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schreiben) durch ihre Ortsgruppen für Anfänger, Fortgeschrittene und Praktiker. In sämtlichen Gauen garantieren Gausachreferenten für Kurzschrift und Maschinenschreiben als politisch beauftragte Fach­leute die Einheitlichkeit der Kurzschrift- und Ma­schinenschreibpflege.

Auch der von Fachleuten der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft neu aufgestellte Stundenplan, erfahrene Fachlehrer und Praktiker bieten die Gewähr, daß die Teilnehmer richtige Stenographen und Maschinenschreiber werden. Die Preise sind für die neuen Kurse ermäßigt worden. Die neuen Kurzschriftkurse beginnen am Montag, 31. August, in der Alten Pestalozzischule, Werner- wall 18, die neuen Maschinenschreiblehrgänge be­ginnen am Dienstag, 1. September, in der Oeffent- lichen Handelslehranstalt, Liebigstraße 16. Der ge­naue Stundenplan erscheint in einer späteren Aus­gabe dieser Zeitung. Man beachte die heutige An­zeige.

Gießener Dochenmorktpreise

* Gießen, 8. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, XA kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11X Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römisch­kohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 15 bis 20, gelb 15 bis 25, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 28 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, kg 5 Pf., 50 kg 4,50 Mark, Frühäpfel, kg 20 bis 50 Pf., Falläpfel 7 bis 8, Birnen 20 bis 40, Sauer­kirschen 30 bis 35, Pflaumen 25 bis 35, Zwetschen 35 bis 40, Mirabellen 35 bis 40, Renekloden 35 bis 40, Rüffe 45, Pfirsiche 50 bis 55, Himbeeren 25 bis 30, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 45, Heidel­beeren 20 bis 30, Stachelbeeren 10 bis 15, Johannis­beeren 12 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Sup­penhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 Pf. bis 1 Mark, Salat 5 bis 10 Pf., Salatgurken 1=0 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Ober­kohlrabi 4 bis 8, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

** Lieferungsvergebung. Die Direktion der städtischen Betriebe schreibt in einer Bekannt­machung in unserem heutigen Anzeigenteil die Liefe­rung von Kleidungsstücken für das Fahrpersonal der Straßenbahn aus. Interessierte Geschäftsleute mögen die Bekanntmachung beachten.

** Anmeldung zur Gesellenprüfung. Die Kreishandwerkerschaft Gießen fordert im heu­tigen Anzeigenteil die Lehrlinge aus einer Anzahl Berufe, die im Herbst ihre Lehrzeit beenden, zur Anmeldung zur Gesellenprüfung auf. Näheres ist aus öer Anzeige ersichtlich.

** Wiedersehensfeier des e h e m. IV. ffpäter II.) Hess. 'Batts. Landwebr-Jnf.- Regts. N r. 87. Man schreibt uns: Die zweite Wiedersehensfeier der Kameraden unserer Feldfor- mation findet am Sonntag, 13. September, in Bens­heim a. d. B. imBensheimer Hof" statt. Die Vor­arbeiten für einen schönen Verlauf dieses Treffens sind im Gange. Es soll wie 1934 in Darmstadt ein frohes Wiedersehen werden. An alle Kameraden unseres ehem. Bataillons richten wir die Aufforde­rung, mit ihren nächsten Angehörigen am genannten Tage, zwischen 10 und 11 Uhr, in obigem Lokal sich einzufinden. Kameraden! Gebt diese Nachricht an alle unsere Frontkameraden weiter und sorgt dafür, daß sie alle erscheinen. Anmeldungen oder Anfragen an Vuchdruckereibesitzer Gg. Krapp, Babenhausen (Hessen) erbeten.

Oberhessen.

Oer Reichsautobahnbau im Kreise Gießen.

= Steinbach, 8. Aug. Die Arbeiten an der Reichsautobahn, die von der Gegend der Kreisabdeckerei in der Gemarkung Garbenteich herkommend unsere Gemarkung durchschneidet, wer­den seit etwa 14 Tagen beschleunigt durch- ge führt. Die Linienführung erfuhr noch eine Aenderung. An der Stelle, wo die Reichsautobahn die Straße SteinbachLich kreuzt, so daß das letzte Haus von Steinbach nach Lich zu durch die Autobahn vom Dorfe abgetrennt wird, wird die Reichsautobahn nach dem Dorfe zu verlegt, so daß das Haus des Zimmermanns Wilhelm Weber jedenfalls abgerissen werden muß. Das Haus wurde vor vier Jahren neu errichtet. Augenblick­lich wird in zwei Schichten gearbeitet. Zu bestimm­ten Stunden hört man die Sprengschüsse, und be­sonders Sonntags kommen die Leute von nah und fern und betrachten die Fortschritte der Arbeit. Eine Bohrmaschine bohrt die Sprenglöcher, Loren, gezogen von Feldlokomotiven, befördern die Erde an die Stellen, wo aufgefüllt werden muß, und ein auf einen Raupenschlepper aufmontierter Rarn- mer befestigt die herbeigeschaffte Erde. Wie man hört, ist geplant, in drei Schichten zu arbeiten, rocn<i die Lichtzuführung fertig ist. An der Kreis­straße LichGarbenteich, die für den Verkehr ge­sperrt ist, hat ein Unternehmer aus Bad Homburg eine Kantine für die Arbeiter errichtet.

Laadhause nbruch im Doge sberg.

c» Ulfa, 7. Aug. In diesen Tagen wurde in die Jagdhütte der Jagdteilhaber Georg R e u ß und Karl Frick, Friedberg, zum drit­ten Male eingebrochen, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, der frechen Einbrecher hab­haft zu werden. Die Diebe müssen mit dem Bau der Hütte, sowie den Gewohnheiten ihrer Besitzer genau Bescheid gewußt haben, sonst hatten sie es wohl nicht gewagt, jetzt mitten in der Zeit der Reh- bockjagd den Einbruch zu verüben, da die Jäger jeden Augenblick eintreffen konnten. Bei dem Dieb­stahl haben es die Täter in der Hauptsache auf Klei­der abgesehen. Hoffentlich gelingt es den Bemü­hungen der Gendarmerie, die Spitzbuben zu fassen.

Canöfrpi« (Ziehen

§ Lollar, 7. Aug. Die Bautätigkeit in unserem Orte kann in diesem Sommer als recht rege bezeichnet werden. Neben einer Anzahl Neubauten werden verschiedene Renovierungsarbeiten ausge- führt. So erneuert man gegenwärtig die (ehemalige Buderussche) VillaLahnperle", die sich in sehr verwahrlostem Zustande befand, zunächst von außen. Dem Vernehmen nach plant der jetzige Eigentümer, ein Darmstädter Bankhaus, das geräumige Haus so umzubauen, daß einige Kleinwohnungen entstehen. Dies würde einen weiteren Schritt zur Verminde­rung der bei uns immer noch herrschenden Woh­nungsknappheit bedeuten.

> Daubringen, 8. Aug. Heute feiert die Witwe Christine Hartmetz,' geb. Zinn, in gei­stiger Frische ihren 8 0. Geburtstag. Frau Hartmetz ist die zweitälteste Einwohnerin und ein­zige Kriegsrenten-Empfängenn unseres Dorfes,

deren Mann als Kriegsveteran aus dem Kriege 1870/71 Kriegsrente empfing. Als Geburtstags­geschenk erhielt sie aus diesem Grunde von der Reichskriegerfürsorge eine Geldspende zugewiesen.

ch Odenhausen, 7. Aug. Die Frau des hiesigen Stationsvorstehers Stroh verletzte sich beim Frühstückschneiden so unglücklich im Auge, daß das Augenwasser auslief. Sie mußte sofort der Augenklinik in Gießen zugeführt werden. Wenn keine Komplikationen eintreten, hoffen die Aerzte das Auge zu erhalten. Gestern wurde im hie­sigen Hofgut ein seltener Vogel gefangen, der vollkommen matt war. Es handelt sich wahr­scheinlich um den sog. Küstenschnäbler.

Kreis Friedberg.

LPD. Friedberg, 7. Aug. In der Frank­furter Straße, in der Nähe des Wasserturms, wurde gestern abend ein Radfahrer, der gegen ein Auto gefahren war, in die Windschutzscheibe des Kraftwagens geschleudert. Der Radfahrer kam mit schweren Kopfverletzungen in das Bür- gerhospital, wo er nach kurzer Zeit v e r st a r b.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Königsberg, 7. Aug. Für früher bezoge­nes Los Holz wurde den hiesigen Ortseinwohnern bisher ein Betrag von rund 1300 RM. aus der Ge- meindekasse bar aus bezahlt. Dieser sog. Ge­meindenutzen ist jetzt auf Veranlassung der Aufsichtsbehörde aufgehoben worden, weil es sich um eine nicht mehr zeitgemäße, insbesondere mit den jetzigen Vorschriften für die Finanzgebarung der Ge­meinde nicht mehr vereinbare Einrichtung handelt. Da sich die Errichtung eines zweiten Sch ul s aal es und einer zweiten Lehrerdien st wohnung als ein dringendes Bedürfnis herausgestellt hat, soll von dem durch die Aufhebung des Nutzens zur an- derweiten Verfügung freigewordenen Betrag von 1300 RM. eine Summe von 1000 RM. zur An­sammlung einer Rücklage für die vorgenannten Zwecke Verwendung finden. Der Restbetrag von 300 Reichsmark soll der Erneuerungsrücklage für die elektrische Lichtanlage zugeführt werden.

Frauen im Lustschuh.

Die Zahl der im Luftschutz tätigen Frauen nimmt beständig zu. Sie werden nicht nur als Laienhelfe­rinnen bei Verletzten Verwendung finden, sondern auch als Angehörige der Hausfeuerwehr oder der Luftschutzgemeinschaft. Da im Ernstfall nur sehr wenig Männer in der Heimat zur Verfügung stehen, muß in zahlreichen Fällen die Frau als Luftschutz­hauswart einspringen und die Verantwortung für die Abwehrbereitschaft der Hausbewohner auf sich nehmen.

Auf den ersten Blick könnte es scheinen, als werde der Frau eine zu große Last aufgebürdet. In der Tat gibt es viele Männer, die rundheraus erklären, daß die Frau für die ihr im Interesse der Volks­gemeinschaft zugedachten körperlichen und seelischen Aufgaben gar nicht in Frage kommen könne. Diese Männer befinden sich in einem großen Irrtum.

Was die deutsche Frau in Notzeiten zu leisten vermag, hat sie in den Jahren des großen Krieges in einer Weife gezeigt, die jeden, der den heroischen Einsatz beobachten konnte, mit Achtung und Bewunderung erfüllte.

Es ist kein Zweifel, daß auch in Zukunft die Frau schweigend und selbstverständlich ihre Pflichten in der Front des Lu'< Putzes erfüllen roirb.

Schließlich ist entscheidend, angesichts der Gefähr­lichkeit von Fliegerangriffen nicht die Frage, ob die

Frau die geforderten Leistungen vollbringen kann; entscheidend ist allein, daß sie rechtzeitig und zweck­mäßig ausgebildet wird, um in der Stunde der Gefahr verantwortungsbewußt und ihrer selbst sicher die Führung einer Hausgemeinschaft überneh­men zu können. Sicherlich ist die praktische Durch­führung nicht immer ganz einfach. Die berufstätige Frau ebenso wie die Mutter haben Tag für Tag ein gerüttelt Maß Arbeit zu leisten, und es fällt mitunter nicht leicht, sich an die neuen Pflichten zu gewöhnen.

Aber welche Wnller wird ernstlich zögern, alles kennenzulernen, was einmal zum Schuhe ihrer Kinder notwendig fein wird?

Wir leben in einer harten und bewegten Zeit. Die Völker Europas sehen den neuen Anfang des deutschen Volkes, den wir allein dem Führer und Reichskanzler verdanken, mit geteilter Freude. So ist es stets gewesen. Drum müssen wir uns wapp­nen! Die Zeiten, in den die Männer den Krieg in Feindesland trugen und die Heimat unbesorgt um kriegerische Einfälle ihrer Arbeit nachgehen konnte, sind endgültig vorbei. Jedes Dorf, jede Stadt un­seres Vaterlandes ist im Ernstfall bedroht und des­halb müssen auch die Frauen frühzeitig im Frieden in die Front des Luftschutzes eingereiht werden.

Die Reichspost stellt Ingenieure für Fennnel-edienst ein

Für die zahlreichen und umfangreichen Betriebe ihres Fernmeldewesens stellt die Deutsche Reichs­post alljährlich eine große Zahl junger Ingenieure der Elektrotechnik insbesondere der Fernmelde­technik als Anwärter für den gehobenen mittleren Beamtendienst ein. Da das Nachrichten­wesen der Deutschen Reichspost infolge der geogra­phischen Lage Deutschlands und wegen seiner zahl­reichen Ueberseeverbindungen von größter zwischen­staatlicher Bedeutung ist, müssen an die Beamten dieser Laufbahn große Anforderungen gestellt werden.

Ihr Arbeitsgebiet ist deshalb auch ungewöhnlich groß und vielseitig. Für rein technische Aufgaben wird ein verhältnismäßig kleiner Teil dieses Per­sonals benötigt; der weitaus größere ist im Auf- sichts- und Betriebsdienst eingesetzt oder nimmt die Verwaltungsangelegenheiten des Fernmeldebetrie­bes wahr.

Die Beamten werden, damit sie all den Aufgaben sowohl auf den Sonderg"bieten der Fernmeldetech­nik und des eigentlichen Betriebsdienstes, wie auch für den Verwaltungsdienst gewachsen sind, noch längere Zeit besonders ausgebildet und nachge­schult. Hierbei kann aber nur auf einer guten Vor­bildung aufgebaut werden. Von den Anwärtern muß neben besten technischen und guten Sprach­kenntnissen eine ausreichende Allgemeinbildung ver­langt werden, besonders, da sich mit den zahlrei­chen, diesen Beamten später zu übertragenden Ver­waltungsstellen meist eine sowohl in wirtschaftlicher

wie personeller Hinsicht bedeutende Verantwortung verbindet.

Für die Einstellung kommen daher Bewerber in Betracht, die u. a. das Reifezeugnis für die Ober­sekunda einer öffentlichen höheren Lehranstalt oder ein gleichartiges besitzen. Die Bewerber müssen fer­ner zwei Jahre in Betrieben der elektrotechnischen Industrie mit gutem Erfolg praktisch gearbeitet und das Reifezeugnis einer höheren technischen Lehr­anstalt in der Fachrichtung Elektrotechnik erwor­ben haben. Die Anstalt muß in der Reichsliste der höheren technischen Lehranstalten, deren Reifezeug­nisse zum Eintritt in die Laufbahn des gehobenen mittleren technischen Dienstes berechtigen, aufge­führt sein.

Berücksichtigt werden nur Bewerber, die arischer Abstammung und vollkommen gesund sind und Ge­währ dafür' bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten. Frische, sportgestählte Männer, die den Gedanken der Volks­gemeinschaft in sich ausgenommen und ihn auch be­reits in die Tat umgesetzt haben, werden bevorzugt.

Die Bewerber dürfen nicht über 28 Jahre alt sein. Während der zweijährigen Vorbereitungszeit erhalten sie zunächst einen Entgelt nach Vergü­tungsgruppe VI Grundvergütungssatz I des Reichs- Angestelltentarifs.

Nähere Auskunft erteilen die Reichspostdirektio­nen. Gesuche von Bewerbern, die die vorstehenden Aufnahmebedingungen nicht erfüllen, sind zwecklos.

Oer Sternenhimmel im August.

Ein Komet kommt uns nahe!

Von Or Erwin Ko sinna.

Im Mai entdeckte der amerikanische Liebhaber­astronom Pc! ier einen Kometen, der sich vom Stern­bild Cepheus langsam in die Kassiopeia bewegte. Mit der Annäherung an die Sonne und die Erde stieg seine Helligkeit bis zur fünften Größe, so daß der Komet Ende Juli auch mit freiem Auge ge­sehen werden konnte. Er wandert jetzt sehr rasch in südlicher Richtung durch die Sternbilder Pegasus und Wassermann zum Steinbock und konnte noch bis zum 6. August günstig beobachtet werden. Am 4. August überschritt er den Himmelsäquator nahe dem Stern Alpha im Wassermann, am 5. August ist er in Erdnähe gelangt. Sel.i Abstand beträgt dann nur 25 Millionen Kilometer. Im Feldstecher er­scheint der Komet wie ein Nebelfleck. Der Schweif ist über einen Grad lang, aber sehr lichtschwach. Die Beobachtung des Kometen wird zwar durch Mond- licht erschwert, wer aber über ein kleines Fernrohr oder ein lichtstarkes Fernglas verfügt, wird die Bahn des Kometen bei günstigen Luftverhältnissen ver­folgen können.

Am Abendhimmel leuchtet als weitaus hellster Stern der Planet Jupiter nahe dem rötlichen An- tares im Skorpion. Bis zum 11. August wandert Jupiter scheinbar auf Antares zu, dann beginnt er wieder rechtläufig, also ostwärts fortzuschreiten, erst langsam, dann schneller. Dieses scheinbare Hin- und Herpendeln des Planeten ist eine Perspektive Folge der Bewegung unserer Erde um die Sonne. Geaen- wärtig ist Jupiter ein Stern, von der Größe (Hellig­keit) minus 2,0. Sein machtvoller Glanz nimmt nun langsam ab, da wir uns von ihm entfernen. Der Abstand Jupiters wächst im Laufe des Monats von 690 auf 754 Millionen Kilometer, wird also täglich um zwei Millionen Kilometer größer. Rund 40 Mi­nuten ist das Licht unterwegs, um die Entfernung Jupiter Erde zu überbrücken. Anfang August geht Jupiter eine Stunde nach Mitternacht Ende des Monats bereits um 23 Uhr unter

Gegen 21 Uhr erscheint im Osten der Saturn im Sternbild der Fische als Stern erster Größe. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Monats noch etwas zu und erreicht dann diejenige von Atair im Adler

(Größe 0,9). Saturn ist annähernd doppelt so weit von uns entfernt wie Jupiter und nähert sich uns im August von 1326 Millionen Kilometer Abstand auf 1294 Millionen Kilometer, welche Strecke der Lichtstrahl in 72 Minuten zurücklegt. Die aus zahl­losen kleinen Körperchen bestehenden Saturnringe haben gegenwärtig eine solche Lage, daß wir ge­rade auf ihre Außenkante blicken. Bei ihrer sehr ge­ringen Dicke von weniger als 100 Kilometer er­scheinen die Ringe daher auch in großen Fernrohren nur als feiner Strich. Mars bewegt sich aus dem Sternbild Zwillinge in bas Bild des Krebses; er ist demnach kurze Zeit vor Sonnenaufgang am öst­lichen Horizont zu sehen. Merkur und Venus blei­ben unsichtbar.

Am Fixsternhimmel erscheinen bereits während der Abenddämmerung Wega in der Leier als blau­weißer Stern nullter Größe nahe dem Zenit und der fast ebenso helle gelbe Arktur im Bootes am Südwesthimmel. Wenn es nach 22 Uhr völlig dunkel geworden ist, bemerken wir in klaren mondlosen Nächten die Milchstraße, die von Südsüdwesten in Zwei Armen, der linke aus dem Schützen, der rechte aus dem Skorpion, steil zum Zenit emporsteigt. Hier im Schwan, dem Kreuz des Nordens, vereini­gen sich beide Arme zu einem hell schimmernden Band, das wir über Cepheus und Kassiopeia bis zum Perseus und Fuhrmann verfolgen können. Die hellsten und schönsten Sternwolken befinden sich im Schwan, im Adler und im Schild des Sobieski. Be- sonders die kleine, aber Helle Schildwolke zwischen Adler und Schütze ist ein Schmuck klarer Spätsom- !Y.e,r?.a^te' ^ätzt ihre Entfernung auf 9000 nl(Lf cl^re $u- 10 Billionen Kilometer und die

Zahl der in ihr vereinigten Sonnen auf über eine Million.

Am linken Rande der Milchstraße sehen wir neben dem Adler das kleine Viereck des Delphin und zwischen Adler und Schwan die Lichtpunkte des Pfeils. Im Osten sind nun schon die Herbststern­bilder heraufgekommen. An den aus einem großen Sechseck und einem Quadrat bestehenden Pegasus schließt sich die Sternreihe der Andromeda, unter

der Dreieck und Widder leuchten. Nahe dem südöst­lichen Horizont finden wir die Tierkreisbilder Stein­bock, Wassermann und Fische. Tief im Norden funkelt Kapella, der Hauptstern des Fuhrmanns. Der Große Wagen steht westlich vom Polarstern und schon erheblich tiefer als dieser. Den Raum zwischen Wega und Arkturus nehmen Herkules und die nördliche Krone ein Im nördlichen Teil des Herkules bilden vier helle Sterne ein Trapez, an dessen rechter Seite wir den großen Kugelstern- Haufen als matten Lichtfleck wahrnehmen. 35 000 Jahre muß der Lichtstrahl wandern, bis er von dort zu uns gelangt. Am südwestlichen Horizont neigen sich Waage und Skorpion dem Untergänge zu.

In der Zeit vom 10. bis 13. August ist eine Häufung von Sternschnuppen zu erwarten, die scheinbar aus dem Perseus ausstrahlen und daher Perseiden genannt werden. Man beobachtet den Perseidenschwarm am besten nach Mitternacht. Der neue Stern, der Mitte Juni an der Grenze von Cepheus und Lacerta aufflammte, ist Ende Juli unter die 6. Größenklasse herabgesunken und mit freiem Auge nicht mehr sichtbar.

Nundiunkproaramm

Sonntag, 9. August.

6 Uhr: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. 7.50: 9. Tag der XL Olympischen Spiele: Programm­durchsage. 8: Sonntägliche Musik. Dazwischen: Schwimmen 200-m-Bruststil-Frauen-Zwischenläufe. Wasserballspiele. 9: Sonntagmorgen ohne Sorgen. 10: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Ringen. Grie­chisch-römische Entscheidungen, Bantamgewicht-Ent­scheidungen, Federgewicht-Entscheidungen, Leicht­gewicht-Entscheidungen. Olympische Segelregatta. Regattabericht vom StartschiffNajade". Regatta­berichte aus Kiel. 12 bis 13: Musik am Mittag. Da- Öen: Olympische Siegertafel 1896 bis 1936. 13:

: Platte (Schallplatten). 14: Unterhaltungs­musik. Dazwischen: Regattaberichte aus Kiel. J5: Blasmusik. Dazwischen: Hochsprung-Frauen-Entschei- düng. 4 X 100-m-Staffel-Entscheidung, 4 X 100-m» Starfel-Frauen-Entscheidung, 4X400-m-Staffel-Ent- scheidung. Schwimmen: 100-m-Freistil-Frauen-Zwi- schenläufe, 100-m-Freistil-Endlauf. Wasserspiele. 16: Der Marathonlauf bei den XI. Olympischen Spielen 1936. Staffelhörberichte von der Strecke. Einlage: Marathonlauf. Heroische Musik von Herbert Windt. (Uraufführung.) 18: Robert Gaden spielt. Dazwischen Funkberichte vom Stadionrennen in Hoppegarten. 19: Olympia-Echo: 9. Tag. 20:Die Fledermaus", Operette von Johann Strauß. Funkbearbeitung: Heinz Pauck. 20: Nur Deutschlandsender: Musik am Abend. Dazwischen: Ringen. Griechisch-römische Ent­scheidungen. Fechten: Degen-Einzel-Ausscheidung. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Tanz und Unterhaltung. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Allerlei Tänze aus Opern.

Wonlag, 10. August.

5.50 Uhr: Wetterbericht. 6: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. Dazwischen: 6.30 bis 6.45: Früh- Gymnastik (A. Glucker) und 7 bis 7.15: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 10. Tag der XI. Olym­pischen Spiele: Programmdurchsage. 8 bis 13: Unter­haltungsmusik. Dazwischen: 100-km-Straßenradren- nen. Start-, Strecken- u.Zielbericht. Schwimmen: Kunst- springenEntscheidung, 4 X 200-m-Staffel-Vorläufe. Wasserballspiele. Regattaberichte aus Kiel. Dazwi­schen: Olympische Siegertafel 18961936. 13: Mili­tärmusik. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei von zwei bis drei! 15: Unterhaltungskonzert mit den Kapellen Franz Hauck und Waldemar Haß. Dazwi­schen: Schwimmen: 100-m-Freistil-Frauen-Endlauf, 400-m-Freistil-Vorläufe. Wasserballspiele. Boren: Ausscheidungskämpfe. Fußballspiel. Handball-Aus­scheidungsspiele. Hockey-Ausscheidungsspiele. Ziel­bericht von der Olympischen Segelregatta. 18: Blas­musik. 19: Olympia-Echo: 10. lag. 20: Kurznach­richten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Alte und neue Tanzmusik. Dazwischen: Fechten: Degen-Einzel. Boxen: Ausscheidungskämpfe. 20.45 bis 21: Deutsch­land baut auf:Der Staat als Förderer des Sports". 21:Herakles", Oratorium von G. F. Händel. Ein Querschnitt durch die Festaufführung in der Dietrich- Eckart-Freilichtbühne. 22: Wetter- und Tagesnach­richten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Die Kapelle Franz Hauck spielt. 23: Deutsches Volksliederspiel für vier Singstimmen und Klavier von jvrmrmn Zilch"r. 23.30: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 0.50 bis 1: Intermezzo. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 661: Anordnung V 6 der lieber- wachungsstelle für Waren verschiedener Art. Zweite Bestandsmeldung für Fasern und Borsten. 662: Anordnung ZV 3 über die Herstellung baumwoll­haltiger Wirk- und Strickwaren. Erhöhung des Bei- Mischungszwangs auf 16 v. H. 663: Abschluß eines Warenabkommens mit Litauen. 664: Be­kanntmachung KP 176 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 665: Wir machen besonders den Einzelhandel auf die Leip­ziger Herbstmesse vom 30. August bis 3. September 1936 aufmerksam. Prospekte liegen bei uns vor. 666: Brasilien; Anstauung alter Forderungen in dritter Währung. 667: Weitere Erleichterungen beim Versand non Rechnungen als Geschäftspaviere. 668: In Düsseldorf findet vom Mai big Oktober 1937 die große deutsche AusstellungSchaffendes Volk" statt. Schirmherr der Ausstellung ist der Preußische Minifterpräsid-'nt und Generaloberst Her­mann Göring. Ziel der Ausstellung ist, das schaf­fende deutsche V"lk bei seiner Arbeit und der Ge­staltung seiner Umwelt zu zeigen. Ein Besuch wird märmft^ns em^bpn Nähere A'"^k"nft bei der Kammer. 669: 16. Schweizer Messe in Lau­sanne vom 12. bis 27. Sentember 1936. 670: Eine Vereinbarung mit Belgien zur Leipziger Herbstmesse 1936. 671: Wir machen auf die in her Zeit vom 18. bis 24. September 1936 statt­findende und von der Deutschen Arbeitsfront in Oberursel veranstaltete Außenhandelaschulunas- woche aufmerksam. Vrospekte stehen zur Verfügung. 672: Die Aufteilung der rumänischen Einfuhr- kontingente für das dritte Vierteljahr 1936.

OporfdtnfKraft durch Freude".

Heute folgende Kurse:

Reichssportabzeichen, Frauen und Männer: Don 17.30 bis 1'9 Uhr, Universitäts- sportplatz am Kugelberg. Neuanmeldungen nimmt der Sportlehrer vor Beginn der Uebungsstunde ent» geaen.

Schwimmen, Anfänger und Fortge­schrittene: Von 18 bis 19 Uhr, Frauen und Männer, Schwimmbad, Kesselbach.

Morgen: Tennis: Vor 8 bis 9 und von 9 bis 10 Uhr, Städtische Tennisplätze am Schützenhaus.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen.

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