Jahren sich häufenden Konflikten Litauens mit den Garantiestaaten des Memelstatuts, ferner nach den beiden letzten memelländischen Wahlen, nach den wochenlangen Bauernunruhen usw. Die Krise war besonders heftig nach den Memelwahlen vom September, als der für feine unglückliche Memelpolitik unrühmlichst bekanntgewordene frühere Gouverneur M e r k y s, Oberbürgermeister von Kowno, bereits Ansprüche auf das Ministerpräsidium erhob, während der Chef des Generalstabes ein reines Militärkabinett forderte und damit die Gefahr eines neuen Militärputsches heraufbeschwor.
In dieser Lage gehen nun am 9. und 10. Juni d i e „W a h l e n" in Litauen vor sich, die wie gesagt unter dem vielfachen Druck eines doppelten Zwanges stehen. Da die Wahlen in ihrem Ergebnis dem Dolkswillen nicht entsprechen können, fehlt dem nach neun Jahren zu bildenden Parlament die Autorität genau so wie der Regierung, die so selbstherrlich mit den Derfassungsrechten des litauischen Staatsbürgers umgeht. Ob diese Wahlen Litauen eine innere Befriedung bringen oder nicht vielmehr die innere Krise noch verschärfen, ist zum mindesten eiin Frage.
Kleine politische Nachrichten.
Infolge der politischen Unruhen in Nicaragua hat sich der Präsident Dr. S a c a s a entschlossen, freiwillig nach Salvador in die Verbannung zu gehen. Vor seiner Abreise übergab Sacasa die Präsidentschaft dem Innenminister Dr. Julius I r i a s. Am Dienstag wird der Kongreß einen vorläufigen Staatspräsidenten wählen, der bis zu den in diesem
Köln, 6. Juni. (DNB.) Heber 50 000 Frauen und Männer aus allen Teilen des Reiches sind zum Bundestag des Reichsbundes der Kinderreichen nach Köln geeilt, um in einer großen Kundgebung für die deutsche Familie, der Trägerin der Nation und des Staates, ihren Willen zum Kind kundzutun. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die Amtsträger-Tagung des RdK. in der großen Festhalle der Kölner Messe. Reichsbundesleiter S t ü w e dankte unter begeistertem Beifall dem Stellvertreter des Führers für feine Teilnahme. Der Reichsbund der Kinderreichen sei kein Interessenten- oder Wohlfahrtsverband, sondern ein bevölkerungspolitischer Kampfbund, eine Auslese erbgesunder deutscher Vollfamilien. Angesichts der erschreckenden Schädi- aungen unseres Volkbestandes durch den Geburtenschwund ringe der RdK. um Erkenntnis und Besinnung für die Erhaltung des Deutschtums. Die Geburtenzahl von 1933 sei gegenüber der Vorkriegszeit auf weniger als d i e Hälfte gesunken. Der geringe, aber unzureichende ©eburtenanftieg 1934/35") fei zwar ein erfreuliches Zeichen der Besinnung, er habe aber die Tatsache nicht grundlegend ändern können, daß die Elterngeneration seit20Jahren durch die Kindergeneration fortlaufend nurzu 60 v. H. ersetzt wird. Die Folgen seien Sinken des wirtschaftlichen Umsatzes und damit weitere Erschwerung der Arbeitsbeschaffung. Kulturell führe die Einschränkung der Kinderzahl erfahrungsgemäß zu einem Aus st erben der Führerschicht
Jahre sowieso fälligen Präsidentenwahlen durch das Volk amtieren wird.
Das „Journal" meldet, daß der französische Botschafter Francois Poncet nach Paris reifen werde, um mit den Mitgliedern der neuen Regierung und insbesondere mit Außenminister D e l - b o 5 Fühlung zu nehmen.
Rechtsanwalt Dr. S ch e u e r m a n n ist als Generaldirektor der Filmkreditbank zurückgetreten und hat sein Amt als PräsidentderJnternatio n a- len Filmkammer niedergelegt, da er sich wieder in vollem Umfang feiner Anwaltstätigkeit widmen will.
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Die italienische Botschaft teilt mit: Die in der Auslandspresfe verbreiteten Nachrichten über angebliche Truppenbewegungen an der Brenner- grenze sind frei erfunden und entbehren jeder Grundlage.
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Der Außerordentliche Gesandte und Bevollmächtigte Minister des Deutschen Reiches Dr. Sahm überreichte dem König von Norwegen sein Beglaubigungsschreiben. Der König hieß den Gesandten mit Worten des Dankes in herzlicher Weise in Norwegen willkommen.
Hochwasser in Bayern.
Die neuerlichen starken Re gen fälle in der Nacht zum Sonntag haben in großen Teilen Bayerns Hochwasser und Heberschwemmungen verursacht. Besonders schwere Niederschläge sind im
in allen Gebieten. Durch das Zwei- und Einkindersystem sei der Familiensinn und der Familienbegriff sittlich schwer erschüttert worden. Nicht zuletzt sei es Naturgesetz, das schwindende Völker durch wachsende verdrängt und auf dem eigenen Boden unterwandert würden. Wir müssen die harte Wirklichkeit erkennen, daß wir ein sterbendes Volk geworden sind und müssen dem einen ebenso harten Willen entgegensetzen. So soll dieser Ehrentag der deutschen Familie ein ernster Weckruf an das deutsche Volk sein.
Der Stellvertreter des Führers
überbrachte den Kinderreichen an ihrem Ehrentag d i e Grüße des Führers und wies darauf hin, wie sehr der Führer, wie sehr Partei und Staat das würdigen, was die kinderreichen Familien für die Nation leisten. „Sie find Vorbild der Nation, sie setzen sich ein für die Zukunft der Nation, sie kämpfen in aller Stille, einen Kampf für Deutschland, sie haben über das wirtschaftliche Denken das Denken um das Volk gefetzt wie es der Nationalsozialismus verlangt." Der Stellvertreter des Führer bekannte sich zu der Verpflichtung des Staates eines weitgehenden Eintretens für die kinderreiche Familie. Gerade weil sie nicht materialistisch denke, müsse dafür gesorgt werden, daß sie nicht wirtschaftlich zu leiden habe. Rudolf Heß verwies dabei insbesondere auf die gerechte Forderung nach dem Familienlasten- a u s g l e i ch. Zum Schluß feiner Ansprache brachte
Bayerischen Wald zik verzeichne», fö ta Zwiesel 74 mm und in Rusel 75 mm. Der Regen-Fluß führt außergewöhnlich großes Hochwasser. Im Cham war am Sonntagfrüh der hohe Stand von 220 cm Pegel bei einer stündlichen Zunahme von etwa 4 cm eingetreten. Wie beim Katastrophenhochwasser vom 30./31. Mai 1932 ist das Chamer Becken überschwemmt und gleicht einem See. Die Straße Cham-Straubing ist zwischen Janshof und Cham überflutet und nicht mehr passierbar. Auch Isar und Donau sind im Laufe der Nacht zum Sonntag erheblich gestiegen. Der höchste Stand der Isar dürfte am Sonntagnachmittag mit etwa 326 cm Pegel erreicht werden. Die Donau dürfte Montag- früh bei Deggendorf ihren höchsten Stand mit etwa 340 cm verzeichnen.
Drei Bergsteiger tot geborgen.
In den letzten Tagen wurde eine Gruppe von vier österreichischen Bergsteigern in der Hochtor- Nordwand (Steiermark) von einem Wettersturz überrascht. Jetzt gelang es, zwei Leichen zu bergen. Ebenso konnte die Leiche des auf der Roßkuppenkante im hochtormafsio nach dreitägigem Felsbiwak an Erschöpfung gestorbenen Wolfgang von Stadler zu Tal gebracht werden. Sie mußte in äußerst schwieriger Arbeit über 350 Meter tief abgefeilt werden. Die Beisetzung Stadlers wird unter Teilnahme zahlreicher Touristenvereinigungen auf dem berühmten Bergsteigerfriedhof in Johnsbach ftattfinben. Stadler war einer der bekanntesten aus der jungen österreichischen Kletterergilde. Er hatte selbst etwa hundert Lebensrettungen im Hochgebirge durchgeführt.
der Stellvertreter des Führers den Dank zum Ausdruck, den Führer und Nation den deutschen Vätern und Müttern schulden, die die Erhaltung unseres Volkes sichern.
Als Abschluß des Ehrentages der deutschen Familie fand am Sonntagvormittag auf der Festwiese des Kölner Messegeländes eine Kundgebung statt. Man sah die bunten Trachten aller deutschen Gaue von Schlesien bis zum Saargebiet, von den Alpen bis zur Nordsee. Leider setzte Regen ein, so daß die Kundgebung abgekürzt wurde. Eine Ehrenabteilung des Arbeitsdienstes zeigte das chorische Spiel „M utter undVol k", eine symbolhafte Charakterisierung der Bedeutung der Mutter und Familie für Volk und Nation.
Reichsbundesleiter S t u e w e begrüßte dann die deutschen Mütter und Väter; sie hätten sich eingefunden, um ihren unbeugsamen Willen zum Einsatz für die Sicherung der deutschen Zukunft zu bezeugen. Der Reichtum eines Volkes bestehe einzig und allein in feinen Kindern. Das Volk fei das reichste, dem seine Mütter die meisten gesunden Kinder schenkten.
Der Redner gab dann die Namen führender deutscher Väter bekannt, die als Kinderreiche in den Ehrenführerring ausgenommen seien. Er nannte u. a.: Reichsamtsleiter Hermann Alt - Haus von der NSV., Reichsleiter Martin Bormann, Stabsleiter des Stellvertreters des Führers; Walter Buch, Vorsitzender des Obersten Parteigerichts München; Max Egon Fürst zu Fürstenberg; Gruppenführer heißmeyer,
Chef des SS.-Hauptamtes; Neichsstatthaller und Gauleiter Hildebrandt, Schwerin; General von Lettow-Vorbeck; Ministerpräsident M a r s ch l e r, Weimar; Reichsstatthalter und Gauleiter Meyer; Josef Schlageter, der Vater des Nationalhelden Albert Leo Schlageter; SS.- Obersturmführer von Thermann, Botschafter in Buenos Aires; die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink. Des weiteren gab der Redner die Namen der neuen Ehrenmitglieder des RdK. bekannt: Reichsamtsleiter Dr. Groß, Berlin; Präsident Dr. Astel, Weimar; Ministerialrat Dr. Conti, Berlin; Gauamtsleiter Dr. Kranz, Gießen; Ministerpräsident Koehler, Karlsruhe; Landesfinanzamtspräsident Dr. Müller, Köln; Ministerialdirektor Schultze, München, und Stadtrat Trippler, Dessau.
Der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsamtsleiter Dr. Groß, führte dann u. a. aus: Wenn gestern die Sonne lachte und heute der Regen rauscht, dann mag das ein Bild fein des Lebens der Völker und der Menschen, bei denen auch Freude mit Trauer abwechselt. Bauen wir unbeirrt fort an dem ewigen Volk der Deutschen, auf daß es über die Zeit unserer Tage hinaus fortdauert und damit das, was heute unter Opfern und unter Not geschaffen wird, auch einen Fortbestand haben kann. Deutschland und Adolf Hitler Sieg-Heil! Mit dem Horst-Wessel-Lied und dem Ausmarfch der Fahnen fand die Kundgebung ihr Ende.
Wetterbericht
des Aeichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt.
Die Wetterlage wird weiterhin durch hohen Luftdruck auf dem Ozean bestimmt, an dessen Nordseite fortgesetzte Störungen gegen das Festland heranziehen. Bei uns wird dadurch eine westliche bis nordwestliche Luftströmung hervorgerufen, die feuchte und im ganzen ziemlich kühle Luftmassen heranschafft. Das Wetter bleibt daher unbeständig, immer wieder zu schauerartigen Regenfällen geneigt, wenn es auch nicht mehr so unfreundlich und naßkalt fein wird, wie in den vergangenen Tagen.
Aussichten für Dienstag: Wolkig bis aufheiternd und bis auf einzelne Schauer im wesentlichen trocken, mäßig warm, westliche bis nordwestliche Winde.
Aussichten für Mittwoch: Nach vorübergehender Erwärmung wieder zunehmend unfreundlich und Neigung zu teilweise gewitterhaften Regenfällen.
Lufttemperaturen am 7. Juni: mittags 11,8 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 8. Juni: morgens 9,3 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum heute nacht 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juni: abends 13 Grad; am 8. Juni: morgens 11,1 Grad. — Niederschläge 6,5 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A.V.36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'sche Hniversitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig
Oer Ehrentag der deutschen Kamille.
Nie kinderreiche Kamille ist Vorbild der Ration, ihr Kampf ist ein Kampf für Deutschland.
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Lichtspielhaus Gießen
der und erregender Eindrücke.
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Beiprogramm
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Frei nach dem Rom an von Agnes Günther.
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Ein Film mit dramatischen Spannungen, mit beglückenden Landschaftsbijdern der deutschen Heimat, mit prächtigen Menschengestalten, mit einer Fülle beglücken-
Millionen Deutschen Im In- und Au lande hat der beKann c Vo'hskomiker mn seinem einfachen aoer hinre>ßen ü u no- unzähl. vergönnte Stunden verschafft. Groß und K ein tauscht bereistet t, wenn unter „Paul“ u seine voi treffliche Paulme“ ihreStimme ertönen tasten. Über sein-n film wird nichts verraten. Da' sollen *'ie u. das müssen Sie erleben Es ist etwas Einmaliges
Dazu die schönsten alten u. neuen Melodien von Paul Lincke: Weitere Hauptrollen: Trude Hesterberg, I Erika Helmke, Pani Henkels, Knrt B Vespermann, Pani Westermeier.
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