- Autobusses erklärte, daß der Lastzug sehr korrekt gefahren sei und daß er gegen die Fahrweise des Angeklagten nicht das geringste einzuwenden habe.

Der Krastwagenführer Richard Weber wurde von der Großen Strafkammer zu insgesamt einem Jahre Gefängnis verurteilt. In der Ur­teilsbegründung wird dem Angeklagten ein zu rasches Fahrtempo und eine nicht genügende Beachtung der unterschiedlichen Bewegungsgesetze eines leeren und eines beladenen Lastwagenzuges zum Vorwurf gemacht. Ein Verschulden liege auch darin, daß er 'das Schleudern des Anhängers auf der nassen Chaussee und den Uebergang der Stra­ßendecke von Asphalt zu Beton nicht genügend be­rücksichtigt habe. Der Angeklagte hätte alle Vor­sichtsmaßnahmen bei der Begegnung mit dem voll besetzten Autobus ergreifen müssen. Zugunsten des Angeklagten spreche der Eindruck seiner Gesamt­persönlichkeit, seine tadellose Führung und die Tat­sache, daß ihm für seine Ueberlegungen über die zu ergreifenden Maßnahmen nur eine ganz kurze Zeitspanne zur Verfügung gestanden habe. Bei der Urteilsbemessung sei schließlich auch seine Offenheit berücksichtigt worden. Auf Grund dieser Umstände sei das Landgericht zu einer Strafe von insgesamt einem Jahr Gefängnis unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft gekommen.

versuche gegen Regierungen, mit denen Sreuungnayme zur zx>enrtruuiunun uumumincii uui« Moskau freundschaftliche Beziehungen auf- lege, könne man es den Nachbarstaaten nicht übel- rechterhalte, der Gegenstand von Protesten, aber ' v ~ 5*c ** M

niemals von befriedigenden Erklärungen seien.

Pn Dresden begann die Reichsjahresta- i guna deutscher Filmtheater mit einer Arbeitssitzung der Fachgruppe Filmtheater der Reichsfilmkammer. Es wurden organisatorische, wirtschaftliche und kulturelle Fragen behandelt. Reichskulturwalter Hinkel sprach über die durch­geführte Entjudung des Kulturlebens und berichtete über die lebendige Kulturschulungsarbeit. Ihren Höhepunkt fand die Tagung mit einer großen Kundgebung im Ausstellungspalast. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Fach­ausschusses Fuhrmann ergriff Reichsstatthalter Gauleiter Mutschmann das Wort, um die Ta­gungsteilnehmer willkommen zu heißen. Der Film sei heute einer der stärksten Kulturfaktoren des neuen Deutschland. Das lege dem Filmwesen die ernste Verpflichtung auf, seine innere Stärke aus der Vielheit der deutschen Stämme zu holen und Menschen mit Saft und Kraft zur Dar­stellung zu bringen, denn das deutsche Volk wolle Filme sehen, die das wirkliche Leben w i - verspiegeln. Es gelte den durch die hinter uns lie­gende Zeit verbildeten Publikumsgeschmack durch ein gesundes Volksempfinden zu ersetzen. Mit Nachdruck wandte sich Reichsstatthalter Mutschmann gegen diebeliebte" Verwendung einer sächsischen Type als komische Figur.

Dann übermittelte der Präsident der Reichsfilm­kammer, Staatsminister a. D. Professor Dr. Leh­nich, zugleich im Auftrage des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Grüße und Wünsche. Die Tagung solle dazu dienen, den deut­schen Filmtheaterbesitzer mit dem Geist national­sozialistischer Verantwortung für seine Arbeit an Volk und Staat zu erfüllen. Der Film dürfe nie wieder zum Tummelplatz wirtschasts-egoistischer Bestrebungen werden. Das Schicksal des deutschen Filmtheaters sei aufs engste mit der Gesamt- entwickelung des deutschen Films ver­bunden. Die Uebersührung des Reichsverbandes deutscher Filmtheater als Fachgruppe in die Reichs­filmkammer sei die endgültige Abkehr vom Interessenten st andpunkt des liberalisti- schen Denkens bei Aufrechterhaltung der Selbstver­waltung und Selbstverantwortung. Im Hinblick auf die Gestaltung des deutschen Films in der Zukunft seien noch gewaltige Aufgaben zu leisten. Das Jahr 1935 Ijabe wiederum eine zehnprozentige Steigerung der Gesamt­einnahmen der deutschen Filmtheater gebracht. Diese Entwicklung sei auch im ersten Halbjahr 1936 in z. T. noch verstärktem Maße zu beobachten ge­wesen. Der Besuch der Filmtheater könne und müsse aber noch erheblich gesteigert werden. Das D ur ch s ch n i t t s niv e a u des deutschen Films habe sich in der letzten Spielzeit gehoben. Spitzenwerte hätten sich auch im Auslande erfolgreich durchsetzen können. Immerhin müsse die Qualität des Films noch weiter gesteigert werden. Die Programmgestaltung verlange den zielbewuß-

B u r g bei Magdeburg, 8. Juli. (DNB.) In Reesen an der Straße Burg-Genthin verhandelte unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schultze die Magdeburger Große Strafkammer gegen den Kraft­wagenführer Richard Weber aus Pivitzheide bei Detmold, um die Schuld an dem Unglück zu klären, das die Kapelle der SS.-Leibftandarte betroffen hat. Dem Kraftwagenführer wird zur Last gelegt, unter Außerachtlassung der ihm als Kraftwagenführer be­sonders auferlegten Pflicht zur Aufmerksamkeit den Tod von vier Menschen und die Körperver­letzung von neun weiteren Menschen verursacht zu haben. Die Anklage vertritt Staatsanwalt W e i ß - köpf.

Der Angeklagte ist seit 1928 im Besitz des Führer­scheines der Klasse I, der 1929 auf die Klasse II und III erweitert wurde. Nach seinen eigenen Angaben ist er vor Jahren einmal als Wagenführer mit einer Geldstrafe gerichtlich bestraft worden. Der Lastzug, mit dem er am 1. Juli unterwegs war, wurde ab­wechselnd von Weber und dem Zeugen Tote­meier gesteuert. Der Angeschuldigte hatte, nach­dem Berlin durchfahren worden war, das Steuer von Totemeier übernommen. Er fuhr nach seinen Angaben etwa 45 bis 48 Stundenkilometer Ge­schwindigkeit. Kurz vor der Unfallstelle hatte er eine Rechtskurve zu durchfahren und dann eine Steigung zu nehmen. Die Straße lief in ein leichtes Gefälle aus, die der aus entgegengesetzter Richtung von Reesen kommende Omnibus der SS.- Leibstandarte als Steigung zu nehmen hatte. Der Angeklagte hat nach seinen eigenen Darlegungen auf der leicht abschüssigen Straße den Omnibus ge­sehen, der auf der rechten Seite ihm entgegenkam. Er habe das Gas weggenommen und darauf den Lastzug gebremst, weil er gemerkt habe, daß zu­nächst der Anhänger und dann auch der Motor­wagen ins Rutschen gekommen seien. Beim Näherkommen der beiden Kraftfahrzeuge, die mit dem Musikzug der SS.-Leibstandatre Adolf Hitler besetzt waren, sei es ihm gelungen, die Maschine rechts einzuschlagen. Diese Bewegung habe anschei­nend der Anhänger nicht rechtzeitig mitgemacht. Er sei nach links herübergeschleudert und habe so den Führeraufbau des Omnibus erfaßt. Schließlich sei es ihm gelungen, den Lastzug zum Halten zu bringen.

Der Vorsitzende schilderte kurz die Folgen des Unglücks und fragte den Angeklagten, wie er sich diesen Unfall erkläre. Der Angeklagte erklärte, er habe alles getan, um korrekt zu fahren und habe

Fragen handele. Mehrere Abordnungen hätten deshalb ihre Regierungen um neue Anweisungen ersucht.

pariserFreundlichkeit" für England.

Paris, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.)Oeuvre" unterstellt der englischen Politik in Montreux, daß diese nur darauf abziele, die Vorherrschaft im Mittelmeer wieder zu gewinnen, nachdem es dort eine Niederlage durch Italien er­litten habe. Darum wolle England der Türkei für Kriegszeiten Rechte zubilligen, die das Blatt extra- vagant nennt. Griechenland fei feit seiner Rück­kehr zum Königtum mehr oder weniger für Eng­land eingenommen. Nun wolle England um jeden Preis sich das Wohlwollen der Türkei sichern. Im übrigen gehe die englische Admiralität in ihren Er­wägungen so vor, als ob die Reform des Völkerbundes im englischen Sinne bereits durchgeführt sei, d.h. sie werde den Artikel 16 des Dölkerbundspaktes nur im Rahmen von Regio- n a l p a k t e n durchführen, an denen England be­teiligt sei; also in Westeuropa. Dor dem Recht der Welt komme nach englischer Auffassung die An­wendung des Artikels 16 nicht in Frage.

Eden hat Herzschwäche.

London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung derDaily Mail" leidet der eng­lische Außenminister Eden an einer Wiederholung der Herzschwäche, die sich im Apnl des ver- aangenen Jahres nach seinen Besuchen in Moskau, Warschau und Berlin bei ihm eingestellt hatte. Um sich von dieser Schwäche zu erholen, habe der Außenminister einen achttägigen Urlaub angetreten.

Lord Halifax, der, wie gemeldet, Außen­minister Eden vertritt, hatte am Mittwochvormittag eine Besprechung mit Baldwin.

König Eduard VIII. reist an die französische Riviera.

P a r i s, 9. Juli. (DNB.) Der englische Botschaf­ter in Patis hat den französischen Innenminister von dem Wunsch des Königs von England in Kenntnis gesetzt, 14 Tage an der französi­schen Mittelmeerküste zu verbringen.