Ausgabe 
8.9.1936
 
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Ur. 210 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)

Dienstag, 8. September 1956

er

der

aus-

Der Alfred fischen

Prof. Dr. der Säch- des Deut­

werden Modebilder, Tanz- und Gesellschaftsszenen gezeigt. (Siehe heutige Anzeige.)

Gießener Arbeits­dienst beim Reichs- parteitag.

wurde drei Jahre später Extraordinarius in Greifs­wald, kam 1903 als ordentlicher Professor für klas­sische Philologie nach Basel, und 1906 in gleicher Eigenschaft an die Universität Gießen, wo er bis 1914 wirkte und (1913) auch die Rektorwürde bekleidete. 1914 folgte der Gelehrte einem Ruf nach Freiburg; 1917 ging er von dort nach Leipzig, wo er bis zu seiner Emeritierung wirkte. Von Dörtes wissenschaftlichen Arbeiten seien vornehmlich seine Untersuchungen und Studien über Menander und über die griechische Komödie erwähnt.

Geh. Regierungsrat Professor Dr. Peter Jen­sen, em. Ordinarius für semitische Sprachen und orientalische Geschichte, ist in Marburg an sei­nem 75. Geburtstag geworben. Jahrzehntelang hat er diese Fächer in Marburg vertreten und sich besonders auf dem Gebiete der Assyriologie einen hochgeschätzten Namen gemacht. Seine Sagenfor­schungen haben wichtige Zusammenhänge zwischen den Sagen der Kultur- und Naturvölker aufgedeckt. Bekannt ist auch Jensens WerkDas Gilgamesch- Epos in der Weltliteratur".

Der Führer und Reichskanzler hat den a. o. Professor Dr. Rudolf K ö m st e d t unter Berufung in das bayerische Beamtenverhältnis zum ordent­lichen Professor der Universität Erlangen er­nannt. Mit Wirkung vom 1. April 1936 ab ist ihm die Professur für Kunstgeschichte an der Universität Erlangen verliehen worden.

Dr. phil. habil. Rudolf Buchner in Hamburg wurde zum ordentlichen Professor für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Hamburg ernannt

Die Gießener Arbeits­dienstabteilung, die mit 60 Mann am Reichspar­teitag teilnimmt, auf dem Weg zum Bahnhof.

(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Urlaubsfahrt vom 19. bis 30. September: Allgäu Pfronten.

Zum letztenmal für das Jahr 1936 ins herrliche Allgäu nach Pfronten. Zahlreiche Fahrten find be­reits nach dort unternommen worden. Inmitten der mit ewigem Schnee bedeckten Berge werden die Ur­lauber in dieser wundervollen Landschaft unvergeß­liche Tage verbringen. Die gesunde Bergluft stärkt die Nerven, den Körper, und mit neuen Kräften wer-

hypnotischen Schlummer, aus dem er nach einigen Minuten, wie es schien, sehr erfrischt und lebhaft wie sonst erwachte. Das Experiment, weit entfernt davon, ihm zu schaden, tat ihm augenscheinlich wohl. Seltsam war die allgemeine Muskelentspan­nung und Erschlaffung, die in dem Augenblick ein­trat, ehe der Affe das Bewußtsein verlor. Die Ver­suche mit den Affen waren insofern wertvoll für den Psychologen, als sich erwies, daß die Affen, gleich den Menschen ganz individuell auf den Hyp­notismus regieren, während die niedere Tierwelt

und überdauern viele Geschlechter. Dann brauchen nicht so viele neue Stücke auf den Brautwagen, sondern man ergänzt, vervollständigt, wirft aber nicht schöne Schränke usw. hinaus, nur um für neue Platz zu schaffen. So wie die Geschlechter in Bauernhäusern nur immer das am Anfang oft vor Jahrhunderten begonnene Leben weiterführen, wie sie eine einzige Kette find, die nie abreißen soll, so ist es auch mit ihren Lebensdingen und Notwendig­keiten.

Auch diese gehen ohne allzudeutliche Abgrenzung ineinander über. Da ist es eine Sünde am Ge-

Und das mit Recht. Denn nicht umsonst wird un­ser deutscher Wein in hundert Liedern gepriesen, und wenn demnächst wieder die Patenweine zum Ausschank gelangen, bann wird sich der Wein sicherlich abermals manchen neuen Freund erringen. Oie Verdunkelungsübung in Gießen

Zu der Verdunkelungsübung am morgigen Mittwoch von 21 bis 22 Uhr wird uns von der Polizeidirektion Gießen in Ergänzung ihrer bisherigen Mitteilungen durch die Presse noch berichtet, daß auch die Goethe st raße zwischen Wieseckbrücke und Bahnübergang Schiffenberger Weg in diese Hebung mit einbezogen wird. Das Derdunkelungsgeblet erstreckt sich demnach auf fol­gende Straßen: Am Nahrungsberg, Bergstraße, Hessenstraße, Gartenstraße von der Wieseckbrücke aufwärts, Löberstraße, Bleichstraße von der Wieseck­brücke ab, Gäßchen an der Wieseck entlang zwischen Bleichstraße und Alicenstraße, Alicenstraße von Frankfurter Straße bis Ludwigstraße, Ludwigstraße bis Bahnunterführung, Gnauthstraße Stephan- straße Le sinastraße, Bruchstraße, Henselstraße, Msmarckstraße von der Wieseckbrücke bis Bahn­überführung, Keplerstraße Goethestraße zwischen Wieseckbrücke und Bahnübergang Schiffenberger Weg.__ ______________

zeigt, daß die Hausfrauen nicht weniger als die Mädels den Wert dieser Einrichtung eingesehen haben. Es gebührt vor allem den Hausfrauen gro­ßer Dank, daß sie sich bereitfinden, die Mädels in ihrer Hausgemeinschaft aufzunehmen und in ihnen die Liebe zu wecken zu hauswirtschaftlicher Arbeit. Dazu gehört viel Geduld, denn ein junges Menschen­kind, das eben die Schule verläßt und nie eigene Verantwortung zu tragen hatte, kann sich nicht im­mer so schnell umstellen. Allgemein hört man aber von den Hausfrauen, die einmal ein Mädel ange­lernt haben, daß sie es immer wieder gern tun. Es entspricht ja auch ganz ihrer eigenen mütterlichen Veranlagung, wenn sie ein junges Menschenkind so für seine künftigen Aufgaben vorbereiten können.

Wir geben im folgenden zahlenmäßige Aufstel­lung der Werbung in den Kreisen unseres Gaues, die verdient, veröffentlich zu werden, denn sie stellt einen schönen Erfolg für die Arbeit der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauen­werk dar: Alsfeld 8, Alzey 15, Biedenkopf 10, Bingen 16, Büdingen 5, Darmstadt 31, Die­burg 27, Dillkreis 12, Erbach 3, Gelnhausen 57, Gießen 55, Frankfurt 306, Groß-Gerau 35, Hanau 193, Heppenheim 6, Lauterbach 2, Main­taunus 29, Mainz 30, Oberlahn 25, Oberwesterwald 46, Oppenheim 20, Rheingau 35, Schlüchtern 9, Schotten 10, Unterlahn 89, Untertaunus 15, Unterwesterwald 41, Usingen 13, Wetzlar 12, Wiesbaden 228, Worms 193, Limburg 22.

Auskünfte über das hauswirtschaftliche Jahr er­teilen die zuständigen Arbeitsämter und die Abtei­lung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, die durch die Ortsgruppen bzw. Kreisleitungen der NS.-Frauen­schaft zu erfragen ist.

Sornoti^en.

Tageskatender für Dienstag.

NS:-Lehrerbund, Fachschaft II (Mädchenerziehung), 14.30 Uhr, Vortrag von Fräulein Studienassessor Karola Hirsch (Worms) überVordringliche Fragen der dreijährigen Frauenschule" im Biologie - Saal des Lyzeums.' Gloria-Palast, Seltersweg:Leise kommt das Glück zu dir". Lichtspielhaus Bahn­hofstraße:Drei tolle Tage". Cafe Leib: 20.15 Uhr, Gastspiel des Hellsehers und Zauberkünstlers Bellachini.

Lustige rNoden-Revue im Stadttheater.

Am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr und 19 Uhr, findet eine Modeveranstaltung im Stadt- l theater Gießen statt. Mit Musik, Tanz und Gesang

> Die beutfehe Arbeitsfront

D.N.ö.-oemeinschaftKraft durch freuöe"

Hypnotische Versuche an Tieren.

Im Londoner Zoologischen Garten sind in letzter Zeit Versuche, Tiere zu hypnotisieren, gemacht wor­den, die bemerkenswerte Ergebnisse hatten. Die ersten Versuche beschränkten sich auf Schimpansen, von denen man drei junge Tiere ausgewählt hatte. Zunächst schienen sie ziemlich ergebnislos zu ver­laufen; die Schuld lag aber sicher nicht bei dem Psychologen, der sie unternahm, vielmehr gingen zu große Störungen von den Zuschauern aus, denn für die Ausstrahlung des hypnotischen Willens ist völlige Ruhe und Üngestörtheit die erste Vorbe­dingung. Infolge der allgemeinen Unruhe herrschte unter den Versuchstieren ein bemerkenswerter Mangel an Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit. Ein drei Jahre alter Schimpanse gab Possen zum Besten, die nicht zur Sache gehörten, und erwiderte den Blick des Hypnotiseurs überhaupt nicht. Ein älteres Tier konnte seine Naschsucht durchaus nicht bezähmen und war nicht davon abzubringen, des Wärters Taschen zu durchsuchen, anstatt dem ge­heimnisvollen Glanz des hypnotischen Auges feine Aufmerksamkeit zu schenken. Selbst ein Zauberstab, der in einem glänzenden Ball aus Metall auslief, konnte kein dauerndes Interesse erwecken. Noch der am meisten Zugängliche war Peter, ein sechsjähriger, recht lebhafter Affe, der solch ein kluges Eingehen auf die ernstere Seite der Angelegenheit bewies, daß er drauf in einer Einzelfitzung vorgenommen wurde.

Die Ergebnisse dieses Versuchs waren uber^ raschend, denn der Affe setzte dem ruhigen Blick des Hypnotiseurs kein Hindernis entgegen, und als diese Wirkung noch durch einige magnetische Striche ergänzt wurde, sank er jogleich in einen sanften

den sie zurückkehren. Diese Urlaubstage werden noch lange in Erinnerung bleiben. Der Teilnehmerpreis beträgt insgesamt 46 RM. Anmeldungen können um­gehend noch auf der Geschäftsstelle Gießen, Schan­zenstraße 18, getätigt werden.

Gleichzeitig ist mit dieser Urlaubsfahrt eine F e - rienroanberung während derselben Zeit ver­bunden. Die Wanderung führt von Pfronten über Wertach, Sonthofen, Sigisrenger Horn zur Kemp­tener Skihütte und durch die Breitachklamm nach Oberstdorf. Nach einem Ruhetag in Sonthofen führt der Weg nach Jmmenftadt, über den Gigglstein, durch die Reiter Wanne nach Pfronten zurück. Der Teil­nehmerpreis beträgt für Fahrt einschl. Uebernachtung und Morgenkaffee 31, RM. Verpflegungskosten tragen die Teilnehmer daselbst an Ort und Stelle, entsprechend den in Anspruch genommenen Lei­stungen.

Außer der Urlaubsfahrt ins Allgäu finden noch drei Fahrten statt:

vom 10. bis 18. Oktober 1936 nach Thüringen;

vom 1. bis 6. Oktober nach München zum Ok­toberfest;

vom 21 bis 27. Oktober nach Berlin ;

vom 1. bis 6. Oktober Wanderung in die Bay­rischen Alpen;

vom 10. bis 18. Oktober Wanderung durch den Thüringer Wald.

Zu all den aufgeführten Fahrten können nach wie vor Anmeldungen abgegeben werden.

NSDAP. Ortsgruppe Gießeu-Güd.

Befr.: Zahlung der Hilfskaffenbeiträge für Oktober, November und Dezember 1936.

Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, zahlen ihren Bei­trag zur Hilfskasse für die Monate Oktober, No­vember und Dezember am:

Montag, 7. September, Dienstag, 8. September, Mittwoch, 9. September, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Lokal Tannhäuser", Frankfurter Straße 83.

Wer seiner Verpflichtung gegenüber der Hilfs- faffe nicht bis zum 18. September 1936 nachgekom­men ist, wird bei der Hilfskasfe in München ab­gemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben.

NSDAP. - Amt für Volkswohlfahrk.

Ortsgruppe Gießen-Süd.

Am Montag, 7., und Dienstag, 8. d. M., findet im Bereich der Ortsgruppe GießenSüd die Lebens- mittel-Opferringsammlung durch die NS.-Frauen- fchaft statt. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten.

Betr.: Cebensmittel-Opferring der Ortsgruppe

Gießen-Ost.

Die Sammlung wird am Dienstag, 8., und Mitt­woch, 9. September, von der NS.-Fraueüschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfund­päckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.

Ortsgruppe Gießen-Nord.

Lebensmittel-Opferring.

Am Mittwoch, 9., und Donnerstag, 10. Septem­ber, wird die Pfundsammlung durchgeführt. Die Mitglieder werden gebeten, die Pfundpäckchen be­reitzuhalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorzulegen. Die Päckchen find inhaltlich durch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen.

Von der tlniversiläk.

Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Dozent Dr. Hall von der Universität Freiburg i. Br. ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 mit der Vertretung der Professur für Straf- und Prozeßrecht an der Universität Gießen beauftragt worden.

schlecht und am Volk, wenn man Dinge in das ländliche Leben einfügt, die einer anderen Ge­wohnheit und Art gemäß sind, die das Beste in der ländlichen Familie zerstören, den Raum, der in t:r Mitte stehen soll und muß: die Wohnstube!

1498 Anlemmädchen im Gau Heffen-Aaffau

Ein schöner Erfolg des Deutschen Irauenwerkes.

ein gleichartigeres Verhalten gegenüber solchen Ver­suchen zeigt.

Öochfcbulnorbricbfen.

klassische Philologe Geh. Hofrat

Wer aber hat dasBüfett" ms Haus auf dem Lande gebracht? Wer hat die Wohnstube zerstört? Gewiß: die junge Frau! Aber sie ist nicht allem schuld Nachbars Käthe und Müllers Grete haoen s, wie sollte ich's nicht haben? Das ist das eine. Das andere ist das Wort des Handwerkers: Du mußt ein Eßzimmer haben. Und dann ist er darangegan­gen und hat nach Muster und Katalog ems ge­baut und ist sehr stolz darauf gewesen. Auf ferne saubere Arbeit stolz zu sein, hatte er auch Grund aber daß er so wenig Sinn mehr für Echtheit und Wahrhaftigkeit des ländlichen Lebens hatte, das hat viel verdorben und auf lange Zeit hm das Jr . . rtrtfrknhtnf Sich mpm man

zurückziehen, denn was sollen sie darin tun? Essen tun sie in der Küche, nahe am Herd. Sie haben gar keine Zeit, im Eßzimmer zu essen, dort aufzu- decken, wo man in Gegenwart des fremdenBü­fetts" nicht mit genagelten Schuhen und in Hemds­ärmeln sitzen kann, wo man ganz richtig empfindet, daß ein weißer Kragen und geputzte Fingernagel dazugehören, die sich der Mensch auf dem Lande wirklich nur Sonntags leisten kann, und auch dann hält die gesegnete Erde in Spuren an den Fingern fest: Treue gegen Treue!

Es ist schon etwas sehr Schönes um diese Spu­ren! Ich will nicht mißverstanden sein! Doch ver­lassen wir dasEßzimmer" und gehen wir 3ur Wohnstube! Was finden wir dort? Da steht der große Lehnstuhl für mübegearbeitete Menschen, da ist die Nähecke für die Frau und Mutter, da ist Platz für die spielenden Kinder, da ist die Ruhe für Erzählen und Wohnen. Ein Sofa, vielleicht. Aber etwas steht noch in der Ecke: der Schrank, m dem hinter Glas die schönen Tassen blinken, die er­innern an Kindtaufen und Hochzeiten und aud) an Begräbnisse, an den Besuch von Onkel und Tante, die auch einmal in dieser Wohnstube Kind waren und fort in die Welt fahren mußten, um ihr Brot zu finden. Da ist der breite Tisch, der wärmende Ofen, da hängt der Zeitungshaken an der Wand und der Pfeifenstock, da ist ein Bücherbrett, falls man Bücher liebt. Da ist alles was man sich wünscht zum Wohnen, Blumen und Bilder gehören dahin, und die junge Frau kann wenn sie em Herz danach hat, aus der Wohnstube em Stuck Lebensmitte machen, so schön und behaglich, datz das Glück nicht vom Hause weicht.

Körte in Leipzig, Mitglied , , Akademie der Wissenschaften und _____

scheu Archäologischen Instituts, beging am 5. Sep­tember seinen 7 0. Geburtstag. Körte, 1866 in Berlin geboren, habilitierte sich 1896 in Bonn,

NSG. Seit ihrem Bestehen bemüht sich die Ab­teilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk, die jungen, schulentlassenen Mädchen, bevor sie einen anderen Beruf ergreifen, ein Jahr lang in einen Haushalt zu bringen, um ihnen für ihren späteren Beruf als Hausfrau das nötige Rüst­zeug zu verschaffen.

Die Verantwortung der Hausfrau gegenüber der deutschen Volkswirtschaft ist so groß, daß sie eine gute Schulung und Durchbildung jeder Hausfrau verlangt. Es ist selbstverständlich nicht möglich, jedes junge Mädchen, das später als Schneiderin, im Büro oder im Verkauf seinen Lebensunterhalt selbst verdienen will, zuvor zu einer perfekten Hausfrau auszubilden. Wenn einmal Liebe und Verständnis zur Hauswirtschaft geweckt sind, dann wird die spä­tere junge Hausfrau ihren Weg immer zu finden wissen. Die Bemühungen gehen dahin, jedem Mädel einmal in einer Hausgemeinschaft Einblick zu ver­schaffen in die Pflichten der Hausfrau, den ihr an­geborenen Sinn zu wecken für diesen eigentlichen Beruf jeder Frau. Es ist bereits in den vergangenen Jahren gelungen, auf diesem Wege viele Mädels einem hauswirtschaftlichen Beruf zuzuführen.

Durch die tatkräftige Werbung der Kreisabtei­lungsleiterinnen und Ortsreferentinnen der Abtei­lung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft ist es in diesem Jahre möglich gewesen, 1498 schulentlassene junge Mädchen dem Anlernjahr zuzu- führen. Noch im letzten Jahre betrug die Zahl der Mädels, die in Frankfurt a. M. eine kleine Ab­schlußprüfung über ihre Fähigkeiten, die sie im An- lernjahr erworben hatten, ablegten, nicht mehr als sieben. Daß sich der Gedanke eines hauswirtschaft­lichen Jahres mehr und mehr durchsetzen konnte,

Oie ländliche Wohnstube.

Von Josefa Behrens-Totenohl.

Die westfälische Dichterin, die dieses Jahr durch den westfälischen ßiteraturpreis aus- Xt wurde, erhebt hier die besinnliche Frage nach einer Erneuerung der bäuer­lichen Wohnkultur.

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fang von der Saar, den Caseler Hitzlay von Ruwer, die Mülheimer Himmelsleiter, das Neu- magener Rosengärtchen, oder das Oestricher Len- chen aus dem Rheingau, den Kreuznacher Kröten­pfuhl von der Nahe, das Binger Schwätzerchen oder die Bechtheimer Gotteshilfe aus Rheinhessen, das Forster Ungeheuer aus der Rheinpfalz, den Cauber Backofen vom Mittelrhein, den roten Wal- porzheimer Pfafsenbera von der Ahr oder den frän­kischen Escherndorfer Lump? Schon diese und alle die anderen Namen der Weine machen Appetit.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Verstehen Sie es, Wein zu trinken?

Eine merkwürdige Frage was ist beim Wein­trinken schon zu verstehen? Nun, wir wollen ein­mal sehen. Zunächst muß der Wein kalt fein, nicht wahr? Das ist richtig, aber schon hierbei wird meist der erste Fehler gemacht. Der Wein wird oftmals viel zu kalt getrunken. Die Temperatur des Weines darf sich keinesfalls dem Gefrierpunkt nähern. Die richtige Kühlungsgrenze für unsere gu­ten weißen Weine liegt bei 10 Grad Celsius, für rote Weine bei 15 Grad Celsius. Bei stärkerer Kühlungerschrickt" der Wein und verliert den Duft und die Zartheit seinerBlume".

Der Wein soll auch, wenn er aus der eben ent­korkten Flasche in das Glas gegossen ist, erst einige Augenblicke stehen, damit er sich mit der Lust vermählen" kann. Genießer setzen das Glas sogar zunächst in eine leichte kreisende Bewegung, damit der Wein sozusagen aufgelockert wird und seine ätherischen Oele frei werden. Wenn man nach die­ser kleinen Zeremonie zum Trinken kommt, dann soll man besonders den ersten Schluck nicht allzu rasch und durstig hinunterstürzen, sondern man soll den edlen Saft über die Zunge gleiten lassen, da­mit alle Geschmacksnerven den Genuß in sich auf­nehmen können. Selbst das Geräusch des Schlür­fens ist hierbei unter Kennern erlaubt.

Doch Kenner zu sein, ist gar nicht so einfach. Man muß das Gefühl dafür haben, die Traubensocte, den Boden, die Landschaft, den Jahrgang und die Pflege des Weines beurteilen zu können. Die Preis- würdigkeit und die Güte des deutschen Weines er­möglicht es aber eigentlich jedermann, sich allmählich etwas von dieser Kennerschaft zu erwerben. Die Freude des Genießens wird hierdurch vervielfacht. Man versteht dann die liebevollen Bezeichnungen, die den Weinen gegeben werden: das sie rassig, elegant ober zart, milde, lieblich, rund und mollig, oder aber feurig, kräftig, nervig, stahlig und cha­raktervoll genannt werden.

Auch die Namen der verschiedenen Weine spre­chen bekanntlich ihre eigene Sprache. Was soll man als Beispiel nennen? Etwa den Serriger Vogel-

brac^ß- £ Qnnhß in die Häuser

Wenn mir heute °us dem Land ^^ater kämmen, mo noch eine a ®1 beiden alten leben, dann finden der Küche sitzen.

Leute irgendwo in einer & die es em zwilchen offenstehenden Türen. ^kinfu6böben Lnd aus geht 'N der m° en Mb u ^ller Be­machen es kalt Die Leute M^inm ober

triebfamteit. Um (ic bet IPlel^ auch die Kinder werden ihnen »ugefchoben. w yiten. Und zuletzt im Wege find, fo 9ut ®l a[ten Leute mit ihren kommt es dann, daß eingretfen und Mit-

müden Gliedern bo%^iftcnöorin fitzen, geht X tu. »' «*"

Sw-Ä es ist nicht gut, da von em 1Barum aber noch von einem schonen jn ber Wohn-

sL?'LtL.°Pn? Wohnstube haben^sie^nuht aus der Wohnstube em Eßzimmer in

Eßzimmer, in dem keine v iwn, in dem der

dem sich alle, auch Die 1*»

®oi,n|tUDnn* alle aekann Wohnhaus der Landleute geschädigt Ich weiß, man di- wir noch alle gerann L°on Handwerk nach Bro ginge und

Hausfrau zers g. bie sunqe Frau wird sagen, daß so besonders in Ehz-mmer L-macht^Em d ° langes

Beide irren, wenn wir wieder darau - ausgehen, gute Dinge statt vieler Dinge anzuschasfen. Haben

» . . »orWoYon sie nie ihren Wert