Ausgabe 
8.6.1936
 
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Nr. 130 Dritter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Montag, 8. Zuni 1936

Ein großer Tag der oberhessischen SA. in Gießen.

Sporttag der SA.-Brigade -147/Oberhessen. Der größte SA.-Aufmarsch in Gießen nach der Machtübernahme.

Unsere oberhessische SA. hatte am Samstag und Sonntag bet chrem großen Brigade^Sporttaa ein Pech mit dem Wetter, das schlechterdings nicht mehr übertroffen werden konnte Aller Optimismus, der nach den Gewittern vom Donnerstag auf besseres Wetter für Samstag und Sonntag hoffte, wurde vollkommen zuschanden; am Samstagmitt'ag und »nachmittag folgte ein Gewitterregen nahezu dem andern auf dem Fuße, so daß schon die Eröffnunas- kundgebung am Samstagabend ungünstig von dem trostlosen Wetter beeinflußt wurde, und der gestrige Sonntag war erst recht eine sehr feuchte Angelegen- heit denn vom frühen Morgen bis in den Abend hinein regnete es nur einmal, nämlich ununter- vrochen Kein Wunder, daß unsere SA.°Männer mit dieserAnteilnahme" des Wettergottes an ihrem Sportfest ganz und gar nicht zufrieden ®ren' denn diese anhaltende Tätigkeit der himm- lischen Gießmaschine tat bedauerlicherweise dem in sorgsamster Art vorbereiteten SA.-Tag in mancher- Ei Hinsicht erheblich Abbruch. Trotzdem hoben un- lere SA.-Manner keinen Augenblick den Mut fin- tcn lassen; mit forscher Kraft und großem Schneid 8Ts si°, d>e Erfüllung ihrer Ausgaben, die nach dem Urteil aus berufenem Munde vortrefflich bewE-gt wurden, f° daß Aktive und Beobachter ihre Freude an dieser selbstlosen Arbeit der SA- Manner im Dienste ihrer hohen Pflicht haben konnten. Schade nur, daß bei dem Schand-Regen- w-tter die Menge der Besucher aus der Bevölke- rung nicht groß war, wie man sie bei gutem Wetter bestimmt hatte antressen können. Aber alle diese Cinschränkungen der Hoffnungen galten für bte Sa^anncr nicht, sie hielten in gewohnter Weise durch, waren mit Eifer bei der Sache, und konnten denn auch von ihrem Gruppenführer am Sonntagnachmittag hören, daß ihre ausgezeichnete Haltung und ihre vorbildliche Pflichterfüllung trotz des sehr schlechten Wetters vollste Anerkennung sanden. Und so wurde dieser Sporttag der Brigade 147/Oberhessen m unserer mit Fahnen geschmück­ten Stadt trotz viel Regen und viel Dreck ein starker Erfolg, erkämpft im Geiste der alten SA.

Die Gepäckmarsch-Mannschaft von 12/R 116 passiert Launsbach. Während der Führer der Mannschaft eine Meldung niederschreibt und abgibt, nehmen die Kameraden beim Weitermarsch einstweilen den Tornister mit

(Aufnahmen (6|: Photo-Pfaff, Gießen.)

bilbung und körperlichen Ertüchtigung erfolg­reich vorangeschritten sei.

Der Redner wünschte dem Sporttag einen vollen mfür die SA. und damit für die Bewegung.

iefem Wunsche grüße er in kameradschaft­licher Verbundenheit die SA.

Nunmehr spielte der Musikzug schneidig zwei Fanfarenmärsche mit Kesselpauken, die von den Hörern mit stürmischem Beifall aufgenommen wur­den. SA.-Kameraden der Standorts Gießen zeigten anschließend hervorragende Leistungen im Boden­turnen, wobei man an Hand der sauber ausgeführ­ten vielseitigen Darbietungen einen hohen Stand der körperlichen Ausbildung feststellen konnte. Die Menge folgte den Vorführungen mit gespanntester Aufmerksamkeit und dankte den erfolgreichen Bo­denturnern mit Recht durch stärksten Beifall

Sodann fesselte eine Chor-Aufführung unter Leitung von Musikzugführer Herrmann das In­teresse der Besucher in hohem Maße. Mehrere hun­dert SA.-Männer fangen als Massenchor die wuch­tigen SA.-LiederDie Welt gehört den Führenden" undDeutschland, heiliges Deutschland", anschlie­ßend das neue, von dem Gießener Komponisten Paul B u ch w a l d in packenden, mitreißendem Ton­satz komponierte MarschliedImmer marschieren, nimmer verlieren, immer im gleichen Schritt". Da­zu gab der Sturm 47/116 des Obertruppführers Schulte die symbolhafte Gestaltung in einem un­unterbrochen über einen Bühnenaufbau durchgeführ­ten Marsch, der die Musik und den Gesang mit dem straffen Rhythmus in gestaltendes Leben über­trug und dadurch der ganzen Aufführung zu dem erreichten starken Erfolg verhalf. Um Die künst­lerische Gestaltung der ganzen Darbietung hat sich der Führer des Sturmes 16/R 116 Kurt Richter in Gemeinschaft mit dem Musikzugführer Herr­mann sehr verdient gemacht. Starker Beifall der großen Besuchermenge dankte allen Mitwirkenden dieser prächtigen Aufführung.

SA.-Gruppenführer Veüerle

Die Lröffnungskundgebung.

Am Samstagabend fand in der Volkshalle die Eröffnungskundgebung statt, zu der sich eine große Menschenmenge emgefunöen hatte. Der Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Musikzug- führer Herrmann eröffnete die Kundgebung mit einem schneidigen Militärmarsch. Danach folgte unter dem Kommando von Standartenführer Lut­ter das Einbringen der Feldzeichen der Standar­ten 116, 222 und 254, sowie der Sturmfahnen der SA.-Stürme. Hierauf sprach

Vrigadesührer Schmidt

Er begrüßte die Ehrengäste, unter denen sich auch Generalleutnant O ß w a l d mit zahlreichen Offizie­ren der Gießener Garnison befand, insbesondere den SA.-Gruppenführer B e ck e r l e. Dann gedachte er der Toten, die für Deutschland gefallen sind, während die große Versammlung sich erhoben hatte, die Standarten und Fahnen sich senkten und die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Wei­ter hob der Brigadeführer hervor, daß dieser Sport­tag die erste große Veranstaltung der SA. in Gie­ßen nach der Machtübernahme darstelle. Er gedachte der Zeit vor fünf Jahren, als die ganze oberhessische SA. mit 600 Mann in Gießen antrat, um hier die Macht der Bewegung zu dokumentieren, da der schwere Kampf in Gießen in der Kampfzeit den vollen Einsatz der SA erforderte

Wie damals die S2L stets einsatzbereit für den Führer marschierte, so werde sie allezeit einsatz­bereit sein im Gedenken an Deutschland und an seinen Führer Adolf Hitler.

Das solle auch dieser große Sporttag dokumentie­ren, an dem die SA. zeigen werde, daß sie in har­ter Arbeit bestrebt sei, ihren Körper und Geist zu stählen, um stets auf der Höhe zu sein und stets für das Deutschland Adolf Hitlers antreten zu kön­nen Wenn auch der Wettergott bisher ein sehr un­günstiges Wetter für einen Sporttag gebracht habe, so werde die SA. trotzdem ihre Pflicht tun bis zum letzten

Der Musikzug der Standarte 116 unter der Lei­tung des Musikzugführers Herrmann brachte nun in gewohnter feiner Weise die Fantasie aus Rheingold" zu Gehör und erntete dafür mit Recht den herzlichen Dank der Versammlung.

Kreisleiter Dr. Hildebrandt

hieß hierauf die von auswärts bereits eingetrof­fenen Kameraden zugleich auch im Namen des aus­wärts in Anspruch genommenen Oberbürgermei­sters der Stadt Gießen herzlich willkommen Ins­besondere begrüßte er den Gruppenführer Beckerle und Brigadeführer Schmidt, sowie die SA.-Männer, die sich am Sonntag im sport­lichen Wettkampf messen würden. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dieser Sporttag der Brigade 147 in Gießen stattfinde, weil dadurch die Gießener Bevölkerung wieder einmal Gelegenheit habe, ihre Verbundenheit mit den politischen Sol­daten des Führers zum Ausdruck zu bringen.

Ls werde eine Freude sein, bei diesem Sport­tag sehen zu können, wie die SA. in stiller und zielstrebiger Arbeit weiter in der Aus­

sprach nunmehr zu der Versammlung. Er würdigte zunächst die große Bedeutung des Sporttages und die damit verbundene Erinnerung an die Kampf­erlebnisse der oberhessischen SA. mit ihrer reichen Tradition, sowie die starken Eindrücke des Wieder­sehens alter SA.-Kameraden aus der Kampfzeit. Dieser Tag dürfe aber nicht nur der Freude des Wiedersehens gewidmet sein, er müsse auch eine Stunde der ernsten Besinnung bringen. An diesem Tage vollende sich ein gewisser Abschnitt in der Ge­schichte der Brigade 147 und beginne ein neuer Abschnitt, ein Wendepunkt, der zu ernster Selbstprü­fung und Selbstbesinnung Anlaß gebe. Wie das bei jedem einzelnen Menschen in solcher Lage selbstver­ständlich sei, so insbesondere auch bei den SA.° Männern, die in ernster Pflichtauffassung und unter einem tiefen Verantwortungsgefühl leben. Deshalb laute an diesem Tage der' Brigade 147 auch die Frage, ob der jetzt abschließende Abschnitt der Ent­wicklung der Brigade 147 günstig und erfolgreich war, ob der SA.-Mann seine Pflicht getan und die ihm obliegenden Aufgaben treu und zuverlässig er­füllt habe. Bei dieser Frage wenden sich die Blicke der SA.-Männer Oberhessens natürlich in die Ver­gangenheit, um die Entwicklung der Geschichte der oberhessischen SA. zu überprüfen.

Gruppenführer Beckerle lenkte die Aufmerk­samkeit seiner Hörer, insbesondere seiner SA.- Männer, nun auf drei wichtige Abschnitte der Ge­schichte. Er erinnerte zunächst an die Entstehung der SA. am 4. November 1921 durch die große Saalschlacht in München, in der die 46 Saal­ordner Adolf Hitlers den Terror von rund 800 Marxisten brachen und mit diesem Erfolg nicht nur den erfolgreichen Abschluß jener Versammlung sicher­stellten, sondern auch den Grundstein zur SA. I legten, da der Führer in Anerkennung dieser ge-

Nach dem Kampfballspiel: In der Mitte Brigadeführer Schmidt.

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Gruppenführer Beckerle spricht bei der Paradeaufstellung.

Bom Eexäckmacsch zurück; Meldung vor der Vollotzalle.

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Vorbeimarsch vor dem Gruppenführer (im Auto stehend).

waltigen Leistung dem Saalschutz die ehrenvolle BezeichnungSturm-Abteilung" (SA.) verlieh.

Am 4. November 1921 begann der ständige Einsatz der SA., Einsatz folgte auf Einsatz, un­zählige Tage des Kleinkrieges, des Saalschutzes, der Wundpropaganda, des Schuhes der Auf­märsche und Versammlungen. Schwer war der Kampf, Opfer häuften sich auf Opfer, aber alle dienten immer wieder der Fahne des Führers, wenn auch Grabhügel um Grabhügel die Warfchstrahe der SA. säumten.

Der Redner wies mit wenigen zahlenmäßigen An­gaben auf die Entwicklung der SA. hin und er­innerte insbesondere auch an den unsterblichen Sturmführer Horst Wessel. Er betonte weiter, daß der Kampf der SA. aber nicht nur gegen links geführt werden mußte, sondern auch gegen das rechtsstehende und das liberalistische Bürgertum. Dieser Kampf der SA. fand seinen Abschluß am 3 0. Januar 1933.

Es habe keine größere Anerkennung für die SA. gegeben als die, daß der Führer an diesem Tage die Berliner SA. durch das Branden­burger Tor marschieren lieh als äußeres Zei­chen des Sieges der gesamten SA. Deutschlands.

Sodann erinnerte der Gruppenführer an das unvergeßliche Frvnterlebnis des großen Krieges, an den unbekannten einfachen

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Beim Ballonschießen am Schießstand der Reserve.

Frontsoldaten. Er wies dabei auf die Ehrung bin, die zuerst in den Ländern der einstigen Krieas- gegner dem unbekannten Frontsoldaten durch Die Bereitung des National-Ehrenmals bereitet wurde, während sich in Deutschland, das in jener Zeit von Öen Marxisten beherrscht wurde, niemand fand, der den unbekannten deutschen Frontsol­daten ehrte und seine Tradition zu vertreten wagte. Erst der Führer war es, der die hohen soldatischen Eigenschaften, die im Schützengraben geboren wurden, wieder aufleben ließ und sie in seine SA. verpflanzte.

Die SA. war es, die die Tradition des unbe­kannten Frontsoldaten ehrte, indem sie ihre Standarten nach den Rummern der alten ruhm­reichen deutschen Regimenter benannte, die über­all für den Wehrsport eintrat und den Dehr- gedanken predigte. Die SA. wird auch in Zu­kunft die Arbeit unserer Wehrmacht überall un­terstützen und überall für sie eintreten und den Dehrgeist stärken.

In diesem Zusammenhang gab der Gruppenführer der besonderen Freude der SA. darüber Ausdruck, daß Generalleutnant O ß w a I ö mit zahlreichen Dffi- Zieren als Vertreter der Wehrmacht diesem Abend der SA. beiwohne.

Im dritten Abschnitt seiner Ansprache behandelte der Redner die Einstellung zum Staats- ßedanken. Er wies in großen Strichen auf die individualistische und die universalistische Gedanken­welt hin und stellte ihr aus der deutschen Geschichte der früheren Jahrzehnte die Tatsache gegenüber daß immer wieder bie deutsche Jugend für die Einheit der Nation und für die nationalen Belange des deut­schen Volkes eintrat, sich jedoch damals gegen Die liberalistische Auffassung nicht durchsetzen konnte.

Erst der Führer Hal die Einheit des deutschen Volkes herbeigeführt, und nun war es die Auf­gabe der SA, alle deutschen Menschen zu dieser Einheit in der geistigen Einstellung hinzuführen.

Hierbei galt es wiederum, sich einzusetzen und Opfer 3U bringen, jeder mußte denselben Einsatz leisten, bis dieser geistige Umbruch von der SA vollzogen und durchgeführt wurde.

Aus diesem Rückblick sei es für die SA. aber auch notwendig, neue Richtlinien für die Zukunft mitzu- »ehmen. Die Durchführung dieser großen Aufgaben der SA. war nur möglich auf der Grundlage von drei Faktoren:

Vertrauen, Kameradschaft und die national- sozialistische Einstellung.

Immer hatte die SA. restloses Vertrauen zu i h r e m F ü h r e r , dem sie den Treuschwur ge­leistet hat, den sie halten wird bis zum letzten. Die Kameradschaft ließ immer alle SA.-Män­ner Hand in Hand gehen, gleich, welchen Beruf einer hatte, und es wird in der SA. immer gleich bleiben der Gedanke der Kameradschaft. Die n a tionalsozialistische E i n st e l l u n g war stets die erste Richtlinie der SA., die immer mit beiden Beinen in der Partei stand, und so wird