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einer Erhöhung des Brotpreises non 10 o. H. ihre Zustimmung gegeben.

Alles in allem verstärkt sich das Gesamtbild, daß die französischen Preise, die innerhalb der Weltwirt­schaft schon überhöht waren, eine weitere Steige­rung erfahren. Die Ausfuhr ist weiter ge­sunken, so daß sich die Passivität des Außen­handels von 2,7 Milliarden auf 4,8 Milliarden er­höht hat. Daraus erklären sich die Forderungen der exportierenden Wirtschaftszweige an die Regie­rung für eine Besserung der Ausfuhrbedingungen zu sorgen. Andererseits richtet man seinen Blick jetzt stärker auf das Kolonialreich, das man han­delspolitisch enger an Frankreich binden möchte, um sich einen Ersatz für den gefährdeten Außenhandel zu sichern.

Der Fremdenverkehr, der in der Bilanz des Landes immer eine wichtige Rolle spielt, hat ebenfalls schwere Wunden erlitten. Im Jahre 1929 besuchten fast zwei Millionen Ausländer das Land, 1934 waren es nur noch 700 000. Die Unruhen und Streiks haben in diesem Jahre besonders die Eng­länder und Amerikaner aus Paris und von der Riviera ferngehalten. Darunter hat dann auch d i c Pariser Mode, die vom Fremdenverkehr lebt, leiden müssen. Es ergibt sich aus alledem, daß die neue Wirtschaftspolitik noch keine Erfolge aufzu­weisen hat und daß die Lohnkämpfe sich immer wieder erneuern dürften. Dabei ist noch gar nicht abzusehen, wie die Wirkung dieser Politik auf die Staatsfinanzen sein wird. Die Ordnung des Staatshaushaltes gehört zum A und O der franzö­sischen parlamentarischen Weisheit, es ist nicht schwer, vorauszusehen, daß die Kammer es auf diesem Gebiet im nächsten Jahr nicht leicht haben wird.

Ist Stalin stbwer erkrankt?

L o n b o n , 7. Sept. (DNB.)People" bringt einen Bericht seines Pariser Sonderkorrespondenten, der behauptet, Stalin sei so krank, daß er jeden Augenblick st erben könne. Da Stalin unfähig sei, die Regierungsgeschäfte zu führen, hätten a n - dere in der Furcht vor der wachsenden Opposition denSäuberungsprozeß" fortgesetzt. Stalins Krankheit sei der Beweggrund für die Hin­richtung der kürzlich erschossenen 16 prominenten Bolschewisten. Ein Bolschewist, der dem Moskauer Blutbade entronnen sei, habe dem Korrespondenten erklärt, daß es gar keine trotzkistische Verschwörung gegeben habe, sondern daß eben wegen des Zustandes Stalins die Welt und das russische Volk mit diesem angeblichen Komplott hinters Licht geführt worden sei. Stalin habe schon monatelang den Kreml nicht verlassen.

DerM a t i n" berichtet, daß Stalin an einer Angina pectoris leide. Seit zwei Jahren be­reits sei Stalin ernstlich krank und nicht in der Lage, einen entscheidenden Anteil am Staatsleben zu nehmen. Dies fei jedoch nur den obersten kom­munistischen Behörden bekannt. Der Volkskommissar für den Krieg, Woroschilow, könnte der Nach­folger Stalins sein. Die Krankheit Stalins werde

geheimgehalten aus Furcht vor der Links- Opposition, die feit zwei Jahren im Zunehmen begriffen sei und beim Tode Stalins die Absicht habe, sich der Staatsgewalt zu bemächtigen. Vor drei Monaten sei der Gesundheitszustand des Dik­tators so besorgniserregend gewesen, daß die OGPU. alle diejenigen Personen verhaftet habe, die irgendwie in Verdacht gestanden hätten zu der Linksopposition zu gehören.

Am 1. September sei Molotow nach Mos­kau gekommen; gleich nach seinem Eintreffen habe eine Sitzung des Politbüros stattgefunden.

Aus all

Geheimnisvolle Bluttat in präg.

In der Wohnung des ungarischen Militärattaches in Prag ereignete sich eine aufsehenerregende Blut- t a t. Der Chauffeur des Attaches, Bela Szabo, tötete die Wirtschafterin des Attaches, Karoline Wandrestein, durch zwei Schüsse. Der Chauf­feur, der bei seiner Festnahme durch einen Schuß am Arm verletzt worden war, behauptete, wegen eines Mißverständnisses habe die Wandrestein ihn angeschossen und sodann die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Die Getötete war rumänische Staats­angehörige.

Tödlicher Absturz in den Bergen.

In Bergell unternahmen zwei deutsche Touristen, der in Zwickau wohnhafte Arzt Dr. Kurt H a tz k i und sein Schwager, eine Tour über den Cacciabella- Paß. Infolge des schlechten Wetters kamen sie vom Wege ab. Der Arzt stürzte etwa 8 Meter tief ab und wurde verletzt. Während der Schwager Hilfe holte, stürzte der durch Kälte und Nässe völlig erschöpfte Arzt erneut etwa 80 Meter tief ab, wo­bei er den Tod fand. Die Leiche wurde geborgen. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei Kinder.

Schnee in den bayerischen Bergen.

Das Wochenende brachte in den bayerischen Ber­gen Regenfälle, die mit einem starken Tempe­raturrückgang verbunden waren. In höheren Lagen fielen die Niederschläge in Form von Schnee, der auf den Bergspitzen über 2000 Meter Höhe lie­gen blieb.

Schwere Waldbrände an der französischen TNittelmeerküsle.

Die Gegend nördlich von St. Raphael an der französischen Mittelmeerküste wird seit Montag von schweren Waldbränden heimgesucht, die sich infolge des Windes mit großer Schnelligkeit aus­dehnten. Etwa 15 000 Hektar Wald sind bereits ein Opfer der Flammen geworden. Trotz Ein­satzes von Truppen ist es noch nicht gelungen, das Feuer einzudämmen. Der Automobil- und Eisen­bahnverkehr zwischen St. Raphael und Cannes mußte eingestellt werden, da für die Reisenden Lebensgefahr besteht. Fast sämtliche Dillen am Meer sind von den Besitzern geräumt worden. Einige dieser Häuser sind bereits in Brand geraten. In der Umgebung von Cannes sieht man nur noch

Stalin habe teilgenommen und angekündigt, daß er seinen Urlaub vorverlegen wolle. In Begleitung von drei Aerzten sei Stalin aufs Land ge­reist, der Ort sei jedoch aeheimgehalten worden. Die Mitglieder des Politbüros würden in seiner Abwesenheit von den Agenten der KRO. bewacht. Jagoda, der Chef der OGPU., habe außerdem die Chauffeure des Politbüros mit ihm vertrauten Leuten auswechseln lassen. Nur auf besonderen Ausweis könnten die Mitglieder des Politbüros das Gebäude des Zentralkomitees der Partei betreten. 50 Tschekisten bewachten das Haus.

er Welt.

verkohlte Baumstümpfe. Die abgebrannten Wälder gehören in der Hauptsache dem französischen Staat.

Zwei Personen vom Blitz erschlagen.

In Serajewo schlug bei einem Fußballspiel ein Blitz in eine Gruppe von Zaungästen ein, wobei sechs Personen schwer verletzt wurden. Zwei von den Verletzten sind gestorben.

Ein Neger in USA. gelyncht.

In Dalton im Staate Georgia (USA.) lynchte eine wütende Volksmenge einen des Ueberfalles auf eine weihe Frau beschuldigten 21jährigen Neger. Die Menge stürmte des Nachts das Gefängnis, zwang den Wärter, die Zellenschlüssel herauszugeben und schleppte dann den Neger mit. Die Leiche des Negers wurde später an einem Baume hängend aufgefunden. 3. Jahrestagung der Akademie für deutsches Recht.

Der Präsident der Akademie für deut­sches Recht, Reichsminister Dr. Hans Frank, hat die 3. I a h r e s t a g u n g der Akademie auf die Zeit vom 22. bis 24. Oktober d. I. in München festgesetzt. Im Rahmen der Veranstaltung wird die Grundsteinlegung zum Haus deutschen Rechts statt­finden. Die wissenschaftlichen Vorträge werden von den hervorragendsten Sachkennern des In- und Auslandes gehalten. Eine große AusstellungDas Recht", die einen Gesamtüberblick über die Rechts­aufgaben des Nationalsozialismus: Rasse, Boden, Staat, nationale Ehre und nationale Arbeit, wie auch eine geschichtliche Schau der Rechtsdisziplinen in den verschiedenen Ländern zeigen wird, soll den Volksgenossen zugänglich gemacht werden, um da­mit die Volksnähe des nationalsozialistischen Rechts aufzuzeigen.

Der Wiesbadener Schmuckdiebstahl.

Der Wert des von dem Diener Karl Schiff­bauer seiner Herrschaft in Wiesbaden entwen­deten Schmucks beträgt weit über eine Mil­lion Reichsmark. Schiffbauer hat sich am 27. und 28. August in Frankfurt aufgehalten und hier einen Teil seiner Beute veräußert, um in den Besitz von Bargeld zu kommen. Die Frankfurter Lan­deskriminalpolizei hat eine goldene Herrenuhr, zwei schwere goldene Damenuhren, davon eine mit Brillantrosen besetzt, zwei goldene Halsketten und fünf goldene, mit Brillanten besetzte Anstecknadeln

beschlagnahmt. Zweifellos hat Schiffbauer noch weiteres Diebesgut verkauft oder verpfändet, lieber den gegenwärtigen Aufenthalt Schiffbauers ist noch nichts bekannt. Schiffbauer ist etwa 1,72 Meter groß, schlank und gepflegt. Die Haltung ist etwas gebeugt, die Augen sind braun, das blonde Haar links gescheitelt. Auffällig ist an ihm, daß die Au­gen etwas herausstehen. Die Kriminalpolizei bittet alle Personen, die Schiffbauer von früher her kennen, mit ihm am 27. oder 28. August in Berührung gekommen sind, oder über seinen ge­genwärtigen Aufenthalt etwas wissen, um Mit­teilung. Insbesondere werden alle Personen, denen er Schmucksachen angeboten, verkauft ober verpfän- bet hat, aufgeforbert, bies ber Kriminalpolizei in Frankfurt mitzuteilen, ba sie sonst in ben Verbacht ber Hehlerei kommen würben.

Wetterbericht

des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der vom Atlantik vorgestoßene Sturmwirbel liegt heute früh mit seinem Zentrum über Däne­mark. Er brachte uns am Montag eine Zufuhr feuchtwarmer Meeresluft, bie zu verbreiteten Nie- derfchlägen Anlaß gab. Nachmittags setzte aber mit stürmischen, auffrischenben westlichen Winben ber Zustrom kühlerer Meeresluft ein, ber zur Zeit noch anhält unb vor allem in ber Höhe einen starken Temperaturrückgang bis zu 10 Grab ge­bracht hat. Durch ben Sturmwirbel, ber sich in ber Verflachung weiter ostwärts verlagert, werben auch weiterhin feuchte Luftmassen auf bas Festland verfrachtet, so baß ber unbestänbige Witterungs­charakter anhalten wirb, boch wirb sich zwischen ben einzelnen Störungsgebieten roieber besseres Wetter durchsetzen können, bas gegen Wochenenbe weitere Fortschritte machen bürste.

Aussichten für Mittwoch: Deränberliche Bewölkung, mit einzelnen Regenschauern, zwischen- burch Aufheiterung, bei lebhaften westlichen Win­ben Tagestemperaturen um etwa 15 Grab.

Aussichten f ü r Donnerstag: Noch immer unbeständig, zu einzelnen Nieberschlägen ge­neigt, aber nicht durchweg unfreundlich.

Lufttemperaturen am 7. September: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 8. September: morgens 12,2 Grad. Maximum 17,4 Grad; Mini­mum heute nacht 11,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. September: abends 15 Grad; am 8. September: morgens 13,4 Grad. Niederschläge 4,4 mm. Sonnenscheindauer 0,8 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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Gießen (Wartweg 96), den 7. September 1936.

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Gießen (Schillerstr. 9), Annerod, Steinbach, 7. September 1936.

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Der Bürgermeister: Knöpper.

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m. b. H.

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Am Sonntagfrüh verschied nach kurzem Kranksein mein ge­liebter Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel

Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb am Sonntag, dem 6. September, meine liebe Frau

Ich bitte, keine Beileidsbesuche abzustatten Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 9. September, nachmittags 3 Uhr, in der Kapelle des Neuen Fiiedhofes statt

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

Die tieftrauernde Gattin:

Margarethe Steller, geb. Pfeffer.

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