Nr. 83 Erstes Blatt
Dienstag, 7. April 1936
186. Jahrgang
Eichener Anzeiger
, General-Anzeiger für Oberhessen
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Um den Tana-See.
Von unserem römischen E.-Korrespondenien.
Rom, Anfang Apnl.
Ein Jahr nach dem Aufmarsch in Ostafrika, genau ein halbes Jahr nach dem Beginn der militärischen Operationen, überraschend schnell für Politiker wie für Strategen, stößt Marschall Bado- g l > o ins Herz Abessiniens und der Duce — in das Wespennest des T a n a s e e g e b i e t e s. Gilt das dem Negus oder England?
Um die italienischen Erläuterungen oorwegzu- nehmen: Es handelt sich durchaus nicht um einen politischen Vorstoß, sondern um ein normales, im Zuge der militärischen Entwicklung liegendes Manöver. Das schließt freilich nicht aus, daß es ein recht politisches Gesicht annehmen kann, wenn England etwa anderer Meinung sein sollte.
Militärisch kann der Krieg als e n t s ch i e - d e n gelten. Der Negus, mehr einer uralten Ueber- lieferung gehorchend, als von strategischen Erwägungen geleitet, geschweige denn von der Hoffnung,'das Kriegsglück durch eigenes Eingreifen noch wenden zu können, hat die Entscheidungsschlacht a.n geboten, gelenkt und verloren. Trotz Einsatzes der Garde, der besten, europäisch geschulten Kampftruppen, wurde er genau so geschlagen wie seine Unterführer, denen man mangelnde Ausrüstung und Erfahrung, Mangel an Mut und Geschicklichkeit vorgeworfen hat. Die nun schon den Kindern geläufige Wahrheit, daß kein persönliches Heldentum den Bombengeschwadern gewachsen ist, wurde noch einmal und bis zum Ueberdruß bestätigt: das Schlachtfeld blieb gerade so einseitig mit dunkelhäutigen Leichen bedeckt, wie man es aus jenen Zeiten her weiß, wo die europäischen Feuerwaffen die anstürmenden Neger oder Indianer niedermähten. Zwar bullerten die leichten Flakgeschütze, aber sie ritzten den mächtigen Capro- nis kaum die Haut. Auch der Sohn Mussolinis hatte ein paar Treffer zu verzeichnen, kümmerte sich ober nicht darum und machte nicht eher Schluß, als bis er die letzte Patrone aus seinem Maschinengewehr hinausgejagt hatte.
Dazu kamen in den letzten Tagen die Gasangriffe, und die Abessinier besaßen nicht einmal das, was man heute in Europa schon in den Warenhäusern kaufen kann: Gasmasken. An der S o m a l i f r o n t wurde W e h i b Pascha buch- stäblich ausgeräuchert, als er sich in das Aussätzigenhaus geflüchtet hatte; bis auf 50 Meter gingen die Flieger herunter und legten Mensch und Tier um wie Kegel. Das ist kein Krieg mehr, das ist einseitige Vernichtung. Nach der militärischen Lehre jedoch kürzt das rasche, unerbittliche Zu- oreifen den Krieg ab und verringert damit seine Opfer. Man muß sich in der Tat nur an die vorjährigen Prophezeiungen erinnern, die einen Krieg von unabsehbarer Dauer ankündigten, bei dem sich eher noch Italien verbluten werde als Abessinien, einen Kleinkrieg, der die italienischen Truppen durch Wassermangel und Seuchen, Regenfluten und Ungeziefer, tropische Hitze und Nachschubschwierigkeiten dezimieren werde. Nichts von alledem ist eingetroffen, mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks folgt Etappe auf Etappe, Sieg auf Sieg. Auch die nun einsetzende kleine Regenzeit wird nichts ändern und vor Beginn der großen kann der Negus schon kapituliert haben — es sei denn, England greife nun angesichts der bedrohlichen Entwicklung am Tanasee zum Schutze seiner Interessen ein. Auf den Völkerbund wird man ja in Addis Abeba kaum mehr zählen.
Aus verschiedenen Anzeichen läßt sich schließen, daß Italien ein englisches Aufhorchen nicht einmal ungern sehen würde, sofern es nicht wie seinerzeit vor Faschoda von einem unzweideutigen Stop! begleitet sein sollte. Offenbar hofft man in Rom, den größeren Gegner durch den Tanasee an den Verhandlungstischbringen zu können, um ihm klarzumachen, daß Italien gar nicht sein Gegner, nicht einmal ein Gegenspieler sein will, sondern rm Gegenteil ein bequemerer Nachbar als Abessinien. Es werde die englischen Interessen, die sich auf das Quellgebiet des Blauen Nils stützen, nicht nur sorgsam schonen, sondern unterstützen.
Schon ifn Jahre 1925, also zu einer Zeit, wo Abessinien bereits dem Völkerbund angehörte, habe ja die britisch-italienische „Zusammenarbeit" hmstcht- lich der Interessen und Interessensphären beider Länder eingesetzt und zu einem Protokoll geführt, das den englischen Einfluß auf die Wasserhoheit über das Tanaseegebiet beschränkte, dem italienischen aber ganz Westabessinien unterstellte. England müsse jetzt nur der Wirklichkeit ins Auge schauen, dann werde es merken, daß sich eine endgültige italienische Besetzung des Tanaseegebietes durchaus mit den realen Belangen Englands vertrage. Allerdings müsse bei einer solchen Realpolitik alles a u s s ch e i d e n was ungerecht sei, wie die S a n k t l o n.ein und die Flottendemonstration im Mittel- ^Sollte jedoch trotz der italienischen Siege und trotz der Verfügbarkeit der italienischen Heeresmacht in- Europa das System der Sanktionen fortdauern, so wäre das nicht nur gleichbedeutend mit einem Abkommen von dem genannten Protokoll, sondern auch mit einem Grundirrtum der englischen Politik die immer auf die italienische Mitarbeit gerechnet habe. Im Gebiet des Tanasees, das unwiderruflich von italienischen Truppen beherrscht bleibe, sei kein Platz für den fanktionistischen VolkerbunD.
Kann man deutlicher sein? Und wer diese römische Auffassung laut werden läßt, das ist nicht etwa irgendein politisierender Abgeordneter, sondern oer Senator Robert Forges D a v a n z a t i, der politische Sprecher im amtlichen Rundfunk. Das heißt wir ständen in den europäischen Fragen auf eurer
England wünscht ein kollektives Sicherheitssystem im Rahmen des Völkerbundes.
Eden zieht die schrittweise Durchführung eines bescheidenen Programms dem Fehlschlag einer weitgespannten Konferenz vor.
Die Angriffe der Opposition.
London, 6. April. (DNB.) Die englische Regierung benutzte die Unterhaussitzung am Montag, um ihre in der vorigen Woche erlittene Abstimmungsniederlage bei dem Antrag der arbeiterparteilichen Opposition auf gleich hohe Bezahlung für Männer und Frauen im Staatsdienst wieder wettzumachen.
Der Führer der arbeiterparteilichen Opposition Attlee erklärte, die Frage des Augenblicks laute, ob die Regierung Vertrauen zu sich selbst habe und ob sich die Regierungsmitglieder untereinander trauten. Lord Eustace Percy sei zurückgetreten, Ramsay Macdonald sei von der Rednerliste der Regierung zurückgezogen worden, die Außenpolitik sei seit den Enthüllungen über den Hoare-Laval-Plan höchst unklar geworden. Hitlers Vorgehen sei das Ergebnis des Versagens der Genfer Einrichtung. Der Locarno-Vertrag sei eine viel zu enge Grundlage. Die Arbeiterpartei wünsche, daß England den gesamten Völkerbund zur Auf- rechterhaltund DOrt Recht und Ordnung aufbiete, wobei man sich nicht nur aus Westeuropa beschränken dürfe, sondern auch die Verhältnisse in Osteuropa und Südeuropa berücksichtigen müsse. Der sichere Schild des Friedens sei der Völkerbund und nicht eine Bündnispolitik In der heutigen Zeit sei es für England und die Welt gefährlich, wenn eine britische Regierung eine Politik des Treibenlassens verfolge.
Der Konservative Winston Churchill richtete schärfte Angriffe gegen die Regierung wegen ihrer
Abessmienpolitik. Es gebe Persönlichkeiten, die bezweifelten, ob die Abessinier ihren Widerstand noch bis zur Regenzeit verlängern könnten. Der A n - greiser werde dann triumphieren und mit Vorteilen belohnt werden, die weit über die Hoare-Laval-Dorschläge hinausgingen. Es werde sich dann Herausstellen, daß die 50 Nationen des Völkerbundes den Abessiniern auch nicht den gering st en Nutzen gebracht hätten. Auf der anderen Seite habe sich England Vie Feindschaft Italiens im Mittelmeer zugezogen. Nur durch eine Verstärkung seiner Hilfsquellen werde es England jetzt noch möglich sein, die Unabhängigkeit Aegyptens aufrechtzuerhalten und den Weg nach Indien offenzuhalten. Churchills Angriffe steigerten sich noch, als er sich im besonderen mit Deutschland und dem Nationalsozialismus befaßte. Mit offensichtlichem Bedauern erwähnte er, daß durch die Wiederbesetzung der Rheinlande das nationalsozialistische Regime und sein Ruf erneut gewonnen hätten.
Sir Austen Chamberlain drückte die Hoffnung aus, daß die Regierung heute abend ihre außenpolitische Haltung klarer als bisher zum Ausdruck bringen werde. Wegen des Charakters der d e u t s ch e n V o r s ch l ä g e sei er besorgt, insbesondere wegen der ' Bezugnahme auf die Gleichheit des Rechtszustandes. Man müsse genau wissen, was Deutschland hiermit meine. Chamberlain schloß mit d§r Mahnung an die Regierung, eine eindeutige Erklärung über die b r i - tischen Kolonien und Mandatsgebiete abzugeben.
Englands Marschroute für Gens.
Außenminister Eden
erklärte zum Abessinienkonflikt u. entweder müsse es zu einer echten Versöhnung kommen, einer Versöhnung, die innerhalb einer gegebenen Zeit in eine Einstellung der Feindseligkeiten ausmünde, oder der Achtzehner-Ausschuß müsse sich noch einmal mit seiner Aufgabe befassen. England sei bereit, gemeinsam mit den anderen Mächten wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen zu treffen, falls die anderen sie annehmen und in dem gleichen Geist und Buchstaben wie England selbst durchführen würden.
Der Außenminister kam dann auf den deutschen Friedensplan zu sprechen. Kürzlich seien Frankreich und Belgien an die britische Regierung mit der Bitte herangetreten, eine Tagung der Locarno-Mächte ohne Deutschland Anfang dieser Woche entweder in Paris oder in Brüssel abzuhalten. Er bekenne, daß die englische Regierung einige Zweifel über die Nützlichkeit einer solchen Zusammenkunft in diesem Augenblick empfunden habe.
Er habe darauf hingewiesen, daß die englische Regierung nicht der Ansicht zustimmen könne, daß die Verföhnungsaktion (conciliation) z u Ende fei. Andererseits fei er der Ansicht gewesen, daß ein Gedankenaustausch vielteich wertvoll fein würde, fei es auf diplomatischem Wege oder unmittelbar durch eine gemeinsame Zusammenkunft. Da nach englischer Ansicht eine Sitzung des D r e i- zehnerausschusses über den abessinischen Konflikt dringend notwendig sei, habe England diese Gelegenheit benutzt, um Frankreich und Belgien vorzuschlagen, in dieser Zeit informelle Besprechungen unter sich abzuhalten. Beide Regierungen hätten dieser Ansicht beigepflichtet. Er stimme völlig mit der
Ansicht überein, den Völkerbund zu dieser Besprechung heranzuziehen. Die Vorschläge des Reichskanzlers beträfen teils eine Gruppe von westmächlen, teils einige Staaten im Süden ober im Osten Europas. Rach englischer Ansicht sei es wesentlich, daß diese Vorschläge miteinander verbunden würden, und zwar durch den Völkerbund, damit keinerlei
Verwirrung entstehe.
Attlees Erklärung, daß der Locarno - Vertrag nicht umfassend genug sei, und daß die Grundlage erweitert werden müsse, bedeute eine allzu große Vereinfachung der Pflichten Englands. Wenn jemand die Vorstellung habe, daß man jetzt die Vorschläge des deutschen Kanzlers und ebenso die unmittelbaren Aufgaben, die sich für England aus der „Verletzung des Locarnovertrages" (!) ergäben, beiseite legen wolle, stattdessen einen weittragenden Plan einer allgemeinen Regelung für Europa zu verhandeln, so wolle er vor einer derartigen Vorstellung warnen. Er glaube nicht, daß es in diesem Augenblick möglich oder wünschenswert sei, allgemeine Verpflichtungen zu gegenseitigem Bei st and, die sich über ganz Europa erstreckten, zu übernehmen, um die Völkerbundssatzung zu umgehen. Unter der Völkerbundssatzung hätten alle Staaten Verpflichtungen, die England selber zu erfüllen bereit sei. Man habe zwar die Freiheit, die Völkerbundssatzung für bestimmte Umstände durch regionale Abmachungen zu v e r st ä r k e n. Er befürchte aber, daß das unmittelbar anzustrebende Ziel verloren ginge, wenn man in diesem Augenblick versuche, eine gewaltige europäische Neuregelung zu erlangen, die auf anderen Bestimmungen als denen des Völkerbundes beruhe.
Die Regierung habe den Wunsch, daß Ende des Sommers alle Völker Europas Mitglieder des Völkerbundes seien.
(Beifall.) Die englische Regierung wünsche, daß ein neues Sicherheilsgebäude in Westeuropa die Stelle Locarnos einnehmen möchte. Sie wünsche, daß d i e Sicherheit an anderen Stellen durch Uebereinkommen gestärkt werde, die unmittelbar vom Völkerbund überwacht würden, wenn dieses Ergebnis bis Ende des Sommers erzielt werden würde, so würde für die Sicherheit Europas so viel gewonnen sein, daß es dann möglich erscheinen würde, auf die weiteren Pläne einzugehen, die sich auf Rüstungen, wirtschaftliche Fragen und die Stärkung der Sicherheit durch die in der Völkerbundssahung selbst gebotenen Wittel bezögen. Es möge so aussehen, als ob dieses Programm bescheiden sei; aber man habe so viele Konferenzen mit großen Programmen f e h l s ch l a g e n sehen, daß er der Ansicht sei, es sei klüger, diesen unmittelbaren Beitrag zur Sicherheit Europas zu leisten, der tatsächlich geleistet werden könne.
Wenn der Völkerbund von allen europäischen Ländern bestätigt werde, so müsse dies eine beruhigende Wirkung haben. Das bedeute, daß diese Staaten anerkennen, daß sie in jeder Frage, sei es in einer territorialen oder einer anderen, sie nur in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen und durch dieMaschineriedesDöl- kerbundes handeln könnten. Er glaube, daß man einen großen Schritt vorwärts getan hätte, wenn es gelänge, das zu erreichen und dann die Verstärkung der regionalen Uebereinkommen zu sichern. (Beifall.) Trotz der Schwierigkeiten habe der Völkerbund an Stärke' gewonnen und tiefe Wurzeln geschlagen. (Beifall.) Deshalb müsse alles, was Großbritannien tue, auf der Völkerbundssatzung beruhen. Er hoffe, daß man dieses Instrument nicht leichtfertig abändern werde, bis sicher- gestellt sei, daß jedermann in Europa gewillt sei, seine Völkerbundsoerpflichtungen zu erfüllen. Großbritannien sei bereit, das zu tun.
England und die Kolonialfrage.
Schatzkanzler Neville Chamberlain
erklärte, die Aussprache habe erneut nicht nur die Schwierigkeiten, sondern auch die Gefahren aufgezeigt, die von der Politik der kollektiven Sicherheit untrennbar seien. England dürfe nicht die ganze La st der kollektiven Sicherheit auf seine eigenen Schultern nehmen, sondern müsse sich überzeugen, daß andere nicht nur bereit, sondern auch in der Lage seien, ihre Rolle zu spielen.
Der Schahkanzler kam dann auf die Kolonien zu sprechen. Er betonte, daß ein klarer Unterschied zwischen Kolonien und Mandatsge- bieten gemacht werden müsse, seines Wissens habe niemand jemals verlangt oder vvrgeschla- gen, daß das Britische Reich irgendwelche seiner Kolonien aufgeben sollte. Eine solche Forderung könnte nicht für einen Augenblick in Erwägung gezogen werden. Mandatsgebiete seien nur in einem „familiären" Sinne ein Teil des Britischen Reiches. Es sei, als die Mandatsgebiete verteilt worden feien, nicht beabsichtigt gewesen, daß jemals eine Aenderung in diesen Mandaten eisttreten solle. Es seien keine Maßnahmen getroffen worden für die Ueber- tragung eines Mandatsgebietes von der ursprünglichen Mandatsmacht an eine andere Macht. Um eine Übertragung durchzuführen, wären zumindestens die Zustimmung der Mandatsmacht, ferner die Zustimmung der Macht, der das Gebiet übertragen würde, und schließlich des Völkerbundsrates
Seite wenn die Sanktionen eingestellt und-uns der Besitz Abessiniens, einschließlich des Tanaseegebietes, anerkannt würde. Wollt ihr das nicht, so bleiben wir trotzdem, wo wir sind, ohne uns für die Wahrnehmung britischer Belange am blauen Nil verbürgen zu können.
Der unbeteiliate und unbefangene Zuschauer in Rom weiß nicht, was gegenwärtig größer ist, die Begeisterung über die Trikolore, die über der alten abessinischen Hauptstadt Gondar weht, oder die Entschlossenheit, mit der Mussolini dem englischen Imperium die Stirne bietet. Wird nun Eden auch vom Duce eine „Geste" verlangen? Oder findet er den Friedensplan Davanzatis annehmbarer und entgegenkommender als den deutschen? Es wird sich zeigen müssen, ob Englands Grenze bloß am Rhein oder vielleicht doch auch am Tana-See liegt. Für die französischen Zeitungen ist es freilich schon ausgemacht, daß nicht der Negus, sondern England die Partie verloren und eine Demütigung durch Italien erfahren habe, wie es seit Jahrhunderten keine mehr hinnehmen mußte. Ist es wirklich so? Es gibt gute Kenner Englands, die behaupten, das letzteWort in dieser Sache sei noch nicht gesprochen.
Eingeborenentruppen verfolgen die flüchtenden Abessinier.
Asmara, 7. April. (Vom Kriegsberichterstatter des DNB.) Eingeborenentruppen haben die flüchtende abessinische Nachhut im Süden von Quoram unter vernichtendes Feuer genommen. Unter der reichen Beute befindet sich auch ein ßurusfraftroagen, der der Privatwagen des Negus zu sein scheint. In die Schlacht am Aschangi haben auch die Asbo Galla-Krieger eingegriffen und verfolgen den flüchtenden Gegner. Das Luft- bombarbement der versprengten abessinischen Truppen dauert an.
Ein rumänisches Geschenk für Mussolini
Mailand, 7. April. (DNB. Funkspruch.) In Venedig überreichten 60 rumänische Staatsangehörige unter der Führung des rumänischen Konsuls dem Verbandssekretär der faschistischen Partei alsSymbolderAblehnung derSank- t i o n e n 60 mit Bändern in den rumänischen Landesfarben geschmückten Flaschen mit Petro
leum mit der Bitte, das Geschenk Mussolini als Zeichen der Sympathie für Italien zu übermitteln.
Aeichsminister Frank besucht die Tochter des Duce.
Rom, 6. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank hat sich Montagfrüh von Ostia aus auf dem i h m zur Verfügung ge st eilten Privatwasserflugzeug des Duce nach Capri begeben. Er wird der Tochter Mussolinis und Gattin des italienischen Propagandaministers Gräfin Edda Ciano-Mussolini, einen Besuch abstatten. Als Gäste des Duce neh- men an dem Fluge ferner teil Frau Frank, die Staatssekretäre Älfieri und Ricci, der Direktor Lasch und Drektor 2Ierenbts, Dr. von Greevenitz von der Deutschen Botschaft, Mar- quesa d j Bagni und Frau Braun von Stumm. Reichsminister Frank und feine Beglei- tung werden am Dienstag mit derselben Maschine Öen Weiterflug nach Genua antreten, um an der Einweihung des dortigen deutsch-ialienischen Kulturinstituts teilzunehmen.
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