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M dem Bolschewismus
Der Ruffenpakt mit Locarno unvereinbar
ganzen.
Die Mobilisierung des Bolschewismus
um ab»
Rü- Die
Locarno war der konkrete Versuch einer europäischen Sicherung.
kommen.
E» liegt nun eine unendliche Tragik darin, daß als Abschluß unserer langjährigen aufrichtigen Bemühungen um das vertrauen, die Sympa-
eine Aeberprüfung der dadurch entstandenen neuen Lage einzutreten, und die daraus notwendigen Konsequenzen zu zie- hen. Diese Konsequenzen sind sehr schwere, und sie tun uns und mir persönlich bitter leid. Allein ich bin verpflichtet, nicht nur der europäischen Verständigung Opfer zu bringen, sondern auch den Interessen meine» eigenen Volkes zu gehorchen. Solange de Opfer bei der Gegenseite auf Würdigung und Verständnis stößt, will ich mich gern auch zum Opfer bekennen, und werde dem deutschen Volk das gleiche anempfehlen. 3m Augenblick, in dem
’n Gegenteil 'hereinbre- Europa gar sogar noch n- Denn die Berechtigung 'erzliches zu. ' Zusammen, europäischen W einen meisten euto. lüge Dorstel. -ltsche Gleich, .lang führte, ischen Frage
So sehr ich entsprechend meiner Ankündigung in diesem Interview auch in der Zukunft bereit sein werde und aufrichtig gewillt bin, dieser deutsch-französischen Verständigung zu dienen, weil ich in ihr eia notwendiges Element der Sicherung Europas vor unübersehbaren Gefahren erblicke, und weil ich mir für beide Völker aus kdnem anderen Verhalten irgend einen möglichen Vorteil versprechen kann oder auch nur zu sehen vermag, tt M aber schwerste allgemeine und internationale Gefahren erblicke, so sehr zwingt mich die Kenntnis von der endgültigen Abmachung diese» Pakte» nunmehr, in
Deutschland hat konkrete Vorschläge für eine Sicherung des Friedens gemacht
Deutschland
ist auch innerlich zur Verständigung bereit
liche europäische Gleichgewicht. Es verhindert außerdem jede mögliche Abschätzung der erforderlichen Berteidigungsmillel zu Lande und in der Luft für die davon betroffenen europäischen Staaten und in Sonderheit für das allein als Gegner in Aussicht genommene Deutschland.
Diese Riesenmobilisierung desOstens gegen Mitteleuropa steht aber nicht nur buchstabenmäßig, sondern vor allem auch dem Sinne nach im Gegensatz zum Geiste des Locarno • Paktes. Richt wir als Betroffene allein haben diese Empfindung, sondern sie lebt in unzähligen einsichtsvollen Männern i n allen Völkern und ist auch — publizistisch und
Ich habe den sehr konkreten Grundsatz ausgesprochen, daß die Sammelprogramme einer internationalen Paktomanie ebenso wenig Aussicht auf Verwirklichung besitzen, wie die Generalvorschläge einer unter solchen Umständen von vornherein schon als undurchführbar erwiesenen Weltabrüstung. Ich habe demgegenüber betont, dah nur schrittweise an diese Aragen herangetreten werden kann, und zwar nach der Richtung des vermutlich geringsten Wider st andes hin. Ich habe aus dieser lleberzeugung heraus den konkreten Vorschlag auch für einen Luftpakt entwickelt, unter der Zugrundele- gung gleicher Stärken für Frankreich, England und Deutschland. Das Ergebnis war zunächst eine Nichtachtung dieses Vorschlages und dann die Hereinführung eines neuen in feinem militärischen Ausmaß unberechenbaren osteuropäisch-asiatischen Faktors in das europäische Gesichtsfeld.
Deutschland sieht sich genötigt, aus der neugeschaffenen Lage die Konsequenzen zu ziehen.
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gibt es kein paktieren thieu und die Zuneigung des f r a n z ö s i f ch e n Volkes ein Militärbündnis abgeschlossen wurde, dessen Anfang wir heule kennen, dessen Ende aber, wenn die Vorsehung nicht wieder einmal gnädiger ist, als es die Menschen verdienen, vielleicht vonunüber- sehbaren Folgen fdn wird.
schützen und die Verständigung der Völker festigen.
Ls steht mit diesem Pakt nun in Widerspruch die Abmachung, die Frankreich im vergangenen Jahr mit Rußland eingegangen und bereits unterzeichnet hat und deren Bestätigung durch die Kammer soeben erfolgt ist. Denn durch diese neue französischsowjetische Abmachung wird über den Umweg der Tschechoslowakei, die ein gleiches Abkommen mit Rußland getroffen hat, öle bedrohliche militärische Macht eines Riesenreiches nach Mittel- . europa hereingeführt. Ls ist dabei das Unmögliche, daß diese beiden Staaten in ihrer Abmachung sich verpflichten, ohne Rücksicht auf eine entweder bereits vorliegende oder zu erwartende Entscheidung des Völkerbundsrates im Falle einer europäischen östlichen Verwicklung die Schuldfrage nach eigenem Ermessen zu klären und dementsprechend die gegenseitige Beistands- Verpflichtung als gegeben zu betrachten oder nicht.
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daher gelungene Versuch einer stungsbegrenzung geblieben ist. Reichsregierung ist bereit, diesen Vertrag durch eine weitere qualitative Abmachung mit England zu er-
Ich habe mich jahrelang also mit konkreten Vor. schlagen abgegeben, allein ich stehe nicht an zu erklären, daß mir mindestens ebenso wichtig als die sog. konkreten Vorschläge die p s y ch o logische Vorbereitung für die Verständigung erschienen ist, und ich habe auf dem Gebiete mehr getan, als ein aufrichtiger fremder Staatsmann jemals überhaupt auch nur erhoffen durfte. Ich habe die Frage der ewigen europäischen Grenzreoisionen aus der Atmosphäre der öffentlichen Diskussion in Deutschland genommen. Man steht leider nur zu oft auf dem Standpunkt, und dies gilt besonders für ausländische Staatsmänner, daß dieser Einstellung und ihren Handlun- gen keine besondere Bedeutung zukommt. Ich darf darauf Hinweisen, daß es mir genau so möglich ge» wesen wäre, als Deutscher die Wied er Herstellung der Grenzen vom Jahre 1914 moralisch als mein Programm aufzustellen und publizistisch und oratorisch zu vertreten, so wie bas etwa französische Minister und Dolksfuhrer nach dem Jahre 1871 getan haben. Meine Herren Kritiker sollen mir auch auf diesem Gebiet nicht jede Fähigkeit absprechen.
Es ist viel schwerer für einen Nationalsozialisten, einem Volk z u r V e r st ä n d i q un g zuzureden, als das Umgekehrte zu tun. Und es würde für mich wahrscheinlich leichter gewesen sein, die Instinkte nach einer Re- vanche aufzupeitschen als das Gefühl für die Notwendigkeit einer europäischen ver- ffänbigung zu erwecken und dauernd zu vertiefen. Und das habe ich getan. Ich habe die deutsche öffentliche Meinung oon Angriffen solcher Art gegen unsere Nachbarvölker befreit. Ich habe aus der deutschen Presse jeden Yatz gegen das französische Volk entfernt. Ich
politisch belegt — überall offen vertreten worden.
Am 21. Februar wendete sich an mich ein französischer Journalist mit der Bitte, ihm ein Interview zu gewähren. Da mir mitgeteilt wurde, daß es sich um einen jener Franzosen handelte, die sich genau so wie wir bemühen, Wege zur Verständigung zwischen den beiden Völkern zu finden, wollte ich um so weniger eine Ablehnung aussprechen, als ja auch eine solche sofort wieder als Zeichen meiner Mißachtung der französischen Jour- nalistik gewertet worden wäre. Ich habe die gewünschten Aufklärungen gegeben, so wie ich sie in Deutschland selbst hundert- und tausendmal offen ausspreche, und ich habe noch einmal versucht, m i ch an das französische Volk zu wenden mit der Bitte um eine Verständiaung, an der wir mit ganzem Herzen hängen, und die wir so gern verwirklicht sehen möchten. Ich habe aber weiter mein tiefes Bedauern ausgesprochen über die drohende Entwicklung in Frankreich durch den Abschluß e i n e s P a k t e s, für den unserer Ueberzeugung nach keine zu begreifende Notwendigkeit vorlag, der aber im Falle feiner Realisierung eine neue Sachlage schaffen müßte und würde. Dieses Interview ist, wie Sie wissen, aus Gründen, die uns unbekannt sind, zurückgehalten worden und erschien er ft am TagenachderRatifizierunginder fron-
füllten Kontinent werden soll, wenn durch das Hereinbrechen dieser destruktiven und alle bisherigen Werte umstürzenden asiatischen Weltauffassung das Chaos der bolschewistischen Revolution erfolgreich sein würde. Ich bin vielleicht für Viele europäische Staatsmänner ein phantastischer, jedenfalls aber unbequemer Warner. Daß ich aber in den Augen der bolschewistischen internationalen Weltunterdrücker als einer der größten Feinde gelte, ist für mich nur eine große Ehre und eine Rechtfertigung meines Handelns vor der Nachwelt. Ich kann nicht verhindern, daß andere Staaten chren Wea gehen, den sie nun einmal glauben gehen zu müssen oder wenigstens zu können, aber ich werde es verhindern, daß auch Deutschland diesen Weg in das Verderben an tritt. Und ich glaube, daß dieses Verderben in dem Augenblick seinen Einzug halten würde, in dem die Staatsführung sich selbst zum Verbündeten einer solchen destruktiven Lehre hergeben wollte.
Ich sehe keine Möglichkeit, dem deutschen Arbeiter die Gefahr des Unglücks eines bolschewistischen Chaos in Deutschland klarzumachen, wenn ich selbst als Führer der Nation mich in enge Beziehungen zu dieser Gefahr bringen wollte. Ich will auch hier als Staatsmann und Führer des Volkes alles das tun, was ich vom einzelnen Volksgenossen erwarte und verlange. Ich glaube nicht, daß die engere Berührung mit einer Weltanschauung, die
Ja, darüber hinaus, habe ich oft und auch hier in diesem Hause die Auffassung vertreten, daß wir nicht nur bereit sind, diesen schwersten Beitrag für die europäische Friedenssicherung zu tragen, solange auch die anderen Partner ihre Verpflichtungen erfüllen, sondern daß wir in diesem Vertrage überhaupt den einzig möglichen, weil konkreten Versuch einer europäischen Sicherung erblicken wollen.
Ihnen, meine Abgeordneten, ist der Inhalt und Sinn des Vertrages bekannt. Er sollte zwischen Belgien und Frankreich einerseits und Deutschland andererseits für alle Zukunft d i e Anwendung von Gewalt verhindern. Schon durch die vorher abgeschlossenen Bündnisverträge Frankreichs ergab sich leider die erste, wenn auch den Sinn dieses Paktes, des Rheinpaktes von Locarno, noch nicht aufhebende Belastung. Deutschland leistete zu diesem Pakt den schwersten Beitrag, denn während Frankreich seine Grenze in Erz, Beton und Waffen armierte und mit zahlreichen Garnisonen versah, wurde uns die fortdauernde Aufrechterhaltung einer vollkommenen Wehrlosigkeit im Westen aufgebür- bet. Dennoch haben wir auch dieses erfüllt in der Hoffnung, durch einen solchen für eine Großmacht so schweren Beitrag den europäischen Frieden zu
Die Behauptung, daß in diesem Pakt durch eine angefügte Einschränkung die erste Verpflichtung wieder aufgehoben würde, ist unverständlich. Denn ich kann nicht in einem Punkt ein bestimmtes Verfahren als ausdrücklichen Bruch mit einer sonst geltenden Verpflichtung feftlegen und damit als bindend annehmen, um in einem weiteren Punkt festzustellen, daß gegen diese anderen Verpflichtungen nicht gehandelt werden soll. In diesem Falle würde die erste Bindung unvernünftig und damit ebenso unverständlich sein. Dieses Problem ist aber zunächst ein politisches Problem und als solches in seiner schwerwiegenden Bedeutung zu werten.
Frankreich hat diesen Vertrag nicht abgeschlossen mit einer ^beliebigen europäischen Macht. Frankreich hatte schon vor dem Rheinpakt Beistandsverträge sowohl mit der Tschechoslowakei als auch mit Polen. Deutschland nahm daran keinen Anstoß, nicht nur weil diese Patte zum Unter- chied des französische-sowjetischen Paktes sich den Völkerbundsfeststellungen unterwarfen, sondern weil sowohl die damalige Tschechoslowakei wie besonders Polen primär stets eine Politik der Vertretung ihrer eigenen nationalen Interessen ühren werden. Deutschland hat nicht den Wunsch, liefe Staaten anzugreifen und glaubt auch nicht, daß es im Interesse dieser Staaten liegen wird, einen Angriff gegen Deutschland vorzunehmen. Dor allem aber: Polen wird Polen bleiben und Frankreich Frankreich.
Sowjetruhland aber Ist der staatlich organisierte Exponent einer revolutionären Weltanschauung. Seine
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Wir haben jahrelang vor dieser Ent- Wicklung besorgt gewarnt. Nicht, weil nur ie mehr zu fürchten haben, als andere, sondern weil sie eines Tages von furchtbaren Folgen für ganz Europa begleitet fein kann. Man hat diese unsere ernstesten Bedenken abzutun versucht mit dem Hinweis auf die Unfertig- keit des russischen Kriegsinstruments, ja auf seine Schwerfälligkeit und Unverwendbarkeit in einem europäischen Krieg. Wir haben diese Auffassung immer bekämpft, nicht weil wir irgendwie der Ueberzeugung sind, daß der Deutsche an ich unterlegen wäre, sondern weil nur alle Witzen, daß auch der Zahl ihre besondere Bedeutung und ihr besonderes Gewicht zukommt. Wir sind aber um so mehr dankbar über die Aufklärungen die gerade in der französischen Kammer von He^n H e r r i o t über die aggressiv militari s ch e Vedeutung Rußlands gegeben worben sind. Wir wissen, daß diese Darlegungen Herrn Hernots von der S o w j e t r e g i e r u n g selbst gegeben wurden, und sind überzeugt, daß diese nicht den geistigen Inspirator des neuen Bündnisses in Frankreich mit falschen Aufklärungen bebtent haben kann, ebenso wie wir nicht zweifeln an ber wahren Wiedergabe dieser Informationen durch Herrn Herriot. Nach diesen Informationen aber Wbie russische Armee eine Friedens- stärke von 1 350 000 Mann besitzt, baß sie _ .
2. 171/» Millionen Mann Kriegsstarken uno Reserven umfaßt, daß sie
3. mit der größten T a n k w a f f e ausgeftat- tet ist und
4. über die größte Luftwaffe der Welt
Dies ist nicht richtig. Was konkret Aur Stabilisierung der deutsch - französischen Beziehungen überhaupt oorgeschlagen werben konnte, habe ich auch mutig konkret vorgeschlagen. Ich habe nicht gezögert, mich dem konkreten Vorschlag einer Rüstungs - begrenzung von 200 000 Mann anzuschließen. Ich habe mich, als dieser Vorschlag dann von den verantwortlichen Verfassern selbst preisgegeben wurde, mit einem ganz konkreten neuen Vorschlag an das französische Volk und an die europäi- schen Regierungen gewendet. Auch der 300 000- Mann-Vorschlag erfuhr Ablehnung. Ich habe eine ganze Reihe weiterer konkreter Vorschläge zur Entgiftung der öffentlichen Meinung in den einzelnen Staaten und zur Reinigung der Kriegs» führung und damit letzten Endes zu einer, wenn auch langsamen, so aber sicheren Abrüstung gemacht. Es ist e i n einziger dieser deutschen Vorschläge wirklich berücksichtigt worden. Der realistische Sinn einer englischen Regierung hat meinen Vorschlag der Herstellung einer dauernden Relation zwischen der deutschen und der englischen Flotte, die ebenso den Bedürfnissen der deutschen Sicherheit entspricht, wie umgekehrt Bedacht nimmt auf die enormen überseeischen Interessen eines großen Weltreiches, angenommen. Und ich darf wohl darauf Hinweisen, daß bis heute noch dieses Abkommen ber praktisch i einzig existierenbe wirkliche verständnisvolle und 1
für ein Volk verderblich ist, für Staatsmänner nützlich fein kann. Wir haben in der deutschen Geschichte der letzten 20 Jahre ja Gelegenheit gehabt, Ersah- rungen auf diesem Gebiet zu sammeln. Die erste Fühlung mit dem Bolschewismus im Jahre 1917 brachte ein Jahr später uns s e l b st die Revolution. Die zweite Berührung mit ihm genügte, um in wenigen Jahren Deutschland knapp an den Rand des kommunistischen Zusammenbruchs zu bringen.
Ich habe diese Beziehungen gelöst und damit Deutschland vor diesem verderben zurückgerissen. Nichts wird mich bewegen können, dnen anderen weg zu gehen als den, den mir Erfahrung, Einsicht und Voraussicht vorschreiben. And ich wdh, dah diese Aeber- zeugung tiefstes Gedanken- und Ideengut der ganzen nationalsozialistischen Bewegung geworden ist. Wit zäher Beharrlichkeit werden wir die nationalen Probleme und Spannungen in unserem Volk auf dem Wege einer Evolution lösen und damit uns des Segens einer ruhigen Entwicklung versichern, die allen unseren Volksgenossen zugute kommt. And was babd an immer neuen Aufgaben an uns herantritt, erfüllt uns mit der Freude desjenigen, der ohne Arbeit und damit ohne Aufgaben nicht zu leben vermag.
Staatsauftasiuug ist das Glaubensbekenntnis zur Deltrevolution. Ls ist nicht feststellbar, ob nicht morgen oder übermorgen auch in Frankreich diese Weltanschauung erfolgreich fdn wird. Sollte aber dieser Fall eintreten — und al» deutscher Staatsmann muh ich auch pflichtge- mäh damit rechnen, — dann ist es sicher, dah dieser neue bolschewistische Staat dne Sektion der bolschewistischen Internationale fdn würde, d. h^ die Entscheidung über Angriff oder Richtangriff wird dann nicht von zwei verfchiedenen Staaten nach deren objektivem eigenen Ermessen getroffen, sondern von einer Stelle aus direktiv erteilt Diese Stelle aber würde im Falle dieser Entwicklung nicht mehr Paris, sondern Moskau fdn.
So wenig Deutschland in ber Lage ist, schon au» rein territorialen Gründen Rußland anzugreifen, so sehr wäre Rußland jederzeit in der Lage, über den Umweg seiner vorgeschobenen Positionen einen Konflikt mit Deutschland herbeizuführen. Die Fest- ftellung des Angreifers wäre dann, weil unabhängig von der Bestimmung des Völkerbunds- rates, wohl von vornherein gewiß. Die Behauptung oder der Einwand, daß Frankreich und Rußland nichts tun würden, — was sie evtl. Sank- ti o n en aussehen könnte — und zwar von feiten Englands oder Italiens, — ist belanglos, gegenüber der Frage, welcher Art wirksame Sanktionen gegen eine so überwältigende weltanschaulich und militärisch einige Koalition überhaupt sein könnten.
Wenn ich diese grundsätzliche Einstellung auf die europäische allgemeine Politik übertrage, dann ergibt sich daraus für mich die Unterscheidung Europas in zwei Hälften: in jene Hälfte, die sich aus selbständigen und unabhängigen Nationalstaaten aufbaut, aus Völkern, mit denen wir tausendfältig durch Geschichte und Kultur verbunden sind und mit denen wir in alle Zukunft genau so wie mit den freien und selbständigen Nationen der außereuropäischen Kontinente verbunden bleiben wollen. Und in eine andere Hälfte: die von jener unduldsamen und einem allgemeinen internationalen Herrschaftsanspruch erhebenden bolschewi st ischenLehre regiert wird, die selbst den ewigen und uns heiligen Dies- unb Jenseitswerten die Vernichtung predigt, ' eine andere in Kultur, Aussehen und Inhalt scheulich verkommene Welt aufzubauen. Mit ihr wollen wir außer den gegebenen politischen und wirtschaftlichen internationalen Beziehungen i n fei ne sonstige innigere Berührung
Ich habe mich in den letzten drei Jahren bemüht, langsam aber stetig die Voraussetzungen für eine deutsch-französische Verständigung zu schaffen. Ich habe dabei nie einen Zweifel darüber gelassen, daß zu den Voraussetzungen dieser Verständigung die a b s o- lute Gleichberechtgung und damit die gleiche Rechtswertung des deutschen Volkes und Staates gehört. Ich habe aber bewußt in dieser Verständigung nicht nur ein Problem gesehen, das auf den Wegen von Pakten gelöst wird, sondern ein Problem, das zunächst den beiden Völkern psychologisch nahegebracht werden muß, da es nicht nur Verstandes-, sondern auch gefühlsmäßig vorbereitet werden soll. Ich habe daher auch oft den Vorwurf bekommen, daß meine Freundschaftsangebote keine konkreten Vorschläge enthalten hätten.
verfügt. ,
Die Heranziehung dieses gewaltigsten militärischen Faktors, der auch in seiner Beweglichkeit und in seiner Führung und als ausgezeichnet und jederzeit einsatzbereit geschildert wurde, in das mittel- -Tage nach ö er europäische Spielfeld zerstört jedes w i r k -1 zvsischen Kammer.
bemühe mich, in unserer Jugend das Verständnis für das Ideal einer solchen Verständigung zu erwecken, und zwar sicher nicht erfolglos. Als ooüt wenigen Wochen die französischen Gäste in das olympische Stadion in Garmisch-Partenkirchen einzogen, da hatten sie vielleicht Gelegenheit feststellen, ob und inwieweit mir eine solche innere Umstellung des deutschen Volkes gelungen ist.
Diese innere Bereitwilligkeit aber, eine solche Der- ftänbigung zu suchen und zu finden, ist w i ch t i g e r als ausgeklügelte Versuche von Staatsmännern, sich selbst in ein Netz juristisch und fachlich undurchsichtiger Pakte zu verspinnen.
Dieses Bestreben von mir war aber doppelt schwer, weil ich in derselben Zeit Deutschland aus der Verstrickung eines Vertrags lösen mutzt-, ber ihm feine Gleichberechtigung raubte, an dessen Aufrechterhaltung ob mit Recht oder Unrecht ist nebensächlich — das franzo- fische Volk geglaubt hat, interessiert fein zu müssen. Ich habe dabei gerade als deutscher Nationalift für das deutsche Volk noeb ein w eit e r e s b e son - b e r s schweres Opfer auf mich nehmen müssen. Es ist bisher wenigstens in der neueren Zeit noch nie versucht worden nach einem Krieg dem Derne - der souveräne Hoheitsrechte über große und alte Teile seines Reiches einfach abzusprechen. Ich habe nur im Interesse dieser Der- ftänbigung dieses schwerste Opfer, bas man uns politisch unb moralisch aufbürden konnte, getragen und wollte es weiter t r a g e n, nur weil ich glaubte, einen Vertrag aufrechterhalten zu sollen, der vielleicht mithelfen konnte, die politische Atmo- sphäre zwischen Frankreich unb Deutschland und / England zu entgiften, und das Gefuhl einer /Sicherheit auf allen Seiten zu verbreiten.


