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Nr. 130 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Abschied von Generalleutnant Wever.
Generaloberst Göring rüst dem toten Generalstabschef Dank und Gelöbnis der Lustwaffe nach
Berlin, 6. Juni. (DNB.) Vom Reichsluftfahrt, mimftenum wehen die Reichskriegsflaqaen auf Halbmast. Der Fliegertod hat den Generalstabschef der Luftwaffe, Generalleutnant Wever hinwea- gerafft. y
„Die hohe Halle des Ehrensaales ist durch die ver- hängten Fenster in gedämpftes Licht getaucht. In der Mitte der (Stirnfront breitet ein mächtiger Reichsadler aus blaugetönter Keramik feine Schwingen. Unter diesem Symbol des neuen Deutschlands steht der Sarg, mit der Reichskriegsflagge bedeckt. Auf ihm liegen Stahlhelm und Degen des Der- ftorbenen, vor ihm, hinter leuchtend, weißen Blu- men, das Ordenskissen. Sechs Generale der Reichsluftwaffe halten die Ehrenwache. Zu beiden Seiten des Sarges reihen sich, ebenfalls mit Trauerflor verhangen, die Truppenfahnen der Luftwaffe an während auf der linken Seite des Saales das Offb Ziers- und Unteroffizierskorps des Geschwaders „General Wever" Aufstellung genommen hat.
Unter den Trauergästen sieht man das Reichs- fabinett, Reichsleiter der Partei, die Militärattaches der auswärtigen Missionen, die Amts- und Abteilungschefs des Reichsluftfahrtministeriums und die Befehlshaber sämtlicher Luftkreiskommandos mit ihren Stäben. Um 11 Uhr erscheint der Führer, geleitet von Generalfeldmarschall v. Blom» berg und Generaloberst Göring. Der Führer tritt zum Sarg und grüßt den Toten mit erhobener Rechte. Dann spricht er der Witwe des Verstör- benen sein Beileid aus. In die Stille klingt der Trauermai sch aus Beethovens „Eroica". Dann nimmt
der Feldbischof der Wehrmacht, D. Oohrmann,
das Wort zu einer Gedenkansprache. Einer der besten Söhne unseres Volkes ist uns durch jähen Tod entrissen. Unersetzlich ist sein Verlust nicht nur für die Seinen, nicht nur für die Luftwaffe, deren Generalstabschef er war, sondern auch für die gesamte Wehrmacht, ja, für unser Volk und Vaterland. Er hat ein Soldatenleben vollendet, das emporwuchs auf dem Boden unseres alten Heeres, das sich formte an der Seite eines der größten Feldherrn aller Zeiten, das sich gestaltete in der schweren Front des Dienstes in Krieg und Frieden, das sich bewährte in der gewaltigen Aufbauarbeit des Dritten Reiches, das jäh abbrach auf der Höhe soldatischen Schaffens und soldatischen Leistens. Er hat den Tod gefunden, den er im stillen sich gewünscht hat, er ist in den Sielen der Arbeit gestorben, den schönen Soldatentod. Uns aber ruft er in den kurzen Zeilen, die feinen letzten Willen enthalten, zu: Ueber Gräber vorwärts! Mit den Worten des alten Soldatenliedes „Ich hatt' einen Kameraden", die er dem Verewigten nachrief, beschloß der Feldbischof seine Ansprache.
Das Kommerquartett der Staatsoper leitete mit dem „Ave verum“ von Mozart zu der Traueransprache des Oberbefehlshabers der Luftwaffe,
Generaloberst Göring
über, der u. a. ausführte: Unfaßbar die Botschaft: Unser General Wever ist tot. Wir alle kannten ihn, und wir alle liebten ihn. Und wir alle kannten seinen großen Wert, den er für unsere Waffe hatte. Und darum traf uns der Verlust mit seiner ganzen Wucht, mit seiner ganzen Größe bis ins Innerste. Er kam von einer anderen Seite, und doch, mit der ganzen Leidenschaftlichkeit seiner Seele ging er an die neue Aufgabe. Kühn und tapfer wie er war, pflegte er nicht mir die Dinge vorn Schreibtisch aus zu bearbeiten, er wollte seiner Truppe auch Vorbild fein. Er wollte sich nicht sagen lassen, daß er die Dinge nur in der Theorie kannte, und so lernte er, der schon im gereiften Leben stehende Mann, das Fliegen. Und er wurde em hervorragender Flieger. Und die junge Truppe, die jungen Offiziere, sahen ihren Generalstabschef flie-
Englisch als erste Fremdsprache.
Don Dr. Willi $r. Köniher.
Der vor kurzem verfügte Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung über Englisch als e r st e Fremdsprache hat die Aufmerksamkeit weitester Kreise auf die Bedeutung der Sprachen im Lehrplan der deutschen mittleren und höheren Schulen gelenkt, wie sie sonst zumeist nur bei Fachleuten zu finden war. Der größte Teil der Elternschaft und auch der Schüler selbst hat es unter dem Zwang der Gewohnheit stets als natürlich hinge- nommen, daß man auf der Mehrzahl der Mittelund höheren Schulen in Deutschland z u e r ft Französisch lernte. Das ergab sich vor allem immer wieder daraus, daß man die eigentliche Bedeutung der Schule verkannte. Sie war doch meistens nur dazu da, daß man etwas lernte Und das was man lernte, schien mit dem Leben oft recht wenig zu tun zu haben. Es schien weder aus den allgemeinen Lebensgesetzen abgeleitet, noch auf die I Lebenserfordernisse berechnet. So ift auch verstand- i fick daß die Schulart, deren Ausgabe die Korbe» j reitung auf die sogenannten praktischen Berufe ift, ! häufig recht stiefmütterlich behandelt wurde- die - ^Anderseits mußte gerade die Mittelschule den Vorteil davon haben, daß die Verbindung zwischen Schule und Leben nun in den letzten Jahren endlich llarer berausaestellt wurde. Denn was ist für einen Schüler wichUg r: daß er Französisch lernt um den Nt dieser Sprache zu erfassen und Wichtiges von ®rfromanif»ePn
nen, wie man einen fluten deutschen Geschattsvries I schreibt, wie man den Text eines Telegramms riditia aeftaltet? Da wäre die Anerkennung der Sebenserforbernifie richtunflweisenb für den Sprach.
i unterricht gegenüber dem Wunsch des „
um des Lernens willen". Und 'we.tensi ist es nch iifler, daß ein Schüler zunächst d>- Em und sein r Herkunft verwandtere ober die fre"bere 6pr cb
! lernt? Die natürliche Antwort °,u! diese Frafle : trägt der natürlichen, der germanischen Grundlage ! Les' deutschen Empfindens Rechnung.
Daraus folgt zweierlei, nämlich erstens, B praktischen Bedürfnisse des Lebens m dem fremd
I sprachlichen Unterricht und Zweitens, da« die ter wandtschaftlichen sprachlichen und kulturellen Ki düngen stärker berücksichtigt werden müssen. Beiden Forderungen kommt der Erlaß des Reich
| ziehungsmünisters sehr entgegen.
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gen, wußten, daß er nichts von ihnen verlangte, was er nicht selbst zu geben bereit war, wußten, daß sie ihm also vertrauen durften, daß er einer der Ihren war, der ihre Sorgen, ihre Schmerzen, aber auch ihre Hoffnungen kannte. Und darum sind wir alle so tief durchdrungen von der Größe dieses Verlustes, weil wir ihn alle kennenlernen durften nicht verschlossen hinter den Türen seines Arbeitszimmers, unbekannt für die Truppe, nein, für alle ein leuchtendes Vorbild, für alle der schlichte, bescheidene und doch große Mensch und Offizier
Wenn heute die junge Luftwaffe steht, dann ist es mit sein großes Werk, sein großes Verdienst. Der Führer selbst erkannte seine großen Verdienste dadurch an, daß er ihm die höchste militärische Ehre widerfahren ließ. Ein Kampfgeschwader, ein von ihm mitgeschaffener Truppenteil, trägt für alle Zukunft seinen Namen. Damit soll dieser Name unsterblich sein, so wie wir zu Gott hoffen, daß unser Volk unsterblich ist und mit ihm seine Wehrmacht und mit ihr die Luftwaffe. Jeder Tag der Zusammenarbeit war inneres Glück für midf Denn was kann es für einen Oberbefehlshaber Glücklicheres geben, als daß der Generalstabschef gleich schwingt in feiner Seele, in feinem Geist, in seinen Gedanken, dem gleichen Ziele entgegen, mit gleicher Leidenschaft. Und er war ein leidenschaftlicher Idealist. Vielleicht wußten das nicht alle, weil er in seiner Bescheidenheit so oft zurücktrat. Ich aber kenne ihn ab solchen. Ich weiß, daß seine Forderungen kühne waren. Ich weiß, daß er mit größter Leidenschaft an die Zukunft feines Volkes glaubte Und das schrieb er ja auch in seinem letzten Willen nieder: „Ich habe meine Pflicht getan in heißem Glauben an mein Vaterland und an meinen Führer." Er war Nationalsozialist, ist es mit ganzer Seele geworden, verstand, daß nur dadurch fein Volk wiederauferstehen durfte
Er war aber auch wirklich ein herrlicher Kamerad, ein Kamerad, wie man ihn selten findet. Er hatte eine so reine, edle Seele. Ein hochherziger Ritter, das ist er für uns gewesen. Die Luftwaffe weiß, was sie mit ihm verliert. Ich weiß:
Das ist schwer zu überwinden. Mit ihm und an seiner Bahre gedenken wir aber auch in dieser Stunde des anderen Kameraden, der an seiner Seite mit in den bitteren Fliegertod ging. Und er wäre sicher der erste gewesen, der gefordert hätte, daß sein Kamerad, der Obergefreite Kraus, neben ihm stehe. Er ist in die Heimat übergeführt, und unsere Gedanken eilen in diesem Augenblick auch dorthin. Ein Beweis unserer herrlichen Kameradschaft, gemeinsam bis in den Tod, eng verbunden ohne Unterschied. Und er war gerade immer derjenige, der das am allerstärk- ften betonte. Unvergeßlich wirst du in der Luftwaffe bleiben, unvergeßlich uns allen! Habe Dank! Und nun senkt zum letzten Male die Fahnen, und du Held, geh ein in Walhall
Dumpfer Paukenwirbel erdröhnt, die umflorten Fahnen senken sich, und die Trauergemeinde hebt die Rechte zum Gruß. Aus dem Paukenwirbel lösen sich die Klänge aus der „Götterdämmerung". Acht Unteroffiziere der Luftwaffe heben den Sarg aus dem Lorbeerhain und tragen ihn, der von den Generälen der Luftwaffe eskortiert wird, aus der Halle. Unmittelbar hinter dem Sarge schreitet die Witwe, geführt vom Führer. Zu ihrer Linken der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring. Als der Sarg die breite Freitreppe zum Vorhof heruntergetragen wird, treten die Ehrenkompanien der Wach- truppe der Luftwaffe unter Gewehr, und während der Mufikzug das Horst-Wesfel-Lied spielt, erweisen sie ihrem Generalstabschef zum letzten Male die Ehrenbezeugung. Bei verhangenem Himmel tritt Walther Wever seine letzte Fort an
iim Grabe
Während der Trauerfeier im Reichsluftfahrtmini- fterium nahmen die Formationen zur Trauerparade in Klein-Machnow Aufstellung. Um 13.30 Uhr setzte sich die Irauerparabe, die von dem Höheren Fliegerkommandeur im Luftkreis II, General Kihl, befehligt wurde, in Bewegung. Voran trug man fünfzehn Truppenfahnen der Reichsluftwaffe. Es folgten vier Kompanien der Luftwaffe
Gerade in der Mittelschule hat man die Pflege der deutschen Sprache nach den späteren beruflichen Notwendigkeiten ausgerichtet, die sich für den Schüler ergeben würden. Man hat ihm beigebracht, daß die deutsche „Literatur"-Sprache nicht eine Sache für sich ist, neben der auch das „Kaufmannsdeutsch" selbständig, d. h. wie eine Sprache für sich besteht. Was der Schüler der Mittelschule lernen soll, ist die Verwendung des guten Schriftdeutsch auch in Geschäftsbriefen, in der Abfassung einfacherer Akten, in Berichten, in Werbetexten Jener berüchtigte Briefbeginn z. B.: ,Für Ihr Geehrtes vom soundsovielten danke bestens und erwidere ich daraus ..soll dadurch mit allen seinen verwandten Unsinnigkeiten unmöglich werden. Man hat er- kann, daß da eine der großen Aufgaben des Deutschunterrichts in der Schule liegt, und zwar ebenso wie in der Grundschule, so auch in der mittleren und höheren Schule. Sprachlehre um der Kenntnis klassischen Stils willen wäre sinnlos wenn der Schüler als Erwachsener m seiner eigenen Sprech- und Schreibweise in denselben Zustand der Stilwidrigkeiten und Stilsünden verfallen würde wie es leider Jahrzehnte hindurch in Deutschland der Fall gewesen ist
Da, wo bisher die englische Sprache als zweite ober gar britte Frembsprache gelehrt würbe, wo man also nur sechs ober gar vier Jahre Zett für ihre Erlernung hatte, mußte sich ber Unterricht notwendig barauf beschränken, Literaturenglischzu lehren, wie man auch „Literaturdeutsch" lernte. So ergab sich immer roieber bie an sich gar nicht ver- wunberliche Erscheinung, daß ein deutscher Schüler zwar sehr oft einen englischen Dichter, auch Shakespeare, lesen und übersetzen, aber eine alltägliche Redensart des Engländers selbst gedruckt ober gar gesprochen nicht verstehen konnte. Unb wie oft fragte sich der junge Kaufmann dann vor einem englischen Geschäftsbrief ober ber Besucher Englanbs vor einem Postschalter, wozu er überhaupt Englisch gelernt habe! ^r hatte sogar recht, so zu fragen.
Das wirb nun anbers werben Gewik wird die Schule nie umhinkönnen, das gepflegte Schriftenglisch zu lehren. Sie muß das sogar in erster Linie tun. Aber es wird, da sich der englische Unterricht nun über die ganze Schulzeit der mittleren und höheren Schulen erstrecken soll, immer genügend Raum im Lehrplan fein für die Hebung in der Umgangs- und Geschäftssprache. Wie verschwindend klein ist die Zahl der Schüler, die im Leben englische Dichtung lesen werden, gegenüber denen, die in ihrem Beruf die englische Weltsvrache nötig haben! Wie oft ist es wichtiger, daß man aus einem Sprach-
gefühl heraus sich unter einem „gentlemen agree- ment“ etwas vorstellen, als daß man die Beschwörungsszene der Hexen und Hekates in Shakespeares „Macbeth" fließend übersetzen und auswendig ber» sagen kann.
Die Notwendigkeiten sollen gerecht gegeneinander abgegrenzt werden! Und dazu gibt der Erlaß über Englisch als erste Fremdsprache die beste Möglichkeit. Wenn mittlere und höhere Schule nun statt drei und vier oder sechs Jahren sechs oder nun Jahre Zeit für den englischen Unterricht haben, können alle diese Erfordernisse berücksichtigt werden.
Durch diese Umstellung muß auch die Art des Unterrichts eine andere werden. Man lehrt den Sextaner anders Englisch als bisher etwa den Untersekundaner eines Reformrealgymnasiums. Man muß unbedingt bei ihm und seinen Lebensgewohnheiten anfetzen, kann ihm nicht zuerst literarische Texte nahebringen. Er wird für jam und porridge auf dem Frühstückstisch, für den satchel, den er sich unter den Arm klemmt, oder den bus, den er im last moment noch erreicht, viel mehr Verständnis haben, als für schöne Texte aus der älteren englischen Geschichte.
Englisch ist Weltsprache als Umgangs-, Geschäfts- und neuerdings auch mehr und mehr diplomatisch Sprache Es gibt unendlich viele Deutsche, die diesem ihrem Charakter näherstehen als dem einer Sprache der Dichtung. Daraus leiten sich die Erfordernisse für den englischen Unterricht ab, und dem trägt auch gerade der neue Erlaß Rechnung
Zeitschriften.
— „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik" Preis vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — Daß der „Naturforscher" an der Spitze der volkstümlichen naturkundlichen Monatsschriften steht, beweist wiederum sein Juni-Heft. Abhandlungen, Beobachtungen, Berichte aus der Feder bekannter Sachverständiger, mit ganz hervorragenden Naturaufnahmen bebildert, reihen sich in einer Vielseitigkeit aneinander, die das Heft zu einem wissenschaftlichen Gewinn und zu einem ästethischen Genuß machen. Forstmeister Fr. Scheidter führt in Wort und Bild vor Augen, wie mannigfaltig die Fraßarten blattfressender Insekten im Laub- und Nadelwald sind und wie es dadurch möglich ift, die Arten der Schädlinge zu bestimmen. Prof. Dr. Nachtsheim zeigt in feinem Aufsatz „Gleichlaufende Erbänderungen", wie die Ursprungsformen, aus denen unsere Haustiere als
Montag, 8. Juni 1936
und eine motorisierte schwere Flakbatterie. Hinter den Formationen der Trauerparade trugen vier Offiziere der Luftwaffe den Lorbeergranz des Führers, der auf der Kranzschleife mit der Standarte des Führers geschmückt ift.
Als die Lafette mit dem Sarg, eskortiert von sechs Generälen der Luftwaffe, vor dem Trauer- hause oorbeigetommen war, verharrte der Trauer- zug in einigen Minuten Schweigen. Eine Gruppe des Geschwaders „Hindenburg" flog über das Trauerhaus hinweg und entbot dem gefallenen Generalstabschef der Luftwaffe den letzten Gruß der Maschinen. Generaloberst Göring schritt mit der Gattin des Verstorbenen und dem Feldbischof der Wehrmacht D. Dohrmann hinter der Lafette im Trauerzuge; ihnen schlossen sich die Angehörigen, Generalfeldmarschall von Blomberg Generaloberst Freiherr von Fritsch und in Vertretung des Generaladmirals Raeder Admiral G u s e, die Befehlshaber sämtlicher Luftkreiskommandos der Reichsluftwaffe, die Amts- und Abteilungschefs des Reichsluftfahrtsministers und die Militärattaches der auswärtigen Missionen an. Im Trauergefolge sah man auch Frau Göring, die von Staatssekretär Körner geleitet wurde.
Am offenen Grabe sprach Feldbischof D. Dohrmann ein Gebet, das letzte Vaterunser und den Segensspruch. Während nun die Nationalhymnen erklangen, wurde der Sarg in das Grab gesenkt. Eine Kompanie der Luftwaffe schoß den Trauersalut.
Generaloberst Göring rief seinem toten Kameraden ein letztes Gedenken nach. „Nun nehmen wir den letzten Abschied! Was irdisch war, haben wir der Erde übergeben. Sein Geist aber ist es, der nun über uns schwebt. Laß nicht im Stich, was du selbst geschaffen hast! Sei bei uns, wenn dis Not am größten! Stärke uns mit deiner starken Seele, so wie du uns bisher geholfen und gestärkt hast. Wir aber versprechen dir, dein Andenken als ein heiliges Vermächtnis in unser Herz einzuschließen! Dein Leben war Vorbild, dein Sterben war noch größer! Wir versprechen dir aber auch, daß die lebften Menschen, die du zurückgelassen hast, nun für immer zu uns gehören werden. Deine Söhne haben den Vater verloren. Die ganze Luftwaffe wird in Zukunft ihr Vater sein. Leb wohl! Hab Dank!"
Die Provinzialwahlen in Belgien.
B r ü s s e l, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das endgültige Ergebnis der Provinzialwahlen ist noch in der Nacht bekanntgegeben worden. Insgesamt sind 696 Provinzialräte gewählt worden. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien in folgender Weise:
Sozialisten 221 Sitze, Verlust 20
Katholiken 224 „ „ 94
Liberale 89 „ „ 6
Rex-Bewegung 78 „ Gewinn 78
Nationalflämischer Block 50 „ „ 19
Kommunisten 27 „ „ 20
Heimattreue Front in Eupen-Malmedy, St.
Vite 3 „ „ 1
An Stimmen erhielten die Liberalen 322841 (24. Mai 292 977), Katholiken 688 278 (675 941), Rex 280 625 (271491), National-flämischer Block 176 869 (166 737), Sozialisten 750 289 (767 522), Kommu» nisten 138 791 (143 223).
Jim Zreitag, 12. Juni, beginnen wir in den Zamilien- blättern mit der Veröffentlichung einer neuen Erzählung, „öle §ahrt nach der jlbnfrau" nennt sich die sommerlich heitere und besinnliche Geschichte einer Reise in die deutsche Ostmark? Paul § echter, einer unserer angesehensten Theater- und Kunsikrittker, hat hier das heute besonders aktuelle Kapitel der Zamilienforschung auf ebenso liebenswürdige wie unterhaltsame Weise behandelt, der Leser wird an dem feinen und männlichen Erzählerton Fechters seine Freude haben und wird auch nicht böse werden, wenn er merkt, daß sich aus der Stammbaumreise in den deutschen Osten wie von ungefähr eine anmutige Liebesgeschichte entwickelt.
Nutztiere oder zum Sport gezüchtet werden, mannigfache, gleichartige Veränderungen erfahren. Der Pflanzengeograph Dr. Hueck nimmt den Leser auf einen pflanzenkundlichen Ausflug in das lieber- schwemmunasgebiet der unteren Donau mit. Der schwedische Forstmeister Stig Wessen führt in feinem Forschungsbericht „Kampf ums Dasein in nordischer Wildnis" ins winterliche Lappland. Welche Rolle die Katalysatoren im Ablauf des Lebens spielen, bringt Professor Winderlich zum Bewußtsein. Professor Dr. Schoenichen, der Leiter der Reichsstelle für Naturschutz, legt die Bedeutung der neusten Verordnung für den Schutz der wild- wachsenden Pflanzen und der nichtjagdbaren wild- lebenden Tiere dar. Kleine Beiträge und Forschungsergebnisse, die Anregung zur Naturbeobach- tung, die Bücherschau, die Uebersicht der naturwissenschaftlichen Neuerscheinungen und die immer großen Anklang findende Preisfrage runden den vielseitigen Inhalt des Juni-Heftes ab.
— Das Apvthekenwefen mit feinen hohen Aufgaben und Leistungen im Dienste der Volksgesundheitspflege — wird in der neuesten Nummer der „I11 u ft r i r t e n Zeitung" (I I. Weber, Leipzig) eingehend beleuchtet Schon im Mittelalter war man sich der Bedeutung der Apotheken bewußt, und so mancher alte Apothekenbau, manche Offizin mit ihrem schönen Mobiliar und ihren kunstgewerblichen Apothekengefäßen, wie sie hier in zahlreichen Abbildungen gezeigt werden, zeugen von dem alten Apotheken-Gewerbe das sich oft über Jahrhunderte vom Vater auf den Sohn vererbte. Durch die vergangenen Jahrhunderte bis in die Neuzeit hinein haben bedeutende Wissenschaftler auf dem Gebiete der Pharmakologie Bahnbrechendes geleistet; dieser bedeutenden Apotheker ist in einem eingehenden Artikel gedacht. Die Anforderungen, die an den Apotheker von heute gestellt werden, behandelt der Beitrag „Der Apotheker als Wissenschaftler" Neben den chemischen Präparaten kommen heute aber auch wieder die lebendigen Kräfte der einheimischen Heilpflanze zu ihrem Recht, und so wird der Aufsatz über die „lebendige Heilpflanze" allgemeinem Interesse begegnen
Sochschulnacbrichten.
Der Rektor der Universität Frankfurt, Prof. Dr. P l a tz h o f f, hat eine ihm durch das Reichsund preußische Ministenum für Wissenschaft, Er- Ziehung und Volksbildung angetragene ehrenvolle Berufung an die Universität Leipzig abgelehnt.


