Ausgabe 
7.9.1936
 
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Nr.ZOY Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)

Montag, 7. September 1936

BDM.-WimpelweiheinKlosterArnsburg

Der altehrwürdige Kapitelsaal in der Ruine des Kl öfters Arnsburg wor am Samstag zu spätabendlicher Stunde der Rahmen und Schau- Plalz einer Feier, die allen, die daran teilnehmen tonnten, zu einem schönen und ernsten Erlebnis geworden sein dürfte. Die Wimpelweihe des B D M. und I M. inmitten jener alten, von der Hand deutscher Künstler gestalteten Mauern, wurde in dieser Umgebung zum Sinnbild für eine ver­schworene Gemeinschaft und fast zu einem Rütli­schwur.

Das Licht der wenigen Fackeln geisterte über das alte Gemäuer, ließ die herrlichen Kapitelle wunder­bar plastisch werden, bas warme Licht erfüllte die Kreuzgewölbe mit freundlich-milder Helle und brachte warmen Glanz über die vielen Mädchen­gesichter, die erhoben und gespannt der Feier folgten.

*

Die Feier fand würdigen Auftakt. Die Musik­schar des Untergaues spielte eine ernste, getragene Weise, die wie ein Bekenntnis zum Edlen und Guten klang und nicht gleichgültig lassen konnte. Das Unisono der Geigen klang eindringlich und kraftvoll im Raum und half die innere Bereitschaft für die Wimpelweihe schaffen. Das von der Einzel­stimme und im Chor gesprochene Wort, gesprochen in strengem Rhythmus, löste die Musik ab und gab dem Bekenntnis zu Volk, Führer und Vaterland Ausdruck; in Liedern wurde vom Sinn der Fahne gesungen. Im Wechsel des gesprochenen Wortes, der Musik und des Liedes wurde die Bedeutung dieser Feierstunde vor das geistige Auge gerückt, bis dann schließlich die

Obergauführerin Else Jtiefe

in sorgfältig bedachten Worten über all das sprach, was dem deutschen Mädchen an Pflicht und Opfer­kraft für Volk und Vaterland aufgegeben ist: Die Jugend, so sagte sie, erwarte -aus Nürnberg neuen Befehl zur Weiterarbeit. Die Jugend wolle dem

Volke dienen, sie sei dem Führer dankbar, daß sie gestaltend mitarbeiten dürfe an deutschem Geschick; der Dank dafür komme in der Treue zum Führer zum Ausdruck. Die Jugend wolle ihren Weg in Treue und im Glauben zum und an das Vaterland gehen. Jeder Deutsche solle zu einem Bannerträger der Nation werden. Jedes Mädchen, das hinein­geboren sei in deutsches Land, müsse seine Pflicht tun. Es sei schön, in Deutschland zu leben und Pflichten zu haben! Wir alle wollten Stufen sein, auf denen die Späteren menschenmöglicher Poll­endung entgegengehen können. Das heiße: ganz dem Lande, ganz dem Volke gehören und für das Edle und Wahre zu kämpfen. Die Jugend sageJa!" zu solchem Kampf und werde immer kämpfen. Wo ewiger Friede herrsche, sei der Tod nahebei. Für den Kampf der Jugend solle der Wimpel Symbol sein für Reinheit, Treue und Glauben und die Fahne solle uns nie müde finden. Der Führer lebe vor, zeige, wie ein Mensch ganz einer großen Sache dienen könne, und wie man ein ganzer Mensch sein könne.

Zum Schluß gedachte die Obergauführerin aller jener, die starben, damit das Dritte Reich werden konnte. Sie gedachte der Toten der Bewegung und stellte sie als Beispiele der Opferkraft vor Augen. In einer Minute des Schweigens gedachten alle der Helden des Dritten Reichs.

Dann entrollte die Obergauführerin die Wimpel des BDM. und der IM. und verpflichtete durch Handschlag die Trägerin zum Einsatz für die Fahne.

Ein gesungenes Gelöbnis der Treue zur Fahne, das dreifacheSieg-Heil!" auf den Führer und das Lied der Jugend beschlossen die.Feier.

Im Scheine der Fackeln rückten die Mädchen, so­weit sie gegenwärtig im Sommerlager Kloster Arnsburg weilen, in die Quartiere. An der Feier nahmen Gäste aus dem Kreise der Politischen Lei­tung, der SA. und SS., der Hitler-Jugend, des Reichsarbeitsdienstes und der Behörden teil.

Aus der Provinzialhauptstadl.

Letzt tt Appell derSA-Nürnbergfahrer

21m gestrigen Sonntag waren die Nürnbera- kahrer der Brigade 147 zum letzten Appell vor Brigadefuhrer Schmidt auf dem Trieb ange­treten. Um 8 Uhr meldete Standartenführer Lut­ter, daß die SA.-Männer der Standarte 116 an­getreten seien. Ebenso auch die Führer der Stan­darten 222 und 254. Nach der Besichtigung folgten Exerzier- und Marschübungen in 12er-Reihen. Nach einer kurzen Mittagspause fand unter Mitwirkung des Musikzuges der Standarte 116 der Vorbei­marsch in 12er-Reihen statt. Gegen 15.30 Uhr er­folgte unter Vorantritt des Spielmanns- und Musik­zuges ein Marsch durch die Kaiserallee, Ludwig- straße, Bleichstraße, Hindenburgwall, der mit einem Vorbeimarsch vor dem Brigadeführer an der Ecke Wernerwall-Bahnhofstraße sein Ende fand. Die Standarten 222 und 254 rückten anschließend in ihre Standorte ab, während die Marschteilnehmer der Standarte 116 unter flotter Marschmusik zum Standartenhof marschierten und die Sturmfahnen einbrachten.

Der Abmarsch der Gießener SA. zur Fahrt nach Nürnberg erfolgt am Freitag, dem 11. September, mittags 12 Uhr, unter Voran­tritt der Musik vom Standartengebäude aus. Der Marsch geht vom Standartengebäude über den Brandplatz, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstrahe, Bahnhofstraße zum Bahnhof.

Die Rückkehr der Gießener SA. von Nürnberg erfolgt am Mittwoch, 16. Septem­ber, 12 Uhr an Gießen. DerMarsch vom Bahnhof, wiederum unter Vorantritt der SA.-Musik, geht durch die gleichen Straßen wie beim Ausmarsch nach dem Standartengebäude.

Gießener Arbeitsdienst unterwegs zum Reichsparteikag.

Aus der Gießener Arbeitsdienstabteilung 5/222 Justus von Liebig" traten heute Montagmorgen 60 Arbeitsdienst-Kameraden die Reise nach Nürn­berg zum Reichsparteitag an. Mit blinkendem Spa­ten, mit schwer bepacktem Tornister, unter dem Ge­sang ihrer schneidigen Lieder, rückten sie vom La­ger aus und marschierten unter der Führung von Unterfeldmeister Weigel durch die Straßen der Stadt zum Bahnhof. Der kraftvolle und geschlossene Gesang der Arbeitsdienstmänner lockte jederman an die Fenster und unter die Ladentüren, und sicherlich sah mancher den Marschierenden mit dem Wunsch nach, auch in Nürnberg dabei sein zu dür­fen. Kurz nach 9 Uhr verließ der Zug den Bahn­hof. Gegen 17 Uhr werden die Gießener Arbeits­dienstmänner in Nürnberg eintreffen. Aus der Gruppe, der das Gießener Arbeitsdienstlager an­gehört, fahren noch Mannschaften aus den Lagern Straßebersbach, Gladenbach und Damm mit je­weils ebenfalls 60 Mann nach Nürnberg. Am Frei­tag dieser Woche kehren sie voraussichtlich wieder zurück.

Dornotizen.

Tageskalender für TNonlag.

NS.-Lehrerbund, Abteilung Höhere Schule, Fach­schaftNeuere Sprachen": 16 Uhr Sitzung der Ar­beitsgemeinschaft in der Oberrealschule. NS.- Frauenschaft, Jugendgruppe: 20.15 Uhr Zusammen­kunft im Andres, Sonnenstraße. Gloria-Palast, Seltersweg:Leise kommt das Glück zu dir". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Drei tolle Tage".

Vellachim in Gießen.

In unserem heutigen Anzeigenteil lädt Bellachini noch einmal zu seinem Gastspiel am morgigen Dienstagabend im Cafe Leib ein. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen.

NG.-Lebrerlmnd, Gießen.

Fachschaft II (TNädchenerziehung).

Dienstag, 8. September, 14.30 Uhr im Biologie- Saal des Lyzeums Vortrag von Frl. Stud.-Ass.

Karola Hirsch (Worms) überVordringliche Fra­gen der dreijährigen Frauenschule". Gäste sind will­kommen.

NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd.

Delr.: Zahlung der hilfskassenbeiträge für Oktober, November und Dezember 1936.

Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, zahlen ihren Bei­trag zur Hilfskasse für die Monate Oktober, No­vember und Dezember am:

Montag, 7, September,

Dienstag, 8. September,

Mittwoch, 9. September,

jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Lokal Tannhäuser", Frankfurter Straße 83.

Wer seiner Verpflichtung gegenüber der Hilfs­kasse nicht bis zum 18. September 1936 nachgekom­men ist, wird bei der Hilfskasse in München ab­gemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben.

NSDAP. - Amt für Bolkswohlfahrt.

Ortsgruppe Gießen-Süd.

Am Montag, 7., und Dienstag, 8. d. M., findet im Bereich der Ortsgruppe GießenSüd die Lebens­mittel-Opferringsammlung durch die NS.-Frauen­schaft statt. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten.

Ortsgruppe Gießen-Ost.

Detr.: Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe

Giehen-Osi.

Die Sammlung wird am Dienstag, 8., und Mitt­woch, 9. September, von der NS.-Frauenschaft

durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfund­päckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Jnhall der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.

Wertzuwachssteuer unter 50 Mark nicht zu zahlen.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung hat eine Bekanntmachung über die Erhebung der Wertzuwachssteuer erlassen, nach der § 21 Abs. 4 der Mustersatzung über die Erhebung einer (Jnfla- tions-) Wertzuwachssteuer und § 23 Abs. 3 der Mu­stersatzung über die Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachssteuer gleichlautend folgende Fassung erhalten:Steuerbeträge, die im ganzen unter 50, Reichsmark bleiben, werden nicht erhoben.".

Schönheit am Schienenstrang.

Der Wettbewerb

zur Verschönerung der Bahnanlagen.

Der alljährliche Wettbewerb der Deutschen Reichs­bahn zur Verschönerung der Bahnanlagen durch Blumen- und Grünschmuck hat im Bereich der Reichs­bahndirektion Frankfurt a. M. diesmal die Bewerber in besonders großer Zahl auf den Plan gerufen. Von den einzelnen Betriebsämtern im Direktionsbereich liegen in die Hunderte gehende Anmeldungen zur Prämiierung vor. Von den Fahrdienstleitern der Bahnhöfe bis zu den Schrankenwärterposten auf der Strecke hat sich alles diesmal besonders eifrig bemüht, den Reisenden die Bahnanlagen im schönen Blumen- und Grünschmuck zu zeigen.

Die mehrere Hunderte bei der Direktion eingegan- genen Anträge auf eine Auszeichnung werden derzeit geprüft. Aus dem Betriebsamt Betzdorf liegen allein über 100 Anmeldungen vor, ebenso auch aus dem

Bezirk Neuwied. Hier sind es besonders die Bahnhöfe Marienberg-Langenbach, Bendorf-Seyn, Erbach, Siershahn und Altenkirchen, die durch besonders schönen Schmuck auffallen. Schöne Grünanlagen weist auch der Bahnhof Wetzlar auf. pracht­vollen Dahlienschmuck zeigt der Bahnhof Dillenburg. In Oberhessen sind zu erwähnen die Bahnhöfe Salz­hausen und Nidda, sowie die Streckenposten 20 und 21 bei Nidda. Einzelne Bahnhöfe auf der Strecke Frankfurt Limburg, Gießen Fulda und Gießen Gelnhausen verdienen ebenfalls heroorgehoben zu werden. Die bei der Preisvertei­lung benutzten Diplome zeigen in Vierfarbendruck einen Blick auf eine der schönsten Anlagen im Bezirk Frankfurt, den Block Romstal bei Schlüchtern.

Heffen-Nasiauiscke Trachtengruppe beim Neichsparteitag.

NSG. Im Rahmen des Reichsparteitages wird dieses Jahr das große Volksfest vor allem dadurch gekennzeichnet, daß in größerem Umfange deutsche Volks- und Trachtengruppen eingesetzt werden, um das heimatliche Brauchtum zu zeigen. Auch unser Gau wird mit zwei Gruppen beim Reichsparteitag vertreten fein. Die Wetterauer Marktspiel - schar und Leitung von Oberstudiendirektor Wilh. Philipps (Friedberg) und die Schlitzerlän - der Trachtengruppe unter Leitung von Par­teigenosse S t e i n a d e r (Hartershausen) werden das Brauchtum aus unserem Gau in Nürnberg zeigen. Die Darbietungen der Wetterauer Marktspielschar sind in weiten Kreisen unseres Gaues bereits be­kannt. Auch beim Weltkongreß für Freizeit und Er­holung in Hamburg konnte die Wetterauer Spiel­schar erfolgreich mitwirken. Die Schlitzerländer Trach­tengruppe wird zum erstenmal vonKraft durch Freude" eingesetzt. Sie wird in Nürnberg Heimat­lieder fingen, oberhessische Tänze aufführen und mit guten Volksspielen aus ihrem Heimatgebiet im Rah­men des gesamten Programms mitwirken. Die Gruppe hat ihre Arbeit bereits auf dem Bückeberg und in Goslar zeigen können.

Zusätzliche Bezeichnung(Oberheff.)^ für den Ort Langsdorf.

Vom Postamt Gießen wird uns folgendes mitgeteilt:

Es ist beobachtet worden, daß die von weit her- kommenden Postsachen für L a n g s d o r f des öfteren nach Langsdorf bei Bad Sülze (Mecklenburg) fehl­geleitet wurden. Im Benehmen mit der Deutschen Reichsbahn ist daher der Name für den Postort und die Eisenbahnstation Langsdorf mit der zusätzlichen Bezeichnung(O b e r h e s s.)" versehen worden. Um künftige Fehlleitungen möglichst zu vermeiden, wer­den die Gemeindeglieder gut tun, die neue Ortsbe­zeichnung den Personen, von denen sie Schriftwechsel, Post- und Eisenbahnsendungen zu erwarten haben, mitzuteilen.

120 Kurzschriftler erhalten Urkunden!

Die Deutsche Stenografenschaft ist eine große Lebensgemeinschaft. Gemeinsames Streben, gemein­same Erlebnisse ketten die Mitglieder zu dauernder Freundschaft zusammen. Das konnte man wieder einmal am Samstagabend auf der Karlsruhe erleben, wohin die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Steno­grafenschaft ihre Mitglieder zu einer Veranstaltung eingeladen hatte. Trotz des ungünstigen Wetters ließen sich die Schriftfreunde, deren Angehörige, Freunde und Bekannte nicht abhalten, die schon zur Tradition gewordenen stimmungsvollen Abende mitzuerleben. Die großen Räume der Karlsruhe reichten kaum aus, um alle Besucher aufzunehmen.

Nach einleitenden musikalischen Darbietungen der Kapelle Einbrodt entbot Ortsgruppenführer Graf allen Teilnehmern an der Veranstaltung ein herz­liches Willkommen. Besonderer Gruß galt dem Kreisgebietsführer Kuhl und den Vertretern der benachbarten Ortsgruppe Wieseck. Ortsgruppen­führer F. Graf führte u. a. aus, daß der gute Besuch ein Beweis für die Anhänglichkeit der Mit- gieder und Freunde zur Deutschen Stenografen-

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Oer Schuh-Appell.

Von Manfred ter Wehlen.

Der ganze Arbeitsdienst wäre nicht möglich, wenn es keine Stiefel und keine Schnürschuhe gäbe Wie bitte, Sie glauben das nicht? Sehen Sie her.In seinen Stiefeln stapft dei: Arbeitsmann durch Lehm und Schlamm und Staub ohne seine,Sttefel konnte er aar nicht arbeiten. Die Schnurschuhe tragt er, blank gewichst, bei jedem Urlaubsappell (nad) Weggetreten" werden die so schön geputzten Schuhe zwar wieder ausgezogen und -

Halbschuhen vertauscht, .aber zum, App ll ftnd fte eben nötig). Ohne Schnurschuhe ein Urlaubsappell und ohne Urlaubsappell kein Urlaub.

Arbeit und Urlaub aber finb ?nft'n^s Äffiäi 3? Uw * "ASS SS.»

bedeutungsvollen Worten des vortragenoen u rers schließt. cvhnuna ist, kommt

Also, daß die Sache nicht mOro 9H ja

nicht in Frage, fallt aus weg erleben!"

alles in Ordnung ist, sonst könnt ihr w°

Am Abend eines solchen TagensBirne im traulichen Schimmer untr de beeindruckter in der Eruppftube einenHmit kritischen Arbeitsmanner. Die entdecken hier einen

Mienen ihr Schuhzeug u Eisen oder

fehlenden Nagel, dortem ^9 beschlossen,

eine aufgeplatzte Naht. D rausy Qratur Don der sofort morgen einen Schem z v __ gar,cht Kammer zu holen, roobl Jimi5tTlu5 annimmt, daß so sehr begründetem -- Opt rn mieber nicht

er den - gelinde gesagt 9 antrifft Die anderen anwesenden "Kammerb" en Fett, das

massieren im Schweiße lh Sre(f 3U einer

sich mit aufgelöster ®^nfte oereinigt hat, in die Art schwarzer Schmirgelpas v sein, daß

Stiefelkappen, dennsie lauen i man sie einblasen kann . jn der

Die Leute mit "Köpfchen unb sagen sich:

Falle, lassen die andern a ve bem Dienstplan,

So'n Appell steht sruhgen^ ' Anstrengen, und dann ist es immer noch Z-n s $ nach

Eines Tages kommt wahren Mittagessens der

2,04

das regt keinen von uns auf.Bettruhe ist Dienst und im Dienst tut man, was befohlen.

Aber nach einer Weile schrillt der Truppführer vorn Dienst durch die Gegend:

Halb sechs Schnürschuyappell im Speisesaal!"

Und privat fügt er noch für die nächstliegende Stube hinzu:Der Gruppenführer sieht sie selber nach." Was natürlich in bewährter Weise wie ein Lauffeuer durchs Lager geht.

Nun stürzt jeder aus dem Bett und über die Schuhe her, die geduldig alles mit sich geschehen lassen, sogar das offiziell streng verbotene und daher nur in dunklen Ecken oder sonstiger guter Deckung anwendbare Dreckabkratzen mit Messern und ähnlichen harten Gegenständen.

Nur mein Bettnachbar Tepp starrt verzweifelt auf die Unterseite seiner Schnürschuhe, die auch wirklich zum Erbarmen aussieht. Sohlen kaputt, mehrere Nägel rausgefallen, Hackenleder verrottet. Wie es dahin kommen konnte, ist ihm selber nicht recht klar. Jedenfalls ist es soweit und auf einen Reparaturschein kann er nicht mehr hoffen, denn der Kammerbulle bleibt natürlich unsichtbar.

Banger Ahnungen voll zieht Tepp mit uns in den Speisesaal, wo wir in zwei Reihen einander gegenüber Aufstellung nehmen. Unser Trupp kommt ziemlich in die Mitte der langen Gasse und dann erscheint auch schon der Gruppenführer mit feinem Adjutanten, unseremAlten", den Feldmeistern und Truppführern. ....

Die Fensterscheiben klirren vorschriftsmäßig, als wir dasHeil Hitler, Kameraden!" des hohen Herrn erwidern. Die Besichtigung beginnt.

Der Gruppenführer geht an das eine Ende unse­rer Gegenreihe und schickt seinen Adjutanten an das andere. Langsam kommt das Klappen der Hacken näher, mit dem die einzelnen Arbeitsmänner still- stehen, wenn der Besichtigende bei ihnen ist. Die Schnürschuhe werden in Brusthöhe gerissen, oben auseinandergeklappt, vorn auseinandergeklappt, Sohle nach oben, in Grundstellung drehen. Der Prüfer geht weiter. Rühren. .

Gruppenführer und Adjutant treffen m der Mitte der Reihe zusammen. Tepp stiert verzweifelt vor sich hin. Bis jetzt ging noch alles gut. Nirgends wurde, etwas gefunden, das zu bemängeln war. Nur hin und wieder die Frage des Inspizierenden: Passen die Schuhe auch?" Das ganze Lager scheint seine Schnürschuhe in märchenhafter Ordnung zu haben. Desto schlimmer wird es ihm ergehen, wenn er diese Wracks vorzeigen muß.

Kommt der Gruppenführer letzt zu ihm? Tepp schließt die Augen und versucht einen gewaltigen Kloß der ihm im fial|- M, herunter,'.ulchluckem

Nein noch eine Gnadenfrist. Die beiden gehen

wieder zu den Flügeln, nun aber in der Reihe, in der er steht.

Wieder das Klapp-Klapp der Hacken, das un­heilschwanger herandröhnt... Wenn doch nur etwas passieren würde, ein Erdbeben, eine Feuersbrunst, Tepp ist es ganz gleich, nur die Besichtigung soll unterbrochen werden.

Se-in Nebenmann reißt sich zusammen. Der Gruppenführer durchbohrt die Schuhe förmlich mit den Blicken, reißt an der Ziehschlaufe, biegt die Nähte auseinander. Nichts entgeht dieser Forschung. Dann besteht er die Sohle, tippt auf eine leere Stelle wo ein Nagel fehlt, sagt aber nichts, sondern wendet sich ab.

Jetzt...

Tepp steht still, sieht den Gruppenführer mit weitaufgerissenen Augen an, ohne irgend etwas unterscheiden zu können, und zeigt seine Schnür­schuhe.

Oh..." macht der Besichtigende. Nimmt die Unglücksdinger in die Hand und besieht sie genau. Der Traum ist aus, kann Tepp nur noch denken, jetzt gehts los.

Der Feldmeister vom Dienst wird herangewinkt, der Gruppenführer zeigt ihm die Schuhe und... Tepp glaubt zu träumen:Feldmeister, schreiben Sie auf, daß diese Schuhe umgetauscht werden. Es ist ja unmöglich, daß der Mann da noch drin läuft. Das hätte schon lange gemacht werden müssen."

Und da der Adjutant die Besichtigung inzwischen zu Ende geführt hat, wendet er sich norm Gehen noch einmal an die ganze Abteilung:

Alle mal herhören! Ich bin hierher gekommen, um zu sehen, ob die Schnürschuhe auch jedem passen. Bei wem das nicht der Fall ist, geht gleich zur Kammer, um sie umtauschen zu lassen. Im allgemeinen ist das Schuhzeug noch gut, und wenn es richtig gepflegt wird, können wir damit noch lange auskommen. Heil Hitler, Kameraden!"

Lebende Wahrzeichen.

Es ist uralte Sitte, der Erinnerung an große geschichtliche Ereignisse oder an bedeutende Männer Bäume zu pflanzen. Auch in der Pflanzung von Grabschmuck spiegelt sich dieser Grundgedanke wider, daß man das vergangene menschliche Leben durch das Wahrzeichen der lebenden Pflanze ehrt. Und was wäre da geeigneter, als der Baum, der so viele Menschengenerationen überlebt. Freilich mit diesem Suchen nach einem langdauernden Er- innerungsmal bestimmt sich auch die Baumart, die für solche Wahrzeichen gewählt wird. Dor allem sind es Esche und Eiche, oft auch Buche und Linde,

die als Bäume mit hohem Lebensalter geschätzt sind. Eschen und Eichen bilden hartes Holz, das oft schon Jahrtausende, jedes Jahr von neuem sich begrünend, jedes Jahr von neuem blühend und Früchte bringend, überlebt hat. Wie einst in der nordischen Dichtung der Edda die Weltesche Sinn­bild der Weltordnung war, wie einst in ihrem Schatten die Nornen saßen und über Sein und Vergehen der Menschen bestimmten, so ist die Esche lebendes Sinnbild für ewige Kraft. Aber wir haben auch Weichhölzer und Sträucher, die ihren sinn­bildlichen Wert in den Gedanken des Völkes be­sitzen. Wir denken an die Weidenkätzchen, die als erste Frühlingsboten und als Auferstehungssinn­bild seit der christlichen Zeit gern gepflanzt werden, an das frische Grün der jungen Birken, das Mai­feier und Pfingsten schmückt. Und ebenso sind die Baumpflanzungen bei der Geburt des ersten Soh­nes auf dem Bauernhof Begleiter des heimat- gebundenen Menschen auf feinem Erdenwege. Ihnen gilt ganz besonders die Pflege durch die Sippe, und sie sind zugleich lebende Mahner an die Vergäng­lichkeit des Irdischen und Rufer zur Bewährung, so still auch ihr Wachsen und Sein durch die Jahre geht.

Das kleinste Mikrophon der Welk.

Als vor kurzem in der 5. Avenue von Neuyork ein großer Aufmarsch stattsand, waren die Zu­schauer sehr erstaunt, als sie einen Mann erblick­ten, der mit einem Zylinderhut auf dem Kopf ein­herstolzierte. Diese Kopfbedeckung ist in den Stra­ßen Neuyorks eine seltene Erscheinung; in diesem Falle kam noch die andere Merkwürdigkeit hinzu, daß man über dem Hut einen kleinen, etwa 25 Zentimeter langen Sfab erblickte. Jn der Hand hielt der Mann eine Art Spiegel, den er zur allge­meinen Verwunderung dauernd vor sein Gesicht hielt. Man war zunächst geneigt, den Mann für einen Verrückten zu halten, bis man schließlich dahinterkam, daß es sich um einen Ansager der Radiogesellschaft handelte, der den Aufmarsch be­schrieb. Er bediente sich des kleinsten Mikrophons, das es bisher in der Welt gibt. Der kurze Stab, der aus feinem Zylinderhut herausragte, diente als Antenne, und die ganze Apparatur war in einem Holzkästchen von 7:8 Zentimeter Größe unter­gebracht, die der Ansager an seinem Gürtel trug. Was man für einen Spiegel gehalten hatte, war das Mikrophon, in das er hineinsprach. Das Ge­wicht des Gürtels mit dem Kästchen beträgt nicht über zwei Kilogramm, und der Hut wiegt 500 Gramm.