Ausgabe 
8.12.1936
 
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gut zu einer anderen Beobachtung, die in der Nähe des finnischen Dorfes S o d a n k y l ä gemacht wurde, wo ein Flugzeug unbekannter Nationalität nachts im Gleitflua bis auf 300 Meter herunter- ging und starke Scheinwerfer spielen ließ. Dies sind nur einige wenige Beispiele für die planmäßige Erkundungstätigkeit, die die s o w j e t r u s s i s ch e n Militärflieger seit Fahr und Tag in Finn­land, Schweden und Norwegen ausüben. Diese Uebergrifffe sind deshalb Jo schwer abzuwehren und nachzuweisen, weil einmal die Nordländer nur über eine geringe Luftflotte verfügen und weil anderseits diese Gebiete außerordentlich menschenarm sind. Da- gegen befinden sich jenseits der finnischen Grenze Zwischen Leningrad und Alexandrowsk an der Eismeerküste nicht weniger als 43 rote

" 6 z e U g st ü tz p U n k t e. Die bolschewistischen Flieger können also ungestört chre Rundflüge über das finnische Territorium hinweg bis nach Schwe­den und Norwegen ausdehnen, sie können nach t?rryn5<!rU^ Spione absetzen und photogra­phische Aufnahmen von strategisch wichtigen Bauten tätigen.

Diesen Vorstößen liegt was auch die Armee- leitung der also bedrohten Staaten bereits erkannt hat ganz klar die Absicht zugrunde, Finnland zum Ausfalltor der W e l t r e v o l u t i o n nach der skandinavischen Halbinsel zu machen. Karelien und die Kola-Halbinsel eignen sich für diesen Zweck besonders gut. Den Haupt­anziehungspunkt für die Sowjetrussen bilden da­neben auch die im nördlichen Skandinavien vor­handenen Bodenschätze, so die Eisenerzgruben in schwedisch Lappland, die Goldgruben in Boliden und die norwegischen Erzgruben von Sydoaranger. Es ist nicht zu verwundern, daß die marxistische Presse in den Nordstaaten dieses ganze Problem verschweigt und lächerlich macht, aber die verant­wortlichen militärischen Führer der Völker Skandi­naviens sind über die drohende Gefahr der Bolsche- wisierung sehr genau im Bilde. Der Gedanke einer militärischen Zusammenarbeit der v i e r N o r d l ä n d e r ist bei ihnen zum ersten­mal aufgetaucht und wird weiterhin verfolgt. Cs ist in diesem Zusammenhang bezeichnend, daß das finnische Kriegsministerium erst kürzlich 12 neue große Bombenflugzeuge bestellt hat, die noch in diesem Monat zum Einsatz gelangen sollen. Die übrigen skandinavischen Länder sind in der jüngsten Vergangenheit immer vom Krieg verschont geblie­ben, ihre Wehrbereitschaft ift daher auch nicht sehr stark ausgebildet ein Umstand, der von den herrschenden Linksparteien natürlich weidlich aus­genutzt wird. Immerhin beginnt man jetzt auch dort über die nationalen Kreise hinweg in weitesten Schichten der Bevölkerung den Ernst der Lage zu erkennen, und es erscheint durchaus möglich,' daß eines Tages die Idee einer gemeinsamen Landesverteidigung gegenüber dem roten Erbfeind eine festere Gestalt annimmt. Erst dann wird auch der S o w j e t s p u k vom skandinavischen Himmel verschwinden.

Das wie Polarlicht

Oer Lohn für die »Politik mit doppeltem Boden"

f*^er..Üe fußenpolittsche Haltung der balti- fdjen und skandinavischen Länder zu den großen europäischen Problemen kann man ver- schiedener Meinung sein. Zweifellos wurd^ die Stellungnahme der baltischen Staaten zum großen dm Willen bestimmt, zwischen den Großmächten möglichst ein Gleichgewicht zu halten, mit beiden Seiten, also auch nut Sowjetrußland, n^"ohmen zu pflegen und so der Ge- fahr einer Ueberrumpelung vorzubeugen Dieser N - u t r ° l, t ü . - p ° l i t i k d-r halten Mntier sprach auf der anderen Seite der Ostsee das Bestreben der nordischen Staaten, möglichst unge- £>rt ""behelligt durch die Händel der Welt 9 Ukfkldt.ei\ Sufamb einer unproblematischen unö wohlhabenden Lebensführung zu bewahren, dessen man sich Nordosteuropa seit langen Jahr- zehnten erfreut. Man kann, wie gesagt, über diese hermetisch von den großen Ausein- andersetzungen der Gegenwart abzuschliehen, sehr verschleden denken. Denn was nach außenhin oft als Unparteih£f)teit und Neutralität ausgegeben wurde mar in Wirklichkeit eine einseitige und falsche Orientierung gegenüber dem n e.u fn ® eutfchland. Den Nationalsozialisten unterstellte man imperialistische Absichten, aber gegenüber den Machenschaften der Sowjets druckte man gerne ein Auge zu. Um diese Politik mit doppeltem Boden zu erklären, muß man sich daran erinnern, daß in allen nordischen Län­dern seit vielen Jahren Linksregierungen am Ruder sind und daß in den baltischen Staaten die nationalen Regierungen angeblich auf das Wohlwollen Moskaus angewiesen sind. In der letzten Zeit sind jedoch Ereignisse eingetreten, die das politische Bild Nordosteuropas plötzlich in anderer Beleuchtung zeigen. Die Einmarsch- d r o h u n g e n, die auf dem Rätekongreß gegen Finnland, Estland und Lettland ausge- stoßen wurden, waren nur der letzte und schärfste Ausdruck der Entwicklung im Ostseeraum.

Schon feit Monaten haben die Bewohner der weiten, teeren Länderstrecken im Norden Europas selts a m e Himmelserscheinungen beob­achten können. Und was zunächst nur Phantasie ober optische Täuschung zu sein schien, das verdichtete sich allmählich zu einer festgegründeten Erkenntnis: lieber der skandinavischen Welt erscheint das rote Polarlicht! Rovaniemi ist eine kleine fin­nische Stadt in der Nähe des nördlichen Polar­kreises. Hier begab es sich am 3. und 4. November, daß durchaus zuverlässige Personen in dieser Gegend unabhängig voneinander ein geheimnisvol- t e s Licht erblickten, das volle 4 Minuten sichtbar mar. Der finnische Kommandant des zuständigen Militärbezirks hat diese glaubwürdigen Wahrneh­mungen bestätigt und an feine vorgesetzte Behörde berichtet. Auch fremde Flugzeuge wurden in dieser Gegend wiederholt beobachtet, wie ja überhaupt die roten Spukflieger eine bekannte Er­scheinung in dem ganzen Länoerraum von der pol­nischen Grenze bis zur Cismeerküste geworden sind. Im übrigen paßt die erwähnte Lichterscheinung sehr

Räumung Madrids durch die Bevölkerung?

Aufrufe der bolschewistischen Sender.

Salamanca, 8. Dez. (DNB.) Am Montag­nachmittag verbreitete der Madrider Sender Union Radio" einen Aufruf der bolschewistischen Jugendorganisationszentrale, in dem die Mütter Madrids aufgefordert werden, ihre Kinder durch die Zentrale unverzüglich nach Va­lencia zu schicken. Der Zustand, daß ganze Fa­milien in den Tunnels der Untergrundbahn über­nachten müßten, muffe endlich aufhören.

Durch den bolschewistischen SenderRadio Tele- grafos" wurde am Montagnachmittag gleichfalls ekannt gegeben, daß alle zuständigen Stellen nun­mehr zusammenarbeiten würden, um die Räu­mung Madrids durch die Zivilbevölke­rung in kürzester Frist durchzusühren. Für die Zivilbevölkerung sei der Aufenthalt in Madrid un­möglich geworden, weil Lebensmittel nur noch in geringen Mengen vorhanden feien. Die künftige Versorgung der Zivilbevölkerung könne infolgedessen nicht mehr gewährleistet werden. Durch die Räumung Madrids werde auch die Ge­fahr nationaler Späher vermindert, die immer wieder über die bolschewistischen Batteriestellungen unterrichtet feien. In Madrid dürfte nurmehr die Rote Miliz Zurückbleiben, dieentschlossen ist, Widerstand bis zum äußersten zu leisten".

Die Sowjelbonzen am Ruder.

Paris, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Madrid gemeldet wird, ist Antonio M i j e, ehe­maligerKriegsrat" in dem Derteidigungsausfchuß von Madrid und Mitglied des Hauptausschusses der Kommunistischen Partei Spaniens, von den Bolsche- misten in Valencia zumGeneralkr i e g s- k o m m i f f a r" ernannt morden. Mije soll bet der Organisierung der Verteidigung von Madrid eine führende Rolle gespielt haben

Wie aus Meldungen von der spanisch-franzosi- schen Grenze bei Hendaye hervorgeht, ist der rote Verteidigungschef von Madrid, General M l a j a, feines Postens enthoben worden.

MßgMter Sliegeranflriff der Boten.

Der Blutrausch der roten Mörder.

S e v i l l a, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Dom Sonderberichterstatter des DNB.) S)rei r o e Flieger ketten ver achten am Montag einen An riff au Talaoera b= la Sein« durchzu- führen. Sie gerieten aber m die ihnen von natw- nalen Jagdslugzeug-N 0eJ,eae 8°Uc

3 Apparate französischen Ursprungs. Sine Maschine der Raten stürzte bei Tarriias. eine zweit- auf dem linken Taja-User bet lalaaera be la Reina unb bie britte bei Santo Domingo ab. Die belben Insassen bieser letzten Maschine, ein S o m . jetruss- und ein TI ch e ch ° 11 a w a k e. retteten sich durch Fallschirmabsprung. Der So miet r u s s e wurde bei dem IBerfud), sich seiner Gesängen, nähme zu widersetzen, erschösse n.

In T a l a v e r a d e l a R e i n a trafen aus zahl- reichen Ortschaften auf dem linken Taio-Ufer in der Nähe von Talavera de la Reina m e h r e r ehu n bert Sauernfamilien ein die »hr gesamtes Hab und Gut auf Mauleseln mit s»ch führten. Die Bauern verdanken ihre Flucht einem kühnen Hand­

streich von fünf Falangisten, die 18 Kilometer weit in rotes Gebiet hineingeritten waren und den Ein­druck erweckt hatten, als ständen hinter ihnen meh­rere tausend Legionäre und Arabertruppen. Die Schreckensstimmung, die bei den Roten bei dem Gedanken eines Angriffes der nationalen Truppen Platz griff, benutzte die Bevölkerung zur Flucht in der Richtung auf Talavera de la Reina. Die Bauern berichten einheitlich von furchtbaren Greueltaten der roten Mordbanditen. In Navalucillos wurde eine vierköpfige Familie er­mordet. Ein junges Mädchen wurde an den Füßen an eine Kirckhofsmauer gehängt. Darauf wurde ihr der Hals aufaeschnitten und das Blut in einem Ge­fäß gesammelt. In San Bartolome wurden rechts­stehende Einwohner in nicht wiederzugebender Weise verstümmelt. In Espinose wurde ein Geist­licher lebendig begraben. Aus allen Berichten der Flüchtlinge geht eindeutig die überall in gleicher Weise angewandte Mordtaktik des nach Mos­kauer Lehr en erzogenen Untermenschen- t u m s hervor, wie sie in den bereits von der roten Herrschaft befreiten Ortschaften immer wieder be­kannt geworden ist.

Oer national Heeresbericht vom Montag.

Salamanca, 8. Dez. tDNB. Funkspruch vom Sonberberichterstatter des DNB.) Der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca vom Montag meldet, daß die nationalen Trup­pe n im Frontabschnitt Belchite (Provinz Aragon einen Angriff der Roten abgewiesen haben. Dem Gegner wurden acht Maschinengewehre abgenommen. An den Fronten von Legrono, Pa- lencia und Villarcayo herrscht Ruhe, bei Mondra­gon und Orduna leichtes Artillerie- und Gewehr- feuer. Don der Madrider Front ist nichts Neues zu melden. In Asturien war die Gefechts­tätigkeit gering.

Nationale Flieger bombardierten eine feindliche Batterie bei Dillareal (Provinz Alava). lieber Torrios wurden zwei rote Zwei­decker abgeschofsen. Einer der Piloten wurde gefangengenommen. Bei Granada wurden durch Luftbombardement zwei feindliche Geschütze zerstört. In der Nähe von Sevilla konnte ein rotes Flug- zeug abgeschofsen werden.

Kommunistische Werber in Marn.

Verhaftung ausländischer Agenten.

Budapest, 7. Dez. (DNB.) Das Regierungs­blattEsti Ujsag" berichtet, daß in der letzten Zeit in verschiedenen Teilen des Landes eine äußerst geschickt getarnte Werbetätigkeit kommu­nistischer Agenten für die spanische Bolschewistenarmee festgestellt worden sei. Der Polizei fei es gelungen, eine Reihe von Agenten zu v e r h a f t e n, die in einzelnen Dörfern junge Manner zwischen 18 und 20 Jahren unter dem Versprechen von 5000 Franks als Freiwillige für die Madrider Bolschewisten anzuwerben ver­suchten. Diese Agenten waren nach außen als Ver­treter der französischen Fremdenlegion aufgetreten; tatsächlich handle es sich jedoch nach

einwandfreien Feststellungen um eine unmittelbare Anwerbung für die spanische Bolschewisten- a r m e e. In einem Dorf sei ein Agent verhaftet worden, der ausschließlich spanisch gesprochen habe. Bei ihm fei eine genaue Liste der für die An­werbung vorgesehenen jungen Leute gefunden wor­den. Im Verhör habe der Agent jegliche Aussage verweigert.

In anderen Landesteilen, so in Szegedin, eien gleichfalls Agenten auf getreten; sie hätten den ungen Leuten die Auszahlung eines Betrages von >00 Schilling und Einkleidung in Wien versprochen, alls sie sich für eine ausländische Armee anroerben ließen. Weiter wird berichtet, daß in der letzten Zeit in verschiedenen Ortschaften Agenten Der Moskauer Internationale feftgejteöt wurden, die in getarnter Form eine lebhafte kom­munistische Propaganda betrieben.

Sowjets verhaften wieder Reichsdeutsche.

B e r l i n, 7. Dez. (DNB.) Gestern sind der Reichs­angehörige Straßenbauingenieur Dr. Hans Metz­

ger, geb. am 18.3.1898 in Heidelberg, sowie feine Ehefrau in Leningrad verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden Die Maßnahme, die von amtlicher somjetrussischer Stelle bestätigt ist, wird mit angeblicher Spionage und gegenrevolutionärer Betätigung begründet.

Sreitmlligenobteilunßen in polen.

Warschau, 7. Dez. (DNB.) Das polnische Kriegsministerium wird während der Winter- monate, um die Arbeitslosigkeit durch Unter­bringung eines Teiles der arbeitslosen Jugend zu bekämpfen, besondere Freiwilligenadtei- l u n g e n unter der BezeichnungAbteilungen der nationalen Verteidigung" aufstellen. Diese Abtei­lungen, die vom 4. Januar bis 20. März 1937 be­stehen sollen, werden in den am meisten von der Arbeitslosigkeit betroffenen Gebieten bei einer Reche von Jnfanterieregimentern ins Leben geru­fen. Als Freiwillige werden Reservisten und un­gediente Leute der Jahrgänge 1916 bis 1919 zuge­lassen. Don den ungedienten Leuten sollen in erster Linie solche eingestellt werden, die bereits Organi­sationen der militärischen Borbereitung angehörem

OieBedeutung des neuenLugendgesetzes

Baldur von Schirach spricht vor der presse.

Berlin, 7. Dez. (DNB.) Aus Anlaß der am 1. Dezember erfolgten Verkündung des Gesetzes über die Verstaatlichung der Hitlerjugend sprach der Jugendsührer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach, am Montag im Hotel Kaiserhof vor der in- und ausländischen Presse über die Grundsätze der neuen Jugendfüh­rung. Dem Vortrag wohnte eine überaus große Zahl von namhaften Vertretern der in» und aus­ländischen Presse bei.

Reichsjugendführer Valdur von Schirach

bezeichnete in feinen einleitenden Worten das Ge­setz über die Hitlerjugend als eine Schöpfung des Führers Adolf Hitler, der durch Inhalt, Form und Unterschrift des Gesetzes seinem Willen Aus­druck gegeben habe, die Heranwachsenden Generatio­nen mit seiner Person und seinem Werk für alle Zukunft zu verknüpfen. Daher werde die Nachwelt gerade dieses Gesetz zu den größten Taten Adolf Hitlers zählen.

Wie alles, was für die Jugend getan werde, fei auch dieses Derk auf die Zukunft ausgerüs­tet Die Bedeutung dieses Gesetzes liege vor allem darin, daß nunmehr die jüngere und ältere Generation unseres Volkes in einem großen Derk und in einem großen Gedanken verbunden feien.

In diesem Zusammenhang zeichnete Baldur von Schirach ein eindrucksvolles Bild jener längst über- rounbenen Zeit, da zwischen der jüngeren und der älteren Generation heftigste Auseinandersetzungen tobten, da die Jugend führerlos allen schlimmen Einflüssen und Strömungen preisgegeben mar und die Phantasie jugendlicher Buchleser durch verant­wortungslose Geschäftemacher verderbt wurde. Er sprach über die Zeit der Zersplitterung der deutschen Jugendbewegung, in der jeder eigene Wege ging. Herzliche Worte der Anerkennung widmete Schirach hierbei dem Admiral von Troth.a, dem heuti­gen Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend, der unter den Jugendführern der Nachkriegszeit als die bei weitem bedeutendste erzieherische Persönlichkeit hervorragte. Der Gegensatz der Generationen, den jene Zeit offenbarte, sei heute endgültig über­wunden.

Der Reichsjugendführer ging nun auf das Wer­den der Hitler-Jugend selbst ein. Sie habe sich von jeher dadurch von den anderen Jugend­organisationen im In- und Ausland unterschieden, daß sie schon als kleine Gemeinschaft mit dem An­spruch der Totalität auftrat. Dieser Anspruch bezog sich nicht nur auf die Masse der in Deutsch­land lebenden Jugendlichen, sondern auf alle Tätig­keitgebiete der Jugend im volklichen und staatlichen Leben. Der Reichsjugendführer nannte hierbei ins­besondere die Forderung nach beruflicher Leistung und die berufserzieherische Arbeit, wie sie in den Reichsberufsmettkämpfen zum Ausdruck kam, ferner die Tätigkeit der HI. in der Jugendpflege, im Ju­gendrecht, in der Gesundheitsführung, im Land- bienft Unb vor allem in der weltanschaulichen und körperlichen Ertüchtigung der Jugend. Hier fei be­reits vor dem 1. September 1936 von der Reichs­

jugendführung der NSDAP, eine Arbeit geleistet worden, die unter den neuen Voraussetzungen nur sinngemäß fortzusetzen fei.

Zu der Frage, ob nicht durch bie Schaffung einer Obersten Reichsbehorde bie Gefahr einer Verdüro- kratisieruna der Jugendführung gegeben sei, er­klärte Baldur von Schirach mit Nachdruck:

Dir bleiben, was wir sind. Die aus der na- kionalsozialistischen Kampfzeit und aus der na­tionalsozialistischen Weltanschauung heraus ge­prägten und mit einer stolzen Tradition er­füllten Begriffe werden auch in Zukunft bei be­halten werden. Glauben Sie nicht, daß ich den Ehrgeiz habe, einen riesigen Beamteuapparat aufzubaueu, sondern im Gegenteil, es wird ge­rade mein Ehrgeiz fein, die kleinste deutsche Reühsbehörde zu führen. In der Jugend kommt es vor allem auf die Beweglichkeit der Führung und auf die direkte Verbindung mit der Jugend selbst an. Ich werde daher die Mit- arbeitet meiner Behörde immer wieder mit vor­übergehenden aktiven Führungsaufgaben in der Jugend selbst betrauen. Außerdem werde ich in den nächsten lagen für das gesamte Fübrer- korps die Durchführung bestimmter sportlicher Ausgaben verfügen, die in einem modernen Zehukampf-Programm bereits festgelegt sind. Jeder von uns wird Jahr für Jahr diese sport­

lichen Hebungen wiederholen müssen."

Das Prinzip der Freiwilligkeit soll, wie der Reichssugendführer ausführte, dadurch aufrecht­erhalten werben, daß die vor dem 1. Dezember 1936 in der HI. und im BDM. organisierten Ju­gendlichen zu einer Leistungsgemeinschaft zusammengefaßt werden, in die sich aber auch feder auf Grund des Gesetzes eingegliederte Jugendliche durch Treue und Pflichterfüllung, also durch frei­willige Leistung, hineindienen kann. Ich habe also unter keinen Umständen die Absicht, die Neuem» tretenden als weniger wertvoll zu difffamieren und als etwas Zweitrangiges zu behandeln.

Zur Frage der Führerausbildung teitte Baldur von Schirach mit, daß der Bau der Aka­demien für Jugendführung in München unb Braun­schweig im Winter 1937 fertiggestellt sein werde.

Dort werden diejenigen Jugendsührer, die sich als llnterbannfiihrer in der praktischen Füh­rung der Jugend ausgezeichnet haben, nach ab­geschlossenem Arbeits- und Militärdienst für ein Jahr zusammengefaßt und nach einem weiteren halben Jahr Auslanddienst zur Bannführer­prüfung zugelassen. 2Rit diesem Verfahren werde für das Führerkorps eine wirkliche Aus­lese gewonnen werden können.

In feinen Schlußworten dankte Baldur von S ck i r a ch den deutschen Eltern, die seine bisherige Arbeit ermöglicht hatten und mit deren tätiger Mitarbett er auch in Zukunft Erfolg Haden werde. Als ihr Treuhänder teile er mit allen Eltern ihre Freuden und Sorgen, unb er sei über­zeugt, baß er in ihrem Auftrag hanbele, wenn er bie Jugend der deutschen Nation nach dem gro­ßen Vorbild Adolf Hitlers erziehe.

Ein neuer HKHeuweltrekord eines italienischen Militärflugzeugs.

Das FlugzeugCant Z 506 der italienischen Marine erreichte unter der Führung seines Kapitäns Mario S t o p p a n i (links oben) mit einer Nutzlast von 2 Tonnen eine Höhe von 7831 Meter. Diese Lüftung wurde als internationaler Rekord anerkannt. (Lsiociated-Preß-M.)