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7.3.1936
 
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At

en.

M dem Bolschewismus

Der Ruffenpakt mit Locarno unvereinbar

ganzen.

Die Mobilisierung des Bolschewismus

um ab»

- Die

Locarno war der konkrete Versuch einer europäischen Sicherung.

kommen.

E» liegt nun eine unendliche Tragik darin, daß als Abschluß unserer langjährigen aufrichtigen Bemühungen um das vertrauen, die Sympa-

eine Aeberprüfung der dadurch entstan­denen neuen Lage einzutreten, und die daraus notwendigen Konsequenzen zu zie- hen. Diese Konsequenzen sind sehr schwere, und sie tun uns und mir persönlich bitter leid. Allein ich bin verpflichtet, nicht nur der europäi­schen Verständigung Opfer zu bringen, sondern auch den Interessen meine» eige­nen Volkes zu gehorchen. Solange de Opfer bei der Gegenseite auf Würdigung und Verständnis stößt, will ich mich gern auch zum Opfer bekennen, und werde dem deutschen Volk das gleiche anempfehlen. 3m Augenblick, in dem

n Gegenteil 'hereinbre- Europa gar sogar noch n- Denn die Berechtigung 'erzliches zu. ' Zusammen, europäischen W einen meisten euto. lüge Dorstel. -ltsche Gleich, .lang führte, ischen Frage

So sehr ich entsprechend meiner Ankündigung in diesem Interview auch in der Zukunft bereit sein werde und aufrichtig gewillt bin, dieser deutsch-französischen Verständigung zu dienen, weil ich in ihr eia notwendiges Element der Sicherung Europas vor unübersehbaren Gefah­ren erblicke, und weil ich mir für beide Völker aus kdnem anderen Verhalten irgend einen möglichen Vorteil versprechen kann oder auch nur zu sehen vermag, tt M aber schwerste all­gemeine und internationale Gefahren erblicke, so sehr zwingt mich die Kenntnis von der end­gültigen Abmachung diese» Pakte» nunmehr, in

Deutschland hat konkrete Vorschläge für eine Sicherung des Friedens gemacht

Deutschland

ist auch innerlich zur Verständigung bereit

liche europäische Gleichgewicht. Es verhindert außerdem jede mögliche Abschätzung der erforderlichen Berteidigungsmillel zu Lande und in der Luft für die davon betroffenen europäischen Staaten und in Sonderheit für das allein als Geg­ner in Aussicht genommene Deutschland.

Diese Riesenmobilisierung desOstens gegen Mitteleuropa steht aber nicht nur buchstabenmäßig, sondern vor allem auch dem Sinne nach im Gegensatz zum Geiste des Locarno Paktes. Richt wir als Be­troffene allein haben diese Empfindung, sondern sie lebt in unzähligen einsichtsvollen Männern i n allen Völkern und ist auch publizistisch und

Ich habe den sehr konkreten Grundsatz ausge­sprochen, daß die Sammelprogramme einer in­ternationalen Paktomanie ebenso wenig Aus­sicht auf Verwirklichung besitzen, wie die Ge­neralvorschläge einer unter solchen Umständen von vornherein schon als undurchführbar erwiesenen Weltabrüstung. Ich habe demgegenüber betont, dah nur schrittweise an diese Aragen herangetreten werden kann, und zwar nach der Richtung des vermutlich ge­ringsten Wider st andes hin. Ich habe aus dieser lleberzeugung heraus den kon­kreten Vorschlag auch für einen Luftpakt entwickelt, unter der Zugrundele- gung gleicher Stärken für Frankreich, England und Deutschland. Das Ergebnis war zunächst eine Nichtachtung dieses Vorschlages und dann die Hereinführung eines neuen in feinem mili­tärischen Ausmaß unberechenbaren osteuro­päisch-asiatischen Faktors in das europäische Gesichtsfeld.

Deutschland sieht sich genötigt, aus der neuge­schaffenen Lage die Konsequenzen zu ziehen.

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MechnN- M W*1 unserer W« , als sm diese inleil nn letzten Ltzlich n*

gibt es kein paktieren thieu und die Zuneigung des f r a n z ö s i f ch e n Volkes ein Militärbündnis abge­schlossen wurde, dessen Anfang wir heule kennen, dessen Ende aber, wenn die Vorsehung nicht wieder einmal gnädiger ist, als es die Menschen verdienen, vielleicht vonunüber- sehbaren Folgen fdn wird.

schützen und die Verständigung der Völker festigen.

Ls steht mit diesem Pakt nun in Widerspruch die Abmachung, die Frankreich im ver­gangenen Jahr mit Rußland einge­gangen und bereits unterzeichnet hat und deren Bestätigung durch die Kammer soeben erfolgt ist. Denn durch diese neue französisch­sowjetische Abmachung wird über den Um­weg der Tschechoslowakei, die ein gleiches Abkommen mit Rußland getroffen hat, öle bedrohliche militärische Macht eines Riesenreiches nach Mittel- . europa hereingeführt. Ls ist dabei das Unmögliche, daß diese beiden Staaten in ihrer Abmachung sich verpflichten, ohne Rücksicht auf eine entweder bereits vorlie­gende oder zu erwartende Entscheidung des Völkerbundsrates im Falle einer europäischen östlichen Verwicklung die Schuld­frage nach eigenem Ermessen zu klären und dementsprechend die gegenseitige Beistands- Verpflichtung als gegeben zu betrachten oder nicht.

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daher gelungene Versuch einer stungsbegrenzung geblieben ist. Reichsregierung ist bereit, diesen Vertrag durch eine weitere qualitative Abmachung mit England zu er-

Ich habe mich jahrelang also mit konkreten Vor. schlagen abgegeben, allein ich stehe nicht an zu er­klären, daß mir mindestens ebenso wichtig als die sog. konkreten Vorschläge die p s y ch o logische Vorbereitung für die Verständigung erschienen ist, und ich habe auf dem Gebiete mehr getan, als ein aufrichtiger fremder Staats­mann jemals überhaupt auch nur erhoffen durfte. Ich habe die Frage der ewigen europäischen Grenzreoisionen aus der Atmosphäre der öffentlichen Diskussion in Deutschland genommen. Man steht leider nur zu oft auf dem Standpunkt, und dies gilt besonders für ausländische Staats­männer, daß dieser Einstellung und ihren Handlun- gen keine besondere Bedeutung zukommt. Ich darf darauf Hinweisen, daß es mir genau so möglich ge» wesen wäre, als Deutscher die Wied er Her­stellung der Grenzen vom Jahre 1914 moralisch als mein Programm aufzustellen und pu­blizistisch und oratorisch zu vertreten, so wie bas etwa französische Minister und Dolksfuhrer nach dem Jahre 1871 getan haben. Meine Herren Kritiker sollen mir auch auf diesem Gebiet nicht jede Fähigkeit absprechen.

Es ist viel schwerer für einen National­sozialisten, einem Volk z u r V e r st ä n d i q un g zuzureden, als das Umgekehrte zu tun. Und es würde für mich wahrscheinlich leichter gewe­sen sein, die Instinkte nach einer Re- vanche aufzupeitschen als das Gefühl für die Notwendigkeit einer europäischen ver- ffänbigung zu erwecken und dauernd zu vertiefen. Und das habe ich getan. Ich habe die deutsche öffentliche Meinung oon An­griffen solcher Art gegen unsere Nachbarvölker befreit. Ich habe aus der deutschen Presse jeden Yatz gegen das französische Volk entfernt. Ich

politisch belegt überall offen vertreten worden.

Am 21. Februar wendete sich an mich ein fran­zösischer Journalist mit der Bitte, ihm ein Interview zu gewähren. Da mir mitgeteilt wurde, daß es sich um einen jener Franzosen han­delte, die sich genau so wie wir bemühen, Wege zur Verständigung zwischen den beiden Völkern zu fin­den, wollte ich um so weniger eine Ablehnung aus­sprechen, als ja auch eine solche sofort wieder als Zeichen meiner Mißachtung der französischen Jour- nalistik gewertet worden wäre. Ich habe die ge­wünschten Aufklärungen gegeben, so wie ich sie in Deutschland selbst hundert- und tausendmal offen ausspreche, und ich habe noch einmal versucht, m i ch an das französische Volk zu wenden mit der Bitte um eine Verständiaung, an der wir mit ganzem Herzen hängen, und die wir so gern verwirklicht sehen möchten. Ich habe aber weiter mein tiefes Bedauern ausgesprochen über die drohende Entwicklung in Frankreich durch den Abschluß e i n e s P a k t e s, für den unserer Ueberzeugung nach keine zu begreifende Notwendigkeit vorlag, der aber im Falle feiner Realisierung eine neue Sachlage schaf­fen müßte und würde. Dieses Interview ist, wie Sie wissen, aus Gründen, die uns unbekannt sind, zu­rückgehalten worden und erschien er ft am TagenachderRatifizierunginder fron-

füllten Kontinent werden soll, wenn durch das Her­einbrechen dieser destruktiven und alle bisherigen Werte umstürzenden asiatischen Weltauffassung das Chaos der bolschewistischen Revolu­tion erfolgreich sein würde. Ich bin vielleicht für Viele europäische Staatsmänner ein phantastischer, jedenfalls aber unbequemer Warner. Daß ich aber in den Augen der bolschewistischen internationalen Welt­unterdrücker als einer der größten Feinde gelte, ist für mich nur eine große Ehre und eine Rechtfertigung meines Handelns vor der Nachwelt. Ich kann nicht verhindern, daß andere Staaten chren Wea gehen, den sie nun einmal glauben gehen zu müssen oder wenigstens zu können, aber ich werde es verhindern, daß auch Deutschland diesen Weg in das Ver­derben an tritt. Und ich glaube, daß dieses Verderben in dem Augenblick seinen Einzug halten würde, in dem die Staatsführung sich selbst zum Verbündeten einer solchen destruktiven Lehre hergeben wollte.

Ich sehe keine Möglichkeit, dem deutschen Arbeiter die Gefahr des Unglücks eines bolschewistischen Chaos in Deutschland klarzumachen, wenn ich selbst als Führer der Nation mich in enge Bezie­hungen zu dieser Gefahr bringen wollte. Ich will auch hier als Staatsmann und Führer des Volkes alles das tun, was ich vom einzelnen Volksgenossen erwarte und verlange. Ich glaube nicht, daß die engere Berührung mit einer Weltanschauung, die

Ja, darüber hinaus, habe ich oft und auch hier in diesem Hause die Auffassung vertreten, daß wir nicht nur bereit sind, diesen schwersten Beitrag für die europäische Friedenssicherung zu tragen, solange auch die anderen Partner ihre Ver­pflichtungen erfüllen, sondern daß wir in diesem Vertrage überhaupt den einzig mög­lichen, weil konkreten Versuch einer europäischen Sicherung erblicken wollen.

Ihnen, meine Abgeordneten, ist der Inhalt und Sinn des Vertrages bekannt. Er sollte zwischen Bel­gien und Frankreich einerseits und Deutschland andererseits für alle Zukunft d i e Anwendung von Gewalt verhindern. Schon durch die vorher abgeschlossenen Bündnisverträge Frank­reichs ergab sich leider die erste, wenn auch den Sinn dieses Paktes, des Rheinpaktes von Locarno, noch nicht aufhebende Belastung. Deutschland leistete zu diesem Pakt den schwersten Beitrag, denn während Frankreich seine Grenze in Erz, Beton und Waffen armierte und mit zahlreichen Garniso­nen versah, wurde uns die fortdauernde Aufrechterhaltung einer vollkomme­nen Wehrlosigkeit im Westen aufgebür- bet. Dennoch haben wir auch dieses erfüllt in der Hoffnung, durch einen solchen für eine Großmacht so schweren Beitrag den europäischen Frieden zu

Die Behauptung, daß in diesem Pakt durch eine angefügte Einschränkung die erste Verpflichtung wieder aufgehoben würde, ist unverständlich. Denn ich kann nicht in einem Punkt ein bestimmtes Verfahren als ausdrücklichen Bruch mit einer sonst geltenden Verpflichtung feftlegen und damit als bindend annehmen, um in einem weiteren Punkt festzustellen, daß gegen diese anderen Verpflichtungen nicht gehandelt werden soll. In diesem Falle würde die erste Bindung unvernünftig und damit ebenso unverständlich sein. Dieses Problem ist aber zunächst ein politisches Problem und als solches in seiner schwerwiegenden Bedeutung zu werten.

Frankreich hat diesen Vertrag nicht abgeschlossen mit einer ^beliebigen europäischen Macht. Frankreich hatte schon vor dem Rheinpakt Beistandsver­träge sowohl mit der Tschechoslowakei als auch mit Polen. Deutschland nahm daran keinen Anstoß, nicht nur weil diese Patte zum Unter- chied des französische-sowjetischen Paktes sich den Völkerbundsfeststellungen unterwarfen, sondern weil sowohl die damalige Tschechoslowakei wie besonders Polen primär stets eine Politik der Vertretung ihrer eigenen nationalen Interessen ühren werden. Deutschland hat nicht den Wunsch, liefe Staaten anzugreifen und glaubt auch nicht, daß es im Interesse dieser Staaten liegen wird, einen Angriff gegen Deutschland vorzunehmen. Dor allem aber: Polen wird Polen bleiben und Frankreich Frankreich.

Sowjetruhland aber Ist der staatlich organisierte Exponent einer revo­lutionären Weltanschauung. Seine

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Wir haben jahrelang vor dieser Ent- Wicklung besorgt gewarnt. Nicht, weil nur ie mehr zu fürchten haben, als andere, sondern weil sie eines Tages von furchtbaren Fol­gen für ganz Europa begleitet fein kann. Man hat diese unsere ernstesten Bedenken abzutun versucht mit dem Hinweis auf die Unfertig- keit des russischen Kriegsinstruments, ja auf seine Schwerfälligkeit und Unverwendbar­keit in einem europäischen Krieg. Wir haben diese Auffassung immer bekämpft, nicht weil wir irgend­wie der Ueberzeugung sind, daß der Deutsche an ich unterlegen wäre, sondern weil nur alle Witzen, daß auch der Zahl ihre besondere Bedeutung und ihr besonderes Gewicht zukommt. Wir sind aber um so mehr dankbar über die Aufklärungen die gerade in der französischen Kammer von He^n H e r r i o t über die aggressiv militari s ch e Vedeutung Rußlands gegeben worben sind. Wir wissen, daß diese Darlegungen Herrn Hernots von der S o w j e t r e g i e r u n g selbst ge­geben wurden, und sind überzeugt, daß diese nicht den geistigen Inspirator des neuen Bündnisses in Frankreich mit falschen Aufklärungen bebtent haben kann, ebenso wie wir nicht zweifeln an ber wahren Wiedergabe dieser Informationen durch Herrn Herriot. Nach diesen Informationen aber Wbie russische Armee eine Friedens- stärke von 1 350 000 Mann besitzt, baß sie _ .

2. 171/» Millionen Mann Kriegsstarken uno Reserven umfaßt, daß sie

3. mit der größten T a n k w a f f e ausgeftat- tet ist und

4. über die größte Luftwaffe der Welt

Dies ist nicht richtig. Was konkret Aur Stabilisie­rung der deutsch - französischen Beziehungen über­haupt oorgeschlagen werben konnte, habe ich auch mutig konkret vorgeschlagen. Ich habe nicht gezögert, mich dem konkreten Vorschlag einer Rüstungs - begrenzung von 200 000 Mann anzuschließen. Ich habe mich, als dieser Vorschlag dann von den verantwortlichen Verfassern selbst preisgegeben wurde, mit einem ganz konkreten neuen Vor­schlag an das französische Volk und an die europäi- schen Regierungen gewendet. Auch der 300 000- Mann-Vorschlag erfuhr Ablehnung. Ich habe eine ganze Reihe weiterer konkreter Vorschläge zur Entgiftung der öffentlichen Meinung in den einzelnen Staaten und zur Reinigung der Kriegs» führung und damit letzten Endes zu einer, wenn auch langsamen, so aber sicheren Abrüstung gemacht. Es ist e i n einziger dieser deutschen Vorschläge wirklich berücksichtigt worden. Der realistische Sinn einer englischen Regierung hat meinen Vor­schlag der Herstellung einer dauernden Relation zwischen der deutschen und der englischen Flotte, die ebenso den Be­dürfnissen der deutschen Sicherheit entspricht, wie umgekehrt Bedacht nimmt auf die enormen über­seeischen Interessen eines großen Weltreiches, ange­nommen. Und ich darf wohl darauf Hinweisen, daß bis heute noch dieses Abkommen ber praktisch i einzig existierenbe wirkliche verständnisvolle und 1

für ein Volk verderblich ist, für Staatsmänner nütz­lich fein kann. Wir haben in der deutschen Geschichte der letzten 20 Jahre ja Gelegenheit gehabt, Ersah- rungen auf diesem Gebiet zu sammeln. Die erste Fühlung mit dem Bolschewismus im Jahre 1917 brachte ein Jahr später uns s e l b st die Revolution. Die zweite Berührung mit ihm genügte, um in wenigen Jahren Deutschland knapp an den Rand des kommunistischen Zusammenbruchs zu bringen.

Ich habe diese Beziehungen gelöst und damit Deutschland vor diesem verderben zurückgerissen. Nichts wird mich bewegen können, dnen anderen weg zu gehen als den, den mir Erfahrung, Einsicht und Voraussicht vorschreiben. And ich wdh, dah diese Aeber- zeugung tiefstes Gedanken- und Ideengut der ganzen nationalsozialistischen Bewegung gewor­den ist. Wit zäher Beharrlichkeit werden wir die nationalen Probleme und Spannungen in unserem Volk auf dem Wege einer Evolution lösen und damit uns des Segens einer ruhigen Entwicklung versichern, die allen unseren Volks­genossen zugute kommt. And was babd an im­mer neuen Aufgaben an uns herantritt, erfüllt uns mit der Freude desjenigen, der ohne Ar­beit und damit ohne Aufgaben nicht zu leben vermag.

Staatsauftasiuug ist das Glaubensbekenntnis zur Deltrevolution. Ls ist nicht feststellbar, ob nicht morgen oder übermorgen auch in Frank­reich diese Weltanschauung erfolgreich fdn wird. Sollte aber dieser Fall eintreten und al» deutscher Staatsmann muh ich auch pflichtge- mäh damit rechnen, dann ist es sicher, dah dieser neue bolschewistische Staat dne Sektion der bolschewistischen Internationale fdn würde, d. h^ die Entscheidung über Angriff oder Richt­angriff wird dann nicht von zwei verfchiedenen Staaten nach deren objektivem eigenen Ermessen getroffen, sondern von einer Stelle aus direktiv erteilt Diese Stelle aber würde im Falle dieser Entwicklung nicht mehr Paris, sondern Moskau fdn.

So wenig Deutschland in ber Lage ist, schon au» rein territorialen Gründen Rußland anzugreifen, so sehr wäre Rußland jederzeit in der Lage, über den Umweg seiner vorgeschobenen Positionen einen Kon­flikt mit Deutschland herbeizuführen. Die Fest- ftellung des Angreifers wäre dann, weil unabhängig von der Bestimmung des Völkerbunds- rates, wohl von vornherein gewiß. Die Be­hauptung oder der Einwand, daß Frankreich und Rußland nichts tun würden, was sie evtl. Sank- ti o n en aussehen könnte und zwar von feiten Englands oder Italiens, ist belanglos, gegenüber der Frage, welcher Art wirksame Sanktionen ge­gen eine so überwältigende weltanschaulich und mi­litärisch einige Koalition überhaupt sein könnten.

Wenn ich diese grundsätzliche Einstellung auf die europäische allgemeine Politik übertrage, dann er­gibt sich daraus für mich die Unterscheidung Euro­pas in zwei Hälften: in jene Hälfte, die sich aus selbständigen und unabhängigen Nationalstaaten aufbaut, aus Völkern, mit denen wir tausendfältig durch Geschichte und Kultur verbunden sind und mit denen wir in alle Zukunft genau so wie mit den freien und selbständigen Na­tionen der außereuropäischen Kontinente verbun­den bleiben wollen. Und in eine andere Hälfte: die von jener unduldsamen und einem all­gemeinen internationalen Herrschaftsanspruch er­hebenden bolschewi st ischenLehre regiert wird, die selbst den ewigen und uns heiligen Dies- unb Jenseitswerten die Vernichtung predigt, ' eine andere in Kultur, Aussehen und Inhalt scheulich verkommene Welt aufzubauen. Mit ihr wollen wir außer den gegebenen politischen und wirtschaftlichen internationalen Beziehungen i n fei ne sonstige innigere Berührung

Ich habe mich in den letzten drei Jahren bemüht, langsam aber stetig die Voraussetzungen für eine deutsch-französische Verständigung zu schaffen. Ich habe dabei nie einen Zweifel darüber gelassen, daß zu den Voraussetzungen dieser Verständigung die a b s o- lute Gleichberechtgung und damit die gleiche Rechtswertung des deutschen Volkes und Staates gehört. Ich habe aber bewußt in dieser Verständigung nicht nur ein Problem gesehen, das auf den Wegen von Pakten gelöst wird, sondern ein Problem, das zunächst den beiden Völkern psychologisch nahegebracht werden muß, da es nicht nur Verstandes-, sondern auch gefühlsmäßig vorbereitet werden soll. Ich habe daher auch oft den Vorwurf bekommen, daß meine Freund­schaftsangebote keine konkreten Vor­schläge enthalten hätten.

verfügt. ,

Die Heranziehung dieses gewaltigsten militäri­schen Faktors, der auch in seiner Beweglichkeit und in seiner Führung und als ausgezeichnet und jeder­zeit einsatzbereit geschildert wurde, in das mittel- -Tage nach ö er europäische Spielfeld zerstört jedes w i r k -1 zvsischen Kammer.

bemühe mich, in unserer Jugend das Verständ­nis für das Ideal einer solchen Verständigung zu erwecken, und zwar sicher nicht erfolglos. Als ooüt wenigen Wochen die französischen Gäste in das olympische Stadion in Garmisch-Partenkirchen einzogen, da hatten sie vielleicht Gelegenheit feststellen, ob und inwie­weit mir eine solche innere Umstellung des deutschen Volkes gelungen ist.

Diese innere Bereitwilligkeit aber, eine solche Der- ftänbigung zu suchen und zu finden, ist w i ch t i g e r als ausgeklügelte Versuche von Staatsmännern, sich selbst in ein Netz juristisch und fachlich undurch­sichtiger Pakte zu verspinnen.

Dieses Bestreben von mir war aber doppelt schwer, weil ich in derselben Zeit Deutschland aus der Verstrickung eines Vertrags lösen mutzt-, ber ihm feine Gleichberechtigung raubte, an dessen Aufrechterhaltung ob mit Recht oder Unrecht ist nebensächlich das franzo- fische Volk geglaubt hat, interessiert fein zu müssen. Ich habe dabei gerade als deutscher Nationalift für das deutsche Volk noeb ein w eit e r e s b e son - b e r s schweres Opfer auf mich nehmen müssen. Es ist bisher wenigstens in der neueren Zeit noch nie versucht worden nach einem Krieg dem Derne - der souveräne Hoheitsrechte über große und alte Teile seines Reiches einfach abzu­sprechen. Ich habe nur im Interesse dieser Der- ftänbigung dieses schwerste Opfer, bas man uns politisch unb moralisch aufbürden konnte, getragen und wollte es weiter t r a g e n, nur weil ich glaubte, einen Vertrag aufrechterhalten zu sollen, der vielleicht mithelfen konnte, die politische Atmo- sphäre zwischen Frankreich unb Deutschland und / England zu entgiften, und das Gefuhl einer /Sicherheit auf allen Seiten zu verbreiten.