Ausgabe 
8.9.1936
 
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Oberheffen

Abwehrwille, Gemeinschaftswllle und Disziplin vereinigt, das ist Lustschuh!

** Der Gesangverein ^Heiterkeit" feierte am Samstagabend sein 58. Stiftungsfest mit einem gut besuchten Kommers im Dereinslokal

Western D i t t m a r und Schneider hergerichtet worden war, zur Verteilung kam, konnte man al­lenthalben hören, noch nie so gut hergerichtetes Hammelfleisch gegessen zu haben. Nach dem Essen blieb man noch lange gemütlich zusammen. Der geschäftsführende Leiter des Ortsverbandes hielt eine kurze Ansprache, in der er auf die Wichtigkeit der Rohstoffgebiete für die deutsche Wirtschaft hin- wies. Alle Besucher wurden aufgefordert, sich mit allen Kräften für die Werbearbeit im Winterhalb- jahr. einzusetzen. Die Veranstaltung wurde in der üblichen Weise geschlossen.

** Dienstjubiläum bei der Reichs­bahn. Am gestrigen Montag, 7. September, konnte der Wagenputzer beim Reichsbahnbetriebswerk Lud­wig Weber aus Leihgestern auf eine 30jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Die Arbeitskameraden ehrten den allseits beliebten Ju­bilar durch die Ueberreichung eines Bildes unseres Führers und eines Sessels, ferner hatten sie seinen Arbeitsplatz mit Blumen geschmückt.

** Straßensperre. Am morgigen 9. Sep­tember wird wegen Ausführung von Gleisarbeiten am Straßenübergang der Bahnstrecke Friedberg- Hungen die Landstroße Bellersheim Treis-Horloff für die Zeit von 6 bis 13 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung er­folgt über ObbornhofenWohnbachBerstadt.

** Zur Richtig st ellung. In unserem gestri­gen Bericht über den Kameradschaftsabend des VDA. muß es bei dem erwähnten Wort des Füh­rers selbstverständlich richtig wie folgt heißen: Volkstum kennt keinen Verzicht auf Volkstum."

Tod aus, so daß die Genossenschaft zur Zeit 411 Mitglieder zählt. Der Geschäftsanteil beträgt 10. Mark, die Haftsumme ist 100. Mark. Das abge­laufene Geschäftsjahr brachte einen erfreulichen Aufstieg; der Umsatz betrug über 100 000 Mark. Es wurde eine Saatgut - Reinigungsmaschine ange­schafft, die von den Mitgliedern eifrig benutzt wird. Die vom Rechner Karl Weiß erläuterte Bilanz schloß mit einem Reingewinn von 748,73 Mark ab. Der vom Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Verteilung des Reingewinns wurde zugestimmt. Das Geschäftsguthaben wird mit 5 v. H. verzinst, der Rest des Reingewinns je zur Hälfte der Be­triebs- und Reserverücklage gutgeschrieben. Hierauf wurde dem Vorstand und Äufsichtsrat Entlastung erteilt. Oberrevisor Hartmann erläuterte dann das neue Einheitsstatut, das von der Versammlung angenommen wurde. Bei der Ergänzungswahl wur­den Johannes Sommer VII. für den Vorstand und Georg Konrad Buß und Karl Hirz III. für den Aufsichtsrat wiedergewählt. Zum Aufsichtsrat kam ferner an die Stelle eines verzogenen Mit­gliedes Karl Hirz II. Im Anschluß an den ge­schäftlichen Teil hielt Herr Fritz als Außenbeam­ter der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft einen Vor­trag. Nach seinen Darlegungen über den Verkauf des Flachses und die zur Aussaat kommenden Ge­treidearten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

D L iich, 6. Sept. Wie schon oft, so waren auch heute wieder fremde Gäste in unserer Stadt zu Be­such. Die Frauenhilfe aus Treis a. d. Lda. war unter Führung des Ortspfarrers Büchner hierhergekommen. Sie beteiligte sich am Morgen­gottesdienst und ließ sich dann die Schönheiten unserer Marienstiftskirche zeigen. Nach dem Mittag, essen im GasthausZum Löwen" begaben sich die Teilnehmer zu Fuß nach Kloster Arnsburg, das be­sichtigt wurde. Während des Nachmittagskaffees setzte starker Regen ein, so daß der Rückweg nach Lich trotz der guten Straße nicht ganz angenehm war. Mit bem Abendzug kehrten die Mitglieder, die z. T. von ihren Männern begleitet waren, in ihre Heimat zurück.

= Li ch, 7. Sept. Die Schulkinder der hiesigen Volksschule unterstützten das Winter- hilfswerk bzw. die NSV. wirksam das Sam­meln von 7 ZentnerAehren. Das Druschergeb­nis betrug 190 Pfund Weizen. Dieser Tage wurden am hiesigen Bahnhof die erstenZwetschen ver­laden. Der Preis war in Anbetracht der reichen Ernte sehr gut; er betrug 5 bis 6 Mark für den Zentner. Die Apfelbäume sind je nach Lage der einzelnen Obstbaumstücke bzw. den Sorten ent­sprechend sehr verschieden behangen, so daß man von einer Mittel ernte sprechen kann. Die Der- steigerungen werden in etwa 2 bis 3 Wochen be­ginnen.

)( Lich, 7. Sept. Gestern nachmittag fand in unserer Stiftskirche im Gottesdienst in Anwesen­heit der Eltern und Paten die feierliche Eröffnung des diesjährigen K o n f i r m a n d e n u n t e r richts statt. Am Schluß des Gottesdienstes traten die Eltern der Kinder an den Altar heran, um sich nach alter Sitte durch Handschlag zu verpflichten, die Geistlichen in jeder Weise zur Erreichung des Zieles des Konfirmandenunterrichtes zu unterstützen Es wurden 23 Knaben und 24 Mädchen aus Lich für den Unterricht angemeldet, dazu kommen noch drei Konfirmanden aus Nieder-Bessingen und vier aus der Erziehungsanstalt Arnsburg.

csd Langsdorf, 7. Sept. Unser diesjähriger Konfirmandenjahrgang zeigt eine merk­würdige Zusammensetzung: unter 23 Kindern be­finden sich nur 4 Buben bei 19 Mädchen. Die Fi­lialgemeinde Bettenhausen gab nur 6 Mäd­chen und keine Knaben. In feierlichem Gottesdienst wurde gestern die Konfirmandenzeit eröffnet. Sie wurde unter das Bekennerwort in Römer 1,16 ge­stellt. Es ist gewissermaßen ein Jubiläumsjahrgang; denn da es urkundlich feststeht, daß unsere Gemeinde im Jahre 1537 evangelisch war, wird man im Jahre 1937 die 400-Jahrfeier des evangelischen Bekennt­nisses begehen können.

Kreis Friedberg.

+ Butzbach, 7. Sept. Die Kriegerkame­radschaftH a s s i a" hielt imDeutschen Haus" ihre diesjährige Generalversammlung ab. Nach der Begrüßung des Kameradschaftsführers, Strafanstaltsdirektor Bausch, gedachte er zu­nächst der im verflossenen Vereinsjahre verstorbe­nen 10 Kameraden, ebenso der bei dem (Brühen-

Führer und Reichskanzler, sowie der Gesang der Nationallieder beschlossen die schlichte, aber er­hebende Feier.

Der Abstieg von der Höhe begann unter strö­mendem Regen, der aber glücklicherweise, je tiefer man kam, nachließ und endlich sogar für einige Zeit der lieben Sonne, von allen freudig begrüßt, das Feld überließ. Unsere Gießener lenkten ihre Schritte nach dem Schwarzbachtal, wohl dem lieb­lichsten Tale des Vogelsbergs, und in diesem ab­wärts zur Mittaqsraft nach Hochwaldhausen. Nach­dem man noch dem anerkannt schönen Fachwerk­bau Oberhessens, der im benachbarten Ilbeshausen liegenden Teufelsmühle, einen Besuch abgestattet hatte, wurde wieder das Auto bestiegen, und in flotter Fahrt ging es, diesmal bessere Aussicht ge­nießend, durch das reizvolle Niddertal über Gedern, Hirzenhain, Lißberg, Ortenberg, Bad Selters nach Nidda, wo der Schlußtrunk genommen wurde. Durch Ansprachen und heitere Vorträge kam auch der Humor zu seinem Recht, und nach genügender Rast fuhr man gegen Abend der Heimat wieder zu.

Gießener Dochenmarktpreife.

* Gießen, 8. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Marken­butter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kartoffeln, kg 4 bis 4% Pf., 5 kg 40 bis 45 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,80 Mark, Frühäpfel, % kg 12 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 6, Birnen, 10 bis 15, Zwetfchen 9 bis 10, Pfir-siche 35 bis 60, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 35 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, En­divien 5 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 10, Lauch 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

aus. Fast jeder Baum mußte gestutzt werden. In der vergangenen Woche wurden öie erst e nZwet- schen im Bahnhof verladen. Für den Zentner wur­den 5 Mark bezahlt. Aepfel und Birnen bringen eine Mittelernte. In unserem Orte wurde wieder ein Fußball-Sportverein gegründet, dem durch die Gemeinde der frühere Sportplatz, der bisher als Wiese verpachtet war, zur Verfügung gestellt wurde.

# Steinbach, 8. Sept. Bäckermeister Johann Deuker und seine Ehefrau Lina, geborene Leu- ning, feiern am morgigen Mittwoch das Fest der silbernen Hochzeit. Das Ehepaar Deuker, das neben der Bäckerei eine Gastwirtschaft betreibt, hat in Steinback) seine Heimat gefunden. Herr D. stammt aus Holzhaufen im früheren Kreise Kirch, yain, Frau D. aus Gießen.

"Y" Watzenborn-Steinberg, 7. Sept. Die hiesige Bäuerliche Bezugs - und Absatz- Genossenschaft hielt am Samstagabend im SaaleZur Krone" ihre ordentliche Jahreshaupt­versammlung ab. Der zweite Vorsitzende des Auf­sichtsrats, Johannes Philipp, leitete die Ver­sammlung. Direktor Konrad Hanack berichtete über den Stand der Genossenschaft im abgelaufe« nen Geschäftsjahr. Am 27. März 1935 erfolgte die gerichtliche Eintragung der Genossenschaft beim Amtsgericht Gießen. Der Mitgliederstand betrug vor der Eintragung 530 Mitglieder; 112 doppelte Mitgliedschaften wurden gestrichen, 7 schieden durch

Brand durch Funkenflug.

* Nieder-Florstadt (Kreis Friedberg), 8. Sept. In der letzten Nacht nach 22 Uhr brach hier in dem Grundstück des Einwohners Jakob Scherer, Horst-Wesfel-Allee wohnhaft, infolge Funkenfluges aus dem Schorn st ein in einem Stallgebäude Feuer aus. Die Flammen ergriffen ra^ das ganze Stallgebäude und dehnten sich van dort auf einen mit Heu und Stroh gefüllten Anbau, weiterhin auf das Wohn­haus aus. Der tatkräftigen Arbeit der Feuer­wehren gelang es, das Wohnhaus zum größten Teil zu retten, jedoch konnte nicht verhindert wer­den, daß ein Teil des Wohnhauses mit einigen Möbeln, der Anbau mit Heu und Stroh und das Stallgebäude den Flammen zum Opfer fielen.

Wer Liebe fät wird Liebe ernten.

CO Lich, 6. Sept. Zu einer Feier eigener Art hatten sich gestern und heute eine große Zahl Frauen und Jungfrauen zusammengefunden, die z. T. aus weiter Ferne herbeigekommen waren. Es handelte sich um die Ehrung einer alten, verdien­en und beliebten Lehrerin. Deshalb waren auch die verschiedensten Altersklassen vertreten.

Einem damaligem Bedürfnis entsprechend ließ sich FrauThusnelda Junker, die vor ihrer Verheiratung als Lehrerin an der Höheren Töchter­schule zu Düsseldorf tätig gewesen war, im Jahre 1905 bereitfinden, für die Töchter hiesiger Familien, die den Wunsch nach erweiterter Schulbildung hat­ten, eine besondere Mädchenschule einzurichten. Sie war vom Hessischen Unterrichtsministerium geneh­migt und stand unter staatlicher Aussicht. War es auch nur eine sog. einklassige Schule, die die Alters­tufen von 10 bis 14 und 15 Jahren umfaßte, so verstand es die verständnisvolle Lehrerin, unter- tützt von Siner Reihe von Hilfskräften aus der Stadtschule, mit Liebe und Hingebung die Schüle­rinnen so zu fördern, daß sie beim Uebertritt in andere höhere Schulen stets Anschluß fanden. Und diese Liebe und Fürsorge haben die Schülerinnen ihrer nun mehr als 80jährigen Lehrerin nicht ver­gessen. Mußte auch in den unteren Schuljahren manchmal hier und da eine Zurechtweisung erfol­gen, die der Betroffenen augenblicklich nicht immer angenehm war, so geschah sie stets mit mütterlicher Liebe nach dem Lutherwort:Der Apfel muß bei oer Rute sein", und spätere Einsicht hat sie als berechtigt anerkannt.

Das zeigte sich am gestrigen Abend in allem, was a ehemaligen Schülerinnen ihren Lehrern, vor allem Frau Junker an Liebe und Verehrung entgegenbrachten. Eingeleitet wurde die Feier durch em gemeinsames Abendessen im GashausZum Löwen', zu dem die alten Lehrer als Gäste geladen waren. Manche frohe Erinnerungen wurden dabei ms Gedächtnis zurückgerufen und ausgetauscht fröhliche Schullieder, z. T. mit neuem Texte, er­klangen, musikalische und poetische Vorträge wech­selten miteinander ab und gemahnten an glückliche Jugendtage. Heute morgen nahmen die alten Freundinnen, deren manche sich seit Jahren nicht mehr gesehen hatten, am Gottesdienst teil, legten dann an den Gräbern der verstorbenen Lehrer ehrende Blumenspenden nieder und unternahmen, teils zu Fuß, teils zu Wagen, einen gemeinschaft­lichen Ausflug nach dem benachbarten Kloster Arns­burg. Nach gemeinschaftlich eingenommenem Kaffee olgten die Teilnehmer einer Einladung der gräf­lichen Herrschaften in den großen Saal des Schlosses, wo sie, durch zwei- und dreistimmigen

Unglück in Bochum umgekommenen Bergleute. Die Versammlung ehrte die Toten in üblicher Weise. Anschließend gab er den Jahresbericht. Die Zahl der Mitglieder ist auf 250 gestiegen. An dem Ge­burtshause des verdienstvollen früheren 1. Vorsitzen­den, Medizinalrat Dr. Vogt, wurde eine Gedenk­tafel enthüllt. Das an der St. Markuskirche gelegene Kriegerdenkmal von 1870/71 wurde ausgebessert. Das Vereinsvermögen ist auf rund 900 Mark an- gewachsen. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden 8 Kameraden, für 25jährige ebenfalls 8 Mitglieder mit schönen Ehrenurkunden und Ehrennadeln aus­gezeichnet. Zum stellvertretenden Kameradschafts- ührer wurde Oberstudiendirektar Dr. Gans, zum 2. Kassenwart Gösch und zum stellvertretenden Schriftwart S t a u b a ch bestimmt. Die Versanmv

Gesang unterhalten, sich noch einer Stunde gemüt­lichen Zusammenseins erfreuten.

Mit großer Befriedigung sahen die Beteiligten auf die wohlgelungene Veranstaltung zurück, die ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Das Ganze: ein Bild echter, wahrer Freundschaft und Volksgemeinschaft, aus früheren Tagen stammend und sich gut in die neue Zeit einfügend vorbildlich und richtungweisend für das junge Geschlecht.

Landkreis Gießen

# Lollar, 7. Sept. Zu einer zweiten Schu­lungstagung hatte unser Obst- und (Barten- bauoerein für den gestrigen Sonntag einge­laden. Nachdem im Vorsommer der Obstbau in der Praxis besprochen worden war, fand nun ein Rund­gang durch die Hausgärten verschiedener Vereins­mitglieder statt, zu der sich eine stattliche Zahl Interessenten eingefunden hatte. Als Leiter der Ver­anstaltung war der Vorsitzende des Obstbauoereins Wieseck, Herr B e p p l e r, gewonnen worden. In einem kurzen Einführungsvortrag wurden die Grundlagen des erfolgreichen Gartenbaues gestreift und dann an Hand von Beetpflanzungen die Dün­gung der Kulturen, die Bodenbearbeitung und Sor­tenwahl besprochen. Es bot sich dabei reichlich Ge­legenheit, die in diesem Jahre besonders stark auf­tretenden pilzlichen Krankheiten aufzuzeigen und die entsprechenden Schädlingsbekämpfungsmittel zu empfehlen. An den Himbeeren fand sich die Ruten­krankheit stark verbreitet, an Weinspalieren und freistehenden Rebstöcken waren es der Meltau und die Peronospora, die mancherorts fast die gesamte Beerenernte vernichtet haben. Auf die Vorteile der Reihensaat, die zur Benutzung neuzeitlicher Gar­tenwerkzeuge die Voraussetzung bildet, wurde hin- gemiefen. Reichlichen Besprechungsstoff lieferte der gartenbauliche Obstbau, ob Hochstamm ober Busch­baum das Gegebene im Hausgarten sei. An Ort und Stelle wurde das Verjüngen der Beerensträucher und der Schnitt der Johannisbeerbüsche und des Formobstes vorgeführt. Auf Fragen aus der Ver­sammlung wurde dann noch auf die Bedeutung des Torfmulls hingewiefen, der, fachgemäß aufbereitet, einen vollwertigen Ersatz für Stallmist darstellt und bei Baumneupflanzungen und Saatbeetherrichtung im fortschrittlichen Gartenbau nicht zu entbehren ist. Auch die Pflege des Komposthaufens wurde dabei berührt, der in keinem Garten fehlen sollte. Nach­dem noch Kulturanweisungen für Herbstsaaten ge­geben und Anfragen von Teilnehmern beantwortet worden waren, schloß der Vereinsobmann Herm. Dietz mit herzlichen Dankesworten an den Rund­gangleiter.

O Kesfelbach, 7. Sept. Die Hosreite des Ar­thur Schönfeld ging durch Kauf in den Besitz des Zirnmerrneifters Heinrich Nachtigall über.

Q> Odenhausen a. d. Lda., 7. Sept. Die hie­sige Witwe Lina Körbächer wurde, als sie eine Kuh im Stalle ankoppeln wollte, von einem der Tiere mit dem Horn in ein Auge gesto -- feen, so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch neh­men mußte. Die Verunglückte wurde sofort in die zlugenninif nach Gießen gebracht und operiert. Man hofft, das Auge erhalten zu können.

» Kroßen-Buseck, 8. Sept. In der letzten Nacht wurden aus einer hiesigen Hühnerfarm durch Einbruch elf Hühner, weiße Leghorn, ein Jahr alt, gestohlen. Die Ermittelungen der Gendarmerie nach dem Täter und dem Verbleib der Hübner sind im Gange.

CD Queckborn,' 7. Sept. Die Zwe tsch eu­er nte fällt in unserer Gemarkung sehr reichlich

Zum SHipkapaß". Der Vereinsführer gab einen Rückblick über die Entwicklung des Vereins, die eine würdige Stätte in der Pflege echten deutschen Volks­tums erkennen läßt. Aber auch die Förderung ge­selliger Unterhaltung lag bei derHeiterkeit" stets in guten Händen, nicht minder traditionell um­schlingen treue Freundschaftsbande die wackere Sän- aerschar und ihre Förderer. Das konnte nicht tref­fender zum Ausdruck kommen als in der Ehrung von zehn verdienten Mitgliedern. Christian Reitz erhielt für 60jährige Sängertreua gewiß ein selte­nes Jubiläum dieser Art eine Franz-Schubert-Pla- fette, für mindestens 25jährige aktive Mitgliedschaft wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt Phil. Hof, Willi Rathenow, Willi Ude, Martin Herr­lich und Rudolf Schickedanz, während die passiven Mitglieder Heinr. Volz, Friedr. Diehl, Wilh. Schütz und Karl Volz für 25jährige un­unterbrochene Zugehörigkeit mit entsprechenden Ehrenurkunden ausgezeichnet wurden. Der mit Ge- langsvorträgen umrahmte offizielle Teil wurde in der Üblichen Weife geschlossen.

** Der Reichskolonialbund, Orts- v erb and Gießen, hielt am Samstag im Ko­lonialheimBurghof" feine Monatsoersammlung ab. Der Besuch war wie man uns berichtet derart stark, daß das neue Kolonialheim fast zu klein war. Dies ist ein Zeichen dafür, daß durch die Gründung des Reichskolonialbundes unter Führung des alten Kolonialkämpfers Ritter v. E p p der koloniale Gedanke erheblich gesteigert wird. Der geschäftsführende Leiter des Ortsverbandes, E. Schneider, gab die Ziele des Bundes bekannt und machte es jedem Mitglied zur Pflicht, bis zu der nächsten Versammlung mindestens ein neues Mitglied zu werben; es müsse in Gießen ein Orts- verband von mindestens 1000 Mitgliedern entstehen, was nicht schwer fei, da in Gießen im Jahre 1926 bereits 280 Kolonialfreunde sich zusammengefunden hätten, in einer Zeit, in der das Verständnis für überseeische Rohstoffgebiete noch nicht so rege war wie heute. Im Anschluß an die Versammlung wur­den die letzten Vorbereitungen für das Hammelessen, das am nächsten Tage stattfand, getroffen. Leider war zu diesem für die Gießener Kolonialbewegung traditionell gewordenenHammelbraten" kein afri­kanisches Wetter, und so mußte die Feier vom Burghofgarten in das Heim verlegt werden. Trotz des schlechten Wetters waren so viele Kolonial- freunde erschienen, daß das Heim überfüllt war. Don irgendwelchen Belustigungen mußte deshalb Abstand genommen werden. Als der gebratene Hammel mit dickem Reis, der von den alten Süd-

Gebt überschüssiges Obst der IlS.-Irauenschast!

NSG. Der Gau Hessen-Nassau ist ein sehr obst­reicher Gau. Wenn man die Landstraßen entlang fährt, so dehnen sich rechts und links lange Reihen von Obftbäumen. Im Herbst kann man überall Fallobst liegen sehen, das vielfach unter den Bäu­men verfault und umkommt. Um die Not im Win­ter zu lindern, hat sich schon im vorigen Jahre die NS.-Frauenschaft, sowie die Abt. Volkswirtschaft- Hauswirtschaft zur Verfügung gestellt, um der NSV. Wintervorräte einzukochen. Viele hundert Zentner Obst, z. T. Fallobst oder auch Obst, das die Besitzer nicht mehr zu verwenden wußten, wurde so verwendet und bedürftigen Volksgenossen im Winter ausgeteilt.

Auch in diesem Jahre hat die Abt. Volkswirt­schaft-Hauswirtschaft, sowie alle Ortsgruppen der NS.-Frauenschaft die Absicht, auf diese Weile zu helfen. Alle Volksgenossen, die überflüssiges Oost in ihrem (Barten haben, oder die kein Interesse an Fallobst haben, werden gebeten, die zuständige Ortsgruppe der NS.-Frauenschaft zu verständigen, die das Obst gern abholt ober in Empfang nimmt. Es darf in diesem Herbst nichts umkommen. Durch die Zusammenarbeit der NS.-Frauenschaft mit der NSV. wird es ermöglicht, allen Volksgenossen Mar­melade zum Winter zu verschaffen.

Oer Tag des deutschen Volkstums.

Am 12. Oktober jedes Jahres feiern die spanisch und portugiesisch sprechenden Völker der ganzen Welt ihrenDia de la raza, den Tag ihres Vol­kes, an dem sie sich, trotz aller Zerstreuung und politischen Zersplitterung, ihrer völkischen Zusam­mengehörigkeit und ihrer gemeinsamen Leistungen mit Stolz erinnern. Stärker als je hat sich auch unter den Deutschen in allen Kontinenten dieses Gemeinschaftsbewußtsein während der letzten Mo­nate offenbart. Zur Olympiade in Berlin strömten neben den fremden Völkern auch die deutschen Brü­der van allen Enden der Erde zusammen, und die sich anschließende Tagung des (Baues Ausland der NSDAP, bewies, welche Stärke und Geschlossen­heit der Nationalsozialismus ihnen draußen gegeben hat. Denn der Ausländsdeutsche steht, wie Reichs­minister Dr. Goebbels in Venedig der deutschen Kolonie erklärte, nicht mehr allein aus Vorposten, sondern er weiß sich mit Stolz als Glied eines star­ken und großen Volkes, und der wirksame Schutz, den die Heimat den Deutschen in Spanien leistete, bewies dieses Wort durch die Tat. Den Geist dieser alle Deutschen der Welt umfassenden Gemeinschaft des Kämpfens und Opferns in einem jeden von uns hier im Reiche wecken und stärken, das soll derTag des deutschen Volkstums", den ganz Deutschland am 2 0. September be­geht. Der VDA., der ebenso wie in früheren Jah­ren die Ausgestaltung des Festes übernommen hat, wird sich dabei nicht auf die Schulen beschränken, die ja in früheren Jahren die Stützen des volks­deutschen Gedankens waren, sondern er wird sich an alle Volksgenossen wenden, zumal ja heute seine Arbeit alle Schichten des Volkes durchdringt. In unserer Stadt wird eine Kundgebung im Theater gipfeln in einer Vorführung auslanddeutscher Kunst, die getragen wird von den künstlerischen Kräften des Stadttheaters, und uns Leben und Kämpfen der Brüder draußen im Spiegel der auslanddeut­schen Kunst zeigen wird.

Familienzusammenkunst des Bezirks- Lehrervereins Sießen-Landvom NSLB.

Einmal im Jahre werden die Arbeitstagungen und geschäftlichen Sitzungen des Bezirks-Lehreroer- eins Gießen-Land unterbrochen, damit bei einer Familienzusammenkunft Unterhaltung und Frohsinn zu ihrem Recht kommen. Diesmal versammelten sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen am Samstag in derBergschenke", um dort einige Stunden in guter Kameradschaft und froher Geselligkeit zu ver­leben. Für abwechslungsreiche Unterhaltung hatte der Vorsitzende des Bezirks-Vereins, Rektor Sieg­fried (Großen-Linden) gesorgt. Er begrüßte zu­nächst die zahlreich Erschienenen, besonders die mit- wirkenden Künstler vom Gießener Stadttheater (die Herren Paul Nieren, Hans Seitz und Gerd Geiger) und betonte den hohen Wert dieser Fa­milienzusammenkünfte, denn rechte Freude könne sich erst in der Gemeinschaft entfalten. Darauf wechselten gemeinsame Gesänge mit heiteren Vor­trägen der drei Schauspieler ab. DerAnsager" Paul N i e r en konnte im Laufe des Tages auch recht zart und humorvoll für das Stadttheater wer­ben. Alle Darbietungen, auch die Dialektvorträge von Rektor Sarnes (Lich) fanden ungeteilten Bei­fall der Versammelten. Bald herrschte die fröhlichste Stimmung. Rektor Siegfried konnte auch Schul­rat N e b e l i n g als Gast begrüßen. Zum Schluß dankte er allen Mitwirkenden, besonders den Her­ren vom Theater. Bis in die späten Abendstunden blieb man dann noch bei Unterhaltung und Tanz zusammen.

BHC. Gießen.

Dem schönen Brauche folgend, der die Mitglieder 1 des VHC. alljährlich im September am Ehrenmal auf der Herchenhainer Höhe zu einer würdigen i Feierstunde zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen DHC.-Brüder vereinigt, lenkte auch der VHC. 1 ©iefeen am Sonntag seine Schritte nach der Ber­geskuppe. Wegen der Vorverlegung der Gedenk- 1 feier waren die Zweigvereine des VHC. gezwun- i aen, ihre vorgesehene Wanderung zu ändern, und : |o fuhren denn in früher Morgenstunde rund 40 Teilnehmer per Auto von Gießen durch das ober- hessische Land über Hungen, Nidda, Schotten, am Großen See und Gedern vorbei hinauf nach Hart­mannshain.

Verhiefe die schon früh erschienene Sonne einen guten Tag, so sollte diese Hoffnung zunächst ent­täuscht werden, denn je höher man kam, um so dichter wurde der Nebel, der im Flachland kaum zu spüren war. Doch tapfer und unverdrossen be­gann die Wanderschar nach kurzer Frühstücksrast ihren Aufstieg über Herchenhain, am Vater Ben­der-Heim vorbei zum Gefallenendenkmal auf dem Gipfel der Herchenhainer Höhe, wo sie als erste ankam und wo sich dann nach und nach die Ab­ordnungen der verschiedenen Zweigvereine, teil- weisL mit ihren Fahnen und Wimpeln, einfanden. Viele vertraute Gesichter aus früheren Zusammen­künften sahen sich wieder und gar manche alte Freundschaft wurde durch einen kräftigen Hände­druck neu besiegelt. Nach der Begrüßung der Er­schienenen gedachte Rektor D e r n-Osfenbach na­mens des Hauptvorstandes unter Niederlegung eines Kranzes in längerer Ansprache mit packen- : den, trefflichen Worten unserer im großen Kriege I gefallenen VHC.-Brüder, von seiner Tochter wir­kungsvoll unterstützt durch den Vortrag zweier vaterländischer Gedichte. Das Lied vom guten Ka­meraden, ein begeistertes Sieg-Heil auf unseren <