Ausgabe 
9.3.1936
 
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Ruhige Beurteilung in London

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DieDaily Mail" (Rothennere-Konzern) wendet sich energisch gegen das Gerede von Sank­tionen. Deutschlands neuester Schlag habe in der Tat die Luft gereinigt, wie eine frische Brise von den Bergen habe er den Nebel hinweg­gefegt. Es sei völlig unmöglich, daß man der deut­schen Nation auf unbestimmte Zeit ihre volle Ober­hoheit über eine ihrer ersten Provinzen bestreiten könnte. Der militärische Wert der entmili­tarisierten Zone für Frankreich sei im übrigen durch die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Luftfahrt erheblich vermin de r t. Infolge­dessen sei die Sicherheit Frankreichs wie die briti­schen Interessen nicht ernstlich berührt. In diesem Augenblick sei es besser, auf die bolsche- w i st i s ch e n U n r u h e st i f t e r zu achten. Ihr Ziel sei, die großen Mächte Europas in einen selbstmörderischen Krieg zu verwickeln. Sie würden gern die Gelegenheit benutzen, ihre umstürzlerischen Lehren weiter zu verbreiten und auf einen allgemeinen Zusammenbruch hinzu­arbeiten. Die englische Regierung dürfe sich nicht fangen lassen. Englands Politik müsse darin bestehen, Ruhe zu bewahren und die Auf­rüstung mit einem Mindestmaß an Reden fortzusetzen.

Der arbeiterparteilicheDaily 5) e r a l d" stellt fest, daß eine einseitige Entmilitarisie­rung unfair und unerträglich sei und im krassen Widerspruch zu dem feierlichen Gleich­berechtigungsversprechen des Jahres 1932 stehe. In einer Welt der Weißbücher könne nicht erwartet werden, daß Deutschland sich mit einem System zu­friedengebe, daß seine r e i ch st e und w i ch - tigste Jndustrieprovinz völlig unver­teidigt lasse.

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Das Blatt wendet sich hierauf den Frie­densvorschlägen des Führers zu, die mit kühlem Kopf erwogen werden mühten. Dagegen könne der französische Vor­schlag, Sanktionen gegen Deutsch­land anzuwenden, kaum als praktisch bezeichnet werden. Diese unnühliche Sanktions­politik habe bereits bankrott ge­macht und auf ihr Herumreiten zu wollen, würde nur einean sich schon gefähr- llche Lage" verschlimmern, ohne eine vernünftige Hoffnung auf Lösung zu bieten. Die englischen Staatsmänner würden gut dar­an tun, die deutschen Vorschläge kühl "und ruhig zu erwägen, unter der Voraus­setzung, daß sie aufrichtig seien, was sich jetzt Herausstellen werde. Deutschlands Friedensplan stelle ein umfassendes Programm dar, das viele Fragen aufwerfe.

Auch dieTimes" nennt die Wiederbesetzung der Rheinlands dieHerausforderung eines frei­willigen Abkommens", das die Ostgrenzen Frank­reichs und Belgiens elf Jahre lang unverletzlich gehalten haben. Immerhin müsse aber em Un­terschied zwischen dem Einzug deutscher Trup­pen in ein unbestreitbar unter deutscher Oberhoheit stehendes Gebiet und einem Akt. der Feuer und Schwert in das Gebiet eines Nachbarn trage, ge­macht werden. Das Blatt warnt deshalb vor einer Panik st immung und über- stürzten Schlußfolgerungen. Für Deutsch­land sei die entmilitarisierte Zone mehr als das Kennzeichen eines unterlegenen Staates minderen Grades. Sie sei eine Quelle militärischer Zwecke für eine Macht, die eines Tages wieder in einen Krieg mit zwei Fronten verwickelt werden könnte.

Hiller habe sich bemüht, seinemVertrags­bruch" eine konstruktive politische Möglichkeit zu geben. Diejenigen, die jetzt angerufen würden, ihr Urteil abzugeben, wür­den ihren Völkern qeaenüber nicht aanz ihre Pflicht tun, wenn sie sich darauf beschränkten, den Wortlaut des Vertrages zu prüfen, viel­mehr Mühlen sieauchdieFolgerungen untersuchen und feststellen, welche Vorteile hier herausgezogen werden können. Das Ange-

Die Auffassung in Zapan.

Tokio, 9. März. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Die gesamte japanische Presse berichtet trotz der immer noch ungeklärten innerpolitischen Lage über die denkwürdige deutsche Reichstagssitzung vom 7. März. Die ersten Stellungnahmen sind auf einen zurückhaltenden Ton abgestimmt.Tokyo Asahi Schimbun" hält es für durchaus zweifelhaft, ob Frankreich mit seinem Vorstoß im Völkerbund Er­folg haben werde, denn man dürfe nicht nur die staatsrechtliche Seite beurteilen, sondern müsse viel­mehr die politische Frage in den Vorder­grund stellen. Eine Zusammenarbeit der maßgeben­den Völkerbundsstaaten gegen Deutschland hält das Blatt für ausgeschlossen. Besonders zweifel­haft sei die h a l tu n g Englands, das in letz­ter Zeit Frankreichs Politik gegen Deutschland nie­mals unterstützt habe. Frankreich habe daher vom Völkerbund nicht viel zu erwarten. Es würde deshalb besser tun, jede weitere Verwick­lung zu vermeiden und sich der neuen Lage mit Klugheit anzupassen.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, daß der Locarno-Vertrag eine rein europä­ische Angelegenheit sei. Der französisch- sowjetrussische Pakt sei ausdrücklich auf Europa beschränkt. Japan sei jedoch der Auffas­sung, daß mittelbare Rückwirkungen des Paktes auf den Fernen Osten unausbleiblich sein würden. Japan habe deshalb vor Ratifizierung des Vertrages in Paris entsprechende Vorstel- l u n g e n erhob em

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Befürchtungen der Pariser Presse.

Lieber die Haltung Englands und Italiens zum deutschen Memorandum im Ungewissen.

ner Reichstagsrede vom 21. Mai 193 5. Richt Deutschland hat Verhandlungen über einen Luftpakt abgelehnt, vielmehr hat Frankreich diesen vereitelt, da es sie vom Abschluß eines Ostpak- tes, eines Donaupaktes, einer Ab- rüstungskonvention und anderen unerfüllbaren Voraussetzungen abhängig machte.

Das Interview des Führers lag der französischen Botschaft am gleichen Tage und so­mit sicherlich auch der französischen Regierung am nächsten Tagen vor. Leider hat die französische Re­gierung nicht nur einen, sondern mehrereTage gewartet, bis sie, nachdem inzwischen die Kam­mer die Ratifizierung des Russenver­trages vollzogen hatte, die Veröffent­lichung freigab, um dann erst, am nächsten Tag, d. h. rund eine Woche nachher, den Botschafter mit einer Rückfrage zu beauftragen. Diese Rückfrage des französischen Botschafters lautete dahin, ob der Führer und Reichskanzler das in dem Interview ausgesprochene Anerbieten deutsch-französischer Verhandlungenpräzisie­ren" wolle. Der französische Botschafter ist darauf

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Aber es ist auch noch etwas anderes, was die Tat vom 7. März in einen wahrhaft geschichtlichen Rang erhoben hat. Denn die Verwirklichung un­seres Anspruchs auf volle Souveränität im eigenen Land ist zugleich auch die Vorbedingung für d i e Schaffung eines wahren Friedenszu­standes unter den Völkern Europas. Nur eine in jeder Hinsicht lückenlose Gleichberechti­gung ermöglicht es verantwortungvollen Staats­männern, die von ihnen vertretenen Nationen um den runden Familientisch einer übervölkischen Ein­richtung zu versammeln, ohne daß dauernd Zank und Streit unter den Teilnehmern dieser Tafel­runde ausbricht. An dem Tisch, den Gott den Völ­kern dieser Erde gedeckt hat, wollen wir alle sitzen. Wir alle wollen satt werden und von dem täglichen Brot essen, das die Natur den Menschen darbietet. Die Schätze und nutzbaren Kräfte, die in den bewohnten Räumen der Erde schlummern, sind aber nicht unerschöpflich und sie sind am be­schränktesten, am meisten ausgebeutet gerade in den übervölkertsten Gebieten der Welt in Eurova. Daß sich unter diesen Umständen in einem politisch so zerrissenen Erdteil wie dem europäischen erhebliche Spannungen zwischen den Völkern ergeben müssen, ist leicht verständlich. Aber unver­ständlich ist es, wenn sich Staatsführer finden, die diese Spannungen, statt sie zu mildern und auszu­gleichen, bis zur Unerträglichkeit verschärfen. So wie ein reicher Haushalt schließlich auch verkommen und verarmen muß, wenn das verdiente Geld, statt allen Familienmitgliedern zugute zu kommen, von einem Teil leichtsinnig verjubelt wird, so kann auch der Haushalt der europäischen Völkerfamilie nicht gedeihen, wenn seine Mitglieder nicht m i t den gleichen Rechten und Pflichten an die Hausgemeinschaft gebunden sind.

Das deutsche Volk hegt die große Hoffnung, daß verantwortliche Männer im Auslande diese von der Natur gesetzten Zusammenhänge erkennen und beherzigen mögen, daß sie das großzügige Angebot der Zusammenarbeit, das ihnen der Führer ge­macht hat, unvoreingenommen prüfen und an­nehmen werden. Mag auch im Ausland behauptet werden, daß Deutschland einmal unterschriebene Verträge verletzt habe, indem es durch einen ein­seitigen Willensakt den Locarnopakt außer Kraft setzte, so wissen wir doch, daß diese Auslegung unseres Schrittes auf falschen Äoraussetzungen be­ruht und daß sie eines Tages der geschichtlichen Wahrheit weichen muß. Der Einmarsch der deut­schen Truppen ins Rheinland stellte weder eine flagrante Verletzung des Locarnovertrages dar, noch eine effektive Bedrohung der belgischen und französischen Grenze. Die rheinische Bevölkerung selbst hat diesen deutschen Hoheitsakt ja nicht als eine militärische Handlung, sondern als den natür­lichen Protest gegen die Ungerechtigkeiten des Ver­sailler Systems und die Wiederherstellung der vollen Souveränität des Reichs in feinen westlichen Pro­vinzen empfunden. Sie ist sich mit dem ganzen deutschen Volk in dem Willen einig, diese friedliche Aktion auszubauen zu einem großen umfassenden Werk der Völkerverständigung, wie sie der Führer in seinem Appell an die Mächte der Welt gekenn­zeichnet hat. Die Wahl des 29. März wird der i starke Ausdruck der unlöslichen Verbundenheit zwi- I schen Führer und Volk, aber auch des unerschütter- = lichen Willens sein, immerdar für Friede, Recht und Freiheit in der Welt einzutreten.

Hitler für fein Volk fordere. Man müsse prüfen, ! was möglich und durchführbar sei. Auch derJour" warnt davor, die großen Worte auszusprechen, mit denen d i e Taten später nicht in Ein­klang gebracht werden können. DasPetit . Journal" wünscht weder eine französische Kapitula­tion vor der vollendeten Tatsache, noch eine an- griffslustige Haltung bei dem französischen Protest- ; vorgehen. Mit, in und durch den Völkerbund . müsse Frankreich seine Stimme erheben und sich Gerechtigkeit verschaffen.

Niemand denke daran, schreibt der Temps zwar, die Tür zu einer etwaigen Verhandlung zu schließen, aber, so setzt er hinzu, es würdeaußer­ordentlich gefährlich" sein, eine Verhandlung ins Auge zu fassen, die von der vollzogenen Tatsache der brutalen Verletzung" (!) eines Vertrages ihren Anfang nehme. Es sei unzulässig, daß der Völkerbundsrat, der sich so streng gegenüber Italien in der Anwendung von Sühnemaßnahmen gezeigt habe, Schonung oder Gleichgültigkeit an den Tag legen könne angesichts einer Vertragsverletzung, die viel schwerer sei als die von Italien begangene. Journal des Debats ist besonders darüber erbost, daß die englische Presse die Vorschläge mit sachlichem Wohlwollen ausgenommen habe. Die Be­zeichnungEinfältigkeit" sei für diesen Gei­steszustand der englischen Presse nicht zu hart. Um DeutschlandsAngriff" zum Scheitern zu verur­teilen, gebe es keine andere Politik, als Frank­reich so stark wie möglich zu machen und die europäischen Wider st andkräfte zu- s a m m e n z u f a s s e n. Die Wiederaufrüstung des Rheinlandes, so erkennt das Blatt jedoch, müsse als eine vollzogene Tatsache betrachtet werden. Man könne dem Völkerbundsrat die Aktion anzeigen und dabei müsse es sein Bewenden haben. Sühnemaßnahmen zu fordern, in allen Tei­len andere Truppen zu mobilisieren als die augen­blickliche Sicherheit erfordere, würde zu nichts an­derem dienen als vielleicht Trugbilder zu schaffen. Es sei klar, daß die deutschen Soldaten im Rhein­land nur durch Kanonen wieder aus dem Rheinland vertrieben werden könnten. Warum eine Inszenierung veranstalten, die nur lächerlichen Redereien Platz lasse?

Prager Stimmen.

Prag, 8. März. (DNB.) Das Hauptblatt der tschechischen nationalistischen Partei schreibt u. a.: Frankreich wird voraussichtlich den Haager Schiedsgerichtshof anrufen. Deutschland setzt sich der Gefahr aus, daß es verurteilt wird. Auf der anderen Seite ist gewiß die ganze Welt bereit, die Anträge zu erwägen, die wirklich zu einer Friedensbefestigung führen könnten. Venkoo", das Organ der tschechischen Agrarpartei, der auch Ministerpräsident Hodza angehört, schreibt u. a.: Man kann sagen, daß nach der Rede Hitlers die Nervosität abgeflaut ist, die aus der Unsicherheit entsprang, und die Welt geht jetzt wie­der zur ruhigen Beurteilung und zum Gleichgewicht über. Deutschland hat die Tür zu einer Aus­sprache geöffnet. Wir sind überzeugt, daß die fia$e zu einer endgültigen Losung

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erklären.

Nur wer selber Grenzland-Deutscher oder Rhein­länder ist, kann ganz die Empfindungen der Freude und Begeisterung verstehen, mit denen in den beiden letzten Tagen die in ihre Friedensgarniso­nen einrückenden deutschen Truppenteile von den Volksgenossen am Rhein empfangen wurden. Ihnen mögen die feldgrauen Kolonnen, als sie am Mor­gen des denkwürdigen 7. März 1936 unter klingen- dem Spiel durch die Städte und Ortschaften der rheinischen Lande die Reichskriegsflagge trugen, als ein Wunder erschienen sein, an das zu glauben sie in langen bitteren Nachkriegsjahren verlernt hatten. Wohl sahen die Männer und Frauen des Rheinlandes in dem Führer des neuen Deutsch- land schon immer auch ihren Befreier und Retter, und sie haben sich in vielen Kundgebungen und Abstimmungen zur nationalsozialistischen Weltan­schauung ntit überwältigender Mehrheit bekannt. Aber daß ihnen der Lohn für solche Treue sobald geschenkt würde, das haben sie sicher nicht erwartet. Drei Jahre sind wahrlich eine kurze Zeit, um ein zerrissenes Volk wieder zu einigen, eine zerfallene Wirtschaft wieder aufzubauen, das Recht der natio­nalen Selbstverteidigung wieder herzustellen und endlich auch die letzten Fesseln eines ungerechten Friedensdiktates abzustreifen. Ein unaussprech- liches Gefühl tiefer Dankbarkeit durchzieht heute alle deutschen Herzen, es wird sich am 29. März Luft machen und Ausdruck gewinnen in einem einmü­tigen Bekenntnis z u Adolf Hitler als dem Manne, dessen Tatkraft und Führung allem dem deutschen Volke seine nationale Ehre und Freiheit wiedergegeben haben.

führen kann. v ir, , . m.

Das Organ der Sudetendeutschen ParteiDie Zeit" veröffentlicht eine ihm zugegangene Mit­teilung des Prager Außenministeriums, m der es heihf:Wenn wir auch heute noch keinen end­gültigen Standpunkt einnehmen, so muß doch fest- gestellt werden, daß die Vorschläge Hitlers sym­pathisch wirken und vielen Wünschen entsprechen. Das Vorgehen Deutschlands widerspricht natürlich auch unseren Grundsätzen, aber wir werden

Der Kernpunkt der Erklärungen des französischen Außenministers Flandin an die französische Presse ist die Behauptung einer falschen Au slegung des franzosisch'sowjetrussischen Pak- t e s durch Deutschland und der Nichtberücksichtigung der französischen Rechtfertigungen, die vor einem Jahre erfolgten. Diese Rechtfertigungsversuche wur­den aber seinerzeit von der Reichsregierung als ungenügend zurückgewiesen und die vier Beschwerdepunkte des deutschen Memorandums vom 4. März sind unbe ft ritten geblieben. Diese fußen, wie jedermann erkennen muß, auf den Erklärungen, die der Minister Flandin selbst vor der französischen Kammer abgegeben hat. Dar­über hinaus enthält die Presseinformation des Mi­nisters Flandin zahlreiche Unrichtigkeiten.

Richt die französisch-englischen Vorschläge vom 3. Februar 1935 blieben ohne Antwort, sondern die Vorschläge des Führers aus sei-

Gesprengte Fesseln.

Der Versailler Vertrag gehört der Vergangen­heit an, er ist Geschichte geworden. Das deutsche Volk, das übermütige Sieger mit diesem Diktat für ewige Zeiten fesseln und knebeln wollten, wohnt wieder auf freier Erde, lieber 17 Jahre mußte es die rheinische Bevölkerung dulden, daß den ge­heiligten Boden beiderseits des deutschen Schick­salsstromes keines Soldaten Fuß betreten durfte. Ja, es gab eine lange Zeit, in der die Wacht am Rhein sogar von farbigen Söldnern einer fremden Macht gehalten wurde. Auch nach dem Abzug der fremden Besatzungstruppen lastete auf der rheini­schen Bevölkerung immer das drückende Gefühl, der willenlose Gegenstand einer ungerechten, auf die Dauer untragbaren politischen Ordnung ge­wesen zu sein. Als der Nationalsozialismus die Regierung des Reiches übernahm, hat er diesem Volksteil die schwere Bürde eines solchen einseitigen Opfers nur deshalb nicht sofort abgenommen, weil er glaubte, damit dem allgemeinen Frieden wie dem Sicherheitsbedürfnis gerade des deutschen Westens dienen zu können. Als es sich jedoch im Laufe der letzten Jahre zeigte, daß diese Opfer von unserem französischen Nachbarn nicht nur nicht gewürdigt, sondern auch durch neue internationale Abmachun­gen entwertet wurde, entschloß sich notgedrungen die Reichsregierung, das Gleichgewicht wieder her­zustellen und die volle und uneingeschränkte Souve­ränität Deutschlands über alle seine Gebiete zu

hingewiesen worden, daß wiederholte und präzise deutsche Anerbieten französi­scherseits stets ohne Antwort geblieben seien. Dem Botschafter ist niemals nahege- l e g t worden, sein Besuch möge von der franzö­sischen Regierung geheim gehalten werden. Viel­mehr wurde lediglich abgelehnt, ein ge­meinsames Kommunique herauszu- geben. Es stand natürlich nichts im Wege, daß die französische Regierung ihrerseits die Tatsache des Besuches öffentlich bekannt gab. Man wird ver­stehen können, daß man deutscherseits keinen Anlaß sah, durch ein gemeinsames Kommunique d i e merkwürdige Verspätung, mit der das Interview erschienen ist, mit all ihren Zusammen­hängen nachträglich zu sanktionieren.

Wenn Herr Flandin behauptet, Deutschland hätte vor seinem Schritt ntm mindesten ein inter­nationales Schiedsverfahren anrufen müssen, um die Unvereinbarkeit des französisch-sow­jetischen Bündnisses mit Locarno festzustellen, so ge­nügt es, ihm die Frage entgegenzuhalten, warum denn Frankreich sich seinerseits als berechtigt angesehen hat, trotz des ihm sofort notifizierten deut­schen Rechtsstandpunktes durch den Abschluß seines Bündnisses ein f a i t accompli zu schaffen.

Paris, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pa­riser Morgenpresse fordert eine energische und entschlossene Haltung der Regierung bei den kommenden Besprechungen, aber hier und da machen sich gewisse Befürchtungen und Beun­ruhigung für die Haltung der einen ober anderen Macht geltend, die vielleicht den französischen Forde­rungen nicht voll und ganz gerecht werden könne. Diese Befürchtungen richten sich in erster Linie gegen die englische Haltung, dann aber auch gegen Italien, dem man die Absicht zuschreibt, s i ch nicht an irgendwelchen Sanktionen zu beteiligen, die Frankreich gegebenenfalls gegen Deutschland fordern könnte. Pertinax schreibt u. a. imEcho de Paris", die große Frage sei nach wie vor die Haltung Englands. Man spreche zwar von einem günstigen Meinungsumschwung seit gestern, aber Genaueres lasse sich noch nicht feststellen.

ImJournal" warnt St. Brice vor über­eilten Handlung en. Deutschland, so schreibt er, habe nicht n urnicht di eAbsicht, Frankreich anzugreifen, sondern es biete sogar für ein Vierteljahrhundert Ruhe an, voraus­gesetzt, daß Frankreich mit der Theorie des Papier­fetzens sich abfinde, die Augen vor vollendeten Tat­sachen schließe, und vor allem Deutschland freie Hand lasse, wo anders den Raum zu nehmen, den

London, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die Einstellung der englischen Montagspresse bei der Beurteilung der Führerrede und der Wieder­besetzung des Rheinlandes ist keineswegs einheitlich. Fast völlig ablehnend ist derDaily Tele­graph", der häufig die Ansichten der Regierung wiedergibt. Unter der ÜberschriftHerausfordern­des Zerreißen (!!) eines frei abgeschlossenen Vertra­ges" schreibt dieses Blatt, daß Hitler durch die Ent- enbung von Truppen nach dem entmilitarisierten Rheinland den Westmächten inbrüsker" Form den Handschuh hingeschleudert habe. (?)

Etwas ruhiger in Ton und Inhalt ist der Leit­artikel der rechtskonservativenM o r n i n g P o st", die die Tatsache, daß ein breiter Streifen deutschen Landes entlang der französischen Grenze entmilita­risiert fein sollte, ein seltsames System nennt. Leute, die außerhalb Frankreichs lebten und die nicht die praktischen Erfahrungen eines Einmar­ches gemacht hätten, konnten geneigt fein, zu er­klären, daß die einseitige Entmilitarisierung des Rheins eine Angelegenheit fei, die nicht bis in alle Ewig.keit dauern könne. Die Be- eitigung eines solchen Zustandes sei an sich nicht unvernünftig. Es sei die unangemeldete mi­litärische Wiederbesetzung der Zone, gegen die die Unterzeichner der beiden Verträge protestieren

Dppofitton angesichts einer einseitigen Ver- leugnung der Verträge herbehuführen. Dem Locarno-Vertrag getreu hat sie beschlossen, den Volk erb undsrat mit der Angelegenheit zu befassen.

gehens, rät aber der belgischen Regierung, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen und die von Deutschland angebotenen neuen Garantien in ernste Erwägung zu ziehen. Das Blatt gibt zu, daß der Russenpakt eine wirkliche G e - fahr für Deutschland ist.Es ist eine ver­gebliche Hoffnung, zu irgendeiner Abmachung zu kommen, die Deutschland nicht in juristischer und tat­sächlicher Beziehung die volle Gleichberechtigung ver­leiht. Es ist notwendig, daß die belgische Regierung, ohne die Fühlung mit unseren natürlichen Verbün­deten aufzugeben, die Lage mit dem Willen be­trachtet, Belgien neue, gleichwertige Garantien zu verschaffen.

nicht die Initiative ergreifen, sondern diese den Staaten überlassen, Oie es unmittelbar an geht.

Das Scho in Belgien.

Brüssel, 8. März. (DNB.) Die wallonischen Blätter stehen dem deutschen Schritt vom 7. März verständnislos gegenüber und stellen die Herstel­lung der militärischen Souveränität Deutschland im Rheingebiet als Bedrohung der Sicherheit Bel­giens und'Frankreichs hin. In der flämischen Presse kommt jedoch eine wesentlich verständnisvollere Be­trachtungsweise zum Ausdruck. Das XX. Siec 1 e verurteilt zwar auch die Form des deutschen Vor-