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Neues für den Büchertisch

oder falsche Eitelkeit, sondern wahrheitsgetreu und echt; und man muß bestaunen, mit welcher Ueber- sicht und klugen Sparsamkeit der weitschichtige und vielverzweigte Stoff aufgeteilt und gegliedert ist, so daß nichts vergessen oder übersehen wurde von dem, was in irgendeinem wesentlichen Sinne dem BegriffHessen" zugehört und dennoch ein durchaus handliches Bändchen zuftandekam. Aber nicht nur wurde der Stoff im Sinne einer Dar­stellung dieses Stiles wirklich ausgeschöpft; er wurde auch so dargestellt und vorgetragen, daß jedermann das Buch leicht, mit Genuß und Verständnis lesen kann, ohne sich durch allerlei wissenschaftlichen Ap­parat beschwert und gestört zu fühlen; daß solche volksnahe Lesbarkeit und Eingängigkeit nicht auf den gediegenen, gründlichen, wissenschaftlich fun­dierten Unterbau zu verzichten braucht, daß also die Darstellung sachlich in jeder Hinsicht hieb- und stich­fest ist, braucht kaum besonders betont zu werden. Von Vaubels Art der Darstellung haben wir übri- aens vor kurzem in einem Vorabdruck aus dem KapitelSprache, Sage und Lied" in derHeimat

Das vierte Vergunglück in den Walliser Alpen.

9n den Walliser Alpen hat sich das vierte schwere Bergunglück im Laufe der letzten Tage ereignet. Die 27 Jahre alte Berta Krauer aus Zürich bestieg mit dem ebenfalls aus Zürich stammenden E. Müller das 4034 Meter hohe Allalinhorn. Sie schlugen da­bei kurz hinter dem Gipfel eine falsche Route ein und stürzten über eine mehr unterhalb nachfolgende Touristengruppe hinweg etwa 400 Meter tief auf den Allalinhorngletscher hinunter. Sie waren auf der Stelle tot.

Eine apinistische Glanzleistung.

Eine alpinistische Glanzleistung vollbrachten vier Touristen aus dem A o st a - T a l, die in einer Rekordzeit von weniger als acht Stunden, die stark vereiste 1500 Meter hohe Nordwestwand der G r i o o l a erkletterten. Für diese erste Besteigung mußten 600 Stufen geschlagen werden, davon 300 in Eis. Die Leistung wird als eine der großartigsten bergsteigerischen Taten der letzten Jahre gefeiert.

Erdrutsch im Kaukasus.

Im Gebiet des Berges Tschegete sind die Berg­dörfer Schiki und Besengi durch einen Bergrutsch dem Erdboden gleich gemacht worden. In der Nähe des Dorfes Schiki wurde ein B e r g - f l u ß verschüttet. An seiner Stelle hat sich ein gro­ßer See gebildet, dessen Tiefe 19 Meter beträgt.

Schloßbrand in England.

Schloß Rye - House nördlich von London, der geschichtlich berühmte Schauplatz des Komplottes, das darauf abzielte, im Jahre 1683 den König Karl II. von England zu ermorden, ist durch eine schwere Feuersbrunst teilweise z e r st ö r t worden. Dabei wurde eine der wertvollsten in England vor­handenen Antiquitäten, das florentinische Prunk-

oolle, manches der großen Allgemeinheit Unbe­kannte darinstehen.

Reich ist Deutschland an Reiseandenken aus Holz. Da Deutschland das Land der Wälder ist, ist das naheliegend. Thüringen, Schwarzwald, Rie- sengebirge, Bayerischer Wald, Alpen lauter Fest­geschenke, Gesundbrunnen und Freudenspender für das deutsche Volk und für den fremden Gast aus Europa oder Uebersee. In dem von mir ausge- dachten Führer über Reiseandenken aus deutschen Landschaften stünden die Erzeugnisse handwerk­licher Schnitz- und Holzarbeit obenan. Es ist eine jahrhundertealte berühmte Gilde Herrgottschnitzer, Krippenschnitzer, Spanschachtelmacher, Löffelmacher, Spielzeugschnitzer, Madonnenbildhauer und noch viele andere die die rauschende Waldseele und die ernste Dergseele in ihren Figuren und Dingen festgehalten und ins Holz gezaubert haben. Auf viefer Liste würden alle Früchte edler deutscher Handwerksarbeit verzeichnet stehen: kleine und große Spieluhren aus dem Schwarzwald, mit wun­dersamem Schlag und humorvollem Zifferblatt, Porzellanmärchen aus Selb und Meißen, die lusti- gen Trachtenhüte und der Bauernschmuck aus Ober- ayern, Schalen aus Untersberger Marmor, Hid­denseer Goldschmuck aus Stralsund, handgeweb­tes Dauernleinen und Gläser aus der bayerischen Ostmark: hier sollen nur ein paar Hinweise auf­leuchten und Wegweiser sein für viele. Doch müs- len Reiseandenken nicht immer ewigen Bestand haben.

Wer in Rostock war und mir eine Flasche Ro­stocker Doppelkümmel mitbringt, soll mir hochwill­kommen sein, Nürnberger Lebkuchen, Königsberger Marzipan, Frankfurter Brenten, Danziger Gold- wasser ich könnte aus Süßem und Scharfem, aus Kernigem und Flüssigem ein ganzes Schla­raffenland deutscher Spezialitäten und- und trinkbarer Eigentümlichkeiten aufzeichnen, so reich und üppig, daß das Wasser im Munde zusammen- fließt.

Die Auswahl an deutschen Reiseandenken ist außerordentlich groß und das Schöne und Richtige zu finden, ist keine Geldfrage, sondern eine Sache der Spürnase, der Geduld und der Liebe zum ech­ten Erzeugnis der Landschaft. Wer das Lebendige sucht, wird auch das Lebendige ernten.

Aus aller Welt.

Ein Vater überfährt fein eigenes Kind.

Ein tragischer Unfall ereignete sich in Karls­ruhe in der Benzstraße. Dort wurde ein 3Vz Jahre altes Kind von einem Lieferwagen überfah­ren und getötet. Das Kind war mit seinem Vater, dem Kraftwagenführer einer Nahrungsmitelfabrik, auf dem Kraftwagen gefahren und auf dem Bürger­steig abgesetzt worden, damit es in die Wohnung zurückkehre. Beim Anfahren des Wagens winkte das Kind noch seinem Vater zu und lief aus uner­klärlicher Ursache in das Hinterrad des schweren Wagens. Die Folgen waren schwere Verletzungen am Kopf, die den sofortigen Tod des Kindes her­beiführten. ______________

bett der Königin Elisabeth vernichtet. Auch zahlreiche andere historische Kostbarkeiten wurden ein Raub der Flammen.

Japanischer Schriftsteller unter dem verdacht der Spionage verhaftet.

Der japanische Schriftsteller und Sachverständige für Sowjetrußland, O h t a k e ist unter dem Ver­dacht der Spionage verhaftet worden. Während seiner Vernehmung unternahm Ohtake einen Selbst­mordversuch, der aber mißglückte. Die Verhaftung erfolgte nach einem Besuch des Schriftstellers in der Sommerwohnung des Sekretärs der sowjet­russischen Botschaft. Da Ohtake bei seiner Verhaf­tung im Besitz von 500 Pen war, vermutet die Po­lizei, daß er gerade wichtige Dokumente an die Sowjetunion verkauft hatte.

68 japanische Fischer im Taifun umgekommen.

Südwestlich von Formosa geriet eine japanische Fischereiflotille, neun Boote mit über 200 Fischern, in einen Taifun. 68 japanische Fischer sollen um­gekommen sein. Aus Formosa zur Hilfe eilende japanische Torpedoboote retteten die übrigen Mann­schaften.

Anruhen auf Madeira.

Auf dem portugiesischen Madeira kam es infolge von Preissteigerungen für Milch und Butter, die kürzlich von der Regierung zum Schutze der Mol­kereiindustrie festgesetzt worden waren, zu Unruhen. Mehrere Personen wurden getötet. Verstärkte Poli­zeikräfte mußten eingesetzt werden. Von der portu­giesischen Regierung sind zwei Kriegsschiffe mit Flugzeugen, Infanterie und einer Maschinenge- wehrabteilung nach Funchal in Marsch gesetzt, um die Ordnung wiederherzustellen und die Rädelsfüh­rer zur Rechenschaft zu ziehen.

Hermann Otto Daubel: Wir Hes­sen! 195 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Karten im Text. Edwin Runge Verlag (Berlin- Neutempelhof) 1936. (222) In der von A. Hillen Zieafeld herausgegebenen BuchreiheDeut­sches 23olr (Schriften deutschen Bewußtseins) be­handelt H. O. Daubel, der unfern Lesern als Mit­arbeiter an derHeimat im Bild" seit langem be­kannt ist, im 6. Bande Land und Leute, Geschichte und Kultur im hessischen Raum. Eine Darstellung dieser Art hat bisher gefehlt und ist gerade heute, zur Zeit derRückbesinnung auf das Stammes- tum als Grundlage deutschen Volkstums nötiger denn je. Ein Buch wie das von Daubel ist in der Tat eineSchrift deutschen Bewußtseins", des Selbst-Bewußtseins im besten und edelsten Sinne: hier haben wir eine Darstellung, auf die ein Be­griff der Renqissance- und Humaniske-Literatur treffend anzuwenden wäre: Vaubels Buch ist ein Hessen-Spiegel, in welchem jeder, der diesem Stamm, dieser Landschaft zugehörig und entsprossen ist, sich wiederfinden kann und muß, ohne Schönfärberei

im Bild" unfern Lesern eine charakteristische Probe gegeben. Auf keine Weise kann wohl das Ver­ständnis für Wesen, Würde und Wert des boden­ständigen Stammestums innerhalb der Volksge­samtheit besser geweckt und gepflegt werden, als mit einer solchen Darstellung, die sachlich und gründ­lich, lebendig und anschaulich das Bild einer Land­schaft samt ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihren Menschen zeichnet; wir glauben, daß im besonde­ren Daubel seine Aufgabe für Hessen ausgezeichnet gelöst hat. Da ist kein Zug im großen Ganzen übersehen: dem Bilde der Landschaft entspricht das innere und äußere Bild der Bewohner (auch die uns heute wichtigen rassischen Merkmale sind ge­bührend berücksichtigt); das hessische Volkstum spie­gelt sich in Haushalt und Tracht, in Sprache und Kunst, in Sitte und Brauch; alsKernlandschaften des Alten" charakterisieren sich Schwalm, Vogels­berg, Hinterland und Westerwald; im KapitelDer hessische Raum" finden sich u. a. die wesentlichen Abschnitte über die Besiedlung, über das hessische Straßensystem und über die hessische Auswande­rung; zurGeschichte im hessischen Raum" gehören u. a. die Darstellungen des Glaubergs, der Chat­ten, der Landgrafen und besonders jenergroßen Möglichkeit" und großen historischen Verantwor­tung, die einst Philipp dem Großmütigen zugefal­len waren. Die Kapitel über das hessische Geistes­leben (Dichter, Denker und bildende Künstler) und über Hessen im neuen Deutschland runden die Dar­stellung ab und führen sie bis unmittelbar an die jüngste Gegenwart heran. Besonders vielseitig und schön ist die Karten- und Bildausrüstung des Buches; eine Zeittafel und eine Ueberficht über das Schrift­tum (die auch die jüngsten Veröffentlichungen einbe­zieht) sind als willkommene Beigaben zu begrüßen. So dürfen wir Vaubels Buch eine recht weite Ver­breitung wünschen in Hessen selbst und vor allem auch über unsere Grenzen hinaus im ganzen deutschen Vaterlande.y

Lili von Baumgarten: Der Weg nach Kythera. Roman. 241 Seiten. Ganzleinen 3,50 Mk. Paul Franke Verlag, Berlin. (98.) Lili von Baumgarten, die kürzlich zusammen mit einer kleinen kameradschaftlichen Arbeitsgemein­schaft Frankfurter Schriftleiterinnen den zweiten Preis im Zeitungsfilm-Wettbewerb der Tobis er­hielt, ist unseren Lesern als gelegentliche Mitarbei­terin nicht ganz unbekannt. Ihr neuer Roman vom Weg nach Kythera ist eine unterhaltsame, besinn­lich-heitere Lektüre. Ein häßliches, junges Ent­lein verwandelt sich in einen schönen, stolzen Schwan. Ein ausgewachsener Tenor wird mitten aus seiner Bühnentätigkeit in einer friedlichen deutschen Residenz heraus entführt und in eine Gegend verschleppt, in der sich für mitteleuropäische Begriffe jener Tage die Füchse gute Nacht sagten. Dieses und vieles andere begibt sich auf Prinzessin Maschas Weg nach Kythera. Toll und abenteuerlich geht es manchmal dabei zu. Aber auch im Erstaun­lichsten steckt ein Stück echtes Menschentum, gesehen mit herzenswarmem geistvollen Humor.

Soldatentag Gießen

Sonntag, den 16. Angnet 19M

Vormittag*:

915 Uhr Antreten aller Kameradschaften mit Fahnen v. d. Markthallen zum Gottes- lenst in der Stadtkirche. Anschließend Ehrung der toten Kameraden von 1870/71 und des Weltkrieges.

Nachmittag*:

14.45 Uhr Abmarsch aller Kameradschaften vom Brandplatz zum Festplatz a. cLWaltfes- Iusl Kameradenehrung. Konzert u. Fest­treiben für Alt und Jung. Feuerwerk und Waldbeleuchtung. Eintritt frei! Kame­raden aus stolzester und schwerster Zeit beweist eure Verbundenheit durch zahl­reiche Beteiligung.

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Neu! Fremdsprachliche Kurzschrift: Eng­lisch und französisch.

Prelle der Kurte: Anfänger Mk. 6., Mit­glieder und Lehrlinge Mk. 4.; Fortbil­dung Mk. 5., Mitglieder u. Lehrl. Mk. 4.; Diktatkurse ermldigte Preise: Mk. 5.- bis 1.-. Eilschriftkurse für Mitglieder koiteiloil

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Preite der Kurie: Anfänger Mk. 6., Mit­glieder und Lehrlinge Mk. 5 ; Fortge­schrittene und Praktiker Mk. 4. bis 3..

Voile Stunden! Anmeldung und Auskunft mündlich oder schriftlich bei Ortsgruppen­führer Graf, Friedensstr. 30, oder bei Schrift­führer Werner, Aul weg 36, bezw. zu Be­ginn des Unterrichts.

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0119 den, Inhalt . Parade im Frühling-Ein Elchkalb torkelt ins Leben - 2m Sommerglühen-Elk. der Schaufler vom Meer Die hohe geit Der kapitalschaufler von Helenawerder Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdune-Elche im Schnee. Der Verfasser ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elchkenner. Sein Leben lang hat er dieser urwüchsige Tier der hei. milchen Landschaft auf der Kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelniederung beobachtet und bietet nun aus seiner umfangreichen Lichtbildsammlung die schönsten Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Full« und Vielseitigkeit. Dah er aber nicht nur einer unserer besten Natur lichtbildner, sondern auch ein autzergewöhnlich begabter Schrift­steller ist, der seine Erlebnisie spannend und unterhaltsam zu berich. ten weih, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln.

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