berg. Jedem Volksgenossen schon vertraut durch Bild, Funk und Film — in großartiger Einheit dokumentiert —, so wächst dieses Fest selber allmählich zu einem Sinnbild ins Volksbewußtsein. Hier werden keine ausgeklügelten Theorien und feine raffinierten Methoden von einem Klüngel erörtert und eingepaukt, hier spricht der Führer zu seinen Getreuen, hier spricht er zu den Massen seines Volkes. Hier wächst ohne Zwang oder Klügelei das Bild einer Einheit der Nation zur Reife, jedes Jahr neu, jedes Jahr vollkommener — und doch immer weiter und weiter. Dies ist aber mehr als eine „Paroleausgabe" — dies ist der Jahresring des Wachstums von innen heraus. Dies ist Bereicherung aus dem Inneren und deshelb echte Freude.
Und weil das so ist, nimmt innerlich die ganze Nation Anteil an diesem Treffen der Partei — ist das ganze Volk Gefolgschaft und steht an diesem Feste der Rechenschaft vor seinem Führer.
10000 Arbeiter
Ehrengäste der Deutschen Arbeitsfront.
troffen. Er wird sich etwa drei Tage in Stuttgart aushalten, verschiedene Fabrikbetriebe, das DeutscheAuslandsinstitut und Einrichtungen der Deutschen Arbeitsfront besichtigen.
Erleichterungen in der Kurzarbeiterfürsorge. Berlin, 7. Sept. (DNB.) Die Kurzarbeiter- fürsorge ist durch den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung neu geregelt worden. Dabei ergeben sich wesentliche Erleichterungen im Bezüge der Kurzarbeiterfürsorge. Auch die Unter- st ü tz u n g s l e i st u n g e n , die die Reichsanstalt gewährt, sind teilweise erheblich erhöht, insbesondere für kinderreiche Familien.
Die Betriebe brauchen auch in der allgemeinen Kurzarbeiterunterstützung keine Wartezeit mehr zurückzulegen, bevor Kurzarbeiterfürsorge gezahlt wird. Auch bei einer Unterbrechung der Unterstützung wird keine Wartezeit mehr auferlegt.
Außerdem brauchen die Betriebe bei Kurzarbeit keinen Arbeitsplan mehr beim Arbeitsamt einzureichen; sie können also ihre Arbeitseinteilung den jeweiligen Bedürfnissen besser und schneller anpassen. Der Uebergang von der Unterstützungswoche auf die Doppelwoche wirkt in gleicher Richtung. Er bedeutet außerdem eine Verwaltungsvereinfachung.
Die allgemeine Kurzarbeiterunterftützuna wird nun auch für fünf, sieben, neun und elf Ausfalltage in der Doppelwoche gezahlt. In der verstärkten Kurzarbeiterunterstützung wird bei entsprechendem Arbeitsausfall der Lohn nicht mehr wie bisher nur bis zu 72 Arbeitsstunden, sondern jetzt bis zu 80 Arbeitsstunden in der Doppelwoche ausgeglichen; eine soziale Staffelung nach der Zahl der Familienangehörigen wird dabei aufrechterhalten. Verstärkte Kurzarbeiterunterstützung darf nur in den gewerblichen Betrieben gezahlt werden, deren Gewerbegruppe zu dieser Unterstützung besonders z u g e l a s s e n ist. Es ist anzunehmen, daß die Kurzarbeiterfürsorge in vermehrtem Maße dazu beiträgt, den Gedanken der Betriebsverbundenheit zu stärken.
Jüdische Kapitalflucht aus Oesterreich
Budapest, 7. Sept. (DNB.) Das rechtsge. richtete Blatt „V i r r a b a t" (Morgendämmerung) berichtet aus Wien, daß seit der zwischen Deutsch, land und Oesterreich getroffenen Vereinbarung vom 11. Juli eine zunehmende Abwanderung jüdischen Kapitals aus Oesterreich nach der Schweiz und Frankreich festzustellen fei Die jüdischen Kapitalisten Oesterreichs hätten sich zu einer Art Kartell zusammengeschlossen, um das jüdische Kapital nach dem Ausland zu retten. In den letzten Wochen sollen 56 ausländische jüdische Bankiers in Wien eingetroffen sein, um mit den Wiener Bankiers darüber zu beraten, auf welchem Wege angesichts der geltenden Devisengesetze die Kapitalausfuhr aus Oesterreich möglich fei. Der jüdische Eigentümer eines der größten österreichischen Industrieunternehmen habe bereits sein Aktienpaket einer schweizerischen Gruppe verkauft; auch die jüdischen Haus- und Grundbesitzer seien seit dem 11. Juli bestrebt, ihren Besitz in Bargeld zu verwandeln.
Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Am Reichsparteitag in Nürnberg nehmen 10 000 deutsche Arbeiter als Ehrengäste der Deutschen Arbeitsfront teil.
24 Sonderzüge werden aus jedem Gau 500 Mann nach Fürth bei Nürnberg befördern, wo die Unterbringung in Gemeinschaftslagern stattfindet. Kosten für Fahrt, Verpflegung, Unterbringung und Veranstaltungen werden von der Deutschen Arbeitsfront getragen. Der Urlaub wird für den Großteil von Betriebsführern bezahlt, außerdem werden viele Betriebsführer ihren Gefolgschaftsmitgliedern noch ein Zehrgeld mitgeben. Die Gäste werden in Nürnberg teilnehmen an den Appellen des Reichsarbeitsdienstes, der Politischen Leiter, der SA, an dem großen „KDF"-Dolksfest und an den Vorführungen der Wehrmacht.
Gchlußappett der Ausländsdeutschen.
Erlangen, 7. Sept. (DNB.) Am Montagabend versammelten sich die auslandsdeutschen Parteigenossen im Zeltbau am Puchta-Platz zum feierlichen Schlußappell der 4. Reichstagung der Ausländsdeutschen. Nach dem Einzug der Fahnen erklärte Gauleiter Bohle in seiner Schlußansprache, heute stehe in der ganzen Welt ein im Nationalismus geeintes Auslandsdeutschtum. Heute habe das Deutschtum draußen eine tiefe innere Verbindung zur Heimat und damit fei ein Zustand erreicht, der früher niemals vorhanden gewesen sei. „Nehmen Sie", so führte Gauleiter Bohle weiter aus, „von Erlangen die Ueberzeugung mit, daß Ihre Arbeit draußen gewürdigt wird. Dieser Ueberzeugung hat der Führer in seinem Telegramm an uns Ausdruck verliehen. So wie Sie die Ueberzeugung haben, daß es nichts mehr geben kann, das Deutschland von dem nationalsozialistischen Auslandsdeutschtum trennt, so nehmen Sie die Ueberzeugung mit, daß die deutschen Volksgenossen im Reich unerscbütter- lich zu den Deutschen draußen stehen, ebenso wie wir im Reich die Ueberzeugung haben, daß e i n einziger Block von Ausländsdeutschen draußen vorhanden ist, auf den das Reich sich immer verlassen kann. Bedenken Sie bei Ihrer Arbeit im nächsten Jahr, daß Sie nur ein Ziel kennen dürfen, das Ziel, dem Reich zu nutzen und dem Reich zu dienen. Dieses Reich hat Adolf Hitler uns gegeben. Es ist an jedem einzelnen Deutschen draußen, sich dieses Reiches würdig zu erweisen. Ihr, meine Parteigenossen, Ihr seid im ganzen Ausland die ersten Diener Adolf Hitlers. Nehmt das Erleben von Erlangen und vor allen Dingen das kommende Erleben von Nürnberg mit zurück zu euren Kameraden draußen und erzählt ihnen von dem wiedererstarkten Reich. Zeigt ihnen, daß jeder Deutsche draußen stolz fein kann darauf, sich Deutscher nennen zu können." — Am Spätabend vereinte ein Kameradschaftsabend noch einmal die auslandsdeutschen Parteigenossen.
Neue Schulen in den Grenzländern.
Bayreuth, 7. Sept. (DNB.) Sonntag fanden sich im Hause der deutschen Erziehung sämtliche Gauwalter des NSLB. unter Dem Vorsitz des Reichswalters, Gauleiter W ä ch t l e r , zu einer Arbeitstagung zusammen. Der Reichswalter hob besonders die Stärkung der Grenzlande durch den Bau neuer Schulen in Schlesien und in der bayerischen Ostmark hervor, denen weitere Neubauten in Ostpreußen und Sachsen folgen würden.
Lloyd George ehrt die Toten des Weltkrieges
München, 7. Sept. (DNB.) Lloyd George, der dem Führer in Berchtesgaden einen mehrstündigen Besuch abgestattet hat, legte nach seiner Rückkehr nach München einen Kranz am Kriegerdenkmal vor dem Armeemuseum nieder. In seiner Begleitung befanden sich u. a. sein Sohn und seine Tochter sowie der Botschafter von Ribbentrop und der Münchener Polizeipräsident, Obergruppenführer Freiherr von Eber st ein. Eine große Menschenmenge, die unter Der Hofgartenallee Aufstellung genommen hatte, wartete auf die Ankunft des Gastes, der einen Augenblick auf der Höhe der Freitreppe zur Gruft innehielt, um den Eindruck, den dieses Denkmal auf seine Beschauer macht, in sich aufzunehmen. Lloyd George stieg hierauf in die Gruft hinab und legte zu Füßen des Heldengrabes einen Lorbeerkranz, geschmückt mit Astern und Nelken, nieder. In stiller Ehrfurcht verneigte sich Lloyd George vor dem Denkmal. An dem Kranz war ein Kärtchen mit folgenden Worten, eigenhändig geschrieben, geheftet: „In aufrichtiger Ehrerbietung gewidmet dem Andenken der höchst tapferen Männer, die im Kampf für ihr Vaterland im Großen Krieg gefallen sind. Lloyd George."
*
Der Berichterstatter der „S u n d a y Times" hebt den tiefen Eindruck hervor, den der Besuch beim Führer und besonders die Aufrichtigkeit des Führers auf Lloyd George machten. Lloyd George habe dem Berichterstatter nachher erklärt, daß der deutsche Kanzler ein Mann von großem Verständnis und von einer faszinierenden Unterhaltungsgabe sei.
Ooyd George in Stuttgart.
Stuttgart, 8. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der ehemalige Premierminister L l o y d G e o r g e ist mit seiner Begleitung am Montagabend im Kraftwagen von München kommend in Stuttgart einge
Leon Blum und die Kommunisten.
Sturm gegen das Waffenaussuhrverbot der Regierung.
Slum bleibt fest.
Eine Rede vor den Pariser Sozialisten.
Paris, 7. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Blum hielt vor der sozialistischen Landesgruppe des Departements Seine eine Rede, in der er sich mit den Ereignissen in Spanien beschäftigte. Er erklärte u. a., daß zwischen der Regierung der Volksfront und Vertretern eines Teiles der Wähler der Volksfront Meinungsverschiedenheiten beständen. Er wisse, daß die Aufrechterhaltung der spanischen Republik die Sicherheit Frankreichs und die seiner westlichen Grenzen sowie die seiner Verbindungen mit Nordafrika garantiere. Es besteht kein Zweifel darüber, daß, wenn wir uns auf das internationale Recht stützen, nur d i e legale Regierung das Recht hätte, vom Ausland Waffenlieferungen zu empfangen. Andererseits wurde das internationale Recht es morgen den Regierungen, die dies für angebracht erachteten, erlauben, die provisorische Regierung von Burgos als legal anzuerkennen und diese Regierung ebenso wie die legale Regierung von Madrid mit Waffenlieferungen zu versorgen. Wir sind dazu gelangt, ein internationales Abkommen aufzustellen, in dem die verschiedenen Regierungen sich verpflichten, die Ausfuhr von Kriesmaterial nach Spanien zu verbieten. Hier ist die beste Vorbedingung, um eine Art Neutralität aufrecht zu erhalten. Nun habe ihn eine Abordnung der Gewerkschaften gebeten, eine Politik zugunsten der Madrider Regierung einzuschlagen. Wenn man von ihm verlange, seinen bisherigen Standpunkt aufzugeben, so antworte er: Nein. Er wünsche nicht, seine einmal gegebene Unterschrift zu verraten, ohne den Mut zu haben, sie einfach zurückzuziehen.
*
Die Pariser Abendblätter beschäftigen sich ausführlich mit der Rede Blums am Sonntag.
Der „Temp s" schreibt, man müsse die These der französischen Regierung voll unterstützen. Frankreich müsse seinen Verpflichtungen zur Nichteinmischung treu bleiben. Dies sei das einzige Mittel, den Frieden in Europa aufrecht zu erhalten. Blum habe dies mit Festigkeit und Mut erklärt. Also: Keine offene Einmischung, aber auch keine Zweideutigkeiten. In dieser Angelegenheit stehe nicht nur der Friede, sondern auch die nationale Ebre Frankreichs auf dem Spiel. Die Regierung müsse sich selbst dann fest zeigen und gewissen revolutionären Druckmitteln Widerstand leisten, wenn sie einmal mit einem Teil der hinter ihr stehenden Parlamentsmehrheit nicht übereinstimme. — Auch die „Information" sagt, Blum habe großen Mut bewiesen, um das Wort „non possumus" gegenüber der Drohung gewisser syndikalistischer Mächte auszusprechen. Er sei sowohl seinem Willen, den Frieden nicht beeinträchtigen zu lassen, als auch der Pflicht eines Regierungschefs treu geblieben, seine Politik nicht den mehr oder minder heftigen Druckmitteln irgend einer Gruppe oder einer Partei unterordnen zu lassen.
Tbvrez' Antwort an Slum
Die Kommunisten beharren auf der Aufhebung des Waffenausfuhrverbots.
Paris, 8. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Generalsekretär der kommunistischen Partei, Tho- rez, veröffentlicht in der „Humanitö" einen Artikel, der a l s Antwort auf die Rede des französischen Ministerpräsidenten angesprochen werden kann. Die Arbeiterklasse, so heißt es in dem Artikel, sei davon überzeugt, daß der Sieg des spanischen Volkes, den Sieg der französischen Arbeiter bedeute, und daß eine Niederlage des republikanischen Spaniens die Niederlage der Anhänger des Friedens und der Freiheit in Frankreich und in der Welt bedeuten würde. Alle Argumente und Einwände könnten an der Auffassung des französischen Proletariats nichts ändern, daß d i e Blockade gegen Spanien aufgehoben werden müsse. Für den Frieden, die Freiheit und das republikanische Spanien sei die einige und der Volksfront treue Arbeiterklasse zum Kampfe bereit.
V!um kündigt Einberufung der Kammer an.
P a r i 5, 8. Sept. (DNB, Funkspruch.) In der Pariser Arbeitsbörse fand am Montagabend eine Versammlung d e r Vertreter der Metallarbeitergewerkschaften statt, die sich mit der Auswirkung der Sozialge- s e tz e und besonders mit der Haltung der französischen Regierung gegenüber den Ereignissen in Spanien beschäftigte. Die Gewerschaftsvertre- ter forderten erneut d i e sofortige Aufgabe der französischen Neutralität s- Politik und beschlossen, eine Abordnung zum Ministerpräsidenten zu entsenden. In einer Entschließung wird zum Ausdruck gebracht, daß die Regierung bei der Aufhebung des Waffenausfuhr Verbots gegenüber Spanien auf die Unterstützung von 300 000 Metallarbeitern rechnen könne.
Ministerpräsident Leon Blum hatte nachmittags eine Unterredung mit dem Generalsekretär der kommunistischen Partei, T h o r e z, dem er noch einmal die Haltung der Regierung auseinandersetzte.
Man glaubt zu wissen, daß Blum an das Programm der Volksfront erinnert tjabe, dem sich neben den Kommunisten auch die marxistischen Gewerkschaften angeschlossen hätten, obgleich beide nicht an der Regierung beteiligt seien. Wenn die eine oder andere dieser beiden Gruppen öffentlich ihre Mißbilligung über die von der Volksfront-Regierung unter sozialistischer Leitung durchgeführte Politik zum Ausdruck bringe, so werde die Regierung die notwendigen Schlußfolgerungen ziehen. Der Ministerpräsident soll in diesem Zusammenhang die Absicht geäußert haben, die Kammerzu einer außerordentlichen Sitzung einzuberufen, damit sie als allein befugtes Kontrollorgan Stellung nehmen könne.
Die Michelin-Werke von Streikenden besetzt.
Paris, 8. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der großen Automobilbereifungsfabrik von Michelin in Clermont-Ferrand trat am Montag die gesamte Belegschaft in den Streik und besetzte die Betriebe. Den Anlaß zu diesem Streit gab eine Disziplinär st rafe, die die Direktton gegen einen Arbeiter verhängt hatte. Der Arbeiter war wegen grober Beschimpfung eines Vorgesetzten auf a ch t Tage ausgesperrt worden. Sofort nach der Besetzung der Betriebe wurde die rote Fahne an den Eingangstoren gehißt.
Auch die englischen Kommunisten demonstrieren.
London, 7. Sept. (DNB.) Englische Korn- m u n i ft e n , unterstützt von arbeiterparteilichen und liberalen Vertretern, veranstalteten am Sonntagabend auf dem Trafalgar-Platz am Fuße der Nelson-Säule eine Massensympathiekundgebung für d i e rote Regierung von Madrid. Rund 12 000 Personen, die zum Teil die geballte Faust zum marxistischen Gruß erhoben, beteiligten sich an der Kundgebung. Neben den berühmten Löwen auf beiden Seiten der Nelson-Säule sah man die Flaggen der spanischen Republik zusammen mit der roten Fahne. Eine Geldsamm - lung für „die Opfer des spanischen Ausstandes" erbrachte einen Ertrag von rund 10000 Pfund. In einer Entschließung wurde die englische Regierung aufgefordert, das Ausfuhrverbot für Waffen, Flugzeuge und Munition für die spanische
Regierung sofort aufzuheben. Nach der Kundgebung marschierten die Demonstranten, von mehreren hundert Polizisten zu Pferd und zu Fuß begleitet, zur italienischen Botschaft. Dort überreichte eine Abordnung einen Brief, in dem aegen die angebliche italienische Einmischung in Spanien protestiert wird.
Wie „Daily Herold" meldet, hat das Innenministerium dem französischen marxistischen Abgeordneten Monmousseau die Einreise nach England verweigert, da er gegen die britische Politik der Nichteinmischung in Spanien Stellung genommen habe. Der Abgeordnete war in Dover einaetroffen, um der kommunistischen Kundgebung in London beizuwohnen. Er mußte jedoch unverrichteter Dinge wieder nach Frankreich zurückkehren.
Ser nalionaliflische Vormarsch aus San Sebastian
An der Front von Son Sebastian, 7. Sept. (DNB.) Die Lage an der Nordfront ist für die nationalistischen Truvpen weiter sehr günstig. Unter Außerachtlassung des noch von den Roten besetzten Forts Guadelupe sind die Kolonnen der Angreifer nach der Einnahme Jruns nach Westen abgeschwenkt und haben sich zwischen Jrun und Pasajes mit der vonOyar-
ßehob/'e
San
Rerrferia Puncha
/? uyarzun
•Asfigarraga
Karle zu den neuen Kämpfen in Spanien. (Scherl-Bilderdienst-M.)
zun von Süden aus vorstoßenden Gruppe vereinigt. Gemeinsam führten sie unmittelbar darauf die Einkreisung des Jndustrieortes R e n t e r i a durch, der kampflos besetzt werden konnte, da die nationalen Basken den Ort unmittelbar vor dem Angriff übergeben haben. Daraufhin erfolgte derAngriff auf d i e kleine Hafenstadt Pasajes, wo die rote Miliz sich energisch verteidigte. Nach längerem Feuergefecht konnten die Legionäre in Pasajes eindringen, das nach kurzem Straßenkampf von den Marxisten in wilder Flucht verlassen wurde. Die nationalen Truppen stehen somit vier Kilometer östlich von San S e b a ft i a n. Die nationalistische Südgruppe hat ihre vordersten Stellungen bis auf die gleiche Entfernung vorgeschoben, so daß nach Schließung der von San Sebastian nach Westen zu noch offenen Mitte mit dem Generalangriff auf die Stadt gerechnet werden kann.
Der Sender Tetuan meldet, daß Madrid von mehreren Flugzeugen der Nationalisten überflogen worden sei, die Aufrufe abgeworfen hätten mit der Mitteilung von der baldigen Eröffnung des Angriffes auf die Hauptstadt. Die Bevölkerung sei aufgefordert worden, sich zu ergeben. Diesen Aufrufen seien Karten beigegeben worden, in denen die von den Nationalisten besetzten Gebiete eingezeichnet seien.
Der französische Rösinngskredtt für Polen
Selebies VündniS.
Das Ergebnis der Verhandlungen, die der polnische Generalissimus Rydz-Smigly in Paris geführt hat, ist ein Abkommen technischer und finanzieller Art, das feinem Geiste nach als Belebung des polnisch-französischen Bündnisses von 1923 gekennzeichnet wird. Es hat also nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen politischen Sinn. Die Frage ist nur die, in welche Richtung das neue Abkommen zielt. Daß Polen für die Modernisierung und Ergänzung seines Heeresmaterials die Hilfe französischen Kapitals und französischer Rüstungsfabriken in Anspruch nimmt, kann nicht überraschen. Denn das gesamte polnische Heereswesen ist aufgebaut auf dem Vertrag von 1923, und es hätte eine Umwälzung der ganzen außenpolitischen Situation von größter Tragweite bedeutet, wenn Polen für die Erneuerung seiner Waffen anstelle Frankreichs plötzlich andere Lieferungsländer bevorzugt haben würde. Daß aber mit der Erneuerung der militärtechnischen Zusammenarbeit zugleich auch der Vertrag von 1923 in seiner außenpolitischen, gegen Deutschland gerichteten Zielsetzung verstärkt worden wäre, wie es einige französische Zeitungen darstellen, ist eine bloße Spekulation, die in der gegenwärtigen internationalen Situation keine Grundlage findet. Wenn die Verhandlungen Rydz-Smiglys auch in außenpolitischer Beziehung ein positives Resultat gezeitigt haben, so darf dies nicht in einer Wiederbelebung der mitteleuropäischen Spannungen erblickt werden, sondern höchstens in der Tatsache, daß es dem polnischen General gelungen ist, die Franzosen von der absoluten Notwendigkeit der polnischen
Neutralität nach allen Seiten hin zu überzeugen, d. h. auch von der Notwendigkeit, Warschau aus der verhängnisvollen Automatik des französisch-sowjetrussischen Militärbündnisses yerauszuhalten. Daß Rydz-Smigly in dieser Hinsicht auf wachsendes Verständnis nicht nur bei den französischen Generalstäblern, sondern auch bei den französischen Politikern gestoßen ist, ist in der Tat nicht ganz unwahrscheinlich. Die Vorgänge in Spanien, aber auch die Zuspitzung der Machtkämpfe innerhalb der französischen Volksfront, die Auseinandersetzungen zwischen Blum und den Kommunisten haben bei einsichtigen Franzosen einige Zweifel an dem Wert des Sowjetpaktes aufkommen lassen. Es ist daher nicht richtig, das „belebte Bündnis" in jenem einseitigen Sinne zu deuten, den man dem Vertrage von 1923 zur Zeit seiner Entstehung gab.
Die Abkommen paraphiert.
Warschau, 7. Sept. (DNB.) Wie amtlich mit- geteilt wird, wurde im Anschluß an das Festessen, das Staatspräsident Lebrun in Rambouillet zu Ehren von General Rydz-Smigly gab, ein Abkommen paraphiert, das die technischen und finanziellen Einzelheiten der Zusammenarbeit festlegt, durch die das französisch-polnische Bündnis wiederbelebt werden soll. Das Hauptabkommen betreffe die Finanzierung der polnischen Rü st ungen. Es handle sich, so schreibt das „Echo de Paris", um die Eröffnung eines Kredits von zwei Milliarden., der auf ungefähr fünf Jahre verteilt werden soll und zur Beschaffung modernen Kriegsmaterials bestimmt fei. Man fei der Ansicht gewesen, daß dieses Opfer genüge, um das franzö-


