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Maskenbälle: VfB.-

Josef Steib-Berlin.

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20.11 Uhr

technischen

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Einweihung des Bootshauses.

Oberhessischer

der Anzeige in unserem heutigen Blatte ersichtlich.

Uhr dem

Gießen hat lieber die

Der Reichs­schaft,

eins; Deutsche Stenografenschaft 20.11 CafL Leib; GesangvereinHeiterkeit" in der Turnhalle am Oswaldsgarten.

Tageskalender für Sonntag.

Amt für Beamte, Abt. Beamte des

Die dreijährige Frauenschule.

Eine neue höhere Bildungsanstalt für unsere Töchter.

bildung;

zur Vorbereitung für die Prüfung für das künstlerische Lehrfach (mit Turnen als Ergän­zungsfach) nach Maßgabe der allgemeinen Be­stimmungen über die Aufnahme in die betr. Hochschulen;

zum vollen Studium der Wirtschaftswissenschaf­ten und zum Diplomhandelslehrerstudium;

zum Studium an dem Berufspädagogischen In­stitut (Gewerbelehrerinnenausbildung), falls die nötige Praxis nachgewiesen und die Eignungs­prüfung bestanden wird;

zum Eintritt in einen verkürzten Lehrgang (1 ^jährig) zur Ausbildung als Kindergärtne­rin und Hortnerin;

zum Eintritt in die Frauenschulen für Volks­pflege, und

und Preußische Minister für Wissen- Erziehung und Volksbildung.

gez. Rust.

eine solche dreijährige Frauenschute.

Anmeldungen usw. ist Näheres aus

kulturellen Hoch-Zeit entgegenzuführen.

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag.

7. zum Eintritt in den einjährigen Lehrgang an den Instituten für Leibesübungen an den preu­ßischen Universitäten.

Berlin, den 8. Juli 1935.

berechtigt von Ostern 1937 an:

Zum Studium an den Hochschulen für Lehre­rinnenbildung nach Maßgabe der allgemeinen Bestimmungen über die Aufnahme für Lehrer-

NSG.Kraft durch Freude": Ab 15.30

Reichsbahn in den Räumen des Gefellfchaftsoer- ..... " Uhr im

Dienstes: 10 Uhr Zusammenkunft im Hof des Post­amtes Gießen, Vortrag über Fernsprech- und Te­legraphenwesen. Stadttheater: 19 bis 22.15 Uhr Die Fledermaus". Gloria-Palast, Seltersweg: Der höhere Befehl". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Der Klosterjäger". RuderklubHassia":

krieges gestaltet hat, den Buchpreis von 1934, so wurde für 1935 der junge Dichter Eberhard Wolf­gang Möller damit ausgezeichnet, der dem Geist der Bewegung dichterischen Ausdruck gab. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß die Mitglieder der NSDAP., der NS.-Frauenschaft und des Land­schaftsbundes Volkstum und Heimat besondere Ein- trittsvergünstiaungen erhalten, ebenso Militär und Studenten. (Siehe heutige Anzeige.)

Gesellenwandern 1936.

Die Organisation und Durchführung des Gesel­lenwanderns liegt, wie im Vorjahre, in den Hän­den der Deutschen Arbeitsfront, RBG.Handwerk" in Verbindung mit der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", Amt für Reisen, Wandern, Urlaub.

Folgende Handwerksberufe sind zugelassen: 1. Bauhandwerk: Dachdecker, Glaser, Tapezierer, Stukkateure, Gipser, Maler und Zimmerer. 2. Me- tallhandwerk: Schmiede. 3. Holzhandwerk: Bau- und Möbeltischler, Stellmacher. 4 Nahrungsmittel­handwerk: Bäcker, Fleischer, Konditoren und Mül­ler. 5. Bekleidungs- und Reinigungshandwerk: Friseure, Schneider und Schuhmacher. 6. Buchhand­werk: Buchdrucker und Buchbinder.

Das Gesellenwandern kann nur in Form des Aus­tausches durchgeführt werden. Erwerbslose Hand­werksgesellen können nicht zugelassen werden, da der Besitz eines festen Arbeitsplatzes Voraussetzung ist. Die Dauer der Wanderschaft beträgt zwei Mo­nate. Während dieser Wanderzeit werden die Ar­beitsplätze durch Aushilfen ausgefüllt, die dieselben beim Eintreffen des Austauschgesellen aufgeben

Aus der Provinzialhauptstadt.

Festliche Dorfabende.

Volkskunst das war für Jahrzehnte der Be­griff des Rückständigen, Ueberlebten, Veralteten; säuerliche Kultur, Volkskultur das war höchstens die Aeußerung einer primitiv-künstlerischen Betäti­gung grauer Vergangenheit. Haben wir es nicht oft erleben müssen, daß die kulturelle Schöpfer­kraft des bodenständigen Deutschtums in dieser Form herabgemindert und entwertet wurde? Trotz­dem hat das Volk im Zusammenbruch alles von der Zivilisation Geschaffenen an den Werten fest­gehalten, die es wieder in einen natürlichen Zu­sammenhang mit den ewigen Lebensgesetzen von Blut und Boden bringen konnten.

Das Bekenntnis zu Blut und Boden bedingt das Bekenntnis zu den Eigenarten deutschen Kultursin­nes. So wie die Rasse einzelner Völker verschieden ist, muß auch das Kulturempfinden dieser Völker verschieden sein. Das bedeutet nicht einseitige lieber- heblichkeit eigener Volkstumswerte, sondern nur die Forderung nach der Freiheit eigener Artge- staltung. Wenn aber die deutsche Kultur aus Blut und Boden erwachsen soll, dann muß der Träger wahrhaften Rasse- und Kulturempfindens, der Bauer, Ausgangspunkt dieses Weges zur Gestal­tung einer neuen volklichen Kultur werden. In­nigste Verbundenheit mit dem Volkstum, mit seinem Leben, mit der Natur und mit dem Leben in der Natur, unbedingtes Verschworensein an die ewi­gen Gesetze von Blut und Boden das sind die Voraussetzungen dieses Neuaufbaues deutscher kul­tureller Schöpferkraft. Die Wiedererweckung des bäuerlichen kulturellen Schöpferwillens kann aber nichtdurch schematische und bürokratische Anordnungen vom grünen Tisch her geleitet werden. Die Zuruck­führung der bäuerlichen Menschen zu klarer Her­ausstellung kultureller Neuschöpfung kann nur durch geistig-weltanschauliches Führen erreicht werden.

Wenn die NS.-Kulturgemeinde gerade in der letzten Zeit in größerem Umfange Dorfgemein­schaftsabende durchführt, dann ist auch das ein Weg zur Neugestaltung und Wiederbelebung volksechter Kulturwerte. Was auf diesen Dorfge­meinschafsabenden gestaltet wird, ist aus dem Volk gewachsene Kultur im echtesten Sinne des Wortes. Volkslieder, Laienspiele, der Vortrag charakteristi- scher Prosastücke, die Aufführung alter bäuerlicher Tänze das sind einige wenige Möglichkeiten, durch die den Menschen mit echten Mitteln echte und wirklichkeitsnahe Erlebnisse vermittelt werden. Diese Kunst schildert in Wirklichkeit das Leben sel­ber, so wie es der einzelne tagtäglich erlebt und aufnimmt. Diese Form der Kulturpflege hat nicht das geringste mit irgendwelcherKunstfertigkeit" zu tun, wie man sie so oft in den großen Städten findet und deren Internationalismus eigentlich der beste Beweis der Kulturlosigkeit ist.

Die Dorfgemeinschaftsabende der NS.-Kulturge­meinde haben in ihren Ergebnissen bisher gezeigt, daß gerade das deutsche Bauerntum dem kulturel­len Willen und den kulturellen Zielsetzungen unserer Zeit besonders aufgeschlossen ist. In der Verbunden­heit mit den volksechten Kulturwerten vergangener Zeiten beweist sich am eindringlichsten die enge Verbindung des Bauerntums mit dem kulturellen Leben der Nation. Es ist gewiß, daß die Pflege dieser kulturellen Werte, wie sie die NS.-Kulturge- meinde in den Dorfgemeinschaftsabenden übt und wie sie der Reichsnährstand in großem Rahmen und auf lange Sicht durchqeführt, wesentlich dazu

Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Steib-Berlin. 17 Uhr musikalische Abendfeier in der Johanneskirche. Evangelische Stadtmission: 20.15 Uhr musikalischer Abendgottesdienst.

Sladltheaker Giehen.

Heute von 20 bis 22.30 Uhr als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne die Tanz- und SchlageroperetteDie Tanzgräfin" von R. Stolz. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer, Spielleitung: Paul Wrede, Tänze: Thery Schultheis. Freier Kartenverkauf zu Tages­preisen an der Abendkasse.

Der Spielplan des Gießener Sladllhealers vom 9. bis 16. Februar.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 9. Februar, von 19 bis 22.15 Uhr, außer Abonnement, die OperetteDie Fledermaus" von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Paul Wal- t e r, Spielleitung Paul Wrede, Tänze: Thery S ch u l t h e i. Montag, 10. Februar, von 20 bis 22.45 Uhr als Vorstellung der NS.-Kultur- gemeinde Ring Deutsche Bühne die Tanz- und SchlageroperetteDie Tanzgräfin" von R. Stolz. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer, Spielleitung: Paul Wrede, Tänze: Thery Schultheis. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Dienstag, 11. Februar, von 20 bis gegen 23 Uhr das SchauspielDer Kanzler von Tirol" von Josef Wenter. Spielleitung: Kurt L ü p k e. 18. Dienstag-Abonnement. Mittwoch, 12. Februar, zum letzten Mal Verdis Meisteroper Maskenball". Musikalische Leitung: Paul Wal­ter. Spielleitung: Der Intendant. Dauer von 19.30 bis 22.30 Uhr. 17. Mittwoch-Abonnement. Freitag, 14. Februar, von 20 bis 22.15 Uhr Neu­aufführung des LustspielsHilde und 4 PS* von Kurt Sellnick. Spielleitung: Wolfgang Kühne. 18. Freitag-Abonnement. Sonntag, 16. Februar, von 11 bis gegen 14 Uhr als geschlossene Vorstel­lung von HI. und BDM.Der Kanzler von Tirol", Schauspiel von Josef Wenter. Spielleitung: Kurt L ü p k e. Don 19 bis 22.15 Uhr in der neuen

Dieser Aufsatz ist derDeutsche Hausfrau" Nr. 9/35 entnommen.

In der höheren Mädchenbildung klaffte _ eine Lücke, die seit Jahren immer deutlicher spürbar wurde. Die Studienanstalten, die zum Abitur füh­ren, vermitteln in erster Linie eine Verstandesbil- dung, und ihr bildender Einfluß kann deshalb nicht recht wirksam werden bei all den jungen Menschen, die weniger intellektuell, sondern mehr praktisch, technisch oder künstlerisch befähigt sind. Sie alle werden von dem Wissenstoff nicht innerlich gepackt, sie geben im Lernen nicht ihr Bestes und kommen oeshalb auch als Menschen dabei nicht zur rechten Entfaltung. Das geht Knaben wie Mädchen so, aber die Mädchen, für die der Weg zum Abitur noch nicht so unabänderliches Schicksal, geworden ist wie für die Jungen, haben sich mehr dagegen auf- gelehnt. Vielen Eltern ist es wieder fraglich ge­worden, ob es denn überhaupt richtig ist, die Töch­ter auf die höhere Schule zu schicken. Seit Jahren nimmt die Zahl der Schülerinnen auf den Studien­anstalten ganz unverhältnismäßig ab, Hunderte von Klassen mußten geschlossen werden. Es kommt ja oberrealen Anstalten eine gute Vorbereitung geben noch dazu, daß diese verschiedenen gymnasialen und für das wissenschaftliche Studium, daß diese Vorbe­reitung aber für die anderen Berufe, besonders die typischen Frauenberufe, die auf erzieherischem und sozial-pflegerischem Gebiet liegen, nur eine geringe Bedeutung hat. Daß trotzdem in zunehmendem Maße das Abitur für alle möglichen Berufe gefor­dert wurde, war eine bedauerliche Ueberspannung des Berechtigungswesens.

In der dreijährigen Frauenschule ist nun eine höhere Mädchenbildungsanstalt geschaffen, die dem bisherigen Mangel abhilft. Sie tritt als gleichwertig neben die Studienanstalten, um all denen den Zugang zu einer höheren Bildung zu ermöglichen, deren Begabung auf künstlerischem, technischem und praktischem Gebiet liegt. Damit aber stellt die Frauenschule auch zugleich die Schule dar, die am besten geeignet ist, die Mädchen auf die spätere Berufstätigkeit in den gehobenen Frauen­berufen und damit natürlich auch für die Auf­gaben als Frau und Mutter vorzubereiten. In den Vorläufigen Richtlinien für die dreijährige Frauen­schule" heißt es:Die Bildungsaufgabe der Frauen­schule besteht darin, durch stetige wechselseitige Durchdringung von Dienst und Einsicht die Mäd­chen in ihrer Gesamthaltung, ihrem Wissen und Können so zu erziehen, daß sie befähigt werden, das Schicksal ihres Volkes sinnvoll handelnd mitzu- gestalten und auf den Schaffensgebieten der Haus­frau und Mutter vorbildlich zu wirken." Im Juli sind nun auch die Bestimmungen herausgekommen über die Berechtigung, die das Reifezeugnis der dreijährigen Frauenschule das sogenannte Werk­abitur für die weitere Berufsausbildung bietet. Es kann natürlich keinen Zugang verschaffen zu den Universitäten und den wissenschaftlichen Hoch­schulen, wohl aber zu den Hochschulen für Lehrer­bildung und den berufspädagogischen Instituten, wo die Dolksschul- und die Gewerbelehrerinnen ausgebildet werden. Ferner berechtigt die Ausbil- bung auf der dreijährigen Frauenschule zur Dor- bereitung auf die Prüfung für das künstlerische Lehramt (Musik; und Zeichenlehrerin), zum vollen Studium der Wirtschaftswissenschaften und zum Diplomhandelslehrerstudium, schließlich zum Besuch des einjährigen Lehrganges für Leibesübungen an den preußischen Universitäten. Kurz, zunächst ein­mal für alle weiblichen Lehrberufe mit Ausnahme der wissenschaftlichen Lehrerin, der Studienrätin. Dazu kommen noch die volkserzieherischen Berufe, denn das Reifezeugnis berechtigt zum Besuch des verkürzten 1 ^jährigen Lehrgangs für Kindergärt­nerinnen und Hortnerinnen und zum Eintritt in die Dolkspflegerinnenschule.

An erster Stelle steht natürlich, wie in jeder anderen Schule, die weltanschauliche Bildung, die von den sogenannten kulturkundlichen Fächern aus­geht: Religion, Deutsch, Geschichte, Musik und Zeichnen, aber die Eigenart der Schule wird be­stimmt durch die praktischen Fächer. Mit ihnen stehen in engster Wechselwirkung die weiteren theo­retischen Fächer, wie Biologie, Chemie, Physik, Erd­kunde, Rechnen, Buchführung und Mathematik. Nach den Richtlinien besteht die Aufgabe dieser naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer im Rahmen der Frauenschule darin: 1. für die wissenschaftliche Begründung des völkischen Lebensgefühls und den Aufbau eines völkischen Weltbildes die naturgesetz­lichen Grundlagen $u schaffen; 2. das erforderliche Rüstzeug für die hauswirtschaftlich­pflegerischen und die volkskundlich- künstlerischen Fächer zu geben. Immer soll die hauswirtschaftliche Arbeit zum Ausgangspunkt genommen werden, von ihr aus sollen die Mädchen hingeführt werden zu den Naturgesetzen, zu welt­anschaulichen Ausblicken und Forderungen. So wird in Chemie hauptsächlich Nahrungsmittelchemie getrieben, die Herstellung von Soda, die Gewin­nung und Verarbeitung von Zellstoff, sind Themen, die beispielsweise dort behandelt werden. Wärme

allgemeine Körperschule und Waldlauf auf Unioersitätssportplatz am Kugelberg. Staotthea- ter (Ring Deutsche Bühne): 20 bis 22.30 UhrDie Tanzgräfin". Gloria-Palast, Seltersweg:Der höhere Befehl". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Der Klosterjäger" Gießener Ruderklub Hassia": Einweihung des Bootshauses. Ober- hessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von

beitragen wird, das deutsche Volk einer neuen ' ' ~ "" K.B.

AusstattungDie Fledermaus", Operette von Jo­hann Strauß. Musikalische Leitung: Paul Wal­ter, Spielleitung: Paul Wrede, Tänze: Thery Schultheis. Die Vorstellung ist außer Abonnement.

Offener Abend"

des Musikwissenschaftlichen Seminars.

Man schreibt uns: Der am nächsten Dienstag um 20.15 Uhr im Großen Hörsaal der Universität stattfindendeOffene Abend" des Musikwissenschaft­lichen Seminars bringt deutsche Lieder des 15. Jahr­hunderts und der Lutherzeit zur Aufführung. Von hohem Reiz und einer echt deutschen Gemütstiefe erfüllt sind die folistifchen Liedsätze, die von einem kleinen Kammerensemble, bestehend aus zwei und drei Saiteninstrumenten, begleitet werden und schon durch diese klangliche Eigenart ungemein fesseln. Sei den überaus originellen Chorliedern handelt es sich um a cappeUa-Chöre, die zusammen mit den Sololiedern eine wertvolle Bereicherung unserer neuzeitlichen Hausmusikliteratur bilden dürften. Der Eintritt ist frei.

Der Goelhe-Vund und Kaufmännische Verein teilen uns mit: Für den kommenden Donnerstag ist ein besonderes literarisches Ereignis zu erwar- ten. Richard Euringer und Eberhard Wolf­gang Möller, die Träger der nationalen Buch­preise von 1934 und 1935, werden aus eigenen Werken lesen. Erhielt Richard Euringer, der in feiner zum Geburtstag des Führers in Berlin auf­geführtenDeutschen Passion" den Leidensweg des aus dem Grabe auferstandenen Soldaten des Welt«

und Elektrizität im Haushalt ist das Hauptthema des Physikunterrichts, mit Heil- und Gewürzpflan­zen beschäftigt sich die Biologie. In Erdkunde sollen die Mädchen ihre engere Heimat und das deutsche Vaterland als Wirtschaftsgebiet und Kulturland­schaft begreifen lernen, als Lebensraum für die Einzelfamilie und das Volk.

Unter den praktischen Fächern stehen an erster Stelle Kochen, Haus- und Gartenarbeit; Küche, Waschküche und ein Garten gehören zu den wich­tigsten Einrichtungen der Frauenschule. Einen fast ebenso breiten Raum nimmt die Nadelarbeit ein. Die Mädchen sollen die alten und modernen Tech­niken beherrschen: Spinnen, Weben und Flechten, Stricken, Häkeln und Sticken. Die amtlichen Richt­linien sprechen außerdem von der Anfertigung fei­ner Damen- und Herrenwäsche, von Strickkleidern und Festgewändem, aber auch vom Studium der alten Volkstrachten. Am schwierigsten ist die Ein­beziehung des pflegerischen Dienstes in die Schul­arbeit. Wo nicht mit der Schule ein Kindergarten und Hort verbunden ist, da müssen die Mädchen in Familien oder andere Anstalten hinausgehen. Es ist vorgesehen, daß dieser Dienst in jährlichen drei- wöchigen Praktiken abgeleistet wird. Im ersten Jahre steht die Säuglingspflege im Mittelpunkt, im zweiten die erzieherische Betreuung des größeren Kindes, im dritten Jahre die Mitarbeit in der Wirt­schaft. Es ist falsch, zu glauben, daß in diesen drei Wochen eine auch nur irgendwie zureichende Aus- -bildung gegeben werden könnte. Fachliche Ausbil­dung ist nicht Sache der Frauenschule, sondern der Säuglingspflegeschulen, der Kindergärtnerinnen- unb Hortnerinnenseminare. Bei biefer breiwöchigen Arbeit sollen bie Mädchen vor allem Gelegenheit haben, bie Theorie an ber Praxis zu bewerten. Sie sollen sich einmal ben Folgerungen bes prak­tischen Lebens gegenüber unmittelbar verantwort­lich fühlen, sie sollen in biesem Dienst auch eine kleine charakterliche Bewährungsprobe bestehen. Es wirb gewünscht, baß zur Ergänzung außerbern frei­willig ein Samariterkursus mitgemacht wirb. In theoretischen Unterrichtsstunben werben ergänzend körperliche Erziehung, Gesundheitslehre unb -pflege behanbelt. Natürlich ist auch bie körperliche Er­ziehung ber Mabchen selbst mit Turnen, Gymna­stik unb Sport in ben Unterrichtsplan einbezogen. Neben biefer Gesamtausbilbung steht ber englische Unterricht, ber burch Lektüre in bas englische Kul­turgut einführen soll.

Schon biefer kurze Ueberblick zeigt, wie vielseitig unb groß bas Aufgabengebiet ber höheren Frauen­schule ist. An bie Schülerinnen müssen beshalb hohe Anforberungen gestellt werben. Voraussetzung ift bie Reife für Dberfetunba. Mäbchen, bie von einem praktischen Zug bes Lyzeums kommen, müssen sich einer Aufnahmeprüfung unterziehen. In ben Richt­linien heißt es:Das Ziel ber breijährigen Frauen­schule kann nur erreicht werben von geistig regen unb arbeitsfreubigen Mädchen". Wünschen möchte man aber, daß alle diese Mädchen, sofern sie nicht zur Universität wollen, in Zukunft die dreijährige Frauenschule besuchen, unb baß sich bie Eltern klar­machen, baß sie ihrer Tochter baburch nicht nur für bie spätere Berufsausbildung bie besten Voraus­setzungen verschaffen, fonbern daß bieffc dreijährige Schulung auch bie beste Mitgift ist, bie sie ihr für bie spätere Ehe mit auf ben Weg geben können.

Berechtigung des Reifezeugnisses einer dreijährigen Frauenschule.

Das Reifezeugnis einer breijährigen Frauenschule

müssen. Die Austauschzeit beträgt neun Monate.

Bis zum 10. Februar müssen bie Anträge bei ber Kreisbetriebsgemeinschaft Hanbwerk ber DAF. ein- gereicht werben. Folgenbe Unterlagen finb beizu­fügen: 1.. Politisches Führungszeugnis (ausgestellt vom zuständigen Ortsgruppenleiter der NSDAP.); 2. Polizeiliches Führungszeugnis; 3. Zeugnis über abgelegte Gesellenprüfung; 4. Zeugnis des letzten Meisters; 5. Eidesstattliche Erklärung, daß ber An­tragsteller gefunb ist; 6. zwei Paßbilber.

Es wird erwartet, daß auch in biesem Jahre bie Hanbwerksmeister ben mit Hilfe ber DAF. roanbernben Gesellen bas nötige Interesse entgegen« bringen, bamit biefe bie Heimat fennenlemen.

Tanzerlaubnisstempel

für geschlossene Gesellschaften bei bezahlter Musik.

Durch ein Gesetz bes Reichsstatthalters in Hes­sen fianbesregierung zur Aenberung des Ge­setzes über ben Urkunbensternpel wirb bestimmt: 5h Nummer 35 V 6 bes Tarifs (Tanzerlaubnisstem­pel) wird vor der Zusatzbestimmung folgender Ab­satz eingefügt:Zu den öffentlichen Tänzen, zu deren Abhaltung ein Erlaubnisschein gegen Ent­richtung der Stempelabgabe einzuholen ist, sind auch die Tanzbelustigungen, welche von sog. ge­schlossenen Gesellschaften abgehalten werden, in allen Fällen zu rechnen, in welchen bie Tanzbe­lustigungen bei bezahlter Musik ftattfinben." Studenten als Propagandisten der Tat.

Dank ber Opferfreubigkeit von Professoren unb ©tubenten konnte bie Fachschaft bes Institutes für Wirtschaftswissenschaft unserer Universität unter Leitung von cand. rer. pol. Hanke am gestrigen Freitagabenb etwa 20 Volksgenossen in freigebiger Weise imAquarium" bewirten. Kinberreichen Va­tern unb arbeitslosen Männern würbe burch ein warmes Essen unb ein Glas Bier in ber Ge­meinschaft ber stubentischen Jugenb eine große Freube bereitet. Die Stubenten hatten ihre musi­kalischen Fertigkeiten in ben Dienst ber schönen Sache gestellt, unb so nahmen bie Abendstunden einen sehr harmonischen Verlauf.

Der Ortenberger Sparkassen-Prozeß erneut vor Gericht.

Im August vorigen Jahres verhandelte bie Große Strafkammer in Gießen während mehrerer Tage den Prozeß gegen eine Anzahl Angestellte der Be- zirkssparkasse in Ortenberg wegen schwerer Unter­schlagungen, die sie sich in ihrer beruflichen Tätig­keit zum Nachteil der Bezirkssparkasse Ortenberg hatten zu Schulden kommen lassen. Bekanntlich zeigte sich dabei, daß die Angeklagten in skrupel­loser Weise das Vertrauen der Sparkasse-Einleger getäuscht und eine sehr üble Wirtschaft mit den Geldmitteln der Kasse getrieben hatten. Die Ange­klagten Müller und Leinberger wurden da­mals von ber Großen Strafkammer zu je 2 Jah­ren unb 6 Monaten, der Angeklagte R a a b zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Im Hinblick auf die Schwere der Tat unb bie Höhe bes Schadens gab sich bie Staatsanwaltschaft mit diesem Urteil nicht zufrieden und legte Revision dagegen beim Reichsgericht ein. Das Reichsgericht gab dieser Revision statt und hob das Urteil auf. Nunmehr wirb ber Prozeß noch einmal vor ber Großen Strafkammer in Gießen verhanbelt wer­ben. Die Derhanblung wirb am kommenben Diens­tag ftattfinben.

Besichtigung

der Gießener Sanitätskolonne.

Von ber Sanitätskolonne Gießen wirb uns ge­schrieben:

Die Sanitätskolonne Gießen des Deutschen Roten Kreuzes würbe am 6. dieses Monats Durch ben Inspekteur, Generalstabsarzt a. D. Dr. Brekle (Kassel) besichtigt. Nach eingehenber Prüfung ber Sanitätswagen unb der zum allgemeinen Rettungs­dienst notwendigen Materialien erfolgte eine Be­sprechung im Kreisamtsgebäude mit ben Vertre­tern der örtlichen Führung des Provinzial-, Kreis- unb Ortsmännervereins vom Deutschen Roten Kreuz. Um 8 Uhr war die Sanitätskolonne mit ben ihr angeschlossenen Abteilungen Leihgestern, Watzen­born und Heuchelheim unb den Samariterinnen des Alice-Frauenvereins zur Besichttgung ange­treten. Nach ber Meldung erfolgte auf Anordnung des Inspekteurs eine theoretische Prüfung durch den Kolonnenarzt Dr. Gros. Das Ergebnis dieser Prüfung zeigte, daß die Ausbildung Der Kolonne unb der Helferinnen auf beachtenswerter Höhe steht. Die anschließend voraeführten prakttschen Uebungen ließen ein eingehendes Wissen über alle für d(e erste Hilfeleistung erforderlichen Maßnah­men erkennen. Auch im Ordnungsdienst wurde be­wiesen, baß bie Kolonne in biefer Hinsicht allen Anforderungen gerecht wirb. In ber anschließenben Kritik würdigte der Inspekteur bie gesamten Lei­stungen als sehr befriedigend. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf ben Führer und Schirm Herrn des Deutschen Roten Kreuzes wurde die Besichtigung geschlossen.

Jlorblanb im künstlerischen Lichtbild.

Gestern abend sprach in ber Neuen Aula ber Universität im Rahmen einer Veranstaltung bes Goethebunbes unb Kaufmännischen Vereins ber ^Altmeister ber Lichtbilbkunst Kurt Hielscher an Hanb von etwa 170 Silbern über bie norbischen Länder. Einleitend betonte der Redner, daß es nicht schwer fallen würde, über jedes der drei nor­dischen Länder Schweden, Norwegen, Däne­mark je einen Vortrag zu halten, er sei aber hier bestrebt, seinen Zuhörern nur bas Wesenhafte zu zeigen. Er schilderte seine Lichtbilder als die Er­gebnisse einer dreijährigen schweren Arbeit, für die er allerdings alle Unterstützung der Regierungen ber brei norbischen Länber gehabt habe. Insgesamt seien auf bieten Reisen kreuz unb quer burch Däne­mark, Schweben unb Norwegen etwa 4100 Licht­bilder entstanden unb zwar trotz ber großen Schwie­rigkeiten, wie sie sich aus ben Witterungsverhält­nissen unb aus ben diesigen Entfernungen ergaben.

Nach kurzen Erläuterungen ber klimatischen Ver­hältnisse in ben Norbländern unb nach kurzer Schilderung der Reiseroute ging der Redner zu ber Vorführung ber Lichtbilber über, in benen man zunächst Dänemark kennenlernte. Romantische Küstenlanbschaften, Jütlanbs wogenumstürmte hero­ische Hügel, idyllische Bauernbörfer, Hünengräber unb einen herrlichen Runenstein, wuchtige Schlösser sah man in einzigartigen künstlerischen Bildern. Die Insel Bornholm unb Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen erschienen in charakteristischen Aus­nahmen und liehen alte Kultur sinnfällia in Er­scheinung treten. Aus Schweben zeigte Der Dor» tragenbe schöne Silber aus Värmland und Selma Lagerlöfs Umgebung, man sah viele prächtige Holz­bauten als Wahrzeichen einer uralten germanischen Kultur, Kirchen und Dome von eigenartigen For»