Montag, 9. März (936
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)
Nr. 58 Zweites Blatt
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Flugabwehrtruppen ziehen in Köln ein. — (Scherl-Br
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Die ersten deutschen Gruppen ziehen bei Mamz
Kühne die Front abgeschritten unter klingendem Spiel und unter Heilrufen der Menge der Einzug.
hatte, begann den begeisterten
Die vom Führer in der denkwürdigen Sitzung am Samstag verkündete Wiederbesetzung der entmilitarisierten Rheinland- zone durch deutsche Truppen hat überall am
Die ßifsische Landeshauptstadt Darmstadt stand bereits Samstagnachmittag in vollem Fahnenschmuck und Tausende von Einwohnern hatten sich in den Hauptstraßen der Stadt eingefunden, um dem erwarteten Einmarsch der Truppen beizuwohnen. Die Ankunft der Truppen verzögerte sich jedoch bis gegen Mitternacht, wo die erste Abteilung auf dem Hauptbahnhof eintraf. Dort hatten sich trotz der späten Stunde noch Tausende eingefunden, die der mit klingendem Spiel einziehenden Abteilung einen begeisterten E m p fang bereiteten. Die noch während der Nacht eingetroffenen weiteren Abteilungen marschierten ebenfalls mit klinaendem Spiel nach der Kaserne.
Spiel seinen Einzug in der Landeshauptstadt Karlsruhe hielt, war die ganze Bevölkerung auf den Beinen und umsäumte den Marschwea.
Vielleicht mit am eindrucksvollsten war der Einzug der Truppen in Saarbrücken, der Stadt, die am längsten fremde Besatzung gesehen hatte. Die große Rede des Führers wurde im ganzen Saarland mit ungeheurer Begeisterung ausgenommen. Die Formationen der Bewegung bildeten auf dem Wege vom Bahnhof bis zur Mitte Saar- brückens Spalier für die einrückenden Abteilungen. Der Marsch in die Stadt gestaltete sich zu einem unvergleichlichen Triumphzuge.
Die begeisterte Bevölkerung der neuen Garnison- städte sammelte sich an den Brennpunkten, um den Empfang der deutschen Soldaten miterleben zu können.
In Köln sah die Bevölkerung wenige Minuten vor 12 Uhr die erste Flugzeugstaffel der Luftwaffe über die Stadt brausen. Die zuerst eintreffende Flak-Batterie wurde bei ihrer Fahrt über die Hohenzollernbrücke von einem unbeschreiblichen Jubel empfangen. Am Dom nahm der Wehrkreiskommandeur Generalleutnant von Kluge den Vorbeimarsch ab.
Nicht minder groß war die Begeisterung in Koblenz, der alten Garnisonstadt am Ehrenbreitstein. Vor dem Hause der Gauleitung standen dicht gedrängt die Massen, um die Rede des Führers zu hören. Als dann die Erklärung des Führers erfolgte, brauste Jubel auf, wie ihn die Stadt wohl seit Jahren nicht erlebt hat. Inzwischen war auf dem Bahnhof Koblenz-Lützel der e r st e Zug mit den Mannschaften der neuen Garnison eingelaufen. Als die Truppen mit klingendem Spiel die' Mosel überschritten, brandeten nicht enden- wollende Heilrufe den Soldaten entgegen. Auf dem Kasernenhof der Landespolizei begrüßte der Regimentskommandeur die Mannschaften der neuen Garnison. Oberbürgermeister und Gaupropagandaleiter richteten herzliche Begrüßungsworte an die Soldaten.
Auch in der Grenzstadt Trier herrschte allenthalben Begeisterung über die Befreiungstat des Führers. Die Bevölkerung war, als die ersten Soldaten eintrafen, sofort in großer Zahl zur Stelle.
In Aachen trafen zwei Kompanien auf dem Westbahnhof ein. Die Begeisterung, die ihnen schon am Bahnhof von der Bevölkerung entgegengebracht wurde, steigerte sich bei dem Einzug in die Stadt immer mehr. Dann erfolgte ein Vorbeimarsch und die feierliche Begrüßung durch die Vertreter der Behörden.
In Bonn war Infanterie auf dem Westbahnhof eingetroffen, die Artillerie wurde in Oberkassel ausgeladen und marschierte von dort über die Rheinbrücke in die Stadt. Als die beiden Abteilungen durch die Stadt marschierten, wurden sie überall von dem Jubel der Bevölkerung empfangen. Auf dem Kaiserplatz nahm der Standortälteste den Vorbeimarsch ab.
In Düsseldorf, wo bereits eine Fliegerabteilung eingetroffen war, trafen am Sonntagmorgen Artillerie-Abteilungen ein, denen auch hier langanhaltende Willkommenskundgebungen bereitet wurden Nachdem Generalmajor
Das Grenzland Baden feierte Tag mit gleichem Jubel. Als unter dem Geläut der Glocken ein Schützenbataillon mit klingendem
fönen in heller Begeisterung empfangen. Wie ein Lauffeuer ging die Kunde von ihrer Ankunft von Haus zu Haus, und jeder wollte der erste sein, die deutschen Soldaten, die Garanten des F r i e d e n s und die Schirmer unserer Arbeit, willkommen zu heißen. Im Nu waren Städte und Dörfer in ein Fahnenmeer getaucht. Ich darf Ihnen namens der gesamten Bevölkerung des Rhein-Maingebiets den innigsten Dank für diese befreiende Tat aussprechen.
Sprenger.
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lieber die Aufnahme befragt, die der historische 7. März im Gau Hessen-Nassau gefunden hat, äußerte sich Gauleiter Sprenger zu einem Vertreter des DNB. u. a. etwa rote folgt:
Während das übrige Deutschland im letzten Jahre die Niederer st arkung des Reiches unter der Führung Adolf Hitlers täglich miterleben konnte, war die entmilitarisierte Zone gewissermaßen als N o t st a n d s g e b i e t zu betrachten, in dem der Druck der entehrenden Bestimmungen des Versailler Vertrags besonders tief empfunden wurde. Denn in den westlichen Gauen fehlte das V o l k s h e e r, das das wiedererstarkte Reich besonders eindrucksvoll verkörpern. Auch der Gau Hessen-Nassau hatte in den ersten Jahren nach dem Schmachfrieden von Versailles den Druck einer fremden Besatzung bitter empfinden müssen. Um o größer war daher der Jubel in der B e - v ö l k e r u n g , daß nunmehr dieser Alpdruck durch den kühnen Entschluß des Führers hinweggenommen wurde. In allen alten Garnisonstädten, die
In Speyer wurde der erste Truppensonderzug von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Auf dem Bahnsteig empfingen Vertreter der Partei und Behörden den Kommandeur der ankommenden Truppen und seinen Stab. Es folgte dann, voran die SA.-Kapelle, derEinmarschindieStadt. Die Soldaten wurden mit Blumensträußen überschüttet.
Festlicher Sonntag in Frankfurt.
Während bei der größeren Zahl der neuen rheinischen Garnisonen der Einzug der deutschen Wehrmacht bereits am Samstag erfolgt war, trafen in Frankfurt die Kolonnen am Sonntagfrüh ein. Der Empfang, den ihnen die Bevölkerung bereitete, war begeistert. Schon von den frühen Morgenstunden an bewegten sich frohe Menschenmassen 'durch die Straßen, um ihre Soldaten zu erwarten. In Frankfurt herrschte noch völlige Dunkelheit, als auf dem Südbahnhof kurz nach 6 Uhr der erste Zug mit einer Artillerie-Abteilung eintraf. Trotz der frühen Morgenstunde hatten sich zahlreiche Volksgenossen emgefunden, um das militärische Schauspiel mitzuerleben. Nachdem die Mannschaften die Wagen verlassen hatten und die Pferde, Geschütze und Bagagewagen ausgeladen waren, richtete Gauleiter Spreng eer und Oberbürgermeister Dr. Krebs herzliche Begrüßungsworte an die neue Garnison, in deren Namen der Regimentskommandeur dankte. Kurz vor 7 Uhr traf auf dem Ostbahnhof eine zweite Artillerie-Abteilung ein. Auch sie wurde vom Gauleiter und dem Oberbürgermeister herzlich begrüßt. Die Bevölkerung eilte herbei und versorgte die Mannschaften mit" Kaffee und Frühstück. Um 8 Uhr morgens erfolgte dann der feierliche Einzug in die Stadt. Den Truppen voran "fuhren der Gauleiter und der Oberbürgermeister, ihnen' fölgte das berittene Musikkorps,'daran anschließend der Stab und die lange Reihe der Geschütze, der Munitions- und Bagagewagen. Die Bürgersteige waren dicht nut Menschen besetzt, die mit jubelnden Zurufen die Kolonnen begrüßten. . v v .
Der 7. März, der auch Frankfurt wieder d t e alte Friedensgarnison brachte, fand mit einem großen Fackel zugder SA., SS.. HI., der Landespolizei und der Feldjägerkorps-Abteilun- gen feinen würdigen Abschluß. Dichte Menschenmassen füllten die Straßen der Innenstadt, als von den verschiedenen Sammelpunkten aus die braunen Kol ixen unter den Klängen flotter Marschmusik nach dem Opernplatz zogen. SA.-Brigadeführer Dörnemann hatte sich in Begleitung des Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs auf dem Balkon des Opernhauses eingefunden. In markigen Worten umriß der Brigadeführer die Bedeutung des Tages. Er brachte zum Ausdruck, daß die Aufhebung der entmilitarisierten Zone nicht als eine gegen den Frieden gerichtete Handlung betrachtet werden dürfe. Der Führer habe klar und deutlich seine Bereitschaft zur V e r s ö h n u n g m 11 Frankreich zum Ausdruck gebracht und die Notwendigkeit unterstrichen, alte Gegensätze zu be- ■ graben und zur Rettung der europäischen Kultur gegen die rote Flut des Kommunismus einig zu- ’ jammenzustehen. Durch das geschlossene Zusammen
stehen aller deutschen Volksgenossen, durch das gemeinsame Opfer Aller sei es möglich gewesen, das Ziel der Wiederherstellung der deutschen Ehre zu erreichen. Mit einem Gelöbnis der unerschütterlichen Treue und einem dreifachen Siegheil auf den Führer schloß der Brigadeführer seine Ansprache.
Der Dank an den Führer.
Gauleiter Sprenger
über die Bedeutung des 7. März.
Arn Sonntagnachmittag trat bann die neue Darmstädter Garnison einen Marsch durch d i e Landeshauptstadt an. Die Bevölkerung bereitete den jungen Soldaten einen begeisterten Empfang. — Der Oberbürgermeister Dr. Wam- b o l d t hat an den Führer ein Danktelegramm gesandt.
In Worms waren die ersten Formationen am Samstag eingetroffen, der Haupttrupp wurde um 13.20 Uhr mittags erwartet. Auf der weiten Rampe des Güterbahnhofes hatten sich unzählige Volksgenossen eingefunden. Der weibliche A r - b e i 15 b i e n ft aus dem benachbarten Bürstadt war anmarschiert. Endlich dampfte der Zug an die Rampe, ein Offizier erstattete dem stellvertretenden Gauleiter, Staatsrat Reiner, Meldung, die Infanteriekolonnen stellten sich auf, um das Eintreffen des kommandierenden Generals zu erwarten. Der Kommandeur schreitet dann die Glieder ab, holt sich jeden Dritten ober Vierten, auch aus bem letzten Glieb, hervor, fragt ihn und geht mit Handschlag weiter. Den Gesichtsausdruck dieser 21jähn- gen muß man gesehen haben, stolzer und freudiger vermögen Menschenaugen kaum zu leuchten.
jetzt wieder zu Standorten deutscher Truppen geworben sind, kam baher bie Freude in sponta- nen Begeisterungskundgebungen zum Ausdruck. In der herzlichen Begrüßung, so führte der Gauleiter weiter aus, die die einmarschierenden Truppen überall fanden, zeigte sich die idealistische Veranlagung dieses deutschen Grenzvolkes, das gewohnt ist, aus innerem Antrieb alles für Scholle, Volk und Führer einzusetzen.
Gauleiter Sprenger schloß mit dem Hmweis, daß die Friedensbereitschaft, die der Führer dem westlichen Nachbarn bekundete, in der Bevölkerung einen besonders starken Widerhall gefunden habe. Das Volk von Hessen-Nassau sei sich bewußt, daß die Beschlüsse des heutigen Tages den Ausgangspunkt für eine friedliche Entwicklung barfteüen sollen.
Begeisterung in den übrigen Garnisonen des Rheinlands.
Wieder deutsche Soldaten am deutschen Mein
Begeisterte Begrüßung der neuen Garnisonen im Rhein-Main-Gebiet.
„Mr hawwe Widder Soldale!" in Minz.
Die alte Festungsstadt Mainz, die vor dem Kriege mehr als 10 000 Soldaten in ihren Mauern beherbergte, hat zwölf Jahre lang Besatzung — Franzosen und ihre farbigen Hilfsvolker — erdulden müssen. Sie hat die Pest der Separatisten über sich ergehen lassen müssen, bis sie sie in heiligem Zorn mit Stumps und Stiel ausrottete. Das muß man wissen, um zu verstehen, mit welcher Anteilnahme ganz Mainz an den Lautsprechern hing, um aus dem Munde des Führers die Wendung der Geschicke zu vernehmen. Noch während der Rede des Führers werden die ersten Fahnen an den Häusern aufgezogen. Auf dem Bahnhof Kastel traf als erste Abteilung ein Infanterie-Bataillon ein. Sein Kommandeur ist vor 22 Jahren von Mainz aus als 117er ins Feld gezogen, er ist 1918 auf dem Rückzug wieder durch feine alte Garnisonftadt gekommen, und nun wird ihm die unbeschreibliche Freude, wieder mit der jungen Wehrmacht in die alte Festungsstadt einzuziehen. Die Jugend aber strömt in hellen Scharen über die Straßenbrücke nach Kastel. Wie ein Lauffeuer hat es sich herumgesprochen, daß hier die ersten Soldaten eingetroffen sind. Sie kommen! Sie kommen! schallt es aus tausenden Kehlen. Das Gedränge auf der Brücke und auf den Wegen in die Stadt wird lebensgefährlich. Die Heilrufe verdichten sich zu einem brausenden Akkord. Und endlich sind sie da, ziehen die Soldaten wieder in die alte Festungsstadt ein.
Willkommen in der neuen Garnison? klingt es von allen Seiten. Der Oberstleutnant muß immer wieder danken. Jede Kompanie wird mit neuem Jubel empfangen. Stramm und straff, schnurgerade ausgerichtet, lachend ziehen die schmucken Burschen in Dreierrreihen von der Brücke über die Große Bleiche, die ein einziges Fahnenmeer geworden ist. Stehleitern, Stühle, Tische werden auf die Straße geschleppt. Offiziere und Soldaten sind blumenübersät. „Mer hawwe widder Soldate." Die Freude, die die Bürger der alten Soldatenstadt erfaßt hat, kann nur der ganz verstehen, der die Besatzungszeit und die Schmach der Separatisten erlebte. Der Einzug ist ein wahrer Triumph.
Als die Truppe in die Kaserne einschwenkt, die früher das Quartier der 87er war, zieht die ganze Menschenmenge mit in den Kasern en Hof. Die Musik schwenkt ein. Der Bataillonskommandeur nimmt den Vorbeimarsch ab, und wieder werden die Massen, die mit den Truppen einfach in die Kaserne eingerückt sind, nicht müde, ihnen zu- zujubeln. Nach dem Vorbeimarsch ist der Kommandeur sofort von einer dichten Menschenmenge umringt, alle strecken ihm die Hände entgegen. Einer der ersten, der das Willkommen ausspricht, ist der Provinztaldirektor Dr. Wehner.
Den Abschluß des denkwürdigen 7. März bildete ein Fackelzug der SA., SS.,, der Politischen Leiter usw. durch die Straßen der Stadt zum Adolf- Hitler-Platz, wo eine gewaltige Kundgebung stattfand. Auch am Sonntag waren die Straßen der Stadt stark belebt. Die Bewohner der alten Garnisonstadt wollten es sich nicht nehmen lassen, die eintreffenden Truppenteile herzlich willkommen zu heißen. Gauleiter Sprenger stattete Sonntag vormittag der wieder in ihre alten Rechte eingesetzten Garnisonstadt einen Besuch ab und besichtigte die einzelnen Unterkünfte.
Mel in Darmstadt, Worms und Speyer.
(Sauleiter Sprenger richtete am Samstagabend folgendes Telegramm an den Führer:
Mein Führer! Von der Kundgebung im Reichstag in den Gau Hessen-Nassau zurückgekehrt, fand ich eine von dem gewaltigen Geschehen tief er-1 rourbVn bei i^rem Einmarsch m"die frriebensgarnü ' deutschen Rhein b e g e i ste r t e n I u b e l ausgelost.


