bei der Flieger- und Luftnachrichtentruppe im Lu ft kreis IV für das Frühjahr 1937 abgeschlossen ist.
Es ist zu erwarten, daß bei dem zahlreichen Eingang von Gesuchen, die bereits für die H e r b st - einstellung 1937 oorliegen, in kurzer Zeit Die Annahme von Freiwilligen auch für den Herbst 1937 beendet sein wird. Als Abschlußmeldetermin ist endgültig der 15. Januar 1937 festgesetzt, weil die Freiwilligen der Geburtsjahrgänge 1915 bis 1919 vor der Einstellung, d. h. ab 1. April 1937, ihrer Arbeitsdienstpflicht noch genügen müssen.
Zur Vermeidung verspäteter Anmeldunaen und dadurch bedingter Ablehnung und Zurückstellung ergeht daher die Aufforderung zur baldigen Vorlage von Gesuchen an folgende Annahmestellen:
a) Fliegertruppe: Flieger-Ersatzabteilung 14 Detmold, Flieaer-Ersatzabteilung 24 Quakenbrück, Flieger-Ersatzabteilung 34 Handorf;
b) Luftnachrichtentruppe: Luftnachrichten-Ersatzkompanie 5/14 Gütersloh.
Die Verpflichtung geht über 4V» Jahre und kann bei besonderer Eignung auf 12 Jahre ausgedehnt werden.
Die Einstellung erfolgt zunächst bei den Flieger- Ersatzabteilungen bzw. Luftnachrichten-Kompanien Gütersloh oder Münster. Die Dienstzeit bei den Flieger-Ersatzabteilungen beträgt sechs Monate. Anschließend erfolgt Versetzung zu den Fliegertruppenteilen.
Bevorzugt eingestellt werden die Angehörigen des Deutschen Luftsportverbandes und die sonstigen im zivilen Luftwesen tätigen Personen. Ferner sind bevorzugt alle technisch vorgebildeten Freiwilligem (Motorenschlosser, Feinmechaniker, Elektriker, Mechaniker, Schmiede, Schlosser, Installateure, Kraftfahrer, Zeichen- und Dermessungspersonal). Schreibgewandte Bewerber aller Berufsgruppen sind ebenfalls besonders für die Luftnachrichtentruppe geeignet.
Den Gesuchen ist beizufügen: a) Freiwilligenschein (erhältlich bei der polizeilichen Meldebehörde) oder beglaubigter Auszug über Seite 1 und 3 bis 5 des Wehrpasses oder der Wehrstammkarte; b) Lebenslauf; c) zwei Paßbilder.
Weitere Auskünfte erteilen das für den Wohnsitz zuständige Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt, alle Truppenteile der Luftwaffe und die Ortsgruppen des Deutschen Luftsportverbandes.
polizeiliche Untersuchungsakten aus der Kampfzeit.
DNB. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei macht in einem Runderlaß die Polizeibehörden darauf aufmerksam, daß bet den Dienststellen sich vielfach wertvolles und interessantes Material aus der Kampfzeit der nationalsozialistischen Bewegung befände, das für eine kommende Geschichtsschreibung von großer Bedeutung sei. Dies gelte besonders für polizeiliche Untersuchungsakten, in denen führende Persönlichkeiten der Bewegung genannt sind, polizeiliche Berichte von Zusammenstößen politischer Art u. a. m.
Um sicherzustellen, daß alle für die Geschichte der Bewegung wichtigen Akten an einer zentralen Stelle ausgewertet werden, ersucht der Chef der deutschen Polizei die Polizeibehörden, nach Maßgabe der zur Verfügung sichenden Beamten das in Frage kommende Material zu sichten und dem Hauptarchiv der NSDAP, über das Geheime Staatspolizeiamt eine Aufstellung mit kurzer Inhaltsangabe der in Frage kommenden Akten zu übersenden.
Weihnachtsurlaub für das 71GKK.
DNB. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps ist neben seinem regelmäßigen Dienst durch seinen Einsatz bei den großen Kraftsahrsportveranstaltungen und bei der Durchführung seines Reichswett- kampfes in diesem Jahr besonders stark in Anspruch genommen worden. Korpsführer Hühnlein hat daher in Anerkennung der bei allen Gelegenheiten bewiesenen guten Haltung und Bewährung des Korps für die Zeit vorn 16. Dezember 1936 bis 9. Januar 1937 Urlaub für das gesamte NSKK. angeordnet. Während dieser Zeit ruht der allgemeine Dienst des Korps. Die fristgemäße Bearbeitung und Erledigung der laufenden Arbeiten darf während dieser Zeit selbstverständlich keine Unterbrechung erfahren und ist durch die Dienststellen des NSKK. sicherzustellen.
KameradschastSabend des GoldateubuudeS.
Der Standort Gießen des Soldatenbundes hatte zu einem Kameradschaftsabend im „Burghof" eingeladen, zu dem die Kameraden zahlreich erschienen waren. Außer dem Führer der Bundesgruppe IX des Soldatenbundes, General der Infanterie a. D. Schniewindt (Marburg), waren Vertreter der hiesigen Wehrmacht, der Kreisleitung, der SA. und der Arbeitsgemeinschaft der Militärvereine erschienen. Kameradschastsführer Röhr eröffnete den Kameradschaftsabend in Vertretung des erkrankten Standortleiters Schwender und begrüßte die Gäste. Kamerad Röhr gedachte sodann der acht toten Kameraden vom U-Boot 18, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben für Führer und Vaterland Hingaben. Nach dem Sieg-Heil auf den Führer und den gemeinsam gelungenen ersten Versen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes sprach Oberst a. D. Kleinhans in einem außerordentlich interessanten Vortrag über die moderne Luftwaffe. Nach einem weiteren Vortrag eines Kameraden führte General der Infanterie a. D. Schniewindt in einer kurzen Ansprache noch aus, wie die Aufgaben des Soldatenbundes in Zusammenarbeit mit der aktiven Wehrmacht und der SA. sich für die Folge gestalten werden sollen. Hierbei kam in der Hauptsache zum Ausdruck, daß bei allen diesen Bestrebungen als oberster Grundsatz immer nur das Wohl für Volk und Vaterland im Sinne unseres Führers zu gelten habe.
Der weitere Verlauf des Abends zeigte, daß der engen Verbundenheit mit unseren neuen Truppenteilen in Gießen sichtbaren Ausdruck verliehen worden war. In angeregter Unterhaltung verlief der Abend.
Gießener Wochen Marktpreise
* Gießen, 8. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter^ Vi kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf., Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Kartoffeln, Vi kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,15 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45
bis 60, Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.
** Juftizperfonalie. Gerichtsaffeffor Bechtold, seither bei der Staatsanwaltschaft Gießen beschäftigt, wurde mit Wirkung vom 28. November 1936 ab zum Amtsgerichtsrat am Amtsgericht Mainz ernannt.
** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des vierten Abschnittes der Stadttheater-Miete betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.
Gondergencht in Gießen.
Wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz wurde der 42 Jahre alte Max Bohn aus W o h n • bad) zu einer Geldstrafe von 150 RM. verurteilt.
Der 32jährige Wilhelm Goll aus Glau berg bei Stockheim wurde wegen Beleidigung von Partei und Staat, in Anbetracht seiner Vorstrafen, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet.
Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte 56 Jahre alte Hermann Röhl aus Wieseck erhielt wegen Vergehen gegen § 2 des Heimtückegesetzes eine ©efängni s(träfe von vier Mona- ten unter Anrechnung von drei Wochen erlittener Untersuchungshaft.
Der gleichfalls aus der Untersuchungshaft vorgeführte 55 Jahre alte Alfons Volkheimer aus Nidda wurde wegen Vergehen gegen § 1 desselben Gesetzes zu einer Gefängnis st rafe von vier Monaten verurteilt, wobei ihm zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet wurden.
Schwere Zuchthausstrafe für einen Zugendverderber.
LPD. Hanau, 7. Dez. Die Große Strafkammer Hanau verurteilte den 35jährigen verheirateten Heinz Stamm aus Eichen (Kreis Hanau) wegen unzüchtiger Handlungen an Schülerinnen unter 14 Jahren in sechs Fällen zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Die Untersuchungshaft wurde nicht an- gerechnet. Mildernde Umstände waren ihm versagt worden.
Oberhessen.
Vereidigung des neuenr.Beigeordneten von Laubach.
□ Laubach, 6. Dez. Die Ratsherren waren zu einer Sitzung zusammengerufen worden, die gestern mittag im Rathaus ftattfand. Als einziger Punkt stand auf der Tagesordnung die öeretbi- gung des neuen 2. Beigeordneten. Bürgermeister Hogy gab zunächst bekannt, daß der von dem Beauftragten der NSDAP, des Kreises Schotten eingereichte Vorschlag, den Untererheber Hans Haack zum 2. Beigeordneten der Stadt Laubach zu ernennen, von dem Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — bestätigt worden sei. Sodann wies er in feiner Ansprache den neuernannten Bei» geordneten auf den Aufgabenkreis hin, der ihm in seinem verantwortungsvollen Amt obliegt, und hieß ihn als Mitarbeiter in der Stadtverwaltung herzlich willkommen. Zum Schlüsse forderte er jeder- zeitiges Eintreten für das Wohl der Stadt Laubach und feiner Bewohner nach den von unserem Führer ausgestellten Grundsätzen Nach diesen Ausführungen wurde die Vereidigung des 2. Beigeordneten oorgenommen und ihm die Anstellungsurkunde überreicht.
Die Fettversorgung der Minderbemittelten.
Ourchführungserlasse der zuständigen Minister.
DNB. Zur Fettversorguna der minderbemittelten Bevölkerung haben die zuständigen Minister jetzt die Durchfuhrungserlasse herausgegeben. Um den minderbemittelten Volksgenossen die Deckung des notwendigen Speisefettbedarfes zu angemessenen Preisen zu sichern, werden die bisherigen Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung in den Monaten Januar, Februar und März 1937 fortgeführt und ergänzt. Es werden wiederum Stammabschnitte mit sechs Verbilligungsscheinen ausgegeben. Sie gewährten bisher durch die Reichs- verbilugungsfcheine B einen Anspruch auf bevor- zugte Zuteilung von IV2 kg Konsummargarine im Vierteljahr. Dieser Anspruch wird vom 1. Januar 1937 an auf 2V2 kg erhöht. Der Stammabschnitt enthält demgemäß einen Reichsverbilligungsschein (für Butter, Käse usw.) und fünf Reichsverbilli- gungsscheine B zu je V2 kg Konsummargarine. Zum Kreise der zum Bezüge der Stammabschnitte Berechtigten gehören auch die Empfänger der Familienunterstützung. Weiterhin können landwirtschaftliche Deputatarbeiter mit geringem Einkommen einbezogen werden.
Für Volksgenossen, die Aach ihrer wirtschaftlichen Lage auf den Bezug von Konsummargarine angewiesen sind, ohne daß bei ihnen die Voraussetzungen für die Gewährung der Verbilligungs- scheine erfüllt sind, werden vom 1. Januar 1937 an Stammabschnitte mit Bezugsscheinen für Konsum-
Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach auf Einladung der Gießener Hochschulgesellschaft im Studentenheim der österreichische Gelehrte und Ehrendoktor unserer Universität, Hofrat Professor Dr. Dr. h. c. Erich von Tschermak-Seyse- n e g g aus Wien, dem ein überaus freundlicher Empfang bereitet wurde. Der Vorsitzende der Gießener Hochschulgesellschaft, Syndikus Dr. Mees- mann, entbot dem Gaste den Willkommensgruß zugleich im Auftrage des anwesenden Rektors Prof. Dr. Pfähler für die Universität. Er sagte, daß das Thema des Vorttages von besonderer Bedeutung sei in einer Zeit, in der uns gewisse Rohstoffe fehlen und unser Boden für die Erzeugung der Nahrungsmittel verwendet werden muß. Ein wichtiges Teilgebiet ist dis Züchtung wertvoller landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen.
Von starkem Beifall begrüßt schickte
Hofrat profeffor Or. Or. h c.
Erich von Tschermak-Eeysenegg seinem angekündigten Vortrag ein kurzes Vorwort voraus, in dem er in liebenswürdiger Weise die vielen Bande der Freundschaft schilderte, die ihn mit Deutschland verbinden. Ganz besonders erzählte er aber von dem kürzlich erfolgten Besuch des Gießener Wissenschaftlers Professor Dr. K ü - ft e r in Wien, der dort einen außerordentlich fesselnden Vortrag hielt. Die Oesterreicher benutzen gern jede Gelegenheit, um ins Reich zu kommen.
Aus seinen Vortrag über die „Züchtung neuerer wertvoller landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanze n" eingehend, erklärte der Vortragende zunächst einmal die Arten der künstlich herbeigeführten Pflanzenzucht zum Zwecke neuer Artenverbindun- gen. An Hand von Skizzen und Aufzeichnungen schilderte er (die in mehr als 38 Jahren unermüdlich geleistete Forscherarbeit bescheiden in den Hintergrund stellend) die ihm hauptsächlich gelungenen Erfolge von Spitzensorten des Weizens, des Roggens und der Gerste. Der Gelehrte ging dabei von dem Standpunkte aus, daß sich der Züchter ängstlich vor einer sogenannten Universalsorte, die in allen Ländern mit gleichem Erfolge und Ertrage angebaut werden kann, ängstlich hüten muß, da vorwiegend die klimatischen Verhältnisse, abgesehen von vielen anderen Einflüssen, sehr unterschiedlich sind. Der Gelehrte machte auch darauf aufmerksam, daß die heuttge Züchtung durch die Dreifältigen Vermischungen der Sorten nicht mehr den Ausgangspunkt der Sorten haben. Die außerordentlichen Erfolge zur Erreichung landfester Sorten, die hinsichtlich ihres Aussehens, des Ertrages, des Anspruches und der schnellen Reife allen Erwartungen entsprechen und die reichen Erfahrungen des Forschers berechtigen, wie er es einige Male während seines Vortrages feststellte, zu der Hoffnung, daß es durch die Kreuzungen unserer Kulturpflanzen mit den aus den sogenannten Geozentren hereingebrachten Typen der Naturpflanzen, wie es z. B. die von Dr. Scheibe durchgeführte Hindukusch-Expedition beabsichtigt, möglich ist, neue wertvolle Pflanzen zu züchten. Aus seinem außerordentlich umfangreichen und vielfältigen Aufgabengebiet besprach der Gelehrte bann u. a. seine Erfolge der Paarungen von Salat und Zuckerrübe, die Kreuzungen bei den Hülsenfrüchten und schließlich die der Blumen, wobei er insbesondere durch eine Bastardierung von Primeln und Aurikeln eine Fülle wunderschöner Formen und Farben erzielte, die er in vielen farbigen Aufnahmen zum Ent-
margarine ohne Verbilligungsschein ein geführt und auf Antrag gewährt. Diese Margarinebezugsscheine erhalten hiernach Personen, deren Lohn und sonstiges Einkommen sich in der Nähe des doppelten Richtsatzes der öffentlichen Fürsorge hält, ihre Ehefrauen und unterhaltungsberechtigten Kinder.
Mit Rücksicht auf ihre Bedeutung für die Erhaltung des Volkstumes sind dabei Familien mit zwei und drei Kindern bevorzugt zu berücksichtigen. Die Margarinebezugsscheine werden von den Fürsorgeoerbänden oder den von ihnen beauftragten Dienststellen ausgegeben. Die Entscheidung über die Zuteilung trifft die Ausgabestelle nach pflichtmäßigem Ermessen. Bei Prüfung der Anträge ist die wirtschaftliche Gesamtlage des Antragstellers zu berücksichtigen. Die Ausgabestelle kann über den angedeuteten Perfonenkreis hinausgehen, soweit es die hier zur Verfügung gestellte Gesamtzahl der Margarinebezugsscheine gestattet. Die hier verteilten Stammabschnitte enthalten vier Bezugsscheine über je Vt kg Konsummargarine zum normalen Verkaufspreis. Die Gültigkeitsdauer von drei Bezugsscheinen ist auf je einen Monat begrenzt, für Januar, Februar und März 1937, während der 4. Bezugsschein nach Belieben in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1937 verwendet werden kann. Diese bestimmungsgemäße Durchführung durch die Verkaufsstellen wird durch Sttchproben überwacht.
zücken der Anwesenden vor Augen führte. Wie er bei den verschiedensten Kreuzungsmethoden immer wieder die von ihm wiederentdeckten Mendelschen Gesetze der Vererbung nachwies, so klang aus seinen Ausführungen auch stets die Zuversicht über das Gelingen von Zuchtergebnissen von neuen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen für die Allgemeinheit heraus.
Der Vorsitzende Dr. Meesmann dankte dem Vortragenden nicht nur für seine von starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen, sondern auch für seine im Dienste der Allgemeinheit so außerordentlich erfolgreiche Forschung, die ein unermeßliches Opfer an Mühen und wissenschaftlicher Betätigung darstellt und nicht zuletzt für seinen Großmut und seine Selbstlosigkeit, durch die er seine mühsam errungenen Forschungsergebnisse der Allgemeinheit zum Geschenke macht. Er gab ihm gute Wünsche mit auf den Heimweg und sprach die Hoffnung aus, daß durch so hervorragende Bestrebungen, wie sie dieser ausgezeichnete Vortrag darstellt, sich die Beziehungen der Brudervölker zueinander recht schnell wieder festigen mögen.
Kirche und Schule.
Pfarrer-Einführung in Treis a. d Lda.
X Treis a. d. Lumda, 6. Dez. Heute fand in der schön geschmückten und dichtbesetzten Kirche die feierliche Einführung unseres neuen Pfarrers Gustav Schmidt, seither in Beuern, durch Dekan S a 11 l e r (Wieseck) statt. Die beiden Geistlichen zogen, gefolgt von dem Kirchenvorstand, der einmütig den neuen Pfarrer als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen langjährigen Pfarrers Böch - n e r gewünscht hatte, in die Kirche ein. Im Gottesdienst wirkten der Posaunen- und Kirchenchor unter Leitung seines Dirigenten Becker und ein Schülerchor, geführt von Lehrer Walter, mit. Seiner Einsührungsrede legte der Dekan das Pauluswort (Röm. 15,7) zugrunde und zeigte, die Schwierigkeit und Schönheit des Pfarramts kennzeichnend, daß sich Pfarrer und Gemeinde am besten aufnehmen, wenn sie es tun, wie Christus uns aufgenommen hat zu Gottes Lobe. Nach Handschlag und Segenswunsch überreichte er dem neuen Pfarrer die vom Vorsitzenden des Landeskirchenausschusses Zentgraf unterzeichnete Ernennungsurkunde. Seine Antrittspredigt stellte Pfarrer Schmidt unter das Wort 2. Kor. 4, 6: „Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi." Er zeigte, wie fein Programm kein anderes fein könne, als zu verkündigen „Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit", dankte für das schon vor seinem Kommen ihm durch den Kirchenvorstand erwiesene Vertrauen und bat, es ihm weiter entgegenzubringen. Unter den mancherlei Willkommensgrüßen sei auch ein herzliches Schreiben des Bürgermeisters erwähnt, das die Hoffnung aussprach, daß das hier herkömmliche ver- ständnisvolle Zusammenarbeiten der örtlichen, kirchlichen und weltlichen Führung weiter so bleibe. Bei der Besichtigung des im Inneren neu hergestellten Pfarrhauses sprach sich Dekan Sattler sehr anerkennend über das Geleistete aus. Die Gemeinde, die ihren letzten Pfarrer über 31 Jahre gehabt hat, ist sich einig in dem Wunsch, daß auch der neue Seelsorger recht lange in ihr mit gleichem Segen wirken möge.
Kreiöhandtverkertag in Schotten.
c. Schotten, 6. Dez. Eine größere Versammlung, die die Kreishandwerkerschaft Schotten einberufen hatte, fand im Saal der „Krone" statt, zu der alle Bezirksobleute, die Obermeister der Innungen, sowie die Gesellen für die Meisterprüfung sich eingefunden hatten. Kreishandwerksmeister W. Neumann. (Schotten) begrüßte die Erschienenen und sprach über die Leistungen und Aufgaben des Handwerks in jetziger Zeit. Ein eingehendes Referat hielt alsdann Dr. Reif von der Landeshandwerkerschaft, der besonders über die Auswirkungen des Vierjahresplanes sprach. Er berührte besonders die Tagesfragen, das Preisproblem, Verbot der Preiserhöhungen, Beschaffung der Rohstoffe, Arbeitsbeschaffung und Verteilung von ßieferungs- aufträgen unter das Handwerk. Bei der Bekämpfung Der Arbeitslosigkeit werde besonderer Wert darauf gelegt, daß in allen Betrieben, in denen dies irgend möglich ist, auch entsprechend Lehrlings eingestellt würden, andernfalls würden solche Betriebe zu besonderen Beiträgen herangezogen. Reicher Beifall belohnte die interessanten Ausführungen. Dr. Lindemann von der Handwerkskammer Darmstadt sprach über das gute Revisions- ergebnis bei der hiesigen Kreishandwerkerschaft und verbreitete sich alsdann über Steuerfragen, auch über solche, die die neueste Steuerreform mit sich bringt. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Kreishandwerksmeister die Tagung.
CanOftPie Wetzen
* Klein-Linden, 7. Dez. Am gestrigen Sonntagabend wurde aus dem Hofe einer hiesigen Gastwirtschaft, während die Besucher sich bei Der Tanzmusik belustigten, ein untergestelltes Motorrad entwendet. Der Eigentümer bemerkte den Verlust erst, als er nach Hause fahren wollte. Montag früh wurde das Motorrad in der Gemarkung Gießen aufgefunden und bei der Polizei sichergestellt.
00 Klein-Linden, 7. Dez. Der S A. • Sturm 8/116 hielt am Samstagabend im Saale des Gaschauses „Zur deutschen Eiche" einen Karne» radschaftsabend ab. Der Führer des Sturms, Ober- truppführer Schulte, hieß die Kameraden mit ihren Familien und die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen. Ein „Nikolaus" erfreute mit kleinen Geschenken und sorgte für heitere Stimmung. Um auch den Freunden des Schießsportes entgegenzukommen, war ein Schießstand errichtet worden, auf dem die Schützen ihre Kunst bei einem Preisschießen unter Beweis stellen konnten. Frohe Ereignisse und manche humorvolle Stunde der Vergangenheit waren in einer trefflich ausgestatteten „Nikolaus-Zeitung" festgehalten worden. Bei Tanz und Frohsinn verlebten die Besucher des Abends einige frohe Stunden.
< Staufenberg, 8. Dez. Dieser Tage fand auf der hiesigen Burg eine gut besuchte Dorstandssitzung der Heimatvereinigung Staufenberg statt. Der Vorsitzende der Vereinigung, Dekan Gußmann (Gießen), teilte u. a. mit, daß mit Geneh- migung des Forstamts Gießen die verwilderten Anlagen der oberen Burg durchforstet worden seien. Die Arbeiten würden anfangs des nächsten Jahres fortgesetzt werden. Den Hauptteil der Verhandlungen bildete die Besprechung des Arbeitsprogrammes für den Winter 1936/37. Nach längerer Aussprache wurde der Vorschlag des Vorstandsmitgliedes Schwarz (Gießen) angenommen, wonach in diesem Winter zwei Veranstaltungen statt- finden sollen, und zwar am Sonntag, 24. Januar 1937, ein allgemeiner Heimatabend, an dem die verschiedenen Gliederungen der Gemeinde Staufenberg, z. B. BDM., 1. Klasse der Volksschule, Männergesangverein, Turnverein usw. eingeladen und zur Mitwirkung gebeten werden sollen. Zur vorbereitenden Arbeit wurde eine Kommission gewählt, die außer dem Vorsitzenden noch vier Herren umfaßt, nämlich Bürgermeister Reuter, Gemeindediener Geißler, Gemeinderechner Stephan und Rentner Fuchs. Ein kurzes Referat soll über den Sinn der Dolkstumsarbeit bei dieser Gelegenheit gehalten werden. Anfangs März wird dann Gartenbauarchitekt Schwarz (Gießen) einen Lichtbilderoortrag mit selbstaufgenommenen Bildern über die „schone hessische Heimat" halten. Nachdem noch ein von Vorstandsmitglied Schwarz entworfenes Vereinsabzeichen vorgelegt und genehmigt worden war und die neuen Mitgliedskarten verteilt worden waren, schloß der Vorsitzende die Sitzung.
D Allend 0 rf a. d. Lda., 8. Dez. Bei der am vorigen Samstag im hiesigen 1. Jagdbezirk abgehaltenen Treibjagd wurden 16 Hasen, ein Fuchs und ein Reh zur Strecke gebracht.
§ Allend 0 rf a. d. Ld a., 7. Dez. Die hiesige Ortsgruppe der NS. -Frauenschaft veranstaltete in der reich geschmeckten Stadthalle eine Ad- ven t s f e i c r, zu der alle Volksgenossen eingeladen waren. Die geräumige Halle war fast bis auf den letzten Platz besetzt. In Vertretung der Frauenschaftsleiterin eröffnete Frau Harth die Veranstaltung. Hierauf wurden durch Schulkinder Advents- und Weihnachtssprüche vorgetragen und anschließend ein Weihnachtsspiel aufgeführt, das große Anforderungen an die kleinen Mitwirkenden stellte. Auch von den Climbacher Schulkindern wurden einige Sprüche und Gedichte vorgetragen. Pfarrer Schmidt von Trais legte die Bedeutung der Adventszeit bar und wies darauf hin, daß die Adventszeit die Vorbereitung für Weihnachten sei. Zum Schluß ermahnte der Redner noch, Gott dafür dankbar zu sein, daß er uns in der Person des Führers und Reichskanzlers einen Mann sandte, der es verhindert hat, daß die Feinde des Christen«
Vortragsabend der Gießener Hochschulgesellschaft.


