Ausgabe 
7.5.1936
 
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höheren Schulen mit Ausnahme der Gyrn- nasien für Jungen Englisch öie erste Fremdsprache. Das gilt auch für diejenigen Gymnasien, welche die einzigen grundständigen höheren Schulen eines Ortes sind, sowie für die Realgymnasien. Nur ausnahmsweise dürfen Alleinschulen eines Ortes als Gymnasien besteben bleiben, wenn diese Anstalten von be­sonderer Bedeutung sind und wenn gegen ihre Umwandlung mit Rücksicht auf eine ehrwürdige Ueberlieferung begründete Bedenken bestehen."

Kleine politische Rachcchten.

Die am 6. und 8. Mai unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Führers stattfindende Führer­tagung der NSDAP, begann mit einer unter Leitung von Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley stehenden Gauleitertagung. Im Mittel­punkt stand ein Referat des Reichspropagandalei­ters Dr. Goebbels über Propaganda und Volksaufklärung im Dienste von Partei und Staat.

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Am Mittwochnachmittag traten die R e i ch s l e i- t e r der NSDAP, unter Vorsitz des Stellvertre­ters des Führers Rudolf Heß zu einer Tagung im Braunen Haus zusammen. Die Beratung galt or­ganisatorischen und innerpolitischen Fragen. Im Anschluß an ein Referat des Reichsleiters Alfred Rosenberg wurden insbesondere grundsätzliche und praktische Fragen des S t ä n d e w e s e n s be­handelt.

Am Müttertag, 10. Mai, 9 Uhr, sprechen Reichs- minrster Dr. Frick und Reichssrauenführerin Ger­trud S ch o l tz - K l i n k über alle deutschen Sender. Die Ausgestaltung der Feier übernimmt der deutsche Frauenarbeitsdienst.

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Die Bank von Fran kreich hat am Mittwoch die Erhöhung des Diskontsatzes von 5 a u f 6 v. H. beschlossen.

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Der englische Kriegsminister Duff Cooper machte die Aufsehen erregende Mitteilung, daß von der planmäßigen Zahl von 11000 Mann, die für die Luftverteidigung des Mutter­landes gebraucht würden, noch im m«e r nicht weniger als 7000 Mann fehlten.

König Faruk I. von Aegypten ist am Mitt­woch, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt, in der Hauptstadt seines Landes eingetroffen. In unter­richteten Kreisen verlautet, daß mit einer Regent­schaft des zum Thronfolger bestimmen Onkels des jungen Königs, des Prinzen Mohammed Ali, gerechnet wird.

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Bei Ramhah im Irak brach ein neuer Aufstand aus, zu dessen Niederwerfung Militär eingesetzt wurde. Flugzeuge warfen Bomben auf die Auf­ständischen ab. Die Eisenbahnverbindung zwischen Bagdad und Basrah wurde durch die Aufständi­schen unterbrochen.

Kunst und Wissenschaft.

Internationales Schachturnier in Bad-Nauheim.

Vom 17. bis 24. Mai findet in Bad-Nauheim das zweite Internationale Schachtur­nier statt. Neben den Weltmeistern A l j e ch i n und Bogoljubow werden sich folgende Mei­ster an dieser bedeutenden Schachoeranstaltung be­teiligen: Dr. D i d m a r - Jugoslawien, Stahl­berg - Schweden, K e r e s - Estland, van den Bosch- Holland, ferner die deutschen Meister Ahues, Rellstab, Heinicke, Weißgerber. Das Turnier, das vom Großdeutschen Schachbund geleitet wird, ist zu den größten Schachveranstal­tungen der letzten Jahre zu rechnen. Die Leitung des Turniers liegt in den Händen von Steul, Frankfurt.

Schach-Olympiade" in München.

In der zweiten Augusthälfte wird in München durch den Großdeutschen Schachbund ein inter­nationaler Schachwettbewerb durchge­führt, zu dem bisher 13 Nationen, und zwar Bul­garien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Lettland, Litauen, Norwegen, Oesterreich, Portugal, Rumänien, Schweden und Ungarn ihre Teilnahme angemeldet haben. Jedes Land stellt 10 Meister­spieler, das Turnier wird damit zur größten Schachveranstaltung, die bisher durchgefuhrt wurde. Der Grohdeutsche Schachbund hat zur Vorbereitung der deutschen Teilnehmer ein Schachtrainingslager in Bad Saarow (Mark) errichtet. An diesem Trainingslager nehmen Admiral von Hennig- Kiel, die Berliner Pahl, Rellstab, Czach und Weichert, Rogmann - Bochum und Michel- Nürnberg teil. Die Leitung des Lagers hat der Berliner Meisterspieler und Reichstrainer Willi Schlage. Zu den Lehrkräften gehört auch der ehe­malige Weltmeister A l j e ch i n, der an der Schach­

olympiade selbst als Dertrpter Frankreichs teilneh­men wird.

Der Berliner Slaalslhealer-Jnlendank Gustaf Gründgens zum preußischen Staatsrat ernannt.

Ministerpräsident Generaloberst Göring hat den Intendanten des Preußischen Staatlichen Schau­spielhauses in Berlin, Gustaf Gründgens, we­gen seiner Verdienste um die deutsche Kunst zum Preußischen Staatsrat ernannt und folgendes Schreiben an ihn gerichtet:

Mein lieber Intendant Gründgens! Nachdem vor einigen Wochen der Führer und Reichskanzler Ihnen für Ihre Leistungen als Intendant, Regisseur und Schauspieler Worte tiefster Anerkennung aus­gesprochen hat, ist es auch mir ein Bedürfnis, Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung zu beweisen. Ich berufe Sie mit dem heutigen Tage in

den Preußischen Staatsrat. Ich vollziehe diese Be­rufung in dankbarer Würdigung Ihrer Arbeit, mit welcher Sie das Preußische Staatliche Schauspiel­haus zur führenden Bühne Deutschlands gemacht haben. Ich weiß, daß neben der hervorragenden Mitwirkung des ausgezeichneten Ensembles es in erster Linie Ihrer unermüdlichen Einsatzbereitschaft zu danken ist, wenn heute das Staatsschauspielhaus wieder die Stellung erreicht hat, die diese Bühne zum Vorbild aller deutschen Theater macht. Mlt dieser Ernennung zum Preußischen Staatsrat bringe ich aleichzeitig zum Ausdruck, wie wichtig im nationalsozialistischen Staat die Pflege der dar­stellenden Kunst ist. Sie sollen weiter an der För­derung dieser Kunst mitarbeitend und mitratend in diesem Amte mir zur Seite stehen.

Heil Hitler!

Hermann Göring, Ministerpräsident. *

DieerüeMrdamelika-Fchrtdesll.!ömdenburg"

Ganz Amerika verfolgt den Klug mit gespannter Erwartung.

Nächtlicher Start.

Friedrichshafen, 6. Mai. (DNB.) Das Luft­schiffHindenburg" ist am Mittwoch um 21.30 Uhr zu seiner ersten Nordamerikafahrt gestartet. Das Luftschiff passierte Koblenz und Köln und verließ um 1.50 Uhr holländischer Zeit das niederländische Gebiet bei Vlissingen.

Um 20.35 Uhr gab Kapitän P r u ß das Kom­mandoFallreep hoch! Zuschauer die Halle räu­men!" Nach Abgabe von Wasserballast verläßt das Luftschiff die Halle. Nachdem das Luftschiff aus seiner Verankerung gelöst, in die Windrichtung ge­dreht worden ist, hebt sich LZ.Hindenburgs um 21.30 Uhr unter den Klängen des Deutch- land-Liedes, das die Menge angestimmt hat, zum nächtlichen Himmel empor. An der Ueberfahrt nehmen 51 Fahrgäste teil. Unter ihnen ist der be­kannte australische Polarforscher Sir Hubert Mil­kins mit Gattin.

Wie Kapitän Lehmann mitteilte, sind die Wetteraussichten bis jetzt sehr günstig. Eine genaue Route läßt sich jedoch noch nicht fest­legen.

Das Luftschiff führt an Bord Rettungs­boote, sogenannteMarcksche Auftriebe" mit. Es handelt sich insgesamt um 50 Quadratmeter Floß- fläche. Die Schwimmkörper bestehen aus wasser­dichtem Zeltstoff, sind wie Zeltbahnen zusammen­legbar und mit Gas gefüllt. Sobald sie das Wasser berühren, dehnt sich das Gas aus und aus jedem Schwimmkörper entsteht ein festes Floß. Unter den Frachtgütern befinden sich Rheinwein, bayeri­sches Bier und Filme. An Post befördert das Luft­schiff über 200 000 Briefe.

Außerordentliches Interesse in LSA

Washington, 7. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Der Start des LZHindenbur g" wurde in ganz Amerika durch Radio von der National Broadcasting Co. verbreitet und war wunderbar klar zu verstehen. In der Bundeshauptstadt Wa­shington hofft man, daß das deutsche Riesenluftschiff

hier einen Besuch abstatten wird. Zum Empfang in Lakehurst werden sich Vertreter der Bot­schaft, geführt von General von Bötticher sowie vom Generalkonsul von Neuyork, einfinden.

In größter Aufmachung berichtete die gesamte amerikanische Presse über den Start des Luft­schiffesHindenburg". Die Blätter bekunden da­mit das außerordentliche Interesse, das das amerikanische Volk dem Flug über den Nord­atlantik entgegenbringt. Nach einer eingehenden Schilderung aller Einzelheiten des Abfluges weisen die Zeitungen besonders aus die Tatsache hin, daß dieser Amerikaflug trotz früherer Ueberquerungen des Atlantiks durch Luftschiffe den er st en Flug im Rahmen eines kommerziellen Ver­kehrsdienstes nach den Vereinigten Staaten darstelle.

Die Marineluftstation in Lakehurst ist zur Zeit der Mittelpunkt der regen Tätigkeit für den Emp­fang des Luftschiffes. Kapitän Rosendahl er­klärte:Ich glaube noch immer an Luftschiffe für Marine- und Handelszwecke. Wir freuen uns, wiederum ein Luftschiff im aktiven Dienst hier zu sehen, und ich glaube, daß der Besuch des Luft­schiffes nicht nur die Ausbildung des Personals unterstützen, sondern auch Verbesserungen in bezug auf die technische Handhabung und andere wert­volle Erfahrungen für uns abgeben wird."

Die Verwaltung der American Air Lines traf Anstalten für einen Flugzeugpendelverkehr zwischen Neuyork und Lakehurst für die Fahrgäste, die Post und die Eilgüter des L. Z.Hindenburg". Um einen neuen Weltrekord auf der Strecke Deutsch­landKüste des Stillen Ozeans aufzustellen, geht sofort nach der Ankunft derHindenburg" für die Fahrgäste ein Flugzeug des amerikanischen trans­kontinentalen Verkehrs von Lakehurst ab. Die Luft­behörden rechnen damit, daß die Flugzeit von Friedrichshafen bis Los Angeles (Kalifornien) auf diese Weise höchstens drei Tage betragen wird. Die Ankunft des Luftschiffes wird der ame­rikanischen Oeffentlichkeit von dem berühmten ame­rikanischen Kriegsflieger und Rekordinhaber Kapi­tän R i ck e n b a ck e r, der dem L. Z.Hindenburg" entgegenfliegen wird, vom Flugzeug aus durch Rundfunkübertragung beschrieben.

Aus aller Welt.

Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Im Berliner Bauunglück-Prozeß gab es einen neuen Zwischenfall. Der Vorsitzende verlas ein von dem Verteidiger Weyhers eingeganqe- nes Schreiben, wonach er die Verteidigung nieder­legt. Weyher erklärte darauf, daß ihn dieser Ent­schluß außerordentlich schwer treffe. Er bitte, daß man ihm seinen Verteidiger weiter belasse, zumal er ohnehin kaum noch verhandlungsfähig sei. Der Vorsitzende bemerkte, daß es in seinem eigenen In­teresse liege, durchzuhalten. Weyher kam noch einmal auf die schweren Verdächtigungen zurück, die von dem Mitangeklagten N o t h gegen ihn er­hoben worden sind, und stellte fest, daß er sich frei von jeder Schuld fühle. Nach kurzer Pause verkün­dete der Vorsitzende den Beschluß, daß der bis­herige Wahlverteidiger Weyhers diesem als Pflicht­verteidiger beigeordnet wird. Zum Schluß der An­geklagtenvernehmung äußerte sich noch einmal Di­rektor Hoffmann von der Berlinischen Bau­gesellschaft; er sei des Glaubens gewesen, daß der Bau in der Hermann-Göring-Straße in derselben

mustergültigen Weise durchgeführt werde, wie das im Bauabschnitt Tieckstraße der Fall war. Bei sei­nen Besuchen in der Baugrube habe er immer wieder feststellen müssen, wie umsichtig und verant­wortungsvoll Noth gearbeitet habe. Hoffmann will seinem Bauleiter Noth geliefert haben, was dieser an Material anforderte, und nicht gewußt haben, daß die gelieferten Abstützungen zu kurz waren.

Dann wurde mit der Zeugenvernehmung begonnen. Erster Zeuge war ein 27jähriger Tisch­ler F., der zur Schachtkolonne des ums Leben gekommenen Schachtmeisters Dünke gehörte. Er hatte den Auftrag erhalten, während der Mittclys- pause in der Grube zu bleiben, um das vorn Bag­ger geschaufelte Loch aufzufüllen, da in den Nach­mittagsstunden eine Kommission die Grube besich­tigen wollte. Plötzlich hörte er einen furchtbaren Krach und es wurde alles dunkel. Ein Arbeits­kamerad rief ihm zu:Lauf, lauf!" Nun stürzte er nach dem Potsdamer Platz zu davon. So kam er aus der Gefahrenzone und konnte sich unversehrt ans Tageslicht retten. Zur Zeit des Unglücks war man mit Planierungsarbeiten auf der untersten

Sohle beschäftigt, um die Betonierung vorzuberei­ten. Eine genaue Angabe über die Tiefe der Aus- schachtuna kann der Zeuge nicht machen. Der nächste Zeuge, Walter K., war mit dem ersten Zeugen zusammen mit dem Auffüllen des Bagger- lochs beschäftigt. Auch er ist auf den Zuruf eines Arbeitskameraden fortgelaufen, als der Bagger sich vornüber neigte und in das von ihnen geschaufelte Loch abrutschte.

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Der bisherige Vizepräsident und Chef des Stabes Generalleutnant a. D. von Rocques wurde zum Präsidenten des R e i ch s l u f t s ch u tz b u n- des ernannt. Der bisherige Präsident Generalleut­nant a. D. W r i m m e wurde zum Ehrenpräsidenten des RLB. ernannt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Führer und Reichskanzler ernannte den bis­herigen Stellvertretenden Chef der Gendarmerie, Oberst der Gendarmerie von Kamptz, zum G e - neral der Gendarmerie. General v. Kamptz übernahm damit endgültig die Dienstgeschäfte des Chefs der Gendarmerie. (Scherl-Bilderdienft-M.) Neuaufnahme ehemals ausgeschlossener Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront.

NSG. Den ehemaligen Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront, die vor dem 11. Januar 1936 rechtskräftig ausgeschlossen wurden und die Frist für Anträge auf Neuaufnahme nicht gewahrt haben, haben nur noch auf dem Gnadenwege Aussicht auf Neuaufnahme in die Deutsche Arbeitsfront. Anträge müssen beim Ober st en Ehren- und Disziplinarhof der DAF. in Berlin eingereicht werden. Die einzelnen Fälle werden überprüft und gegebenen­falls die betreffenden Antragsteller dem Reichs­leiter der Deutschen Arbeitsfront zur gnadenweisen Aufnahme in die DAF. oorgeschlagen.

Opferschiehen der allen Soldaten.

NSG. Auf Anregung des Bundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) e. V., Oberst a. D. Reinhard, wurde innerhalb der Landesverbände des Kyffhäuserbundes ein Schie­ßen für das Winterhilfswerk durchgeführt. Die zur

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Beachten Sie untere Veröffentlichung' Freitag" den 8. Mai!

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